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Mittwoch, 17. März 2021

Politiker als Kriegshäuptlinge (3)

Teil 3) Zusammenfassend läßt sich somit sagen: Es zeigt einen strukturellen Fehler, daß der Stimme des Normalen die Macht fehlt. Dabei gäbe es sie. Dabei suchen die Kriegshäuptlinge sie selbst. Aber sie suchen sie am falschen Ort. Aber mehr noch: Sie können sie gar nicht finden.

Normale Regierung darf nur eines wollen, und sie muß es unbedingt: Normalität. Die Un-Normalität muß deshalb das Geschäft eines Kriegshäuptlings sein, sonst kann das Vertrauen nie bestehen und bestehen bleiben. Erledigt die normale Regierung auch dieses Geschäft gibt es keine Begrenzung - sie vollzieht immer alles, auch den Krieg, und tut es zeitlich undefiniert.

Weil es somit kein Maß mehr gibt, auf das wir, das Volk, vertrauen kann, gehen wir davon aus, daß diese Notbeschränkung, die uns unser Leben raubt, auch wieder einmal endet, bleibt nur eine Konsequenz. (Und darin täuschen sich die Politiker fundamental. Gleichzeitig läßt sich darin die zumindest unbewußte Neigung der gegenwärtigen Herrschaft erkennen, diese Corona-Pandemie so lange wie möglich, am besten auf immer auszudehnen.) 

Jede Normalisierung, die wirklich eine solche ist wird mit der völligen Auswechselung der Politikerkaste begleitet sein müssen. Sonst wird sie nicht mehr normal sein können. Aber das muß sie sein, sonst werden wir unser blaues Wunder erleben. Weil die chronischen, also gewissermaßen unbewußten Kräfte in den Bevölkerungen auf Umsturz ausgerichtet sein werden. Diese Kräfte drängen, und werden sich, wenn sie nicht zur Bindung in eine normale, natürliche Kultur finden, sich sonst irgendwie äußern. Und das würde katastrophisch, unmenschlich und barabarisch sein. 

Das Normale braucht jene Macht, das Ab-Normale zu beginnen ebenso wie es zu beenden. Es braucht also auch jetzt eine Stimme von außen, die mächtige Stimme des Normalen, die den Kriegshäuptlingen ihr Schwert aus der Hand nimmt. Notfalls mit Gewalt.****



*Thomas von Aquin sagt richtig "Agere sequitur esse." Aber er meint damit gar nicht so sehr (oder: nur), daß "das Handeln dem Sein folgt" und deshalb das Sein sich aus dem Handeln erschließt, sondern aus seinem Wissen um das Weltgefüge als Erkenntnisdynamik folgt, daß nur im Handeln der Mensch ISSET, weil er nur im Aktiven am Sein teilhaben kann. Und das Seiende ist nur Sein, weil es am absoluten Sein teilhat - im Akt. Was sich nicht bewegt, könnte man vereinfacht sagen, ist nicht. Es ist eben tot, und damit ist es nicht.

**Der Staatsrechtler und -philosoph Carl Schmitt hat es herausgearbeitet: Die wirkliche Macht in einem Staat zeigt sich im Notstand, nicht im normalen Leben.

***Umgekehrt "gibt" es diese Stimme des Normalen als Bedürfen der Kriegshäuptlinge. Weil diesen aber jede Entscheidung obliegt (wann das Normale aufhört, wann es wieder zu beginnen hat) sucht sie dieses begrenzende Maß in "Experten", in "Wissenschaft". Was eine völlige Verkennung dessen bedeutet, was Wissenschaft ist und leisten kann.

****Wie sehr strukturell eine ausreichend machtvolle Stimme des Normalen fehlt, zeigen die Proteste und Aufmärsche. Die an sich sinnlos sind, und diese Stimme nie sein können. Aber damit sind die Proteste als Verzweiflungsakte erkennbar. Auch auf die Gefahr hin, daß der Leser sich gelangweilt fühlt, aber diese Stimme war in früheren Zeiten die der Priester, die der Kirche (mit ihrer anderen Seite, prinzipiell gemeint: Dem König.) Sie zu entmächtigen war also der schwerste strukturelle Fehler, weil es keine Hand mehr gibt, die den Kriegern die Schwerter aus der Hand nimmt.

Konkret zeigt sich in dieser Notzeit, daß die zwei machtbegrenzenden Einrichtungen unserer Verfaßtheit nicht funktionieren: Die zweite Kammer, und die Einrichtung des Bundespräsidenten. Unsere Verfassungen sind ja so konstruiert, daß sie die Ausgewogenheit der Monarchie (wir sprechen hier nicht vom Absolutismus, der - grotesk und vielsagend genug! - zu allererst einem Wunsch der Völker (nach machtvoller Zentralmacht der Ordnung) entsprungen ist bzw. entgegenkam.

Sie versuchen, diese monarchische, im Absoluten (Gott, Religion, Kirche) verankerten Strukturen (in der also die Normalität, die Moral der politischen Macht übergeordnet ist) durch "demokratische" Einrichtungen zu ersetzen. Und sie tun es, indem sie die innere, kulturelle (und immer in der Religion verankerte wie dort quellende) Kraft der Völker durch technische Einrichtungen ersetzen wollen. 

Aber wie wenig das funktioniert, hat sich nun zum nächsten Mal gezeigt, hat sich (die Linie der unbegrenzten Macht der Kriegshäuptlinge könnte man noch viel weiter ausziehen) nach 1870/71 (diesem Rausch der Kriegshäuptlinge stand keine begrenzende Macht entgegen) und nach 1933 im nächsten Notfall erwiesen, der ein Regieren nach Notverordnungen und dem daraus folgenden Umbau des Normalen "erfordert": In der Corona-Krise. 


*140321*

Dienstag, 16. März 2021

Politiker als Kriegshäuptlinge (2)

 Teil 2) Man erwürgt Kriegshäuptlinge, wenn man Frieden will.


Damit würden wir nicht mehr und nicht weniger tun als das nachvollziehen, was in früheren Zeiten tatsächlich anders war (weil der Monarch vom Kriegsherren unterschieden war), und in ethnologischen Gegebenheiten bei allen Völkern und zu allen Zeiten anders war. Wir brauchen eine strukturelle Teilung in Kriegs- und Friedensregentschaft.

Denn der Charakter einer Regierung im Krieg ist nicht graduell, er ist substantiell von der im Frieden unterschieden. Und darf deshalb nicht in einer Hand liegen. Ein Kriegshäuptling ist deshalb bei den Ngungdu in Zaire wie bei den Cheyenne in Ohio nicht auch ein Friedenshäuptling. Man kann Identitäten nicht wechseln wie Schuhe, je nach Wetter.

Und von der Situation des Staates her befinden wir uns in einer Kriegssituation. Das bedeutet, daß sich die Regierungen in ihrem Vorgehen nach Notstandsverordnung als Führer im Krieg deklariert haben. Bei welchem das Gebot des nackten Überlebens über alles gestellt wird und jedes normale Leben sistiert. Auch hier ist ja das Leben eines Volkes nicht graduell anders, sondern es ist substantiell anders. Und darf deshalb nur eine gewisse Zeit dauern, sonst stirbt das Volk!

Das ist nicht nur vielen Menschen bereits bewußt, sondern führt bereits zu aktiver Rebellion. 

Warum aber fehlt den Regierenden offensichtlich die Empathie mit dieser Situation, in die sie das Volk gestürzt haben - indem sie das Volk töten wollen, um es zu retten? 

Immer waren deshalb Kriegshäuptlinge personal von den Häuptlingen, den Königen unterschieden. Aber es waren nicht sie, die das Ende dieser Notsituation bestimmt haben. Es war die Diplomatie, die ihnen die Vollmacht wieder entzogen hat. Und gar nicht selten wurden die Kriegshäuptlinge sogar nach Beendigung des Krieges umgebracht weil in Normal- und Friedenszeiten zurecht als Gefahr eingeschätzt. 

In deklarierten Notzeiten wie diesen ist nicht nur das Leben des Volkes, sondern auch das normale Handwerk des Regierens sistiert, ausgesetzt. In Zeiten wie diesen, in denen das Handeln der Politik nichts mit dem normalen Leben zu tun hat und bei weitem übersteigt, und zwar nicht einfach graduell, sondern kategorial, wird die blanke Macht der Regierenden so deutlich wie noch nie. Denn sie wird hier zur blanken Gewalt. So nimmt die Identität der Herrschaft den Charakter der für den Kriegsfall ausgerichteten Herrschaft an, und jeder, der an diesem Spezialhandwerk teilhat, wird in dieser Identität so real und gefestigt wie sonst nie. Er kann schließlich nur das.

Nie mehr kann es unter ihm deshalb ein normales Zueinander von Volk und Herrschaft geben, weil die einmal gefühlte Gewalt der Notherrschaft jede Friedensharmonie übertönt und erdrückt. Und ein selbstverständliches Zueinander von Kopf und Leib, wie es in Normalzeiten der Fall sein muß, will sich ein Volk in Freiheit und Lebensfreude entfalten, unmöglich macht.

In der gegenwärtigen Lage wird aber auch der Politiker, der eigentlich für Normalzeiten gewählt und gedacht war, im wahrsten Sinn zur privilegierten und aus der Not der Bevölkerung ausgenommenen Kaste. Und zwar so sehr wie noch nie. Denn ihm bleibt etwas, das er dem einfachen Mann per Federstrich entzieht: Leben.***

Dieses Leben aber entzieht man dem Volk. Und man tut es ohne jene innere Sicherheit der Wahrnehmung, die sich am Leben selbst orientiert. Wenn sich aber Regieren nicht daran ausrichtet und von diesem Rhythmus und Herzschlag ein eigenes Handeln bestimmen läßt, wird die Politik in jedem Fall (!) zur Schreckensherrschaft.

Morgen Teil 3) Zusammenfassend läßt sich somit sagen: Es zeigt einen strukturellen Fehler, daß der Stimme des Normalen die Macht fehlt. Dabei gäbe es sie. Die Kriegshäuptlinge suchen sie selbst. Aber sie suchen sie am falschen Ort. Mehr noch: Sie können sie gar nicht finden.



*140321*

Montag, 15. März 2021

Politiker als Kriegshäuptlinge (1)

Die Politik tut gerne so als wäre sie im selben Ausmaß von den Not- und Ausnahmeverordnungen betroffen, die sie, die derzeit zu Kriegshäuptlingen werden, über die Bevölkerung verhängen. Aber das ist natürlich nicht im Entferntesten so. Weil sie kategorial (!) von dem, was sie den Menschen zumuten und das aus der Natur der Sache so gegen das Wesen des Menschseins geht, ausgespart bleiben.

Die Rede ist vom kollektiven Berufsverbot, das sich hinter Begriffen wie "Lockdown" oder "Maßnahmen" verbirgt. Die nicht einfach "Berufsverbot" bedeutet (mit dem Wissen, daß praktisch das gesamte Leben der Menschen an der Ausübung eines Berufes als Selbstvollzug hängt), sondern "Identitätsverzicht", also "Seinsverzicht". Und das heißt: Tod. 

Was in dieser Weise auch jene sogar betrifft, die doch noch ihr Handwerk ausüben können, wie Apotheker oder Lebensmittelhändler. Auch diesen fehlt das vollumfängliche Fluidum des Normalen, und ihr Tun wird auf bloßes Geldeinwechseln reduziert. So, wie auch die Existenz der Bevölkerung auf solches Geldgeschäft reduziert wird. 

Wenn aber die Psychologieambulanzen voll sind, so ist das nur die Spitze des Eisbergs. Und kann die Dimension dessen, was wirklich mit den Menschen passiert, nicht einmal ansatzweise deutlich machen. Weil die gegenwärtige sogenannte "wissenschaftliche" oder "Schul-"Psychologie vom Wesen des Menschen viel zu wenig Ahnung hat, und deshalb seelischen Deformationen und Beschädigungen mit ihrem Begriffsinventar gar nicht erfassen kann, ja mit ihren "Heilverfahren" sogar weitgehend den Schaden noch vergrößert, statt ihn zu verringern. 

Und der Schaden, der uns, dem Volk, zugemutet wird, geht mittlerweile schon ins Mark der Überlebenskraft. Er ist bereits unermeßlich groß, und entspricht einer offenen Versklavung. Deren Wesen nicht Peitsche und Arbeit ist, sondern SOZIALER TOT als Reduktion auf ein menschliches Miteinander, das nicht mehr dem Wesen des Menschseins entspricht. Er ist politisch verursacht, und damit so schweres politisches Unrecht, daß es zunehmend "himmelschreiend" genannt werden muß. Weshalb eine schwere Reaktion, die sich gegen die Übeltäter richtet, nur eine Frage der Zeit ist.

Warum aber erkennt die Politik - und sie ist der Übeltäter - das nicht? Weil selbstverständlich den Regierenden diese Lebens- und Erlebensdimension fehlt. Sie wird auch dadurch nicht nachvollzogen, daß Politiker - sagen wir - das eine oder andere Lebens- und Kultur-(als Sozial-)reduktionsgebot MITvollziehen, das sie dem Volk auferlegen. 

Denn ihr grundsätzlicher Lebensvollzug, also ihr Selbstsein in ihrer Identität (und darum geht es im Wesentlichen, das ist es, was den Menschen am tiefsten berührt und zu zerstören vermag) bleibt in jedem Fall unberührt. Weil (was auch immer sie sagen) eben diese ihre Identität unberührt bleibt. Die ein actu ist, die im Aktiven besteht und deshalb das Aktive, den vollen Vollzug braucht.* 

Freiheit, die in Wahrheit eben solcher Selbstvollzug einer Identität ist bzw. zu einer solchen führt (weshalb nur im Aktiven der Mensch überhaupt IST), ist kein dingliches Etwas. Und das heißt im Vollziehen ihres Berufs. Im Gegenteil, noch nie wurde ihr Beruf so "erfüllend" wie in diesen Zeiten. Schon deshalb werden sie von sich aus kein wirkliches, völliges Ende der Beschränkungen, einen wirklichen Übergang zur Normalität (der natürlich weit mehr ist als ein "vor" der Corona-Zeit, denn wir sind nicht mehr dieselben wir vor einem Jahr), die die Möglichkeit zur Freiheit des Volkes bedeutet, herbeiführen und wollen. 

DIESE Politiker (und wir kommen weiter unten noch auf den Hintersinn des "DIESE" an diesem Ort der Ausführungen) werden in irgendeiner Form einen Rest an Corona-Regime beibehalten, ja sie werden es sogar strukturell verankern, weil sie damit sich selbst verankern, und weil sie NUR so sich selbst verankern, also als Kaste, als soziale Gruppe in der heutigen Zusammensetzung bleiben können.

Hier zeigt sich das Fatale daran, daß in unseren Staatsordnungen Kriegs- und Friedenshäuptling in einer Person zusammenfallen. Worin sich eine eklatante Schwäche der Praxis unserer Rechtsordnung zeigt. Die strukturell nicht auffängt, was durch personale Qualität nicht erfüllt wird: Das Regime von Kriegshäuptlingen wird in unseren Ländern nicht begrenzt! 

Denn in den Verfassungen unserer Länder - in der österreichischen ist es sogar ganz deutlich - hat zwar der Bundespräsident die Kriegsvollmacht. Während die demokratisch gewählten Volksvertreter ausdrücklich nur das Friedensgeschäft in ihren Händen haben. Das heißt, daß auch der Bundespräsident - und nur er! - jene Notverordnungen erlassen müßte (und nur er dürfen dürfte) mit denen wir in jene Abschneidung von dem, was wir erst Leben nennen dürfen (denn das bloße Existieren, um das es im Krieg geht, entspricht diesem Kriterium nicht, und jeder weiß das auch), die uns längst bis ins Mark trifft. Aber die Praxis zeigt, daß diese strukturell angedachte, berücksichtigte Realität nicht zum Tragen kommt. Die Bundespräsidenten unserer Länder sind, um es zu extrapolieren, zu wenig KÖNIGE. Und Könige sind immer Repräsentanten, Stellvertreter des Volkes (und NICHT Regenten, NICHT die, die das praktische Handwerk der Politik ausüben.)

Aber warum erkennen die Herren Kurz und Anschober, die Damen mit Bart Merkel und Spahn denn so gar nicht von sich aus, warum "hören sie nicht auf" mit dem, was sie uns, dem Volk, antun? 

Weil ihnen gar nie klar sein KANN, was sie tun. Und deshalb ist es so gravierend, daß es nichts gibt, das sie strukturell beschneiden könnte bzw. nichts gibt, das sie in der Praxis beschneidet. 

Vielmehr erleben wir eine Orgie maßloser Regierungsgewalt, die sich somit aus einem strukturellen Fehler ergibt. Sodaß wir, wenn wir jemals wieder auf die Füße kommen sollten (und daran darf man bereits Zweifel haben), unbedingt lernen sollten, daß eine der Konsequenzen aus Corona sein muß, daß wir auch unsere Staaten umbauen. 

Und die Macht der Legislative noch einmal teilen. Weil die übrigen Säulen der Staatsgewalt, Judikative und Exekutive, die Macht der Legislative genau dann nicht ausreichend zu beschränken vermag, wenn sich das Gesicht der Macht am deutlichsten zeigt: In Notfällen, im Notstand.** 

  

Morgen Teil 2) Man erwürgt Kriegshäuptlinge, wenn man Frieden will.


*140321*

Sonntag, 14. März 2021

Greuel der mathematischen Ethik (2)

 Teil 2) Das ist sogar mehr - es ist brandgefährlich!

 

Denn es ist EXAKT DAS DENKEN, das den größten Grausamkeiten Tür und Tor öffnet. Weil die Maßstäbe, die Kriterien, nach denen bewertet wird (das nunmehr ein Gewichten ist), nicht mehr vom absoluten Sein, sondern von der Situation der jeweiligen Kulturverfaßtheit abhängig werden wird weil nur noch darauf gründen. 

Bestes Beispiel: Glück als Gefühls-, Befindensqualität - als solche natürlich immer subjektiv - wird mit dem Leben des empfangenen Babys gegengerechnet. Das wahlweise einmal Zellhaufen, dann wieder Person ist. So wird die Abtreibung zum Ergebnis abwägbarer Güter. Und in der Euthanasie wird es ebenfalls sehr bald schlagend, sodaß uns die Ohren wackeln werden. Anstatt Leben auch im Alter, auch mit Beschwerlichkeit mit dem Sinn des Lebens abzuwägen, der erstens geistiger Natur ist, und zweitens (und hier haben wir den casus knacktus!) eine Frage der Weltanschauung (und Religiosität), wird es zur Frage der Kosten-/Nutzenabwägung.

Warum ist das so gefährlich? Weil sich mittlerweile ein Denken in der Medizin breitgemacht hat, das folgenden Grundsätzen folgt: Alles ist medizinisch behebbar, und zwar WEIL DIE GENTECHNIK IN DEN MENSCHEN SO EINGREIFEN KANN, daß alles verhinderbar ist. Krankheit ist also verhinderbar, wenn man sich den Prozeduren überläßt. Das geht aus sämtlichen Bill Gates-Interviews hervor, und nicht nur bei ihm, bei weitem nicht. Das wird durch das Einführen obligatorischer Behandlungen - IMPFUNGEN, die jährlich stattfinden, dann bleiben alle gesund: Wer krank ist, hat etwas FALSCH GEMACHT - zum volkswirtschaftlichen Faktor. Denn Gesundheit selbst wird dazu: An diesem Gängelband werden wir bald geführt. Und die Bevölkerungen werden ... mehrheitlich zustimmen.

Warum? Weil die Güterabwägung eine Frage des Geldes wird. Dieses Geld auszugeben wiederum hängt nun von der SCHULD des Einzelnen ab. Der mit Impfpaß (wie in China) zu einem sozialen Punktesystem kommt. Wer krank ist, ist also nun Volksschädling, und zwar AUS EIGENER SCHULD, weil er unsozial ist. Male man sich selber aus, was darauf folgt. BITTE, das hat alles mit Verschwörungstheorie nicht das Geringste zu tun! Das ist REALITÄT, auf die wir uns hin entwickeln.

Diese Bindung der ethischen Probleme aneinander ist keine Frage, ob man das explizit "will". Denn natürlich lautet die Antwort der Politik: "Neiiin, natürlich will das nieeemand." Aber es folgt aus der Natur der Sache! Und deshalb WIRD es so kommen.

Es wird dabei Klassen von Menschen geben. Man wird automatisch auf Impfpässe, Markierungen, Zeichen am Revers "Ich bin geimpft, Halleluja!!", Corona-Plaketten wie Autoplaketten (grün für "2022 geimpft" etc. etc.) achten. Jeder. Auch der VdZ. Das wird ganz unbewußt geschehen, und sich ganz von selbst durchsetzen. Guter Platz beim Wirt um die Ecke? Nur mit "grün". Die mit "gelb" bitte draußen bleiben. Vieles davon sind wir sogar heute schon gewöhnt, und werden von Woche zu Woche, in Salamitaktik, an die großen Lösungen gewöhnt. Daß die Rechte auf "normales Leben" sich nach dem Maß einer nach mathematischen Prinzipien bewerteten Gefügigkeit richten werden.

Mit Dynamiken, die bereits im Entstehen sind, aber in ihrer Dimension kaum noch bewußt werden. Diese Woche geschehen: Eine Bekannte des VdZ kommt zu Besuch, es gibt etwas abzusprechen. Sie ist voll maskiert, und mit entsprechendem Abstand sowie durch die Körpersprache sendet sie deutliche Signale: Sie hat Angst vor Corona-Ansteckung. Der VdZ hat natürlich nix, keine Maske, hält auch nicht bewußt Abstand, will ihr die Hand geben, die sie verweigert. Deutet nun (vermeintlich rücksichtsvoll) an, als er dieses Zurückweichen merkt, daß man sich heute nicht mehr normal begegnen kann, durch die Corona-Maßnahmen. Daß wir alle darunter also leiden. 

Da kommt sie nun rasch zum Thema und wird plötzlich aggressiv: Alles könnte bald normal sein, wenn sich endlich DIE ANDEREN AN ALLES HALTEN WÜRDEN. Aber DIE ANDEREN (die Menschen) sind sowas von verantwortungslos! Und DURCH SIE muß sie leiden, und diesen ganzen Irrsinn auf nicht absehbare Zeit einhalten.

Ein weiteres Beispiel stammt vom vergangenen Wochenende: Die Demonstrationen in Wien. Viele davon waren verboten, WEIL die Besucher sich aller Erwartung (!) nach NICHT DEN CORONA-MASZNAHMEN ENTSPRECHEND VERHALTEN WERDEN.

QR Video
Wer die Umfragen anschaut wird auch erkennen, daß die Stimmung in der Bevölkerung solches Verhalten durch die Behörden/Regierungen aber bereits mit über sechzig Prozent gutheißt. Während sie mit etwa gleicher Mehrheit der Meinung ist, daß die Lockdowns beendet gehörten. 
Bezogen auch auf andere Umfrageergebnisse wird dabei eines deutlich: Die Widersprüchlichkeit der rationalen Grundlagen, auf denen die Menschen stehen und urteilen.

 

QR Lifesite-News

*Anstatt endlich einmal den wirklichen Kern der ethischen Problematik aufzugreifen, lassen sich  manche Katholiken von der Meldung triggern, daß ein Teil der Impfstoffe aus Zellmaterial von Föten hergestellt wird. Und alle niederbuht. Darunter sogar die Pius X-Bruderschaft, die diese Meldung rasch wieder zurückgezogen hat, in der sie aber dieses ethische Urteil, das der Leser hier findet, bestätigt. 

Salopp und an einem Beispiel illustriert: Es ist legitim und moralisch unbedenklich, im Schützengraben den Leichnam eines Kameraden zu benutzen, um sich vor feindlichen Kugeln zu schützen, man sonst keine Deckung findet. 

Es ist aber natürlich NICHT legitim, den Kameraden zu erschießen, um ihn DANN als Deckung zu benutzen. 

Doch das Gut, das ein Leichnam an sich darstellt, die Pflicht zur Pietät und Ehrerbietung dem Verstorbenen gegenüber, ist niedriger zu bewerten als der Schutz des (eigenen) Lebens.


*120321*

Samstag, 13. März 2021

Greuel der mathematischen Ethik (1)

Sehen Sie unten, werter Leser, was der VdZ meint, wenn er davon spricht, daß die wirkliche ethische Problematik der Impfung praktisch nirgendwo erfaßt wird. Leider schweigt auch die Kirche dazu, die doch die Aufgabe hätte, darauf hinzuweisen!

Aber man steht als Einzelner gegen Gebirge, denn so wird überall eben gedacht. Es wird GEGENVERRECHNET, und so versteht man es, wenn man sagt, daß man die Güter abwägen muß. Aber hier werden Güter verglichen, die nicht vergleichbar SIND. Die nur dem mathematischen Sinn vergleichbar sein wollen, der aber die Welt und Wirklichkeit auf groteske Weise auf zweidimensionale Schattenbilder reduziert.

"Zufällige" Ereignisse, die mit den jeweiligen Lebensläufen zu tun haben, werden mit GEMACHTEN, durch die Impfung VERURSACHTEN Ereignissen gegengerechnet. In diesem Interview wird es ganz deutlich! Die gesamte Argumentation dreht sich nur um dieses Abwägen: Opfer ohne und Opfer mit Impfung. 

Und genauso "rechnet" die Politik, und hält sich dabei für besonders ethisch (ach, in welch tragischem Gefüge sie doch eingespannt ist ... Und die Kanzler unserer Länder, Angela Merkel und Sebastian Kurz, blicken genauso drein: Melodramatisch.

Wobei es nicht nur die Corona-Pandemie betrifft. Sämtliche Impfungen werden nach diesem Schema argumentiert, und in dem unten angefügten Video-Gespräch wird es extrem deutlich: Man habe ausgerechnet, wie viele Blutgerinnungsopfer die Impfung verursache, und wie viele NORMALERWEISE geschehen. Und das sei gleich ... aber der Nutzen der Impfung eben höher. 

Welcher? Welcher Nutzen? Keine Ahnung ... das kann niemand nämlich genau sagen. Auch der Mann im Video nicht. Der als Mitglied des österreichischen Nationalen Impfgremiums 1:1 die Sichtweise der Regierung widerspiegelt. Auch er weiß aber nur "einige" Wirkungen. Was völlig untergegangen ist, erst jetzt wieder - und so nebenher, als wäre es ohnehin immer klar gewesen (was es ja auch gewesen ist!) - an die Oberfläche kommt, ist, daß es sich bei den Impfungen um ein "riesiges Experiment" handelt. 

Sodaß die Information der Menschen, nach der sie nicht nur auch noch die einzelnen Impfstoffe beurteilen sollen, die sie sich zufügen (sollen oder wollen oder müssen), sondern in einer Perversion der "Selbstverantwortung" ALS FREIHEIT diese Impfstoffe SELBST BEURTEILEN SOLLEN. 
Sie also nicht mehr, nicht weniger als EINGELADEN WERDEN, AN DIESEM RIESIGEN EXPERIMENT TEILZUNEHMEN. Schaue sich der Leser einmal das verlinkte kurze Video von ServusTV zur Lage in Israel an. Und schwenke dann zu einem Bericht über die Impfkampagne in diesem Land. Das von der Regierung offenbar als Experiment an Pfizer "verkauft" wurde.
Wie man es da wagen kann, überhaupt von Verantwortung zu sprechen, ist nicht mehr nachvollziehbar. Und bestenfalls noch erklärbar durch diesen seit Jahrzehnten zur Wissenschaftskrankheit aufgestiegenen Aberglauben an Wahrscheinlichkeiten als neue Form von Wissen weil (somit begrifflich absurde) Gewißheit.
Stattdessen werden die Menschen gedrängt, ein im Einzelfall beträchtliches Risiko einzugehen, um sich gegen einen Virus vielleicht zu schützen, der allen Fakten nach gesamtgesellschaftlich nicht und nie mehr als ein normaler Grippe-/Corona-Viren-Familien-Infekt (gewesen) ist.

Das ist mit der katholischen Ethik UNVEREINBAR und IM WIDERSPRUCH. Und es wäre höchste Zeit Stimmen maßgeblicher Kleriker zu hören, die darauf hinweisen. Denn der Zeitgeist hat hier bereits eine ganz bedenkliche, ja gefährliche Schlagseite.*
Denn dieses Denken - das Gegenverrechnen - als Maßstab des Guten hat sich bereits überall durchgesetzt. Und wird nun durch Corona zur Selbstverständlichkeit. Mir selbst begegnet es auf Schritt und Tritt, sobald man mit den Leuten über Corona spricht.

Morgen Teil 2) Das ist sogar mehr - es ist brandgefährlich!


*120321*

Freitag, 12. März 2021

Warum die Ehe bereits unmöglich geworden ist (2)

 Teil 2) Es gibt sie sehr wohl, die Kollektivschuld. Und hier sehen wir sie.

 

Somit muß auch klar werden, daß wir es heute nicht mit individuellem Versagen oder Nicht-Genügen zu tun haben, wenn in "diesem oder jenem Fall" eine Bindung nicht gelingt. Und wir sollten alle, wirklich alle endlich aufatmen dies zu erkennen, weil es uns in gewisser Hinsicht von "Schuld", auf ganz besondere Weise aber von individueller Schuld befreit. 

Dieses Unvermögen, das im speziellen die Frau betrifft, ist vielmehr ein Moment der Kultur, in der wir stehen. Und die eine düstere, ja apokalyptische Ruinenlandschaft ist. Genauso, wie wir sie in so vielen und immer mehr Filmen und Kunsthervorbringungen sehen. Sie artikulieren nur, was "da" ist: Weil in der Frau alle Bedingungen des Mannes und des Mannseins angelegt sein müssen. Sonst kann der Mann gar nicht zu sich kommen: "... Fleisch von meinem Fleisch, Bein von meinem Bein ..."  
Das Scheitern von Ehen und "Paarschaften", egal in welcher Form (und auch und bereits in der Entstehungsphase, ja dort besonders perfide) in der Gegenwart ist somit nicht auf das Unvermögen der Individuen zurückzuführen. Vielmehr erleben sie, erleben wir die Auswirkungen einer Bedingung des Atmens, des Lebens. 

Als wesentlich wirksamen Grunddefekt hat man das Wesen (die Natur) des Paarseins - als anthropologisch vorgeschriebenes Mann-Frau-Sein=Ich/Du-sein=Menschsein - mit der Emanzipation (zu der sich der Feminismus nur als Werkzeug verhält; begrifflich ist beides keineswegs analog oder gar identisch) zerstört. Sodaß die Frau aus ihrer natürlichsten Bindung herausgebrochen wurde, sodaß man sie ins Nichts geworfen hat. Denn wer identitätslos ist - ist nicht. 

Wieder Anbindung zu finden um überhaupt in der Welt stehen, sein zu können, ist aber nicht "aus eigenem Willen" möglich, weil es gar keine "Selbstwahl" sein KANN. Anderseits aber ist die Frau willkürlicher Anbindung ausgeliefert. ("Wer eine Frau entläßt... liefert sie dem Ehebruch aus ..."

Denn aus ihrem Wesen kann sie natürlich nicht ausbrechen. So wie das kein Ding, auch nicht der Mann, kann: Strukturell ist alles immer wesentlich, also wesensgemäß, nur nicht in der Realisierung, der Gestaltnahme. 

Aber solcherart, dem Vater aus der Hand genommen (was im Wesentlichen, das sollten wir uns vor Augen halten, bereits in frühesten Jahren durch die Mutter geschieht, von der im Zustand der engsten Bindung als Kleinkind auch die strukturelle Weltantwort übernommen wird), ist sie nicht nur der Zerstörung ausgeliefert. Sondern sie ist sogar "Freiwild".

Ohne Bindung - und Bindung heißt eben: Bindung; Gebundenheit - gibt es nicht nur kein Soziales, damit keine Kultur, sondern auch keine Wirtschaft die mehr ist als ein System der Wegelagerei und des Betrugs.

Dieser Zustand, in dem wir uns befinden, ist irreparabel. Die Welt ist nach dem Öffnen der Büchse der Pandora eine andere als zuvor.

Wir können deshalb auch in jenen Kreisen aufhören, Ehe zu "simulieren", die meinen, intakte Separatwelten - Parallelgesellschaften, die innerhalb (bzw. außerhalb) der großen Ordnungen stehen, in die wir geworfen sind - aufrichten zu können, um damit den Willen Gottes zu erfüllen. Wo dann angeblich diese Bindungen noch ihre gesunden Voraussetzungen finden, und als öffentliche Moral lebbar, verwirklichbar wären. Wer so denkt, hat nicht nur das wahre Ausmaß des Zerfallszustands der Gegenwart***, sondern auch das Wesen des Menschen als Sozial- und Kulturwesen nicht verstanden. Und er hat das Wesen des Kreuzes nicht verstanden.

Wenn, dann wäre schon die erste Bedingung für eine solche Gesundheit die Hürde: Denn es bräuchte eine "Volksentstehung", denn das Ganze geht ontologisch gesehen dem Einzelnen voraus, das Einzelne ist nur eine Variierung, Individualisierung des großen Ganzen. Aber ein solches "neues" großes Ganzes ist nur nach Sintfluten als globales Ereignis denkbar. Eine neue Sintflut hat aber Gott ausdrücklich ausgeschlossen.


*Nicht der "Familie"! Der Begriff ist dazu zu indifferent, und auch für Kreise des männlichen Reichs-Bereiches verwendbar und verwendet, die viel zu eng sind. Wie die "Kleinfamilie", oder gar irgendwelche Formen von Zusammenleben, die nicht einmal auf der Ehe beruhen. 

²Persönlichkeit heißt NICHT, daß alles fertig ausgebildet ist, was einem Menschen entspricht, sondern es heißt zuerst, daß der Mensch seine Anbindungen kennt und anstrebt, die sich erst verwirklichen sollen. Weil in diesem Gesollten sein Ich steckt, in diesem Du also. Auf welches hin er sich transzendieren muß. Was wiederum heißt: Von welchem her er sein "Das bist Du!" erhält und (im gesündesten Fall ganz selbstverständlich) annimmt.

**Wir erwähnen hier "Mutterschaft", aber wir tun dies keineswegs als einzige Berufung oder Möglichkeit für die Frau, und nicht einmal für die "höchste". Nicht zumindest, wenn darunter leibliche Nachkommenschaft gemeint ist. Mutterschaft gehört zwar zum Wesen der Frau, und ist deren erste Ausrichtung (logos; Sinn), aber es gibt verschiedene Ebenen dieser Ausformung, Samen aufzunehmen und zu nähren, zu hegen, zu pflegen, großzuziehen ... und zu entlassen.

***Gerade in der Fastenzeit wäre uns die Möglichkeit gegeben, über die Läuterung durch Verzicht und Buße auch unsere Sinne zu reinigen, im wahrsten Sinn. Dann kämen wir vielleicht aber wieder in einen Zustand, in dem uns bewußt wird, wie irrwitzig, dekadent und abstoßend die Gegenwarts"kultur" bereits ist. Der Leser möge doch einfach einmal die Musik der Jugend und deren Visualisierung, also deren gestalthafte Bedeutung anschauen.


*090321*

Donnerstag, 11. März 2021

Warum die Ehe bereits unmöglich geworden ist (1)

Die Strategie des Bösen war noch weit perfider, als gedacht, und ganz sicher auch dem klügsten Revolutionär nicht bewußt. Sie war vor allem enorm effektiv. 

Sie war spätestens im 20. Jahrhundert - und da schon ganz direkt - darauf ausgerichtet, die Frau in zahlreichen kleinen Schritten, die dann die großen kaum noch sichtbar gelassen haben, aus der Eingebundenheit als ihrer Wesenserfüllung, als der Angewiesenheit auf eine Mann-Frau-Ordnung, herauszubrechen.

Was heißt: Aus der Angewiesenheit (im wörtlichen Sinn) auf den Vater zu entlassen, zu "ex-mani-cipere", zu emanzipieren, aus der Hand zu geben. Das geschah, indem zuerst das Gift der menschlichen "Autonomie", das bereits vor hunderten von Jahren in immer größeren Dosen verabreicht wurde, bis es nur noch logisch schien, auch der Frau diese "Selbst-"Bestimmung zu übertragen.

Worauf nur eines folgen kann: Eine willkürliche Wahl des Punktes, an den sie angebunden ist. Was aber in sich nicht mehr gelingen kann, weil die Voraussetzung für eine Wahl fehlt: Die fundamentartige Ordnung des Urteilsvermögens. Das heißt, daß dem Urteilsvermögen (das ja mit "Denken" nur auf eine gewisse Weise zu tun hat, nicht aber es selbst "ist") jene Kriterien fehlen, die, aus einer geordneten Persönlichkeit heraus.²

Die Folgen davon äußern sich auf einem Gebiet, das nur auf dieser Verstehensgrundlage erkennbar wird: Die Frau wurde damit bindungsunfähig. Das heißt, daß die Fähigkeit und Möglichkeit zur Ehe nicht mehr vorhanden ist.

Diese Entwicklung ist wie schleichender Krebs vorangeschritten. Weshalb sie alte Paare weniger betrifft. Deshalb fehlt älteren oder alten Paaren auch das Verständnis für dieses Problem. Paare, deren Urteilsvermögen noch VOR der Geburtenschwemme nach 1945 gebildet wurde können es überhaupt nicht sehen. Deshalb sind ihre Analysen zur Lage der Ehe so gut wie irrelevante Ausflüge in Traumzustände.

Bei Paaren aus der Zeit der geburtenstarken Jahrgänge (bis 1965) ist diese Zerstörtheit aber bereits deutlich erkennbar, aber noch in unterschiedlicher Ausprägung. Die stark vom je individuellen Entwicklungsweg abhängt, je nach sozialem Umfeld der Kindheit ausgeprägt ist. Die aber selbst dort, wo diese Bedingungen noch besser waren, so gut wie immer und mit der Zeit vom Gift der Bindungsdiffusion durchwirkt wurde. In deren Kindheit war aber die Ehe noch als völlige Selbstverständlichkeit im Gemüt.

Von völliger Bindungsunfähigkeit - und zwar als contradictio in adjection - muß man aber bereits bei den Generationen seit den 1960er Jahren sprechen. Bis zur Gegenwart, wo die Jungen folgerichtig nicht einmal mehr an Ehe denken. Wo also der Gedanke an Ehe ein Hinzukommendes sein muß oder müßte. Mit dem Problem, daß er für diesen Seelenzustand (wo man sich vor der Wahl sieht, die Ehe als einen positiven Akt - oft sogar contra Umgebungsprägung - zu setzen) zum Widerspruch selbst wird. Denn wie die Religion, kann man auch die "Ehe" bzw. den Ehepartner nicht wählen.
Die Frau ist bereits bindungsunfähig geworden. Aber nicht aus "eigener Schuld". Doch ist damit die Bindung überhaupt als anthropologische Bedingung des Menschwerdens eliminiert. Und damit ist das Menschwerden, das ein Zueinander von Mann und Frau ist, ausgeschlossen.
Dem VdZ ist klar, wie sehr diese Aussage gegen jedes Selbstverständnis des heutigen Menschen geht. Aber ihm ist auch klar, daß genau dies das sicherste Indiz für die Wahrheit seiner Aussage ist.

Trifft es bereits auf den Mann zu, so noch mehr für die Frau. Bei dieser aber bereits vom ersten, alle weitere Persönlichkeit tragenden Wesensansatz her. Die Frau kann und darf sohin nie in einem Zustand sein, in welchem sie "sich selbst überlassen" ist. Sodaß sie gewissermaßen außerhalb einer Ver-bind-lichkeit steht und solcherart "frei entscheiden" kann, ob und an wen sie sich bindet.

Die Ver-bind-lichkeit des Menschen ist prinzipiell ein Vorangehendes. Das nur im Mann als dem Haupt des kleinsten, für sich stehenden sozialen Organismus, dem Haus - an dem also ein Reich, eine kleine oder große Zahl und Ordnung von an ihn gebundenen Personen hängt - eine gewisse Wahlmöglichkeit behält. Und zwar dort, wo sie den öffentlichen Kreis berührt.

Der immer ein Kreis von Häuptern von Häusern ist, nur darin wiederum eine hierarchische Ordnung hat, die aber nie in die einzelnen Häuser eingreifen kann; man muß sich also "Gesellschaft" immer als eine Art "Reich" oder "Staatenbund" vorstellen.

Aber sogar schon den Platz, an dem sein Haus (mit ihm) zu stehen kommt, kann sich der Mann nicht aussuchen. Er kann sich lediglich in ein Verhältnis dazu setzen, das aber immer auf ein bereits vorangehendes, gegebenes Verhältnis aufbaut. Daraus gibt es kein "Entkommen".

Bei der Frau ist dies auf den Ehemann bezogen. Der vom Vater gewählt wird (im "Anhalten um die Hand" ist da vor drei, vier Jahrzehnten noch etwas Dahingehendes mitgeschwungen) - im Sinne von "eine Möglichkeit ins actu gesetzt" - und der Frau ein nahtloses Übergehen von der Anbindung an den Vater zum Ehemann ermöglicht. Der Ehemann ersetzt damit den Vater, und er tut dies natürlich auf eine Weise, die dem nächsten Reife- und Entwicklungsstadium der Frau angemessen ist. In der Ehe wird auch sie zu ihrer größten Möglichkeit geführt.**

Morgen Teil 2) Es gibt sie sehr wohl, die Kollektivschuld. 
Und hier sehen wir sie.


Mittwoch, 10. März 2021

Auf der Rechnung der tumben Preußenkönige

Allfälligen Feierlichkeiten rund um das 150-Jahr-Jubiläum der "Gründung des Deutschen Reiches" etwas abzugewinnen braucht schon ein eigen Gemüt. Das in den Augen des VdZ mit darauf aufbauen sollendem "Patriotismus" nicht sehr viel anfangen kann. Doch während wir darauf nicht weiter eingehen wollen, sollen zwei der zahlreichen fragwürdigen Meilensteine auf dem Weg zu diesem (nie legitim gewordenen) "Deutschen Reich", auf dem immerhin das heutige "Deutschland" beruht, mag man es drehen und wenden wie man will, aufgegriffen werden. Deren Auswirkungen auf das europäische Gefüge katastrophal waren. Und nicht nur darauf, sondern auch auf das Schicksal der deutschen Völker, vor allem derer in heute nicht mehr zu diesem Staat gehörenden ehemaligen "Ostgebieten". Allen voran ... Schlesien.

Schlesien war zu einer Zeit, in der nicht mit der Blechmünze von Nationalstaaten gehandelt wurde, stets Teil der böhmischen oder der mit dieser (wie mit der ungarischen) stets eng verbundenen polnischen Krone verbunden. Mal gehörte es dieser an, mal jener. Was insofern unbedeutend war, als der geographisch viel größere mitteleuropäische Raum kulturell einheitlich war. Über Sprache als Kriterium hatte da niemand nachgedacht. Und das Schlesisch verschmolz an den Rändern mit seinen Nachbarvölkern. Wie den Polen, wie den Tschechen, wie den Sudetendeutschen, wie den Westpreußen, wie den Sachsen.

Eine "nationelle Zugehörigkeit", wie sie im 19., vor allem aber im 20. Jahrhundert als angebliche politische Angelegenheit aufkam, wurde, wie sollte es anders sein, aus verlogenen Gründen des Machtpragmatismus von Kardinal Richelieu eingeführt, als es darum ging, die Okkupation von Lothringen mit der Tatsache zu rechtfertigen, daß das dortige Volk mehrheitlich "französisch spreche". In einem 17. Jahrhundert gesagt, wo sich nirgendwo jemand Gedanken darüber gemacht hatte, daß angeblich Sprache, nicht Geist und Lebensweise, daß "leibliche Abstammung", nicht das Prinzip geistiger Vaterschaft über Volk und Kulturraum bestimmt hatten.

Das gilt auch für Schlesien. Denn dieses "deutsche Volk" war seit je entweder unter polnischer, oder unter böhmischer Krone oder (wie später und in gewisser Hinsicht) "Staatszugehörigkeit" gestanden. Nach nationalem Begriff war Schlesien wunderbarerweise also gar nie "deutsch" gewesen! Und das sagt ein Halbschlesier ... ausgerechnet.

Naja, ab 1526 war es ja "österreichisch". Oder? Nein, eben nicht, sondern "habsburgisch". Der Herrscher war der Vater, das Volk seine Kinder. Vor allem in Oberschlesien war deshalb die "ethnische" Struktur des Schlesiervolkes recht gemischt. 

Wobei: Gemischt war eher die Sprachigkeit, die sich in Oberschlesien zum (leider) von den Niederschlesiern oft recht verachteten "wasserpolackisch" verschmolzen hatte. 

Einer Sprache, die im wesentlichen einer deutschen Grammatik folgte, aber von polnischen Begriffen und Eigenheiten durchzogen war. (Wäre alles so geblieben, wer weiß, ob wir es heute nicht mit einer eigenen Sprache zu tun hätten, wie beim Niederländischen, oder wie es beim Hoanzischen, dem "Deutsch" der ost-mitteleuropäischen Deutschen, die ehedem im Bereich der Habsburgermonarchie gelebt hatten, wohl gekommen wäre.) Dies eingefügt, um die Fragwürdigkeit und Komplexität eines "Spracharguments" beim Bestimmen eines "Volkes" ein wenig anzuleuchten.

Ein Jahrhundert nach Richelieu hatte sich freilich der Preußenkönig, der aus dem Hause der Hohenzollern stammende Friedrich II., den Kreisen wie die oben genannten Reichsbewunderer, gerne als "Der Große" bezeichnen, ebenfalls über all das noch keine Gedanken gemacht. Auch hier wurden solche Sichtweisen erst einiges später eingeführt um zu rechtfertigen, was nicht zu rechtfertigen war. Daß es sich hier (wie zuvor schon bei der Besetzung Sachsens) um reine Beutezüge handelte. Denn wie Sachsen, war auch Schlesien ein reiches Land, mit Bodenschätzen, und einer zahlreichen, sehr arbeitsamen und wachen Bevölkerung. 

In insgesamt drei Kriegen hatte Kaiserin Maria Theresia (und bei ihr war der Titel legitim, weil er sich auf den Kaiser, ihren Ehegatten, bezog, dessen Geschäft sie gewissermaßen stellvertretend, "von seinem Stuhle aus" erledigte) versucht, diese ihre "Perle in der Krone" zurückzuerobern. Und fast wäre es gelungen, hätte nicht buchstäblich in der letzten Sekunde eine neue Zarin den Regentenstuhl in St. Petersburg besetzt. Die Friedrich und seinen aufgeklärten (das heißt: prinzipienlosen, technischen) Sinn bewunderte, und ihm den Rücken stärkte. Sodaß Schlesien 1763, nach dem dritten Schlesischen Krieg, wirklich und definitiv an Preußen fiel. An dieses Königreich ohne Volk, denn "Preußen" (als gewissermaßen ethnisches Volk) gab es damals schon gar nicht mehr in "Deutschland", sondern nur noch "preußische Könige." Aber das ist ein anderes Thema.

Aber wer da meint, es wäre dem Wiener Kaiserhaus nur um Reichtum und Einfluß gegangen, oder um ein paar schöne Städtchen, der irrt gewaltig. Denn anders als die Preußen, die es nie lernten, war das Haus Habsburg gewohnt in gesamteuropäischen Dimensionen zu denken. Und so gesehen, hatte das Herausreißen Schlesiens aus der böhmischen Krone (und nur darum ging es, denn die Habsburger waren auch seit 1526, nach dem Schlachtentode des Ungarnkönigs bei Mohacs gegen die Türken, die Könige Böhmens) verheerende Auswirkungen auf das Gleichgewicht in Mitteleuropa. Unter dessen Verlust Europa - GESAMT-Europa - bis zum heutigen Tage schwer leidet.

Gleichgewicht heißt, daß eine gewisse Stabilität gewahrt bleibt, die darauf aufbaut, daß die Interessen einzelner Völker nicht unter die Räder geraten. Das geschah aber nun mit dem sogenannten Frieden von Hubertusburg. Denn mit dem Verlust von Schlesien als Teil der böhmischen Königskrone begann ein nächster Stein zu wackeln. Und er tat dies im nächsten Jahrhundert, bis es zur nächsten Katastrophe kam. Die Rede ist hier vom Sudetenland. 

Die Rede ist davon, daß mit dem Wegfall von Schlesien im Prager Hradschin, der "Reichs- und Ständeversammlung", die Deutschen plötzlich in die Minderheit gerieten. Zum ersten Mal wurden die slawischen Tschechen die bestimmende Mehrheit! Damit wurde nicht nur der ethnische Nationalismus sogar initiiert - denn sein Aufkommen hat mit dem Zerfallen des Volksbegriffs als Familie zu tun, die mit leiblicher Abstammung nicht primär zu tun hat - sondern er wurde den nunmehr (auch territorial ausgedrückt) zu Randexistenzen zurückgedrängten Sudetendeutschen zum tragischen Schicksal. 

Nicht nur, daß er sich selbst wiederum auf Schlesiens Situation ausgewirkt hat - auch dort war im 20. Jahrhundert die historische und angestammte Rolle der deutschsprachigen Menschen in ihrem größeren geographischen Raum (Böhmen) geschwächt (sodaß sie heute in der Tschechei wie in Polen wie historische Fremdkörper, wie "fremde Okkupanten" dargestellt werden) - hat es diesen ganzen Raum in ein labiles Ungleichgewicht gestürzt, das sich bis heute durch besondere Empfindlichkeiten auszeichnet.

Ein weiteres Mal hat Preußen eine ähnliche Katastrophe über die deutschen Völker gebracht. Und das geschah 1866 mit Königgrätz, das geschah 1871 mit der "kleindeutschen" Lösung, also einer Reichslösung ohne die Habsburgervölker. Nicht nur hat damit dem "Kleindeutschland" die Legitimation des Kaiserhauses gefehlt, sondern ein gutes Drittel der Menschen in deutschen Volkschaften kam im Habsburgerreich unter die Räder, und wurde nicht nur (außen-)politisch geschwächt, sondern führte zum letzthinnigen Zerfall der Ordnung im gesamten Mittel- und Osteuropäischen Raum, mit zahllosen Tragödien der Vertreibung speziell nach 1945 und 1946. Dem nicht nur seit 1918 ein Prinzip der Ordnung fehlt, sondern in dem Millionen Menschen getötet, drangsaliert und vertrieben wurden. 

Auch das, werte Herrschaften, wird der Herr und Gott einmal auf der Rechnung der Preußenherrscher finden. Ob die da noch als "groß" gelten werden bleibt freilich zu bezweifeln.


*070321*

Dienstag, 9. März 2021

Österreich und die Vereinigten Staaten von Nord-America - Zwei Antipoden

"Nach des Verfassers Überzeugung muß man sich gegen das, was man als das Böse erkannt hat, bestimmt erklären, und kann er die Toleranz in diesem Falle nicht nur keineswegs rechtfertigen, sondern muß sie mindestens als Schwäche tadeln. Von dem Europäischen Standpuncte aus aber erscheint das in Nord-America vorherrschende Bestreben als entschieden feindselig, als in einem schneidenden Widersprüch gegen alles Dasjenige, worauf unsere ganze Civilisation beruhet. 
Die in Nord-America herrschende Tendenz ist in einem bestimmten Kampfe mit unserer Religion, mit unsern monarchisch-aristrocratischen Interesse und Gesinnungen, und eben daher kann der Verfasser alles dasjenige, was auf dieser transatlantischen Basis beruhet nicht anders als verderblich nennen. 
Eine sehr falsche Folgerung aus diesem offenen Geständnisse würde es seyn, wenn man darin einen Haß gegen Nord-America als solches suchen wollte. 
Die Vertheidiger der herrschenden Europäischen Politik sind zufrieden, wenn unser Welttheil von dem nicht heimgesucht wird, was America angehört. 
So lange es jenseits des Oceans bleibt, wollen wir es nur als fremd betrachten; aber bekämpfen müssen wir es, wenn es sich in Europa eindrängt, wenn es feindlich und stöhrend gegen unsere ersten und theuersten Interessen auftritt. Niemand würde es, (um den bekanntesten Repräsentanten der in den Nordamericanischen Freistaaten herrschenden Principien statt aller andern anzuführen), dem General Lafayette verargen, wenn er dort ein neues Vaterland gesucht, wenn er Frankreich, wenn er Europa entsagt hätte, um jenseits des Oceans einen politischen Zustand zu finden, den hier zu erschaffen er sich vergebens bemüht hat. 
Aber er, und mit ihm alle diejenigen, welche in Frankreich, in Spanien und überhaupt im westlichen Europa mit dem Namen der Liberalen bezeichnet werden, und die alle mehr oder weniger der herrschenden Europäischen Politik entgegenstehen, werden mit Recht als die Feinde der Religion, des Staates und der gesellschaftlichen Ordnung betrachtet; sie werden mit Recht als solche angeklagt, verfolgt und bestraft, da sie seit dreißig Jahren bemüht sind, alle religiös-politischen Institutionen, auf denen die Europäische Civilisation beruhet, zu vernichten, und uns einer allgemeinen Gesetzlosigkeit, den Folgen der Aufhebung jeder Autorität preis zu geben. 
Mit wie viel Bestimmtheit, mit wie viel Strenge gegen diese verderblichen Bestrebungen verfahren werden solle, muß natürlich der Weisheit der Regierungen überlassen bleiben, und mag die Klugheit es anrathen, in der Praxis hier mit mehrerer, dort mit minderer Mäßigung zu verfahren. 
Aber von Mäßigung kann nur in der Anwendung die Rede seyn. Das Princip kennt diese Schranke nicht, und kann nie mit zu großer Strenge aufrecht erhalten werden."

Aus dem Vorwort des Buches von Johann Georg Hülsemann, "Geschichte der Democratie in den Vereinigten Staaten von Nord-Amerika", Göttingen 1823. 

Hülsemann, in den 1830ern österreichischer Botschaftssekretär und später Botschafter in Washington, geht darin auf die im Rahmen ausgedehnter Reisen und Aufenthalte in Nord-America gewonnenen Eindrücke ein. Und kommt zu dem Schlusse, daß dieses Land mit Europa und im besonderen mit Österreich in einem antipodenhaften Gegensatz stehen. Es heißt zwar nicht, daß in einzelnen Punkten zwischen Liberalen (und Nord-America ist in seiner Grundidee ein liberales Land) und Conservativen - als die, die ein Continuum im Menschen vom Anfange an suchen und bewahren - nicht Übereinstimmung herrschen könne. 

Das heißt aber auf jeden Fall, daß sich beide Civilisationen nur in principieller Feindschaft gegenüberstehend betrachtet werden können. Die sich nur deshalb nicht im Kriege äußern, weil ein Ocean dazwischen liegt, und die politischen Interessen beider Länder sich nicht berühren. Sobald das aber nicht mehr so sein sollte bleibt ein Krieg unausweichlich. So, wie es dann im Ersten Weltkriege erstmals, in einem folgerichtigen Continuum aber endgültig im Zweyten geschehen ist. Dem eine Colonialisierung Europas folgte.

Dies vor Augen darf die Frage erlaubt sein, welcher Haltung sich Hülsemann in diesen Tagen befleißigen würde. Wo sich der thätige, ja aggressive Einfluß Nord-Americas über die ganze Erde erstreckt. 

Um sich die Konsequenzen daraus vorzustellen genügt es, seine obigen Worte genauer zu lesen. Ganz klar nämlich hat Hülsemann erkannt, und er war beyleibe nicht der einzige Denker, der zu diesem Urtheile kam, in welch unvereinbarem, ja feindlichem Gegensatze die americanische Lebensweise und Weltanschauung mit der abendländischen, also europäischen Cultur (Civilisation) steht. 

Europa und Nord-America können deshalb niemals nebeneinander bestehen, es sey denn, sie hätten keinerlei Interessensconflict und civilisatorische Berührung. Österreich und die Vereinigten Staaten von America sind Antipoden in dem Sinn, als sich die Grundlagen von Lebensweyse, Religion und Civilisation unvereinbar und als Gegentheyle gegenüberstehen. 

Wo aber Europa auf einen gewissermaßen mit dem americanischen Liberalismus "vereinbaren" - was in ganz ausgesuchten Theylbereichen (man denke an das gemeynsame Vorgehen gegen China im sogenannten Boxerkriege) aber aus diplomatischen Gründen sogar noch möglich wäre - oder gar "vereinten" Weg einschwenkt, steht es somit im Gegensatz zu sich selbst, und wird der Vernichtung anheimfallen, wird zur Colonie des Landes jenseits des Atlantik werden. 

Damit fiel Europa unter den Herrschaftsstab einer Ideologie eines universalistischen "Americanismus", die Pius XI. 1928 noch als schwer häretisch und anti-civilisatorisch verurteilt hatte, als sie sich in ihren treibenden Kräften aber bereits in Europa auszubreiten begonnen hatte, und 1933 namentlich in Deutschland ebenfalls an die Herrschaft kam. Wo sie sich lediglich anders benannte - als Nationaler Sozialismus.


*070321*

Montag, 8. März 2021

Ist das nicht alles ein Riesenspaß?

Das ist kein Kabarett, werter Leser, so viel Charme es auch hätte sich vorzustellen, daß der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz so viel Humor gehabt hätte, sich dafür zur Verfügung gestellt zu haben: Hier sieht der Leser der ambrosius.konnotationen aber ein Video, das sehr ernst gemeint war. Und bis zum Platzen der medialen Bombe auf der Homepage des "Maskenproduzenten Hygiene Austria" zu sehen gewesen war. Als Ermittlungsbeamte der österreichischen Exekutive in einem der erst vor wenigen Jahren erbauten Hochhaustürme auf der östlichen Seite der Donau, die Wien eine so spannende Skyline verpassen, ein Unternehmen enterten und beim Betreten dessen Räumlichkeiten buchstäblich "bis zu den Knien" in chinesischen Masken wateten.

Von der Homepage des Unternehmens ist der Clip freilich zwei Tage nach Bekanntwerden des mutmaßlichen Irrsinns - es gilt, wie der Leser sicher weiß die Unschuldsvermutung als Rechtsprinzip, deshalb vermeiden wir den Begriff "Betrug" - wieder verschwunden.

Die Wunderwaffe der FSPII-Masken war zu dutzenden Millionen in China "mangels durch extreme Nachfrage eingetretene Überlastung hiesiger Produktionskapazitäten" bestellt, produziert, über eine liechtensteinische Stiftung bestellt, in Wien durch illegale Schwarzarbeiter* umgepackt, und (wenn nicht schon vom chinesischen Produzenten geschehen) mit dem Etikett "Made in Austria" versehen worden. Auch die hygienischen Bedingungen sollen grotesk, ja skandalös gewesen sein. 

Die Produktionsfirma selbst, eine Tochtergesellschaft von Palmers Austria (Textilien) und Lenzing Austria (Zellstoffproduzent), war einen Tag vor Bekanntgabe der Bundesregierung, daß diese Masken nunmehr für ganz Österreich als Corona-Schutzmaßnahme vorgeschrieben seien, überhaupt erst gegründet worden.

Und der Personalstand dieser aus dem Boden gestampften "Produktionsfirma", die - siehe Kanzler Kurz - die Leistungshöhe der österreichischen Privatwirtschaft belegt - weist auch sonst noch interessante Konstellationen auf. Der Ehemann der Büroleiterin des Kanzlers ist Geschäftsführer, und deren Schwager verfügt über eine Beteiligung. Sodaß nur eine Frage bleibt:

"Weiß das der Führer?"


Es ist aber einfach zu witzig, als daß man es ernsthaft als Skandal behandeln wollte. Und wir weigern uns auch. Denn, werter Leser, stelle er sich nun einfach vor, daß der Kanzler der Republik Österreich hier wirklich einen riesigen Spaß mitmacht. 

Stellte ihn das nicht in ein kaum noch zu überbietendes sympathieerweckendes und diesem gewissen debil-kindlichen Lächeln so herrlich entsprechendes Licht?


*Jedes Urteil darf so lange nur als private Meinung gebildet, aber nicht als Tatsache behauptet werden, als nicht ein Gerichtsurteil den rechtlichen Sachverhalt exakt definiert hat. 

**Der in seiner moralischen mehr noch als in seiner wirtschaftlichen Dimension gigantische Betrug, um den es sich hier handeln dürfte, daß also illegale Immigranten die Masken umpacken und neu etikettieren, ist nur deshalb aufgefallen, weil die Kriminalpolizei einen Menschenhändlerring überwacht hatte.


*060321*

Sonntag, 7. März 2021

Viele Völker unter vielerlei Dächern

Was Peter Frankenfeld in einer TV-Aufzeichnung von 1973 so bewundernswert gewandt vorexerziert überrascht in mehrerlei Hinsicht. Deren bemerkenswerteste die noch vor 50 Jahren selbstverständliche und problemlos mögliche Bezugnahme auf die kleindeutsche* Gesamtheit aller im (angeblichen) Kaiserreich von 1871 samt deren Nachfolgestaaten versammelten Völker. 

Es ist nicht nur amüsant, diesem Sprachenpotpourri zuzuhören, sondern was man hier zu hören kriegt, macht die Seelen dieser Völker greifbar. Sich mit dieser Tatsache, daß Sprache und Seele untrennbare Korrespondenz haben, auseinanderzusetzen ist gerade heute von immenser Bedeutung. Weil wir längst lebenskräftige und -fähige Parallelgesellschaften in unseren Ländern haben, die zwar keineswegs "staatsfähig" sind, die aber aus ihren Seelenlandschaften heraus andere Kulturen bedeuten. Die mitten unter uns leben werden, ob uns das nun paßt oder nicht. Nicht weniger lebendig bleiben, als es die Seelen der deutschen Völker sind, die nach 1945 aus dem großdeutschen Raum (sozusagen) fast zur Hälfte entwurzelt und in das Deutschland der Gegenwart geworfen wurden. 

Zwar könnte man nun sagen, daß die Veränderung des Klimas im öffentlichen Sprachraum* dem Umstand geschuldet ist, daß diese zugewanderten Menschen mittlerweile ausgestorben sind. Aber man täusche sich nur nicht.

Denn in den Nachkommen, also auch in den nächsten Generationen (ja dort mit neuem Aufschwung, wie die Erhebungen der zugewanderten Gastarbeiter dritter Generation belegen) dieser Vertriebenen, Ausgesiedelten, Verachteten und (versucht) Vernichteten bleiben Volksseelen präsent, das auch heute noch geschichtsmächtig bleibt. Sie bleiben das in Bezug auf das politische Geschehen, auf die Stimmung in unseren Ländern. Die von Gruppen bestimmt werden, die im heutigen Deutschland und Österreich eine erhebliche Bevölkerungsgruppe bilden. 

In ihnen wirken Kräfte, die sich zum einen in ihrer Charakteristik des jeweiligen Zugangs auf die Welt äußern. Und man übersieht genau das, woraus wir Heutigen lernen könnten. In ihnen wissen wir einen erheblichen Anteil unserer Bevölkerungen als Ausgegrenzte, als Außenseiter, als Nicht-Dazugehörende. 

Nun ist eine Tatsache, daß gesellschaftliche (und damit kulturelle) Veränderungen immer von Randgruppen und Minderheiten ausgehen. Denn während die "Masse" der Menschen, also die Verwurzelten, von Beharrungsvermögen geprägt sind, streben Randgruppen, Außenseiter und aufgrund der fehlenden Ansprache ihrer Seelencharakteristik durch die Kultur der angestammten Bevölkerung, zu der sie dazugeworfen wurden, daß sie zeitlebens Unverstandene bleiben.** Und die "Gastkultur" nicht verstehen und gar nie verstehen werden. Und nie ernstgenommen werden, nie in ihrem innersten Anspruch relevant sein dürfen. 

Mit dem wesentlichen Beisatz: Daß Volk und Land in einer unauflöslichen Korrespondenz stehen.

Das ändert sich auch nicht über Jahrhunderte, weil es eine Schöpfungstatsache ist: Jeder Mensch ist auf einen bestimmten Boden bezogen: Es gibt keinen Menschen ohne Ort.

Das wird noch verständlicher, wenn man weiß, daß Sprachen nicht, wie heute dahergeplappert (was als "Bildung" zu bezeichnen man noch die Chuzpe hat!), keineswegs "posthoc entstandene" Informationsträger des Menschen sind, sondern dessen Konstituenten. Weil der Mensch aus dem Wort, dem Namen geboren wie auf diesen hin entsandt wird. Das ist sein Lebenssinn, und je weiter er sich davon durch faktische Umstände entfernt, desto gefährdeter ist er, vernichtet, ausgelöscht zu werden. Was den einfachen Querbezug ergibt, daß Menschen ohne Volk und Sprache über mittlere Frist vom Antlitz der Erde verschwinden.

Somit haben wir die Tatsache vor uns, daß diese Wurzellosen, diese Massen von Zugewanderten, nie verwurzelt werden können. Weil sie von Kräften geprägt sind, die nicht mehr sichtbar werden, alles Dasein aber Darstellen, also Inkarnation, also Sichtbarwerdung IST.

Diese ontologischen Strebungen müssen (weil sollen) aus bestimmten historischen (in Wahrheit: gegenwärtig politischen) Gründen unbewußt bleiben, in der seltsam irrationalen Hoffnung, daß sie damit überhaupt verschwinden. So sehr ist das gewollt, daß die darstellenden Elemente dieser Volkschaften und Völker - wie ihre Sprachen, die man oft als "Dialekte" verkennt - sogar aus den Wegen der offiziellen Wissensübermittlung und damit -weitergabe ausgeschlossen bleiben. 

All diese Menschen werden also zukünftig nur noch einen archäologischen, detektivischen Zugang zu sich selbst finden können. Man stelle sich also die Zukunft vor, die Konsequenzen daraus. Und die Distanz, die so breite Bevölkerungsschichten unserer Staaten zum gegenwärtigen politischen, kulturellen, gesellschaftlichen Leben haben.

Man durfte und darf über diese simplen Geschichtstatsachen bis heute nicht wirklich sprechen. Was nicht weniger bedeutet, als daß weite Bereiche der seelischen Kräfte in unseren Ländern chthonisch bleiben. Was sie zu einem guten Teil sogar gefährlich macht, weil sie das irrationale Potential der heutigen Handlungsneigungen deutlich erhöhen. Aber in einer Gefahr, die fernab von den stupiden Erklärungsgeschichterln der (angeblichen) Psychologie liegt. Die ja sogar aus ihren Prämissen, aus den Grundannahmen über Welt und Wirklichkeit heraus völlig ungeeignet ist, das Seelenleben zu begreifen. 

Höre der Leser nun mit erweitertem Blick dieser nun noch genußreicheren Sprachkaskade zu, die eine der bis heute wahren Größen der Moderationskunst und der daraus so selbstverständlich erfließenden gepflegten Unterhaltung hier bietet. Jetzt wird der Leser vielleicht noch mehr bestätigen können, daß sie in ihrer Aussage über uns, über Sie, über den VdZ, über den Nachbarn und über die Vorgänge auf den Straßen für sich spricht. 


*Auch wenn der Begriff manche verwundern mag - ohne die deutschen Völker, die sich bis 1918 unter österreichisch-ungarischem Kaiserstab versammelt hatten, war jede Lösung eines "Deutschland" immer nur als "kleindeutsche Lösung" verstanden worden. Gut ein Viertel aller Deutschen, also aller Menschen in ihren jeweiligen Völkern und Sprachen, lebte NICHT im Bismarck-Deutschland von 1871.  

**Man müßte einmal die Geschichten der Menschheit näher untersuchen, um festzustellen, ob nicht der Satz gültig sein könnte, daß es überhaupt nie und nirgendwo "ethnische" oder "kulturelle" Konflikte gab. Sondern, daß es sich immer um Konflikte aus einem irgendwie gearteten, nirgendwo verstandenen "Staats-"Begriff handelte. 


*060321*

Samstag, 6. März 2021

Kabarett von der niederen Donau

Man darf schon einmal schweigen und zurücktreten wenn das, was da so in Österreich und anderswo geschieht geeignet ist, einem den Atem zu nehmen.  Und Bilder für sich sprechen lassen. Doderer schreibt einmal in den Tagebüchern, die er auch zur Zeit des Zweiten Weltkrieges führte, daß es Zeiten gibt, in denen das Tagebuch die einzige mögliche Form weil Pflicht und Notwendigkeit ist, sich das Ereignende und damit den Perzeptiven Bewegenden durch diese mehr persönliche Form des Bewältigens immer wieder vom Leib zu halten. Wenigstens als Versuch, als Hygienemaßnahme, auch wenn sie den Vorkommnissen hinterherhinkt. Und auch nachträglich noch seine Zeit des Aufarbeitens braucht. 

Aber der Schriftsteller sollte zu Zeiten, in denen er in die Geschichte so verwickelt wird, daß er nicht zurücktreten kann, sondern "als Figur" auf die Bühne zum Mitspielen im aktuellen Stück gezwungen wird, nicht den Fehler machen und alles dieses in Werken aufzuarbeiten versuchen. Denn dann werden diese eben nicht zu Werken, sondern höchstpersönliche Aufarbeitungsversuche.

Nun, wenn sich die Literatur nach den Kriegen des 20. Jahrhunderts dann fällt auf, daß dies erstaunlicherweise für die Literatur nach dem Zweiten Weltkrieg sicher, für die nach dem Ersten aber weit weniger zutrifft. Weil der Schock für den Totalzusammenbruch nach 1918 größer war? Oder die Schuldgefühle nach 1945 die Schuldgefühle überwogen? Oder könnte es nicht auch sein, daß die nach dem Zweiten Weltkrieg dominierende Literatur ohnehin von außen angeschoben, also überhaupt keine genuine, gültige Literatur eines Sprachraumes war (Club45)? Der Leser möge sich das selbst beantworten. 

Wir treten jetzt aber zurück und holen diese beiden Videos aus dem Programm des Senders "oe24" vor den Vorhang. In denen der Leser speziell des nicht österreichischen Landbereichs einen Eindruck bekommen mag, was derzeit an der Donau abläuft. Und mit welchem Schwung, dabei mit durchaus österreichischem "Schmäh", es recht offen zur Sprache kommt. Manchem könnte klar werden, was für ein Kabarett sich dem Betrachter bietet. Mit dem die Politik offenbar versucht, die verbotene Aufführungs- und Kunst-(Kabarett-)Szene dann eben selbst zu bieten. Damit dem Österreicher im Dauer-Lockdown wenigstens nicht fad wird.

Stell Dir vor, da teilt man einem Minister mit, daß die Untersuchungsbehörden auf richterliche Anordnung wegen des dringenden Verdachts auf Korruption noch in derselben Stunde seine Privatwohnung untersuchen werden. Daraufhin bittet dieser, ob er seine Frau anrufen dürfe, damit diese nicht allzu schockiert sei, ehe man ihm sein Handy zur Datensicherung abnimmt. Was man ihm menschlicherweise gewährt. Du Schatz, sagt der daraufhin, da werden gleich einige Beamte kommen, erschrecke nicht. Die würden dann die Wohnung durchsuchen. Aber mach Dir nichts draus. Dann überreicht er das Telephon den Beamten. 

Was der Minister freilich nicht wußte war, daß seine Wohnung längst streng überwacht wurde. Sodaß die Beamten vor Ort folgende Beobachtung machen konnten: Kaum war das Telephonat beendet, packte die Frau des hohen Politikers und sehr engen Vertrauten des Kanzlers Kind und Kinderwagen zusammen, um "spazieren zu gehen". Es war saukalt und regnerisch. 


Im Kinderwagen aber war nicht einfach nur das Kind, sondern auch, wie sich später herausstellte, der Laptop des Ministers. Den die Frau also offenbar ebenfalls zum Luftschnappen mitführte. 

Nach einer Stunde tauchte der Laptop wieder auf - bei Parteifreunden des Ministers. Wohin ihn die Frau gebracht hatte. Und wurde in die Wohnung gebracht und den staunenden Beamten überreicht. Was in dieser Zeit passiert war ist unklar. Angeblich war die Frau nur spazieren gewesen. So etwas passiert derzeit in Wien.

Und dieses regelmäßig am Mittwoch auf "oe24" stattfindende Rednerballett hat sich mittlerweile ohnehin fast schon zu einer eigenen Kunstform innerhalb des Kabaretts entwickelt. Es fand auch diese nunmehr vergehende Woche wie üblich statt.



*050321*

Freitag, 5. März 2021

Der Elephant im Raum

Man kann es kaum glauben, aber es ist tatsächlich so, daß die große Alternative zum de- und entpersönlichten Sozialismus der Kapitalismus sein soll. Er soll es sein, der auf der Freiheit des Einzelnen aufbaut, und deshalb am menschengerechtesten ist. Und seine Lösungen wie von Zauberhand aus einem irgendwie sich einfindenden Gleichgewicht aus Bedarf und Bedarfsdeckung finden soll. Das wäre es dann, das gesellschaftliche Glück, soweit es maximal erreichbar sei. 

Etwas, das historisch zwar noch nie eingetreten ist, aber was bedeutet das schon. Es ist nur ein weiteres an Bemerkenswertem, das sich mit dieser Weltanschauung verbindet. Die im übrigen (bei uns) als Grundstrom noch erst wenige hundert Jahre alt ist. Auch wenn sie immer wieder in der Menschheitsgeschichte aufgetreten ist. Und zwar - eiderdautz! - immer dann, wenn eine Kultur zugrunde ging. Warum werden wir gleich zeigen.

Mehr an Fakten brauchen wir nämlich nicht, deren gäbe es noch jede Menge, um den Widersinn zu zeigen, der sich mit dem Begriff Kapitalismus als angebliches Garantielos zur Freiheit verbindet. Der mit "freiem Markt" oder Freiheit überhaupt nichts zu tun hat! Denn im Gegenteil, geht er von einem Menschenbild aus, das Freiheit gar nicht kennt.

Das ist sogar schon seine erste Voraussetzung weil anthropologischer Natur. Sie setzt beim Bedürfen an, bei einer Welt, die sich durch das Bedürfen, also durch die Not, am Leben hält. Der Kapitalismus geht also von jener Sichtweise aus, die in Zeiten, die noch bei Verstand waren, als tugendloser Egoismus bezeichnet worden waren. 

Aber so ist er eben, der Evolutionismus, für den Geist keine Tatsache, sondern eine bloße Täuschung der Gehirnströme ist, also ein Epiphänomen. Wie der Evolutionismus geht somit auch der Kapitalismus vom Egoismus als DEM treibenden Moment der Geschichte aus. Der aber nicht verwerfenswert ist. Weil der Mensch als bloß bedarfsgesteuerte, ja vom Bedarf bestimmte und auf Bedarf hin geordnete Zellmaschine eben keine Freiheit kennt. Und wo keine Freiheit, da keine Moral. Nicht Unmoral, nein, sondern KEINE Moral. 

Auch der Kapitalismus kennt keine Moral. Erlaubt ist, was das eigene Bedürfnis befriedigt, darum geht es. Denn darum geht es angeblich der ganzen Welt. Um Bedarf und Bedarfsdeckung. 

Somit stehen sich als Grundsituation unter Menschen immer solche, die Nöte haben, und solche, die keine haben, gegenüber. In jedem Fall Menschen, wo auf einer Seite die Not größer ist als auf der anderen. Oder die Schwäche. Oder die Niedertracht. Oder die Skrupellosigkeit. Oder die Fähigkeit und Unfähigkeit. 

Einer wird gewinnen!

Einer wird den anderen überragen, schlagen, übertrumpfen. Und das ist in der Regel der Verkäufer dem Käufer. Denn der Käufer braucht. Sonst würde er - so sagt der Kapitalismus selbst - nicht kaufen. Er ist also schwächer. Der Leser möge sich doch einfach einmal ausmalen wie es ist, wenn sich zwei Menschen gegenüberstehen, bei denen der eine dringender als der andere etwas braucht. 

Selbst dann ist das so, wenn man sich's schönredet, indem man das herrliche Märchen erzählt, daß doch auch der Verkäufer den Kunden braucht. Weil beide ja einander brauchen, oder nicht? Tja, das ist schön abstrahiert, aber in der Praxis ohne Wert. Denn da zählt der Moment. Da zählt die vereinzelte Begegnung auf Angebot und Nachfrage. Letztere, wie gesagt, als die notleidendere. Denn anders als der Anbieter gibt es beim Bedürftigen KEINE Situation, wo er auch ohne Bedarf kaufen würde. 

Oder kauft der Leser auch ein drittes Auto, selbst wenn das nur in der Garage stehen und sein Monatsbudget auffressen wird? Das wird er nicht tun. Der Produzent freilich stellt auch dann Autos her, wenn sie gerade nicht benötigt werden. Aus Gründen der Kostenrechnung. Aus vielerlei Gründen. Nicht zuletzt aus solchen politischer Art, man denke nur an ein Bündnis um vor Wahlen erfolgreiche Beschäftigungspolitik aufzuzeigen. Die Korrumpierung durch die Politik als "Nachfrage" zu bezeichnen wäre wohl an Zynismus kaum noch zu überbieten. Denn der Staat hat nicht nur Macht, sondern er steht dem Bürger nicht als dessen Nachfragebeantworter gegenüber, sondern in einem Macht- hier, Zwangssituation dort. Der Bürger wird (zumindest über Steuern) GEZWUNGEN, Nachfrage ZU SPIELEN. Auch wenn keine Nachfrage besteht. 

In jedem Fall stehen sich bei Angebot und Nachfrage zwei Seiten gegenüber, von denen IMMER die eine schwächer ist als die andere. Wo immer die eine mehr oder weniger Macht über die andere ausüben kann. Und das auch tut! Preise sinken oder steigen sofort, und daran erkennt man es, sobald sich die Machtverhältnisse der beiden Seiten verändern. Man spricht sogar in Kreisen großer Theoretiker von "Preise erzielen". Was ist wohl damit gemeint? Und wer sich die Preispolitik bei amazon ansieht, die immer ausschließlicher auf solche Zwangssituationen abzielt, um sie ausnützen zu können, sieht eine Zukunft der Brutalität (und nicht der Freiheit!) aufgemalt, die einem das Frühstück noch am späten Nachmittag hochdrückt.

Wir sehen also, wie sehr dieses gesamte Gerede um Freiheit und Kapitalismus gelogen ist. Und genau auf dem Gegenteil aufbaut, nämlich auf das wechselseitige Belauern der Menschen, ob der eine dem anderen gegenüber in vorteilhaftere Lage kommt. Bis einer der beiden so dringend braucht, daß er dem anderen und seinem Anerbieten zustimmen MUSZ, also in eine Zwangslage kommt, die dringender als die des anderen ist. 

Sagen Sie selber, werter Leser, ist das die Situation, die er mit Freiheit meint?

Der Kapitalismus ist also genauso wie der Sozialismus - und beide Weltanschauungen bauen auf derselben Anthropologie auf: Der des Mechanismus, des Materialismus und eines Freiheitsbegriffs des Menschen, der lediglich die Freiheit des Kampfes von Egoismen ist - eine Weltanschauung und Ideologie, die jeweils von jenen vertreten wird, die sich jeweils Vorteile davon versprechen, daß ihre Ideologie zur Rechtfertigungsideologie einer Gesellschaft erhoben wird. Um dann ihrem Egoismus größtmögliche Entfaltung zu ermöglichen. Und zwar auf Kosten des und der anderen.

Das Abendland ist deshalb weder wegen des Kapitalismus noch wegen des Sozialismus zu so einer weltbeherrschenden Kultur geworden. Wobei beide Seiten jeweils jammern, daß ihr Ideal noch nie verwirklicht wurde, aber endlich verwirklicht werden sollte. Weshalb beiden Seiten der Staat im Wege steht, nur auf je andere Weise. 

Das Abendland ist so groß und schön geworden, weil es einen ANDEREN, einen völlig anderen Weg des Lebens und des darin enthaltenen (also zweitrangigen) Wirtschaftens gegangen ist. Den eines Wirtschaftens, das der Hauptforderung der Nächsten- und Gottesliebe untergeordnet, diesem Gebot größtmöglich förderlich ist. Denn Freiheit ist nicht nur je ein Akt, sondern sie ist nur dann und dort Freiheit, wenn sie der Liebe genügen will. Freiheit ist erst in der Liebe Freiheit. Dem selbstlosen Geben und Selbstverschenken. DAS ist der Weg des Menschen, zu Größe und schöpferischer Kraft zu gelangen. Weil es an das Schöpferische Gottes anbindet. Und außer diesem gibt es nichts Schöpferisches. Außer diesem gibt es nur kleinen, egoistischen Nutzen. In einer Welt, die die Hölle ist, beherrscht wie diese von Teufeln und Dämonen.


*030321*

Donnerstag, 4. März 2021

Die pervertierte Revolution (3)

Teil 3) Dieser Scheinkampf ist nicht unser Kampf.
Der ein Kampf um die Ordnung des Seins ist.
Und deshalb nur auf der Liebe und damit Wahrheit beruhen kann


Wir beobachten in all diesem weltweiten Oberflächengetöse, das uns Tag für Tag die Ohren volljammert, den Kampf der einen Gewalttäter gegen die anderen Gewalttäter. Wir haben das scheinbare Ringen zweier nur scheinbar entgegengesetzter Kräfte vor Augen, denen es jeweils nur um die Vormacht über den anderen geht. Deren Ziel aber vollkommen identisch ist: Die Vernichtung der Welt. 

Gruppen stehen sich da gegenüber, die beide auf nur je andere Art die Okkupation der ontischen Strukturen einer Gesellschaft anstreben. Um dann ... dieselben Ziele zu verfolgen.

QR Tucker Carlson

In diesem Scheinkampf, der uns manchmal den Atem raubt und den im erreichbaren Video auch Tucker Carlson auf Fox News so "brillant" vorexerziert, kommt der wirkliche, der eigentliche Kampf des Menschen völlig unter die Räder. Der ein Kampf des Seins, Gottes also, gegen jene Mächte ist, die das Sein, Gott also, verdunkeln und aus der Welt hinausdrängen wollen. Mit der unausweichlichen Folge, daß alles ins Nichts fällt, also der Zerstörung anheimfällt. Was immer sich gegen Gott wendet (wie immer man das nennen will: Laster, Sünde, Irrtum, Bösartigkeit, Schwäche ...), wendet sich in die eigene Nichtung. 

Es geht um alles oder nichts, buchstäblich. Hier gibt es deshalb auch keine Nützlichkeiten und strategischen Bündnisse, dies ist nur eine der (historisch leider so häufigen) fatalen Fehleinschätzungen der Katholiken. Und nur sie sind das Medikament, das den Zerfall der Welt verlangsamen mag. Einzig zu dem Zweck, den Kindern, den anderen den Zugang zum Heil wenigstens nicht noch weiter zu erschweren, wenn nicht gar zu erleichtern (wie es im hohen Mittelalter noch der Fall war.) 

Hier haben wir es mit dem Kampf Satans gegen Gott zu tun. Darum geht es Satan von Anfang an: Um die Nichtung der Schöpfung, die in Jesu Christus, noch mehr aber sogar in der sündelosen Frau, der Gottesmutter, die NUR Mensch ist, NICHT AUCH GOTT wie Jesus der Christus. Es ist diese Frau aber, in der die Welt ankert. Als Welt, deren Logos (als nur im Leben seiender Grund, als "auf das Wissen Gottes hin" bewegungshaftes Seiendsein) sich über den Heiligen Geist, den die Gottesmutter als in die innertrinitarische Wirklichkeit hineingenommen mitatmet, so sehr in die Gestalten jenes unendlich dichten Gewebes der Zueinandergefügtheit treibt, daß sogar Aristoteles mit dem Gedanken der Entelechie seine pure Freude hätte. Sie ist es sohin, die die Totalität des Weltseins (als die Schöpfung) mit Jesus dem Gottmenschen, den sie selbst geboren hat (und - wie jede Frau somit! womit wir bei der gewaltigen Stellung der Frau in der Schöpfung wären! nicht hierarchisch also, sondern ontisch! - gebären muß), erfüllt.

Worin liegt nun der Irrtum auch eines Tucker Carlson? Worin liegt der Irrtum so vieler "Rechter", die sich händeringend darum bemühen, als die "guteren Guten" gesehen zu werden? In der Empathie. Diese Linksheit dieser Rechten deckt die Gruppe der Menschen ab, die noch irgendwie irgendwo ein Herz haben. Aber zu wenig Verstand, zu wenig Mannsein, um denn doch den entscheidenden Schritt der Weltgebärung zu machen: Den zur Einsamkeit. Den zum Alleinsein, als dem eigentlichen Schritt ins innertrinitarische Leben, der wiederum ein Schritt des Sterbens ist. (Gewiß, komplex; aber nicht irrational, also prinzipiell der Vernunft nicht greifbar! Sondern nur noch im Staunen erfaßbar.)

Deshalb darf einem die Seite des Tucker Carlson meinetwegen sympathischer sein. Aber nie ohne sich dessen gewahr zu werden, daß uns auch von ihm eine riesige Kluft trennt. Die zu ignorieren nicht ein verbindendes Miteinandersein bedeuten würde, sondern die uns in den Abgrund fallen ließe, den zumindest einstweilen auch Carlson gewählt hat. Weil dort schon so viele liegen, daß man meinen könnte, man wäre nicht alleine, und könnte somit das Wesen des Menschseins - als soziales Wesen! - erfüllen. Wie verlockend es doch ist, diesen mit Zuckerwatte drapierten Irrtum einzunehmen. 

Aber unser Ich, werter Leser, er wird mir hier sicher zustimmen, nicht wahr?, dieses unser Ich wird in nur einem Du, und das ist das Du in Gott. Das Du des Mitmenschen, das Hineinsterben des Ich in dieses real und personal Begegnende, das in seinem Sein und Wesen Gottes Ebenbild ist, ist zwar der Pfad dorthin, aber auch nicht mehr. 

Das ist der Weg des Menschen. Es ist niemals der Weg der Revolte gegen die Ordnung, die im Sein liegt. Und ohne dieses Sein gibt es nur Schein, Lüge und Irrtum. Wenn man also als Katholik, als jemand, der "alles umfaßt", der sich also in keiner Ideologie jemals festlegt und instrumentalisiert, leben und ins ewige Leben hineinsterben will, kann es nur eine Revolte geben: Die gegen das Böse, den Irrtum, die Lüge. Als Begegnung mit Menschen kann es aber nur eingebettet in das erste und wichtigste Gebot - das der Liebe - sein. 

In der Liebe dann, in dieses Sein hineingeschweißt gewissermaßen, ist uns der letzthinnige Sieg sicher. Der aber erst in der nächsten Welt, der Neuschöpfung, Realität und Welt werden wird. So lange haben wir damit zu leben, daß der Nicht-Liebende uns innerweltlich betrachtet immer überlegen sein wird. Er hat die Gewalt, die wir uns verbieten, weil sie uns verboten ist, und er hat die List, die Tücke, die wir aus Liebe niemals über den Nächsten stülpen, auf daß er in die Irre gehe, und sich unseren Vorstellungsbildern füge. 

Weil jeder Mensch in seiner Freiheit dazu berufen ist, sich (in der Selbstüberschreitung, also im Paradox des Selbst-Todes, wie Jesus) den Bildern Gottes gemäß formen zulassen, die dieser in seinem unendlichen Wissen und Lieben aus seiner unendlichen Bibliothek hervorholt. Erst dann wird sie sichtbar, und erst dann zum Sinn der Welt - dem Lobpreis Gottes.


*270221*

Mittwoch, 3. März 2021

Die pervertierte Revolution (2)

Teil 2) Aber plötzlich halten wir inne. 
An dieser Kritik stimmt doch etwas nicht!


Und bei diesem Satz des streitbarsten amerikanischen Starmoderators im Stall von Fox-News wollen wir nun einem Herdentrieb zuneigenden Fluß der Worte innehalten. Denn mit dieser Aussage wird etwas definitiv: In welch hohem Ausmaß die "Rechte" selbst auf revolutionärem Anspruch aufruht. Wie sehr die altbekannten Forderungen der französischen Revolution Grundlage ihrer Kritik sind. Wie sehr die Rechte also zu weiten Teilen eine Camouflage ist, wie sehr die "Konservativen" bereits von Linken unterwandert sind. Wie sehr das kritische Potential ausgerechnet bei den "alternativen Medien" zwar "gegen die Mächtigen" steht, aber in Wirklichkeit die alte revolutionäre Kraft geblieben ist. Die eine Neuordnung der Gesellschaft fordert, die auf "Funktion", auf "Leistung" (=Nutzen nach bestimmten, einem Weltbild entsprechenden Kriterien) beruht. 

Nicht auf den zu heiligenden Ort, also auf Stand weil auf Sein, das nur Seiendes ist, soweit dieses sich auf das Sein selbst bezieht. Lebendig, aktiv, actu. 

Wie sehr sie stattdessen das Sein aus dem Aktuellen generieren will. Wie sehr deshalb die Forderungen der LGBT-Gruppen, sich die Identität selbst zu geben (was in sich eine Unmöglichkeit ist), in Wirklichkeit haargenau die Forderungen der wirklichen Linken aufgreifen, und doch nur eines: In Konsequenz die Forderung aus der Weltanschauung der Linken (die hier "rechts" auftreten) aufzunehmen und auf die Spitze zu treiben. Bis es halt dem besten Liberalen (=Linken) zu viel wird weil ihn stört. Dann ist Schluß mit Toleranz. Klar, die muß denn doch Grenzen haben, das leuchtet jedem ein. Obwohl sie doch (schreibt tatsächlich einer der Vorzeige-(weil Alibi)-Katholiken-Konservativen, Alexander Kissler) die Kultur des Abendlandes geradezu ausmacht, wenn nicht gegründet hat.

Wem die Evidenz nicht reicht, bitte. Dann nehmen wir es als strenges Indiz. Das müßte man also annehmen. Wenn man nicht - wie wir - wüßte, daß dieser Ansatz der Linken, und zwar der wirklichen Linken, und damit der der Liberalen sowieso eine glatte Lüge ist. Vor sich, vor der Welt. Die  nur den Zweck erfüllen soll, die bestehende, ontologisch begründete und begründbare Ordnung des Seins des Menschen (und hier erst kann man von "Gesellschaft" sprechen, weil sich darauf das Weltserin des Menschen als sozialem Wesen bezieht) auszuheben. Und deren Träger wehrlos zu machen. Durch ... Überraschung! ... wissenschaftlich autorisierten Anspruch. 

Und da hat ja der Sozialismus wirklich etwas vorzuweisen. Denn von allem Anfang an hat sich der Sozialismus, als den man diese Gedankengebäude pauschaliter bezeichnen kann, auf den lediglich durch die Aufklärung rationalistisch neu gedeuteten Begriff der "Wissenschaft" bezogen. Der sich seither auf die abstrakte Mathematik als ontologischem Vorrang des Denkens - siehe Descartes - bezieht.

Wir müssen aber, so gestrickt, die ganze Angelegenheit komplett neu denken. Denn wir erkennen plötzlich, daß die Sache viel komplizierter ist als behauptet. Wir erkennen mit einem Mal, daß sich mittlerweile auf der ganzen Welt NICHT hier die Guten und dort die Bösen, hier die Etablierten, die Eliten, dort die armen Unterdrückten gegenüberstehen. Das mag hier und dort zutreffen. Aber immer ist dieser einzige "echte" soziale Konflikt bereits okkupiert. Und zwar von ein- und derselben Destruktion. 

Die Wahl ist nicht Freiheit gegen Sozialismus. Die Wahl, die uns vorgemacht wird, ist ... immer nur Sozialismus. In diesem Echoraum kann der wirkliche Konflikt weggedrückt werden. Und, werter Leser, betrachte man doch die Sache nüchtern: Es gibt eine Grenze, die BEIDE vorgeblichen Kontrahenten absolut akzeptieren und sogar fordern. Die, das Transzendente als geschichtliche Größe draußen zu lassen. 

In Wahrheit streiten in den vorgeblichen Konflikten der Etablierten (Eliten) vs. Machtlosen also Kinder, die demselben Stall entstammen. Immer und in jedem Fall geht es somit darum, daß der, der den Köder schluckt (und das scheint die überwältigende Mehrheit der Menschen zu sein), und die Bedingungen dieser Auseinandersetzung glaubt, schon und sofort ein trojanisches Pferd verschluckt hat. An dem er krepiert. Weil aus dessen Bauch nachts die Krieger entschlüpfen, die seine Freiheit (=Offenheit für Wahrheit) erschlagen.  

Tucker Carlsons Forderungen sind deshalb nicht weniger radikal und wider das Wesen des Menschen als die von ihm kritisierte Seite, ja sie sind vielleicht sogar substantieller und damit gefährlicher, weil mehr in der Praxis verankert (und das Gesetz des Glaubens erwächst aus dem Gesetz des Betens, der Glaube wächst der Liturgie entsprechend, wie wir wissen): 

Carlson verlangt, daß augenblicks per Gesetz verordnet werden muß, daß die fünfzig anerkanntesten amerikanischen Universitäten keine Studenten mehr akzeptieren dürfen, die Eltern haben, welche selbst bereits akademische Titel tragen. Auf daß endlich und wirklich die "Besten" nach oben kommen. 

Herrschaften, geht es noch blöder, geht es noch (formt man das Urteil schonend) naiver?

Damit offenbart sich Carlsons Weltbild auf erschreckende Weise als anti-ständisch, als anti-identitär. Denn es ist das Elternhaus, das die Identität der Nachkommen bestimmt. Immer. Bei jedem. Tut es das nicht, haben die Deszendenten nicht eine Identität zur Auswahl, sondern einfach KEINE Identität. Die nur dem Haus, also dem Ort der Herkunft - Ursprung wie Ziel - entstammen kann. Was WÄRE denn sonst Identität? Wo ist dann auch der Unterschied zur LGBT-Gruppe, die Tucker Carlson zuvor so angewidert dekapitiert?

QR Tucker Carlson
Ist Carlsons Ruf nach Veränderung somit nicht der bloße Ruf nach den besseren Waffen im Kampf um die Vorherrschaft seiner Gruppe (wie immer die zusammengesetzt sein mag)? (Nebenbei: Wer soll ihm diesen Wunsch erfüllen? Eben. Die Gruppe, die seinen Worten nach stärker sein soll. Was sind wir nicht Demokraten!)
Als (der des Gegners idente!) Forderung, dem Gegner in diesem Ringen um Bestimmungskraft endlich die Waffen aus der Hand zu schlagen. 
Die in diesem Fall ganz eindeutig die selbstverständliche Stärke der wahren Seinsordnung ist.


Morgen Teil 3) Dieser Scheinkampf ist nicht unser Kampf. Der ein Kampf um die Ordnung des Seins ist. Und nur auf der Liebe und damit Wahrheit beruhen kann.


*270221*