Dieses Blog durchsuchen

Dienstag, 25. Oktober 2016

Aber die größere Gefahr ist der Relativismus (2)

Teil 2)




Fällt die strenge Form der Symbolik, dann stirbt die Welt


Fällt die Symbolik, wird sie ausgelöscht, fällt die Welt, wie Cristina Campo einmal schreibt, in den Tod. Die Welt wird tot. Das Ende der Zeit (und damit das Ende der Geschichte) ist in dem Moment gekommen, in dem alle Symbolik ausgelöscht ist. Denn in dem Moment ist die Welt nicht mehr das fleischliche bzw. fleischgewordene Reich des Geistes - das Reich Gottes besteht (oder: bestünde) nicht mehr (würde die Zeit nicht abgekürzt, darauf dürfen wir hoffen).

Aus diesem Grund muß die ganz konkrete, architektonisch errichtete Kirche ein vollkommenes Abbild (oder: soll es sein ...) diese Reiches Gottes, der Kirche in jeder Dimension, eingegliedert in den Ewigen Chor der bereits vor dme Angesicht Gottes steht, und immer dort steht, weil das Symbolische in seiner Ewigkeitsdimension keiner weltlichen Zeit mehr unterworfen ist. Speziell in den Kirchenbauen bis zur Moderne ist dieses Begreifen zu einer Blüte gediehen, die etwa in den gotischen kathedralen zu einem lückenlosen Ensemble purer Symbolik wurde, wo alles einen Ewigkeitswert hat und als Gesamtkomposition ein Fenster zum Ewigen Geist ist. Womit wir beim Wesen der Kunst sind.

Keineswegs also ist es zum einen egal, ob das Leben in Symbolik und Symbolhaftigkeit stattfindet, denn es ist sogar seine Voraussetzung. Und keineswegs ist es auch egal, in WELCHER Symbolgestalt die geistigen Inhalte in die Welt hinein verfleischlicht werden. Denn das konkrete Symbol ist über das menschliche Erkennen jener Ort auf jener Ebene, die der menschlichen Verfaßtheit als sinnliches und sinnenhaftes, aber auch in den Geist ragendes Wesen (der Mensch also in Dialogik mit dem Geist, analog zur göttlichen Dreifaltigkeit - "Nach seinem Abbild schuf er ihn.") über die Dramatik dieses Zueinandergeschehens entspricht. Einen anderen Weg gibt es nicht, bzw. ist kein anderer Weg "verantwortbar" (wenngleich "für Gott alles möglich" ist), weil dem Menschen gewiesen. 

Auf einen anderen Weg zu spekulieren - und erst recht, die Symbolik als nebensächliches Brimborium zu sehen, dessen Form unwichtig ist - ist also Hochmut und Vermessenheit, ist in Wahrheit sogar ein Schlag in das Gesicht Gottes, dessen Weisheit als Abbild in der konkreten Schöpfung als unwesentlich dargestellt wird. Meist mit dem Scheinargument, daß es ja nur auf seinen reinen Geist ankäme. Das heißt, daß sich z. B. über das ganz konkrete Abbild des gekreuzigten Jesus Christus - das Kreuz ist ein Symbol - im Menschen jene Erkenntnis zuerst über die Sinne abbildet, die er dann (als Eigenleistung, gewissermaßen) in seinen menschlichen Geist hineinholen muß, wo sie auf jeder Ebene des menschlichen Daseins ihre Entsprechung bilden kann, bis sie im Geist die höchste Form annimmt - als reine Form.

Es wurde schon angesprochen, aber soll noch einmal ausgeführt werden - das, was das Symbol vom menschlichen Zeichen unterscheidet. Denn innerhalb der menschlichen Weltlichkeit bzw. aus ihrer faktischen Zuständlichkeit alleine heraus ist eine Symbolik kaum oder sogar gar nicht möglich. Nur in der Selbsttranszendierung AUF FORM HIN vermag der Mensch eine Gestaltdynamik abzubilden, die tatsächlich das Ewige in die Welt hereinholt. Nur so bleibt das Bleibende, das Eweige von Anbeginn, auch in der Welt - im stets neuen Rückgriff. Rein menschliche Geste mögen einen gewissen vorübergehenden Wert (auch in der Klugheit) haben, sie können aber niemals die Größe und Bedeutung der Symbolik erreichen.

Noch mehr aber, hat die Kirche das alltägliche Leben der Menschen dieses abendändischen Kulturkreises durch eine nach und nach immer dichter werdende Gestaltung des gesamten Tages- wie Jahreskreises immer mehr in diese Welt der Symbole hineingeholt. Und die Menschen haben ihr Leben aus diesem Rahmen zu gestalten begonnen, nach und nach, und nach und nach auch die Fülle des Lebens aus dieser Welt der Symbole - der Kirche, dem Reich Gottes also - in ihrem Leben realisiert. Das war bei weitem nicht immer, ja nicht einmal ansatzweise sogar "bewußt" so, sondern es war ein immer innigeres, immanentes Verhältnis zu diesem Reich der Poesie, in das von den allermeisten fast jeder Lebensvollzug hineingeholt wurde: Die Menschen haben ihre Lebensvollzüge zu ritualisieren begonnen. Man denke an immer noch bestehende formen die das Morgen- und Abendgebet, die regelmäßige Teilnahme an den kirchlichen Liturgien und Festen sowieso, das Tischgebet, das Kreuzzeichen beim Anschneiden eines frischen Laibes Brotes, der berühmte, an so vielen Orten gepflogene "In Gottes Namen ...", die Wegkreuze, die Kreuze in den Häusern und öffentlichen Gebäuden, die Rituale der Rechtssprechung, um nur einige der Auffälligsten zu nennen.

In diesem Rahmen nimmt das Symbol deshalb auch immer eine gewisse kulturspezifische Form an, aber nur in diesem Rahmen. Dann wird es zum "Kreuz der Johanniter" - weil es in dieser spezifischen Form noch weitere Konkretion in die Welthaftigkeit hinein angenommen hat - oder zum "Stern Davids", zur "Liturgie der Franziskaner" oder zur "Liturgie der Arberesh" auf Sizilien, jener im 15. Jhd. vor den Türken übers Meer geflohenen albanischen Bevölkerung, die bis heute ihre alten Liturgien und Symbole - bis hin zur alten Sprache der Liturgie - bewahrt hat. Aber mehr als das. Diese spezifische Hineinprägung des Symbols zur Welthaftigkeit ist sein eigentlicher Ort der Weltwerdung und der Fensterhaftigkeit. Denn Heil ist IMMER spezifisch, ist immer regional, ist immer sehr in eine bestimmte Situation hinein gesprochen.

Es muß deshalb davor gewarnt werden, die Symbole selbst wieder zu abstrahieren, in eine abstrakte Gestalt gegossen zu sehen. Das wird ihrer lebensspendenden und lebenstragenden Aufgabe nicht gerecht. So schwierig diese Frage oft auch zu beantworten ist, weil es genau darum geht: Ob diese Gestaltenindividuation noch den eigentlichen Symbolwert erfaßt oder ihn zur bloßen Kulturerscheinung stilisiert, zur bloß ästhetischen Frage oder gar einer Kultivierung einer Unkultur, einem Defekt in der Regionalkultur macht. Der Inkulturationsstreit der Symbole in der Kirche hat eine lange Tradition und ist bis heute natürlich eine immer gleich brennende Frage.

Umso mehr aber hat die Kirche immer Wert darauf gelegt, einmal in diesen Hinsichten geklärte Fragen und damit Kult- bzw. Symbolvarianten hochzuschätzen und zu bewahren. Wenn es stimmt, was katholisches.net schreibt, daß der Vatikan jüngst die erwähnten (letztlich: orthodoxen) Kulte - Erinnerungen an Zeiten, in denen Byzanz und Rom noch in ein und derselben Kirche geeint waren - vereinheitlichen, damit "abstrahieren" will, um so einen "gemeinsamen kleinsten Nenner" zu finden, dann kann man sich nur über diese lieblose Gewalt wundern. Noch dazu, wo dieser uralte albanische (immer als katholisch anerkannte!) Kult ein Ausgangspunkt für eine wirkliche Union des Katholischen Kreises mit der Orthodoxie des Ostens sein kann, weil in ihm beide noch vereint waren.

Aber es wäre - leider - typisch für das, was man heute als gefährliche Tendenz in der Kirche feststellen muß. Die die Wahrheit der Form relativiert, auf eine minimale allgemeine Form herunterbrechen will, auf die es letztlich gar nicht - weil sowieso nicht - ankommt. Nichts ist deshalb unkatholischer als eine Zentralisierung der Symbolik des Kultes bis ins Detail. Noch dazu wo man ganz konkret befürchten muß (wir führen das aber hier nicht weiter aus), in der die Symbolik des Heils durch eine banale Symbolik einer abstrakten, spiritualistischen Zwischenmenschlichkeit ersetzt werden soll, wo rein menschliches Fühlen und Wollen und vor allem (!) subjektives Befinden angestrebt werden soll, das die Symbolik ersetzen soll. Genau das, was in vielen Pfarreien unseer Länder heute bereits Alltag ist - und die Kirchen wie die Theater "leergespielt" hat (wie ein Regisseur zum VdZ einmal meinte.)

Wo im selben Maß, wo beim Friedensgruß alle durch die Kirche zu laufen begannen, um sich zu herzen und zu küssen und nach dem Befinden des letzten Babies zu fragen, wo im selben Maß, als die Liturgie regelrecht "leergeräumt" wurde, sodaß heute nur noch ein Entertainer am Altar steht, der dem Volk zugewendet eigentlich nichts tut als zu reden und vor allem zu erklären, was angeblich nun passiert (aber nicht mehr zu sehen ist, weil die Symbole weggelassen wurden, dabei soll ja genau das passieren: es soll gesehen werden, es soll ja ganz real passieren!), die Menschen den Gottesdiensten fernblieben. Denn Mitmenschlichkeit auf dieser Ebene - und mehr ist es ja nicht mehr, was der durchschnittliche Gottesdienstbesucher heute am Sonntag erlebt und sieht die eigentlichen liturgischen, symbolischen und realen Akte sind auf ein kaum noch sichtbares Minimum reduziert; am meisten bewegt sich da noch, wenn der Pfarrer zu den Menschen rennt und ihnen die Hand zum Friedensgruß schüttelt wie ein um Wahlstimmen werbender Bürgermeisterkandidat - liefert jeder Stammtisch ums Eck um Dimensionen besser.

Es kann aber in der Liturgie nur eine Wirklichkeit geben - die der Symbolik. Denn nur sie ist der Himmel, im Sakrament sogar ganz real. Und ihre Freuung ist die des Geistes. Geist aber ist eine Dimension, die ein Sterben gerade des Menschlich-Allzumenschlichen voraussetzt. Nur dann ist auch seine Freiheit zu erreichen - wenn der Mensch von rein zwischenmenschlichen Antrieben völlig frei ist. Nicht durch die Liturgie - auch noch gerade vor der Kommunion, der Begegnung mit dem reinen Geist in der Brotsgestalt, in der das Symbol zum realen Zeichen des Himmels wird - sogar noch dazu getrieben wird, also bereits die reale Erfüllung des Symbols ist, dessen Zerbrechlichkeit damit übersteigt.

Dahinter steht das, was Antonio Rosmini als einen der sich im 19. Jhd. endgültig abzeichnenden Allgemeindefekt des Abendlandes erkennt - die Verdinglichung des Geistigen. Als Für-sich-nehmen eines in einem formalen Vollzug immanent enthaltenen, aber nicht voraussetzungslos Konsumablen: Liebe, Geborgenheit, Vertrauen ... Dinge, die für sich nicht "machbar" sind, auch nicht explizit als Erlebensquant vermittelbar, sondern bestenfalls Folge, Frucht eines ganz anderen, wahren, realen Geschehens, bestenfalls Punkt, auf den sich Hoffnung bezieht. Der aber für sich praktisch kaum je erlebt werden kann. Der sich deshalb aber hervorragend für Täuschungsabsichten und die Lüge der Schizoidität (der "Behauptung", der kein Sein entspricht) ausnützen läßt.



Morgen Teil 3)





*070916*

Da braucht man doch keine Verschwörungstheorien!

(ca. bei min. 9): "Die NPD war derartig vom Verfassungsschutz unterwandert, daß man fast schon von einer staatlichen Partei sprechen muß. Also hat man sie auch nicht verbieten können." Oder: "Es ist mittlerweile durch Aktenlffenlegung bewiesen, daß die linken Bewegungen der 1950er Jahre aus Angst vor kommunistischer Steuerung vom Verfassungsschutz weithin unterwandert waren."

Video von Russia Today über die Tätigkeiten des Deutschen Verfassungsschutzes.

Nein, wir brauchen ganz sicher nicht "mehr Sicherheit", jenes Pferd, auf das die Politik so rasch immer aufspringt - und damit suggeriert, es ginge um Frauengrapscheeien auf der Kölner Domplatte oder Vergewaltigungen in U-Bahn-Stationen als Rechtfertigung für noch lückenlosere und grenzenlosere Überwachung. Es wäre schon viel getan, wenn die bestehende Ordnumg mit den bestehenden Mitteln eingehalten würde. Und wir brauchen schon gar nicht mehr Sicherheit, damit die Politik weiterhin ihre permanente Verantwortungslosigkeit reparieren oder kaschieren kann.

Man kann die abstrakten, geheimnisvollen Versprechen der Politik nach "mehr Sicherheit" - wer und wo hat es gefordert?  der VdZ nicht! -  also nur als Drohung verstehen. Als Drohung, die Selbstzensue noch weiter in unsere Gehirne zu treiben, um nicht versehentlich ins Visier der Sicherheitswächter zu gelangen. Wenn eine Angela Merkel ankündigt, sich mehr um Sicherheit zu bemühen, dann kann das nur eine Drohung sein. Denn sie selbst ist Hauptverantwortliche dafür, daß die bestehenden Sicherheitssysteme Europas regelrecht überrumpelt wurden.

Detail am Rande: Hillary Clinton hat nachweislich und belegbar Bernie Sanders die Kandidatur für die Demokraten gestohlen. Das hat Edward Snowdon enthüllt, der sich immer noch im Asyl in Rußland befindet. Wie haben die US-Medien reagiert? Sie haben mehr Sicherheit eingemahnt, indem sie das Bedrohungsbild russischer Hacker an die Wand gemalt haben.










*030916*

Montag, 24. Oktober 2016

Aber die größere Gefahr ist der Relativismus (1)

Es gibt etwas, das man "Rubrizismus" nennt. Damit ist ein bis zum Fanatismus geführtes Festklammern an Formen gemeint, das den unbedingt notwendigen freien Zugang zu Riten und Liturgien, zu Symbolen also, überlagert und sich an formalen Vollzug klammert, als würde alles bereits darin enden. Damit wird eigentlich jenes Kreuz der Hingabe erstickt, das als Transzendierung des menschlichen Tuns auf das Göttliche hin das eigentliche Einlaßtor der göttlichen, ungeschuldeten, also freiwilligen Gnade ist, die immer nur herbeigefleht werden kann - und ein Akt der Freiheit wird. Der Freiheit, die ein Akt ist, der in dem Moment entsteht, als in Bindung ein freier, objektiverter Umgang mit der Form stattfinden kann. Denn es ist die Bindung, die die Freiheit erst ermöglicht. Freiheit ist eben kein dauernder Zustand der Freiheit von etwas, und was man sonst noch damit gemeiniglich verbindet, sondern ein Zustand des Verhaltens gegenüber einer bindenden Anforderung, die auch abgelehnt werden kann.

Demut gegenüber dem Ritus, der Form, ist also zwar einerseits das Selbstüberschreiten in das sakramental und liturgisch aus der Tradition heraus nach und nach immer feiner festgelegte Zu-Tuende hinein, ist aber anderseits auch jene Demut, die die menschliche Schwäche nicht als endgültiges Hindernis ansieht. Es braucht also auch, ja gerade bei strengster Liebe zur Liturgie und zur Symbolik jene Gelassenheit, die den Vollzug erst zum lebendigen, präsenten, fleischgewordenen Gnadenort macht. Soweit zum Rubrizismus, den man aufgrund seiner Nähe zur Magie (auf die Luther die Form überhaupt eindampfte) tatsächlich ablehnen muß.

Dem gegenüber steht der Relativismus

Dem steht aber eine Haltung gegenüber, die ebenfalls in Philosophie klar nachzuzeichnen ist, die die Form für überhaupt gleichgültig erklärt, nennen wir sie "Relativismus". Die im liturgischen Vollzug den eigentlichen Ort der Gnade nicht in der Transzendierung auf die Form hin sieht, sondern diesen Vollzug an die rein subjektiven, zufälligen, momentan sogar entstehenden Formen gebunden zu wissen meint. Sie sieht den Entstehungsort der Gnade in rein subjektives Wollen gelegt, sodaß der reale Vollzug unbedeutend wird, ja sich das Symbol auflöst bzw. zu einer spontan werdenden Symbolhaftigkeit wird. Zwar sieht sie richtig, daß die Zeit ein Ergebnis der Aktualität ist, denn nur sie ist das heraustreten aus der Traumhaftigkeit, die eigentliche Geschichtswerdung als Geschichtsschaffung durch bzw. über den Menschen. Aber sie sieht nicht, daß die Grundformen der Welt ewig gleiche Dynamiken und entsprechende Bewegungsbilder sind, die in ihrer Grundstruktur niemals geändert werden können, wollen sie nicht EIN ANDERES werden. 

Ein Symbol muß also über alle Geschichte hinaus, die in der Identifikation ein gewisses historisches Kleid kennt, sich also in gewisser Peripherie "variabel" fortentwickelt (in der "Mode", im "Stil"), immer es selbst bleiben. Sein Merkmal ist, daß es nur als es selbst auch jenen Inhalt in der Welt repräsentiert, den es analog zu seinem rein geistigen Inhalt auf anderer (geschöpflicher, dinglicher) Ebene in die Welt als Wirkung trägt. Denn die Welt muß als "analogia entis" verstanden werden, als eine andere Ebene als reiner Geist, aber eine dem Wissen und der inneren Dynamik ähnliche geschaffene Gestalt in Fleischlichkeit.

Weil es somit die eigentliche Welt ist, weil es somit eine Welt als Darstellung des Wirklichen ist, als Anknüpfung an die Wirklichkeit selbst (die Gott ist), ist damit auch die Welt des Menschen als Welt des Lebendigen ein Welt der Symbolik. Sie unterscheidet sich somit auch klar von einer rein situativen Symbolik, die etwa als spezifische Verinbarung unter Menschen zwar möglich ist, aber schon sehr dem Zeichen nahe kommt oder gleich mit ihm verschwimmt. 

Das Wesen der Symbolik ist also nicht nur tief in der Anthropologie verankert, die das Abendland im Grunde seit je und in einem ununterbrochenen Strom des Denkens ("philosophia perennis") zu begreifen und zu verstehen versucht hat, sondern sie ist Ausfluß eines grundsätzlichen Weltverständnisses. In der "ein Tag den anderen grüßt", ein Ding das andere, ein lebewesen das andere, ein Mensch den anderen, in einem ununterbrochenen und gigantischen In- udn Zueinander, das eben di eWelt ist. Die im Menschen ihren dauernden Bestand haben soll. Im Menschen, der am göttlichen Geist durch Angleichung an den fleischgewordenen Gott die Welt (in der Demut, im Opfer - denn die Welt ist ein in Jesus im Hl. Geist an sich selbst adressiertes Opfer Gottes) ebenfalls im ewige Bestand hält.*



Morgen Teil 2)





*070916*

So schaut's aus

"Es ist eine Beutenahme eines ganzen Kontinents." "Wir sollten mit diesem Nonsens aufhören - da kommen keine armen Flüchtlinge. Die haben die Taschen voll Geld. Das ist perfekt durchorganisiert." "Der Staat existiert nur noch ruduimentär. Er ist nicht mehr in der Lage, die Sicherheit der Bürger zu garantieren." 

Die eigenen Bürger wurden zu den Schwachen, an denen der Staat seine "Macht" noch auslebt, ja austobt. Denen gegenüber, die ihm zu stark sind, die er gar nicht kontrollieren kann und offenbar will, zieht er sich völlig zurück.











*250816*

Sonntag, 23. Oktober 2016

"Wie der Herr - so's G'scherr!" (2)

Teil 2) Die Anmerkungen, in denen wie so oft an diesem Ort weitere Kerne stecken




*Das Widerstandsrecht, um es so zu nennen, das ohne Widerstandspflicht eigentlich gar nicht zu denken und ein wirklicher Verstoß gegen den Gehorsam ist, kann (und muß) deshalb nur dort aktiv werden, wo der Gehorsam dem Ehepartner gegenüber die Gesamtgestalt der Ehe zerbrechen würde. Es kann NICHT, wie der Hl. Bernhard v. Clairveaux in einer seiner Predigten einmal ausführt, auf einzelne technisch falsche Entscheidungen bezogen werden. Der Gehorsam steht noch über dem Irrtum im Einzelnen. ERST DANN, wenn die Gesamtgestalt, der Gesamtleib zerstört würde, erst dann ist Ungehorsam sogar Pflicht. Mit anderen Worten: Der päpstlichen Autorität ist disziplinär in allem Folge zu leisten, doktrinär aber nur dort, wo eine vorgeschriebene Gehorsamsleistung ein persönliches Befolgen eines Verstoßes gegen die Wahrheit bedeuten würde. Man muß also einen Irrtum eines Papstes nicht verkünden, das verstößt nicht gegen die Gehorsamspflicht.  

Und man muß auch der staatlichen Autorität dort nicht gehorchen, wo sie etwas verlangt, das die Grundlage des Staates in Wahrheit zerstören würde. Etwa das Befolgen eines Tötungsgebots, oder die Akzeptanz eines zugestandenen Tötungsrechts, wie bei der Abtreibung. Oder eine Fehlerziehung der Kinder zum Genderwahn, auch wenn sie der Staat vorschreibt. Oder - das Befolgen einer gegen die Rechtsstaatlichkeit hier, der Grundverfaßtheit eines Staates und Staatsvolkes gerichteten Politik einer Angela Merkel. Wer das tut, kann sich nicht durch den Gehorsam von persönliche Schuld freimachen, oder gar über die Sühne Verdienste bzw. schöpferischen Einfall der Gnade für sich und damit dem Organismus möglich machen, sondern er macht sich konkret selbst und mit schuldig, 

Das ist in einer Demokratie noch brisanter, weil die Demokratie anders als die Monarchie keine direkte Legitimation aus Gott - also auch nicht die Eheähnlichkeit dieses Verhältnisses eines persönlichen Herrschers mit Gott (in Repräsentanz der Kirche ALS Ort der Geburt und Realpräsenz Gottes auf Erden, in ihren Organen ALS Stellvertretung Christi selbst) - beanspruchen kann. Die Demokratei ist also immer eine "Notlösung", die nur von einem - durch die Demokratie gar nicht erfüllbaren! - Ganzen, der Idee des Staates und Staatsvolkes her gedacht werden kann, als geringeres Übel also. Und die Kirche hat es auch nie anders gesehen. Als sie sich in den späten 1920er Jahren damit "anfreundete", "aussöhnte", war es nur in diesem Vorbehalt verstanden und ist nur so verstehbar: Weil eine Monarchie realpolitisch nicht mehr erreichbar war, weil andere Gesellschaftskräfte nun real-faktisch wirken, ist eine auf diese Art konstuierte Konstruktion eines Staates noch das geringere Übel, an dem sogar Beteiligung als Politiker oder Wähler temporären Sinn haben kann, kann aber nie wünschenswerter Endzustand sein. 

Diese Frage hat im Gehorsam der staatlichen Autorität gegenüber höchste Brisanz. Zumal hier die Aussage der Kirche von der Position anderer Religionen (Islam) weitgehend gar nicht abweicht.

Aber Angela Merkel als direktes, unantastbares, in jedem Fall mit Gehorsam zu bedenkendes Werkzeug Gottes - wie beim gesalbten Monarchen - zu sehen ist keineswegs "christlich" und schon gar nicht prinzipiell geboten. 

Wobei diese schwierige Unterscheidung der eigentliche Grund dafür ist, daß Angela Merkels CDU überhaupt und noch immer jene Wählerzustimmung genießt, die sie als Rest noch hat. Denn gerade bei der Wählerschaft der CDU (und noch mehr bei der CSU) ist ein prinzipielles Herrschaftsverständnis präsent und nachwirkend, das die Demokratie gar nicht mehr erfüllt weil es die innere Prägung der Monarchie hat. 

**Lustigerweise passiert dies so gut wie immer mit dem Hinweis, daß es immer noch von Vorteil wäre, das Irrationale des Gekannten in kauf zu nehmen, als sich Unbekanntem (aber Rationalem) auszuliefern. Konkret: Besser noch eine schlechte Politik unter einer desaströsen Merkel-CDU, als eine zwar rational akzeptable, aber in ihren Möglichkeiten ungewisse AfD zu wählen. Nun kann aber Gutes niemals - nicht intentional, verantwortlich, direkt - aus getanem Schlechtem erwachsen.  

Diejenigen also, die in aller Irrationalität einer Kanzlerschaft der Angela Merkel die Treue halten, argumentieren, daß es darum gehe, sich dem Unbekannten - wenigstens in bekanntem Rahmen: CDU - auszuliefern, verwenden aber GENAU DIESES ARGUMENT als Gegenargument, sich dem Ungekannten einer neuen politischen Kraft wie der AfD, die die Rationalität der konkreten Politik einfordert, zuzuwenden. Sie tun dies übrigens nicht selten mit wildesten Versuchen, Merkels Widersprüchlichkeit als "höhere Rationalität" darzustellen, indem sie wahres "Rosinenpflücken" aus ihrem wahrlich überreichen Gemüsebeet an Aussagen betreiben. (Ähnliches tun viele auch beim Papst.) Sie tun damit aber eines: Sie überantworten die Welt AKTIV dem bewußten Zufall, und erklären dies mit "Offenheit für die Ideenvielfalt Gottes". Das ist aber Vermessenheit und damit Gotteslästerung! Denn Verantwortung muß immer zuerst den Weg der Vernunft suchen. Gottes Überrschaungen und Spontaneitäten lauern erst an jener Ecke, wo die Vernunft an ihr Ende kommt. Sie sind also ÜBERvernunft, nicht UNvernunft.






*070916*

Unter der Drohung der Einsamkeit

"Je stärker die gesellschaftlichen Bedingungen (der Bevölkerungen in Demokratien, Anm.) sich einander angleichen, desto größer wird die Zahl der Individuen, die zwar nicht mehr reich und mächtig genug sind, um einen großen Einfluß auf das Schicksal ihrer Mitbürger ausüben zu können, die aber hinreichend Bildung und Güter erworben oder behalten haben, um sich selbst zu genügen. Sie sind niemandem etwas schuldig und erwarten sozusagen von niemandem etwas; sie gewöhnen sich daran, sich immer nur in ihrer Isolierung zu betrachten, und stellen sich gern vor, daß ihr Schicksal nur von ihnen abhänge.

So sorgt die Demokratei nicht nur dafür, daß ein jeder seine Ahnen vergißt, sondern sie verbirgt ihm auch die Nachfolger und entfremdet ihn auch seinen Zeitgenommen; ständig wirft sie ihn auf sich selbst zurück und droht, ihn gänzlich in die Einsamkeit seines eigenen Herzens einzusperren."

Alexis de Tocqueville, "Demokratie in Amerika" (ca. 1830)


Was Tocqueville hier für den Staat schreibt, gilt analog uneingeschränkt für jeden sozialen Organismus, dem seine hierarchische Struktur genommen wird. Nicht zuletzt, ja vor allem - von der Familie, die der sozialistische Sozialstaat als verfeinertes Instrument des Demokratismus als Tyrannei der Mehrheit direkt und nachhaltig zerstört hat.




*310816*

Samstag, 22. Oktober 2016

In der Not der Stunde

Die Sache wurde an den VdZ herangetragen, und er will sie auf diese Weise unterstützen: Es geht um einen nächsten Vorstoß der EU, ihre Mitgliedsstaaten darauf zu verpflichten, die "same-sex-marriage" in ihren Ländern rückhaltlos einzuführen. Die Zerstörung der Ehe in ihrer Rechtsstellung als Grundlage von Volk und Staat (über die Familie) ist aber schon jetzt so weit fortgeschritten, daß wir in einem Trümmerfeld unerhörte Ausmaßes stehen, das sich schon ganz konkret im Alltag niederschlägt. Die Diskussion über "Same-sex-marriages" (die noch dazu eine verschwindend kleine Minderheit betreffen, da geht es also nur ums Prinzip) spielt dabei eine verhängnisvolle Rolle.

Auf europäischer Ebene hat sich nunmehr die Intitative "Vater, Mutter, Kind" gebildet. Die über eine Unterschriftenliste bewirken will, daß dies zumindest behindert wird. Der Leser kann über diese Seite seine elektronische Unterschrift hinzufügen.





*211016*

"Wie der Herr - so's G'scherr!" (1)

Es ist für jeden selbst erkennbar, wenn man es sehen kann und will, soll deshalb in dieser pointierten Form dargestellt werden. Es geht um die Grundtatsache, daß man sich jener Gestalt nachbildet, der man anhängt. Weil man in der Nachbildung auch an ihrem bzw. demselben Geist teilhat. (Im übrigen eine Grundtatsache der menschlichen Erkenntnis überhaupt.) 

Diese wechselseitige Beziehung hat einen anthropologischen Kern - und der liegt in der Ehelichkeit aller Menschen (ja aller Dinge überhaupt, dazu ist hier schon oft geschrieben worden), und natürlich im speziellen in der Ehe. (Das selbst äußerliche, physiognomische Angleichen von Ehepartnern ist ja offensichtlich und bekannt.) Der Satz läßt sich übrigens selbst bei Haustieren und ihren Haltern gut beobachten.

Dieses Anhängen ist ein "Dazugehören wollen". Deshalb ist es von größter Bedeutung, wem man anhängt, denn von diesem wird man geformt, WEIL MAN SICH FORMEN LASSEN WILL. Weil man es zuläßt.

Und deshalb ist es mehr als auffällig, daß Menschen, die Führungspernlichkeiten anhängen, die sich nicht an die Wahrheit selbst hängen, also der Vernunft offen gegenüberstehen, entsprechend ihre Vernunft verlieren. "Wie der Herr - so's G'scherr!" Deshalb zeigen sich heute viele Menschen, die bestimmten Politikern oder Führungspersonen (auch in der Kirche) anhängen, und zwar in deren Faktischem, auch diesen gemäß zu denken und zu handeln beginnen. 

Hier ist der große Riß in den Gesellschaften unseren Ländern am deutlichsten zu erkennen, hier zeigt er sich wieder. Denn das Establishment ist ja nichts anderes als eine (mehr oder weniger konkret definierte) Organschaft, die sich durch den Willen zu Zugehörigkeiten an eine (bzw. bestimmte) Spitzen kennzeichnet. 

Konkret heißt das, daß z. B. Merkel-Anhänger mit der Zeit begonnen haben, genau dieselbe inhaltsleere, vor allem aber von vielen Nebelbegriffen gekennzeichnete  Phraendrescherei zu pflegen, die Angela Merkel selbst an den Tag legt. Oder daß Heerscharen von Papst-Jubilanten dieselben Zweideutigkeiten in ihre Sprache übernommen haben, die den Papst selbst kennzeichnet. Die Beispiele sind beliebig fortzusetzen, und beschränken sich keineswegs auf "Lager".

Damit wird ein Diskurs, eine Kommunikation, ein Gespräch zwischen diesen beiden Lagern unmöglich. Denn es sind tatsächlich ZWEI Lager. Denn es ist unwichtig, WELCHER Person im Einzelnen die Menschen des einen Lager anhängen, die merkmale sind dieselben. Ihnen steht einanderes lager gegenüber - jenes der Menschen, die nicht aufgehört haben, die Wahrheit selbst als existentiellen "Dialogpartner" zu begreifen und zu sehen. Nur sie können jene Vernunft bewahren, die einen Diskurs überhaupt möglich macht, denn Diskurs verlangt in jedem Fall den Referenzpunkt Wahrheit, weil sich sonst schon die Begriffe der verwendeten Sprache unverständlich werden.

*

Der entscheidende Punkt ist dabei nicht, einem "Amt" zugehören zu wollen, als Ausdruck eines Punktes in einem Gefüge, dessen Teil man ist und sein soll und sein möchte. Der entscheidende Punkt ist, zwischen der faktischen persönlichen Gestalt und dem Amt nicht mehr zu unterscheiden. Nicht mehr zu unterscheiden, daß sich die Pflicht zu Gehorsam (als Eigentümlichkeit des Eigentums, der Zugehörigkeit, die es ja ist, die einem an den Eigenschaften des Amtes bzw. dessen Repräsentation teilhaben läßt), auf das Amt selbst bezieht. Eine Unterscheidung, die äußerst schwierig, aber genauso notwendig ist. 

Weil nicht einmal im Sakrament der Ehe absolute Zugehörigkeit in allem Faktischen heilsbringend genug ist, obwohl sie dort noch am weitesten geht und sogar gehen muß, weil sonst Ehe gar nicht real - ein Fleisch - wird. Aber sie ist eben das Zusammenschmelzen auf "einen Leib", das heißt, daß beide Ehepartner vom selben irdischen Schicksal getroffen werden. Ohne je den letzten Rest an "reservatio" aufgeben zu dürfen - das Personsein, das Ich-sein, das kein Mensch je abgeben darf.*

Genau das aber tun jene, die meinen, einer Führungsgestalt rückhaltlos und in ALLEM folgen zu müssen. Sie werden nämlich dann nicht nur am Schicksal teilhaben, das dem Gesamtorganismus zugeschrieben und zugelebt wird, sondern auch an dessen ganz persönlichem und endzeitlichen Schicksal "als Maskenträger selbst". Gehorsam aber kann sich nur auf die Maske beziehen! Er bezieht sich auf den Maskenträger nur insoweit, als Maske prinzipiell nie ohne Maskenträger möglich ist, weshalb die pure Existenz dieses Maskenträgers selbst (so defiziös er auch sein mag) nicht von der Maske zu trennen ist. Also nicht wie Luther meinte, daß ein schlechter Amtsträger das Amt selbst verschwinden lassen würde, was entweder zum Pantheismus führen würde, oder zum puren Idealismus, der alles Konkrete auflöst weil konkrete Repräsentation nicht mehr kennt.

Was natürlich zu einem wahren Ritt über den Bodensee, zu einem Eiertanz wird, wenn sich diese faktische Person in vielem als mit dem Amt inkompatibel, als es oft oder zumindest mit gewisser Wahrscheinlichkeit verletzend herausstellt. Dann sind wahrlich schwere Zeiten angebrochen, die - wenn sie nicht verkürzt würden!  ("Sed libera nos a malo!" - so endet das Vaterunser: Befreie uns von dem Übel! Denn wenn die Zeit nicht abgekürzt würde, würde kein Mensch mehr übrigbleiben. Weil auf Dauer diese Unterscheidung nicht möglich ist.)

Umgekeht muß es gerade die Aufgabe von Christen sein, diese Kampf um die Unterscheidung voranzutreiben, ja vorbildlich zu führen, um die aktuellen Maßstäbe herauszuarbeiten. Denn nur sie können ihn überhaupt führen weil die Kriterien erkennen. Denn gerade sie können die größte Verwirrung stiften, bei sich wie bei denen die ihnen zugesellt sind, indem sie eine Körperschaftssolidarität demonstrieren, die alles Faktische einbegreift - und genau damit den eigentlichen Leib zerschlägt, weil auf die Unterscheidung verzichtet. Die Gestalt des Leibes als ehelicher Bezugspunkt der Treue und Liebe also verzerrt. 

Und jeden, der sich ihm zusagt (was ein Wille dazu ist, daß der andere, der, dem ich mich zuschreibe, über mich leiblich, also in der konkreten Gestalt verfügt) und der eines Urteil vertraut mit in die Falle der Zerstörung treibt.**



Morgen Teil 2) Die Anmerkungen, in denen wie so oft an diesem Ort weitere Kerne stecken





*070916*

Wovon aber reden wir da überhaupt?

Im Grunde ist die Rede von der "Klimaerwärmung" ein Auswuchs eines technizistischen Denkens, das seine Wirklichkeitsrelevanz und damit seine wissenschaftlicht Relevanz zugunsten eines abstrakten, aber aussagelosen Generalissimums aufgegeben hat. Es zeigt sich darin was man anrichtet, wenn man bloßen Logizismen und Logikabläufen folgt, ohne die Wirklichkeitsrelevanz der Parameter zu berücksichtigen. Vor allem wird gegen die "Ungefährheit" jeder physikalischen Aussage gesündigt. 

Denn "wie warm" ist das Wasser ihrer gefüllten Badewanne, das zwischen Ablauf (34°) und Beckenrand (32°) eine meßbare Temperaturdifferenz von 2° aufweist (und noch eine gar nicht zählbare Reihe weiterer Temperaturzonen), wie sie jeden Samstag selber testen können? Kann man dann tatsächlich davon sprechen, daß "die Badewassertemperatur" 33° ist? Nein! Selbst wenn die Einlaßtemperatur lt. Hahn 34° beträgt (und: nicht einmal die ist "konstant", sondern ein Ungefährwert). Denn es ist nur ein Ungefährwert, der zusammen mit der Erfahrung der immer komplexen Realität eine ungefähre Einschätzung für bestimmte Zwecke zuläßt. Die Welt ist und bleibt einfach keine "ideale Maschine!" (Ideal deshalb, weil es keine reale Maschine auf der Welt gibt, die ihren Zweck besser als mehr oder weniger genau, also ungefähr erfüllt.) Dabei ist eine Badewanne noch ein weit geschlosseneres System, als man von der Erde je wird behaupten können, die rundum und nahtlos mit dem Weltall in Kontakt steht und zahllosen, meist physikalisch nicht einmal bekannten oder berechenbaren Wechselwirkungen mit diesem unterworfen ist.

Dies ist in diesem Bericht, den EIKE übersetzt hat, im Zusammenhang mit der angeblich gestiegenen (Welt-)Ozentemperatur sehr gut nachvollziehbar gemacht. Kenneth Richard zeigt, daß die Rede von der Klimaerwärmung nahezu absurd ist. Denn hier wird einfach alles in einen Topf geschmissen und als Bezugsgröße genommen, die aber dann überhaupt keine konkrete Aussage mehr hat. Eine solche beruht aber auf einem Bild, das der Wirklichkeit einfach nicht entspricht.

Das trifft bei der Erde auf jeden Fall zu. Denn anders als in abgeschirmten Labors ist die Erde eben kein Labor. Damit fällt auch das physikalische Konzept, daß zwar mit physikalischen Methoden keine Aussage über das Wesen eines Dings möglich ist, aber bei gleichbleibender Hintergrundmatrix und Versuchsanordnung aus der Veränderung eine gewisse Eigenschfts- und Wesensaussage (wovon weiß man aber auch nicht wirklich) möglich wird. Das heißt, daß auch langjährige Meßreihen von (sagen wir) ein und derselben Meßstation nicth einmal etwas über "Veränderungen" aussagen. Sie sagen nur aus, daß sich die Meßwerte verändert haben, nichts über den Grund und die Zusammenhänge. Denn die Luft, die da gemessen wird, die Natur, unterliegt niemals standardisierbaren Matrix-Bedingungen. AUS den Daten selbst also läßt sich gar nichts ableiten, lediglich Thesen erhärten oder falsifizieren, weil ein Ungefähr reichen muß.

Wie also kommt man zur Behauptung, daß sich die Ozeane (leicht) seit 1950 erwärmt haben? Die vielen Meßdaten, auf die sich diese Aussage beruft, lassen eine solche Aussage nämlich prinzipiell nicht zu. Und wenn es noch tausendmal mehr Daten wären. Keineswegs haben sich in den letzten Jahrzehnten auch alle Regionen der Welt erwärmt, wei diese Behauptung suggeriert - manche haben das, aber viele sind sogar kühler geworden. Die Behauptung stützt sich nur auf einen Mix, in dem ein Durchschnitt ermittelt wird, bei dem zufällig eine leichte Temperaturerhöhung herauskommt. Das ist auch schon alles. Ob "die Ozeane" wirklich wärmer geworden sind erschließt sich daraus einfach NICHT. Es mag für die Bucht von Kailea zutreffen, für die Küstenwässer von Alaska bis Chile aber nicht, das ist auch schon alles was man aus den Messungen sagen kann.

Durch eine solche Behauptung - "Ozeanerwärmung" - aber, die aus dem überaus simplen, man müßte fast sagen: stupiden, unintelligenten Ausage über eine angeblich gegebene oder gar gemessene "Durchschnittstemperatur" entsteht, bildet sich vor allem in der Öffentlichkeit (und vermutlich glauben auch viele Wissenschaftler daran) jenes Bild, das solcher Aussage tatsächlich zugrundeliegt: Als wäre die Erde ein für sich stabiler, alles durcheinandermischender, homogener Gegenstand, dessen Eigenschaften man einfach abmessen könne.

Selbst, wenn man von CO2-Gehalten in der Atmosphäre spricht, spricht man von einem theoretischen, praktisch aber nichtssagenden Durchschnittswert, denn tatsächlich ist der CO2-Gehalt von dzt. 400 ppm in der Luft ein fiktiver Durchschnittswert, der von Luftregion zu Luftregion enorm unterschiedlich ist. Nicht einmal die gleichbleibende Höhe der Messung hilft da viel weiter, auch sie ist eine vergröbernde Annahme, die im Detail aussagelos ist. Die Atmosphäre ist kein beherrschbares Labor.

Wirft man aber nun die weltweit gemessenen Temperaturen (und weiß der Deibel was noch an Meßergebnissen) in einen Topf, wie man es überall und ständig tut, kommt als Ergebnis derzeit eine "Erwärmung" heraus, die man aber als völlig aussagelose Zufälligkeit bezeichnen muß. Hat es in Argentinien eine Temperaturabsenkung gegeben, in Kalifornien aber eine Erhöhung, die die Abkühlung übertrifft, dann addiert man (m.o.w.) einfach diese Zahlen und spricht von einer "Erwärmung". Nur - was ist damit über ein "Weltklima" ausgesagt? Gar nichts, buchstäblich! Denn wenn dann müßte man exakt wissen, wie alles zusammenhängt, um die Relevanz der einzelnen Meßdaten abzuschätzen - aber davon ist die Klimawissenschaft weit, ja unendlich weit entfernt. 

Aber die Klimaerwärmer bauen fortlaufend, ja ein ganzes Weltbild auf solchen völlig zufälligen Aussagen. Was bedeutet es für das Weltklima, wenn die Luft in Grönland (in den einfach über die ganze Insel in ähnlicher Simplizität gemittelten Temperaturen) seit 1978 um 1,2°C wärmer wurde, während der Südpol im selben Zeitraum um 0,9° kühler wurde? Bedeutet es, daß weil nun "im Mittel die Pole um 0,3° wärmer wurden" die Polkappen abschmelzen? Ganz sicher nicht! Wir wissen vielmehr überhaupt nicht, was es bedeutet! Dennoch wird laufend mit solchen Phantasiewerten argumentiert, um daraus "Beweise" herzuleiten. Das Meer ist wärmer geworden? Ja, in vielen Teilen der Welt, gewiß. Aber in vielen anderen ist es kühler geworden. Ist "das Meer" aber nun tatsächlich "wärmer" geworden, weil ein Mittelwert über alle Ozeane nun ergibt, daß nun 0,2° "globale Ozeanerwärmung" herauskommt?

Dafür wird massiv getäuscht, indem einzelnen Meßprozessen und Methodiken selbst "Wissenschaftlichkeit" zugeschrieben wird - aber das Grundprinzip der Wissenschaft, WAS wird denn da überhaupt gemessen, dabei unter die Räder kommt. Schon das Reden von "Erderwärmung" ist nämlich NICHT WISSENSCHAFTLICH. Denn wissenschaftlich läßt sich so eine Aussage gar nicht treffen. 

Selbst, wenn man also für möglich hält, daß es eine "Klimaerwärmung" gegeben hat oder gibt - mehr als ein Glaube, ein Postulat kann das schon aus Prinzip gar nicht sein. (Und schon gar nicht, weil es im Nachbardorf gestern ein Gewitter und an der Aller vor drei Wochen ein Hochwasser gegeben hat.) Ganz sicher nicht hat irgendeine "wissenschaftliche Wahrscheinlichkeit" dazu etwas beizutragen, ganz sicher nicht irgendwelche "Meß-Mittelwerte". Wenn, dann könnte das nur ein Gesamtblick tun, der einer Intuition bei weitem verwandter ist als jeder konkreten wissenschaftlichen Exaktheit. Selbst wenn die kompliziertesten mathematischen Formeln dazu verwendet werden.

Und das sollten wir bei allem Gequatsche über Details, das ja ohnehin nie mehr sein kann als ein Kreisen um behauptete Gewißheiten, für die es durch Details Evidenz gäbe, um Gottes willen nicht vergessen. Nicht vergessen, daß ein Einlassen auf manche Details, wie es auch hier passiert, nicht mehr ist als ein Aufzeigen, daß SELBST UNTER DEN GRUNDSÄTZLICH IRRTÜMLICHEN AUFFASSUNGEN DER KLIMA-ERWÄRMUNGSPHANTASTEN von einer menschengemachten, CO2-bedingten, nahenden Klimakatastrophe schlicht und ergreifend NICHT GESPROCHEN WERDEN KANN.  Nicht einmal, weil es sie NICHT gäbe. Sondern weil so eine AUSSAGE NICHT MÖGLICH IST. 

Es sei denn, man macht sie zu einer religiösen Aussage.





*310816*

Freitag, 21. Oktober 2016

Zeitbombe Bildung (2)

Teil 2) Sodaß alle Menschen (fast) alles könnten, aber nichts können
 - Und: Die Anmerkungen




Die ständische Stabilität, über die sich nach wie vor und Jahr für Jahr die Linken neu echauffieren, weil sie aus den Kindern nicht und nicht herauszudoktrinieren ist, ist also kein Mangel, kein Manko, als die sie immer wieder dargestellt wird. Auch und bevorzugt sogar von einem Teil der Wirtschaft, und zwar von jenem, der identitätslose Menschen "braucht", weil er selbst keine Identität mehr zu bieten hat, weil er sich der "Cleverness" verdankt und nicht der verantwortlichen, persönlichen Unternehmersidentität, die Unternehmertum als Selbstzweck sieht, der sich dann erfüllt, wenn es gelingt, möglichst Geld zu machen - und nicht, einen Auftrag im Ganzen der Welt und Gesellschaft zu erfüllen. Diese ständische Stabilität ist ein wesentliches Merkmal (und damit Voraussetzung, also auch: Ziel!) einer gesunden Persönlichkeit und eines gesunden sozialen Gebildes - Famlie, Sippe, Gemeinde, Heimat, Staat.

Und innerhalb ihrer ist die Frage nach Talenten relevant. Denn ein geglücktes Leben kann auch und sehr wohl bedeuten, eine Tätigkeit, eine berufliche Identität darzustellen, zu der einem manche direkte Fähigkeit fehlt. Das aber ist noch lange kein Grund, um diesen Ort nicht auszufüllen. Es ist höchstens ein Gebot der Klugheit, für die Fähigkeiten, die einem fehlen, aber für den Ort notwendig sind, Hilfe zu holen. Ein Defizit, das so gut wie immer der Fall ist.  Umso bedeutender ist die Stabilität der Identiät, weil sie die Mängel im Vollzug, die jeder, wirlich jeder hat, leicht übersteht und überbildet. 

Aber erst dann überbildet, wenn jede Beziehung zu einem "anderen" ein der Ehe analoges Verhältnis bedeutet, in dem einer am anderen ergänzt und ausgleicht, was diesem fehlt, und zu diesem Mühen um Ergänzung - und nicht um Herausbildung einer "Individualität", die mit dieser quasi-ehelichen Partnerschaft nichts zu tun hat, außer, daß man sie veweigert - durch das Gebot der Treue (fast möchte man sagen:) "gezwungen" wird. Und diese Ehe bedeutet, daß einer dem anderen in seiner Identität nicht nur GEHÖRT, sondern daß sich Identität erst in dieser ZU-GEHÖRIGKEIT herausbildet. Womit sich sagen läßt, daß Fähigkeiten, schöpferisches Tun direkt mit dem Umstand zusammenhängt, JEMANDEM (an)zugehören.

Ist diese Zugehörigkeit nicht gegeben, sei es aus eigener Verweigerung (warum auch immer), sei es aus Verweigerung desjenigen, DEM man zugehört, kommt es als Folge immer und ausschließlich zu defiziösen Entwicklungen in der Persönlichkeit des Betreffenden. Dessen, der "niemandem gehört", der niemandem zugehört. Das ist zu einem gewissen Teil durchaus auch Merkmal einer wachsenden Kultur, das darf man nicht übersehen, kann aber niemals deren Norm sein. Es hat sogar immer wieder neue Berufsfelder herausgebildet, die es in dieser Ausschließlichkeit als Identität zuvor nicht gab. Man denke einerseits an den Künstler (der aus dem Handwerker hervorging), man denke auch an den Priester (der aus dem Vater, dem König UND Priester hervorging), oder an den Philosophen, der sich aus Führungs- bzw. Universalposition herausentwickelt hat (weil er Universalität, Ungebundenheit an eine Teilidentität braucht). Man denke anderseits aber auch an die Geschichte des Abendlandes, in der sich exemplarisch immer mehr Einzelberufe herausbildeten, die ursprünglich allesamt in einem einzigen Beruf versammelt waren, dem des Bauern, der alles selber machte. 

Diese Entwicklung macht es natürlich möglich, daß sich immer spezifischere, aus diesem Insgesamt herausgenommene Berufsfelder in immer neue, noch größere Meisterschaften fortgeführt haben. Und so kann eine Kultur tatsächlich immer weiter wachsen - durch Herausgliederung von Spezifischerem aus einem Umfassenderen. Aber aus genau diesem Grund braucht eine solche Entwicklung ihre Wurzel in der Herkunft, weil sich Entwicklung, Spezifiizierung AUS einem Universaleren heraus entwickeln muß. Weil sie immer ZUERST Identität braucht.

Es ist das, was Hadmut Danisch in seinem Fallbeispiel einer "Akademikern am Arbeitsamt" richtigerweise (wenn auch ungenügend) so beschreibt: "Qualifikation ist keine absolute Eigenschaft. Man ist qualifiziert nur mit einer Präposition oder Infinitiv. Qualifiziert für etwas. Qualifiziert, um etwas zu tun. Qualifziert etwas zu tun. Aber nicht einfach qualifiziert." Unser Ausbildungsstätten produzieren aber genau das und in immer ausschließlicherem Maß: leere, identitäts- weil ortlose Qualifikation. Meist von den Auszubildenden eingegangen, weil sie von Kindheit an von einem Anspruch getrieben werden, "so viel wie möglich aus sich zu machen", soll heißen: "Hoch" zu steigen. Durch Studium. (Heute studieren in Österreich 60 % aller Jugendlichen, von denen übrigens wiederum 50 % "Beamte" werden wollen. Und die deutsche Adenauer Stiftung hat gerade ein Studienpapier publiziert, das darauf hinweist, daß 75 % aller Maturanten/Abiturienten "für ein Hochschulstudium unqualifiziert" sind.. Studieren werden sie aber wohl trotzdem.)

Kein Mensch hat jemals noch die Frage gestellt, wie eine Gesellschaft mit den daraus erwachsenen Erwartungen auf "gerechte Zuerkennung von Bedeutung, die sich ja lt. allgemeinem Konsens (angeblich) aus Befähigung ergibt" einmal umgehen können soll OHNE ein überhitzer Kessel unbefriedbarer Ansprüche zu werden.³ Wobei sich in dieser gesamten Problematik aus bekannten Gründen (´wie an dieser Stelle schon oft und sehr grundsätzlich behandelt) das Hineintreiben gerade von Frauen in diese "Bildungsmalaise" und Anspruchsmaschinerie besonders tragisch für den gesamten Gesellschaftskörper auswirkt, denn ihr Problem "Identität" ist heute doppelt lösungs-blockiert. Dabei aber besonders politisch gewollt - durch den Genderwahn!

Somit wird auch klar, daß die eigentümliche Situation, in der sich unsere Gesellschaften in ihren unterschiedlichsten Konkretionen - deren eine und nicht unwesentliche Funktion auch die des Ortes der Wirtschaft ist (auch Wirtschaft setzt in den Konkretionen von Gesellschaft an, im letzten/ersten aber am Staat als äußerstem Ring der Identität) - befinden, nur so, aber auch genau so zu lösen ist. Wo auf der einen Seite immer größer werdende Menschengruppen keine Aufgabe mehr finden, anderseits bestehende Aufgaben (man denke an den immer prekärer werdenden Facharbeitermangel) nicht mehr erfüllt werden, weil es die Menschen dazu nicht gibt.*

In den "reinen Begabungen" sind sich aber die Menschen so weitgehend gleich, daß es zum einen zum Trugschluß verleiten könnte, "alle könnten alles", zum anderen aber nicht in der Lage sind, eine Identität daraus zu bestimmen. Es ist deshalb kein Zufall, das Menschen, die pädagogischen Sondermaßnahmen unterzogen wurden, die sich genau dieser Seite widmen - man denke an Waldorf- oder Montessori-Schulen, und überhaupt alles, was sich "Reform-Pädagogik" nennt - im späteren Leben durch ausgeprägte berufliche Instabilität auszeichnen, also ihren Beruf auch um hundertachtzig Grad wechseln "können". 

Sie sind aber nicht die Meister der Zukunft, sondern bedauernswerte Exemplare einer Pädagogik, die sich als Ingenieurspraxis versteht, und nicht der Liebe erwachsen ist, sondern Liebe mit einem Gefühl verwechselt hat, das der Selbstfühligkeit aus Schwäche und der Unmännlichkeit erwächst, und deshalb Entscheidung und Urteil vermeidet. Aber Identität und damit gelungenes Selbstsein braucht zuerst das Urteil der Eltern, und insbesonders des Vaters, dem Repräsentanten der Welt, die eine Welt der Begriffe ist. Und damit erst zum Ort in der Zeit wird. Wo diese Begriffe, diese Urteile fehlen, beläßt man die Kinder und jungen Menschen aber in einer Welt des zeitlosen Traumes.

Noch etwas wird aus dem Gesagten aber hoffentlich klar: Daß das, was das Establishment gefordert hat und fordert - die Abschaffung eigener Grenzen, um Zuwanderung zu ermöglichen und an denen "Integration" zu vollziehen - nicht nur nicht "sozial" oder gar "liebevoll" ist, sondern das genaue Gegenteil: menschenverachtend. Weil es den Herkömmling nicht als Person achtet.**



²Deshalb finden sich in der Geschichte aller bedeutenden Menschen (und das hat mit ihrem "Bekanntheitsgrad", ihrer quantitativen Präsenz in den offiziellen Geschichtsbüchern nichts zu tun) als eigentliche Momente des Ausbruchs des Schöpferischen solche Golgotha-Erlebnisse des völligen Absterbens. In mancher Künstlerbiographie hat deren zeitweilige Tätigkeit als Tellerwäscher oder Hilfsarbeiter am Hafen mehr Bedeutung als ihr späterer öffentlicher Erfolg. 

³Im übrigen ist die heutige Bildungspolitik unserer Länder unfaßbare Verschleuderung von Volksvermögen, und keine "Investition in die Zukunft", wie das Establishment uns ständig erzählt. Weshalb der VdZ alle Haare aufstellt wenn er nur hört, daß "mehr Geld für die Bildung" notwendig wäre. Das GEGENTEIL ist der Fall.

*Es ist also schon prinzipiell falsch gedacht, diese Defizite durch "Zuwanderung" lösen zu wollen. Denn damit habenwir, was wir heue haben: Zugewanderte, die ebenfalls nicht gebraucht werden. Warum? Weil sie als Zugewanderte erst einmal einen Ort finden müssen, den ihnen die Gesellschaft zuweist, und ERST DARAUS, erst aus diesem Ort im Geflecht der Beziehungen ergibt sich dann Gebrauchtheit. "Qualifikationsmaßnahmen" als vermeintlicher Weg zur Integration sind hinausgeschmissenes Geld, verlorene Liebesmüh. Sie hätten erst Sinn, wenn die zu integrierenden Menschen (die aus dem Gesagten heraus nur in einer bestimmten, sogar relativ kleinen Menge überhaupt integrabel sind) ZUERST in einem sozialen Geflecht stehen, und DARAUS eine Aufgabe definieren können.

**'Dazu ein wichtiges Wort: Es KANN sein, daß der Auftrag eines Ortes und einer Zeit darin liegt, in Erfüllung des Auftrags eine Zuwanderung als Hilfe in der Not zuzulassen bzw. sogar zu betreiben, die die gegebenen gesellschaftlichen Konkretionen aufsprengt und fordert, sie aufzugeben. DAS KANN SEIN. Aber umso genauer muß eine Gesellschaft (ein Staat in diesem Fall) darauf achten, OB die Zuwanderungsfordernden oder -begehrenden WIRKLICH diesem Gebot entsprechen. Oder, wie es 2015 in exorbitantem Maß sichtbar wurde, EBEN NICHT, ja, diese Prüfung wurde nicht einmal erwogen, sodaß es VERANTWORTUNGSLOS war Tatsachen zu schaffen, die keineswegs erst NACHTRÄGLICH als nicht dem Auftrag gemäß festzustellen sind. (Denn den allermeisten Menschen wäre bei etwas offenen Augen klar gewesen, daß dies der Fall ist. Und sei es, daß ein Staat seinen Bürgern gewisse Vorsicht nach außen schuldet.) Denn keineswegs hat eine Gesellschaft die Pflicht, sich selbst aufzulösen, im Gegenteil: Teil des Auftrages an einem Ort ist sogar zuerst, sich zu bewahren, und sei es durch Abschottung. 

OB wir also 2015 als Volk, als verortete, konkrete Gemeinschaft von Menschen, als Gesellschaft vor dieser Aufgabe standen, der Not anderer wegen ein Selbstopofer zu bringen, kann man mit moralischer Gewißheit für die Gesamtgeschehnisse VERNEINEN. Daran ändern auch manche posthoc festgestellte Einzelfälle nichts, die fraglos und grenzenlos unsere Hilfe tatsächlich brauchen, soweit wir sie geben können. Die aber als Deckmantel mißbraucht werden, um ein enorm folgenreiches Grundversagen, dem man sogar böse Absicht unterschieben darf weil es sonst nicht zu erklären ist, zu verschleiern.




*070916*

Aber man muß scheiden, um zu sehen

"Wenn Kommunismus und Nationalsozialismus in erster Linie als Ideoologien und wenn vor allem ihre Führer als Ideologen verstanden werden, dann wird Hitler als deutscher Politiker ebensowenig richtig gesehen wie Lenin als russischer Staatsmann. Das heißt nicht, daß der eine nicht AUCH ein deutscher Politiker gewesen wäre und der andere nicht EBENFALLS ein russischer Staatsmann. 

Aber die Frage geht immer in erster Linie nach dem Überschießen, nach dem Neuen, nach dem Hiatus, die das eigentlich Ideologische ausmachen, aus dem die bedeutendsten Handlungen hervorgehen. Ideologien können sehr unterschiedlich sein, aber jede ist durch dieses Überschießen gekennzeichnet und durch einen Kern von Berechtigtem und Zeitgerechtem, das vielleicht nur durch das ideologische Übermaß zum Dasein gebracht werden kann, das aber eben dadurch auch ruiniert werden mag. [...]

Erst eine neue Situation kann die Nachgeborenen instand setzen, den realen Kern und die irreale Übersteigerung zu unterscheiden; die Z/eitgenossen dagegen ergreifen oder verwerfen das Ganze mit aller Leidenschaft, und erst in diesen Kämpfen kann sich allmählich klären, was Kern und was Überschießen ist. Hitler verstand sich selbst nicht als Nachfolger Stresemanns oder Papens, sondern als Anti-Lenin, und in dieser Auffassung stimmte er mit Trotzki überein [...]

Für Trotzki freilich hatte Lenin ganz und gar recht, und damit hatte Hitler ganz und gar unrecht; aber wer die Überzeugung von der absoluten Wahrheit einre Ideologie nicht teilt, wird allerdings der Meinung sein müssen, daß auch Hitler nicht in jeder Hinsicht unrecht haben konnte, sondern daß in seinen Auffassungen und in seinem Handeln ebenfalls Kerne erkennbar sind, in denen etwas zum Vorschein gelangte, was zeitgerecht und mindestens für zahlreiche Menschen einleuchtend und bewegend war. [...]

[Das betraf sogar gerade die eingängigsten, plakativsten seiner politischen Ziele, die auch von allen Staaten der Welt als normal und richtig anerkannt worden waren. Niemand hat Hitler für verrückt erklärt, weil er und mit ihm ganz Deutschland Versailles als ungerecht empfand, das war auch allen Siegermächten klar, im Gegenteil, die Politik der Welt hat ihn hofiert für seine mutige Vernunft! Und niemand fand es pervers, daß er einen Staat für alle Deutschen wollte, das wollten nach den Verwerfungen 1918 viele Staaten. Und der etatistische Sozialstaat Hitlers war eine Stufe einer Entwicklung, die praktisch sämtliche Staaten der westlichen Welt nach 1945 nahmen und schon damals zeitgleich in der halben Welt eingesetzt hatte, bis hin zu den USA unter Roosevelt.]

Daß [diese Ziele] für ihn jedoch kein Selbstzweck, sondern Etappe zu einem größeren Ziel waren und daß er den Widerständen, die er dabei fand, eine ganz bestimmte und universale Auslegung gab, war das eigenlich Ideologische und bildete eine neue Dimension."


Ernst Nolte, "Der Europäische Bürgerkrieg 1917-1945"





*010916*

Donnerstag, 20. Oktober 2016

Wenn nichts so läuft wie gewollt, muß eine Verschwörungstheorie her

Eine wahre Posse spielt sich seit geraumer Zeit in den USA ab. Deren interessantester Aspekt der ist, daß die Klimapropheten daraus eine regelrechte Verschwörungstheorie gebastelt haben, die in mehrerer Hinsicht staunen macht. Unter anderem deshalb, weil sie behaupten, daß der Ölkonzern Exxon schon in den 1970er Jahren Forschungen zum Klima in großem Stil anstellte und dabei Ergebnisse zeitigte, die er der Öffentlichkeit verschwieg. Exxon soll also etwas wissen, was sämtliche Klimaforscher der Welt noch nicht wissen.*

Nun wollen sie den Konzern durch Regierungsgewalt dazu zwingen, diese Forschungsergebnisse öffentlich zu machen. Der aber behauptet, daß es nichts zu veröffentlichen gäbe, das nicht längst öffentlich zugängig wäre und immer öffentlich war. MEHR gibt es einfach nicht. Und schon gar nicht die großen Weisheiten, mit denen Exxon einen Wettbewerbsvorteil erlangen könnte, weil es "ganz genau und besser als alle anderen um die Klimaerwärmung" wüßte. 

Nun, daß es Klimaveränderungen gibt, hat Exxon aber sowieso nie bestritten, und hat sogar seine Aktionäre nachweislich und laufend darauf aufmerksam gemacht, daß auch Klimaveränderungen Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit des Konzerns haben können. Das weist auf eine eigentümliche Dynamik hin. Denn mittlerweile ist es ja schon fast egal, ob es eine bevorstehende Klimakatastrophe durch CO2 gibt. Sondern wichtig ist, wie die Regierungen und die Öffentlichkeit reagieren. Wenn etwa in Deutschland Milliarden für Solarautos unter die Leute gewürfelt werden, dann hat das Auswirkungen auf den Ölabsatz, völlig unabhängig davon, ob das auf tatsächlichem Klimawandel basiert oder auf Wahn. Und wenn Obamas Demokraten eine CO2-Steuer durchdrücken, dann hat das Auswirkungen auf die Wirtschaft völlig unabhängig davon, ob CO2 überhaupt etwas mit unserem Wetter zu tun hat.

Die Aktivisten wollen Exxon aber insoweit verklagen, als sie behaupten, der Konzern habe seine Aktionäre bewußt getäuscht, "sceptics" unterstützt und die Öffentlichkeit bewußt getäuscht. Also die Wahrheit um den Klimawandel, die sie selbst angeblich "wissen", verschwiegen, um weiterhin kräftig abzusahnen und den Kurs ihrer Aktie hoch zu halten. Das Motiv ist klar - Desavouierung der "sceptics". Denn hier kann sich die Umweltbewegung auf weitverbreitete Vorurteile gegen Ölkonzerne stützen. Entsprechend dubios muten klar aufzuzeigende Verbindungen der Kläger mit wohlbekannten Environmental-NGOs (unter anderem der Rockefeller-Foundation) an, die hier den nächsten PR-Coup platzieren und finanzieren.

Diese (gewissermaßen hauseigenen) Forschungsergebnisse stützen einen AGW-Wahn aber eben nicht, wie es die Klimabesessenen gerne hätten und wie sich immer schon nachlesen ließ. Denen es nämlich nicht und nicht gelingt, ihre Grundthese - eine durch "fossile"** Verbrennungsprozesse und dem damit verbundenen CO2-Ausstoß bewirkte Weltklimakatastrophe - auch nur annähernd zu beweisen. Es ist nach wie vor eine reine und dogmatische Behauptung. Umso vehementer, ja aggressiver wird sie ja verbreitet. Denn wer in "politischen Einzelmaßnahmen" erstickt, mit dem berühmten Schwanz der Eidechse also beschäftigt wird, wer nur schaut daß er durch den Alltag kommt, hat wenig Spielraum um zu fragen, ob die Voraussetzungen dieser Maßnahmen überhaupt relevant sind.***

Die ja schon recht verzweifelt sein müssen. Denn allen Ernstes werden diese Verschwörungstheorien sogar schon öffentlich in den Äther gewurschtelt. Exxon wisse etwas, was "wir" nicht wüßten - sie wüßten nämlich, daß wir recht haben, wollen es aber nicht veröffentlichen, weil sie vom Öl so lange wie möglich profitieren wollen. Dabei - und darauf zielt die Klage der NGOs ab - habe es in internen Gesprächen auch den Verweis auf "Stimmen einiger" gegeben, die "der Meinung sind, daß es einen menschengemachten Klimawandel mit großen Auswirkungen gibt." Woraus die Kläger nun eine willentliche Täuschung der Öffentlichkeit konstruieren wollen. Denn sie ignorieren die nächste Zeile dieser Statements: "Aber wir glauben nicht, daß das der Fall ist." Es ist also eine ziemliche Groteske.

Kein Wunder aber, denn den Klimopheten läuft die Zeit davon. Darum finden wir gerade in diesen Tagen auf der einen Seite enorme Vehemenz, mit der politische Maßnahmen gefordert werden (der deutsche Oberpriester der Klimareligion, Schellnhuber, forderte erst in diesen Wochen dezidiert eine politische Zerschlagung sämtlicher kohlenstoffbasierten Industrien), die vollendete Tatsachen schaffen sollen ("too big to fail"), auch wenn sich in ein paar Jahren endgültig herausstellt, daß mit der Klimakatastrophenthese Essig ist. 

Denn es mehren sich die empirischen Anzeichen, daß wir alles andere als einer Erwärmung zusteuern. Die ohnehin seit zwanzig Jahren "Pause" macht, also gar nicht da ist, wie immer die Erwärmung in den sechzehn Jahren zuvor entstanden sein mag - wie seriöse Stimmen meinen: durch ganz natürliche Schwankungen und Prozesse, die vor allem durch die Sonne beeinflußt werden. Nichts daran war einmalig, nichts aufregend und sonderbar und nichts dem CO2-Ausstoß zuzuschreiben, denn solche und noch weit größere Schwankungen waren immer schon da. 

Aber seit drei Jahren wird schon beobachtet, daß sich der Nordatlantik abkühlt, und zwar immer rascher. Vor allem die Tiefenkühlung wird immer mächtiger, der Wärmetransport in die Tiefe verringert sich. 2015 kam die Kaltwasserschicht erstmals an die Oberfläche und kühlte diese auf unter 8° ab, was es seit 2007 nicht mehr gegeben hat. 2006-2016 ist die Mitteltemperatur des Nordatlantik um 1° gefallen. Die Kaltwettereinbrüche mit Schneefall bis in niedrige Lagen im Sommer 2016, die seit Jahren immer schlechteren Wetterbedingungen für den Weizenanbau in Norwegen (Mißernten), Reihen-Wassertiefenmessungen etc., zeigen als Trend eine möglicherweise bevorstehende, längerfristige Abkühlung des Wetters bereits an, denn der Nordatlantik ist die Wetterküche Nord- und Mitteleuropas. Schon gar, wenn man den Rückgang der Sonnenaktivität einbezieht, wie er seit Jahren zu beobachten ist und möglicherweise einem nächsten Minimum zustrebt. Das sind noch keine Prognosen oder gar Prophetien, aber Anzeichen, die man allmählich ernst nehmen sollte.



*Zur Erinnerung: In den 1970er Jahren begann erstmals in großem Stil das "Klima" eine Rolle in den Überlegungen mancher zu spielen. Damals ging man nach zwei Jahrzehnten weltweiter Abkühlung (!) von einer "wissenschaftlich bewiesenen" bevorstehenden Eiszeit aus. Weil das für den Verbrauch von Öl nicht ohne Belang ist, ist es verständlich, daß Exxon der Sache nachgehen wollte.

**Anführungsstriche deshalb, weil der VdZ nicht glaubt, daß Öl durch organische Rückstände entsteht, sondern anorganischen Prozessen in der Erdkruste zu verdanken ist. Anders natürlich als bei der immer sehr oberflächennahen Kohle, wo es eindeutig ist.

***Es ist ja eine altbekannte Taktik, die in der Kindererziehung sogar durchaus ihren (augenzwinkernden) Momentansinn hat, wenn sie nicht zur Grundmethode wird. Man fragt nicht, ob CO2 überhaupt etwas mit dem Wetter zu tun hat, sondern man fragt, ob und wie man besser Solar- oder Windkraft fördern soll und diskutiert nur noch darüber. Diese Taktik eignet sich auch hervorragend für andere Themen, etwa beim TTIP. Wo es um Chlorhuhn oder Gentechnik geht anstatt die Grundfrage zu stellen: ob wir überhaupt in einer völlig liberalisierten, so weit ausgedehnten Wirtschaftszone leben wollen, die Staatsgefüge noch weiter auflöst, und was das an weiteren Veränderungen in unsere Gesellschaften tragen wird.


*310816*

Zeitbombe Bildung (1)

Sehr gute und richtige Aspekte zur Situation der staatlich gewollten Bildungspolitik zeigt Hadmut Danisch in einem seiner Artikel auf. Die darauf abzielt, jedem Menschen wenn möglich eine "akademische Ausbildung" (soll heißen: den Besuch einer Universität) zukommen zu lassen, denn dann würden sich alle Probleme ja lösen. "Bildung", verstanden als schulisch-universitäre Wissensvermittlung, wird nach einhelligem Bekenntnis mittlerweile wie ein Mantra an allen Ecken und Enden hergebetet, wird zum Allheilmittel. Welch ein Irrtum!

Tatsache ist, schreibt Danisch (und nicht zum ersten mal mit einem konkreten Fall belegt), daß die akademischen Abschlüsse mittlerweile kaum noch etwas wert sind - vor allem in den nicht-technischen, nicht-anwendungsorientierten Fächern - und die Bildungspolitik eine versteckte Methode ist, die Arbeitslosenstatistik zu schönen. Denn ein Großteil der "Akademiker", die heute Universitäten mit dem Anspruch, nunmehr sogar "Elite" zu sein, wird einfach nicht gebraucht. Nicht nur, weil die Massenuniversität die eigentlichen Kriterien der Bildung, die in der Persönlichkeit liegen, nicht am Vorrat von angeblich "Gewußtem", den sich ein Student antankt, völlig ignoriert, was auch mit politisch-ideologichen Zielen (Gender, Feminismus, alle Arten von "Anti-Diskriminierung", Aufmischung der sozialen Herkunftsschichten, usw. usf.) zu tun hat. Sondern auch, weil es immer mehr Absolventen in Fächern gibt, die überhaupt keinen Wert für die Gesellschaft haben. Oder was soll man mit einem Absolventen aller möglichen soziologisch-psychologisch-weltanschaulichen Fächer anfangen, wie "Genderforschung"? Nun aber, von staatlichen Institutionen dazu "ausgebildet", verlangen diese Menschen auch, daß der Staat gefälligst eine berufliche Tätigkeit dafür liefert. 

Was der ja auch tatsächlich macht! Mit jeder Menge neu geschaffener Planstellen für solche "Fachleute", ein Treibsatz mit ungeheurer Wirkung übrigens, der auf die Politik auf schier katastrophische Weise zurückwirkt. Weil er ihr Richtungen, Inhaltseinflüsse vermittelt, die mittlerweile jeden Bereich der Politik zur ideologischen Werkstatt machen.

Angeführt ist dieser Artikel, weil er um einen wichtigen Aspekt ergänzt werden soll, der sich in dieser Situation zeigt. Und der hier schon öfter dargelegt wurde. Nicht nur, daß diese Situation gesellschaftspolitisch viel brisanter ist, als viele annehmen. Denn hier wird aus unerfülltem (und nie erfüllbarem) Anspruch eine immer größer werdende soziale Schichte herangezogen, die enttäuscht und frustriert ist, weil sie nicht gebraucht wird. Es sind diese Schichten, die sozial puren Sprengstoff bedeuten, die Schichten der Nicht-Gebrauchten. Die Schichten, die mit Anspruchshaltungen ans Leben herantreten, die niemals erfüllt werden können. Denn das eigene Leben ist nicht eine Bringschuld der "anderen", der Gesellschaft, sondern eigene Aktivität.

Das Pikante an dieser Situation ist dabei, daß sie keineswegs "aussichtslos verfahren" ist. Das ist eine menschliche Situation nämlich NIE. Aber sie ist es erst dort nicht, wo sie sich selbst transzendiert, also in einen höheren Sinnzusammenhang einzuordnen weiß. (Etwas das Danisch übrigens ablehnt bzw. nicht (er-)kennt.) Das heißt daß nur eine hochgradig verchristlichte Welt, wie sie sich erst als Sühnegemeinschaft begreifen kann (wie das bis zum Beginn der Moderne die eigentliche Kraft des Abendlandes war, werte Herrschaften!), auch diese Situation noch in Fruchtbarkeit überleiten könnte. Durch den individuellen Akt des "Sterbens", des Absterbens, dem einzigen und eigentlichen Schooß jeder kulturellen und geistigen Fruchtbarkeit. Tragisch ist freilich, daß die irrigen Ansätze der Bildungsauffassung mit einer Verweigerung genau dieses Geheimnisses von allem Schöpferischen - und damit: gelungenen Lebens, des Schaffens von Geschichte - zusammenhängen.²

Denn genau damit hat ein völlig verfehlter pädagogischer Ansatz zu tun, der die beruflichen Tätigkeit eines Menschen als Frucht und Folge seiner neutralen "Begabungen" sieht. Dazu wird die Herkunftsidentität - und damit überhaupt jede Identität - bereits der Kinder (im Namen des schönen Nebelwortes "Chancengleichheit") ausgelöscht, sofern überhaupt noch vorhanden, und Wert auf die Ausbildung von "Fähigkeiten" gelegt, die neutral betrachtet werden und auf die irgendwann und irgendwie ein Beruf passen soll.

Die Wirklichkeit sieht aber genau umgekehrt aus. ERST ist eine identität, erst ist ein Platz in der Welt, in der Gesellschaft da, und DANN kommen die Talente ins Spiel. ERST ist der Beruf, und dann die Talente. ERST ist die Gestalt, die einem irgendwie und unbewußt schon als Kind oft aufleuchtet, manchmal sogar ohne das Wissen, in welchem Beruf sich das expliziert. Ein Kind sieht sich ALS jemand, in einer Bewegung, in einem Tun, hat dafür manchmal aber nicht einmal einen Namen, einen Begriff. Oft freilich, vermutlich fast immer stimmt es mit bestimmten Berufsbildern überein, die - eiderdautz - fast immer direkt aus dem Herkunftsumfeld stammen, sich dort bereits vorfinden; und auf seltsame Weise sucht ein Kind auch seine Vorbilder, die mit diesen Bewegungsbildern übereinstimmen. Es sind Bewegungsbilder des Selbstvollzugs, die als Identität der Herkunftsfamilie entstammen, aus der eigenen, generationenübergreifenden Vergangenheit gewissermaßen entnommen sind, die anzeigen, wo eines Ort ist. Und ERST NACH DIESEM ORT werden Talente als solche benennbar.

Das heißt auch, daß es in jedem Kind zwar tatsächlich viel gibt, was es KANN, oder: scheinbar auch kann oder könnte. Daß gute Erziehung und schulische Bildung keineswegs heißt, ALLE diese Talente zu "fördern" oder zur Ausbildung zu bringen, im Gegenteil. Gute Erziehung muß von einem Ort ausgehen, den dieser junge Mensch einmal ausfüllen sollte, und auf diesen hin die Ausbildung von einzelnen Fähigkeiten abstimmen. Dieser Ort, diese Identität ist jene Spitze einer Hierarchie der Persönlichkeit, die nach und nach zur Ausbildung kommen soll. 

Es heißt nicht, daß das IMMER stimmt, aber es heißt, daß es in der allerüberwiegenden Mehrzahl der Fälle stimmt, daß dieser Ort eine Fortsetzung des bisherigen familiären Identität bedeutet. Man erkennt das u. a. daran, daß jeder der Kinder hat oder großgezogen hat feststellen wird, daß sich die Berufswünsche der Kinder zumindst so irgendwie am ersten Vorbild - den Eltern - ausrichten. Irgendwie wollen die Kinder etwas werden, das im Vater, in der Mutter bereits erfahren wurde. 


Morgen Teil 2) Sodaß alle Menschen (fast) alles könnten, aber nichts können
 - Und: Die Fußnoten




*070916*

Mittwoch, 19. Oktober 2016

Hauptsache: Andere binden

Wenn Barack Obama in Asien ein Klimaabkommen unterzeichnet, ohne dafür die US-rechtliche Kompetenz zu haben, ist das keineswegs ein Einzelfall. Es ist die Regel geworden, mit der Regierungen, ja alles, was sich als Establishment bezeichnet, heute arbeiten. Sie setzen vollendete Tatsachen, um den Rest sollen sich dann die anderen streiten. 

Und so ist es auch mit solchen internationalen Abkomen. Da sitzen irgendwelche Beamten und Emporkömmlinge, die etwas sein wollen ohne etwas zu sein, unterzeichnen irgendwelche Pergamente, und um den Rest sollen sich andere kümmern. Nicht nur um die Konsequenzen aus allen möglichen Verträgen und Beitritten und wie immer man das nennen kann, sondern auch um allfällige Versuche, daraus wieder freizukommen. Von ganz anderen, den Nachkommenden betrieben. 

Ganz besonders modern sind heute Verträge, die die nationalen Entscheidungsvorgänge überrunden. Kastraten haben eben keine andere Möglichkeit, als ihren Ort zu mißbrauchen, um in die Geschichte einzugehen, selbst sind sie ja impotent. Also bleibt nur: das Leben anderer, der Nachkommenden bevorzugt, zu beeinträchtigen. Wo jeder Schwurbel-Zweck alle Mittel heiligt. Ja, dies und das, und hauptsächlich, und außerdem, und eine tollere Welt wollen wir doch alle, oder nicht? Nicht? Rechte Sau, geh schämen, verschwinde aus dem Land der gefühlten Tolligkeiten der Zukunft, wo endlich alles gut wird! Wer das nicht kapiert ist ein dreckiger Nazi, kein Mensch, der hat kein Recht auf Mitsprache, der ist rechtlos weil unmoralisch per se, persona non grata, "nicht mein Volk", weg mit dem!

Ob also Pariser Klimaschwurbeleien, oder CETA-/TTIP-Abkommen, oder wie jüngst - von der Öffentlichkeit bzw. den Medien kaum notiert - "Nachhaltigkeitsabkommen" wie das von Ecuador 2016, erst dieser Tage zu unterzeichnen.   

Genau so wie das Pariser Klimaabkommen inhaltlich eine einzige verschwommene Salatsauce des Scheins. Aber darauf kommt es nicht an. Im Gegenteil. Je verschwommener der Vertragsinhalt, desto schwieriger, ihn zu definieren, desto leichter aber damit auch "Verstöße" auszumachen, und vor allem desto schwieriger für Staaten, daraus wieder loszukommen.

Denn man braucht heute keinen Verstand, nein, heute genügt ein "moralisches Gefühl". Das in nichts verankerbar ist. Aber umso mehr mit Holzhammer in die Köpfe der Menschen eingetrommelt wird.

Was da im "Habitat III" in der sauerstoffarmen Höhe von Quito von aller Welt unterschrieben wird und wurde weiß keine Sau.  Nicht die Teilnehmer, die Regierungsdelegationen, die wie üblich zu Zehntausenden (diesmal sind es 50.000) mit Enonomy-Flügen (man ist ja umweltbewußt) anreisen, sieht man von den hunderten Privatjets privater Heilsorganisationen und -kirchen ab, schon gar nicht aber die Bevölkerungen der Länder, die sie repräsentieren und per Kugelschreibehaken wieder und wieder verkaufen.

Aber wen kümmert's, das Hirn verfressen sie alle ohnehin am Frühstücksbuffet und beim Präsidentenempfang der Wichtigkeit, während eine päpstliche Grußadresse und ein denkwürdiges Wort des lächerlichsten Scheinpostens, den es überhaupt gibt - des UN-Generalsekretärs, den jedes Sumpfmaul der Karibik ausfüllen darf, wir sind ja so nachhaltig - verlesen wird. 

Na klar, bitte, es sind ja die großen Städte, in denen sich 60 % der Weltbevölkerung heute aufhalten, die sind aber an allem schuld, wer sonst? Die entvölkerten Landschaften? Denen soll nun also an die Gurgel gesprungen werden (können). Was nützt ein Abkommen, das keine Menschen zwingt? Also quetschen wir die Menschen in den Städten noch mehr zusammen,. damit wir "carbon neutral cities" kriegen. Das macht doch gleich jede Buslinie lustiger. Und wem's nicht paßt, der kann ja zu Fuß gehen. Hauptsache "carbon neutral".

Kein Mensch kann definieren, was "Nachhaltigkeit" überhaupt bedeutet. Es ist nur der übliche Politikbegriff der Gegenwart: Alles und nichts. Von jeder Macht gerade so zu richten, wie man es braucht. Aber hochwichtig, und jeden Alleingang wert.*

Hauptsache: Höhere Macht. Hauptsache: Jeder nationalen Macht überlegen weil übergeordnet, ja diese bindend. Wie, darüber werden wir in zwanzig Jahren entscheiden. Klarheit, klare Konsequenzen zu definieren ist auch gar ncith die Absicht solcher Abkommen, die zu schließen derzeit überhaupt zum Hauptarbeitsgebiet der von braven, arbeitenden Menschen finanzierten Unnötigen dieser Welt gehört. Wobei - sie wissen schon, warum. Wissen? Nein, sie ahnen es. Sie wollen es. Mehr, egal wovon. Hauptsache: Macht. Hauptsache: Wichtig. Hauptsache: Zwang über die Menschheit. Und deshalb: Pscht! Wenig reden darüber! Die Klugen und Gescheiten der Welt wissen schon, was sie tun.

Eines tun sie alle auf jeden Fall: Sie erhöhen die kritische Masse eines komplexen Systems, das zwar in einzelnen Dingen wohlbekannt nach Ursache-Wirkung reagiert, im Ganzen aber von niemandem prognostiziert werden kann. Nur eines ist ganz sicher: Die Gesamtkatastrophe wird umso überwältigender, je mehr Faktoren man da einspeist und dazuhängt.

Und darauf kommt es allen diesen Herrschaften auch wohl an. Dann haben Sie, was sie wollten: WIRKUNG. Egal wir, egal warum. Von ihnen bewirkt. Wer im privaten Umfeld, seinem angestammten Weltwirkungsfeld eine Lusche ist, der wendet sich eben an Horizonte, die dem geistig Gesunden gar nicht bewußt werden, weshalb er sie gerne den Tupfwarmen überläßt. Bis er begreift, daß man männlicher hätte sein müssen. Auch wenn man dann nicht rüschenvertroddelt geliebt wird.

Darum - merkt Euch deren Namen, schreibt sie nieder, notiert sie. Es wird noch seine Bedeutung bekommen.





*Wer kann ein CETA einschätzen? Niemand. Ja, der deutsche Verfassungsgerichtshof in Karlsruhe hat ein paar Dinge aufgetragen, die berücksichtigt werden müssen. Aber das wird schon irgendwie gehen. Hauptsache, das Ding ist erst mal unterschrieben. Dann wird es sich schon weisen.





*181016*

Sie alle sind doch nur unmännlich

Daß Ökoideologie, linke Weltanschauungen, Feminismus, Identitätsdefizienz, Gender, Formauflösung, Sozialismus ... auf ein und dieselbe Seinsschwäche (als Persönlichkeitsdefizienz) zurückgehen, ist jedem mit Restvernunft und vor allem existentieller Lebenserfahrung klar. Nun hat es eine Studie in den USA handfest gemacht. Zwar würde der VdZ sich nicht unbedingt in einem ernsthaften Disput darauf berufen, aber sie ist völlig plausibel und kann unter der Hand weitergereicht werden: Grüne, Ökobewußte, Klimaretter sind unmännlich.

Der VdZ stellt sich ohnehin schon lange die Frage, ob der ganze Klimawahn nicht überhaupt in die selbe Kategorie gehört wie die "Frauenversteher" - Männer, die es nicht wagen, Männer zu sein, und deshalb "beweisen" wollen, daß sie die Frauen doch in Wirklichkeit viel besser verstehen als Männer. Also übernehmen sie mütterliche Attribute, tragen die Kindlein in der Brustschlaufe herum, und haben vor allem viel viel Verständnis für weibliche Ambitionen, endlich auch "anerkannt" zu werden. Jedenfalls sind die Typen, die sich in diesen Gefielden herumtreiben, auffallend ähnlich.

Macchiavelli schreibt einmal, daß die Verweiblichung öffentlicher Angelegenheiten in Staaten (Institutionen) Symptom ihres Zerfall ist. Denn alle Dinge sind nur durch Männlichkeit.

Diesen kleinen Einblick darein, mit welcher Art von "Weltrettung" wir es heute generell zu tun haben, würzt noch dieses Video. In den USA gibt es dafür den Ausdruck "trigger" - Weltretter haben ein äußerst neurotisches Gerüst des Selbst, und deshalb zahlreiche (dabei gar nicht eingrenzbare, also fließende, momentbezogene) Triggerpunkte, und die lassen sie völlig ausrasten. Das Netz ist voll mit Beispielen. So ist er nämlich, der Stoff, aus dem heute "Gutes" gedeichselt wird.









*060916*

Black lives matter?

Auf einen unerträglich heuchlerischen Widerspruch wies jüngst der amerikanische Prediger Mark Burns hin, selbst ein Schwarzer. Während sich die neue Moralelite mit Sprüchen wie "Black lives matter" hervortut, ist dieselbe Elite dafür verantwortlich zu machen, daß die Abtreibung liberalisiert wird, die in einem unverhältnismäßig großen Ausmaß Schwarze betrifft. Denn obwohl der Anteil der Schwarzen an der Gesamtbevölkerung der USA gerade einmal 14 % ausmacht, beträgt der Anteil an Abtreibungen an schwarzen Frauen 40 % der Gesamtzahl. Manche sprechen sogar von einem regelrechten "cordon sanitaire", den die Planned Parenthood-Kliniken (die weitgehend staatlich finanziert Abtreibungen vornehmen) um Slums gelegt wurde. Das Leben schwarzer Babies "matters" also offenbar nicht.

Das geht aber noch weiter. So werden medizinische Studien, die Folgen der Abtreibung untersuchen oder darüber berichten wollen, verhindert oder unterdrückt. Kaum jemand berichtet etwa darüber, daß nach Aussagen von involvierten Medizinern die Anzeichen nicht zu übersehen sind, daß es direkte Zusammenhänge zwischen Brustkrebs und Abtreibung speziell bei Afroamerikanerinnen und Latinas gibt. Diese Studien werden aber systematisch ignoriert und boykottiert. Do black lives really matter?





*300816*

Dienstag, 18. Oktober 2016

Wer nimmt dann aber eine Demokratie noch ernst?

Das hat  natürlich schon was Amüsantes ... hören Sie Varouflakis, der von seinem ersten Treffen in der EU berichtet. Wo Wolfgang Schäuble meinte: "Elections have not to be allowed to change economic policies." Die Politik selbst (!) nimmt die Demokratie nicht mehr ernst. Vielmehr meint das Establishment, es habe die demokratischen Staaten mit vollem Recht in Eigenbesitz. "Volk", Demos existiert nur als notwendiges Übel, mit dem man möglichst so umzugehen habe, daß es das "Richtige", das nur das Establishment kennt, nicht zu sehr störe. Aber sie sieht sich nicht als Teil dieses Volkes, dieses ist ihm nur irrelevantes Objekt des Engineering.

Tocqueville warnt schon vor über 150 Jahren, daß nach seinen Beobachtungen und Einschätzungen die Demokratie in einem neuen Feudalismus, in einer neuen Aristrokratie des Establishments, und letztlich in einer Despotie enden wird.









*060916*

Der beste Unbekannte

Man kann für ihn gewiß viel Sympathie erbringen - dabei ist er in der landläufigen Geschichtsschreibung fast vergessen. Aber er verdient dieses Vergessen nicht: Calvin Coolidge war vermutlich einer der besten Präsidenten, die die USA je hatten. Und er hatte das Pech, daß er sich nicht wehren konnte, als der totale Zusammenbruch der amerikanischen Wirtschaft 1932 einsetzte und von der damaligen aktuellen Politik der Vergangenheit in die Schuhe geschoben wurde. Eine Lüge.

Nicht nur, daß er da schon lange nicht mehr im Amt war. Denn er ließ sich - gegen alle Siegesgewißheit, denn niemand zweifelte, daß er wiedergewählt würde - im Jahre 1928 nicht mehr aufstellen, und beendete seine Regierungsperiode, die er 1923 begonnen hatte, fristgemäß 1929. Er habe genug getan, meinte er, der immer gemeint hatte: Ein Präsident sollte weniger tun, als man von ihm verlangte. Ja, er sollte so wenig wie möglich tun.

Der Vorwurf ist sachlich falsch. Der wirkliche Zusammenbruch der amerikanischen (und in ihrem Gefolge der Welt-)Wirtschaft hat, betrachtet man ihn genauer, staatlichen Etatismus zum Grund. Das machte die Rezession in den 1930ern so hartnäckig, wir haben an dieser Stelle schon vor Jahren die Gedanken und Taten von Gördeler in Deutschland vorgestellt, der zu ganz gleichen Rückschlüssen kam. Und man versuchte nun endgültig, in den USA wie in Deutschland, das Feuer mit Öl zu löschen. (Und verkürzte Keynes volkswirtschaftliche Lehren absichtlich, indem man ihren zweiten Halbsatz einfach wegließ.)

Aber es waren die Staatsausgaben, die die Geldmenge so erhöhten, um die Auswirkungen von 1929ff. als politisches Ziel auszugleichen, daß es zur Entleerung des Werts des umlaufenden Geldes kam. Und mit dem sich der Staat, wenn er über Schulden meinte handlen zu müssen, langfristig selbst schachmatt setzte und die Volkswirtschaft (über notwendige Steuern) in eine Sackgasse führte.

Aber sein Grundsatz ist auch heute überaus beherzigenswert, ja er wäre maßgeblich: "Es ist viel wichtiger, schlechte Gesetze zu verhindern, als gute Gesetze zu machen." Der VdZ weiß aus sicherer Erfahrung, wie richtig das ist, und wie sehr es als Konzept auch für heutige Reformparteien beherzigenswert wäre: Man kann nicht viel mit Gesetzen ändern. Ein Aufbau muß aus den Kräften der Menschen selbst kommen. Aber man kann den Niedergang sehr oft verzögern oder gar verhindern. Es ist verführerisch, aber grundfalsch, positive Änderungen zu versprechen. Es geht viel mehr darum, Negatives, das Gesetze erzwingen, entweder zu beseitigen oder im Entstehen zu verhindern.

Auch die Kongressabgeordneten der USA waren (und sind) dem Druck "von unten" viel leichter ergeben, "etwas zu ändern". Und sie versuchten ebenfalls, einen Etatismus einzuführen, dem aber Coollidge konsequent widerstand. Er war der erste Präsident, bei dessen Ende der Amtszeit das Staatsbudget KLEINER war als zu Beginn. Der kleine unscheinbare Mann, den man oft verspottete, war eindeutig als Anti-Kommunist zu sehen, und er ging in die Geschichte ein als "der Präsident, der verhinderte".

Denn er lehnte staatliche Intervention ab, schon gar, wenn sie "sozialen Zwecken" dienen sollte. Er bediente sich dabei eines simplen Mittels: Er ließ Gesetze, die vom Kongress beschlossen worden waren und zur Gültigkeit seiner Unterschrift bedurften, einfach ... auf seinem Schreibtisch liegen. Sein Nachfolger hat das ja dann gründlich geändert.









*280816*

Montag, 17. Oktober 2016

Drei mal tief in den Topf der Geschichte gelangt

In diesem Video widmet sich Jan von Flocken drei Themen. Bei den beiden ersten kann der VdZ nur feststelen, daß sie in den Hintergründen auch seinem Kenntis- und Einschätzungsstand entsprechen. 

Der Plan des amerikanischen Präsidenten Abraham Lincoln, die Südstaaten so rasch als möglich wieder in alle Rechte als Teil der USA einzugliedern, die nämlich 1865 nach dem Bürgerkrieg quasi rechtsfreie Staaten waren, stand ganz gewiß den Interessen nordamerikanischer Unternehmer entgegen. Die nämlich längst begonnen hatten, sich die Südstaaten - wie es so schön heißt - unter den Nagel zu reißen. 

Die Südstaaten waren ja außerordentlich gut kapitalisiert. Schon das war ein Pro0blem für die Banken des Nordens, denn - niemand dort braucht Kredit! Und vor allem waren sie ein eigener Kulturkreis, mit dem protestantisch-puritanischen Norden Amerikas nicht zu vergleichen. Im Süden WAR aktives, reales Vermögen. Dort waren aber NICHT ... Männer und Arbeitskräfte. Die Männer waren im Krieg oder gefallen, die befreiten Sklaven irgendwo, meist im Norden, die Ländereien lagen brach. Und dort war vor allem die Rechtlosigkeit der Geschlagenen, dort war vor allem die schamlose Willkür der Sieger. Auf brutale Weise plünderten nach dem Ende des Krieges 1865 die Nordstaaten - immer in der Gestalt einzelner Männer - den wehrlosen Verlierer aus. Dies bestätigt vielfach die historische Literatur. Der Süden war der Gier des Nordens hilflos ausgeliefert. Lincoln wollte das verhindern, und stand den Interessen dieser Männer des Nordens im Wege. DAS war der Grund, warum er beseitigt werden sollte, sagt Jan von Flocken, und meint, Belege dafür gefunden zu haben, daß das Attentat auf ihn keineswegs die Rachetat eines Südstaatlers war, als die es bis heute dargestellt wird. Dafür gibt es recht schlüssige Belege, die es zumindest als plausibel erscheinen lassen könnten.

Daß der japanische Angriff auf Pearl Harbour von den Amerikanern absichtlich in Kauf genommene Anregung zur Provokation durch Japan war, ist eigentlich ein alter Hut und steht für den VdZ recht fest. Zu viel spricht dafür, udn Roosevelt wurde schon gleich nach 1945 auch in den USA nicth ganz unkritisch gesehen. Die US-Regierung hat, so von Flocken, die 3000 Toten dort schlichtweg riskiert, und war glücklich, daß die Japaner darauf eingestiegen sind. Der Dresdner Historiker stärkt diese These durch seine Sammlung von Indizien, die Pearl Harbour als Bauernopfer deutlich machen, das die Ablehnung des amerikanischen Volkes (mit, bitte schön, damals noch 25 % deutschstämmigen Bürgern), in einen nunmehr offenen Krieg mit Japan einzutreten - den die Amerikaner so wie den Krieg gegen Deutschland ja in Wahrheit ohnehin längst unerklärt führten - in eine Bereitschaft umwandeln sollte. Denn nun war der Rache-Mythos geschaffen, die emotionale Bereitschaft der Bevölkerung da. In Wahrheit wußten die amerikanischen Dienste längst, was die Japaner planten. Und es war kaum noch zu übersehen, daß ihr Angriffsziel Pearl Harbour war. Sogar Beobachtungsmeldungen gab es. 

Und viel Ausweg hatte man den Söhnen Nippons ja nicht gelassen. Denn die USA hatten die lange schon kriegführenden Japaner durch einen 1941 erklärten Boykott von allen Rohstoffen und vor allem von Öl abgeschnitten. Was hat man da noch erwartet? Das war ja schon eine Kriegserklärung. Japan hätte den Krieg, den es bereits führte, bestenfalls noch ein halbes Jahr nach dem Boykottbeginn fortführen können.

Den dritten Fall bzw. die dritte hier vorgetragene These kannte der VdZ in dieser Form noch nicht. Es geht um den Tod Stalins im Jahre 1953, der wenn schon nicht als direkte Tötung zu werten so zumindest als "zugelassener Tod" gesehen werden müßte. Denn man hatte dem nach einem Herzanfall (oder war es doch ein Kissen, mit dem er erstickt wurde?) am Boden liegenden Kreml-Führer schlichtweg keine medizinische Hilfe geleistet, außer "den Kopf hochzulagern".

Daß sein Tod mehr als willkommen war, sagt Jan von Flocken, liegt darin begründet, daß Stalin lange schon einen dezitierten Judenpogrom vorbereitet hatte, den er nun durchzuführen bereit war. Den zuvor nur der zweite Weltkrieg, wo Stalin die Juden noch brauchte, verhindert hatte. Damit aber wäre auch die halbe sowjetische Führungsriege betroffen gewesen, denn es stimmt auf jeden Fall, daß - aus welchen Gründen auch immer; die Juden waren schon im alten, zaristischen Rußland so bedrängt, in ihrer Masse so verarmt, auch immer wieder offen verfolgt, dabei überdurchschnittlich gebildet, daß aus ihren Reihen fast notwendig auch hohe Zahlen an rekrutierten Revolutionären stammen mußten, sie hatten ja nichts mehr zu verlieren! - die Führungsriegen der Kommunisten einen außerordentlich hohen Anteil an Juden aufwiesen. Seit je. Das soll der Georgier Josip Stalin nun bereinigen haben wollen. 

Daß das zumindest in seinem Grundproblem plausibel ist, zeigt auch die außerordentlich umfangreiche und exakte Analyse der Situation der Juden in der Sowjetunion, die Alexander Solschenizyn angefertigt hat ("Zweihundert Jahre zusammen") Dieses Werk, das von der Weltpresse schon bei Erscheinen 2002 kollektiv und verschämt verschwiegen wurde, wird auch bis heute kaum zur Kenntnis genommen. Denn zuvor war ja ´gerade dieser Russe Sinnbild der Humanität des Westens angesichts eines bösen Ostens. Hier freilich zeigte er Dinge, die man so nicht von ihm hören wollte. Indem er zeigte und belegte, welche enorm großen udn vor allem welchen Einfluß Juden tatsächlich schon in Rußland und später in der Sowjetunion - beim Aufbau des Kommunismus - hatten. 

Die erste Maßnahme des Politbüros nach Stalins Tod war es deshalb auch, sofort alle bereits ergangenen Erlässe Stalins, die gegen Juden gerichtet waren, zurückzunehmen. Nach ihm wollte das Politbüro zumindest den Schein einer kollektivistischen Führung aufrechthalten. Offiziell kam es nie mehr zu einer derartigen Machtkonzentration. Bis ... Gorbatschow. Der sogar begann, erstmals am Mythos Stalin zu kratzen, um sich gegen die Stalinisten in der Partei zu wehren.









*100816*