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Donnerstag, 20. August 2020

Offener Brief an Herrn Vona von der Jobbik (1)

(Aufgegriffen aus den rund 1500 nicht veröffentlichten Artikeln, 
diesmal aus dem Jänner 2018)
Offener Brief an Herrn Gábor Vona von der Jobbik

Sehr geehrter Herr Vona!

Mit größtem Interesse verfolgt der Verfasser dieser Zeilen (VdZ), der seit zehn Jahren in Sopron/Ödenburg fallweise wohnt, das Geschehen in Ungarn. Und er verhehlt nicht, daß ihm vieles an den Entwicklungen im Land gefällt, daß er den Ansatz eines Nationalgefühls für eine Regeneration der Volks- weil Landeskraft für absolut richtig und gut hält.

Und bislang hat der VdZ immer sehr freundlich über die Ungarn geschrieben. Aber er hat Ungarn und seine Bewohner geschont. Er hat die Jobbik geschont. Das muß nun einmal auch übertreten werden. Erlauben Sie deshalb ein sehr offenes Wort.

Der VdZ wohnt seit zehn Jahren, wie gesagt, in diesem Land. Das ihn weitgehend freundlich, sehr freundlich aufgenommen hat, obwohl er nur Gast, ja Fremder bleiben wollte. Seit 2007 gibt er damit auch sein in Österreich verdientes Geld in Ungarn aus, das als kleiner "Gegenwert" für das, was er hier erfahren durfte.

Ist er aber hier, weil er davon profitiert, daß es in Ungarn billiger ist, wie er oft hörte?

Es ist höchst an der Zeit, einiges an Fehlurteilen über Ungarn im Westen, aber offenbar auch in Ungarn selbst zu korrigieren. Einiges, was bisher vom VdZ zugedeckt wurde, das er unter "durchaus auch liebenswert" verbuchte, denn auch das Laster hat etwas Liebenswertes, muß nun einmal mit mehr Realistik dargestellt werden. 

Beginnen wir damit, daß in Ungarn angeblich alles billiger. ist. Das mag vor zehn, fünfzehn Jahren so gewesen sein, als zwei Systeme aufeinanderprallten, die jede Homogenisierung von Arbeit und Wert durch den Eisernen Vorhang verpaßt hatten.

Damit stießen zwei für sich entwickelte Systeme von Arbeit - Wert - Lohn - Preis aufeinander. Darin lag dann der Grund, warum bei einem Paradigmenwechsel "nach Westen" eben dieser Westen zu profitieren schien. Wie auch immer man das beurteilt, ist es eine Tatsache, daß die (ungezügelte) Konkurrenz des Liberalismus (aus der Not) eine höhere "Effizienz" gebiert. Der Mensch steht unter höherem Druck. In manchen Aspekten ist das notwendig und gut, in vielen aber nicht.

Heute sind wir aber ohnehin lägst von solchen Vorteilen entfernt. Die Ungarn haben reagiert. Aber sie haben nicht immanent reagiert, da hat sich also nichts "von selbst" geradegestellt, sondern was sich verändert hat, ist die Reaktion auf diese Tatsachen und Erwartungen, nicht die Arbeitsleistung und die Wertschaffung selbst etwa.

Es kommt mittlerweile billiger, nach Österreich zum Großeinkauf zu fahren, trotz Bahn-Fahrkarte und Taxi, als hier zu kaufen. Die Preise sind sogar in den letzten Arealen gestiegen, wo das Ungarn von 2007 noch billiger gewesen war - Fleisch, Obst und Gemüse, Milchprodukte ... alles, mittlerweile wirklich alles ist in Österreich heute billiger, analog zum Anteil von Arbeit. Ungarische Arbeit. Die ist ein Verbilligungsfaktor.

Aber nicht nur das. Österreichische ("westliche") Ware ist teilweise von deutlich besserer Qualität.  Und nicht (nur), weil Westfirmen für Ware, die für Ungarn bestimmt ist, schlechtere Zutaten verwenden. Sondern weil in Ungarn offensichtlich viele Anpassungsprozesse an einen höheren Arbeitswert gar nie stattgefunden haben.

Oder wie erklärt sich ein Teil der in Ungarn traditionell gehandelten und produzierten Ware, der von so schlechter Qualität ist, daß man ihn nicht gerne kauft, hat man einmal "West-Ware" gekostet? Der sich offenbar nur deshalb noch weiterverkauft, weil ihn die Ungarn nun einmal halt gewöhnt sind? Man kann sich ja auch an das Schlechte gewöhnen, und nicht jeder Geschmack ist einfach "subjektiv" und damit gut. Schon gar nicht, wenn es um Dienstleistungen geht.

Und wenn wir schon dabei sind: Haben Sie, Herr Vona, schon einmal typisch "westliche" Produkte (wie Tabakwaren) in Ungarn gekauft? Die dort ganz offensichtlich zu Westpreisen (beziehungsweise knapp darunter) verkauft werden? Sie sind von schlechterer Qualität! Also macht Ungarn umgekehrt genau dasselbe, und nicht weniger in Täuschungsabsicht, sondern in einer Motivation, die man "Wegelagerei" nennen muß. Sofern es Importware ist, wie bei manchen Spirituosen, also auch 1:1 westliche Qualität, ist sie in Ungarn ohnehin teurer, teils deutlich teurer als in Österreich.

Was die Ungarn selber den Ungarn zumuten, spricht ohnehin Bände. Und ist beileibe kein Ausweis für Kultur. Seltsamerweise "können" ungarische Produzenten weit mehr, sobald sie versuchen, ihre Ware nach Österreich zu verkaufen. Probieren Sie einmal ungarische Paprika aus einem Supermarkt in Wiener Neustadt - und sehen Sie die Ware desselben Produzenten in Sopron, wo sie sogar noch teurer ist.

Und da ließen sich zu jedem der hier angeführten Punkte viele viele Geschichten erzählen, denn was man hier in Ungarn - namentlich in Sopron - erleben kann, hat der VdZ noch nie in Österreich oder Deutschland erlebt. Es grenzt oft sogar an Betrug. In jedem Fall sind es Geschichten, die teilweise das Zeug zum Schelmenroman haben.

Apropos Taxi. Apropos Betrug. Wieder einmal - und wie oft schon? -  fiel der VdZ vertrauensselig einem Wegelagerer in die Hände, der 60 Prozent mehr verlangte als die üblichen Taxis und es wären mehr geworden, wenn der VdZ es nicht wahrgenommen hätte und sich daraufhin lautstark beschwerte, da der Taxilenker, nachdem er mitbekommen hatte, daß sein Fahrgast Österreicher war, schnell noch den Tarif ein paar Knöpfe höher drückte. Daraufhin begrenzte der Fahrer den Preis und meinte frech, warum sich der VdZ beschwere, in Wien zahle man schon sechs Euro Grundtarif. (Was im übrigen nicht einmal stimmt.)

Abgesehen davon, daß man dort im Mercedes fährt, und nicht in irgendeinem ausgetretenen, altersschwachen Ford. (Und einige Taxigesellschaften in Sopron zeigen, daß es auch anders geht; die HABEN zwar Skoda oder Toyota, aber wenigstens neu, und verlangen die Hälfte.) Was aber vielen Ungarn nicht klar ist, daß das Niveau der Dienstleistungen im öffentlichen Leben in ihrem Nachbarland deutlich höher ist. Das heißt, daß jeder Österreicher mit seinen höheren Preisen und Einkommen auch ein weit höheres Niveau an Leistungen unterhält. Preis und Einkommen haben eben immer ein sehr komplexes Wechselspiel, und dieses hat regionale Bedingungen.

Und da gäbe es so manche Geschichten aus dem Alltag zu erzählen, der VdZ hat sie bisher verschwiegen. Aber einmal ist es zuviel. Denn viele Ungarn scheinen - die Alltagserfahrung zeigt es - zu glauben, man könne sich Wohlstand "ermogeln". Ja, der freie Markt sei überhaupt so etwas wie eine Waage, die sich zugunsten dessen neigt, der am besten betrügt. Und die Initiative, Herr Vona, die Sie gesetzt haben - Angleichung der Löhne an westliches Niveau - scheint mir nicht fern von jener Charakteristik.

Wenn man etwa liest, daß der Chef der Jobbik - die der VdZ an sich mit größter Sympathie betrachtet - Gábor Vona, stolz berichtet, daß er große Fortschritte auf dem Weg dazu gemacht habe, daß die Visegrad-Staaten allesamt "gleiche Löhne für gleiche Arbeit in der EU" fordere. Ja, Herr Vona, aber ... das ist doch meist ohnehin der Fall? Denn gleichen Lohn (abgesehen davon, daß das Ziel seltsam und volkswirtschaftlich brachial falsch sein kann) für gleiche Arbeit gibt es bereits.

Denn viele Ungarn arbeiten mit derartiger Nachlässigkeit, Gleichgültigkeit, Schlampigkeit und - wohl zum Ausgleich - betrügerischer Absicht, ja Verachtung dem Kunden gegenüber, daß der VdZ aus vielfacher Erfahrung sagen muß, daß die Arbeit, die man in Ungarn oft erhält, auch das geringere Entgelt nicht einmal wert ist. Oder glauben die Ungarn alle anderen, vor allem die Deutschen (und Österreicher als Teilmenge) seien blöd und hätten ihren Wohlstand in der Lotterie gewonnen? Diesen Eindruck muß man oft gewinnen. Diese Interpretation scheint alles zu rechtfertigen, auch den Raubversuch eines Taxifahrers.

Wer wäre aber dann die Lotteriegesellschaft? Oder glauben die Ungarn, ein Wirtschaftssystem wäre eine Lotteriegesellschaft? Man hat oft sogar den Eindruck. Auch aus dem Beobachten von Geschäftseröffnungen und -schließungen, also dem metaphernhaften "Unternehmergeist". Wer schließt ein Geschäft nach fünf Monaten, wie es hier oft zu beobachten ist? Ist der Jackpot doch nicht gleich geknackt worden? Was glauben die Ungarn, was ein Geschäft ist, warum man es eröffnet, warum man es in guten wie bösen Zeiten hält und - halten muß? Hier entsteht aus der beobachteten Praxis der Eindruck eines Mangels an Ernsthaftigkeit, der auf tiefgreifende Miß- und Unverständnisse hinsichtlich Wirtschaft (und erst recht Wohlstand) als Lebensaufgabe schließen läßt.

Vielleicht sollten die Ungarn einfach einmal Biographien deutscher Unternehmensgründer lesen (oder hören: Ungarisch ist doch so eine phonetische Sprache), dann würden sie vielleicht etwas besser begreifen lernen, daß nur äußerst weitgehendes, ja kritisches persönliches Hingeben an eine Aufgabe, an die man sich sieht, auch ein Unternehmen - und Wohlstand - entstehen läßt. Auf das später so viele mit ... Neid blicken, als wäre alles Zufall. Neid, Mißgunst, beides zu größten Teilen Folge von Ahnungslosigkeit, ist ein wichtiges Motiv in Ungarn. Auch leider in seiner Geschichte.


Morgen Teil 2) Auch hier ist Realismus einerseits, 
Vision anderseits höchst notwendig. NOTWENDIG.



*251017*

Mittwoch, 19. August 2020

Ein Blick hinter das Wirtschaftswunder (2)

Teil 2)



Deutschland stand nach 1947 unter Gesamtbedingungen, die eigentlich den Unternehmer selbst überflüssig machten, behauptet die unten angefügte ZDF-Doku. Denn gerade das, was sie notwendig macht - ein Unternehmen auch in Unsicherheiten und Krisen zu führen - war nach dem Krieg nicht notwendig. Der weltweite Bedarf einer auf amerikanische Prinzipien aufbauenden Wirtschaft war so groß, daß die Qualität einer Entscheidung eigentlich gar nie gefordert war. Der staatlich* bzw. von alliiertem Einfluß dominierte Markt blies die Nachfrage in solche Höhen, daß wer sie halbwegs systemdienlich erfüllte, automatisch Erfolg hatte.

Der Preis war hoch. Deutschland hatte in den 1950er Jahren eine enorme Staatsverschuldung, die das Land zu erdrücken drohte. Der größte Beitrag zum Wunder war nun, daß die Alliierten auf Reparationsleistungen verzichteten, und die Hälfte der deutschen Auslandschulden von dreißig Milliarden Mark (die ca. fünfhundert Milliarden dem heutigen Euro entsprechen) mit einem Federstrich erließen. In der Hoffnung, daß zukünftig auf einem prosperierenden deutschen Markt mehr zu holen sein würde als das beträgt, auf das man nun verzichtete. Dazu gehörte auch der Verzicht auf Reparationsforderungen durch ehedem von deutschen Truppen besetzte Länder - wie Griechenland.

Die an sich interessanten Aspekte des Videos, wenn sie auch nicht ganz auf einen Punkt kommen, denn ein wenig hat man den Eindruck, daß etwas sensationalisiert werden soll, das aber keine Sensation ist, wird dort definitiv eigenartig, wo es um den Wert geht, den die Enteignung vieler jüdischer Unternehmer unter dem Hitler-Regime für die deutsche Wirtschaft selbst besaß.

Denn die Aussage, daß Deutschland seinen Wirtschaftsaufschwung auf Kosten anderer (vor allem der Juden) "zusammengestohlen" hätte, steht auf sehr wackeligen Beinen. Sie mag ihre Bedeutung in Dingen des Reichtums einzelner Personen haben, aber nicht in einer gesamtvolkswirtschaftlichen Rechnung, der es egal ist, wem ein Unternehmen gehört. Ein Thema, wie es ja viele Länder betrifft (etwa die Türkei mit den Enteignungen der Armenier). 

Viel schwerwiegender ist da sicher der Abfluß vieler Patente und Fachkräfte aus den Ostgebieten in den Westen, wie auch von Deutschland in die USA. Mehr als Aspekte, die man mitbedenken kann, bleiben also nicht. Die Sensationsankündigung im Titel ist also etwas zu viel versprochen. Was bleibt ist Ursachenkunde für den Amerikanismus und Konsumismus in Deutschland, mit einer Bevölkerung, die Politik satt hatte und nun einfach gut leben wollte, ist gezielte Hilfe beim Aufbau aus nicht ganz uneingennützigen Überlegungen, was alles zusammen das Wirtschaftswunder letztlich bewirkte, bei gar nicht so schlechten Startbedingungen, wie oft geglaubt wird.

Denn die Bilder der Zerstörung waren fast immer Bilder von Zivilbezirken. Hergestellt von Journalisten und Bildmachern, die - warum soll es damals anders gewesen sein wie heute? - immer das Sensationelle/re) suchten. "Hätte man die Kameras gedreht, wären oft die unzerstörten Vorstädte sichtbar geworden. Wo die Industriebetriebe standen, die 1945 sogar größer waren als vor dem Krieg, weil die Kriegsmaschinerie gewaltige Investitionen getätigt hatte," sagt einer der Historiker, die in der Dokumentation zu Wort kommen.

Das heißt, daß die Wirtschaftsbetriebe selbst viel weniger betroffen waren, als gemeiniglich geglaubt. Sie konnten nach dem Mai 1945 oft sofort wieder produzieren. Die Kapazität war da, und mußte nicht erst geschaffen werden. Es brauchte lediglich die Aufträge.
Das Deutsche Wirtschaftswunder ist also auch ein gutes Stück "virtuelle Konstruktion", entstanden aus den Medien. Die den Interpretationshorizont lieferten, in den die Menschen ihre subjektiven Erfahrungen einordneten. Und die waren tatsächlich so katastrophal, daß eine Regeneration des Landes als "Wunder" erscheinen mußte.
Und die schuf man mit dem Marshall-Plan, einer künstlichen Wiederbeatmung der Binnennachfrage. Zu der man sich 1947 entschlossen hatte. Damit wurden sämtliche Pläne, die deutschen Völker zu "entzivilisieren", die die amerikanische Politik seit Marrakesch 1943 beschäftigt hatten, also auf alle Zukunft zu entmachten, ja auszulöschen, verwarf. Die USA brauchten Deutschland gerade in den Zeiten unberechenbarer Atomwaffen als Puffer, weil nach außen verlegtes Kampffeld.




*Die Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre hat, was oft übersehen wird, die Volkswirtschaften weltweit auf staatlichen Interventionismus umgestaltet. In diesen Fußstapfen des Selbstverständnisses der Politik ging es nach dem Krieg - der ja immer vorübergehend akzeptierter Höhepunkt des Etatismus ist - unverändert weiter: Der Staat betrieb gewissermaßen "seine" Volkswirtschaft im Sinne des (militärischen) Überlebens. Die zu einem einzigen Gesamtbetrieb umgebaut wurde, damit diese seine Ausgaben und seine Politik finanzierte. Damit wurde jene Finanzkraft geschaffen, die es erlaubte, direkte ideologisch motivierte "soziale" Politik zu betreiben.


Dienstag, 18. August 2020

Ein Blick hinter das Wirtschaftswunder (1)

Untersucht man wirtschaftswissenschaftlich unterlegt die tatsächliche Situation Deutschlands nach 1945, so kommt man vielleicht zu einem völlig anderen Ergebnis: Das Wirtschaftswunder Deutschland gab es gar nicht. Es ist ein virtuelles Bild.

Zumindest war es kein Wunder, und auch nicht das Produkt eines weltweit unübertroffenen deutschen Fleißes. Der war nicht höher als anderswo. Und niemand geringerer als die Amerikaner und Briten selbst kamen zu dem Ergebnis, daß die Zerstörung der Wirtschaftskraft Deutschlands durch die gigantischen Bombardements so gut wie gar nicht beeinträchtigt worden war. Die Zivilbevölkerung war das Opfer. Nicht das vorgebliche Ziel, den Kriegsfeind wirtschaftlich in Klump und Asche zu bombardieren.

Der Witz dabei: Die Briten zumindest ("Bomber Harris") hatten das sehr bald erkannt. Und zwar auch aus den völlig wirkungslosen deutschen Bombardements.

In Wirklichkeit hatte sich also recht bald die Strategie der alliierten Bomber bewußt auf das Ausradieren von Wohnbezirken - geschlossene Innenstädte - ausgerichtet. Der Bomberkrieg war deshalb ein Kriegsverbrechen, weil er gezielt auf die Auslöschung eines Volkes ging! NICHT auf Kriegsziele. Selbst das Argument, man würde den Kampfeswillen brechen, war - und auch das wußten alle! - falsch.

Das Gegenteil war der Fall, je mehr Bomben fielen, desto entschlossener, je radikaler die alliierten Beschlüsse waren (die keine Kapitulation anerkennen wollten, sondern schon 1942 eine Zerstörung Deutschlands zum Kriegsziel erklärten) desto alternativloser-patriotisch wurde die Haltung der Bevölkerung Deutschlands.

Es ging also in den Zerstörungsakten nur um die Zivilbevölkerung. Denn die Wirtschaftsanlagen waren einfach nicht effizient durch Bomben zu bekämpfen. Die deutsche Industrie stand 1945 weitgehend noch, ja war sogar weiter ausgebaut als vor dem Krieg. Hatte das gar etwas damit zu tun, daß amerikanische Konzerne (etwa an der IG-Farben) an deutschen Industrieunternehmen maßgeblich beteiligt waren?

Ach ja, es war die völlig selbstlose Hilfe der Amerikaner durch den Marshall-Plan? Diese ZDF-Dokumentation räumt mit diesem Mythos etwas auf, und zeigt die wirklichen Hintergründe des "Wirtschaftswunders Deutschland". Tatsächlich wirkten dieselben Mechanismen wie seit den 1920er Jahren - Antikommunismus, Angst vor dem Kommunismus. Die Überlegungen der Amerikaner waren umfassend: Zum einen stand eine amerikanische Wirtschaft - durch überhitzte Kriegsproduktion nicht mehr gebraucht - kurz vor einer Stagflation.

Man mußte Geld aus dem Markt nehmen - etwa durch Investitionen oder gar Geschenke an Europa. Dann fehlten Absatzmärkte. Und nicht zuletzt war die Angst recht konkret, daß ein wirtschaftlich daniederliegendes Deutschland, ja Westeuropa, für den Kommunismus anfällig war.

Die strategische Position der Amerikaner als eigentliche Siegermacht stand also möglicherweise auf dem Spiel, blieb Europa längere Zeit "arm". Also wurde eine Gesamtstrategie entworfen, wie Westeuropa mit dem notwendigen Kern Deutschland in den Westblock dauerhaft und unausweichlich zu integrieren war.

Dazu gehörte sogar ein gezielter brain-drain von Ost- nach West-Deutschland. Gezielt versuchte man, kluge Köpfe aus der kommunistischen Zone zu holen. Audi in Ingolstadt wurde sogar weitgehend mit ostdeutschem Ingenieurswissen aufgebaut.

Dazu kamen gewaltige Transfers von Know-how aus Amerika selbst, das helfen sollte, die deutsche Wirtschaft ähnlich auf Massenprodukte umzustrukturieren, wie es in den USA bereits geschehen war. VW etwa wurde gleich einmal auf amerikanische Fließbandproduktion umgerüstet. Dann kam der Korea-Krieg, der für die deutschen Exporte als verlängerte Werkbank der Amerikaner eine "Initialzündung" wurde. 

Vorbereitet hatte sich dieses Denken bereits im Krieg, wo die deutsche Industrie allmählich lernte, Quantität vor Qualität zu stellen, lernte "in Maßen schlecht zu werden". Nicht Spitzentechnologie hat deshalb nach 1945 den Weltmarkt erobert, sondern die deutsche Umstellung auf billige Massenware. Sie fand ihre Entsprechung in einer Managergeneration, die in der NS-Zeit an den Methoden der Kriegs-Zwangsbewirtschaftung gelernt hatte. Sie trafen auf eine sehr dienstbereite Bevölkerung, die ähnliche Vorgangsweisen wie unter Kriegszwangsbedingungen leicht durchsetzbar machte und mit niedrigen Löhnen zufrieden war.

Morgen Teil 2)



*310720*

Montag, 17. August 2020

Wie es mit der Erde aussieht

(Wollen wir mal spekulieren ...) 

Die Skepsis gegen die Klimadiskussion hat einen tiefen Erstgrund, der im Begriff Klima selbst ansetzt. Denn Klima ist kein reales, weltumfassendes Geschehen, sondern ein Abstraktum. Nicht einen einzigen Augenblick kann man Klima "ansehen".

Klima ist ein Begriff. Umgelegt als Forschungsobjekt ist es ein gigantisches, nie statisches, immer dynamisches Mosaik aus zahllosen Kleinklimaräumen, die mit den jeweils angrenzenden Räumen interagieren. In allen diesen Räumen ist vor allem anderen die Neigung maßgeblich, sich stabil zu halten, um es selbst zu bleiben. Daraus ergeben sich die Voraussetzungen für die Interaktion mit dem angrenzenden Raum. 

Zwar steigern sich diese Kleindynamiken in der Atmosphäre zu großen und größeren Gesamtvorgängen, die dann wie eigene Ereignisse und Strömungen aussehen, auch oft größere Dynamiken bedeuten, und die wiederum eigene Bedingungen haben (zum Beispiel thermische Prozesse bei auf- und absteigenden Lüften) zu denen sie sich steigern (und darin auf kleinere Räume rückwirken), aber für sich gesehen dennoch keine dauerhafte, für sich stehende Existenz haben, die mit dem Wetter in Erdnähe vergleichbar wäre. Großräume haben je eigene Kategorien des Seins, sind je eigene "Orte".

Die selbst wiederum eingebunden in ein großes kosmisches Geschehen (weil kategorial höhere, andere Orte) sind. Im Weltall, in unserem Sonnensystem. Das auf die Atmosphäre wirkt, aber jeweils auf die Bedingungen trifft, die Kleinräume eben haben, und unter denen sie mit diesen Einflüssen (Sonnenstrahlung, Partikelstrahlung, Elektromagnetismus, die Standort- und damit Beziehungsveränderungen, die die Gesamtbewegung im Äther mit sich bringt) interagieren beziehungsweise auf diese reagieren. Aber auf eine andere, man könnte sagen: Neue Art.

Denn je weiter die Dinge von der Erde entfernt sind, desto weniger gilt der Ansatz, daß die dortigen mechanisch beobachtbaren Prozesse exakt denselben Bedingungen unterliegen, wie sie auf der Erde festgestellt werden. Diese lassen sich je weiter weg desto weniger linear verlängern, und nehmen eine eigene, uns im Grunde unbekannte, immer mehr nur noch abstrakt (bzw. um konkrete Vorgänge wie auf der Erde reduzierte, immer amorpher, also archetypischere) erkennbare Dynamik an. Bis zu dem Punkt (was übrigens auch Aristoteles so sieht), daß es überhaupt nicht mehr möglich ist, Kosmologie ohne Theologie zu betreiben.
Der Blick ins Weltall ist wie ein Blick in eine noch sehr amorphe, sich stark im Grundsätzlichen, "Einfachen" bewegende Ebene der Welt (als Schöpfung), die somit eine erste (oder letzte) Stufe des Weltseins bedeutet. Ihr Sinn war ja (siehe das Buch der Genesis), Orientierung zu bieten. 
Wobei der VdZ ein striktes physikalisch-astronomisches geozentrisches Weltbild (das mit Flat-Earth NICHTS zu tun hat; es ist eine Verleumdungstaktik, das zu behaupten; Geozentrik ist etwas völlig anderes, und eine - leider oft wegen der Implikationen verweigerte - Diskussion innerhalb der Wissenschaft) vertritt.

Der Leser hat hoffentlich nicht vergessen - wenn er schon mit der Astrophysik ein wenig vertraut ist - daß selbst ein Einstein oder noch jüngst Hawking die Wahrheit eingestanden haben, daß die Physik KEINEN Beweis für Helio- oder Geozentrik liefert. In jedem Fall ist es ein Glaubensansatz, ein Postulat, dieses oder jenes zu denken. Die Gesetze der Physik sind für beide Modelle GLEICH.
Darin liegt sogar ein gewisser Wahrheitsanspruch der Astrologie. Die ja in ihren Wurzeln von der Astronomie gar nicht zu unterscheiden war; das Problem begann immer erst dann, wenn aus den Grundzügen auch zukünftige, historische "Geschehnisse" abzuleiten verlangt wurde - die vulgäre Seite der Astrologie begann immer in solchen Niedergangszeiten. Das ist auch heute darüber zu sagen.
Insofern ist der VdZ sogar der Meinung, daß der Mensch tatsächlich viel Einfluß auf "das Klima" hat, und zwar auf sein lokales, regionales Kleinklima bzw. auf manche Wetterzustände. Weil aber das Insgesamt (sagen wir meinetwegen "Weltklima") keine lineare Resultante aus Kleinräumen ist, sondern ein Reaktionsraum von Reaktionsräumen, ist es insgesamt und prinzipiell unvorhersagbar.
Nur ein abstrakter Grundzug läßt sich also aussagen, der sich aus dem Dasein aller Dinge ableiten läßt: Alles Geschehen ist Ausdruck des Bemühens aller Dinge (Seiende), das eigene Sein aufrechtzuhalten, und jener Harmonisierung (Angleichung) entgegenzuwirken, die sich aus dem Begegnenden ergibt. Ein "stabiles Klima" wäre also nicht nur ein unnatürlicher Stillstand, sondern tatsächlich Ausdruck des Todes der Welt, weil nichts mehr "west".
Denn weil es etwas wie ein "Weltklima", das ein irgendwie zusammenhängendes meteorologisches Geschehen wäre, das einer eigenen Gesetzmäßigkeit folgt, das also überhaupt so etwas wie eine "Maschine" wäre, die als Ganze funktioniert (oder nicht), ist auch die Wirkung von Gasen wie CO2 keineswegs etwas, das ein "Gesamtsystem" tangiert, sondern das jeweils regional, lokal diese oder jene Wege geht, wenn es denn aufsteigt (und absinkt), aber nicht auf ein "Globalklima" wirken kann. Messungen ergeben ja auch, daß der CO2-Gehalt selbst in höheren Luftschichten regional wie durch ständigen Wechsel der Höhenlagen erheblich schwankt. 

Wenn es heute heißt, wir hätten 420 ppm in der Atmosphäre, so ist aber auch das ein statistisches, mehr noch: ein hochgerechnetes Mittel, das noch dazu an einem Punkt gemessen wird - auf Hawaii. Der Rest sind stichprobenartige Einzelmessungen, die keine Gesamtaussage zulassen. Sondern ebenfalls in ihren Wirkungen und Verteilungen "geschätzt" werden.



Sonntag, 16. August 2020

Denn der Vater sieht nur das Glied des Hauses (2)

Teil 2) Gottes Weg mit der Schöpfung ist real.
Wir sind aber die Realität, ja jede Realität nicht mehr gewöhnt.



Wir sind heute die Realität², ja irgendeine Realität nicht mehr gewöhnt, so seltsam das klingen mag. Und im Katholischen, das heißt im Allumfassenden (als das Alles Enthaltende), gibt es sehr reale Bedingungen und Schritte. Warum? Weil auch die Welt so ist! Und was in der Welt sichtbar wird verweist uns auf die innere Grammatik Gottes. Das gilt es einfach zu akzeptieren, und es ist auch nicht widervernünftig, weil die Vernunft sich nach den Gesetzen der Welt, deren logos, deren Logik, richten muß.
Entspricht es nicht jedermanns Erfahrung, daß keine Tat Sinn hat, wenn sie nicht innerhalb der Realität der Welt steht? Diese Realität ist aber viel umfassender, als wir oft meinen. Zumal sie innerhalb der Realität Gottes als allumfassender Realität steht.
Das ist der Maßstab für Wahrheit, die niemals in Widerspruch zur Welt stehen kann. Wo das der Fall zu sein scheint kann es also nur an uns liegen, an unserem Irrtum, der im Grunde aber immer in einer Sünde seinen Grund hat. Weil die Wahrheit personal ist, hängt die Teilhabe an ihr von einer persönlichen Beziehung ab.

Jesus sagt: Ich BIN der Weg, die Wahrheit und das Leben! Es geht also um ein persönliches Verhältnis, um eine Beziehung zur Wahrheit, und das heißt zu Jesus.

So wie wir zu jedem Mitmenschen eine Beziehung haben, und erst durch bestimmte Akte der Liebe, Wahrheit und Sündenlosigkeit objektiv real wird. (Das Beste daran: JEDE Art der Stellung zu jemandem oder etwas IST die Realisierung einer Beziehung. Nicht einmal die Ignoranz kann das verändern, und ist ein Akt, der das Begegnende, Ignorierte von beiden Seiten betrifft. So wie der Fisch im Wasser, ist der Mensch in das Wasser der Beziehung getaucht, die Welt, die Schöpfung.)

Deshalb muß sich auch jeder Mensch entscheiden, wie er sich zu Gott und Christus Jesus stellt. Und nur innerhalb dieser Beziehung zu ihm kann er wirklichen Zugang zu ihm finden. So ist die Stellung des Menschen zu Gott immer "entschieden", also einer Entscheidung zuzuschreiben: Ob in ihm sein zu wollen, oder nicht. Der, noch einmal, die innere Grammatik der Schöpfung vorgibt, deren dynamischer pneumos (Atem) und logos ist (Sinn, Wort, Wahrheitsstruktur, Grammatik, "auf-zu"-Dynamik ...)Weil jedes Werk von seinem Hervorbringer zeugt, dessen Eigenschaften und Wesen erkennbar macht.
Wer sich deshalb gegen ihn entscheidet, nein, wer sich NICHT FÜR IHN entscheidet, wer sich entscheidet nicht in Gottes zweiter Person Christus Jesus sein zu wollen, diesem logos der Welt, steht außerhalb des göttlichen logos und außerhalb der Welt und Schöpfung. Er wird deshalb VON GOTT GAR NICHT GESEHEN, er existiert nicht vor Gott.  
Das Feuer, von dem Jesus ausdrücklich und nicht selten spricht, ist deshalb kein Feuer, das Gott "macht" oder dem Gottfernen zufügt, sondern es ist die Qual desjenigen, der außerhalb der Schöpfung steht. Die nur IN Gott Bestand hat und seiend sein kann. Die Hölle ist somit das Sein im Nichtsein. An Gottes Gnade und innerer Qualität sozusagen kann nur teilhaben, wer zu seinem Hause gehört.


*Unter anderem lebt die gesamte Esoterik von dieser Selbsteinschätzung. So wie jeder der Wege, in denen jemand SELBST seinen Heilsweg aussucht, und zum Beispiel der katholischen Kirche den Rücken kehrt, um zu irgendeiner Abspaltung überzutreten (die immer auf eine Weise protestantisch sind, wie Orthodoxie, Evangelikale oder direkt protestantisch-evangelische Kirchen).

**Wobei nicht unerwähnt bleiben soll, daß die Taufe sogar von Ungetauften vollzogen werden kann. Ihre einzige Bedingung ist einerseits der Wille (ob selbst oder durch Paten ausgedrückt ist unwesentlich), zur Kirche als dem Volk Gottes zu gehören, und anderseits der objektive Vollzug durch Wasser und die Formel "Ich taufe Dich auf die Dreifaltigkeit IM NAMEN von Vater, Sohn und Heiligem Geist. 

Der Mensch kann und darf bei der Taufe also ANSTELLE VON GOTT SELBST (in seinem Namen!) handeln und reden. Ein Akt, den aber hier eben der Mensch setzt, den freilich Gott erst vollendet, durch seine Gnade. Das kann der Mensch, weil er "nach seinem Ebenbild", nach dem Ebenbild Gottes gemacht ist. Der Taufende handelt also bis an die Grenze des überhaupt dem Menschen Möglichen. 

Die Tatsache (der Ebenbildlichkeit) ist, es sei hier einmal mehr gesagt, von so immenser Bedeutung, daß sie nicht oft genug betont werden kann. Denn sie ist ein Schlüssel zum gesamten Glaubens- und Heilsgebäude.

²Die deutsche Sprache kennt (etwa im Gegensatz zum Englischen, innerhalb dessen solche Themen zu disputieren fast unmöglich sind) sehr feine begriffliche Unterschiede. Deshalb wollen wir hier ganz kursorisch definieren: Realität ist die weltzugewandte, geschichtlich werdende Seite der wirklichen Wirklichkeit, in der sie steht. (Insofern kann Realität von der Wirklichkeit abweichen, weil diese nur graduell erfüllen.) Um selbst wiederum in der Wirklichkeit zu stehen. Also, vereinfacht gesagt: Jesu Menschwerdung ist Realität, als Wollen (wirkliche Wirklichkeit, also die weltzugewandte Dynamik des Wirklichen) des Vaters (des Ideengebers, des Wissens selbst, damit des Innersten der Wirklichkeit), und alles das steht in der Wirklichkeit, aber auch der wirklichen Wirklichkeit (in der Schöpfung Realität geworden) der Dreifaltigkeit.



*310720*

Samstag, 15. August 2020

Denn der Vater sieht nur das Glied des Hauses (1)

Vielleicht wird die Stelle in der Heiligen Schrift unterschätzt. Sie sieht ja eigentlich leicht verständlich aus. Aber hört man genau zu, wird sie doch in Wirklichkeit unverständlicher? Was steht hinter Aussagen von Jesus (und sinngemäß finden sich eine Reihe solcher Stellen, und für zahlreiche weitere ist dieser Aspekt wichtige Ergänzung, die als Hintergrund mitzudenken wäre), in denen er Folgendes betont: Was einem seiner Brüder getan ist, das ist ihm getan. 

Warum bindet Jesus die "gute Tat" und die Nächstenliebe an die Eigenschaft des "Bruders"? Wäre da nicht jene Stelle viel wichtiger (und in der pastoralen Realität kennt der VdZ auch nur diese als gerne und viel verwendet), in der Jesus die Nächstenliebe NICHT daran bindet, daß der Hilfebedürftige Teil des Volkes Gottes (Israel) ist? Richtig, der Leser hat sie sofort erkannt - die Stelle des barmherzigen Samariters (siehe unter anderem Lk 10,25ff).

Stellen wir zuvor noch eine Verbindung her, nämlich mit der für manche vielleicht verstörenden Aussage, daß Jesus immer wieder betont, daß er ZUERST nur zu seinem auserwählten Volk gekommen ist. Andere bezeichnet er sogar als "Hunde", die keinerlei Barmherzigkeit (und Wunder) verdient hätten. Auch hier also beschränkt sich Jesus auf "seine Brüder", um es einfach zu sagen. 
Die Taufe als realer Vollzug der Zugehörigkeit.
Gott sieht nur den Menschen, der in Christus vor ihm steht. 'Der andere ist jenes Unkraut, von dem Jesus immer wieder spricht. Das zwar vorerst unangetastet bleibt, aber am Tag der Ernte ins Feuer wandert. So wird verständlich, warum es zu unseren Lebenszeiten dem Nicht-Getauften, sogar dem Bösen scheinbar nicht anders oder schlechter geht als mir, dem Getauften, dem "Besseren". (Und man darf, ja muß das so formulieren.) 

Gerade in der Gegenwart, die man ohne viel Verlegenheit als "gottfern" bezeichnen muß. Nach objektiven Gesichtspunkten! Nicht nach subjektiver Selbsteinschätzung. Denn das würde wohl kaum jemand zugeben, im Gegenteil, in den allermeisten Fällen behauptet der Gottferne sogar die größere GottNÄHE, sieht den subjektiven (und nicht objektiven) Weg als Rechtfertigung und Ausweis höherstehender Gutheit*. 
Die Wahrheit ist in ihrem Kern deshalb heute vielen so schwer verdaulich, weil sie einem der neuen Verhaltensparadigmen widerspricht, nämlich dem der Sentimentalität als Kriterium von gut und böse.
Gott sieht nur den Menschen, der in Christus lebt und ist. Indem er mit ihm Gemeinschaft hat, in das Leben der Dreifaltigkeit hineingenommen (genommen, nicht "getreten"; Gnade, nicht Eigenmacht) ist, und deshalb in Gott ist. Alle übrige Menschheit sieht Gott gar nicht. Sie wird deshalb am Jüngsten Tag ausgerissen und ins Feuer geworfen.

Und es gibt nur eine Stelle in der Heiligen Schrift, die man als letzte Hoffnung ansehen könnte, das ist jener Verweis aus Jesu Mund, daß "für Gott nichts unmöglich" ist.

Der Weg zur Erlösung ist objektiv. Er ist ein objektives und sehr reales Geschehen als Merkmal und Bezeichnung an BESTIMMTEN Menschen, die von Gott dazu auserwählt wurden. Durch die Kirche, die die Taufe vollzieht** und dadurch den bestimmten Menschen Gottes Volk zugesellt.

Wir haben keinen Anlaß zu meinen oder zu glauben, daß es auch anders sein könnte. Daß es einen Weg zu Gott und in die Seligkeit des Himmels gäbe, der außerhalb des Leibes Christi - der Kirche! - real würde. Es gibt auch keinen Weg "durch gute Taten". Und es gibt keinen Weg, weil jemand "das gleiche tut wie ein Getaufter", nur eben nicht getauft ist. Auch diese Stellen in der Heiligen Schrift sollte man da nicht übersehen, in denen Jesus darauf hinweist, daß am Jüngsten Tag zwei scheinbar das gleiche tun, am gleichen Ort sind, aber nur einer in die Erlösung hineingenommen weil gerufen ist.
"Wir haben gelebt wie Du!" Gehandelt, geliebt, gearbeitet, gefeiert und gelebt. Und sind nun doch nicht erlöst? 
Auf die Tat selbst, auf die Tat an sich kommt es eben nicht an. Der Katholizismus ist also einerseits sehr einfach, so einfach, daß er zu gewisser Nachlässigkeit verführen könnte. Denn er ist anderseits so real, so objektiv wirklich, wie wir es heute gar nicht mehr gewöhnt sind. In einer Zeit, in der wir nur noch am Bildschirm leben, und die jederzeitige Änderung eines Geschehens erfahren, das volatil ist.


Morgen Teil 2) Gottes Weg mit der Schöpfung ist real.
Wir sind aber die Realität, ja jede Realität nicht mehr gewöhnt.



*310720*

Freitag, 14. August 2020

Es fällt nur auf (2)

Teil 2) Da kam eine Corona-Krise sehr gelegen.
An der ist niemand schuld.



Wir reden hier von Prinzipien, aber sie müssen hergenommen werden, um etwas zu betrachten, und das heißt hier: Da kommt ein Obrist daher, und der sagt allen diesen Tapferen, ob überhaupt, und in oben erwähntem Fall, daß sie kein Überlebensrecht hätten. Daß sie "zu wenig produktiv" wären, daß sie "volkswirtschaftlich betrachtet Ressourcen verschwendeten", die im globalen Wirtschaftsrausch anders weit effizienter einzusetzen wären. Die das Lebenswerk von ach so vielen Menschen anspuckten, weil in ihren Augen die heutige Zeit ein ganz anderes Gehabe verlangte. Angepaßter, flexibler (!), und vor allem ... charakterloser.
Wie auch immer. Diese Zombieunternehmen werden zusammenbrechen, sobald die Zinsen wieder steigen. Und das werden weil müssen sie, weil die Banken sonst nichts mehr verdienen, und damit ist das Blut der Volkswirtschaften - Geld - gefährdet. Banken MÜSSEN also verdienen, sonst kann eine Volkswirtschaft nicht funktionieren. Steigen die Zinsen aber, brechen die zehn, fünfzehn oder zwanzig Prozent der Unternehmen zusammen. Deren Kredite, kraft deren sie nur noch überlebt haben, werden damit notleidend, und somit fallen die Banken um und brechen zusammen. Was nur noch durch gigantische Gelder aus Steuern (Staat) aufzufangen sein wird.
Und da kam nun eine Corona-Krise daher. Die genau diesen angeblich unvermeidbar bevorstehenden Weltwirtschafts-Crash auf seltsame Art vorwegnahm. Nun ist es freilich kein Zusammenbruch der Weltwirtschaft aus Gründen mangelnder Produktivität! 

Nun ist es eine von niemandem vorhersehbar gewesene Virus-Pandemie, die durch den aus gesundheitlichen Gründen - "Es geht um Millionen von Menschenleben!"- angeblich notwendigen Totalshutdown des Lebens auch die Bereinigung der Unternehmensstruktur durch Austrocknen der Zombieunternehmen bewirkt hat und noch bewirken wird. Im Herbst, im Winter, "wenn das Corona-Virus wieder zuschlagen wird". Wenn die Auftragsbücher endgültig geleert und aufgearbeitet sind, während zu wenige neue Aufträge eingelangt sind. Die seltsamerweise auch die Zombieunternehmen immer noch und immer wieder erhalten hatten. Warum wohl?

Die Corona-Krise könnte sich somit auch als Maßnahme erweisen, die einem Packen des Stieres bei den Hörnern gleichkommt. Wohl wissend, daß ein Achtel des Wirtschaftslebens keine Berechtigung zum Überleben hat, und sich "nur noch dahinschleppt". Was alles natürlich fatal an die "Branchenbereinigungen" erinnert, die der Globalismus in unseren Ländern und Völkern und Volkswirtschaften während der letzten dreißig, vierzig Jahre so brutal erledigt hatte, daß sich unsere gesamte Art zu leben verändert hat. 

Und - nicht zum Guten! Sondern zugunsten neuer Konditionen. Tempo, aktualistische Kommunikation, die jeden Augenblick alles zu ändern vermochte, weil alles auf den Knopfdruck hin zu verändern war. Wer nicht substanzlos genug ist und war, um von heute auf morgen vom Bettenanbieter zum Supershop für iPhones zu werden, der hat kein Recht auf Überleben mehr. 

Mit der Corona-Krise hat man aber dieses lästige und zähe Überlebensdrama abgekürzt. Und eine Weltwirtschaftskrise nicht nur vorweggenommen, sondern die bei einer nächsten Weltwirtschaftskrise "durch mangelnde Effizienz", durch "veraltete Strukturen", notwendige Maßnahmen - Geldvermehrung, Vergrößerung des Kreditvolumens, damit Vergrößerung der Versklavung der Menschen, denn Schulden bedeuten Sklaventum, auch wenn das niemand mehr glaubt, weil niemand mehr weiß, was Freiheit überhaupt ist, Aufblähen der staatlichen Schulden, Milliardensubventionen in erwünschte Branchen (Stichwort "Ökologie"), die zur Rettung der Welt gut und notwendig sind. 

Auch wenn sie niemals aus dem Wachstumsimpuls einer gesunden Wirtschaft hervorgegangen wären. Dieses Empfinden wird nun und schon lange vorbereitet durch "Experten" ersetzt. Die sich auf Wissenschaft berufen, und deren pausenloses Versagen lieber hinnehmen als die dem menschlichen Tun und Wirken eben einwohnenden Irrtums- und Schuldmöglichkeiten. 

Es fällt einfach auf. Es fällt auf, daß dieser noch vor einem halben Jahr in den Köpfen von Ökonomieexperten aus wirtschaftlicher Logik so gewisse Weltwirtschaftscrash zum einen ausblieb und nun ausbleiben wird, WEIL ein kleiner Virus aus Wuhan dieses Bereinigungsgeschäft erledigt. Diesen Umbau der Weltwirtschaft hin zu noch mehr und fast schon ausschließlichem Staatsökonomien. In denen alles menschliche Schicksal ausgeschaltet, aller menschliche Lebensablauf in den Händen der Politik liegt. 
Die Corona-Maßnahmen gleichen auf fatale Weise den staatlichen Maßnahmen, die bei einem Weltwirtschaftscrash, der von so vielen als unabwendbar dargestellt wurde, nötig geworden wären. Aber sie haben einen großen Vorteil: Diesmal protestiert niemand! Die Völker nehmen gelassen hin, daß ihre Politiker, ihre Führungen gigantische Gelder "locker" machen, und jeden Bürger weiter und bis über beide Ohren verschulden.
Werter Leser - ist der VdZ alleine in der Einschätzung, daß dieselben Maßnahmen, die nun wie Balsam weil Lebensrettung wirken, die von einer Maturantenschar beschlossen werden, die Politik als Karrierechance begriffen haben, unter anderen Umständen, das heißt im Rahmen eines weltweiten Wirtschaftscrashs, von Protesten und Volkswiderstand begleitet worden wären?
Das ist ja das Schönste daran: Niemand wagt heute, gegen die gigantische Geldvermehrung und Vermögensverschleuderung (und -umverteilung, nicht zu vergessen: von unten nach oben!) zu protestieren.

Ja niemandem scheint überhaupt aufzufallen, daß dieses vordem "natürliche" Geschäft einer allumfassenden "Struktur- und Branchenbereinigung" nun unter dem Paradigma der hochmoralischen Menschen- und Gesundheits- und Lebensrettung wie von Geisterhand weil wie von selbst AUCH erledigt wird.

Niemandem fällt auf, daß Politiker und Wirtschaftsmagnaten Gesundheit sagen, und Wirtschaft meinen. Weil sie Wirtschaft als das begreifen, zu dem sie sie machen wollen: Als Lieferant von jenem Geld als Machtmittel (und nur als das), das ihre Politik ermöglicht. Erarbeitet von einer total beherrschten, zum Sklaventum erniedrigten Menschheit.

Wo Volk und Wirtschaft und Leben zu Eigenschaften einer riesigen Maschine wird, die von einigen Mächtigen beherrscht und gesteuert wird. Und in der der normale Mensch, das Volk (merkt der Leser etwas? Dieser Begriff selbst ist mittlerweile unerwünscht und verbannt!) zum Teil eines Mechanismus wird, der nur eines möchte und mit eisernem Griff verlangt: Daß er funktioniert. Daß er liefert, was von ihm verlangt wird. Weil die Gebrauchsanleitung, die die Experten und "Wissenschaftler" entworfen haben, es erfordert. Wo selbst das "Originelle", das "Eigene", das "Individuelle" der Machbarkeit und Zentralplanung unterworfen ist.

Wie gesagt. Es fällt nur auf. Es fällt auf, wenn vor dem einen Crash aus einem Bankenzusammenbruch nun eine Wirtschaftskrise eintritt, warum auch immer, die aber in jedem Fall gewollt und willkürlich eingeleitet wurde, die zufällig genau jenes Geschäft erledigt, das nach Angaben von Hochgelahrten ohnehin einen Wirtschaftszusammenbruch bewirkt hätten. Von dem die Frage nur war, WANN, nicht OB er einträte.



*300720*

Donnerstag, 13. August 2020

Es fällt nur auf (1)

Geht man im Juli 2020 durch das ungarische Ödenburg/Sopron fällt auf, wie viele Geschäfte nach dem Shutdown (den es natürlich auch in Ungarn gab) gar nicht mehr aufgesperrt, oder bald danach aufgegeben haben. Meist sind es kleine und persönliche Unternehmen, die die Reserven nicht hatten, den dramatischen Umsatzverlust zu überstehen. 

Bei dieser Gelegenheit fiel dem VdZ ein seltsames Gespräch wieder ein, das er bei einem Adventmarkt (es muß im Jahre 2018 gewesen sein) an einem Punschstand der Lions-Vereinigung geführt hatte. Wo er mit einem gut deutsch sprechenden Mann über die damals gerade fertiggestellten, mit EU-Geldern finanzierten Umbau- und "Verschönerungsmaßnahmen" in der halben Stadt zu reden kam. 

Es ging um die wirtschaftlichen Schäden für die durch eine über zwei Jahre währende, wirklich riesige Baustelle in ihrer Charakteristik völlig veränderte Stadt. Viele Unternehmen mußten daraufhin schließen. Allesamt Einzelunternehmen, kleine Firmen, die sich so schlecht und recht über Wasser gehalten hatten. Nun aber aufgeben mußten. 

Dieser "weltgewandte" Ungar meinte nun, daß es diesen Unternehmen auch gebühre. Es sei notwendig, sich den neuen Zeiten und den neuen Leitbildern anzupassen, die die Stadtregierung für Sopron verordnet hatte. Die Kälte, die in seinen Aussagen zu spüren war, ließ den VdZ und dessen Begleitung erschaudern. Mit welcher "Logik" der Mann, der offenbar für die offizielle Haltung der Obrigkeiten stand, die Auslöschung so vieler Existenzen guthieß, und die neu ordnen sollenden Maßnahmen der Stadtregierung rechtfertigte!

Sopron hatte ein neues Leitbild entworfen, und sollte nun, nach zahlreichen Studien, zu einem Touristenziel werden. Denn die Studien hatten ergeben, daß die alte Bausubstanz, die Spuren bis in die Römerzeit aufweist, das eigentliche Vermögen der Stadt sei. Das es durch Tourismus auszubeuten gelte. 

Daß Sopron über die letzten achthundert Jahre nachweislich Handels- und Wirtschafts-, ja Bergbaustadt war, spielte und spielt nun keine Rolle mehr. Mit Federstrich wurde die Stadt zu einem hübschen Ziel des Tourismus umgemodelt, und wer nicht mitspielt in diesem Spiel, hat verloren. Auch die Charakteristik der Unternehmen hat sich deshalb dem neuen Ziel anzupassen. 

Was hat das mit den Corona-Ereignissen von 2020 zu tun? Nun, es fällt auf, daß diese Ziele auffällig mit dem Wunsch der Obristen zusammenstimmt, die die Auslöschung traditioneller Strukturen regelrecht herbeigeführt und gewünscht hat. Denn nur Unternehmen, die sich auf den (Tages-!)Tourismus einstellten, sollten zukünftig eine Existenzberechtigung haben. Alle anderen störten nur den Charakter des Attraktiven, wie man es sich als Touristenwunsch vorstellte, und das man herzustellen wünschte. 

Blende. In zahlreichen Stellungnahmen war noch vor einem halben Jahr hier wie dort von einer bevorstehenden Weltwirtschaftskrise die Rede. Liberale, vorgeblich großartig "kritische" Ökonomen prophezeiten für 2020 einen Giga-Crash.  

Die Begründung? Das Bankensystem würde zusammenbrechen, hieß es fast unisono. Und warum? Weil es in der globalen Wirtschaft gut zehn, fünfzehn oder gar zwanzig Prozent sogenannter ZOMBIEUNTERNEHMEN gab. Unternehmen, die viel zu wenig produktiv waren, und durch (billige) Kredite diesen Rückstand in der Produktivität immer wieder verschleiern hatten können. Das sind Unternehmen, die keine wirkliche Eigensubstanz mehr hatten, die sich gerade so von Jahr zu Jahr weiterschleppten. Und dadurch ungeheure Mengen an produktiven Mitteln - Menschen, Maschinen, Gebäuden, Grundstücken - blockierten. Ressourcen, die bei entsprechender Anpassung an die neuen globalen Verhältnisse weit produktiver einzusetzen wären!

Dann kam Corona. Und der VdZ wird einen seltsamen Eindruck nicht los. Daß diese sogenannte Corona-Krise ein eigentümlicher Vorgriff auf die angeblich in den Augen der Experten längst fälligen "Bereinigungsmaßnahmen" ist. Es sind nämlich jene Zombieunternehmen, die den dramatischen Umsatzeinbruch nicht mehr länger verkraften. Unternehmen, die sich - brav, möchte man sagen, im eigentlichen Sinne des Wortes, nämlich tapfer, mutig, tüchtig, fromm, also pietätvoll - von Jahr zu Jahr weitergekämpft haben. Die ihre Mitarbeiter hielten, die sich als Familie fühlten und eine solche bieten wollten, die zu wenig weil (!) nicht nur (!) an Profite dachten, sondern einfach sein wollten, ohne diesen ständigen Umwandlungsdruck.
Die Vergabe von Hilfsgeldern sowohl national wie international (EU) soll nun, wie angekündigt wurde, an zwei Bedingungen geknüpft sein: Einerseits sollen nur Unternehmen gefördert werden, die vor der Corona-Krise auch rentabel waren. Anderseits sollen Hilfegelder an die Bedingung zu "nachhaltigen ökologischen Maßnahmen" gebunden werden. Was immer das heißt, wie immer es in der Praxis aussehen wird, so klingt hier ganz deutlich durch, daß diese Maßnahmen zur Prüfstelle werden, um angebliche und sogenannte "Zombieunternehmen", Unternehmen die in den Augen dieser Wirtschaftsexperten kein Überlebensrecht haben. 
In diesem Zusammenhang wird bedeutend und erhellend zu bedenken, daß unmittelbar nach Ausbruch der "Corona-Krise" (die erst durch diese Ansage überhaupt eine solche wurde, das darf man schon gar nicht vergessen) in Österreich jenes Gesetz geändert wurde, das bis dorthin jedem Unternehmen einen Rechtsanspruch auf Umsatz- und Gewinnentschädigung gab, wenn der Staat solche Generaleinschränkungen erlassen sollte. Nunmehr darf der einzelne Unternehmer "ansuchen", und eine Stelle der Wirtschaftskammer (das ist in Österreich die Standesvertretung der Unternehmenden und Kapitalunternehmen ohne Unternehmende) prüft den Antrag. Aus einem generellen Rechtsanspruch wurde so ein Bitt- und Flehgesuchl, dem stattzugeben Kriterien verlangt, die die (ÖVP-dominierte) Wirtschaftsprüfung unternimmt.

Morgen Teil 2) Da kam eine Corona-Krise sehr gelegen.
An der ist niemand schuld.



*300720*

Mittwoch, 12. August 2020

Eine geheime Leidenschaft

Zugegeben, der VdZ hat eine sehr geheime Leidenschaft, die durch dieses ihm von Leser K zugespielte Video aufgedeckt werden könnte ... Autos. Vor allem alte Autos. Aber nicht nur. Schöne Autos. Schöne Linien, elegante Innenraumgestaltung.

Welche Kategorie fast immer zugunsten alter Autos urteilen läßt, denn noch vor fünfzig Jahren hatte jede Otto-Normalverbraucher-Kutsche einen Innenraum, den die Gegenwartsautos nicht annähernd erreichen.

Genieße der Leser (sofern er diese Leidenschaft ein wenig teilt) einfach diese Bilder von einem Veteranentreffen im 21. Wiener Gemeindebezirk. Und vergesse er all das Sprachsurren, das so unsinnig ist, aber mit "Auto" verbunden wird.

Und schwelge er in Erinnerungen, wie es der VdZ tut, an Zeiten, in denen Autos einfach schön und aufregend sein durften. Und somit (wie jeder Besitz) in die Welt ragender, Welt herstellender Teil der Persönlichkeit allgemein verstanden und begriffen war. Sodaß auch Technik dann SCHÖN sein kann.
Und der Leser möge nicht kirre werden. Nach wie vor (wie denn anders!?) gilt, daß das Gute und Wahre im Schönen sichtbar wird. Daß es also keine Trennung von Gut und Schön gibt. Sondern daß der sicherste Weg zum Guten der über die Schönheit ist. Schönheit wiederum ist aber kein ästhetisierendes Irgendwie, vielleicht gar relativ niedergequatscht, sondern der Glanz, das Aufblitzen des Himmlischen auf der Erde. An dem nichts, wahrlich nichts falsch sein kann! 
So wie ein Häßliches, so wie etwas, das nicht von der Idee des Schönen AUSGEGANGEN ist, wo also nicht irgendeine Behübschung für ein vorgeblich und umso dringlicher durchzusetzendes Gutes gesucht werden mußte, niemals GUT sein kann. 
Fällt dem Leser denn nicht auch auf, daß (deshalb) Gutmenschen ausnahmslos häßlich oder in (oft lächerlich getarnten) kleinbürgerlichen Schönheitsbehauptungen erstarrt sind? 
Heutige Automarken - und ach, wie viele wunderbare Automarken sind in den letzten fünfzig Jahren verschwunden! welch' Unternehmensgeist, welch' schöpferisches Potential wurde dadurch zerstört! - können hingegen nur noch durch die Aufschriften unterschieden werden.
Welch' Tod des Unternehmertums, zugunsten eines abstrakten, technizistischen Geschäfts- und Gewinnmodells. Das mehr von Politikwünschen via Bestechung denn durch Hingabe an das eigene Tun geprägt wird.
Der VdZ hat den Verdacht, daß Automobilvereine mehr, ja weit mehr für das Durchstehen des Abendlandes tun als jede noch so durchtrieben auftretende Renovations- und Aktions-Initiative. Denn sie reformieren - im wahrsten Sinn! - die Fundamente, weil sie an der wahrlich fleischlichen, realen, konkreten Basis des Menschseins ansetzen und für dessen Durchblutung sorgen.

Oder spürt es der Leser nicht auch so seltsam warm im Bauch werden, wenn er solche Bilder sieht?




Hier noch mehr. 



*300720*

Dienstag, 11. August 2020

Über den Umgang mit Aphorismen (2)

Teil 2) Ein zweiter Teil,
um das Gesagte zu verlangsamen,
und damit dem Inhalt auf andere Art gemäßer zu werden



Dies eingedenk, sehen wir Versuche, wie sie William M. Briggs über Twitter durchführt, mit einer gehörigen Vorsicht.

Der Leser möge das oben Gesagte selbst einbedenken, wenn er Nachrichten wie die Folgenden liest, in denen Briggs wie einen Aphorismus eine Aussage (nicht nur) über den Journalismus trifft.

Deren Formproblem mehr noch als bei deren "Entstehung", wie Briggs (oder zuvor Thomas von Aquin - Briggs "reitet" auf dessen Worten, so wie alles Sprechen das Reiten auf einem geliehenen Pferd ist) zu einem geistigen Problem wird. Dessen Spuren in der seelisch-sinnlichen Welt, in der konkreten Realität sohin, nur dann erkennbar sind und werden, wenn wir im Geiste das wirklich Wirkliche und damit Umfassende Ganze - Gottes Wort und Wissen ist der einzig sinnvolle Deutungshorizont der gesamten Dinge innerhalb der Schöpfung, ist LOGOS - begriffen haben.
Schriftlichung ist als Ensemblierung von Bildern, deren Inhalt "im Unsichtbaren Dahinter" steckt, die Aneinanderreihung von Repräsentanzen von wirklichen Dingen, deren Abstraktionsgrad nur dem zugängig ist, der die Entschlüsselungsmaschine für Symbole bei sich hat und bedienen kann.
Greifen wir Briggs Twitterbotschaft also exemplarisch heraus. Stellen wir dabei die Art ins Zentrum der Betrachtung, in der er mit einer großen Wahrheit aus dem Munde des "Engelischen Lehrers", also von Thomas von Aquin, umgeht. Die wir freilich schon durch die Transponierung in dieses Format - das eines zusammenhängenden, überhaupt erst Text seienden Textes - verändert haben. Weil eben ein Text, eine Nachricht, eine Botschaft, also Sprache, Wort, nicht ohne die Art begreifbar sind, in der sie übermittelt werden. Ohne es so banal und unvollständig auszudrücken, wie Marshall McLuhan es tat: Das Medium IST die Botschaft.
Freedom of mind is absolutely necessary for perfection in virtue, for, when it is taken away, men easily become "partakers of other men's sins", either by evident consent, or by flattering praise, or at least by pretended approval. (St. Thomas Aquinas)

(Übertragung:) Freiheit des Geistes ist für die Vollkommenheit in der Tugend absolut notwendig, denn wenn sie fehlt, werden die Menschen leicht zu "Teilhabern an den Sünden anderer Menschen", entweder durch offensichtliche Zustimmung oder durch schmeichelhaftes Lob oder zumindest durch vorgetäuschte Zustimmung.
This is how journalists go bad.
(Übertragung) Genau das ist der Grund, warum Journalisten heute immer schlechter werden.
In sich ist also die Nachricht das Ausgesagte selbst! In einer Tautologie drückt der Hl. Thomas das aus, was der Ausdruck selbst ist und damit illustriert: Die Wahrheit ist ohne die innere Struktur und Charakteristik ihres Trägers nicht denkbar weil möglich. Der Duft des Gesagten ist selbst Teil des Gesagten. Und der Inhalt verändert sich in dem Maß, als das Medium wahr sein kann.
Vielleicht ahnen wir nun, warum die Wahrheit selbst ... Person ist. IST. Nicht "sagt", wie eine Lehre. Wie die Wahrheit aber nicht einfach Person, sondern ... göttliche Person ist, nämlich: Jesus Christus. Der Weg, Wahrheit und Freiheit selbst ist. IST. Als das einzige Medium, in seiner leibhaften Inkarnation, in seiner Historizität, das der Wahrheit selbst gemäß ist. Weil er also Sakrament ist.

Ahnen? Ja, ahnen. Weil Ahnen die letzte uns erreichbare Möglichkeit und Fähigkeit ist, in der wir uns Gott, der Wahrheit selbst, nähern können. Denn die Natur dieses Mediums ist uns nicht in Besitz gegeben. (Auch wenn wir in den letzten Jahrzehnten in der Illusion gewogen wurden, sie wäre uns verfügbar, unseren eigenen Händen, unserem eigenen Wollen übergeben weil "gleich".)

An ihr wirklich teilhaftig zu werden, selbst Medium der Wahrheit zu werden sohin, ist aber nur noch als Gabe Gottes denkbar, weil geschenkhafter Teil der wirklichen Wirklichkeit. Achten wir nur darauf, daß wir nicht als Twitter-Bildschirm durch die Welt laufen. Denn dann wird sie nie Platz nehmen, und Sitz und Thron der Wahrheit selbst sein.
Sodaß wir der Aussage von Briggs eine sorgenvolle Konnotation beifügen müssen. Ob nämlich nicht der Verfall des Journalismus eine Folge der Prägung der Menschen DURCH die konkrete Gestalt der Medien sind, in denen sie in die Welt gebären. Denn es ist das Format, das den Inhalt eigentlich formiert weil den Rang der Botschaft vorgibt. Dem dann jede Interpretation auf genau jener Stufe folgt, auf der sie serviert wird.  
Sodaß wir uns ernsthaft Sorgen machen müssen, wohin Briggs selbst eines Tages gewandert sein wird. Der solche Botschaften wie oben per Twitter verbreitet.


*230520*