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Samstag, 11. Juni 2016

Das ist empirisch

Man tut seine Thesen gerne ab, obwohl er sicher kein verrückter Sodnerling ist, der sich irgenetwas zusammenspinnt. Vielmehr kann der Däne Prof. Henryk Svensmark seine These sogar exprimentell unterlegen. Und sie wird durch die emprisch vorliegenden Daten perfekt gestützt. 

Svensmark behauptet, daß es in allererster Line die komische Strahlung ist, die von der Sonne ausgeht, die das Klima auf der Erde beeinflußt. Die magnetische Auswirkung der Sonnenstrahlung auf die Erde, die mit ihrer beobachtbaren Aktivität in Form der Sonneflecken zusammenhängt, ist auch historisch rückverfolgbar. Zum einen durch Beobachtungen, die vorliegen, und zum anderen etwa über Meteoriten. Denn das in ihnen enthaltene Titanium 44 mit seiner Halbwertszeit von 63 Jahren macht rekonstrierbar, wie stark sie kosmischer Strahlung ausgesetzt waren. Die zweite empirische Datenlinie ergibt sich aus den Eisbefunden, denn starke Sonnentätigkeit wirkt sich generell auf den Niederschlag auch in Form des Staubs aus, der am Eis liegenbleibt und damit Aussagen ermöglicht. Ein Vergleich mit vorliegenden Klimadaten verblüfft durch die hohe Übereinstimmung der rekonstruierten historischen Daten über die Intensität der Einstrahlung durch die Sonne. Ebenfalls empirisch beobachtbar und nachweisbar ist, daß die Intensität der kosmischen Strahlung sich in der Höhe der Wolkenbildung in der Atmosphäre Korrespondenz findet. Starke Sonnenaktivität mit einhergehender starker Strahlenwirkung wirkt in tieferen Schichten, sinkt die Sonnenaktivität bleibt die Wirkung in den höheren Schichten.

Ionisation bedeutet, daß sich über diese Prozesse Aerosole des Wasserdampfs in der Atmosphäre zu Kernen ausbilden. Die sind es dann, die abregnen. Treffen die Sonnenstrahlen aber auf Luftzonen hoher Eigenmagnetisation - etwa über dem Äquator - so ist ihre Wirkung (wohl aufgrund der Gegenwirkung) in den unteren Schichten geringer meßbar. Aber sie wirken sich auf die Wolkenbildung aus, und zwar in wasserdampfgesättigter Luft. Weit weniger bei Luftschichten mit Eis. 

Interessantes Detail dabei: Die Wirkung der Schiffsmotoren ist atmosphärisch über Satellitenaufnahmen durch Wolken über den Schifffahrtsstraßen nachzuvollziehen.* Auch das eine Spitze zum Thema "Globalisierung". Und es stützt die Ironie der Klimaretter, die über ihre heftige Reisetätitigkeit weltweit einen vielleicht gar nicht unwesentlichen Beitrag zu jenen Phänomenen liefern, die sie mit ihrer religiös-fanatischen Wichtigtuerei bekämpfen wollen. Wie so oft: Das linke (begrifflich und damit gestalthaft diffuse, ideologisch-mythologisch irrationale, umso mehr aber positivistisch behauptete**) Weltbegegnen erzeugt das, wogegen es sich zu wenden vorgibt, selbst, weil es nur IN den Linken phantomhaft aber ihren Handlungen gestaltgebbend existiert. Bislang haben noch alle Klimarettungsmaßnahmen (die Energiewende sei hier als herausragendes Beispiel genannt) das exakte Gegenteil von dem bewirkt, was sie als Ziel vorgeben.***

Aus all diesen Daten und Untersuchungen von Svensmark läßt sich die Aussage treffen, daß die Sonnenaktivität mit hoher Wahrscheinlichkeit den entscheidenden Einfluß auf den Niederschlag auf der Erde hat. Er wirkt sich über Ionisationsprozesse direkt auf die Wolkenbildung aus - und darüber auf Wetter und "Klima". Sinkt die Sonnenaktivität (und das passiert zyklisch), kommt es zu weniger Wolkenbildung, speziell in den niederen Luftschichten, und die unteren Luftschichten kühlen ab. Das ist in der "kleinen Eiszeit" zu Beginn der Neuzeit auch passiert. Steigt sie, steigen auch die Wolkenbildungen und damit die Erdtemperaturen. Daß es diese Zusammenhänge gibt, daß sie großen Einfluß haben, scheint kaum widerlegbar und ist empirisch (und vor allem auch experimental; Svensmarks Forschungsergebnisse sind also auch wiederholbar, eines der entscheidenden Kriterien in der Naturwissenschaft, das in der gesamten Welt der Klimahysterie NICHT der Fall ist) dicht untermauert.












*Vielleicht hat es damit zu tun, daß die Wirkung von Bestimmtheitszuständen (die Energie brauchen bzw. verbrennen), von Zuständen komplexer Ineinanderwirkung immer komplexerer Gestalten also, innerhalb wenig distinkter Umwelten - und das sind vor allem kalte Zonen (denn Kälte bedeutet die Abwesenheit von Lebensvollzug, und das heißt: von Verbrennungsprozessen), oder Luftschichten über dem Meer - auch wesentlich stärker ist. Sie hängt (und das ist aus der Physik sehr wohl bekannt) also von der Potentialdifferenz ab, die sich nicht linear sondern degressiv vollziehen. Hohe Unterschiede bewirken anfänglich wesentlich raschere Wirkungen auf die Umgebung als dies geringe Unterschiede (wie sie mit der Fortdauer eines solchen Ausgleichungsprozesses also eintreten) tun. Gleichen sich die Energiezustände von Dingen an - und das tun sie immer mit der Zeit - verlaufen die Wirkungen flacher, langsamer. Es gibt dazu auch eine interessante Untersuchung, die vor kurzer Zeit veröffentlicht wurde, die zeigt, daß Polarstationen enorme Auswirkungen auf ihre (kalte) Umgebung haben, wir haben an dieser Stelle darüber berichtet.

**Wer sich nur durch eigene Kraft in der Luft halten kann, wird dies durch umso heftigeres Rudern mit den Armen tun.

***Jede positivistisch-willkürliche Theorie oder Anschauungsform berührt in der wirklichen Wirklichkeit völlig andere Gegenwirklichkeiten bzw. ontologische Ströme, wie sei in den Ideen der Dinge selbst liegen, wie sie im Sein grundgelegt sind. Deshalb sind sie nie organisch möglich, sondern verlangen eine Grundrevolution eben dieser Seinsorientierung. Ideologien richten sich nur ganz vordergründig auf Details und Sachlichkeiten. Ihre wahre Absicht ist immer eine Änderung der religiösen Ausrichtung. Denn der Mensch handelt (wie alles Seiende) nach seinem eigenen Bild. Deshalb ist jeder Lügner, jeder Ideologe, jeder "Sünder" (und Sünde ist wesentlich und zuerst ein Verstoß gegen die Ordnung des Seins) sein eigener Richter. Immer wird deshalb der Ideologie die Wahrheit und die Vernunft zum Todfeind, den es im Namen eines Zieles moralischer Qualität (das "Gute" TROTZ der Wahrheit) zu eliminieren gilt. Und damit bekommt sie auch ein Problem mit der Empirie. 

Gerade in der Klimaweltrettung mehren sich mittlerweile und deshalb die Theorien, die davon sprechen, daß selbst wenn die Thesen einer baldigen Weltkatastrophe nicht zuträfen, die Maßnahmen zu ihrer Rettung moralisch geboten und notwendig seien. Der VdZ hat Bücher vorliegen, wo solche Weltretter überhaupt den Ausgangspunkt ihrer Rettungsforderungen - eine Klimakatastrophe - regelrecht marginalisieren, eine solche Klimakatastrophe widerlegende Evidenzen (es gibt bis heute keinen wissenschaftlich haltbaren Nachweis, daß CO2 überhaupt einen berücksichtigenswerten Einfluß auf das Weltklima hat; diese Behauptung ist ein reines Apriori) als eigentlich unwichtig abtun.  Sich sogar schon ganz  offen in (und diesmal stimmt es wirklich) Verschwörungstheorien ergehen ("Exxon weiß irgendetwas, das sie nicht sagen ..."), um sachlich längst verschlossene Türen virtuell offen zu halten.

Die Klimaretter zeigen nach und nach und schon sehr offen ihr wahres Gesicht: Das der Gesellschaftsrevolutionäre, die die von ihnen inszenierte Angst vor einer Klimakatastrophe (durch den Menschen) als Brechstange für ihre ganz anderen Ziele benutzen. Dieses Handlungsmuster ist ja sogar im Alltag zu beobachten: Wo Menschen mit und in der Wirklichkeit nicht durchkommen, versuchen sie das Wirklichkeitsbild des anderen zu beeinflussen und vor allem zu erschüttern, um so die Bedingungen zu setzen, UNTER DENEN sie dann Erfolg haben. 

Das ist das Wesen der "Skepsis" als Weltanschauung, das ist aber auch vielfach und in bedenklicher Weise bei vielen Kritikern der politischen und gesellschaftlichen Zustände des Westens zu beobachten. Und das ist die zu größtem Mißtrauen anregende Beobachtung der Stellung, die das "Aufklärerwesen", die "Forderung nach universaler Transparenz", die Begeisterungsstürme hinsichtlich der "Aufdeckerpresse" usw. in der Gegenwart innehat, und die damit ganz umfassend subversiv wirkt. Und die von einem Punkt ihren (bereits frühkindlich entstehenden) Ausgang nahm: Der Zerstörung des Vertrauens in den Mann und Vater. Die Zusammenhänge von Weltrettungsmentalität mit schwach (in Funktionen aufgelöst, von der ganzheitlich bewahrten Gestalt der Autorität abgelöst) erlebten und auch wirklich schwachen (nicht den logos repräsentierenden, sondern ohne Gestaltgrenzen Bedürfnisse beantwortenden) Vätern, von funktionalistisch-relativistisch erlebten Eltern und Herkunftsfamilien, sind jedem selbst beobachtbar.





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Freitag, 10. Juni 2016

Die Aggression kommt von links

Während das versammelte Gutmenschentum sich in Heiligkeitseuphorie steigert, um "gegen rechts" zu sein und "Rechtsradikalismus" zu bekämpfen, fällt niemandem auf, daß sich die Gewalt gegen Träger anderer als ihrer Meinungen kaum noch zu zügeln vermag. Das betrifft nicht nur Funktionäre, sondern es greift weltweit um sich und betrifft generell Gegner linker Geisteshaltung. Natürlich wird man hierzulande mit Statistiken gefüttert, die beweisen und noch mehr beweisen, daß sich die "rechtsradikale Gefahr" von Jahr zu Jahr steigert. Doch ist dies nicht nur für die Gewalt der Linken zu beobachten, sondern hat bei Beobachtungen "rechter Gefahr" noch den sachlich-objektiven Nachteil, daß in Zeiten, wo schon kleinste Gegenäußerungen als rassistisch, rechtsradikal, fremdenfeindlich, hetzerisch, homophob, sexistisch (und was das Vokabular sonst noch sein mag, das man dazu erfand), summa summarum eben "rechts" als alle Opposition verbindenden Nenner, daß hier mit dem Senken der Ränder der Begriffsschalen, in die etwas gefaßt wird, auch die "Häufigkeit" dieser Begriffe steigt. Wer nur noch darauf achtet, ob und wo ihm "Rechtes" unterkommt, wird es auch immer häufiger entdecken. 

Diese Spirale versorgt sich also selbst mit "Tatbeständen". Und sie tut es in dem maß, als man zumindest sagen muß, daß der Fanatismus der Linken bereits beachtliche Ausmaße erreicht hat und dabei ist, zur Hysterie auszuarten. Angesichts einer Öffentlichkeit als Establishment, die sogar nach Selbstbekenntnis deutlich mehrheitlich links ist, muß man deshalb sogar sage, daß die Rechte erstaunlich friedfertig und unhysterisch geblieben ist.

Und man muß aus persönlicher Beobachtung tatsächlich sagen, daß man mir "Rechten" noch recht entspannt sprechen und diskutieren kann. Während sich Linke durchweg in eine Haltung verrannt haben, in der schon der kleinste Anflug von Widerspruch Aggressionsausbrüche bewirkt. Denn es geht vor allem um eines: Darum, daß man auf jeden Fall recht haben will.  Selbst wenn man in einem Gespräch die Position wechselt oder gar austauscht (was dem VdZ bereits untergekommen ist - daß der Gesprächspartner im Verlauf des Gesprächs die anfänglich angegriffene Position annahm, nun im Gegensatz zu seiner Ausgangsposition sogar vertrat, und sich TROTZDEM als Gegner begriff.) 

Es geht also hier um Grundhaltungen, um die Forderung um eine Art Aufgehen in einem Identitätskörper, und keineswegs um inhaltliche Differenzen, und das tatsächlich bei weitem am stärksten bei Linken. Es gibt dämoniehafte Aspekte auch bei Rechten, gewiß. Aber wirkliche Rechte sind selten, sehr selten. Genauso wie echte Linke, wie man sie von früher kannte. Linkssein scheint vor allem eines geworden zu sein: Dämonie. Und links ist nicht, wer sachlich links denkt, sondern wer dieser Dämonie beitritt. Vor 35 Jahren konnte man auch mit Linken sachlich und konzentriert diskutieren. Das geht heute nicht mehr.

Wie weit die Hysterie der Linken mittlerweile geht, zeigt sich im Augenblick in den USA mit besonderer Ausprägung. Wo sich eine "Anti-Trump"-Bewegung - Trump wird als "rechts", zumindest aber "anti-links" klassifiziert - gebildet hat, die ihre Aggressivität gar nicht zu verbergen sucht. Kein Wunder, denn die Linke (dort durch Clinton repräsentiert; wie sehr sich diese Lager inhaltlich zu denen in Europa unterscheiden, trotz vieler Ähnlichkeiten, haben wir bereits angedeutet) sieht sich längst als Retterin der Welt. Auch ihre Inhalt triefen deshalb von "Ausweglosigkeiten" und "alternativlosen Notwendigkeiten", von denen alles, buchtstäblich alles abhängt.

Das zeigt sich auch in der Begrifflichkeit, die die Medien etablieren: Linke werden zu "Demonstranten", Rechte zu "Terroristen", und ihre Haltungen und inhaltlichen Positionen (man denke nur an Klimawandel, Genderismus, Homosexuellen-Ehen, differenzierte Sicht der Zuwanderung) werden nach und nach sogar kriminalisiert und unter Strafe gestellt. Während das Tun dieser Gruppen sich genau umgekehrt präsentiert, da  muß man nicht "rechts" sein, um das so zu sehen. Mit der Tendenz freilich beider Seiten, sich gegen Entscheidungen der etablierten Politik mit Gewalt zur Wehr zu setzen, aber mit eindeutigem Übergewicht auf Seite der Linken.

Dabei ist die Rechte erst dabei sich zu formieren. Und gerade unter dem "einfachen Volk" beginnt sich Verwunderung in Mißtrauen zu wandeln: Was ist da los? Entsprechend zieht allgemeinere Gewaltbereitschaft "nur" nach. Denn es sind die Menschen erst am Anfang zu kapieren, was der Linken schon lange und seit je klar war und ist: Daß es einen Kompromiss zwischen diesen beiden Lagern gar nicht gibt. Es ging der Linken - allen Beteuerungen zum Trotz - gar nie um Kompromisse, um eine gemeinsam zu suchende Mitte, mit der alle leben können. Die Brutalität, mit der die Linken seit Jahrzehnten ihre gesellschaftsverändernde Politik durchdrückt, ohne Rücksicht, ob die andere Seite prinzipiell überhaupt damit leben kann, ist ja immerhin beachtlich.

Mittlerweile steigert sich die Stimmung in den USA vereinzelt schon zu Pogromen. Wie diese kleine Auswahl von Videos zeigt. Anti-Trump-"Demonstranten" begnügen sich nicht damit, ihre Meinung kundzutun, sondern sie verstehen sich bereits als Kampftruppen gegen Trump und dessen Anhänger. Fälle werden immer häufiger, wo Trump-Supporters Hetzjagden durch Clinton-Supporters ("demokratische Anti-Trump-Demonstranten") erleben. "Es ist egal, was man wählt," meint dazu ein Kommentator, "beide Kandidaten sind eine Zumutung. Aber Trump zu unterstützen ist mittlerweile lebensgefährlich geworden." Es gibt glaubwürdige Berichte von Hochschulprofessoren, die ihre Lehre nicht mehr vorzutragen wagen und sich bewaffnen, weil es sein kann, daß Studenten, die sie als "rechts" klassifizieren, sie niederschießen. Auftritte von Donald Trump im Zuge seiner Vorwahlkämpfe mußten regelmäßig durch enorme Polizeipräsenz geschützt werden, die oft aber die Gewaltausbrüche, die von Anti-Trump-Bewegungen ausgingen, oft kaum in den Griff bekam.

Wenn man die Videos ansieht muß man freilich eindeutig feststellen, daß sich die Gruppen unterscheiden: Die Aggession geht von Linken ("Clinton") aus. Und das schafft Ähnlichkeiten zu Erscheinungen in unseren Ländern, wo ein Graben zwischen Vernunft ("Hausverstand") und "politischem Willen" aufgebrochen ist. Auch in diesen Videos wird deutlich, daß sich die Art des Disputs, die Haltung in der er geführt wird (wenn er überhaupt geführt wird) qualitativ grundlegend unterscheidet. Die Linke macht sich an bestimmten Einzelphänomenen und -aussagen fest, ihre Gegner suchen einen allgemeinen Boden der Vernünftigkeit. Das ist hierzulande nicht anders.




















*080616*

Was so alles gewußt wird

Und überhaupt, alles sei in der Hand von Monsanto, und die knüppeln die Landwirtschaft nieder und pressen die Bauern aus, machen sie abhängig. Mit nicht geringer Verachtung im Ton seiner Belehrer mußte sich der VdZ vor Monaten den Kopf waschen lassen, weil er so ahnungslos über die wahren Verhältnisse in der Welt sei. Monsanto, und wir sind deren Knechte. Ja überhaupt, die gesamte Weltproblematik hängt daran. Der VdZ zog es vor, zu schweigen. Hätte er widersprochen, wäre sein Dreh vielleicht nicht so angenehm verlaufen. Wer so viel Durchblick genießt wie diese Gesprächspartner, dem kann ein Argument aus der schöden Wirklichkeit nichts an Wirklichkeitsurteil zuliefern, dem ist ein Skeptiker bestenfalls Auswurf an Naivität und Ahnungslosigkeit, was soll so einer noch für relevante, zeitorientierte Stücke oder Bücher schreiben? Lächerlich. Der Checker der Gegenwart weiß, wovon er spricht. Er kennt die Zusammenhänge. Der VdZ gehört nicht zu ihnen. er ist nicht einmal proklamierter Orban-Hasser. Wer, bitte schön, läßt sich heute schon in Ungarn nieder, dem Land der Nicht-Guten, der Flüchtlingshasser und Faschisten. Wer gut ist, der weiß auch um Monsantos Macht.

85 % des deutschen Samenhandels spielt sich mit Produkten aus etwa 50 deutschen Klein- und Mittelbetrieben ab, etwa 6000 deutsche Beschäftigte sind insgesamt mit dem Problem befaßt, sagt Udo Pollmer in seiner regelmäßigen Sendung im Deutschlandradio, krisen-, wetterfeste und ertragreiche Getreidesorten zu züchten. Die uns heute ermöglichen, auf einem Bruchteil der Ackerbaufläche ein Vielfaches an Ertrag zu erwirtschaften, als noch bis vor hundert Jahren, wo Hungersnöte und Mißernten an der Tagesordnung standen. Und damit jene Flächen freizumachen, die mit Straßen und Siedlungen vollgepflastert werden konnten. Sie beschäftigen sich mit insgesamt 3000 Getreidesorten, die sich  auf deutsch-österreichischen Feldern, danach in deutsch-österrechischen Mühlen und danach in den Regalen der Läden wiederfinden. Darunter alleine 30 Weizensorten für viele verschiedene Lagen und Bedingungen. Nur 15 % des in unseren Ländern angebauten Getreides fallen noch an eine Handvoll globaler Konzerne, darunter der Deibel selbst - Monsanto. Offenbar aber der Grund, warum Greenpeace eine Bewegung unterstützt, daß Bauern für Nachgenerationen aus dem Getreide keine Urheberrechtsgebühren mehr zahlen wollen. Was Greenpeace als Kampf gegen die Saatgutmafia wohlklingend unterstützt - das muß doch gut sein? Robin Hood kämpft doch immer gegen die Großen, und von denen geht alles Ungerechte der Welt aus, war doch immer so.

Schwierig, sich heute adäquates Problembewußtsein aufzubauen, ohne das Etikett "ahnungslos" umgehängt zu bekommen, weil man die wirklichen Feinde nicht kennt, um die so viele doch genau Bescheid wissen, weil sie sich im Internet kompetent informieren. Da hat man schon zu tun. Realitätsverweigerung als Daseinsstrategie sicherer Weltorientierung wartet eben an jeder Ecke. Darin besteht zumindest erstaunliche Übereinstimmung.




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Die Islamisierung ist nicht aufzuhalten

Schon vor fünfundzwanzig Jahren hat der VdZ nachweislich darüber gehandelt, daß die Diffusion des Geistes des Abendlandes im Islam eine fast kongeniale Ergänzung, vor allem aber eine furchtbare Entsprechung in den durch diesen Substanzverlust eintretenden Sehnsüchten haben wird. Der Islam stößt in jenes Vakuum vor (und da war er erst in Rudimenten in Europa vorhanden), das die Verdunstung des Abendlandes bei den Menschen hinterläßt, und das die Kirche in ihrem Gestaltverlust nicht mehr auszufüllen vermag.

Und so ist es gekommen. Und so ist es schon in viel weiterem Umfang gekommen, als so gut wie alle wahrhaben wollen, auch jene, die sich "noch" wehren. Nur die Muslime, die wissen es bereits. Ihre Siegeszuversicht ist begründet, und absolut nachvollziehbar. Europa fällt ihne in den Schooß wie eine überreife Frucht.

Es begann bei scheinbar kleinsten Dingen, so wie alles bei kleinesten Dingen beginnt. Bei Eßgewohnheiten etwa, wo wir es mit einer in erschreckendem Ausmaß vorangeschrittenen Neurotisierung zu tun haben, was beim Gesundheitswahn begann, und im Veganismus vorerst endete. Der nur noch am Papier und in Details von islamischen Eßgeboten zu unterscheiden ist.

Wenn jetzt auch seit kurzem der Bürgermeister der jahrhundertelang größten Stadt der Welt und schon gar Europas, London, ein Muslim aus zweiter Einwanderegeneration ist, macht nur noch Dekor zur Sache. 

Hier von einer Renaissance des Gewachsenen zu träumen ist nur lächerliche Phantasterei. Welche Frau, welches Mädchen heute kann auch nur ein simples Grundgericht kochen, das noch vor dreißig Jahren die Eßgewohnheiten kennzeichnete? Daß gerade gegen althergebrachte Speisen und Gewürze schon oft Allergien herrschen illustriert den Selbstverlust nur noch.

Hauptmerkmal auch hier: Durchdringung des Lebensvollzugs bis in seine geheimsten Winkel mit Moralismen. Niemand findet heute mehr etwas dabei, daß der Staat das alltäglichste Leben bis in die letzten Dinge regelt. Hierin zeigt ich vor allem eines: Die Bereitschaft, einen zentrale, regelrestimmende Macht zu akzeptieren, ja zu fordern, der man dann folgen kann. Letzter Halt in einer haltlos gewordenen Welt. Die nicht mehr zu unterscheiden bereit ist zwischen dem, was (vielleicht) nicht gut ist, und dem Recht, es positivistisch zu diktieren - zur Pflicht, "gut" zu leben stilisiert. Gerade Linke zeichnen sich darin in erschreckender Weise aus.

Der nächste Schritt ist die Renaissance der traditionellen Familie, die derzeit so unmöglich und fern scheint. Hollywood macht es lange schon vor, mit seinen Bildern der Erfülltheit im kleinen Familiären. Mitnichten und neffen also - Verfall. Die neue Familiendiktatur sitzt bereits auf der Fensterbank, samt einem neu aufblühenden Machismo, es ist nur eine Frage der Zeit. Denn es ist die an sich notwendige Reaktion auf den Wahnsinn des Feminismus und der Auflösung der Geschlechter. Die in einem Rückgriff auf Stereotype, auf Moralismen bestehen wird.

Mangels gewachsener Haltungen wird dies aber nur noch mit schärfstem Moralismus und Verhaltensdruck möglich sein. Gerade - das nur so nebenbei - die größten Feministen und Genderapostel werden mit fliegenden Fahnen überlaufen und jeden Kollateralschaden akzeptieren. Niemand fährt (wenn unbeobachtet oder ungefährdet) auf Machismen so ab wie die tiefsten Genderapostolatsfiguren. Nur eines muß sie haben, diese neue Kulturmieder: Sie muß bewegen, durch ein Außen (oh welch glücklicher Zufall, da reicht sich aus dem Amerikanischen die Philosophie des Behaviourismus entgegen! an allem sind die Umstände, das Außen schuld! selbst der Entschuldungsmechanismus ist also gefunden!), denn die größte Qual ist der Ruf zur Freiheit, die in der Notwendigkeit zum Selbstbewegen, zur mühsamen Eigenantwort endet.

Und aus derselben Hoffnung kommt die anerkannte Notwendigkeit einer militärisch-polizeilichen Supergewalt, den Moralwächtern der Scharia direkt vergleichbar, die "Gefahr" für die Lebensweise bis in die letzten Ecken des Lebens tragen wird, samt ausgebautem Denunziantenwesen. Dazu ist kaum noch etwas notwendig, so weit sind wir längst.

Dazu kommt die unfaßbare Vertrottelung, die das Christentum von offizieller katholischer wie protestantischer Seite längst durchmacht. Gibt es denn mehr Parallelen wie zwischen Protestantismus und Islam? Es war dieselbe geistig-revolutionäre, psycho-soziale Bewegung, nicht zufällig - wie heute, wo selbst der Katholizismus längst zum Prpotestantismus konvertiert ist - als Gegenbewegung, als Yin zum Yang zum real eindringenden Islam, die nur eines in Begeisterung, mit lüstern aufgerissenen Schenkeln rief: Begatte mich, oh holder Muslim!

Der Antagonismus war schon damals nur Schein, historischer Relativität und der darin gründenden Rede-Dialektik aus nicht mehr der Vernunft einzugliederndem Realitätsdruck zuzuschreiben.  Und damals war es auch das letzte mal, daß der Katholizismus noch genug Kraft hatte, diese Kultur zu verteidigen, auch wenn er alleinegelassen war. Von uns, den bayrischen und fränkischen Völkern und Stämmen, und von den Polen. Ein Johannes Capistrano würde heute von den katholisierenden Klerusokkupanten selbst ans Kreuz geschlagen, während sie den Muselmanen ihre Sitze bequem richten, die sich damit immerhin die Mühen und Schmerzen eines längst notwendigen neuen Kreuzzuges um der verfolgten (diesmal: wirklichen!) Brüder willen ersparen, die stattdessen verhöhnt werden - Dante sah nicht zufällig so viele Päpste und Kleriker dort, wo sie hingehören, in der Hölle ... *

Das zu einer brutalen, ignoranten Herrschaft der Muttersöhnchen wurde, die froh sind, wenn sie ihre Verantwortung an die hereindrängen "Brüder" im Islam abgeben können. Dem sie mit der Aussage, er sei dem Christentum gleichwertig, nicht einfach nur gleichberechtigen, sondern zur Herrschaft auffordern,. und alle Türen und tgore aufreißen, die fremden Gottesmänner mögen doch bitte die Richterstühle besetzen. Und den Faschismus der neuen Art wählen, gegen rechts schreien, weil substantiell links sind bis ins Mark, und Lügner von Anbeginn an.

Dazu kommt der zum Riesendrachen ausgeformte Nominalismus des allgemeinen Denkens, der aus ihm stammende Rationalismus, der kein Naturrecht (außer in irgendwelchen Sprachkonstruktionen titelgeschwängerter Studienabsitzer) mehr kennt, sondern in Sophistereien ein gnadenloses Sprachkonstrukt durchdrückt, das Moral gewährleisten soll. Und eine Religion des Funktionalismus gutheißt, wo Christentum, Katholizismus nicht einmal mehr dem Anspruch nach noch Chancen weil Boden haben. Während die Sehnsucht der Menschen nach Gebundenheit, ja nach Unterwerfung (!), vom Islam in hervorragender Weise erfüllt wird, weil Welt und Leben überhaupt im Ritual fundiert ist, nicht einfach dort sich irgendwie auch findet. Das einzige Kultursystem das in Europa aber noch existiert ist das Kultursimulationssystem des Islam.

Und dazu kommt die völlige Philosophielosigkeit unserer Völker, die Denkunfähigkeit weil vor allem Denkunwilligkeit, die aus "Philosophie" ein pures Moralkonstrukt gemacht hat, eine blanke "irgendwie-"Lebenssophisterei. Während zu den grundlegenden, jedes weitere Denken erst konstituierenden Gedanken, zu denen vorzustoßen viel viel männliche Mühe gehört, überhaupt niemand mehr fähig weil willens weil sittlich kräftig genug, weil manns genug ist. Die populären "Philosophen", Esoterismen und Neuheidentumslächerlichkeiten sind weichliche Seichtquatschereien, die das Spiel "tun wir so als dächten wir" für alle nutzenorientiert zelebrieren und ermöglichen. (Wozu, bitte schön, doch auch Spaßfiguren wie ein Herr Sloterdijk gehören.) Denken weil Sprache ist eben sehr rasch nur noch Rechtfertigungsmodus und Weltneuschaffensversuch für ein ohnehin längst entschiedenes und gewirklichtes Lebensprogramm.

Da amüsieren Zeitungsmeldungen wie die im Kurier (richtig, dem Blatt das wöchentlich seine "Richtung" ändert), die hier von einem "Trend zum Halal-Schminken" sprechen, einfach nur noch. In zehn Jahren SIND wir Europäer allesamt islamisch. Das ist schon entschieden. Nur noch einige kleine Enklaven und Solitäre werden sich wehren. Sie werden dafür bluten. Und die, die sich mit dem Blut der anderen, der Märtyrer brüsten, sind ihre Schergen.

Aber Mut, aber Zuspruch, sie müssen sich nicht fürchten. So vollzieht sich der geschichtliche Weg dieser Welt. Abgerechnet wird nach Wahrheit. Nicht nach weltlichen Protoorgasmen.



*Dante Alighieri, der alles dachte und darstellte, was der Mensch über das tiefste Wesen der Welt zu denken und darzustellen in der Lage ist, und deshalb sehr sicher die größte Kulturleistung des Abendlandes vollbrachte, mußte daraufhin fliehen, weil sein Leben bedroht war. Lese der Leser selbst, was er zum Islam dachte, beachte er, wie man unter seinem Einfluß darüber dachte. Wenn dem VdZ - und das ist mehrmals schon passiert - Kleriker und "Schriftgelehrte" daherkommen und ihm versichern, daß der Künstler auch für die Kirche prophetischen Wert habe, kann er nur noch müde lächeln. Lüge, überall - Lüge. Und es kann eigentlich gar nicht anders sein? Ist dem, der der Wahrheit verpflichtet ist, anderes verheißen als Leid in dieser Welt?





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Donnerstag, 9. Juni 2016

Wahrer muß gedacht werden

Den Eindruck, daß das Geschichtsbild der Gegenwart, wie es unsere und vor allem unserer Kinder Köpfe beherrscht, regelrecht auf dem Kopf steht, wenn man das gesamte 20. Jahrhundert hernimmt, hat der VdZ schon lange. Es konkretisiert sich immer mehr. Nun kam ihm ein Buch unter die Finger, in dem über Churchill ein völlig anderes Bild gezeichnet wird, das im Abgleich mit dem offiziell verordneten Geschichtsbild ein sehr stimmiges Ganzes ergibt. Selbst wenn "The British Mad Dog" von M. S. King, ein Buch über Churchill, in einigen Details ganz sicher falsch liegt, wie der VdZ bei einem ersten überblicksartigen Lesen festgestellt hat, bleibt noch eine derartige Fülle einer in den Fakten unbestrittenen, aber in der Interpretation erhellenden Sicht, daß es einem fast den Atem nimmt. 

Bei aller Gefahr (und noch ehe dieses Buch durchgearbeitet ist) sieht der VdZ aber die lange schon brennende Notwendigkeit zu einem dringenden Aufruf, das 20. Jahrhundert historisch neu durchzudenken. Es ist nach wie vor lange nicht hinreichend aufgearbeitet. Gefahr, weil sich die offizielle, universitäre Geschichtswissenschaft weitgehend überhaupt einer seriösen Aufarbeitung verweigert hat, zum anderen bestenfalls in ersten Ansätzen zu einer Revision mancher eingefleischter Sichtweisen bereit ist. Gefahr, weil damit ein Aufarbeiten des Unbehagens, das einen seit je beschlichen hatte, wenn man sich dieser offiziösen Geschichtserzählung genähert hat, nur unter dem Paradigma einer Anfechtbarkeit geschehen kann, mit dem Risiko, in Details immer wieder fehlzugehen, mit der Unsicherheit, daß Interpretationen immer mit hohem Grad an mutiger Eigenverantwortung und Wahrhaftigkeitsforderung weil Selbstprüfung verbunden sein werden. Zumindest vorerst.

Aber es ist Zeit. Es ist Zeit für unsere Söhne und Töchter, sich von dieser dumpfen, irrationalen Hand einer aus politischen Gründen oktroyierten Sichtweise zu befreien, oder sich auf eine solche Befreiung einzustellen, die ihr Denken mit schwarzen Nebeln verdunkelt hat, um sie zu instrumentalisieren, abgesichert mit "moralischen Gewißheiten", sodaß jeder Denkversuch an Hürden ewiger Verdammnisdrohung scheitern mußte. Weil ganze Zonen von Undenkbarkeiten "aus moralischen Gründen" geschaffen wurden. Die damit diesen neuen Generationen jeden Zugang zu sich selbst unterbunden hat. Es ist Zeit, das 20. Jahrhundert neu zu denken. Wahrer zu denken. Darin liegt der Schlüssel zur Lösung der derzeit unlösbaren Identitätsfragen.

Womit sich ein tiefer Seufzer niedriger Hoffnungspegel verbindet. Denn genau daran wird es womöglich scheitern. Denn mit der Frage nach der Identität ist eine Dringlichkeit der Wahrheit verbunden, der der mentalische, charakterliche Haltung der Jugend nur noch ausweichen möchte. Denn darin liegt das Glücksgeheimins der Gegenwart. Der auf die Stirn geschrieben steht: Lieber irrational aber wohlbefindlich, als wahrhaftig und mühsam. Lieber im garantierten Dauerorgasmus des Suhlbettes der Placentawärme ewig tot sein, als die Erde als das zu erleben, was sie ist: ein "vallis lacrimosa." Tod deshalb allen, die das Bild verändern wollen, das Nihilismus verspricht.


*090616*

Umgestaltung eines Lebensraumes

Dieser Bericht des libanesisch-stämmmigen, 1977 nach Deutschland immigrierten Fernsehautors und Filmemachers Imad Karim ist lesenswert. Er ist auf Tichys Einblicke zu finden. Der VdZ erlaubt sich, einige Passagen daraus zu bringen. Imad Karim beschreibt darin seine Eindrücke bei einer Wiederkehr nach Berlin-Neukölln, nachdem er längere Zeit nicht mehr dort gewesen war. Dort auch hatte er glückliche Jahre verlebt, an die er sich gerne erinnert, inmitten eines Berlin der Vielfalt kultureller Einflüsse und den unterschiedlichster Menschen. (Was er schreibt bestätigt auch die Schwester des VdZ, die seit 1973 in Berlin, und seit 10 Jahren in Neukölln lebt.) Die völlige Umgestaltung Deutschlands ist längst weiter fortgeschritten, als eingestanden wird. In rasendem Tempo verändert sich das Klima des alltäglichen Lebens in Deutschland. Verändert sich? Nein, es wird verändert. Imad Karim spricht dabei von einem Siegeszug der Barbarei.

Vor Jahren besuchte ich Neukölln und erkannte den Stadtteil nicht mehr. Ich dachte, ich befinde mich in Kabul. Die arabischen linken Freunde von damals sind heute alte bärtige Männer geworden. Sie haben sich von ihren deutschen Frauen scheiden lassen und junge Araberinnen, meistens Cousinen von ihnen, die sie nach Deutschland holten, geheiratet. Alle Freunde von damals sind fromme und gläubige Muslime geworden, die felsenfest überzeugt sind, Deutschland wird in naher Zukunft islamisch werden und die Christen oder Juden, die nicht zum Islam konvertiert werden wollen, müssten dann Kopfsteuer (Jizia الجزية) zahlen und sich damit abfinden, Menschen zweiter Klasse zu sein. Meine “Freunde” von damals sagten mir auf meine Frage hin, “Ja, wir müssen Hindus, Buddhisten und sonstige Götzenanbeter töten. Bitte verstehe uns nicht falsch, wir haben nichts gegen diese Menschen, aber wir müssen Gottes Befehl folgen”.
Im Sommer 2015 ging ich mit meiner Frau in meiner badischen Stadt türkisch essen. Ich bestellte ein Bier, bekam es aber nicht. Die Kellnerin erklärte mir, es gebe hier in allen acht Restaurants am Marktplatz keinen Alkohol. Sie ergänzte, wer Alkohol trinke, sei schlecht und ohne Moral, bald werde man dafür sorgen, dass Alkohol nur in den vier Wänden zuhause getrunken werden dürfe.
Ein arabischer Freund von mir betreibt eine Pizzeria. Bei ihm gibt es Pizza mit Schinken und Salami, Bier und billigem Wein. Er erzählte mir, dass er von Fundamentalisten verstärkt die Aufforderung erhält, seine Speisekarte auf islamisch umzustellen und den Alkohol zu verbannen, sonst würde er mit Konsequenzen rechnen müssen.
Da wusste ich, ich bin im Begriff, mein Deutschland zu verlieren.

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Dazu fügt sich die nüchtern-realistische Stellungnahme des ungarischen Erzbischofs von Veszprém, Gyula Marfi, bei einer Konferenz zu „Bevölkerungsfragen im Mittelmeerraum im 19. und 20. Jahrhundert“. Marfi betont, daß die für Europa heute entscheidende Frage der Migration und Integration keineswegs ist, was die Menschen bewegt, ihr Land zu verlassen. Viel mehr geht es darum, was sie in ihrem Zielland vorhaben. 

"Wer nur von den Ursachen spricht, lügt oder irrt sich. Überbevölkerung, Armut oder Krieg spielen bei der Migration nur eine zweit- oder drittklassige Rolle. Moslemische Familien haben oft 8-10 Kinder, doch diese werden nicht aus Liebe geboren, sondern weil sich Moslems als höhere Wesen betrachten und der Dschihad von ihnen verlangt, dass sie auf welche Weise auch immer die Welt erobern. In der Shari’ah können wir lesen, dass die Welt geteilt ist in Dar al-Islam und Dar al-Harb, also das Gebiet des Krieges, das erobert werden muss. So steht es geschrieben, und die Moslems haben dieses Gebot zu verinnerlichen. Es ist verboten, darüber zu diskutieren; sie haben bloß die Pflicht, ihren Auftrag auszuführen.“

„Das Ziel der Moslems ist es, Europa zu besetzen, wo heutzutage jeder glaubt, was er will, aber in Wirklichkeit niemand an etwas glaubt. Europa ist somit ein ideales Terrain für die Eroberung durch den Islam.




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Multa sed multae

Tja, und da war die Tinte über manchem Artikel der letzten Zeit noch gar nicht trocken, erreichte den VdZ der Hinweis auf dieses Video. In ihm artikuliert der niederländische Vizepräsidenten der EU-Kommsion Franz Timmermans die politisch vorrangige Agenda: 

Es sei ein vordringliches Anliegen, einen Zustand der übernationalen Kulturmischungen zu erreichen, nur das erhalte den Frieden. Sonst blühe Krieg. Keine Vergangenheit "existiere", sie sei eine substanzlose Fiktion. Die Masseneinwanderung von Muslimen in Europa sei deshalb ein Mittel zum Zweck. Kein Land dürfe der Vermischung entgehen, vielmehr sollten die Zuwanderer veranlaßt werden, auch die letzten Winkel des Planeten zu erreichen, um sicherzustellen, daß nirgendwo mehr homogene Gesellschaften entstehen.

Was der Mann da sagt ist sachlich-philosophisch-anthropologisch schlichtweg FALSCH. Daß es auf den heute üblichen Mißverständnissen und Unverständnissen von "Universalität" beruht macht es nicht besser. Und schon gar nicht - und schon gar nicht! - christlicher, auch wenn der Mann es zu glauben scheint, und auch wenn es ihm alle möglichen Schmurzpruntzer aus vatikanischen oder sonstigen Hofschattengefielden so erklären.

Die Berufung des Menschen zur Universalität ist KEINE Berufung zum Aufgehen im Vielfältigen, Vereinzelten, sondern eine Berufung zur Vertiefung des Einen, denn DARIN liegt das Alles. Während die Hingabe ans Vielfältige den Verlust des Einen bewirkt. Multa sed multae, sagten deshalb schon die Römer. Das Aufgehen im Vielfältigen ist deshalb nicht Europas Zukunft, sondern sein Ende. Punkt.








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Mittwoch, 8. Juni 2016

Weiß die Allgemeinheit das?

Mit einigem Erstaunen fand der VdZ in diesen Tagen seiner Vorschreibung für die beträchtlichen Sozialversicherungsbeiträge  - er ist als "selbständig" entsprechend versichert - einen Vordruck beigelegt. In diesem faßt das österreichische Arbeistmarktservice (AMS; in Deutschland: Arbeitsamt) auf zwei Seiten förderungsmaßnahmen zusammen, die zwei Personengruppen betreffen: Die einen sind Arbeitslose aber 50 oder gar 55 Jahren. Sinngemäß gelten dieselben staatlichen Förderungen für Betriebe dann zum anderen für sogenannte "anerkannte Flüchtlinge", also Asylbewerber. Sie gelten aber auch für "Gemeinnützige Organisationen"!

Was verspricht der Staat für diese Personengruppen? Grosso modo übernimmt er mehr als 50 % von deren Lohn- und Lohnnebenkosten, ím wesentlichen befristet auf ein Jahr. Wobei man sich angesichts der durch dieses Schreiben angeregten Möglichkeiten sofort die Frage stellt, wie man diese Regelungen so umgehen kann, sie zur Dauereinrichtung zu machen, höchstens mit Unterbrechungen.

Das macht denn doch staunen. Weniger wegen der Älteren, das ist ein eigenes Problem einer sowieso hirnverbrannten Wirtschaftsdenke, die nicht einmal mehr weiß, daß persönliche Reife unbezahlbar ist. Diese Betriebe gehörten schon deshalb nicht gefördert, weil sie an ihrer eigenen Dummheit ncith nur ersticken sollten, sondern sogar müssen, denn so eine Wirtschaft braucht niemand außer der heutige Staatspolitiker und die EU-Beamteragerie, beide verdienen nur noch Verachtung.

Es macht staunen, weil es wohl kaum jemanden bewußt ist, daß wir den "Flüchtlingen" nicth nur die Segungen des Sozialstaates in erstaunlicher Höhe zukommen lassen, sondern daß diese auch bewußt auf einen Arbeitsmarkt geschleust werden, wo sie die ohnehin bereits hohe Arbeitslosigkeitsquote ohne jeden Zweifel verschärfen werden. Dieser Arbeistmarkt kann gar keine zusätzlichen Arbeitskräfte integrieren, er kann auch die gegenwärtigen schon nicht beschäftigen. 

GENAU SO wird aber jeder Asylbewerber tatsächlich zum tödlichen Konkurrenten eines heimischen Arbeitsnehmers, der sich mit einer Kon kurrenz konfrontiert sieht, die ihm ohne jeden Zweifel überlegen ist. Denn der Staat bezahlt nicht nur Asylanten Unterkunft und sicherstes Auskommen, das in der Quantität noch jeden Familienvater zum Volltrottel erklärt, der meint, er müsse arbeiten, um seine Familie zu ernähren. Nunmehr verdrängt ihn dieser Asylant sogar noch vom Arbeitsplatz. Denn ein halbes Jahr erhält jeder Unternehmer diese beträchtlichen Zuwendungen. Bis dorthin sollte auch der analphabetischeste Syrer oder Afghanbe soweit geschult sein, daß er einfache Arbeiten (und das heißt in der Regel: Industriearbeitsplätze) durchführen kann. Für die hinkünftig ein sozial anstrengender, gar anspruchsvoller Österreicher (dem es um mehr geht als nur um die paar Kröten, die er am Monatsende am Konto hat; der auch noch Mensch sein will) nicht mehr gebraucht werden wird.  Ösen an einer CAD-Stanze kann auch ein gerade einmal fünf Worte deutsch sprechender Afghane auf Späne kontrollieren und in Kartons verpacken.

Der Inländer kann sich ja ohnehin leichter am Arbeitsamt (AMS) orientieren. Immerhin kann er ja die Landessprache. Wissen sie, geneigter Leser, daß tatsächlich vor kurzem ein Funktionär der Einwanderungsindustrie so argumentiert hat? Und, geneigter Leser, können Sie sich nun vorstellen, warum die Industrie schon seit vielen Jahren auf Kußnähe zur Sozialdemokratie gegangen ist? Und, geneigter Leser, können Sie sich ausmalen, wie sich diese Gemeinnützigen Organisationen zukünftig als noch größere Arbeitgeber zum "too big zu fail" aufbauen (die Kirchen sind in Deutschland - in Österreich wird es nicht viel anders aussehen - direkt oder indirekt einer der größten Arbeitgeber), weil sie so viele Arbeitnehmer beschäftigen und damit nach Meinung der brillant scharfsinnigen Eliten in diesem Land sogar noch die Wirtschaft beleben?





*040616*

Türkei ist kein Rechtsstaat mehr (2)

Teil 2)





"Die EU nimmt, um ihr Flüchtlingsproblem gelöst zu bekommen, die Verletzung von Menschenrechten in der Türkei in Kauf," sagt der Geschäftsführer von "'Reporter ohne Grenzen", Christian Mihr, in einem weiteren Interview über die Türkei. "Die Türkei entwickelt sich [mit Deckung und Beihilfe Europas; Anm.] zu einem autoritären Staat." Anmerkung: War das nicht schon das Problem 1914ff., das Deutschland schweigen ließ, obwohl es vom Völkermord an den Armeniern wußte? Ja noch mehr: Läuft nicht auch in unsreen Ländern bereits dieselbe Bewegung zu Autoritarismus und Klassifizhierung der Opposition als Terroristische Vereinigung (und nennt sich "Kampf gegen Rechtsextremismus")?

Erst jüngst haben die österreichischen Grünen den Vorschlag zur Diskussion gebracht, die "Rechte Szene" unter dieselben Gesichtspunkte zu stellen wie den islamistischen Terror. Das kann gar nicht anders enden als in einer repressiven Totalüberwachung der gesamten Opposition, weil buchstäblich alles Wort der Opposition unter das Rastermikroskop des "Extremismus" kommt. Weil in einer Situation, in der die Staatspolitik links ist - wie heute - JEDE Opposition automatisch rechts [bezeichnet] sein muß. Das ist kein Drohbild, sondern das ist längst beobachtbare Realität. Wer nicht dem vorgegebenen, politisch opportunen Mainstream folgt, wird ja politisch nicht nur nicht ernst genommen, sondern als Fall der Psychopathologie klassifiziert. Ebenso wird als "rechtsextremes Merkmal" klassifiziert, wenn jemand ein "reaktionäres Gesellschaftsbild" in Fragen der Gleichstellung der Frauen oder Homosexualität habe.

Rückt Michel Houellebecq's Vision in "Unterwerfung" - wo er von einer Allianz der Rechten mit dem Islam schreibt - immer näher? Vorerst sieht es ja noch eher nach Raspaille's Vision einer Fremdherrschaft ("Heerlager der Heiligen") durch die Zuwandernden aus, denen das "heilige Europa" bereitwillig das Feld überläßt.










*020616*


















Vom unmenschlichen Christentum

Den Argumenten des pakistanischen Oppositionspolitikers Imran Khan kann man nicht widersprechen, sie erscheinen äußerst plausibel. Khan spricht in einem Interview auf Russia Today (RT) darüber, wie Pakistani den unmenschlichen Einsatz von Drohnen erleben. Als ehrlosen Kampf eines Feindes, der die zu Bekämpfenden wie eine physikalische Fehlmenge, wie auszurottendes Ungeziefer betrachtet, aber nicht mehr als Menschen. Dazu kommt vor allem, daß Drohnen als anonyme, nicht zu bekämpfende Handlung erlebt werden, der man ohnmächtig ausgesetzt ist, udn noch die noch dazu ohne Vorwarnung jederzeit über einen hereinbrechen kann. In diesem "Kampf gegen die Terroristen" greifen die USA auch ohne Hemmung auf pakistanische Gebiete (sogenannte "rückzhugsgebiete der Taliban") aus, und dort wiederum genau jene Gebiete, die noch in festen, traditionellen und tief verwurzelten Lebensformen verankert sind.

Selbst das Argument der Amerikaner, daß ihre Geheimdienste über so viele Informationen verfügten, daß es ausschließlich Terroristen in Afghanistan treffe, ist nicht stichhaltig. Weil es zweimal falsch ist. Erstens sind auch Terroristen Menschen und keine Krätze am Hals der Menschheit, die es nur abzustreifen gelte. Und das hat diese selbsternannte "erste christliche Nation" wohl schon endgültig verdrängt. Und zweitens sind sehr wohl immer auch "Kollateralschäden" festzustellen, weil eine explodierende Bombe ja nicht zwischen Terroristen und in deren Umgebung anwesenden Unbedarften unterscheidet. 

Eine solche Erlebenskonstellation wird in der Psychologie übrigens als Konstituenten eines "Traumas" bezeichnet: Amerika traumatisiert also in primitivem Rachevollzug ganze Völker, und das wird sich noch dramatisch beweisen. Der wahre Aufstand jener Völker und Religionsgemeinschaften, die davon hauptsächlich betroffen sind, hat noch nicht einmal begonnen.

Das amerikanische Vorgehen bewirkt vor allem nun eines: Eine blinde Wut auf die Urheber dieses anhaltenden Traumas, in dem diese Menschen leben müssen. Weil aber niemand konkret greifbar ist, kein amerikanischer Soldat der zu bekämpfen wäre, keine Schlacht die es zu schlagen gäbe, baut sich Wut auf alles auf, was annähernd "amerikanisch" ist. Und dazu gehören in allererster Linie ... Christen. Denn Amerikaner sind Christen. Christen sind Amerikaner. Was bei Freikirchen, charismatisch-protestantischen Vereinigungen ja tatsächlich zutrifft. 

Deren "Evangelisierungsbemühungen" ja nichts mehr als problematisch - dabei christlich nur in schizoidem Mißbrauch der Nominalia - und sehr weitgehend deckungsgleich mit dem "Spirit of America" sind. Deren Heilsbotschaften also einen tiefen inneren Deckungskern mit dem Amerikanismus selbst haben. "Christen" (und niemand pocht auf diese Etikettierung mehr als solche charismatischen Protestantismen) müssen also auf diese Völker notwendig als reine Bodenbereiter für den Amerikanismus gelten. Daß auch Katholiken betroffen sind muß man als "Kollateralschaden" bezeichnen, die Unterscheidung ist den Menschen ja kaum klar oder zumutbar, sie ist ja nicht einmal mehr den meisten Katholken klar, im Gegenteil unternimmt sogar der derzeitige Petristuhlinhaber alles, um die Grenzen endgültig unsichtbar zu machen.

Es ist also mit Vorbehalt zu genießen, wenn Medien von "Christenverfolgungen" berichten. Denn fast immer richtet sich dieser "Haß auf Christen" ursprünglich gar nicht gegen das Christentum selbst. Sondern gegen den Amerikanismus, der die eigene Lebensweise verdrängen will, und dabei seine Hände tiefrot in Blut und Unehrenhaftigkeit getaucht hat, der den Pakistani aber in der Form von Christen begegnet. Das gilt im besonderen auch für Indien, das derzeit eine wahre Welle an Amerikanismus erlebt, was völlig logisch zu Gegenreaktionen gerade der verwurzelten Schichten führt. Die ihre gesamte Lebensweise unterspült und gefährdet sehen, und zwar mit vollem Recht.*

Blind wird dieser Haß schon deshalb, weil die offizielle Sprechweise - Produkt der heutigen Unbildung, die sich umso mehr als "Bildung" ausgibt, mit seinen Ablauftechniken aber unreflektiert auch deren geistige, tiefere, ontologische Voraussetzungen mitschluckt wie dann weitergibt (wer eine Maschine bedient, bedient nicht einfach eine Maschine, sondern übernimmt deren geistige Voraussetzhungen, den gesamten Hintergrund, in den sie eingebettet ist) - weil also die offizielle Sprechweise ein Denken dieser tiefen und wahren Verletzungen und Eingriffe nicht mehr erfaßt. So werden ganze Völker ins Irrationale, in eine rational nicht mehr durchdringbare, ihrem Fühlen aber widersprechende Welt abgedrängt.

Daß solche Kritik nur aus den Reihen von Oppositionspolitikern in diesen Ländern kommen kann ist evident. Denn mit der Amerikanisierung der Gesellschaften ist auch eine andere Politik verbunden. Es ist jene Geldpolitik, die den Politikern ungeheure Einfluß- und Machtmittel in die Hand gibt und das Wesen der Politik grundsätzhlich verändert, weil sich auch das Ziel (etwa nominaler, allgemeiner Wohlstand, verstanden als Zugang zum und Haltung des Konsumismus) darin verändert. Das aber eine Entwurzelung der Menschen zur Voraussetzung wie zur Folge hat.







*Man könnte auf den Gedanken verfallen, daß sich über die ganze Welt eine Bruchlinie herauszubilden scheint, die genau an diesem unvereinbaren Konflikt entsteht, weil die eine Seite in ihrem Wesen aggressiv und auf Ausbreitung angewiesen ist: Dem des (immanent aggressiven) Amerikanismus mit allen seinen Implikationen und gesellschaftspolitischen Folgen, und dem der traditionellen Lebensweisen und Verwurzeltheiten, was im Kern sogar auf einen Religionskonflikt hinausläuft. Keine Frage, auf welcher Seite der VdZ da steht.




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Dienstag, 7. Juni 2016

Türkei ist kein Rechtsstaat mehr (1)

Can Dündar in einem Interview. Der Journalist war wegen Beteiligung an Terrorismus und den Verrat von Staatsgeheimnissen angeklagt worden, weil er in der Tageszeitung Cumhuriyet einen Artikel veröffetnlicht hatte, in dem er Beweise dafür lieferte, daß die Türkei die syrischen Islamisten (IS) mit Waffen belieferte und ihnen Rückzug auf türkisches Gebiet gewährte, wo sie medizinisch versorgt oder ausgebildet wurden. Sollte er ursprünglich zu zweimal lebenslang verurteilt werden, urteilte das Gericht auf 5 Jahre und 10 Monate Haft. Dagegen läuft nun ein Berufungsverfahren, das Urteil des Höchstgerichts wird nicht vor einem Jahr erwartet. 

Dündar erzählt, daß es in der Türkei praktisch keine Opposition mehr gibt. Sie wird systematisch mundtot gemacht, von der Regierung wie durch die ständige Bedrohung durch Attentate. "You can do everything in Turkey, but that is the price," sagt der Türke. Warum hat Erdogan aber so hohe Zustimmung in seinem Land? Er habe sämtliche Opposition ausgeschaltet, und wer immer oppositionelle Ansichten äußert wandert ins Gefängnis. Damit hat er die Gewähr, daß sämtliche Medien nur so berichten, wie es ihm paßt. Und so hat er sich zum Helden "einer gegen alle" stilisierte: Erdogan im Kampf gegen Europa und im Kampf gegen die restliche islamische Welt. Das imponiert den Türken. 

Erdogan führt sein Land "Richtung Osten", nicht gen Westen, wie oft geglaubt wird. Daß die Türkei Vollmmitglied der EU werden könnte ist nicht einmal wirkliches Ziel. Erdogan will vielmehr zum Führer der islamischen Welt werden. Das westliche Gesicht der Türkei - wie es Journalisten wie Dündar repräsentieren - wird von ihm bekämpft.  Und Europa steht hinter Erdogan, statt hinter diesen westlichen Strömungen in der Türkei. Das stützt Erdogan natürlich innenpolitisch enorm. Während er außenpolitisch durch die Merkel'sche Politik so großes Gewicht erhielt, daß er sich sogar in die deutschen Medien - wie im Fall Böhmermann - einmischen kann. Merkels Unterstützung für ihn hat ihn dazu ermuntert. Journalisten wie Dündar, aber die ganze Opposition in der Türkei hat immer davor gewarnt, daß man mit Erdogan nicht vernünftig umgehen kann. Nun hat die Türkei ein "Problem Merkel", und Deutschland ein "Problem Erdogan". 

Das Abkommen die syrischen Flüchtlinge betreffend war von Anfang an eine Lüge. Erdogan hatte nie die Absicht, seine anti-terroristische oder anti-demokratische Politik aufzugeben, das ist ihm viel zu wichtig. Europa hat sich aber eingeredet, daß es schon klappen würde - und das ist dumm. Merkel war in den letzten fünf Monaten fünf mal in der Türkei. Aber nicht ein einziges mal hat sie mit der türkischen Opposition oder oppositionellen Journalisten gesprochen. Die hätten ihr gesagt, daß das Abkommen scheitern wird. 

Zwar mag es schon sein, daß man den Strom syrischer Flüchtlinge stoppt, aber es wird zu einem anderen Strom von Flüchtlingen kommen: Dem von türkischen Oppositionellen und Akademikern, die nach Europa fliehen. Gleichzeitig muß es ja darum gehen, den Syrien-Krieg zu beenden. Die türkische Opposition ist sehr von Europa enttäucht, das nur seine Interessen in der Flüchtlingsfrage vertritt. Um politisch zu überleben, weil Europas Politiker von den Rechten vor sich hergetrieben werden, die eine Lösung dre Flüchtlingsfrage verlangen. Also stützt man Erdogan. Der aber gegen alles das ist - wofür nur die Opposition steht - was man als europäische Werte wie Demokratie, Meinungsfreiheit, Menschenrechte, Gleichberechtigung der Geschlechter und säkularisiertem Staat bezeichnen kann. Europa glaubt selber nicht mehr an Freiheit und Demokratie. Anders die türkische Opposition, denn über dem Land hängt eine Wolke der Angst, und um die zu bekämpfen, bräuchten wie die Unterstützung Europas.










*020616*

Von der Kunst der Gerechtigkeit im persönlichen Urteil

Man glaubt oft zu rasch, etwas verstanden, begriffen zu haben. Weil es das eine ist, einen Gedankenlauf, eine Logik intellektiv nachzuvollziehen und sogar weiterbauen zu können, weil es das nächste ist, sogar teilhafte Bewegtheitsdynamiken in sich zu beleben, zu erfassen, im Gestalthaften des anderen zu übernehmen gar, indem man ihm noch weiter sogar Teilautorität zuerkennt oder von einer solchen erfaßt wird.

Aber es ist ein anderes, ein völlig anderes, die Gesamtheit eines Menschen zu erfassen, und sich somit von seiner Gesamtdynamik - die ein ganzheitliches Geheimnis ist und immer bleibt - bewegen zu lassen. Erst daraus aber ließe sich jenes "Herz", jenes Zentrum eines Denkens und Wesens eines Menschen erfassen und verstehen, denn es ist das Licht, das allen Teilen ihren Platz in einer Gesamtordnung zuweist. Und dieses erst dann wirkliche Verstehen, das eine Teilhabe an dieser Mitte des anderen ist, aus DER HERAUS erst die Teile, Einzelaussagen, Teillogiken etc. erfaßbar sind (die ohne ihren Platz im Ganzen ja immer falsch weil unvollständig sind) ist wiederum in Wirklichkeit eine Selbstüberschreitung auf eine gewissermaßen formale, gestalthafte Autorität und Person, ist das Einnehmen eines Platzes dieser gegenüber, der einem Aufnehmenden erst gerecht würde, als Hörender, ja eigentlich überhaupt nur im Gehorsam.

Wieviel Fehleinsschätzung, wieviel eigener Irrtum (indem man eigene Auswahl und Ungewichtetheit sogar mit der Gesamtautorität des anderen, zu Hörenden bzw. Gehörten tauft) und wieviel Fehlurteil über diesen anderen folgt aus diesem Fehler. Der so nebenbei auch das gesamte "Bildungswesen" unserer Zeit wie ein alles durchdringender Krebs durchwuchert hat, das einen Hörenden vorsieht, der das Gehörte nur noch auswertet, als bräche er aus einem Steinbruch gerade benötigte Steine heraus.

Letzteres Verhalten - die Steinbruchtaktik, eine Art Eklektizismus - mag da oder dort ihre Berechtigung haben, das sei meinetwegen unbenommen. Aber der Hörende, der Verwender möge sich doch bitte kein Urteil über das Insgesamt zugestehen, aus dem es stammt. Urteil? Ja, denn natürlich muß jeder ein Urteil treffen, denn erst darin vermag er seine Position, seinen Ort zu definieren, soferne dieser noch nicht vorgegeben oder erkannt ist. Etwas, das besonders in einer Zeit, in der gesellschaftliche Ordnungen aufgelöst, jederzeit veränderbar sind, oder Institutionen so flächendeckend von Usurpanten besetzt werden, natürlich besonders notwendig ist. 

Erst so nämlich, in einer Einordnung von Gehörtem wie Hörendem in ein Insgesamt eines Beziehungsfeldes gewissermaßen, kann sich ein Geist überhaupt erst zu seinem Möglichen (und: Ewigen) entfalten. Etwas, das dem, der sich leichthin dem anderen "gleich" dünkt, als Recht, als Anspruch apriori, oder gar aus Verstiegenheit und Selbstüberschätzung, immer verschlossen bleiben muß. Dazu wiederum ist aber eine genaur Prüfung, ein genaues Hören des Vereinzelten erste Voraussetzung, denn im Vereinzelten, je nur Teilhaften steckt immer auch eine Kunde vom Ganzen.

Alles Vereinzelte, dessen Entstehen und Grund oft in vielen sehr spezifischen Bedingtheiten zu suchen ist, ist also ein Weg zur Mitte, und zwar jeweils eben einer der vielen und oft verschlungenen, verschiedenen Ebenen zugehörigen Wege, die letztlich aber in einem Punkt zusammenführen müssen. Mit einer klugen Haltung auch der Dichotomie jedes Menschen gegenüber, der immer zugleich Maske (als aufgabenbestimmender Ort von Antwort) und deren Träger in persönlichen Verfaßtheiten ist. Nur auf letzteren kann sich auch das Gebot einer statthaften Barmherzkigkeit erstrecken, wo jemand Maske (Rolle) und Träger noch nicht in einem Punkt zusammengeführt hat - in der Persönlichkeit.*

Aber es geht um eben diese Mitte des Personseins als Ausweis und Träger seines Platzes in der ewigen Ordnung, seiner Würde. Und um sie zu erfassen (als Ansatz einer Teilhabe in der wahrhaftigen, gerechten Beziehungsweise) muß dann nicht einmal ein quantitativ "alles" vom anderen gekannt werden. Es ist aber eine hohe Kunst, ein Geschenk einer hohen Intuition (die ja auch nicht einfach "vom Himmel fällt"), zu der sich nicht viele verstehen, und zu deren Ausübung und Ausbildung es zum mindesten viel gereifte Erfahrung braucht. Sie erlernen zu wollen fordert deshalb jene Scheu und Vorsicht, wie sie immer mit einer Berührung eines Geheimnisses verbunden ist.

Dann aber ist es sehr wohl möglich, ja sogar notwendig, über die Mitte eines Menschen jenes Urteil zu fällen, das eines Position zu diesem im Rahmen einer Beziehungsdynamik, eines ontischen Beziehungsbildes bestimmt, und eine Einschätzung der Person möglich macht, die sich selbst durch diesem Urteil scheinbar widersprechende, oder gar in täuscherischer Absicht getätigte Äußerungen und Wirkungen dieser Person nicht in ihrer Haltung zu dieser irritieren läßt. Ja, diese Festigkeit ist sogar das entscheidende Momentum dessen, was man Persönlichkeit nennt. Zu der allein zu stehen, an der festzuhalten, auch bei Anfechtung und Irritation und Widerspruch, nicht Merkmal sturer Vernageltheit ist, sondern überhaupt erst Persönlichkeit konstituiert. 

Denn erst hier beginnt das Moment der Verantwortung und der Freiheit. Hier beginnt also der Mensch, die Person. Sie beginnt in der Einsamkeit, sie beginnt im verantworteten Urteil und im Mut zum Gericht.





*Wenn so wie heute so katastrophisch allgemein üblich das Tragen einer Maske, das Besitzen eines Ortes abgelehnt, ja gar verteufelt wird, weil alles widerrufbar, folgenlos, flexibel und relativ sei, kann man deshalb gar nicht mehr von Persönlichkeit und Identität sprechen. Selbst ein Widerruf eines ungerechten Urteils wird erst dort zur Größe und Persönlichkeit, wo der Träger den Bereich des Ortes nicht verläßt, ja den Ort gerade im Widerruf schützt und heiligt, den er sich im persönlichen Fehler eben nicht angeeignet hatte, sodaß sein Irrtum die Maske beschädigt hat.





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Aufforderung zur Bösartigkeit

Es ist eine Drohung, wenn die Bild am Sonntag schreibt: "Wenn es Merkel [et al.] nicht gelingt, die Bürger von der Richtigkeit ihrer Politik zu überzeugen, werden diese 2017 andere wählen. So funktioniert Demokratie." Aber die wirkliche Drohung liegt nicht in der Androhung an Merkel, abgewählt zu werden. Sondern in dem Satz "wenn sie es nicht schaffen die Bürger zu überzeugen".

Denn was kann das anderes bedeuten als einen Aufruf, die Menschen endlich hinreichend zu manipulieren, zu täuschen, "zu überzeugen", fehlzuinformieren, egal - sie müssen nominell der Merkelschen Politik zustimmen? Vielleicht durch noch mehr Appell an irrationales Sentiment durch ergreifende Kinderbilder oder gestellte Photographien über arme Flüchtlinge auf wackeligen, lecken Holzbooten? Was kann das anderes bedeuten als Großaufträge an PR-Agenturen, das Land mit manipulativen und jeden Gegner verleumdenden Aussagen zu überziehen, Fakten zu ignorieren oder gar zurechtzulügen und hartnäckig Lügen zu behaupten?

Nein, so funktioniert Demokratie NICHT. Ja, so wurde sie mißbraucht, gewiß, so wird sie auch schon lange verstanden. Als Projekt der Propaganda, mit dem Ziel, Propaganda-Proletariat zu schaffen.

Aber ein richtiger, ein guter Satz könnte nur so lauten: 

Wenn sie nicht eine Politik machen, Frau Merkel, die die Bürger überzeugt, dann ... Und nachdem das die derzeitige Politik nicht macht, muß sie geändert werden.

Der Satz in der Bild-Zeitung kann aber nur als bösartige Androhung an die Bürger gerichtet aufgefaßt werden.





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Montag, 6. Juni 2016

Filmempfehlung - Wie Parteienwahlen mittlerweile funktionieren

Sie ist das Übel der Parteiendemokratie - Propaganda. Sie ist nämlich das Wesen der Abstraktion, dei parteien bedeuten. Die Zuspitzung auf Ideen, auf Meinungen, auf Zweitwirklichkeit. Man ahnt es,  man weiß es irgendwie. In "Our Brand is Crisis - Die Wahlkämpferin" mit einer phantastischen Sandra Bullok (übrigens: auch fraulich berückend wie noch nie) erhält der Laie, der "normale Wähler" einen ersten Einblick und der etwas Eingeweihtere eine Ahnung, was in Wahlkämpfen mittlerweile wirklich passiert.

Man beginnt zu begreifen, warum sich die Parteien "Spindoktoren" aus den USA um viel Geld engagieren und einfliegen lassen. Die mittlerweile - was der Film zeigt stimmt rein sachlich tatsächlich - rund um die Welt "demokratisch eWahlen" steuern und beeinflussen. Denn die verstehen ihr Geschäft, das auf ein ungeheures Arsenal technologischer Mittel, internationaler Vernetzung und psychologicher Forschung zurückgreifen kann.

Dabei ist der Film über eine Präsidentschaftskandidatur in Bolivien nur ein sehr reduzierter Einblick. Das Medium Film läßt eben nicht mehr als zwei, höchstens drei Plotkitzler - Kontrapunkte zum eigentlichen Handlungsstrang, der hier lautet: Wie schaufelt man einen hoffnungslos zurück liegenden Kanditaten zum Sieger in Wahlen - zu, mehr ist nicht transportierbar, das ist im Theater nicht wesentlich anders, obwohl sich dort noch deutlich mehr transportieren läßt. Es sind in der Realität aber nicht die zwei, drei großen Drehs, die man anwendet, im Gegenteil, es sind dutzende, hunderte. Den Rest vergißt der Zuseher einfach, er selektiert unbewußt, und alles Zusätzliche wird deshalb dramaturgisch nicht wirksam. Denn Dramaturgie, Katharsis funktioniert nur über Erinnerung und in ihr Identifikation.

Die modernste Entwicklung (die viele noch immer nciht begriffen haben, das muß man auch dder FPÖ vorwerfen, deren Wahlkampf im Vergleich zu dem der Roten wie Handarbeit im Vergleich mit CAS-Maschinentechnik wirkte) ist dabei die Taktik der tausend Nadelstiche - im Umfeld. Man geht das Ziel nicht mehr direkt an, das ist Schnee von vorgestern. Man attackiert einen Gegner nicht mehr direkt, das ist lediglich ein punktuell notwendiges Übel, das man halt auch betreibt weil es natürlich sein muß, als äußerste, dünnste Membrane einer Weichenstellung hier oder dort. Und man muß es sogar hochstilisieren, um den Wähler glauben zu machen, er handle strikt rational.

Man trocknet die Böden der Gegenargumente und der Gegner aus. Ganz langsam, Stück für Stück, Wählersegment um Wählersegment. Wer davon ein bißchen verstehe, konnte das im letzten Wahlkampf in Österreich um die Bundespräsidentschaft mitverfolgen. Ein direkte Gegnerschaft, ein Aufblasen Hofers zum Gottseibeiuns, hätte der Kampagne van der Bellens nur geschadet. Also steckte man sein Umfeld ab. Hier hat man in Österreich schon in den letzten Wochen vor dme Wahlgang zur Stichwahl bemerken können, daß der FPÖ die Ideen ausgingen. Irgendetwas hat sie erlahmen lassen. Das war bei van der Bellen anders. Und er hat die Wahl in der allerletzten Woche gewonnen, dessen ist der VdZ sicher. Als Hofers Spindoktoren endgültig Ermüdungserscheinungen zeigten. Lüge? Ach, was zählt da Lüge, wenn der Zweck "richtig" ist - die Welt zu retten? Man inszeniert einfach eine Krise des "alles oder nichts" herbei! Die FPÖ konnte darauf nicht mehr antworten.

Und wie im Film hat auch in Österreich schon einen Tag nach der Wahl der rotgrüne Kandidat jede Zurückhaltung und Vorsicht, mit der er unter kräftiger Abstimmugn mit den Medien zuvor schwer punkten konnte - van der Bellen gelang es ausgezeichnet, seine ursprünglich radikalen dunkelroten Positionen vergessen zu machen, ja fast meinte man schon, er widerriefe sie - aufgegeben, und ist zu seinem Ausgangspunkt zurückgekehrt: Dem Kampf um die Aufrechterhaltung des Establishments,  das nämlich fundamental links ist, den Kampf um die Niederringung der Kräfte der Veränderung. Die Wähler wußten gar nicht, was ihnen geschieht, wie im Film. Denn es ging nur ums Ergebnis. Da waren die Blauen zu grün hinter den Ohren, die Grünroten hingegen sind ihrer Natur nach behaviouristisch.

Der Film ist gut. Er ist beileibe nicht erschöpfend, er zeigt beileibe nicht alles, was da sonst noch möglich ist und passiert. Er zeigt beileibe nicht, wie fortgeschritten die Propaganda mittlerweile ist. So fortgeschritten, daß dem Leser das Gehirn stocken würde, würde er alles kennen, was die Gehirnforschung und eine extrem wache, pragmatisch-behaviroistuische Psychologie (aus den USA) mittlerweile an Manipulationsfeinbesteck ausgearbeitet hat. Die viel, enorm viel schon um das Wesen von Urteilen weiß, die nämlich auf Stimmuingen aufruhen, die aus ganz anderen Bezirken stammen. Sie glauben, Sie lesen ein Kochrezept über Spargelrisotto in den zarten Iden des Mai? Na daß sie sich nicht täuschen tun ...

Darf das sein? Muß das sein? Soll das sein? Der Film macht es sich einfach, und das ist sein einziger Schwachpunkt, wenn auch nicht ganz in der Holzhammermethode etwa eines Spielberg, die in Sentimentaliät triefend enden. Diese Logik ist im Film gegen Schluß zu vielschichtig angerissen, ob gewollt oder nicht. Der Schluß blieb zu kurz, um ihn emotional und damit dramaturgisch vertiefen und befriedigend ausdiskutiert beenden zu können. Sodaß man in einer Volksrebellion dieser gezeigten Art auch objektiv Positives erblicken könnte. So bleibt er nur Popcorn mit Cola für Linke, die sowieso immer wußten, daß alles so ist. Das signalisiert ja auch die Besetzung mit Sandra Bullock - denn DIE kann am Ende ganz sicher nicht so skrupellos sein, wie sie eigentlich sein müßte, man weiß es schon am Anfang. Was dem Film viel nimmt, man merkt es erst später. Wie er überhaupt in der Handlung viel schuldig bleibt. Zu sehr geht es den Filmemachern um das "Sagen": Seht, wie korrupt alles ist! Aus der Handlung, aus den Charakteren selbst geht die gewollte Aussage nicht wirklich hervor. Aber es ist ja schon lange etablierte künstlerische Katastrophe, daß die Zuschauer gar nicht mehr "beim Film" sind, sondern zweitwirklich Aussagen über das Gesehene drüberstülpen und zufrieden sind, wenn es irgendwie bestätigt wird. Künstlerisch wertvoll ist der Film also nicht.

So nebenbei: Es ist augenfällig, daß Hollywood schon sehr lange die Mechanismen einer Demokratie dadurch in Frage stellt, als es zur Behebung der realen, faktischen Schäden durch Böse völlig undemokratische Moralhelden zeichnet, die gegen alle Gesetze durchziehen. So verhält sich die USA ja schon lange auch außenpolitisch.

Tatsache bleibt dennoch, daß der Film in vielem Gezeigten (zumindest rational) sehr glaubwürdig ist und ahnen läßt, wie heute Wahlen auch bei uns stattfinden. Und er liefert damit einen nicht unwesentlichen Beitrag zu einer lange schon notwendigen Reflexion über die parteienbasierte Demokratie, auf die wir angeblich so stolz sind, ohne meistens überhaupt noch zu wissen, wovon die Rede ist. Daß der Film angeblich auf wahren Begebenheiten rund um die Wahlen in Bolivien im Jahre 2002 beruht überrascht nicht. Pars pro toto!

Trotz allem also: Eine Empfehlung fürs Kino!

P. S. Eine gut verfaßte eingehendere Filmkritik, die neben politischen Hintergründen auch in Geschehen rund um Produktionsüberlegungen Einblick geben, findet der geneigte Leser auf Salon.com.









*250516*

Das kann kein Vernünftiger glauben

Allen Dingen ist das Streben inne, ihrem Schöpfer gleich zu sein, so gut sie es vermögen, denn was liebt bejaht grenzenlos, und das heißt NICHT: ohne quantitative Grenzen, im Zerfließen, im Gegenteil: Weil nur ETWAS geliebt werden kann, kann nur etwas in Grenzen geliebt werden. Und es nimmt im Erkennen, das allem Lieben voraus geht, das Objektivierte, das andere Etwas, in sich auf, und liebt es "dort", indem es zugleich sein Außensein erfaßt. Alles was etwas ist, alles was also ist (das nur ist weil es ein Etwas ist), will deshalb im Bestand bleiben, will bleiben. "Jede Liebe sucht Ewigkeit."

Was so abstrakt klingen mag, ist in Wirklichkeit eine Beschreibung des Wesens der sogenannten Wärmeinseln, also menschlich gestalteter Umgebung. Die eben aus Etwassen, aus Dingen besteht. Diese Dinge - so wie jedes Ding - brauchen aber zu ihrem So- und Etwas-Sein Energie. Sie zerfallen sonst, was die Physik auf bemerkenswerte Weise bestätigten kann. Und sie haben alle, in je unterschiedlicher Fähigkeit, das Streben, diese Energie auch zu bewahren, und bringen in ihrem Selbstsein - das ein Akt ist, ja bei Lebendigem sogar ein Verbrennungsakt - Wärme hervor. Die wiederum an die Umgebung übergeht, weil sich alles was Etwas ist auf eine Gestaltung des es umgebenden Außen bezieht. Was ist will wirken! 

Deshalb ist es eine unausweichliche Folge, daß sich in menschlichen Umgebungen auch die Temperaturen erhöhen. Wenn das dem Menschen nicht gelingt, ist die Gefahr groß, daß er diese Umgebung wieder verlassen muß, weil sei ihn nicht oder nur mit größter, ständig zu erneuernder Mühe überleben ließe. Könnte der Eskimo (machen wir es ganz simpel) die Luft in seinem Iglu nicht so erwärmen, daß sie relativ konstant bleibt und nur wenig laufenden Unterhalt braucht, könnte auch im hohen Norden niemand überleben, gäbe es dort keine Menschen.

Aber diese Erwärmung bezieht sich immer - ausnahmslos! - nur auf die direkt von diesen Etwassen (Mensch, Tiere, Pflanzen, ebäude, Straßen, etc. etc.) durchwirkt wird. (In gewisser Weise: von ihm besessen wird.) Die Sphäre seiner Erwärmung endet dort, und geht wie alles Etwas-sein in eine Grenze über, wo es vom Umgebenden schließlich übernommen, besessen, dominiert wird. Es gibt deshalb die ungebrochene Linearität, wie sie der Klimakatastrophik zugrundeliegt (!), überhaupt nicht. Aus der aber Denkmodelle erwachsen sind, die sich die Erde als solche Linearität bloßer physikalischer Mechanik (ohne das Wesen von Dingen als Ding-sein, als Etwas-sein zu berücksichtigen) vorstellt. Daraus folgen dann solche völlig irreführenden weil falschen Bilder wie jenes, das die Erde als "Badewanne/bath tube" sehen will. Wo eine Ursache sich grenzenlos und ungebremst linear bis an den Rand des Ganzen auswirkt, also die Erde "kippen" kann. 

Die Erde ist aber keine Badewanne durchgängiger physikalischer Eigenschaftlichkeiten, wie die homogenen Inhalte einer Badewanne. Physikalische Eigenschaften haben immer (!) mit den Dingen zu tun, nie mit dem "Ganzen". Eine Erdtemperatur wie die einer Badewanne (wobei sogar die keineswegs homogen ist, wie jeder Badefex feststellen kann) gibt es überhaupt nicht, und kann es gar nicht geben.

In Wahrheit ist die Erde ein gigantisches Zueinander von "Etwassen", die mal mehr, mal weniger bedrängt oder in ihrem räumlichen Umfang (Raum ist eine Bedingung AUS Etwassen! also selbst die Raumvorstellung der Klimakatastrophiker ist falsch, und im übrigen nicht am Stand der Physik) verändert werden, durch die Begegnung, aber in ihrem Selbstsein niemals "verschwinden" weil linear von den physikalischen Gegebenheiten eines anderen Etwas durchdrungen werden. Was im übrigen zu einer völlig homogenen Eigenschaftlichkeit der Erde hätte führen müssen. Und davon kann ja wohl keine Rede sein.

Deshalb ist eine "globale Klimakatastrophe" schon prinzipiell überhaupt nicht möglich. Es kommt zu Verschiebungen, es kommt zu Erweiterungen oder Einschränkungen von Zonen, ja, aber ihre Gesamtbilanz wird immer gleich bleiben. Auch in der Rechnung von einströmender Sonnenenergie und -strahlung und der Abstrahlung ins Weltall. Sogar in der Rechnung Verbrennung durch den Menschen und Verbrennungsstoffen, wo es bestenfalls zu kurzfristigen Unausgewogenheiten kommen kann. Zu mehr ist der Mensch aus "fehlgebildetem Eigenwillen" nämlich gar nicht in der Lage. Er KANN keine Parallelwelt hervorbringen, die der geschaffenen Erde und Welt auch nur im entferntesten so starkes Gegengewicht sein könnte, daß die Schöpfung "kippt", also zerstört wird. Die Schöpfung als Ganze ist überhaupt nicht auf der Wirkebene des Menschen! Seine Wirkebenen sind immer höchst begrenzt, und hängen mit seinem Geist, und damit seiner Verortung, seinem Wirkkreis zusammen. Der sich nicht einfach linear mit erweitert, weil bei dem von ihm entfachten Lagerfeuer Rauch aufsteigt. Es ist der Verkennung der Technik zuzuschreiben, daß viele Menschen das heute glauben. Aber sie irren, und sie irren gewaltig. 

Der Mensch als Krone der Schöpfung heißt NICHT, daß er die Erde in der Hand hält wie der Kaiser auf Statuen den irdischen Ball. Auch dort wäre es fehlverstanden, und so war es auch nie gemeint, weil es sich immer nur auf menschliche Kultur bezog. Sondern bezieht sich auf seine innere Umfassendheit, niemals auf eine "Allmacht" über die Erde. Es ist blanker Größenwahn, hat darin nicht wenig von allen möglichen gewollt implantierten Bildern (wie dem prinzipiell aberwitzigen "Atomwahn", einer rein der Politik und deren Machtinteressen zuzuschreibenden Fehleinschätzung selbst der Atombombengefahr etwa aber nicht nur als Moment des Kalten Krieges, der leider so viele aufgesessen sind) wenn der Mensch überhaupt nur für möglich hält, er wäre in der Lage, "die Erde" durch sein Verhalten in eine Katastrophe zu treiben, die mit dem Schöpfungsplan nichts mehr zu tun hätte, Gott gewissermaßen die Erde "aus der Hand nimmt".

Wie einem Katholiken, wie es einem Menschen mit noch halbwegs gesundem Menschenverstand (als Sockel des Katholizismus, gewissermaßen, auf dem Katholizismus nämlich aufbaut, ja den er haben MUSZ) überhaupt möglich und denkmöglich sein soll, an eine Klimakatastrophe zu glauben, ist für den VdZ also überhaupt nicht nachzuvollziehen. Das kann - der einzig mögliche Schluß - nur dann der Fall sein, wenn er eigentlich nicht glaubt. Oder völlig geistig verwirrt ist (was meist mit Verhängungen in rein weltliche Abhängigkeiten zu tun hat, die er nicht loszulassen wagt, vielleicht auch aus falschen Verstandesmomenten, vielleicht etwa aus irrationalen Ängsten, und die Klimakatastrophik arbeitet ja massiv mit solchen Ängsten), sodaß sein Verstand mit dem eigentlichen Welterfahren nicht mehr in Einklang zu bringen ist.

Alles so oft kolportiere Gerede von einem angeblich aufgetragenen "Bewahren der Schöpfung" ist deshalb einfach unfaßbar dummes Geschwätz. Den die Aufgabe des Menschen ist niemals, "die Schöfung zu bewahren", sondern sie zum Ruhme Gottes auszufalte, so gut er es auch nur vermag - in der genuin menschlichen Form, der Anbetung, des Kultes, und damit der Kultur. Durch HInwendugn und Hingabe an die Dinge, die er im Geist Gottes zu handhaben hat, weil sie auf ihn ausgerichtet sind, und von ihm in eine Ordnung des Geistes gebracht werden wollen.

Und das kann und soll und muß der Mensch dort tun, wo er hingestellt ist - als Bäcker, Fleischer, Wunschzetteldrucker oder Caterpilarfahrer oder Staatenlenker, wo er das Wesen des ihm zugestellten Dinges und Aufgabenkreises erfaßt und dieses in Bescheidung und Dienmut an der Begrenztheit an seinen letzten ausreizbaren Punkt treibt, seine Gegebenheiten und Möglichkeiten (denn darin liegt der Wille Gottes) bis an den Anschlag vollzieht. Aber etwas verändern zu wollen, das gar nicht in eines Wirkmacht gestellt ist, dabei Geistiges oder gar nur Begriffliches zu verdinglichen, das aber gar nie Objekt direkten menschlichen Handelns sein kann, ist schlicht und ergreifend Vermessenheit, Dummheit und Hochmut.

Nein. Du Caterpilarfahrer, Du baggere mit aller Sorgfalt, und Du Staatenlenker lenke den Dir zugeteilten Staat mit aller Sorgfalt und Liebe und Gewalt zu seinem immer weiter ausgeformten Eigensein. Der Rest liegt in Gottes Hand! Und ohne dies, genau dies zu wissen, ohne dieses letzthinnig notwendige Vertrauen, wirst Du auch nie ein gottgefälliger Caterpilarfahrer oder Staatenlenker sein. Denn genau durch dieses Vertrauen, daß Gott das Ganze fügt, stellst Du erst Dein Wirken in seinen Willen und Geist. Den zu kennen des Menschen Vorstellungsvermögen nicht einmal annähernd hinreicht, weil eine völlig andere Kategorie ist.





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Globalsierung wurde nie durchdacht

Es ist erwähnenswert, weil es einen Umstand berührt, den man gemeiniglich heute zu wenig bedenkt. Da hat ein chinesischer Anleger versucht, eine der größten australischen Viehfarmen, die mit einer Fläche von 100.000 km2 so groß ist wie Österreich und Südtirol zusammen, zu kaufen. Fast wäre es schon zum vertrag gekommen, da schaltete sich das australische Landwirtschaftsministerium ein und untersagte das Geschäft. Grund? Weil damit nationale Interessen berührt würden.*

Völlig richtig. Denn was man übersieht ist, daß Handel immer auch eine Berührung von Völkern und Nationen ist. Kommt es zu größeren Eigeninteressen von Geschäftsleuten in einem Land, ist fortan dessen Politik immer auch eine Frage der nationalen Interessen des Geschäftsmannes, weil Bürger dieses fremden Landes. Was immer Australien also hinkünftig ím eigenen Land gemacht hätte - es hätte sehr rasch die Interessen Chinas weil seiner Bürger mit berührt. Und das kann ein Land nicht einfach so hinnehmen, das muß gut erwogen werden. Sonst muß sic Australien gefallen lassen, zukünftig gewisse chinesische Interessen gleichermaßen einzukalkulieren. Und die politische Lage in Südostasien ist ohnehin von gewisser Brisanz gekennzeichnet.

Was vielfach als großer Segen globalisierten Kapital- und Warenverkehrs gesehen wird, ist also von weit größerer Tragweite, als eine rein liberalistisch-kapitalistische Betrachtungsweise überhaupt zur Kenntnis nehmen kann. Denn plötzlich wird ein rein innerstaatlicher Akt - nehmen wir an: Auflagen für gewisse Branchen, Einschränkungen oder Qualitätsforderungen, was auch immer - zu einem Fall für die Diplomatie, im schlimmsten Fall für ein angespanntes Verhältnis zweier Staaten.

In beide Richtungen. Durch diplomatischen Druck AUF das Gastland, das für seine Politik plötzklich über ganz andere Druckmittel verfügt (Androhungen von Entlassungen, Kapitalabzug, etc.), wie auf das Land der Investoren (Enteignungen, Vermögensbeschlagnahmen, etc.), um nur ein Beispiel zu nennen. Und die Geschichte sollte doch ausreichend lehren, daß darauf oft die handfestesten Kriege folgen. Keineswegs kann also davon die Rede sein, daß internationale Geschäftsbeziehungen automatisch "Frieden" nach sich ziehen. Eher ist sogar das Gegenteil der Fall: Sie schaffen heikle Berührungszonen, weil jeder Bürger immer auch als Bürger eines Landes auf der Welt ist. 

Wenn heute Chinesen Afrika vom Süden her aufgerollt und wahrlich riesige Landflächen bewirtschaften so ist das keineswegs ohne politische Relevanz. Vielmehr hat sich China dadurch bereits bis zur arabischen Halbinsel vorgearbeitet, und hat durch seine Investitionen nunmehr bereits direkte politische Interessen in fast ganz Afrika. Denn selbstverständlich hat ein Staat das Recht, ja sogar die Pflicht, die Interessen seiner Bürger im Ausland zu schützen.

Oder Staaten nutzen die Wanderkapitalien direkt - erst vor wenigen Wochen wurde publik, daß Saudi Arabien in der Außenpolitik der USA schon deshalb eine Sonderstellung der Unantastbarkeit genießt, weil die saudischen Investitionen in US-Schatzanleihen mit 750 Mrd. Dollas systemrelevant für die USA selbst sind. Als die USA einen kleinen Richtungsschwenk in der Nahostpolitik riskieren wollte, zuckte Arabien nur mit dem kleinen Finger - und drohte, die Anleihen zu verkaufen, was unabsehbare Folgen frü die amerikanische Wirtschaft gehabt hätte. Und schon kuschten die Amerikaner.

China hat mittlerweile ebenfalls schon weit über eine Billion Dollar in den USA investiert, sein ganzes Rentensystem basiert sogar auf diesen Investitionen. Glaubt wirklich jemand, daß das keine politischen Konsequenzen hat? Was glaubt der Leser warum die USA 2008 überhaupt keine Alternative zur Rettung seiner maroden Banken hatte? China hätte gigantische Summen verloren. Der amerikanische Bankenkrach hatte höchste politische Brisanz. China, Deutschland, Frankreich, ... Amerikas Außenpolitik, seine globale Stellung, wäre mit einem Schlag schwerstens ramponiert, wenn nicht ausgelöscht, die Karten völlig neu gemischt worden.²

Und wenn der türkische Premierminister Erdogan die vier Millionen Türken in Deutschland als "Teil der Türkei" bezeichnet - dann hat interessanterweise sogar der Türke Recht. Die Zuwanderung IST ein diplomatisches Faktum, nicht einfach eine Marginalie eines zufälligen Wohnsitzwechsels von 2000 km. Denn die Auffassung eines Staates als Territorialprinzip ist keineswegs die ursprünglichere, sie ist eine zweckorientierte Kunstschöpfung, die aus gewissen Absichten - die nicht immer lauterer Natur waren und sind! - behauptet wird. Die aber irgendwann immer mit der ursprünglichen, ja ontologisch eigentlichen Staatsauffassung als Personalprinzip in Kollision kommt. Wo also Land immer den Menschen und seinem Lebensvollzug und seinen Möglichkeiten zugeordnet wird. Selbst die Vermessungseinheiten - acre oder ar, Joch, Hektar, Morgen, Hufe ... - beziehen sich auf diesen Zusammenhang. 

Über den hier schon mehrmals auseinandergesetzt wurde: Eigentum, Besitz ist immer eine Frage der Persönlichkeit als der Wirklichungserstreckung eines Menschen. Das betrifft auch Land. Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis das Territorialprinzip versagt und im Personalprinzip wieder aufgefangen wird, sofern dies nicht schon durch Vereinzelung seiner Bürger völlig erodiert ist.** Denn Land, Eigentum und damit Recht ist immer den Menschen zugeordnet, nicht umgekehrt. Und ein Staat ist in seiner Ontologie die Einheit eines sich damit in der Institutionalisierung selbst aufhöhenden Staatsvolkes als Geflecht von Bürgern und deren verbindlicher Beziehungen, deren umittelbare Lebensinteressen auch in Eigentum münden.

Und aus genau diesem Grund ist die Zuschreibung von Land an ein Volk hostorisch RELATIV. Landanspruch variiert mit der Stärke (auch: Zahl) und Kultur eines Volkes. Sie ist nicht in Territorialzuschreibungen ein für allemal bzw. generell zu verabsolutieren, sondern hängt mit der Tiefe und Art der Beziehung dazu (auch etwa im Bedarf eines Nachbarvolkes) zusammen. Deshalb war es keineswegs prinzipielles Unrecht, Ureinwohnern in Amerika, die durch extensive Wirtschaft kein wirkliches Eigentumsverhältnis zum Land entwickelt haben, Land das sie "zufällig" durchstreiften gewissermaßen "wegzunehmen", indem es ein Zuwanderer, der es künftig intensiv bewirtschaftete und kultivierte, für sich beanspruchte.

Die Geschichte lehrt auch (man denke an die recht gut zu überblickende Situation um Landeigentum im römischen Kaiserreich), daß das Territorialprinzhip (auch im sogenannten Privateigentum) über kurz oder lang immer scheiterte, wenn es sich vom Personalprinzip allzu sehr entfernte. Nur letztere sichterte die Produktivität des Landes. In unseren Breiten ist überhaupt so etwas wie "Landeigentum" im heute verstandenen, abstrakten, bedingungslosen Sinn erst mit der Renaissance und ihrer abstrahierten Art, die Welt auf Modelle und Raster umzubrechen, so richtig aufgekommen, und hat in vielem die Grundlage für den kapitalistischen Kolonialismus der Moderne, ja überhaupt für den Kapitalismus bedeutet. (Der - noch einmal sei es betont - mit einem "Freiem Markt" nur am Rande zu tun hat, sondern diesen höchstens benutzt.)

Diese Tatsache des letztendlichen Personalprinzips auch dort, wo es sich als Territorialprinzip ausgibt, ist nicht zuletzt der eigentliche Hintergrund hinter der sogenannten "Flüchtlingskrise Europas" der letzten Jahre - der Widerstand in der Bevölkerung ist ein solches Durchschlagen des Personalprinzips als Grundlage selbst in sich so bezeichnenden Territorialstaaten, ohne das es einen Staat gar nicht geben kann.

Was damit gesagt werden soll: Die Sache ist weit komplizierter und brisanter, als die Holzköpfe blindfaselnder "Globalisierung!"-Schreier ahnen, deren Horizont nicht über den Rand des Kontoauszugs hinausgeht und in Krisen von andern verlangen, daß sie ihre Interessen schützen. Und die Australier haben genau deshalb darauf reagiert. Was nämlich für China relevant ist - eine Farm mit 100.000 km2 und 180.000 Rindern -, ist es genau deshalb auch für Australien. Das gegen einen Kuhstall in Bornsville bei Canberra mit 30 ha und 38 Färsen vermutlich kaum eingeschritten wäre, selbst wenn der neue Besitzer darauf mit seiner Winchester Schießübungen an jedem Wochenende durchgeführt hätte, und Rindfleisch-Szechuan extrem scharf und mit vergammelter Braunschlange angereichert liebt, was sagen wir extrem unaustralisch wäre.

In Zeiten des Friedens mag Internationalisierung, internationale Arbeitsteiligkeit der Wirtschaft also durchaus den Frieden durch Wirtschaftsbeziehungen vertiefen. Aber in Zeiten der Krise wird es Konflikte noch brisanter machen, und schneller zur Eskalation treiben. Und die Geschichte elehrt, daß noch jeder Friede nur die Zeit zwischen Kriegen gewesen ist. Woher der Optimismus stammt, daß das plötzlich nicht mehr so sein soll ist dem VdZ schleierhaft. Denn der Mensch hat sich nur in der Science Fiction von Hollywood geändert.

Die Globalisierung der Weltwirtschaft, die Verschränkung von immer mehr je lokalen, partikularen, nationalen Interessen damit (und seien sie oft noch so klein) hat also noch viel weitreichendere Konsequenzen, als dies bislang bedacht worden ist. Und während es gut geht so lange es eben gut geht, geht es viel schlechter, sobald etwas schief geht. Weil sich mti den verschränkten, komplexeren Interessenslagen je eigenständiger, reaktiver Teile hochkritische Systeme aufbauen, die zugleich ihre Berechenbarkeit verlieren. Und man weiß aus der Kinetik, daß in solchen Systemen ein Megaausbruch aller Risikofaktoren praktisch mit Gewißheit angenommen werden muß, die Frage ist nur der Zeitpunkt. 

Ebenfalls keine Frage ist aber, daß in solchen Systemen oft kleinste Anlässe, die man zuvor nicht eimal ernstgenommen hat, in einer unkontrollierbaren Wechselwirkung einen Megacrash auslösen können. Der berühmte Schlag des Schmetterlings in den Alpen, der einen Orkan in Brasilien auslöst, ist realer, als viele wahrhaben wollen.



*Für die völlig gleich Handlung wurde Ungarn vor drei Jahren von EU und Westmedien regelrecht gekreuzigt, als es seine Gesetze ernstnahm, die es 1997 beschlossen hatte - kein landwirtschaftlicher Grund mehr an ausländische Investoren - und den rund 130 österreichischen Umgehungskonsruktionen einen Riegel vorschob. Hier kam es übrigens ebenfalls zu diplomatischen Interventionen.

²Wer sich für die Krise 2008 interessiert - und sie ist interessant! - dem kann der Film "Too big to fail" empfohlen werden. Er übertrifft in der Komplettheit der Schilderung der Vorgänge, sachlichen Überlegungen und Ursachenzusammenhänge den (sehr guten, filmisch zweifellos sogar weit besseren) Film "The big short" bei weitem, der ja nur die Auslösungsmechanismen beschreibt.

**Und wir dürften heute schon ziemlich weit auf diesem Weg fortgeschritten sein. Denn mit Erschrecken hat der VdZ erst voriges Jahr eine Studie gelesen, in der das Verhältnis der österreichischen Jugend zu Freiheit und Staat untersucht wurde. Sie brachte das Ergebnis, daß junge Leute in hohem Prozentsatz nicht mehr bereit wären, für die Freiheit Österreichs zu kämpfen, und einer Invasion fremder Mächte nichts entgegensetzen würden. Das zeigt, daß die persönliche Verbindlichkeit im Staat als Prinzip, Frucht und Garant der Freiheit eines Volkes, und Volk als der erste (!) Rahmen jedes Individuums (ein Individuum ist ja nur die Inviduierung eines Volkszugehörigen, das Einzelne die Invidiuierung eines Insgesamt), gar nicht mehr erkannt wird. Während das Territorialprinzip niemals ein persönliche Bindung an "den Staat" den man bewohnt erwecken konnte weil kann (das ginge nur mit Fanatismus, übrigens). Also wird aus diesem (an sich sogar richtigen) Erleben von Sinnlosigkeit "der Staat" generell als nicht mehr schützens- und erhaltenswert angesehen. Ohne Volk aber - kein Staat. Land selbst ergibt keinen Staat.
  



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Sonntag, 5. Juni 2016

Laßt uns anfangen

Es mag mittlerweile auf diesem Blog bei über 7600 Artikeln, von denen per heute noch mehr als 6200 zugängig geblieben sind, die seit 2007 als Ausgliederungen aus dem Tagebuch (das ja jährlich tausende Seiten umfaßt) ins Netz gestellt wurden, nicht mehr so leicht sein, einen Überblick zu finden. Oder, bei den Dauerlesern, um die der VdZ weiß, diesen bewahrt oder gewonnen zu haben. Aber darin war auch die Haltung des VdZ zur Zeit des Hitlerismus erkennbar.

Der ja immer wieder als für das Selbstverständnis der Gegenwart unserer Länder essentiell ansah, daß die Zeit des Nationalsozialismus ohne Befangen und neu durchgedacht werden muß. Nicht um den Nationalsozialismus irgendwie zu rehabilitieren. Sowohl von der Seite der Mutter (mit ganz realen Opfern, ja Märtyrern des Christentums im Hitlerismus) wie der des Vaters (Christlichsozialer bis in die tiefste Wolle) hat der VdZ eine Tradition zu verteidigen und zu gewahren, die er immer gerne aufnahm und als deren Fortführung er sich immer verstand. Auch wenn diese Tradition - wie es aussieht - mit ihm enden wird, vor der alle seine Kinder mit gesträubten Haaren geflohen sind. So ist es eben, auch das ist ein Stück Leiden an der Zeit. Deus providebit.

Aber nun wird es Zeit, dieses Thema weiterzutreiben. Es wird Zeit sich der Differenzierung zu widmen, die herrisch verlangt, Hitlerismus als jene (wenn auch wichtige, ja entscheidende) Spitze anzusehen, die einen Grundstock durchtränkte (und mißbrauchte), der Hitler'sche Politik keineswegs zu einer Politik des Nationalsozialismus macht, sondern zu einer allgemein deutschen Politik. Die auch mit einem Unrechtsfrieden von Versailles und Trianon und St. Germain erklärt wäre. Sondern die sich in der geostrategischen Lage Deutschlands seit je begründet. 

Oder wie sonst glaubt denn der Leser wäre eine so breite Zustimmung in der Bevölkerung zu erklären? Die zu allererst eine Zustimmung eben zu diesen allgemeinen Gebotenheiten gehörten, die sich aus der außenpolitischen Lage Deutschlands in Europa (und in der Welt, denn Deutschland begann die Position der etablierten Weltmächte zu hinterfragen) wie von selbst ergab. Die bereits in den strategisch-politischen Überlegungen eines Friedrich II., dem Großen, ihr Wiederbild haben. Die immer allen politischen Einigungsbestrebungen auch der Habsburger - als jahrhundertelange Kaiser des Römischen Reiches Deutscher Nation - zugrunde lagen: Als ein Volk einem Erdteil inmitten, mit potentieller Gegnerschaft praktisch "rundum". Und daraus folgenden politischen Geboten, wie der Notwendigkeit, bei so geringer Landtiefe - hier etwa Frankreich, dort Rußland - eine andere Politik führen zu MÜSSEN, als es diese Länder brauchten, die ihre Rücken frei hatten.

Selbst der Hitlersche Krieg war keineswegs ein "Nazi-Krieg". Anders hätte die Wehrmacht nie so bereitwillig mitgemacht, es geschafft, Millionen und Abermillionen Soldaten zu rekrutieren, die ihr Bestes gaben, und sich damit einen legendären Ruf erwerben konnten. Das wäre ohne substantielle, ontologische Motive unmöglich gewesen. Und es wäre nur durch geschickte Propaganda und Massenpsychologie, die das Hitler-Deutschland als modernsten Staat der Neuzeit erkennbar gemacht haben, nicht zu erklären, ganz sicher nicht.

Die Unterscheidung dessen, was an diesen Jahren 1933 bis 1945 die schlechten Seiten des Hitlerismus, was davon aber "ganz normale, ja gebotene" deutsche Politik war, ist nicht so leicht, das sei zugestanden. Aber auch nicht so schwer, wie viele glauben wollen. Man muß sie nur endlich (!) anfangen. Und man muß dabei endlich aufhören, sich das Maß des Schnittes mit dem Skalpell von Kräften vorgeben zu lassen, die im Dienste ganz anderer Interessen stand wie steht.

Erst aus einer solchen Operation - mit manchmal noch vielleicht ungenauen Schnitten, mag sein, aber man wird sie eben korrigieren müssen, genauer, präziser setzen, Blutungen wieder stillen, um andere Stellen herauszuoperieren, manchmal falsche Schnitte wieder zuheilen lassen müssen, um etwas daneben neu anzusetzen - wird aber die Gegenwart jemals verständlich werden. Sowohl die von Österreich, wie die eines heutigen Deutschland.

Es wird auch viel Mut zu "Tabubrüchen" brauchen. Denn man hat zu gerne und zu nützlich den gesamten Leib paralysiert, sodaß es uns selbst als Betroffene schwere und gewiß da und dort ungelenke, oft sehr kraftraubende Bewegungen abverlangen wird, um den lebenden Leib von Faulstellen und totem Fleisch zu befreien. 

Aber der Ertrag ist so gewiß wie das Amen im Gebet. Er ist sicher! Er ist notwendig, um uns endlich selbst zu befreien. Also wagen wir es, mehr und mehr - wagen wir die Operation am lebenden Leib. Und beginnen wir zu sehen, was uns als einem Volk (im großen Ganzen) Zubehörige an unserem Selbstverständnis zu arbeiten. Das durch posttraumatische Belastungsstörungen ganze Areale unseres Geistes in tiefsten Kerkern hält.





*260516*