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Samstag, 12. Oktober 2019

Kaschmirische Widersprüche (1)

Der Einspruch des VdZ würde kaum hörbar sein, würde jemand behaupten, daß große Teile der supertollen "Kritik im Netz" inhaltsleere Spiele archetypischer Konflikte sind, die sich eher aus Charakterdispositionen denn aus realen, sachlichen Problemen ergeben. Das anzunehmen legt auch dieses Interview nahe, in dem der amerikanische Superaufdecker Corbett, der mit täglich neuen Videos (die gar nicht immer uninteressant sind) den Verschwörungen der Welt auf der Spur ist (oder auf den Leim geht, was man nimmt, ist Geschmackssache), die so gar nicht immer Theorie sind. 

Ansonsten ist die Internetkritik dermaßen verworren und widersprüchlich, daß man sich nur wundern kann, daß sich von so viel hirnloser Meinung so viele so viel Aufklärung und Information erwarten. Entsprechend bewirkt auch dieses Interview nur Kopfschütteln. Da spricht Corbett mit Dr. Muhamad Junaid, einem Fachmann für Kaschmir, der in den USA studiert hat und lebt, über die jüngsten Entwicklungen. 

Was ist passiert? Seit vielen Jahren rumort es in Kaschmir, dieser nordwestlichen Provinz Indiens, wo eine Mehrheit von Muslimen einer Minderheit von Hindus gegenübersteht. Weil aber die Hindus das große (hinduistische) Indien hinter sich wissen, haben sie sich so manche Eskalation erlaubt, und die Muslime oft genug darauf geantwortet. Aber es waren die minoritären Hindu, die Massaker angerichtet haben, es waren Hindu, die durch Kapitalzustrom aus Indien die reale Macht der Hindu so gestärkt haben, daß sie der Bevölkerungsverteilung nicht entsprach, und oft genug einer Unterdrückung der Muslime gleichkam. 

Was sogar Pakistan (diese wegen der Religionskonflikte in ganz Indien 1956 erzwungene Ausgliederung aus Indien im Westen, im Osten entstand 1971 aus Ostpakistan bekanntlich Bangladesch) bereits zu verschiedentlichem warnen sollenden Eingreifen veranlaßt hat. Wie einem Einsatz von Kampfflugzeugen. Tatsächlich stehen und standen sich dort seit der Teilung hunderttausende Soldaten beider Länder (und Religionen) gegenüber, und ein Ausbruch der immer wieder aufflackernden kleineren Scharmützel und Feuer zu einem großen Krieg war für manche nur eine Frage der Zeit.

Bisher war Kaschmir ein Staat im Staat, mit weitgehender Autonomie. Mit der sollte das Problem der beiden unvereinbaren Religionen regional gelöst werden. Aber das schien alles andere als zu gelingen. Nun hat deshalb die Regierung in New Delhi reagiert und durchgezogen. Erst wurde die Zahl der in Kaschmir stationierten Soldaten der indischen Armee auf eine Million erhöht, dann wurden sämtliche führende Politiker inhaftiert und jetzt das Ende der Autonomie verhängt. Jeder politische Widerstand dagegen wird mit vorgehaltenem Gewehr unterdrückt. Kaschmir steht nunmehr nicht nur unter der Kuratel von New Delhi, sondern wird ab sofort in zwei Verwaltungseinheiten geteilt. Deren einer ist fortan muslimisch, deren anderer fortan hinduistisch geprägt. Durch klare Trennung der beiden Religions- und damit Volksgruppen soll der Konflikt befriedet werden. 

Narendra Modi, der Chef der Regierung Indiens, hat damit nichts anderes gemacht als das Unvereinbare wieder getrennt - zwei Religionen, zwei davon geprägte Kulturen können nur "nebeneinander" leben und existieren, wenn sie jeweils einen autonomen Lebensraum haben, der sich mit dem der anderen Gruppen nicht schneidet. Modi hat also ziemlich klug gehandelt (er wird doch nicht dieses Blog lesen? Immerhin hat es auch regelmäßig Zugriffe aus Indien) und das Unvereinbare durch den richtigen Segregationismus, der durch eine starke Exekutivmacht jeweils geschützt werden muß, von seinen Reibeflächen befreit. 

Die sich automatisch ergeben, wenn Menschen unterschiedlicher Religionen auf demselben geographischen Raum leben sollen. Denn unterschiedliche Religionen sind unvereinbar. Sie sind nur dann (und dann nur scheinbar) vereinbar, wenn allen die Religion gleichgültig ist. Wie es der Liberalismus predigt, der Fragen der Identität, der Religion in die zweite Reihe abschiebt, weil vordergründig angeblich alle Menschen nur ihr (gleiches) täglich Brot, ihr (allen gleiches) Lammschaschlik und ihr iPhone samt 87 TV-Kanälen wollen. Auf das Niveau von Schweinen herabgesunken, muß nur noch alles getan werden, um alle auf diesem Niveau der Unsittlichkeit und Niedrigkeit zu halten. Wer immer mehr sein will, wer immer auf die verrückte Idee kommt, es gehe im Leben um Sinn, Identität und einen Auftrag dem Ewigen gegenüber, ist ein Störenfried und muß eliminiert werden.

Also meint auch Dr. Junaid, daß diese Segregierung falsch sei. Sie sei Zentralismus, mit dem man ein so wunderbares Land wie Kaschmir zertrümmert habe. In dem vor fünfzig, sechzig Jahren Hindu und Muslime nicht nur friedlich miteinander gelebt hätten, sondern sich auch einer Lebensweise befleißigt hätten, die praktisch keine Unterschiede kannte. Bis die Nationalisten kamen, bei den Muslimen nicht weniger wie bei den Hinduisten, und die Fackel in den Holzstoß warfen, auf dem zuvor doch alle so satt und durcheinander geschlichtet lagen.

Religiöse Unterschiede seien erst später hineingetragen worden. Und Junaid macht die "Rechten" dafür verantwortlich. Denen der kaschmirische Liberalismus ein Dorn im Auge gewesen sei. Sowohl auf muslimischer Seite wie auf der der Hindu wäre der Einfluß (auch durch Investitionen) von nationalistischen Ideologien immer größer geworden. Plötzlich gehe es überall um Identität - das war doch vorher allen gleichgültig gewesen?

Ehe wir dieser Frage weiter nachgehen, wollen wir aber doch die realpolitischen Aspekte der Entscheidung Modis ansehen. Denn sie kann nicht ohne Pakistan gesehen werden. Das sich nicht zweimal bitten läßt, wenn es um militärischen Einsatz zugunsten der muslimischen Glaubensbrüder geht. Einen nächsten Krieg zwischen den militärisch hochgerüsteten Ländern Indien und Pakistan, beides sind vermutlich Atommächte, hat Modi nun etwas Feuerholz entzogen.

Bleibt noch die Frage, ob Modi tatsächlich zentralistisch gehandelt hat? Das können wir aus unserer Soproner Stube, die Indien nur übers Internet betrachten kann, nicht wirklich beurteilen, würden aber aus allen vorliegenden Fakten sagen: Nein. Nicht in jedem Fall ist nämlich das Einschreiten der Zentralmacht zu verurteilen. Schon gar, weil Indien eher als "Reich" gesehen werden muß, das gewaltige Widersprüche zu vereinen sucht, ohne sie auslöschen zu wollen oder zu können. Und das ist ja die Funktion eines Reiches: Ein Dach zu bilden, das mehrere oder viele lokale Entitäten zusammenfaßt, und Schiedsrichter spielt, wenn es Konflikte gibt. Der VdZ sieht Modi also genau als das, als Schiedsrichter eines Reiches, das Indien heißt.


Morgen Teil 2)




Freitag, 11. Oktober 2019

Kritik, die dasselbe tut wie das, was sie kritisiert (1)

Gerade rechte, anti-revolutionäre (d. h. anti-linke) Bewegungen bedienen sich in ihrer Vorgangsweise gerne traditioneller Bilder. Dabei übersehen sie, daß die Zielrichtung - Mobilisierung der Menschen - in sich ein Teil der Moderne ist. Das heißt, daß sie (wie die meisten revolutionären Bewegungen) im Endeffekt in einem Konzept der Moderne verfangen sind, und nur ein Perpetuieren der Moderne bewirken. Jener Moderne, die zu bekämpfen sie vorgeben.

Man kann es also als abgehandelt sehen, wenn hier zuletzt in der Form "gewettert" wurde, daß auch die sogenannte rechte Kritik wie ein trojanisches Pferd nichts anders tut als die Agenden der Linken, nämlich der Liberalen, zu betreiben. Denn was man tut ist nicht das, was man redet. Es hat eine ontologische Struktur, und um die geht es in jedem Sehen des Wirklichen. Von Nicht-Wirklichem zu reden ist aber doch pure Zeitverschwendung, Ablenkung vom Wesentlichen?

Große Teile der heutigen Kritik tun dasselbe wie jene, die sie kritisiert. Sie haben nur andere Etiketten auf ihrem Tun. Aber Information ist eben nicht ein oberflächliches Ding von Datentransfer. Information ist eine TransFORMATION von Daten, die sie erst zur Information macht. Und insofern auch völlig anders wirkt als ihr "rationaler Nettoinhalt" vorgibt. Alles kommunizieren hat also mehr als bloßen Datenaustausch zum Inhalt, sondern ist eine Wirkung der Informationsträger selbst. 

Die wirklich weitergegebene Information liegt an diesen, nicht an den "rational reduzierten, mathematischen Daten". Insofern ist sie immer das Beitreten von Informationsgeber wie -nehmer an ein- und demselben Ort. Oder die Verweigerung dieses Beitretens. Information ist also ein "Ding dazwischen", beiden gemeinsam. Oder sie ist nicht.

Wir sehen hier Jonathan Pageau in einem interessanten Gespräch mit dem französischen Medienkritiker Christian Roy. In dem letztlich die Gedanken von Jacques Ellul diskutiert werden, von dem an dieser Stelle vor (tatsächlich muß man das so sagen) vielen Jahren bereits eingehend die Rede war, der Leser kann es nachlesen. Ebenso wie die kanadische medienkritische Schule (so muß man das fast nennen) mit der Gallionsfigur Marshall McLuhan, von dem ebenfalls hier bereits viel die Rede war. Wie gesagt: Schon vor vielen Jahren. 

Wobei McLuhan im Grunde seine Ideen seinem Vorläufer, Harold Innis, zu verdanken hat. Der die grundlegenden Überlegungen der Medientheorie beziehungsweise deren Phänomenologie lange vor McLuhan bereits publiziert hatte. McLuhan war freilich mehr Popularität beschieden. Beide aber (wobei McLuhan konvertierte) sind dennoch als tiefe Denker eines damals noch katholischen (französischen) Kanada zu sehen. Nur aus diesem Fundament läßt sich ihre Arbeit überhaupt erst verstehen. McLuhan wird deshalb heute zwar oft zitiert, aber so gut wie nie verstanden, weil der moderne Mensch Herkunft wie Hintergrund prinzipiell nicht mehr versteht und blöd ist.

Von jemandem, der sich Gewinn von diesem Blog erhofft, muß aber ein für alle Mal und wieder verlangt werden, daß er die gegenwärtigen Ausführungen vor dem Hintergrund des umfassenden Gedankenweges sieht, der bereits zurückgelegt wurde und von dem dieses Blog nur Zeugnis ablegt. Stattdessen hat man es heute aber oft genug mit der Unverfrorenheit zu tun, in der stets neue Generationen an Fragestellungen herantreten, ohne die Vergangenheit zu besitzen, auf der diese Fragen und Antworten aufbauen und überhaupt erst Sinn ergeben. Gerade "kritische", systemkritische Internetmeldungen stehen somit oft auf einem Grund, den man nur als - real, sehr real - völlig geschichtsvergessen bezeichnen muß. Denn Ideologie liefert keine Geschichte, sie liefert nur ein vorinterpretiertes Bild.

Darum herrscht auch in "kritischen" (alternativen") Medien eine oft genug erschreckende Blindheit für Wirkliches in ihrem Tun. Sie tun, um es salopp zu formulieren, Falsches, um nun aber doch Richtiges zu erreichen. Und nur darin unterscheiden sie sich von dem, was sie kritisieren. So wie es G. B. Shaw einmal formulierte: Ja, ich sage dasselbe wie meine Kritiker. Aber nur ich habe Recht.


 Morgen Teil 2)





*250819*

Aber die Folgen sehen wir nicht (2)

Teil 2) Die Welt aber besteht nur aus dem Sinn heraus, 
nicht aus den mathematischen Bilanzergebnissen




Aber man muß sich schon fragen, was das für eine Wirtschaft sein soll, die solche "Notwendigkeiten" hervorbringt, die man nur als Wahnsinn weil unermeßliche Vergeudung von Gütern, von Rohstoffen und vor allem von menschlicher Arbeit bezeichnen kann. Die zu einer Art der Vernünftigkeit zwingt (denn aus Jux, davon gehen wir aus, macht das kein Autohersteller), die in Wahrheit tiefe Unvernunft ist. Die einen "Sinn" definiert, der mit "Sinn" (logos, Welt-Sinn) nichts mehr zu tun hat, sondern lediglich das Kalkül einer Rechnung ist.

Etwas, das praktisch immer dann passiert, wenn mathematische Vorgänge mit Wirklichkeit verwechselt werden, sogar mehr, die Wirklichkeit zu bestimmen beginnen. Wie es der Zins macht. Wo sich also zwei völlig unterschiedliche Realitätsebenen, die eine klare Rangordnung haben - die Mathematik muß der Wirklichkeit folgen, nicht umgekehrt, was auch gar nicht geht, also ein substantieller Irrtum ist, der existentielle Schäden nach sich zieht - vermischen und sogar auf den Kopf stellen. 

Denn die Logik der Mathematik ist unbezwingbar. Sie schreitet immer und konstant voran. Die Realität, in der der Mensch und damit die Wirtschaft lebt, ist das aber nicht. Sie ist allen möglichen Fügungen unterworfen, nicht zuletzt, ja vor allem aber solchen des Sinns der Welt, in dem jede Zustoßung, jedes Ergebnis des Handelns letztlich unabsehbar ist, wo aber auch das menschliche Wirken und Arbeiten immer (immer!) Unwägbarkeiten ausgesetzt ist, die niemals einer mathematischen Linearität (wie bei der Zins- und Renditeberechnung) entsprechen können.

DAS ist es, was mit Kapitalismus bezeichnet wird. Nicht "freier Markt". Die Lüge, daß das eine dem anderen entspräche, hält sich zwar schon lange, aber sie ist ein Täuschungsmanöver, das die Unbezwingbarkeit des Zinses, die immer zu einer Knechtung des Menschen führt - immer, nicht ausnahmsweise, oder weil mal die Zinsen zu hoch sind, etc. - vertuschen soll. 

Und sie verkennt die Natur menschlicher Arbeit, ja des Menschen generell, weil sie den Sinn der Welt für eine vernachlässigbare Größe im Spiel der Notwendigkeiten einer Weltmaschine hält. Aber die Welt ist immer von einem (personalen) Sinn getragen, nie von Mathematik, und auch nie von mechanistischer Ablaufdetermination. Sieht man aber die Welt so, so wird sie zutiefst unvernünftig und unmenschlich. Wenn man darüber hinaus noch von Umweltschäden etc. spricht, so hat das einerseits zwar seine Richtigkeit, aber nur als Folge, als Symptom, weil nur in Bezug auf diesen Sinn überhaupt Relevanz. Eine eigene Größe ist "Umweltschutz" nicht. 

Genau so wenig wie "Wirtschaft" und "Unternehmen" und "Arbeit" und "Produktion". Sie sind alle nur dann sinnvoll, wenn sie eben dem Gesamtsinn der Welt entsprechen. Und der erfüllt sich am vollkommensten im Menschen, also der Kultur, dem Geist, der das Fleisch, die Materie durchdringt, formt und zum Lobpreis Gottes entfaltet und gestaltet. 

Solche Bilder zeigen aber etwas anderes. Sie zeigen, daß es im Kapitalismus, der solche Großkonzerne bringt, wie sie die Autoindustrie kennzeichnen, nicht um Sinn und Wert und Kultur geht, sondern um den Ersatz dieser Kategorien durch "bedingten Nutzen". Wo also der Schwanz mit dem Hund wackelt.  

Wir haben uns daran gewöhnt, in so einem mathematischen System zu leben. Und die Politik (und das mit ihr engstens verbandelte Großkapital) tut auch alles, um uns die wahren Folgen dieser Art, mit der Welt Schindluder zu treiben, zu verheimlichen. Denn es könnte sich ja dann das Gefährlichste melden, das diese Art der Weltverachtung zugunsten eigenen Vorteils kennt: Das menschliche Gewissen, das Gewissen jedes Einzelnen. Also jener Ort, an dem sich das Schicksal der GESAMTEN Welt entscheidet, denn der Sinn, der logos ist immer AUF DEN EINZELNEN ausgerichtet, nicht auf mathematische Vorgänge innerhalb einer Weltmaschine. 

Um uns die Falschheit unserer Lebensweise, die an solcher Art von Wirtschaften aber hängt (sic!), von der im Grunde einige wenige letztlich profitieren (oder das zu tun meinen; auch sie irren übrigens), vorzuenthalten, um uns also ein Lernen an der Wirklichkeit vorzuenthalten, behält man uns in einer Scheinwelt. Zu der gehört, daß man uns immense Einblicke vorenthält. Wie die auf solche Plätze, die irgendwo in Gegenden stehen, wo wir kaum hinkommen, die wir normalerweise nie sehen, die für uns "ohne Bedeutung" sind. Und die Welt ist ja enorm groß, und Flächen gibt es (man denke an die USA) quasi endlos, die wir noch zu Müllhalden, also der Kultur und Ordnung (denn Sinn heißt auch: Ordnung) entzogene Stätten des Chaos machen können.

Die Kosten dafür sind der Verlust des Sinns. Damit sind aber die Folgekosten weit höher, als es Betriebsstillstände oder Mengenbeschränkungen in Konsum etc. wären. Sie gehen aufs Ganze der menschlichen Existenz, und zielen auf den Verlust des Lebens ab.




*230819*

Donnerstag, 10. Oktober 2019

Wozu die Energiewende wirklich dienen soll

Es ist uns ganz sicher zu wenig klar, aber das was sich "Energiewende" nennt und eine Transformation der gesamten Gesellschaft durch Steuerung der Energie in Produktion wie Verbrauch bedeutet, hat ein Stadium als Notwendigkeit, damit es überhaupt (wenigstens theoretisch) funktioniert, das über die Errichtung von Windrädern oder Solaranlagen weit hinausgeht. Alle diese Entwicklungen zielen auf das "Internet der Dinge", auf eine Intelligente Vernetzung" aller Gebrauchsgegenstände ab, mit denen wir zu tun haben. 

Ohne diesen Schlußstein, der nun im 5G-Netz seine technische Machbarkeit erhält, ist die Energiewende weder sinnvoll noch überhaupt vorstellbar. In der brutalen und rücksichtslos transformativen Vehemenz, mit der die Energiewende  unter dem Gebot der absoluten Dringlichkeit, denn es geht ja um die Rettung der Welt, über alle Gesetze und Köpfe hinweg, durchgesetzt wird, ist somit die "Gier" nach der totalen Steuerung und Kontrolle wirksam, die das "Internet der Dinge" bedeutet. 

Wir stehen damit tatsächlich vor einer weitreichenden Entscheidung, wenn die nicht schon längst gefallen ist. Wir müssen uns entscheiden, ob wir diesen Schritt noch gehen wollen, oder nicht. Ob wir so eine Gesellschaft wollen, oder nicht. Ob wir hinnehmen, nun eben von China (in der diese Entwicklung der totalen Kontrolle und Steuerung schon extrem weit fortgeschritten ist) "abgehängt" zu werden. Und uns auf allfällige Konsequenzen einzurichten. Die wir aber nur dann ziehen können, wenn wir noch weit genug in der Lage sind, uns in gewissem Sinn unabhängig auf den Füßen zu halten. Das heißt, uns in die Globalisierung nicht nur nicht weiter einbinden, sondern daraus entflechten. 

Frage sich der Leser einmal selber, ob das von der Politik in unseren Ländern zu erwarten, noch realistisch ist. Sondern ob nicht zum Gegenteil die Politik alles tut, um diese Verschränkung des Alltags durch die Wirtschaft und damit unsere Versorgung und damit unsere Arbeit nicht in Riesenschritten weiter vorantreibt.

Denn während wir über das Wetter reden, das angeblich so alles entscheidend ist, werden ganz andere, weit fundamentalere Schritte gesetzt, die uns immer mehr vor vollendete Tatsachen stellen, die dann tatsächlich fundamentale Eingriffe in unser Leben und unsere Freiheit bedeuten. 

Man glaube bloß nicht den Beteuerungen, daß man um der Menschenwürde willen Schranken einbauen werde. Es wird sich stattdessen alles ganz sanft und permanent zu einem Punkt entwickeln, wo wir einerseits die Änderungen gar nicht merken, und andererseits von Stufe zu Stufe mitgekocht Dinge für "gut" heißen, die wir aus heutiger Distanz noch glatt ablehnen würden. Und zwar aus diesen Gründen der Menschenwürde und Freiheit. Der Schlüssel dazu wird immer derselbe sein - die "Alternativlosigkeit", die "Notwendigkeit", die "Dringlichkeit", um "Alles" zu retten.

Schritt für Schritt werden wir weiterhin für "gut" heißen, Schritt für Schritt wird uns "vernünftig" und vor allem "nützlich" erscheinen, was uns aufoktroyiert wird. Immer weiter werden wir B sagen, weil wir A, C weil wir B, D weil wir C, E weil wir D ... gesagt haben. Nicht anders als die Transformation ablief, die wir in den letzten vierzig Jahren bereits durchgemacht haben. Die unsere Kultur regelrecht geschreddert, unsere Lebensweise auf den Kopf gestellt, unsere Haltungen transformiert hat. Damit, unserer tiefsten Fundamente beraubt, in einer Umwelt, die das Lebens-Elementare nicht mehr stützt, sondern sogar angreift, wurden wir in einen Aktualismus geworfen, der nicht mehr in der Lage ist, sich zu erinnern, und nur noch aus aktuellen Weichenstellungen meint, eine Generalrichtung zu besitzen, die dem Menschen dient, weil die Süßspeisen, die man uns an jeder Weiche reicht, um deren Umstellung zu akzeptieren, süß schmecken.

Man muß nicht alles so ganz ernst nehmen, wie es in diesem Video geschieht. Das auch auf die gesundheitlichen Aspekte eingeht. Zu denen der VdZ nichts sagen kann, der es aber für falsch hält, sich im Widerstand gegen 5G zu sehr auf diese Aspekte zu konzentrieren. Denn die aufgezeigten politisch-militärischen Aspekte sind wesentlich wichtiger. Der Film hat recht, wenn er sich vor allem darauf konzentriert, die Dringlichkeit zu betonen, die das 5G-Netz für die Geheimdienste der Welt hat. Getreu dem materialistischen, mechanistischen Menschenbild, das sich in den letzten hundert Jahren etabliert hat, sehen sich immer mehr Eliten nicht nur in der Lage, sondern genötigt, im Namen des "Guten", der Weltrettung, des Weltfriedens, die Masse der Menschen zu steuern und zu manipulieren.*

China wird uns voraus sein, das ist absehbar. Denn ein zentralistisches, total gesteuertes System, das sohin zur Maschine wird, und wo der Einzelne Mittel ist (also keine Würde alleine darin hat, ganz einfach Mensch zu sein), ist einer Gesellschaft von Freien in gewissen Effekten zweifellos überlegen.

Napoleon - der als Beispiel für das Gemeinte gut herhalten kann - hat seine Kriege nicht gewonnen, weil er so genial war, sondern seine "Genialität" war es, ein ganzes Volk zum Kriegsmaterial zu machen. Darauf waren die übrigen Staaten nicht vorbereitet, dem unterlagen sie zu Anfang und siegten erst, als sie sich zu ähnlichen Zentralisierungsmaßnahmen und Totalitarismen (man denke an die preußische Armeereform) entschlossen. Die aber ihren bisherigen Prinzipien widersprochen haben. Genau dieses Problem werden wir mit China haben. Aber wir dürfen diesmal nicht mit derselben Entmenschung reagieren!




*Noch einmal in gewissem Sinn wollen wir beruhigen: Nie (oder nur in extremen Fällen) kann der Mensch so weit und so lange manipuliert werden, daß er von seiner innersten Verwurzelung im Wirklichen selbst entfernt beziehungsweise ganz getrennt werden kann. Anders als viele Philosophien meinen, nicht nur linke, ist der Mensch nicht schlechthin aktualistisch, das heißt, verändert sich seine innere Wesenssubstanz mit dem historischen Geschehen mit. Vielmehr hat der Mensch ein unveränderbares Wesen ("Ort", zugleich Sinn und Auftrag), das nie verändert werden, das aber sehr weitgehend verschüttet werden kann, selbst wenn es nicht "von der Welt" ist. Verändert kann nur die konkrete historische Gestalt werden, in der wir real sind, nicht das menschliche Wesen und seine prinzipielle Struktur an sich. Es besteht also kein Grund, in Panik zu fallen. Es gibt diese "Evolution" nicht, die das Wesen der Person einer Zeit zu verändert.

Aber es kann dem Menschen ungemein erschwert werden, diese seine innerste Basis, sein "Urbild" im Geist, in Gott, noch zu hören, zu erreichen, und danach zu handeln. Denn in der Manipulation wird er "überrumpelt", das kann sie. So daß er Entscheidungen trifft, die er in Vollbesitz seiner Vernunft nie getroffen hätte, und die ihn mit jedem Tag mehr auf vollendete Tatsachen zutreibt, die sein weiteres Leben massiv beeinträchtigen. Denn es stimmt nicht, wie erschreckenderweise gerade den jungen Generationen bereits eingeredet wurde - wie das doch zum Gesamtziel paßt! - daß man immer sein Leben neu lenken und entscheiden, und alle alten Entscheidungen widerrufen kann. Man hat mit jedem Tag mehr an Gepäck am Rücken, und alles verändert sich, mit jedem Schritt. Was man tut, hat Konsequenzen, und diese verändern die Welt, immer, und somit muß man täglich mehr mit seiner selbst, aber durch den Irrtum, zu dem man gedrängt, manipuliert wurde, falsch veränderten Welt umgehen. Was heißt: Viel und immer mehr Schutt vor der Tür, der eines Tages wegzuschaufeln ist.

Aber wir dürfen noch auf etwas hoffen: Daß nämlich technische, wechselwirkende, nicht-lineare Systeme ab einem bestimmten Punkt nicht mehr steuerbar sind, ja sogar im Sinne des Systems kontraproduktiv werden. Gleichzeitig steigen die personellen wie finanziellen Kosten für die Totalkontrolle dermaßen weil progressiv, daß man annehmen darf, daß sie irgendwann nicht mehr aufbringbar sind. (Oder als technisch-physisches System - man denke an die Stromnetze - zusammenbrechen.) Man wird uns das schöpferische Leben (und nur das ist ja Leben) sehr schwer machen können, gewiß, aber man wird es uns nicht nehmen können.


*040719*

Aber die Folgen sehen wir nicht (1)

Wer diese Bilder ansieht, muß nachdenklich werden. Sie zeigen weltweit riesige Abstellflächen (und die Hersteller kaufen ständig weitere Flächen), auf denen hunderttausende, nigelnagelneue Autos stehen - und verrosten. Autos, die nicht verkauft werden konnten, die aber der betriebswirtschaftlichen Kostenrechnung nach produziert werden "mußten", um die Kalkulation zu erfüllen. Die von festen Ausstoßmengen weil Kapazitäten ausgeht weil ausgehen muß. Denn der Kapitalismus ist seinem Wesen nach zinsbasiert. Und das heißt: Die mathematische Zwangsläufigkeit der Zinsrechnung bestimmt auch die Wirtschaft. Bis in die kleinste Zehe.*

Autohalde Sheerness, GB - Photo Curioctopus
Wir zeigen hier nur eine Aufnahme, als Symbol. Die Seiten von Curioctopus (denen auch das Bild hier entstammt) haben deren noch etliche mehr. Solche Halden gibt es nämlich weltweit.


Es hat nur mathematische - bilanz-, kostenrechnungs-, zinstechnische - und politische - Arbeitslosigkeit, die kein Politiker schätzt, aber auch die Auswirkungen auf die Börsenkurse sind dieser Natur - Gründe, warum so "gewirtschaftet" wird, daß es "sinnvoller" ist, Autos für die Halde zu produzieren als die Fertigung still zu legen. Neben den so wichtigen Ranglisten für "neu angemeldete Autos", die die Popularität einer Automarke anzeigen. Von denen schon lange bekannt ist, daß Autohersteller in Wirklichkeit nie verkaufte, aber produzierte Wagen für nur einen Tag anmelden, um die amtlichen Statistiken zu manipulieren. Ach, Möglichkeiten für die "Nützlichkeit" solcher Maßnahmen gibt es viele.

Verkauft werden diese Fahrzeuge sicher nicht mehr werden. Denn dann müßten entweder die Verkaufszahlen kurzfristig durch die Decke gehen oder riesige Bestellungen vom Mars eintreffen, denn die Märkte sind global weitgehend gesättigt, und Wachstum erfolgt auch in Schwellenländern etwa (den einzigen Volkswirtschaften, die wirklich substantiell zusätzliche Nachfrage schaffen) nur in moderaten Stufen.

Herschenken, oder den Preis senken, um sie quasi "im Sommer-Schlußverkauf" um die Hälfte "für arme Leute" anzubieten, kann man nicht, denn das würde sämtliche Marktpreise ruinieren, und damit auch die Unternehmen weil auch die regulären Marktprodukte. Also muß man sie buchstäblich verrotten lassen. Sie werden auch nicht vernichtet, oder zerlegt, um die Teile wieder zu verwerten. Denn diese Halden sind bilanztechnische Aktiva, "Lagervorräte", über verschiedene Konstruktionen vielleicht sogar "Forderungen", die Gewinne und Renditenberechnungen der Aktionäre und Manager beeinflussen. Die wirksam für Börsenkurse, die Kreditwürdigkeit und Ratings für Kaptialbeschaffungsmaßnahmen sind, weil als Eigenkapital wichtig für alle möglichen Zwecke, sodaß sie sogar Jahr für Jahr "lebendig" gehalten, also revolviert werden müssen.


Morgen Teil 2) Die Welt aber besteht nur aus dem Sinn heraus, 
nicht aus den mathematischen Bilanzergebnissen




*Nun könnte man auf die verwegene Idee kommen, die derzeitige "Nullzinsphase" sei ein gutes Ding, denn es würde ja diese mathematische Zwangslogik beseitigen. Sind wir also auf dem Weg zu einem menschlichen Wirtschaften? Sodaß uns die Krise, deretwegen die Zinsen so gefallen sind, eigentlich schnurzpiepegal sein kann? Leider, das ist falsch gedacht. Denn die Gesamtlogik auch der Staatsbilanzen ist nicht weniger auf Zinslogik aufgebaut als die Wirtschaft, sodaß beginnend bei den Banken (die eigentlichen Zinsträger von Anbeginn an) ein Wirtschaftskollaps unausbleiblich ist. In diesem System heißen Null-Zinsen sogar Senkung der Löhne weil der Kaufkraft! Man versucht - so grotesk das klingen mag - durch Zinsreduktion die kapitalistische Zinswirtschaft zu retten, darauf kann man es eindampfen. Darüber vielleicht ein anderes mal mehr. Vorerst sei der Leser auf dieses kurze Video verwiesen, das einen recht zutreffenden Zustandsüberblick bietet. Der sich mit den Einschätzungen des VdZ weitgehend deckt. Und wie sie zuletzt an dieser Stelle Markus Krall ebenfalls dargestellt hat. Mit allen bekannten Einschränkungen.

 






Mittwoch, 9. Oktober 2019

Neulich kurz vor dem Filmdreh




"Also irgendwie habe ich mir Paris anders vorgestellt ..."
"Die EU nennt es 'Bereicherung'."




*230819*

Das darf man sich nicht entgehen lassen

Es ist natürlich ein bißchen gemein, aber so köstlich, daß es hier nicht fehlen soll. Dieses Filmchen fand der VdZ unlängst im Netz. Es ist betitelt "Das Ende einer Arbeiterpartei (SPD)". Diese Passagen sind nicht gestellt, sondern wirklich so passiert. Vielleicht liegt hier die Erklärung dafür, daß die SPD Umfragen nach bei mittlerweile 11,5 Prozent Wähleranteil angelangt ist. Vermutlich sind das nur noch die Funktionäre des riesigen Parteiapparats, der aus Zeiten stammt, als man sich um Mehrheit und Kanzlerschaft ritterte.

Warum die Ausschnitte hier "ein bißchen gemein" genannt werden? Weil sie Momente auffangen, die einer im Grunde gar nicht so unrichtigen Ernüchterung entspringen, die überall eingetreten ist. Weil die Politik seit Jahrzehnten sich als "Volksversorgung" aufgespielt hat, und nun an diesem unerfüllbaren - und völlig falschen! - Anspruch zerbricht und zur Vernunft kommt. Gerade die SPD (oder in Österreich die SPÖ) ist ja immer damit angetreten, die Sorgen und Nöte der Bevölkerung ZU LÖSEN. Aber das konnte sie nie, das war nur ein Vorwand, um die Wähler zu kaufen. Vor diesem Hintergrund wirkt sie nun freilich lächerlich hilflos.

Es ist eben in keinem Fall Aufgabe der Politik, die konkreten Probleme der Menschen ZU LÖSEN. Das müssen sie schon selber tun, und wenn dann kann Hilfe nur durch direkte menschliche, im Rechtsstatus ungeschuldete, lediglich moralisch (Nächstenliebe) geforderte Caritas stattfinden. Die Politik muß nur dafür sorgen, daß die Menschen (Geber wie Hilfebedürftige) dabei nicht unbotmäßig beziehungsweise strukturell behindert werden. Nun steht sie aber einer Bevölkerung gegenüber, die genau das verlangt, weil es ihr als Aufgabe der Politik eingeredet wurde, und jetzt eben diese Politik tatsächlich mit gewissem Recht anklagt, für ihre Miseren und deren Behebung verantwortlich zu sein.

Die SPD ist ein gutes Beispiel dafür, daß man aus dieser Falle, die man sich mit dem "Sozialstaat" selbst gestellt hat, kaum noch herauskommt. Denn sein Wesen ist tendenziell unendlich, ohne Grenze. Aber die Möglichkeit ihn zu unterhalten sehr sehr begrenzt, sodaß irgendwann auch die Schulden, auf denen er (und unser gesamter "Wohlstand" seit den 1970er Jahren) beruht, nicht mehr ausweitbar sind.







*230819*

Dienstag, 8. Oktober 2019

Wenn ein Land sich als Gottes einzige Braut sieht

Ungeachtet der fundamentalen Kritik an Alexander Dugin, die wir hier zuletzt brachten, hat er natürlich nicht in allem Unrecht. Und seine Kritik am Zionismus hat ein starkes fundamentum in re, ist zumindest sehr interessant.

Kurz zusammengefaßt, sagt Dugin hier, daß die Diaspora, die (zweite) Zerstörung des Tempels im Jahre 70, und die darauf folgende Zerstreuung der Juden in alle Welt, den Aspekt der Sühne für die Sünden der Juden hatte. Das sahen sie auch selbst so. Nichts desto weniger hat sich die Ansicht verfestigt, daß diese Sühne begrenzt ist. An deren Ende die Rückkehr der Juden ins Gelobte Land steht - wenn der Messias kommt. Diese messianischen Vorstellungen der Heilserwartung haben sich vor allem im Ostjudentum (Aschkenasim) und seit dem 17. Jahrhundert in diesem eher städtischen Judentum verstärkt breitgemacht (Chassidimismus). Hier begann auch die Geheimlehre der Kabbalah eine enorme Rolle zu spielen. Das Judentum nahm in zahlreichen Strömungen die Form eines Satanismus an.

Was alles sich in dem Moment vollendet hatte, als die Juden durch den Holocaust offensichtlich genug gelitten haben. Das war der Moment, sich endgültig das Recht zu sehen, auch mit Gewalt das von Gott versprochene Land - Israel - wieder an sich zu nehmen. Das ist auch der Anbruch der Zeit, in der die Herabkunft eines Erlösers zu erwarten ist, der in einer Endschlacht (Armageddon) alle Völker der Welt unterwerfen wird.

Der Zionismus beruht buchstäblich auf der Gleichsetzung der Geschichte des Judentums und damit der Juden der Gegenwart mit dem Willen Gottes, denn die Juden sind die Braut Gottes, allen übrigen Völkern übergeordnet und mit Missionsauftrag ausgestattet. Damit haben sie in und zu allem das Recht. Sie verbindet weltweit ein Band, das gleichgültig macht, ob ein Jude aus pragmatischen Gründen liberal oder katholisch oder islamisch lebt - es ist das Blut, das sie zu einem weltweiten Bund macht. Mit dem heiligen Auftrag, das Ende der Welt herbeizuführen. Und den dritten Tempel in Jerusalem zu bauen. Auf dieses Ziel gehen sie Schritt für Schritt zu.








Mehr Podcasts bedeuten mehr Dummheit

Die Nachricht ist nicht erfreulich, auch wenn andere das anders sehen mögen. Webwizard berichtet von einer Erhebung in Deutschland, in der eine immer weiter steigende Beliebtheit von Podcasts (im Netz wie im Radio) festgestellt wurde. 35 Prozent aller Deutschen hören mehr oder weniger regelmäßig solche Features. Unter denen ein erstaunlich hoher Prozentsatz (45 Prozent) Politik und politische Themen, und fast 30 Prozent weitere Informationen und grosso modo Bildung zum Inhalt hat. (Der Leser möge selbst die genaueren Daten nachlesen.)

Am liebsten hörten die Menschen, so die Umfrage, Podcasts neben anderen Tätigkeiten. Wenn sie bügeln (wollte der VdZ schon gleich sagen), oder Sport treiben. Die iPhones und ähnliche Geräte ermöglichen das auf bequeme Weise. 

Nun könnte mancher verleitet sein zu sagen, daß das doch toll sei! Die Menschen würden jede "ungenützte" Minute, bei der früher der Kopf frei gewesen sei, dazu nützen, sich im Geiste voranzubringen, nicht wahr? 

Leider ist das genaue Gegenteil der Fall. Und zwar selbst dort, wenn auch in etwas geringerem Maße, wo man meinen könnte, es seien bestimmte Bedingungen erfüllt, wie Konzentration und Ausschließlichkeit des Zuhörens (sodaß also keine Nebentätigkeit erfolge). Warum ist das so? Weil diese audiovisuellen Medien einen Akt vorwegnehmen, den Konsumenten in völliger Passivität verharren läßt, der aber für Bildung und Informierung entscheidend ist. Und das ist die schöpferische Eigentätigkeit.

Hören ist nämlich ein Akt, keine "Zustoßung", in der man sich's bequem machen kann. Das Gehörte kann und darf nur anregen, verlocken, verführen, um dann die Inhalte selbst nachzubilden. Erst so wird das Gehörte zum Besitz, also zur Bildung. Wörtlich sogar, denn in diesem Tun formt sich der Mensch dem Gehörten gemäß. Aus eigenem Wollen, somit auch in eigenem Urteil wird das an die Tür Klopfende eingelassen und zum eigenen Besitz. Dann ist der Hörer (oder Seher, im Sehvorgang, ja in jedem sinnlichen Vorgang ist es nicht anders) auch "informiert", und er ist es im Maß seiner eigenen sittlichen Haltungen. Ob im Gehorsam, dem man zustimmen muß, oder in der kritischen Haltung, die selbst im Indirekten (des Abgelehnten etwa) noch eine innere Formung und Haltung schafft und stärkt.

Somit gibt es nichts, das den persönlichen Kommunikationsakt ersetzen kann, der eine ganz-personale Begegnung ist, die den gesamten Menschen (an seinem Ort) zu einer Haltung auffordert, die dem über Ton und sämtliche Sinneseindrücke eintreffenden Gehalt aufnimmt beziehungsweise darauf in einer ganz personalen Haltung reagiert, die den ganzen Menschen erfordert und damit formt. Als Eigentätigkeit in Freiheit, nicht als Manipulation.

Bereits in geringerem positivem Maß ist noch das Lesen einzustufen, in dem ebenfalls die Inhalte nur durch Aktivität angeeignet weil nachgebildet, ja selbst geschaffen werden können. Von selber liest sich nichts, und ohne eigene schöpferische Phantasie wird kein noch so gut geschriebenes Bild zu einem Bild im Kopf. 

In den neuen Medien aber, in der Form von Ton- oder Video-Konserven, dringt zwar ein Reiz an die Tore des Konsumenten, aber dieser kommt in einer Form, die scheinbar keine weitere Tätigkeit des Rezipienten verlangt. Er muß sich nur "aussetzen". Sodaß man aus Beobachtung durchaus sagen kann, daß sich die Gewohnheit des "Dauertragens von Ohrstöpseln", über die "gehört" wird, wie ein Versuch ausmacht, sich in aller Faul- und Trägheit doch Inhalte quasi "einhämmern" zu lassen. Alles, was man auf diese Weise an Informationen erhält, ist damit aber nicht besessen, sondern wird zu einem "schon gehört" (oder gesehen) haben. Nicht aber zur Bildung.

Wer sich selbst beobachtet wird sogar feststellen, daß bei einem solchen Hörvorgang oft sogar jede weitere innere Tätigkeit ausbleibt. Man ist innerlich meist wie leer, wenn man auf diese Weise "hört", und nur das Geräusch des vom Gerät herangetragenen Tones steht noch im Raum. Das einen "kitzeln" soll, ohne daß man selbst aktiv wird.

Worin sogar einer der Gründe liegt, warum Kinder speziell so gerne Hörkassetten etc. konsumieren. Sie sind innerlich noch ungeformt, und deshalb stehen sie gewissermaßen auf dieser Hörstufe noch "auf Augenhöhe". Jedoch mit einer noch dringlicheren Gefahr: Sie werden weniger oder gar nicht erst zu Hörenden heranwachsen. Weil sie gar nicht mehr lernen müssen, daß ihnen ein Außen den eigentlichen, aktiven, ja geistigen wie geistbildenden Hörvorgang, der eigentlichen Quelle inneren Erlebens, niemals abnehmen kann.

Bildung ist formende Selbsttätigkeit, nicht Berieselung mit Sprache, die Wissen enthält. Oder nicht.

Der immer stärker steigende Konsum von Podcasts (der sich auch bei Youtube- und Webseiten-Erhebungen bestätigt: Immer mehr Besucher solcher Seiten und Plattformen wollen nicht mehr lesen, sondern multimedial versorgt werden) bewirkt somit mit Sicherheit keine bessere Informiertheit oder gar Bildung, sondern er ist sogar Ausdruck eines Desinteresses, das das zu Hörende so sehr abwertet, daß man ihm nicht einmal die Achtung der eigenen Mittätigkeit oder des eigenen Urteils widmen muß. Solcherart aufbereitete Information ist also eine Abwertung der Information (beziehungsweise der Inhalte) selbst, und das umso mehr, je häufiger es angeboten wird. 

Der geistige Genuß, die wirkliche Bildung, die eine Selbsttätigkeit sind, lösen sich auf diese Weise völlig auf. Sie werden ersetzt durch einen "Nervenkitzel" im wahrsten Sinn, den die Schallwelle von alleine erbringen soll.

Dem entspricht eine weitere Tatsache, die aus der Tonträger-Industrie bekannt ist. Der gemäß nämlich die Ausgangslautstärke von Aufnahmen in den letzten Jahrzehnten um oft weit über hundert Prozent gestiegen ist. Der stärkere Schall soll sich selbst den Weg zur eigenen Formierung suchen, und dazu braucht man ihn mit mehr Wucht. 

Das ist der Grund, warum gleichermaßen bekannt ist, daß das Häufige und laute Hören via Ohrstöpsel oder Kopfhörer Taubheit bewirken kann.  Die steigende Lautstärke ist aber nicht der "Grund", sondern die innere Abwendung vom Außen, die diese höhere Lautstärke nötig macht, weil sonst "zu wenig gehört" wird. Sodaß dauerhafte Taubheit sehr häufig Ergebnis einer In-sich-Verschließung ist, die das Außen gar nicht mehr für relevant hält, sodaß man sich ihm zuwenden wollte, um Inhalte in sich zu bilden.




*Sogar Autismus als angeblich jeden zehnten Jugendlichen betreffende "Erkrankung" hat in derselben Problemlage seine Ursachen, und ist deshalb nicht zufällig mit einer Pädagogik eines überversorgten, sinnlich überforderten, emotional aber ungeformten, deshalb so leicht und zunehmend seelisch überforderten Kindes zu tun, das sich in sich abschließt.





Montag, 7. Oktober 2019

Satanismus, die Kraft der Neuen Guten




Übertragung eines Artikels vom Blog von Wiliam M. Briggs, mit freundlicher Genehmigung des New Yorker Verfassers hier dargereicht.
 
Medien (et) Satanisten (Pardon für die Redundanz) vereinigen ihre Kräfte im Kampf gegen das Christentum




Es gibt drei Arten von Satanismus. Die erste ist der des Epstein-Kubrick Eyes Wide Shut-Satanisten, zu denen auch die wahren Gläubigen, wie sie Malachi Martin in "Windswept House" beschreibt, gehören. Sie sind von der Art von Leuten, die ihren Glauben kennen und praktizieren, das aber möglichst verborgen.

Die zweite Art sind die banalen Satanisten des Alltags. Die Pete Buttghey* "Homosexualität ist christlich", die Befürworter der Abtreibung, die Apostel der Gleichheit, die "Liebe dich selbst mehr als alles andere". Wir alle kennen das, auch deshalb, weil wir selbst von Zeit zu Zeit so sind, wenn auch einige daraus ganze Karrieren basteln.


Die dritte Gruppe von Satanisten sind jene, die sich offen als LARPer bekennen. Ganz gewöhnliche Männer wie John Smith ändern dann ihre Namen in "Foulbreath Killpeople" ("Stinkemund Menschenmörder"), tragen seltsame schwarze Umhänge, verwenden Lidschatten, essen Cheetos (ein fettiger Käsesnack), und verkünden die Liebe zu Scientismus (also Wissenschaftsgläubigkeit) und Transzendentaler Meditation.

Natürlich gibt es Überlappungen zwischen den offenen und verdeckten Gruppierungen. Atemstinkender Menschenmörder wird dann sagen "Ich glaube natürlich nicht wirklich an einen personalen Satan", aber er wird auch in den Choral "Heil dir, Satan" einstimmen, mit doch ein wenig Hoffnung, daß seine Aussagen und Gesänge von dunklen Mächten bemerkt werden. Auch viele Kabbalisten, sagen wir es einmal so, lassen es offen, ob sie an Magie glauben oder nicht. Wobei sie im Englischen statt magic "magick" schreiben, was Wirklichkeitskraft andeuten soll.

LARPer-Satanisten wurden in der Vergangenheit belächelt, für verrückt erklärt, ja verachtet, was schon ziemlich richtig und angemessen ist. Aber nun glänzt ihr Image doch in etwas leuchtenderen Farben. Die Mainstream-Presse, von denen wir annehmen, daß viele von ihnen Kabbalisten und Vollzeit-Satanisten der zweiten Art sind, lieben sie neuerdings.

Die erste Geschichte, die das zeigt, stammt vom satanistischen Guardian:


Des Teufels Advokat: Sind Satanisten nun die Guten im Kampf gegen die evangelikalen Rechten?” Untertitel: “Ein neuer Film, Hail, Satan?, zeigt den Tempel des Satans als Stimme der Vernunft und des Humanismus in den USA. Ist es an der Zeit, den Herrn der Dunkelheit zu rehabilitieren?"

Die Antworten auf beide Fragen (man denke einmal genau darüber nach) sind Nein und noch einmal: Nein. Zumindest aber ist es dem Guardian zuzuschreiben daß er eingesteht, daß es einen Kampf gegen die evangelikale Rechte gibt und er diesen als notwendig sieht.

Zum Ende von Heil, Satan? sehen wir ihn in Little Rock, Arkansas (wo es im Juli 2017 einen Massenmord durch einen Amokläufer gab, Anm.) erscheinen, und zwar gleich neben der Baphomet-Statue. Bevor er aber ins Freie tritt, zieht er sich noch eine schußsichere Weste an. Lucian Greaves (der Sprecher des "Tempel des Satans") erinnert sich noch recht gut an die Situation: "Man kann nicht wissen," sagt er, "ob nicht, wenn ich auf der Bühne bin, einige Verrückte mit Waffen nur auf diesen Moment warten, und sie möchten auch, daß ich weiß, daß sie hier schon einmal waren. Ich mußte noch dazu so auftreten, daß ich ihnen meinen Rücken zuwenden mußte, was ziemlich angsteinflößend für mich war. Ich bin noch heute ein wenig überrascht, daß niemand die Gelegenheit wahrgenommen hat um einen Schuß abzugeben, aber die Möglichkeit dazu war ziemlich realistisch."

Man nennt das, glaube ich, "furchtbare Enttäuschung der Eitelkeit". Stinkemund, niemand hat auf dich geschossen, weil du ganz einfach nicht wichtig genug bist. Nicht jetzt, und überhaupt.

Auch wenn die Medien daran arbeiten, solche Wichtigkeitsgefühle zu nähren. In allen Medien finden sich leidenschaftliche Artikel über den Gründer des "Tempels des Satans". “Im bedrängten Salem (einem Synonym für Jerusalem; Anm.) predigt ein jüdischer Religionsgründer den gesellschaftlichen Wandel durch die Kunst Satans“, schreibt gar die Times of Israel, und Ein Stachel in die Seite des Konservativen Christentums kommt von der anderen, der richtigen Times. Um Anton Lavey, nicht zu vergessen, den Gründer der "Kirche Satans".  Ist es an dieser Stelle gestattet darüber einen Scherz zu machen, daß immer wieder auch von einigen Juden behauptet wurde, daß auch sie ein Stachel in der Seite des Christentums wären?**

Die Washington Post, auch nicht gerade ein Leichtgewicht im Propagandakrieg, überließen Stinkemund aber überhaupt gleich ihre Seiten. Allen Ernstes. Er schrieb dann einen Leitartikel mit der Schlagzeile “Ich bin der Gründer des Tempels Satans. Machen sie also nicht Satan für die Vorherrschaft der Weißen verantwortlich

Für viele oberflächliche Beobachter könnte es so scheinen, als gäbe es einen Trend, die Akzeptanz der Verurteilung der Vorherrschaft der Weißen ("white supremacy"), die immer ein Teil des Satanismus war, unter prominenten US-Christen als Triumph progressiver Denkweisen innerhalb der US-Christen zu erklären. Aber solche Aussagen sind keineswegs harmlos. Denn sie entlassen die Mainstream-Religionen aus der Verantwortung für dunklere Perioden in der amerikanischen Geschichte. Man denke nur an die tiefen Querverbindungen von Sklaverei und Christlicher Theologie.
Satanismus ist gut, Christentum schlecht. Solange man sich nicht mit der Geschichte befaßt, könnte man das sogar als akzeptable Sichtweise sehen. Man denke allein an die Erfahrungen der Afrikaner und der Chinesen mit Weißer Vorherrschaft! Um wieviel wäre also die Welt besser, wenn sie Satan als ihren Gott akzeptiert hätte.

Aber das reicht nicht. Satanisten gehen mittlerweile in die Offensive.

“Im Wesentlichen sind darin traditionelle Symbole eingebunden, die aber auf den Kopf gestellt werden, um ein Ritual zu schaffen, das sich als Gegensatz zur traditionellen Messe der Christen versteht," teilte Nicolas Marc, der nationale Koordinator des Tempels Satans, den Global News mit. Zwar wird in einer wirklichen Schwarzen Messe eine konsekrierte Hostie verwendet, aber Marc teilte LifeSiteNews mit, daß in diesem Fall keine konsekrierte Hostie verwendet würde.
Natürlich ist das eine Lüge, und die Hostie war in Wirklichkeit konsekriert. Sie lügen aber, weil sie das letzte Mal, als sie ankündigten, eine konsekrierte Hostie zu verwenden, vor Gericht gezerrt und verklagt wurden. Was beweist, daß Rechtsanwälte doch noch mehr Macht haben als Satanisten. Wobei niemand sagen kann, ob das im Endeffekt besser ist.

Es geht aus der Geschichte leider nicht hervor, ob sich nicht stellvertretend für die vorenthaltene konsekrierte Hostie ein bedeutender und absolut gerechter Proponent aus der Reihe der kanadischen Schleudertrauma-Gackhennen-Figuren der "Menschenrechtsbewegung" als Ersatzopfer angeboten hat, um den Satanisten ein allzu großes Trauma aus der Beschränkung ihrer Weltverbesserungsaktivitäten zu ersparen.



*"Pete Buttghey" ist eine nur im englischen mögliche Verballhornung des Namens eines der US-Präsidentschaftskandidaten Pete Buttigieg aus "butt", also dem weiblichen Geschlechtsteil, und "gay", also "homosexuell", der vereinfacht gesagt Homosexualität zum Programm seiner Politik macht. Buttigieg ist mit einem Mann "verheiratet" und hat, wie er einmal öffentlich darlegte, den weiblichen Teil ("butt") in dieser "Ehe".

**Das ist auch eine Anspielung auf die Seitenwunde Christi, die ihm am Kreuz durch die Lanze eines römischen Soldaten zugefügt wurde, um zu prüfen, ob er schon tot sei, weil durch den anbrechenden Sabbat der Juden Leichen von den Kreuzen genommen werden mußten, man zuvor aber ausschließen wollte, daß der Delinquent noch lebte. Dies ist für die Kirche der Augenblick ihrer historischen Geburt, weil nun erst das Opfer Christi vollumfänglich abgeschlossen war.




Auch das ist Chuzpe






Wenn man Programme beschließt, die buchstäblich "Ersatzmigration" heißen, und man dann den Begriff "Ersatzmigration", sobald er im öffentlichen Diskurs auftaucht, als Verschwörungstheorie bezeichnet.