Dieses Blog durchsuchen

Montag, 11. September 2017

Ein vergessenes, dabei so aktuelles Motiv der USA (2)


Teil 2)




Bis dorthin, bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts hielt sich die Angst vor den Katholiken in den USA seitens der protestantischen, anglo-sächsischen Bevölkerung ja noch in Grenzen. Sie war noch stark anti-europäisch (anti-monarchisch) ausgerichtet, und eher ein Mythos. Neue und nun entscheidende Nahrung erhielt dieser Anti-Katholizismus durch zwei Umstände: Da waren nun 5 Millionen Katholiken in den neu angeschlossenen Gebieten. Und da war die ab den 1850er Jahren einsetzende Welle von Zuwanderern aus Irland und Deutschland, auch sie vorwiegend katholisch.* Bis zu Anfang des 20. Jahrhunderts machten die Deutschen sogar ein Viertel der amerikanischen Bevölkerung aus, daß vorwiegend im Mittelwesten siedelte.  

Es kam zu regelrechten Pogromen, zu Kirchenverbrennungen und Verfolgungen, bis zum Verbot katholischer Erziehung an Schulen. Dort wurden sogar protestantische Bibeln vorgeschrieben, man sah es als wichtige Aufgabe, diese Menschen zu "bekehren". Man fürchtete und wußte aber, daß die Katholiken nicht so einfach in eine universalistische amerikanische Identität einzugliedern waren. Sie waren stark in sich gefestigte Identitätsgemeinschaften, deren religiöses Fundament in der universalen Einheit und Rückgebundenheit der Kirche in ein Prinzip (auch des Gehorsams in Fragen der Sitte und Moral) - "Rom" bzw. "Papst" - gegründet lag und die in ihrer ethnischen Geschlossenheit starke, unabhängige Bastionen der Lebensweise formten.

Das Amerika, das sich herausbildete, war mehr und mehr ein Amerika der ethnisch-religiösen Identitäten. Jenes Amerika begann sich formen, das dann in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts diese sagenhafte Erfolgsgeschichte zu schreiben begann. Das aber eines nicht war: ein zentralistisch zu regierender Staat.

Ebenfalls zu Ende des 19. Jahrhunderts setzte eine starke Zuwanderung von Juden ein. Anders als zuvor, über England, waren es diesmal aber Juden aus armen europäischen Gebieten, aus dem "Städtel", aus den armen Gegenden im Westen Rußlands, im Osten Polens, aus der Ukraine. Zwischen ihnen und den (mehrheitlich wohlhabenden) sephardischen Juden der Ostküste (die meist aus England stammten) bestand aber eine tiefe Kluft. Ab dieser Zeit aber spaltete sich Amerika in drei ethnisch-religiöse Gruppen, die sich in einem Ringen um Einfluß gegenüberstanden: Den Juden, den Protestanten (vor allem jenen der Ostküste), und den Katholiken. Und eine Gruppe zeigte dabei eindeutige Tendenz, die Übermacht zu gewinnen: die Katholiken. Denn sie hatten hohe Fertilität. Während die der Juden und vor allem der Protestanten bereits deutlich zurückgegangen waren. Die Katholiken waren also dabei, kraft der "demographischen Waffe" das Land zu dominieren.

Dies sollte erstmals im Krieg 1914/18, vor allem aber im und noch mehr nach dem 2. Weltkrieg eine entscheidende Rolle spielen. Wo sich die USA Ländern als Feinde gegenübersah, die die Herkunftsländer eines großen Teiles seiner eigenen Bevölkerung waren. Deutschland, Italien, Österreich-Ungarn. Auch wenn das bei Iren und Schotten nicht auf diese Weise zutraf, so wurden sie in denselben Topf geschmissen. Auch sie waren Katholiken, auch sie hatten hohe Fertilität. Nun begannen jene zentralistisch geplanten Maßnahmen, die als "social engineering" zu einem Instrument des "ethnic cleansing" wurden. Diese starken ethnisch-religiösen Gruppen wurden nun ganz gezielt aufgebrochen, bis seit den späten 1960er Jahren endgültig ein anderer kultureller Wind wehte. Wir werden speziell darüber aber noch zu anderer Zeit weiter berichten, zum Teil ist es ja hier schon geschehen. Beginnend mit der "sexual liberation" als Aushöhlung der Kultur, über Empfängnisverhütung und Abtreibung (als ethnische Waffe, die heute vor allem gegen US-Schwarze läuft) sind es Strategien, eine zu mächtig werdende Bevölkerungsgruppe in Schach zu halten und als Identitätsgrundlage zu sprengen.
Hier soll uns einmal nur genügen darüber zu berichten, wie dieser heute so mächtige - dabei mit Schalmeientönen daherkommende, von der Kirche leider weitgehend völlig unerkannte, ja leichtsinnig ignorierte - Anti-Katholizismus die USA beherrschte und immer noch beherrscht. Die amerikanische Innenpolitik, der amerikanische Imperialismus des 20. Jahrhunderts war und ist (!) nämlich zu erheblichen Teilen ein Feldzug gegen den Katholizismus.

Die US-Innenpolitik hat deshalb seit Jahrzehnten ein Merkmal: Sie muß damit rechnen, daß die 25 Prozent Katholiken der USA das Zünglein an jeder Wahlwaage sind. Also werden ihnen im Wahlkampf immer große Versprechungen gemacht, ja es wird ihnen regelmäßig ein Theater vorgespielt, bei dem sich leider meist deklarierte Katholiken ins Schaufenster stellen lassen. Und die Wähler täuschen. Denn eingehalten? Eingehalten wurden diese Versprechen noch nie. Denn der Katholizismus wird nach wie vor, ja heute mehr denn je, als Hindernis für die amerikanische Freiheit gesehen.

Der Bericht darüber soll aber auch zeigen, wie grotesk es ist, angesichts heutiger Entwicklungen (v. a. Migration, Islamisierung) zu meinen, es wäre strategisch erwünscht, "westliche Werte" mit einem ökumenistisch verbrämten "Christentum" gleichzusetzen, in dem Katholiken und Protestanten unterschiedslos an einem Strang ziehen. Nichts tun die Protestanten nämlich weniger! Vielmehr wird diese Unterschiedslosigkeit, die verkauft wird, zum sublimen Instrument des Kampfes gegen die Katholische Kirche, die sich auf schreckliche Weise dazu mißbrauchen läßt, den degenerierten Zustand des Westens als "christliche Kultur" zu vertreten, ja diesen Zustand, der die eigentliche Ursache für die Substanzschwäche des Westens ist, sogar selber weiter zu verbreiten.









*Bismarck sah es als eines der wichtigsten Ziele seiner Politik an, diese Auswanderungswelle zu stoppen. Und es gelang bis Ende des 19. Jahrhunderts - über ein neues Deutschland-Gefühl (das dem der Amerikaner also äußerst ähnlich ist: pseudologisch; ideologisiert; universalistisch und technizistisch) - tatsächlich. So leitete er jenes Deutschland ein, das fortan (und letztlich bis heute) in einem atemberaubenden Tempo eine Wirtschaftsmacht DURCH ARBEIT und Technik aufbaute. Sodaß das "Deutsche Reich" bis zum 1. Weltkrieg hin die bald mächtigste Wirtschaftsmacht der Erde wurde, das England längst hinter sich gelassen hatte und nun mit den USA im Duell um Rang 1 stand. Folgerichtig standen beide Länder vor ähnlichen Fragen. Denn mit der Expansion der Wirtschaftsmacht stand sehr bald das Problem globaler militärischer Macht im Raum. Die Außenpolitik des absehbar absteigenden Englands war also seither ein gezieltes Hineinziehen der USA in die Konflikte am europäischen Kontinent (wozu es die Kriege 1914/18 sowie 1938/45 nur in die äußerste Eskalation treiben mußte), was sich mit den Interessen des amerikanischen Kapitalismus deckte. Der Ausgang dieser Bemühungen ist bekannt.






*160817*

England

2017

Ebbe  - Low Tide



Bild: Michaela Mahrhauser







*090817*

Sonntag, 10. September 2017

Ein vergessenes, dabei so aktuelles Motiv der USA (1)

Es ist gewiß für die meisten Mitteleuropäer überraschend, was dieser Vortrag (englisch) von Dr. John Pinheiro bringt. Denn sie sind geschlagen von Geschichtsvergessenheit, was bedeutet, daß sie die Bedeutung der Vergangenheit für die Gegenwart nicht mehr kennen. Und damit sich selbst nicht mehr kennen. Aber es ist wichtig es zu wissen, denn es füllt eine bedeutende Lücke im Verständnis der Gegenwart, und hier vor allem im Begreifen der Amerikaner.

Aber Amerika hat eine lange und bis heute währende Geschichte des Anti-Katholizismus, der (wie andere Stimmen ausgearbeitet haben, darunter Philip Jenkins in "The New Anti-Catholicism") sogar inmitten der postmodernen Political Correctness als das einzige akzeptierte Vorurteil, ja als eine Form des Rassismus gesehen werden muß. Und er geht politisch wirksam von den USA aus, auch wenn manche es nicht glauben möchten. Aber die Geschichte der USA ist seit dem Bestehen dieses Staates eine fortwährende Geschichte des Kampfes gegen den Katholizismus, der in den Ereignissen der späten 1950er und frühen 1960er Jahre, mit dem Kulminationspunkt der Ermordung von J. F. Kennedy, einen vorläufigen Höhepunkt, aber auch eine Wende fand. Ab den mittleren 1960er Jahren ist der Einfluß der Kirche in den USA deutlich geschwunden, und das war nicht zufällig. Es war ein offener Kulturkampf, der sich zwischen Katholischer Kirche einerseits, und einer Allianz von Judentum und Protestantismus anderseits abspielte.

Letztere haben - man muß es so sagen - gewonnen, auch durch das typische Versagen der Kirche in den USA, die die Argumente der Gegner immanentisierte, sich selbst zu eigen machte.  Die Rolle der Amerikaner im 2. Vatikanum wird dabei bis heute unterschätzt, und man muß fast davon ausgehen, daß nicht der "Rhein in den Tiber" (so eine bekannte Streitschrift der späten 1980er Jahre), sondern der "Mississippi in den Tiber" floß. Daß der CIA als Speerspitze einen gewaltigen Einfluß auf die Entscheidungen in Rom hatte ist unbestreitbar und belegt. Die Frage ist nur, wie weit er wirklich ging. Aber das ist hier eine sekundäre Frage.

Vielmehr zeigt der Vortragende, daß schon mit der Gründung der USA Ende des 18. Jahrhunderts ein klarer und in Gesetzen artikulierter antikatholischer Impetus die Gründerväter der USA beherrschte. Katholizismus wurde mit "Anti-Republikanismus", Anti-Demokratismus gleichgesetzt.  Das hatte auch mit der politischen Struktur Europas zu tun, wo Katholizismus und Monarchie weitgehend noch zusammenstimmte. Bis in die 1830er Jahre, in manchen Staaten (New York) sogar bis 1920, waren Katholiken von öffentlichen Ämtern per Gesetz ausgeschlossen.

Amerikas neue Bevölkerung rang um eine Selbstdefinition, und die war eindeutig: Protestantisch und weiß-anglo-sächsisch. Diese in sich enorm zerstrittenen protestantischen Bewegungen - die damit sogar die Grundlage für den Bürgerkrieg von 1861/65 bildete, der zuerst ein religiöser Konflikt war, der schon lange schwelte - fanden sich in einem gemeinsamen Nenner, und der war die "Jesuisierung" der Neu-Amerikaner. Sie sahen sich als von Gott zur Befreiung der Welt gerufene Menschen, die in der Eroberung des Westens eine göttliche Mission verfolgten. Die sich naturgemäß mehr und mehr auf die ganze Welt erstreckte.

Dabei stießen sie auf ein Hindernis, und das war das katholische Spanien bzw. das katholische Mexiko. Mehr und mehr breitete sich in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in den bereits bestehenden USA die Überzeugung heraus, daß Katholizismus und Republikanismus, der Geist der "Freiheit und Selbstbestimmung", Todfeinde waren. Mexiko wurde seit den 1830er Jahren zum Hort dieser Unfreiheit, und so bereitete man den Krieg 1842 bis 1846 vor, der für Mexiko desaströs ausging. Es verlor ein Drittel seines Territoriums, das an die USA fiel. Wyoming, New Mexico, Texas etc. wurden zu amerikanischen Gebieten.

In diesem Krieg (bzw. in den Jahren davor) kam es erstmals zu einer offenen Identifizierung von Anti-Amerikanismus (als Anti-Republikanismus) und Katholizismus (Mexiko) in der amerikanischen Öffentlichkeit. Die damals noch weit mehrheitlich protestantisch (angelsächsischer Prägung) war. Der Amerikaner sah sich auch so: Weiß, protestantisch und angelsächsisch. Wer das nicht war, war nicht amerikanisch, ja wurde zur Gefahr für das Selbstgefühl und sogar den Bestand der Amerikaner, die ihre Selbstbestimmung auf "Zukunft" ("futurologic") ausgerichtet sahen: Expansion, Befreiung des Kontinents (erst) und dann der ganzen Welt. Die sogenannte "amerikanische Identität" sah sich also immer schon in dieser Zukunftsspannung, in der die Gegenwart (tatsächlich anders als beim Katholiken) eine geringe, ja vernachlässigenswerte Bedeutung hat, weil alles auf ein besseres Morgen ausgerichtet ist. Amerika ist von Gründung an also eine Utopie.

Dabei spielte ein Motiv eine entscheidende Rolle, das bei sämtlichen protestantischen Revolutionen seit dem 15./16. Jahrhundert auch in Europa eine entscheidende Rolle gespielt hatte: Der Reichtum der Kirche. Weil die USA den Soldaten nur geringe Bezahlung geben konnte, versprach man auch im Konflikt mit Spanien das Recht auf Plünderung der Kirchenschätze. Wie in Europa wurden daraufhin die Kirche und Klöster der eroberten Territorien Mexikos geplündert und gebrandschatzt. Dabei machten die meisten Amerikaner über und in Mexiko die ersten Erfahrungen mit dem Katholischen. 

In einem Land, das mit einem hohen Anteil armer Landbevölkerung, die noch dazu eine völlig andere Mentalität hatten, natürlich deutlich unter dem amerikanischen Anspruch auf Wohlstand lebte. Mit noch einem Faktor: Diese Bevölkerung war weitgehend mestizisch (spanisch-mexikanisch), also "zu wenig weiß". Das stützte das Urteil, daß der Katholizismus den Ideen von Wohlstand und Freiheit entgegenstand. Katholizismus wurde als Quelle der Inferiorität und Fortschrittsfreude eines Landes definiert. Und es fand einen Identifikationsgegenstand: Mexiko.

Dazu kam eine neue Art der Animosität: Mehrere amerikanische Regimenter, die mehrheitlich deutsch-irisch besetzt waren, waren im Krieg mit Mexiko zu den Mexikanern übergelaufen, die ihnen Land versprochen hatten. Diese Nachrichten ließen zusätzlich die Zweifel wachsen, ob Katholiken generell loyal zu einem Gebilde wie den USA mit seiner "von der Vorsehung geschaffenen Sendung, die Welt zu verbessern" stehen würden. 

Insgesamt wurde Mexiko zum Beweis hochstilisiert was mit einer Kultur passiert, die katholisch geprägt ist.



Morgen Teil 2)





*160817*

Der Staat ist eine Familie, oder er ist nicht (2)

Teil 2) Hier gibt es einmal wirklich keine Alternative





Nun wird vielleicht deutlicher, warum es einen Staat auch nicht geben kann, wenn in ihm unterschiedliche Religionen gleiche oder gleichberechtigte Rollen spielen. Ihm würde das innere Organisationsprinzip fehlen, die Seele gewissermaßen, aus der er als Organismus lebt.  Als "Haus" verstanden wird begreifbar, daß so ein Haus zwar auch andere Elemente "in Toleranz" aufnehmen, aber niemals über eine Grenze hinaus, noch weniger aber: wenn diese Elemente (andere Religionen also) nach Einfluß auf die innere Struktur verlangen. Eine solche Staatsstruktur würde niemandem gerecht, und ihr würde sofort ihr inneres Lebensprinzip fehlen - die Organizität als familiales "Haus". Die Rechtssprechung würde kollabieren und zur immer weniger charakterisierbaren (also: anarchischen) Einzelfall-, Willkür- und Anlaßgesetzgebung zerfallen.

Die heute vielzitierte "Trennung von Religion/Kirche und Staat" ist ein Irrtum*, in den allermeisten Fällen leeres Gewäsch, in wenigen Fällen bewußte Täuschung, weil beides nicht getrennt werden kann. Vielmehr wird dieses Wort immer dann bemüht, wenn die wahren religiösen Bezüge unbekannt sind oder verschleiert werden sollen. Im Abendland wird diese Rede deshalb nur Instrument, um die Kirche und das Christentum zu verdrängen. Gerade die heute dominierenden politischen Vorhaben beweisen zudem das Gegenteil: heutige Politik ist so religiös motiviert wie vielleicht noch nie. Es ist nur eine andere Religion als das Christentum.

Auch Demokratien haben also nur dann eine Überlebenschance, wenn sie in Wahrheit auf dieser Grundordnung beruhen, sodaß für den normalen Menschen gar nie einsichtig werden KANN, warum er in der Lage sein soll, sich seine Führung "zu wählen". Er tut es nie, und wer das glaubt oder vorgibt zu glauben will entweder täuschen, um freie Bahn für egoistische Interessen zu haben, oder er spielt mit dem Feuer, weil er ohne dieses Wissen sehr rasch an die Grenzen des Staatsbestandes kommt.

Noch bis in die 1970er, 1980er Jahre war dies auch konkret und häufig erfahrbar, weil real vorhanden. Wenn auch unerkannt, unbewußt, und deshalb so leicht durch die sozialistischen Gesetze in diesen Jahren (die gezielt und zuerst die Axt an den Baum der Familie gerade "als Haus" legten, etwa indem sie die Stellung des Vaters schwächten, die Emanzipation förderten, die sexuelle Freizügigkeit protegierten) auszuhebeln. Die Folgen waren dramatisch: Staatszerfall. Jener Staats-zerfall, in dem wir heute leben, ohne uns dessen schon bewußt zu werden. Wir haben nur die Menetekel an der Wand vor Augen, die zu übertünchen wir versuchen. (Und das ist die charakterischeste Beschreibung heutiger Politik, leider auch der Oppositionspolitik.)

Wer damals schon lebte und erlebte hat gesehen, daß sämtliche Strukturen der Lebenswelt familiale Struktur hatten. In der jeder Mensch in Pflichten und Rechten, in Verbindlichkeiten und Freiheiten an einem Platz in der Ordnung stand, der selbst zu allen übrigen Plätzen in einer Ordnung stand, der man auch den Status einer "Hierarchie" zusprechen kann und muß. Selbst Unternehmen waren Familien, und der VdZ hat noch sehr präsent, daß die Unternehmen, die er erlebt hat, ihre Mitarbeiter waren Familienmitglieder (freilich abgestuften Grades) betrachtete und behandelte. Niemand wurde da nur nach Nutzen und "Leistung" beurteilt und behandelt, sondern sie waren zuerst einmal Familienmitglieder, die einerseits Verantwortung für das Ganze hatten, in ihrem Rahmen halt, anderseits sich der Verantwortung des Großverbandes, des Hauses ihnen gegenüber sicher sein konnten. Niemand darin war einfach "Kostenfaktor", sondern der Organismus (das Unternehmen, in dem Fall) lebte und prosperierte oder litt und starb im Ganzen. MIT allen seinen Gliedern. In guten wie in schlechten Zeiten, Gesundheit, Krankheit und Leid. Nur wenn das ganze Haus floriert, floriert auch jedes seiner Organe.

Dies alles war nur möglich, weil das ein Haus durchtragende Prinzip das der Ehe war, in der sich einer dem anderen zugeschrieben hatte, und zwar im Prinzip unlösbar und von allen Tugenden getragen, die eine Ehe ausmachen. Nicht einfach die Familie also ist das einen Staat tragende Prinzip, bei der es gar noch in unserer Hand läge, wie sie zu gestalten sei, sondern die innere Struktur der Verbindlichkeit, die als inneres Prinzip ein Volk konstituieren, das sich in einem Staat als lebendige, organische Großeinheit zusammenfaßt. Der dann zu anderen Staaten (mit demselben Strukturprinzip) in Beziehung steht (und das ist dann die Außenpolitik.) 

Wir sprechen hier nicht von Idealen, von Idealzuständen und Möglichkeiten, ohne die es auch ginge. Wir reden hier von Unumgänglichkeiten. Die Familie (die wir zum "Haus" erweitert haben) ist deshalb die einen Staat bildende und tragende Keimzelle, weil NUR sie die inneren Strukturen aus menschlichen Verbindlichkeiten schaffen kann, die dann auch Gründung und Bestand eines Staates ermöglichen. Dieses Prinzip ist wie das des Hauses "monarchisch", patriarchal und hierarchisch, ob einem das paßt oder nicht. Auch in den heutigen Demokratien, die deshalb heute viel zu tun haben, diese Tatsache zu verschleiern und sogar heute nur dort funktionieren, wo in ihrem tiefsten Untergrund eben diese patriarchale Struktur herrscht. Eine Gesellschaft, ein Staatsvolk, das das vergessen hat, ist nicht einfach auf dem Weg zur Auflösung - es IST bereits aufgelöst. Aber es gibt kein Vakuum der Macht von Staaten und Völkern. Es gibt nur ANDERE Völker, die an die Stelle des eigenen treten.





*Ein Irrtum, den leider die Kirche selbst in zwei großen Schüben in unsere Kultur getragen hat (die sie selbst aufgerichtet hat.) Zum einen im Ausgang des unseligen Investiturstreits des 11. Jhds., in dem die familiale Struktur des Staates entsakralisiert wurde. Das war der Beginn vom Ende. Die Langzeitfolgen haben wir heute in dem Niedergang zu tragen, den wir bereits erlebt haben und der unsere Gesellschaften, unser Kultur zur Wüste bereits gemacht hat (also nicht erst machen wird; es wird uns nur nicht so bewußt, weil noch so viel von unserer überkommenen Kultur "in der Gegend herumsteht". Aber keine Sorge, wir arbeiten auch daran schon sehr konzentriert. Es wird uns also bald bewußter werden.) Und zum anderen durch manche seltsamen Formulierungen kirchlicher Dekrete im mittleren 20. Jhd., die dem konkreten Desaster Tür und Tor geöffnet haben. Die letzten Grashalme werden eben in diesen Jahren ausgerissen. 

Alles, was dann später folgte - die unselige Trennung von Form und Inhalt, von Ding und Geist, von Sinn/logos und Fleisch, das Depravieren des Geistes in Ratio, Mathematik und Welt ohne Gott/logos - ist nur noch eine Folge der Säkularisierung der Weltstruktur. Als gäbe es eine solche (ohne Gott, ohne personalen Gott), hat sich unsere Kutlur spätestens ab dem 15. Jhd.  in eine gar nicht mögliche innere Spaltung gestürzt und sich im Technizismus zum Wahnsinn verurteilt, in dem wir heute tatsächlich leben. In dem die Menschheit gar nicht mehr in der Lage ist, die Welt überhaupt zu "denken", zu begreifen.






*100817*

Samstag, 9. September 2017

Der Samstag-Nachmittag-Film

Für den VdZ war das Berührende an "Nacht fiel über Gotenhafen", daß er seine Verwandten in diese dramatischen Fluchtgeschehen verwickelt wußte. Eine davon war dem Untergang der Wilhelm Gustloff überhaupt nur durch Zufall entgangen. Sie hatte ihren Sohn noch einer Freundin mitgegeben wollen, die den Landweg in den Westen wählte, diese aber in dem allgemeinen Durcheinander nicht mehr gefunden, und war dann prompt nicht mehr aufs überfüllte Schiff gelassen worden. 

Während aber die Generation des VdZ diese Geschehnisse noch durch Erzählung präsent hatte, stellt sich die bange Frage, was junge Menschen heute überhaupt noch erzählt bekommen, wenn sie die medialen Aufzeichnungen der Geschichten nicht mehr sehen und hören, zugleich aber den Vätern nicht mehr zuhören wollen. Worauf begründete aber ein Mensch sein Leben - wenn nicht auf Erzählung? Woraus kennte er, was ihn in Wirklichkeit bewegt?










*100817*

Der Staat ist eine Familie, oder er ist nicht (1)

Wer die Hand an die Familie legt, legt die Hand an den Staat. Wenn ab und an zu hören ist, daß die Familie die "Keimzelle des Staates" sei, so wird der Ernst dieser Aussage vor dem Hintergrund heutigen Familienverständnisses aber gar nicht bewußt. Denn sie klingt vielfach als wäre der Staat eben einfach die Ansammlung von Vati und Mutti mit ihrem Ernst und ihrer Helga. Nötigenfalls aber ginge es auch ohne sie, nötigenfalls kann der Staat auch schon mal ohne Familie auskommen. 

Das ist aber nicht der Fall, und was wir heute in unseren Ländern, ja im ganzen Westen erleben, ist die Folge davon. Denn wir erleben einen Staatsverfall. Wir erleben ihn, WEIL die Familie zerstört ist.  Aber nicht, weil die Summe der Familien zu klein geworden wäre. Sondern weil ihre organische Einheit zerstört wurde. Denn der Grund, warum die (auf der Ehe basierende) Familie die Keimzelle des Staates ist liegt darin, daß in einer Familie die Menschen in einer Weise geprägt werden, die aufs Große gesehen einen Staat ausmacht. Nur ein Gebilde, ein organisches Gebilde, das auf dieser familialen Ordnung beruht, kann überhaupt als Staat angesehen werden. 

Der Staat ist also etwas prinzipiell anderes, als seit der Aufklärung, seit dem Rationalismus der Renaissance durch die Sprachwelten geistert - eine Vereinbarung, ein "contract sociale". Er ist die über die immer größer werdenden familialen Bindungen entstehende, gewollte und geformte Großfamilie, die nur dann (!) überhaupt Bestand hat, wenn sie auch in ihrer inneren Struktur den Wesensgesetzen der Familie entsprechen.

Nun müssen wir dazu aber den Begriff "Familie" hinterfragen. Denn nach unserem heutigen Verständnis ist es eben Vati und Mutti mit ihren Kindern, allenfalls zählt noch Onkel Horst und die Leiben-Oma dazu. Letztlich aber werden alle diese Bestandteile als "autonome Kleinstzellen" verstanden. Was wir kaum noch erleben ist, daß diese Kleinstteile zueinander in einer Ordnung stehen, und nach einer Ordnung drängen, die sie alle umfaßt und an einen Ort stellt. Deshalb bevorzugt der VdZ seit langem den Begriff "Haus". Er macht deutlicher, daß der familiale Verband, die Verbindung (und hier klingt bereits die "Verbindlichkeit" mit an) von Menschen untereinander, nicht einfach durch die Zeugungsnähe definiert ist, sondern alle umfaßt, die zu diesem Haus, dieser geordneten Ansammlung von Menschen, in einer gegliederten, geordneten Verbindung stehen.

So, wie in einem geographisch definierbaren Raum (bzw. erst durch diese Beziehungen zum Raum gewordene Welt) alle Menschen zueinander in Verbindung stehen, ob sie das wissen und wissen wollen oder nicht, ist diese soziale Ordnung als "Haus" strukturiert. Die sich in ihre größte Spitze, den Staat, mit der entsprechenden Gliederung, fortsetzt und selbst wiederum aus "Familien" besteht, die auf eine Weise wieder (Unter-)Häuser bildete. Deshalb ist ein Staat nicht einfach eine Summe von Familien, sondern eine gegliederte Ordnung von Häusern, die er in einem Haus zusammenfaßt. Als personales Ordnungsprinzip, das deshalb immer von Menschen angeführt und "regiert" wurde, die nicht einfach auswählbar sind, sondern die schicksalhaft vorgegeben sind. Jedem. Niemand kann sich aussuchen, wo hinein er geboren wird. 

Und hier allerspätestens beginnt die tragende Rolle der Religion begreifbar zu werden. Denn das erste Grunderleben des Menschen (auch ganz konkret in der Entwicklung von der Empfängnis an zu beobachten und erfahren) ist das des Ortes innerhalb einer übermächtigen, ihm vorausliegenden Ordnung und Gliederung, die der konkreten Welt zugrunde liegt. Man muß nicht erst C. G. Jung bemühen, um zu wissen, daß dieses Erleben auch die Prägung des Gottesbildes bedeutet. Das wiederum in den Eltern seinen ersten Ansatz hat, in der Zueinanderordnung des Wortes (Vater) zum Fleisch, zur Materia (mater = Mutter).  Religion und Staat sind aus diesem Grund gar nicht auseinanderzureißen. Wenn das heute geglaubt und sogar verkündet wird, so ist es nur eine der weiterverbreiteten Verwirrungen. Es ist gar nicht möglich. So wie es nicht möglich ist, einen Staat in einem anderen Entwurf zu gestalten als dieser Grundstruktur (fast möchte man sagen:) des Kosmos. Wenn das den Menschen, die in Demokratien leben, vorgeredet wird so ist es eine plumpe (meist aber einfach nur dumme) Lüge und Täuschung.

Diese in  der Familie geprägte innere Struktur jedes Menschen (die sich mit der ontologischen Wahrheit spießt, oder ihr entspricht, und das hängt mit der Absolutheit der Wahrheit der Religion zusammen, die es nur im Christentum geben kann),  ist der dynamische Untergrund, aus dem auch der Mythos, die Erzählung als innere Charakteristik, als Baugeschehen einer geistigen Welt seine Struktur bezieht. Jener Mythos, auf dem erst ein Staat entstehen und bestehen kann. Und der immer nur auf eine Person bezogen sein kann, denn nur über bzw. als Personen werden auch solche dynamischen Strukturen in die Welt gesetzt. Es gibt eben keinen Staat, der nicht an einer Person hängt. Weil es keinen Staat gibt, der nicht die innere Wesensdynamik einer Familie hat.



Morgen Teil 2) Hier gibt es einmal wirklich keine Alternative




*100817*

Freitag, 8. September 2017

Wie man eine Industrie ruiniert

Ein sehr interessanter, die Thematik zusammenfassender Artikel findet sich in der Jungen Freiheit. Darin geht Michael Paulwitz der absurden politischen Forderung auf den Grund, die Dieselmotoren zu verbieten. Diese politische Forderung, die keinen sachlichen Grund hat, ist aber nur ein weiterer Akt einer systematischen Selbstbeschädigung, die das "Ökologie-Thema" unserer Wirtschaft zufügt. 

Zum einen nämlich baut die Stärke der deutschen Autoindustrie (die insgesamt fast 25 Millionen Menschen Brot gibt) auf ihren Verbrennungsmotoren auf. Diese sind technisch auf einem Stand, der weltweit führend ist, beziehungsweise das zumindest bis vor kurzem war. Die Erfolge sind offensichtlich, denn das "Abgasproblem" ist ein Scheinproblem. Die Luft in Deutschland ist weitgehend sauber, Smog in den Ballungsräumen ist unbekannt. Was mit "Feinstaubproblematik" medial hochgespielt wird ist eine statistische Fata Morgana, der jeder haltbare Beweis fehlt. Noch nie waren die Autoabgase aus deutschen Autos (und auch Dieselmotoren) so niedrig wie heute. Die angeblich "verfehlten" Abgasnormen sind lediglich politischer Utopie zuzuschreiben, in denen Deutschland eine protektionistische amerikanische Politik glattweg übernommen und zur eigenen Agenda gemacht hat.

Zum anderen wird mit immer absurderen politischen Forderungen, die über Förderungen auch die Nachfrage künstlich (also am realen Bedarf vorbei) steuern sollen, die Autoindustrie indirekt ihrer selbst beraubt, und mit der "ökologischen" Förderpolitik mehr und mehr vom Staat abhängig gemacht. Nicht mehr deutscher Erfindungsgeist wird deshalb über kurz oder lang diese Industrie durchdringen, sondern das Hören auf politische Forderungen, die man dann übernimmt. Die Erfolge liegen auf der Hand: Die von der Politik vorgeschriebene Technik - Elektroantrieb muß den Verbrennungsmotor ersetzen - hat bereits jetzt den Effekt, daß immer größere Anteile der in Deutschland verbauten Autoteile aus dem Ausland (China!) kommen.

Elektromotoren, Batterien werden fast überhaupt nicht in Deutschland produziert. Denn die deutsche Industrie hat nie auf diese unwirtschaftliche, ökologisch völlig sinnlose, ja sogar den politischen Vorgaben und Zielen gegenüber kontraproduktive Technik (Elektroautos ebenso wie die Stromproduktion der Energiewende sind ökologisch ein Desaster!) im Automobilwesen gesetzt. Unter den neuen, staatsdominierten Maßgaben aber reüssieren nun Länder und Produzenten, die sich überhaupt nie an einem wirklichen Markt, sondern einfach an den politisch bedrängten Gegebenheiten eines Scheinmarktes orientiert haben, der nur eine Kundenschichte kennt: Von der Politik gegängelte Unternehmen. China mußte und muß nur aufsammeln und ersatzweise bedienen, was die Politik hierzulande zerstört. Das hat sich bei der Solarwirtschaft exemplarisch abgespielt, es blüht nun auch der Autoindustrie.

Das ist der sicherste Weg um die Wettbewerbsfähigkeit auf den Weltmärkten zu verspielen. Das ist aber auch der sicherste Weg in die sozialistische Planwirtschaft, die keinen Markt mehr braucht, weil sie ohnehin von den Steuergeldern und ideologisch fehlgeleiteter, damit ihres Wertes beraubter Arbeit lebt.






*160817*

Bibliothek


Bild: Michaela Mahrhauser





*090817*

Donnerstag, 7. September 2017

Sozialsysteme & Geburtenrate. Ein sehr zu differenzierender Zusammenhang (2)

Teil 2) Was vor 130 Jahren begann ist irreversibel 
- Was sich sicher sagen läßt




Das, was wir heute als "demographische Katastrophe" in Deutschland bezeichnen, hat also bereits vor 130 Jahren begonnen. Seither wird von der demographischen Forschung (die es in Deutschland seit dem späten 18. Jahrhundert gibt) ein kontinuierlicher Rückgang der Geburtenraten festgestellt, der im Hitler-Deutschland nur eine Scheinblüte erlebte. Diese Entwicklung schreitet aber in Spiralform voran. Sie verläuft progressiv. Denn gehen einmal die Kinderzahlen zurück, tun das die Kinder dieser Kinder in exponentieller Wirkung. Sind keine 4. Kinder mehr da (die jeweils wieder vier Kinder in die Welt setzen), sondern nur noch 3., fällt die absolute Geburtenrate (und damit der Anteil der Jungen Generation an der Bevölkerung) fast um die Hälfte. Haben diese weiter weniger Kinder, verläuft diese Entwicklung ganz rapide. Das bleibt lange Zeit unbemerkt, weil in absoluten Zahlen die Bevölkerung ja weiterwächst, aber eines Tages taucht diese Entwicklung auf. 

Denn sie wird von einer Grundsatzentscheidung geprägt, und die ist der wahre Kern des Problems: Kinder werden immer mehr disponibel, werden Objekt subjektiver Willkür. Der sich dann mit dem sogenannten "Pillenknick" in den späten 1960er-Jahren nur Ausdruck verschaffte; die Pille selbst aber war nicht seine (primäre) Ursache. Sondern generell war der Wunsch nach mehr Kindern (als generelle Offenheit für Empfängnis, die nicht kleinbürgerlich zählt und rechnet) bereits verdunstet, wurde Sexualität zum Selbstzweck. Was immer darüber geredet wurde war nur noch Rationalisierung, Rechtfertigung eines bereits in der Neigung eines Volkes verankerten, bereits gefällten Entscheidung. Und zwar war es eine Entscheidung, die von den Geburtenjahrgängen der späten 1930er/frühen 1940er gefällt worden war, also - von den sogenannten "Babyboomern", den Kindern aus der kurzzeitig wieder höheren Geburtenraten PRO FRAU der Kriegs- und Nachkriegsjahre. Diese Kinder wiederum waren aber nicht willens, die unbedingte Offenheit für Nachwuchs zu pflegen. Sie wollten bereits weniger Kinder. Und es waren weniger, als jemals in der Geschichte Deutschlands, seit etwa 1880. Eine Geschichte die vor allem zeigt, daß die sozialistische Zielsetzung als Basis einer Gesellschaft zwangsläufig in deren Zerstörung mündet und ihrem eigenen Ansatz widerspricht weil diesen unmöglich macht.

Der Demograph Herwig Birg sagt deshalb einmal, daß die demographische Entwicklung in Deutschland zu diesem Zeitraum der Einführung eines Sozialversicherungssystems begann, und im Grunde  beziehungsweise kurz- oder mittelfristig heute irreversibel ist. Ihr katastrophisches Ausmaß aber hat nur einen Grund: Er liegt in der Unmöglichkeit, das soziale Umlageverfahren, den Generationenvertrag, auf dem jedes abstrakte Sozialsystem beruht, aufrechtzuhalten. 

Indem der in der Lebensweise erfahrbare, unbedingte und nur durch menschliche Beziehung und Solidarität gegebene Zusammenhang eines solchen Systems zerrissen wurde, ist er nicht mehr wiederherzustellen. Der heutige Mensch begreift sich bereits so als "Solitär", als Alleinstehender, Autonomer, der niemandem mehr etwas verdankt außer einem anonymen, abstrakten System, "dem Staat", daß es Generationen bräuchte, in denen sich dieser Zusammenhang (der ja auch jetzt besteht, nur wird er nicht mehr wirklich geglaubt!) in seinem realen Leben wieder artikulieren könnte. 

Und er würde es letztlich durch ... eine höhere Fertilität, durch die Offenheit der Eheleute für Kinder.

Der Zusammenhang zwischen Fertilität und sozialer Absicherung (in jeder Richtung: über Familiensolidarität hier, über anonyme Sozialnetze dort) ist weltweit auch tatsächlich evident. Während sonst gewiß viele Faktoren noch von Bedeutung sind, aber nicht exakt eingeschätzt werden können, kann es dieses Faktum sehr wohl.

Den Gegenbeweis liefern sämtliche Staaten Europas, ja der Welt. Denn die heute schon so internalisierte Reaktion, "soziale Probleme" (worunter auch die Demographie fällt) mit Geld und dem Ruf nach "Förderung" beseitigen zu wollen, ist eines ganz eindeutig nicht: Nachweisliche Stimulans für eine höhere Geburtenrate. Vielmehr sind die Ursachen vielfältig, liegen aber ganz sicher nicht einfach in "mehr Geld". Sondern brauchen eine Basis, die je nach gesellschaftlicher Situation eines Volkes oft völlig anders, ja m Einzelnen konträr (was hier scheinbar wirkt, tut es dort zum Gegenteil) aussehen kann und muß. 

Mit Sicherheit aber läßt sich sagen, daß Verwurzelung, ein System direkter, erfahrbarer wechselseitiger Gebrauchtheiten, und eine davon ausgehende existentielle Ruhe solche Bedingungen sind, die kein abstraktes Sozialsystem der Welt ersetzen kann, im Gegenteil: Diese zerstören sie sogar. Eines kann also mit absoluter Sicherheit gesagt werden: Wenn eine Politik meint, sie könne die Fertilität von Frauen dadurch "fördern", indem sie ihre Selbständigkeit stärkt, irrt sie nicht nur, sondern sie zerstört mit der einen Hand den Boden für das, was sie mit der anderen zu gießen vorgibt. Der Sozialpolitik insbesonders im Bereich "Familienförderung" muß also weithin, ja fast zur Gänze das Zeugnis ausgestellt werden, daß sie familienzerstörend wirkt, und damit ganz sicher keine demographische Wende bewirken wird. Aber ganz sicher sich selbst zerstört. Denn es gibt kein Sozialsystem innerhalb einer in keinem Erlebenszusammenhang stehenden, sich als Einheit empfindende, solidarische Gesellschaft.





*180817*

Was große Schicksalsgeschichte oft im Hintergrund hat

Und wieder VW. Mit einem Video das lohnt. Da besucht ein Sohn seine Mutter, die er seit zehn Jahren nicht mehr gesehen hat, und scheint sich sogar für ihre Lebensumstände zu interessieren. (Übrigens, großartig gespielt, das Interesse im Desinteresse.) Warum, fragt ihn die Mutter? Was ist passiert? Hat er Probleme mit seiner Freundin, braucht er Geld? Nein, es ist einfach der Spaß am ... Autofahren. 

Die Geschichte des Menschen ist voll von aus einem ganzen herausgelösten Teilinteressen und -begeisterungen. Wieviel an schicksalsschweren (großen) Taten wurde und wird nur deshalb begangen, weil sich der Tuende an einem Teil- und Werdevorgang begeistert. Hier besucht der Sohn die Mutter nur, weil er noch ein paar Kilometer fahren möchte. Der nächste große Krieg könnte nur deshalb beginnen, weil ein Verantwortlicher den Joy-Stick am Computer so liebt. Die Tiefen der Weltgeschichte sind oft, nein, meist erstaunlich flach. Dem Spieltrieb des Menschen weit mehr entsprungen, als tiefer Überlegung.

Nur heißt das noch nicht, daß die Tat selbst unwahr oder unecht ist. Die Dinge haben nicht nur immer ihre Dynamik, oft ist sie erst die Wahrheit selbst. Wer im Einzelnen richtig handelt trifft das große Gute des Ganzen meist am besten. Er kennt es nur nicht. Er riskiert es nur. Er spielt damit.

Der Leser möge das Filmchen bitte auf diesem Weg ansehen, über das Link. Das Video war nicht herunterladbar.






*090817*

Mittwoch, 6. September 2017

Sozialsysteme & Geburtenrate. Ein sehr zu differenzierender Zusammenhang (1)

Zwei Umstände springen bei der Betrachtung der demographischen Entwicklung (weltweit, aber hier speziell in deutschen Ländern) ins Auge. Da ist einmal ein offensichtlicher Zusammenhang zwischen dem Ausbaugrad eines staatlich organisierten Versicherungsstaates und der Geburtenrate. Denn anders als man meinen könnte, besteht nicht nur ein paradoxer Zusammenhang zwischen dem Anstieg des Wohlstands und einem damit einhergehenden Rückgang der Geburtenrate - Kinder sind also NICHT an höheres Einkommen gekoppelt, "damit man sie sich leisten kann", es verhält sich statistisch umgekehrt. Das alleine erklärt noch nicht demographische Entwicklungen! Der Rückgang der Geburtenrate hat vielmehr im späten 19. Jahrhundert in dem Moment eingesetzt, als die allgemeine Sozialversicherung eingeführt und zunehmend ausgebaut wurde. 

Aber auch das reicht noch nicht, um es zu verstehen. Denn anders als heute gemeint wird, hat es soziale Absicherung praktisch zu allen Zeiten gegeben. Das Hauptziel der sozialistischen Bestrebungen, soziale Absicherung einzuführen, war also keineswegs eine "soziale Absicherung", das war und ist eine Lüge. Selbst Mildtätigkeit ist eine Form der sozialen Absicherung, umso mehr aber gab es weithin sogar monetär organisierte Solidarnetze, die aber nur jeweils auf eine bestimmte Personengruppe erstreckten - eine Berufsgruppe (jede Gilde, jede Zunft etwa hatte soziale Absicherungsinstrumente), eine lokale Gesellschaft (jedes Dorf hatte soziale Versorgungsein-richtungen), ein Landstrich (durch landesherrliche Maßnahmen), oder die vielen auf ein Unternehmen beschränkten Versicherungs- und Sozialhilfeformen (noch heute gibt es in Österreich "Betriebsversicherungen", oft sogar nur als Solidargemeinschaft weniger hundert Mitglieder; der VdZ war selbst einige Zeit in einer solchen versichert). 

Aber alle diese Instrumente sozialer Absicherung hatten eine Eigenschaft: Sie waren nicht anonym! Sie waren vielmehr Ausdruck der Solidarität von Menschen, die einander mehr oder weniger kannten, die ähnliche Lebensumstände hatten, und füreinander einstanden. Dafür entrichteten sie auch nach Maßgabe ihrer Mittel Abgaben. Niemand sollte alleine bleiben, niemand sollte ohne Hilfe bleiben, wenn er sie in den Wechselfällen des Lebens benötigte. Und sogar für Randerscheinungen war ausreichend Platz. Siechenhäuser verweigerten auch "Nutzlosen" nicht den Platz. Die Rolle der Kirche und der Klöster - sowohl in direkter sozialer Tätigkeit wie in der Stärkung der sittlichen Ausrichtung und Solidarisierung der Menschen - kann da gar nicht genug gewürdigt werden.

Das begann sich erst dort und ab dem Zeitpunkt zu ändern, in hohem Maß ausgehend von England im 16. Jahrhundert ff., wo die Gesellschaften von kapitalistischen, rein auf Geldmaximierung orien-tierten Unternehmen und einem Staatswesen, das sich auf dieses Geld stützte, dominiert wurden. Hier war der Zusammenhang unter den Menschen aus verschiedensten Gründen zerrissen. Hier wurde aus einer Gesellschaft, die sich immer als Gemeinschaft verstanden hatte, "Masse" als zufällige Ansammlung Einzelner, die menschlich nichts mehr verbindlich einte, die sich zufällig bzw. durch Umstände gezwungen an ein und demselben Ort befanden. An England speziell läßt sich zeigen, wie über wenige Jahrzehnte (auf die Reformation folgend) aus einem Land allgemeinen Wohlstands (auch in sozialer Sicherheit) ein Land wurde, in dem immer größere Schichten ins Elend fielen (und eine der Ursachen von Elend ist Entsolidarisierung.) Eine Entwicklung, die in Deutschland erst ab dem 19. Jahrhundert einsetzte, aber nie in derartigem Ausmaß.

Das Hauptziel einer in die Allgemeinheit verlegten Sozialen Sicherung war aber nicht nur die verständliche Reaktion auf dieses Elend. Es war in seiner wahren Richtung vielmehr eine UNIVERSALISIERUNG dieser Absicherung, das heißt: Das Herausreißen des Einzelnen aus persönlichen Verbindlichkeiten und Beziehungen, denn diese waren NICHT MEHR ERLEBBAR NOTWENDIG*.

Wenn aber die Zusammenhänge zwischen der Quelle dieser Sicherheit und dem Nutzen für den Einzelnen nicht mehr nachvollziehbar (weil abstrakt, im Grunde hier sogar statistich-mathematisch) sind, zerreißt deren fester identitärer Halt, wird der Mensch jeder sozialen Eingebundenheiten entwurzelt. Dieses Ursache-Wirkungs-Verhältnis läßt sich im Deutschland ab den 1880er Jahren ablesen: Ab diesem Zeitpunkt begann die Fertilität der Frauen zu sinken. 


Morgen Teil 2) Was vor 130 Jahren begann ist irreversibel 
- Was sich sicher sagen läßt



*Nur die Folgen sind erlebbar, auch heute, ganz real und vollumfänglich. Aber man kennt die Ursachen nicht. Im abstrakten Umlageverfahren werden genau jene Erlebenselemente ausgeschaltet - und DIESE sind ja das politische Ziel der Linken - die die eine (schützende, aufbauende) Seite dessen sind, was als elementarer Zusammenhang in den Folgen vor allem dann erfahrbar wird, wenn er zerrissen ist.





*180817*

Der Versuch, Unverstehbares menschlich zu machen

Es ist der Schmerz angesichts einer Welt, die sich nicht mehr als Gerüst von Bindungen versteht, der das ruft: Verlaß mich nicht! Ne me quittes pas! Der Schmerz einer verlorenen Menschheit, der verboten ist, vom Vorausgang der Bindung zu sprechen, die diese Sprachwendung nicht mehr kennt, weil kennen darf und will, die meint eine neue Welt der Zwischenmenschlichkeit - "Beziehung" - konstruieren zu können. Wenn man bei Jacques Brels so berührender Interpretation weint, so ist es dieses Weinen um ein nicht mehr Verstandenes, weil der Verstand sogar sagt, man habe alles richtig gemacht - aber das Sein spricht anders. 

Der Nihilismus, den man dem französischen Chanson des 20. Jahrhunderts (mit Recht) vorwirft, ist ein Ruf der Hilflosigkeit. Ein nicht mehr zu artikulierender Schmerz. Ein Schmerz, der keine Lösung mehr kennt. Nur Schmerz blieb, der nicht beim Namen gerufen werden kann. Und insofern ein "document humaine" ist, das man aber zu lesen verstehen muß. Er ist der Versuch, das Menschliche in die Zerstörung durch die denkerische Ausweglosigkeit durch zu retten und vollendet damit den Bogen, den Descartes erstmals spannte. Er ist ohne Albert Camus gar nicht zu verstehen. Als Versuch, der Lüge doch noch das Menschliche zu entringen. Denn der Schmerz ist echt.

Aber es ist zu spät. Der Wahnsinn hat bereits zwei Generationen geprägt, und feiert heute fröhlichste Urstände. Wo die gesamte Jugend, mit den anstehenden Kindern, versucht, dem Unhaltbaren des immer und je Ungewissen eine Ästhetik (des Tragischen) abzugewinnen, was heißt: aufzudrücken. Das Fatale, ja Dämonische umzutaufen. Denn eines ist unveränderbar: Das Gute muß auch schön sein. Nur Schönes will der Mensch aber.

Gerade die Franzosen sind seit dem Wahnsinn von 1789 - kaum ein Volk Europas war je so mit dem Königtum verquickt wie die Franzosen - gezeichnet vom Versuch, dem Irrationalen, Unverstehbaren weil Falschen einen Sinn aufzudrücken. Das Chanson ist einer der Versuche. Sie haben die Ermordung ihres (gottgesandten, ihr Schicksal bestimmenden) Königs 1792 nie verwunden. Wie die Juden kämpfen sie seither mit dieser Erbschuld. Hier im beweisen, rechtfertigen sollenden Ablehnungsgestus der Übertreibung (wie im existentialistischen Nihilismus Sartres, in der verzweifelten Neudefinition der Natur einer Simone de Beauvoir), dort im extremen Royalismus. EB Lefebvre und seine Pius X - Bruderschaft ist die Entsprechung. Als versuchte Überwindung oder gar Sühnung des Vatermords eines Volkes. Darin dem Grundproblem der Juden so ähnlich.










*100817*

Dienstag, 5. September 2017

Auch hier tut Neubewertung not

Was immer man den Staaten und deren Finanzpolitik vorwerfen mag - die Reduktion des Zinses aus NULL (oder sogar Minus) ist KEIN Ausweis der wirtschaftlichen Impotenz oder politischen Verbrecherei. Es ist die natürliche Gegenreaktion gegen die jedem Gemeinwohl zuwiderhandelnden Prinzip des Zinses ÜBERHAUPT.  DAZU hat die Entwicklung der letzten Jahre, die versuchte Rettung der Währung, gezwungen. Und - sie hat nicht zufällig gezwungen. Der VdZ kommt also zu ziemlich anderen Schlüssen als Albrecht Glaser, so sehr er dessen Faktentreue schätzt, die im unten anstehenden Vortrag deutlich wird.

Was immer man Merkel und der deutschen Politik vorwerfen mag - aber die Zinsen NIEDRIG zu halten ist ganz sicher nicht darunter. Und die Gewinne für die Staatskassen daraus als "Schein" schlechtzureden schlichtweg Unsinn.  


Das Problem liegt eben ganz woanders. Das deutsche Volk ist nicht um hunderte Milliarden Zinsgewinn GEPRELLT worden oder wird es derzeit. So zu argumentieren ist verstörend dumm und kapitalistisch-populistisch. Als läge plötzlich im Zinsgeschäft die gerechtfertigte Anspruchslandschaft des Menschen. Als wäre das Ziel aller Tätigkeit Wucher! Mitnichten und -Neffen. Vielmehr hat die Krise des letzten Jahrzehnts vermutlich unbewußt zu einer seltsam kohärenten Nihilierung des Wuchersystems überhaupt geführt. Anzuklagen ist also höchstens eine Politik, die den Deutschen einreden wollte, daß über eingelegtes Geld und Zinsen tatsächlich Geld und Wert zu retten und zu sichern wäre! Das ist es nicht! Und das zeigt sich jetzt. Und darin liegt nicht das geringste Unrecht! Hier schüttelt ein Kontinent vielmehr eine Last ab, die sowieso niemals und zu keiner Epoche der Weltgeschichte zu tragen war.

Den Menschen aber einzureden, daß Zinsgewinn ein "Recht" sei, ist simple und bösartig-dumme Sozialistenrhetorik der 1970er, in der der Gedanke aufkam, Einkommen stünde in keinem Verhältnis zur Seinssituation. Was impliziert, daß Zinsen ein Anrecht seien, was impliziert, daß Zinsen eine berechtigte, erworbene Funktion der Arbeit seien. Nichts stimmt weniger. Die Umverteilung der Sozialisten, die Anfang der 1970er so richtig Fahrt aufnahm, in ganz Europa, war vielmehr von Anfang an eine ganz schwere Lüge. NIEMALS kann ein Mensch seine Existenz, sein Einkommen auf Zinsen aufbauen. Das zu tun ist immer schweres Unrecht, ja eine Todsünde. 

Den Leuten also einzureden, sie könnten über Geldanlage ihre Zukunft sichern, ihre Existenz garantieren, DAS IST DIE LÜGE. Nur Menschen und Arbeit können Werte schaffen und erhalten, Geld ist immer steril. Aber das paßt alles wunderbar in die Rhetorik, die den Wahnsinn der Lebensverweigerung - die sexuelle Befreiung als "Lebensweg", die Verhütung, die Abtreibung als reale Alternativen - sanktioniert. 

Und das ist erschütternd, dies in einer angeblichen "Oppositionsbewegung" wie der AfD ganz genau so wiederzufinden wie in dem höllischen irrigen Müll, den die übrigen Parteien immer schon abgesondert hat. Die deutsche politische Landschaft ist eben eine einzige Kloake. Und das hat ... mit ihrem Geburtsfehler zu tun, der etwas Irreales real zu regeln, als Reales zu behandeln versucht, wir haben darüber längst gehandelt.

Wenn die europäische Politik, die die deutsche offenbar bereits institutionalisiert-garantierte Unfähigkeit genau deshalb erfaßt: ein Machtvakuum ausfüllt, nun aber plötzlich (weil notgedrungen) auf NULL Zinsen zurückkommt, so ist es viel mehr ein Rückschritt zum Richtigen, weg vom Wahn der Wucherei als wertschaffenden Wirtschaftsfaktor. Man könnte es fast hegelianisch mit "List der Vernunft" bezeichne, die letztlich nie überwunden werden kann. 

Damit ist die Sache zwar lange noch nicht in allen Aspekten abgehandelt, aber das ist der Ärmel, über den die Jacke einmal beschlafen werden muß. Der Niedrigzins, der die Konsequenz aus dem Euro-Raum auch für die schwächeren Staaten war, war somit auch ein Kampf gegen das Welt-Wuchertum. 

Nein, auch hier müssen viele Dinge endlich neu gedacht werden. Sie stimmen hinten und vorne nicht, es mischt sich auch hier Dummheit und Ahnungslosigkeit mit erstaunlich richtiger Konsequenz, die aus der ultimo ratio der Rettungsversuche des Falschen erfolgte. Wie sagte Goethe im Faust? "Ich bin der Geist der stets verneint, der Böses will, und Gutes schafft."

Noch etwas wird aber klar: Über die Euro-EZM-Haftungsunion (Merkel vorzuwerfen, sie haben gelogen übersteigt die Realität gewaltig: Diese Frau hat das nicht einmal gewußt, jede Wette: die ist so dumm wie es aussieht!) hat sich Deutschland durch eine verbrecherisch-narzißtisch betroppte Kanzlerin in eine militärische Zukunftsoption manövriert, die einen schaudern macht. Denn sie belädt zukünftige deutsche Politik mit einer Kriegspotenz, die als unausbleibliche Rechnung für eine derartig verantwortungslose Politik betrachtet werden wird müssen. Die deutschen Länder werden also in jedem Fall über Jahrzehnte, wenn nicht länger, den Dreck aufräumen müssen. Wer mit Verstand Deutschland betrachtet kann nur Verachtung für ein System empfinden, das solche Menschen an ihre Spitze bringt - und dann noch gutheißt.

Man könnte also die derzeitige Negativ-Zins-Politik als das betrachten, was sie ist: Der Staat holt sich zurück, was in den 1970ern ungerechtfertigt verteilt wurde. Geld, das der Staat sowieso nie hatte! Aber diese Wahrheit, diese völlig logische Gegenbewegung - denn dieses Geld, das da verteilt wurde, war nie da! es wurde nur gedruckt! - traut sich niemand zu formulieren. Wobei der derzeitige Korrektureffekt natürlich oft die Falschen trifft, weil nur von der echten Substanz getragen werden kann, aber das ist ein anderes Problem. Eines, das noch mehr deprimiert, aber lassen wir das.

Zu den am Anfang dieses Vortrags berichteten Zahlen und Fakten aus der Verbrechensstatistik - die wie jede Statistik sehr aussagekräftig ist, wenn sie denn die richtigen Fragen stellt, nach denen sie dann das "empirische Material" sondiert - ist nicht viel zu sagen. Außer, daß man ganz offen sagen muß: Die Zuwanderer der letzten Jahre kommen ganz bewußt mit der Absicht, unsere Länder zu bestehlen, zu berauben, und auszuplündern. Fast möchte man hinzufügen: und zu vergewaltigen. Mehr gibt es dazu gar nicht zu sagen. 

Wer etwas anderes sagt muß unter den Verdacht der Verbrechensbegünstigung gestellt und der Mittäterschaft bezichtigt werden. Der Verbrechensanteil unter diesen Zuwanderern ist realistisch betrachtet dermaßen hoch, daß einem der Atem stockt und man sich fragt, was muß eine Politik, was muß Gutmenschen dazu bewegen, das sogar herauszufordern.

Was dazu herausfordert? Es ist ein Proxy-War, ein Stellvertreterkrieg. Hier führen vom Sein, aus der Vorsehung, aus Gott Ausgestoßene - die Gutmenschen, sie sind solche - hier führen die mit Schuld Beladenen, die keinen Weg zur Schuldbewältigung finden, einen Krieg gegen ihre ontologische Eingebettetheit. Hier führen Gutmenschen einen realen Krieg gegen die anderen, die sie bestrafen, die sie knechten, die sie berauben wollen, ohne dazu persönlich den Mut zu finden. Hier toben Perverse ihre perversen Motive aus. Die Aussagen daraus über den Zustand unserer Gesellschaften sind evident. Ihre Bewertung ist eine andere Frage. Denn der VdZ neigt mehr und mehr zu einem Gedanken, der diese Gutmenschenmischpoke als in Wahrheit eigentliche Opfer des Kapitalismus sehen könnte. Deren Haß auf die Heimat und Heimatgesellschaft einen tief wahren Charakter hat.

Aber jetzt kommt's: Wo die sogenannte Opposition, die sich um die Wahrung der "eigenen Kultur" Sorgen macht, meint, diese sei eine Folgeerscheinung, ja Bedingung der Säkularität unserer Gesellschaft (bzw. Kultur), legt einen Offenbarungseid ab. Diese Menschen werden es deshalb nicht sein, die unsere Kultur verteidigen oder bewahren. Sie verteidigen oder bewahren vielmehr das, was unsere Kultur ohnehin bereits so ausgehöhlt und letztlich bereits zerstört hat. Denn diese Kultur bringt offenbar nur noch Verteidiger hervor, die ihre Selbstzerstörung rechtfertigen, ja festigen und zum Gut erklären wollen. 

Wenn hier also dazu aufgerufen wird, "Europa" (als christliches Abendland) zu verteidigen, so muß ganz einfach gesagt werden: DIESE WOLLEN ES SELBST NICHT. Sie wollen etwas verteidigt wissen, das sie selbst weder kennen, noch wirklich verteidigen wollen. Auch in dieser Opposition wird nur wild und irrational um sich geschlagen.








*170817*

Nur als Archetyp sichtbar

Es tut dem VdZ leid. Aber er hat wieder einmal die (weltweit) aktuellsten Werbefilmchen durchgesehen, und unter den wenigen, die einen Kommentar lohnen, sind wieder einige VW Videos. Es ist allmählich erschütternd, wie sogar das schöpferische Potential in der Werbung versiegt ist. Aber woran sich hier so gut anknüpfen läßt ist das Prinzip der Bewegung. Und das ist der Tanz. Das ist jenes archaische Beziehungsbild, das sich in Tanzfiguren (im klassischen Ballett so hervorragend geborgen) darstellt. Und hier die Werbeaussage fast ins Unsagbare, aber genau darin so Erfaßbare schiebt. Denn das Wirkliche ist immer unsichtbar. Aber nur und genau darin - als Idee, als Bewegungsbild, als Archetyp - sichtbar.








*090817*

Montag, 4. September 2017

Internationaler Handel heißt: Internationaler Krieg

Man könnte sich fragen, was die USA motiviert, Venezuela als Fall der systemischen Verletzung der Menschenrechte anzuklagen, und neuerdings sogar mit Krieg zu drohen. Nur völlig Naive können das glauben. Den USA geht es vielmehr um etwas anders. Es zeigt sich beispielhaft, was hier längst dargelegt wurde, daß Handels- und Wirtschaftsinteressen eines Landes im internationalen Warenaustausch keineswegs friedbringende Wege der Völker sind, sondern im Gegenteil: Jedes Wirtschaftsinteresse von Bürgern eines Landes werden automatisch, ja sind, Angelegenheiten des Staates. Und sie sind deshalb der Boden für militärische Konflikte. Denn wann muß ein Staat mehr als die Interessen seiner Bürger schützen?

Damit ziehen wir sofort den Bogen zur Globalisierung. Nur die Backgammongruppe eines Irrenhauses in Wien Kalksburg kann glauben, daß die Verstärkung des internationalen Warenaustausches Frieden bringe. Sie verstärkt zum Gegenteil die militärischen Konfliktpotentiale. Wenn ein Staat seine Bürger zu internationalem Handel und Warenaustausch ermutigt, wie es derzeit überall passiert, dann handelt er in dem Moment fahrlässig und im besten Fall katastrophal naiv, wo er nicht in der Lage ist, die Interessen seiner Bürger im Ernstfall zu schützen, und das auch und sogar vor allem militärisch, und sie es durch Wirtschaftskrieg (wie die Schweiz, die dieses Potential hat. Von österreichischen Politikern beziehungsweise österreichischer Politik kann man also entsprechend nichts halten, sie sind verantwortungslose Idioten, das war's. Sie glaubt, Politik ohne Macht betreiben zu können.) 

Genau das zeichnet sich am Welthorizont ab. Denn die großen Länder wissen darum. Dafür kann man sie nicht tadeln. Die USA, China - sie wissen, daß Wirtschaftsinteressen nur umgewandelte militärische Interessen sind. Entsprechend bauen sie ihre Militärpräsenz aus, oft sogar VOR wirtschaftlichen Aktivitäten. Was also die USA macht, ist bestenfalls "heuchlerisch". Aber wer nimmt das von großen Mächten nicht an? Es ist logisch, es liegt in der Logik eines Staates! An das Märchen von Friedenspolitik durch Wirtschaftsliberalität glauben ohnehin nur europäische Blau-blitzer, die EU bietet da keinen Ausweg, selbst wenn sie NATO heißt, sie kann dies nicht garantieren. Und die großen Mächte (pardon: "Handelspartner") der Welt nehmen dieses Geschenk dankbar an.* Und nur Blaublitzer können überrascht über die Nachrichten sein, daß China seine globale Militärpräsenz mächtig ausbaut. (Der VdZ hat es schon vor Jahren hier angekündigt.) 

Das trifft speziell dann zu, wenn mit internationalem Wirtschaftsaustausch auch Kapitalaustausch verbunden ist. Also Investitionen in einem fremden Land. Deshalb ist die Globalisierung auch der sicherste Weg in einen unabsehbar ausufernden internationalen Krieg.

Verzichtet ein Staat auf diese Entsprechung - wirtschaftliche Interessen seiner Bürger und militärische beziehungsweise exekutive Potenz - so zielt er nämlich bewußt darauf ab, daß seine Bürger seine politische Impotenz auch konkret bezahlen, durch ihr Vermögen. Dumm also die Bürger, die das ignorieren. Verbrecherisch die Politiker, die ihre Bevölkerung darauf angewiesen machen, obwohl sie das dem entsprechend militärische Gewicht nicht herstellen können. 

Der Propagandaapparat, der diese Absurdität zu verkaufen vermag, muß enorm sein. Die Folgen sind es ebenso. Die UNO oder ähnliche Organisationen stehen wie zu erwarten und wie oft bewiesen ja letztlich immer unter dem Diktat dieser Mächtekonstellationen. Es wäre unverantwortlich für eine Staatsmacht, dies nicht zu sehen. Es ist deshalb naiv von kleinen Staaten, dies zu ignorieren und an "höhere Moral" oder gar den Mythos der "demokratischen Entscheidung = richtige Entscheidung" zu glauben. 

Die USA demonstrieren es derzeit.





*Das war der Fehler Bismarcks, das war das Verhängnis Deutschlands vor 1914: Es hatte durch Auslandsinvestitionen und -verflechtungen eine internationale Wirtschaftspotenz aufgebaut, die militärisch zu schützen es nicht in der Lage war. Das gibt dem Ruf Wilhelms II. sogar eine gewisse Berechtigung, als er aufrief, Deutschland müsse Seemacht werden. Nur - das konnte es gar nicht.






*140817*

England


Bild: Michaela Mahrhauser




*090817*

Sonntag, 3. September 2017

Ist die Vatikandiplomatie nur naiv oder bösartig?

Woran hat sich die Kritik an der päpstlichen Diplomatie im Falle Venezuelas denn nun entzündet? Der Venezueler Carlos A. Casanova faßt es auf OnePeterFive noch einmal zusammen: Im April 2014 hatten die Venezolanischen Bischöfe in einer gemeinsamen Stellungnahme ihre Stimme erhoben und gegen den von Präsident Nicolas Maduro (Sozialisten) eingeschlagenen Weg heftig protestiert. Er führe das Land in den Totalitarismus. Ein Weg, der mittlerweile bereits weit gediehen ist und durch eine Volksabstimmung legitimiert wurde. 

Die mit "acht Millionen Stimmen Zustimmung" heuer tatsächlich weit mehr Stimmen FÜR das Regime brachte, als überhaupt zu den Urnen gegangen waren, denn das Referendum wurde weitgehend von der Bevölkerung boykottiert. Es läßt sich durch Videoaufnahmen beweisen, daß viele Abstimmungslokale bei diesem Verfassungsreferendum weitgehend oder sogar völlig leer geblieben waren.

Das war absehbar, und wurde auch so vorhergesagt: daß diese Abstimmung in jedem Fall eine Farce ist und weitgehend boykottiert wurde, weil die Lösung, über die abzustimmen war, in jedem Fall dem Totalitarismus alle Wege bereitet, ja ihn beschließt. Es ist der Weg in den totalitären Kommunismus, den schon Maduros Vorgänger Chavez eingeleitet (und damit das alleine durch das Öl reiche Land in den Bankrott geführt) hatte. Trotzdem wurde dieser Weg nun "mit überwältigender Mehrheit angenommen"?

Völlig überraschend, und als schallende Ohrfeige gegen die lokalen Bischöfe, hatte aber 2014 der Nuntius des Vatikan, Erzbischof Aldo Giordano, kurz nach der Stellungnahme der Bischöfe (die auf der Seite der Bevölkerung stehen) eben diese "Lösung" des Präsidenten gelobt. Und zugleich die Katholiken aufgefordert, jeden Widerstand aufzugeben und dieses "Dialogangebot" (weil kein Dialogangebot) auszuschlagen. Gewaltsamer Widerstand sei nämlich in jedem Fall zu verwerfen und sündig.

Das hatte auf die Bevölkerung wie eine Verhöhnung gewirkt. Denn trotz der größten Öllagerstätten der Welt, ist das Land völlig am Boden. Die Bevölkerung hungert mittlerweile, und zwar wirklich, und das durch das direkte Verschulden der Politik, die Land und Leute unterdrückt. Es ist aber gute katholische Lehre, daß gewaltsamer Widerstand gegen einen politischen Tyrannen gerechtfertigt ist! Genau dieses Naturrecht wurde so dargestellt, als sei es gegen das Gemeinwohl. Während sich beim Präsidenten offenbar niemand fragt, ob ihn dieses Gemeinwohl überhaupt schert. Denn der Kommunismus ist niemals ein Weg des Gemeinwohls! Heute wird das Land aber sogar von Kuba kontrolliert.

Kommunismus ist in sich schlecht. Er ist in sich (intrinsisch) gegen das Gemeinwohl gerichtet. Ihn als "gangbaren Weg" zu bezeichnen, der geeignet sei "Frieden" zu bringen, ist blanke Verhöhnung einer Bevölkerung. Wie also kann ein Vatikanvertreter einen "Weg des friedlichen Dialogs" vorschlagen, wo doch völlig klar ist, daß es einen solchen gar nicht geben kann, weil doch gerade einem Vertreter der katholischen Kirche (und ihrer Soziallehre) klar sein muß, daß totalitäre Systeme NIEMALS einen Weg des "Dialogs" gehen wollen und können? Der Vorschlag des Vatikan wirkt also - gegen den Willen der Bevölkerung noch dazu, das endlich ein Ende des Elends, das Freiheit verlangt - wie blanker Hohn und Beihilfe für ein kommunistisches Regime, indem der Vatikan scheinbar dafür Sorge tragen möchte, daß die Kritiker des Systems neutralisiert und kaltgestellt werden sollen. Wie es sogar seit Chavez auf gar unverschämte Weise ganz offen und mit Mord und Unterdrückung passiert war.

Trotzdem hatte der Vatikan nun die Chuzpe, die schwer darbende, unterdrückte, hungernde Bevölkerung zu einem "friedlichen Dialog" und zur Teilnahme an der Abstimmung aufgerufen, und dann sogar noch gewaltsamen Widerstand als unmoralisch erklärt? Fordert "alle" auf, die menschliche Würde und die Verfassung zu respektieren, so als hätte auch die Bevölkerung Unrecht? Bisher hat nur die linke Regierung diese Würde und die Menschenrechte verletzt, und zwar unausgesetzt seit vielen Jahren. 

Fast dasselbe läßt sich über das Nachbarland Kolumbien sagen, die Lage dort ist genauso klar. Dort hat sich die vatikanische Diplomatie sogar dafür ausgesprochen, die linke Terrorbewegung FARC (die man mit der SS Hitlers vergleichen kann, auch hier dient sie der Regierung als Unterdrückungsinstrument) in die Regierung zu holen, die sich vom Drogenhandel und Erpressung der Bevölkerung (unter Terrorandrohung) finanziert. Die Bevölkerung soll also ihre brutalen Unterdrücker als "Gesprächspartner" akzeptieren, denn sonst wäre sie gegen das Gemeinwohl? Soll zur Verfassungsänderung zustimmen, weil angeblich eine Zukunft Kolumbiens nur auf dem Boden einer "Versöhnung aller Seiten" stattfinden könne, die zu stärken der Papst das Land sogar in Kürze offiziell besuchen wird? Soll also die Bevölkerung etwa auch zu den radikalen Genderplänen der Linken zustimmen, nur um den Frieden zu wahren?

Wenn mancherorts zu hören ist, daß die (überwältigend mehrheitlich katholischen) Bevölkerungen dieser beiden Länder eine tiefe Kluft zur Kirche sieht, kann einen das nicht verwundern. Zur Kirche? Nein, die erleben die Menschen auch heute als ihre Verbündeten. Vielmehr ist es eine Kluft zum Papst, der diese linken Regime unter seltsamen rhetorischen Floskeln (von denen man nur hoffen kann, daß sie der Naivität zuzuschreiben sind, nicht wirklicher Absicht) auch noch zu stützen scheint.


*110817*

Brief an Y

Nachstehender Brief wird auf bestimmte Bitte hin hiermit veröffentlicht.
Liebe Y!
Die Abkühlung des Wetters ist nun auch in Ungarn angekommen. Zwar hält sich der Regen in Grenzen, aber es ist bewölkt, und ein Lüftlein weht. Man sagt, daß Sopron sowieso ein Windloch sei, ich habe davon allerdings noch nicht viel festgestellt, mir schien bisher alles normal. Immerhin sollte ja Wind dafür sorgen, daß sich ein Ort nicht zu sehr aufheizt. Daß ich in den letzten Tagen wieder besser schlafen kann, hat wohl mit dem Wettersturz zu tun. Ich bin froh, daß es kühler ist. Auch wenn ich die Sonne sehr mag, das Warme sehr mag, bin ich immer schon gegen Kälte unempfindlicher als gegen Hitze und mag die Klarheit, die in der Kälte liegt. Eines meiner liebsten Bilder ist, wie ich am Meer stehe und der Wind mir um die Ohren pfeift. Deshalb habe ich früher vor allem England und Irland sehr gemocht.  

Insgesamt aber fühle ich mich noch sehr schwach, und die Notwendigkeit, diese Woche nach Wien zu fahren - ich muß zum Arzt, mir für die kommenden Kur-Wochen noch fehlende Medikamente zu holen (in Eisenstadt sind ja zwei neue dazugekommen) - macht mich nicht gerade froh. Ich werde mir den ganzen Tag dafür Zeit nehmen, und nichts sonst einplanen wie üblich.
Diese Müdigkeit wirkt sich natürlich auf meine Arbeit aus. Es fällt mir schwer, klare Gedanken zu fassen, und das Schreiben ist derzeit mehr als sonst ein System der Schienen, die ich treibend verfolge, denen ich ziellos nachgehe, in der Hoffnung, daß sie meine Gedanken an einen fruchtbaren Punkt bringen. An sich ist das jene Methode, mit der ich vor vielen Jahren begann, aus dem Traum (der ja oft genug ein Alptraum war) aufzuwachen. Momentan freilich gefragt würde ich ängstlich sagen, daß ich nirgendwo gelandet bin. Erst im Tun stelle ich immer wieder fest, daß ich recht klar im Kopf bin, auch wenn ich es nicht so diagnostiziere. In jenem Kopf, der meinem bewußten Kopf zugrundeliegt, der nur sichtbar wird, wenn er sich betätigt.

Das habe ich auch gestern festgestellt, als ich einige Videobeiträge von [MS] (Identitäre) sah bzw. Beiträge las. Da stellte ich fest, daß ich mich immer deutlicher von den Rechten absetze, weil ich immer klarer sehe, daß sie einen schweren Defekt im Denken haben. Nahezu alle. Das drückt sich darin aus, daß kaum jemand in dieser ganzen Szene einen metaphysisch durchdachten, damit eigentlich religiösen Standpunkt einnimmt. Damit setzt nahezu die gesamte Rechte, die sich derzeit an bestimmten Themen (in denen sie zweifellos Recht hat) aufbaut, die sie wieder und wieder spielt (v. a. Migration, dann noch ein wenig Gender, dies, das), ohne daß sich etwas veränderte, argumentativ weiterentwickelte, auf ein falsches Pferd. Man könnte deshalb den Eindruck gewinnen, daß sich innerhalb der Rechten deutlich linke Positionen ebenso finden, und alle meinen, es wäre hilfreich weil dasselbe. Dieser Pragmatismus ist verstörend.
Noch dazu tauchen aber Schreckens- oder Feindbilder auf, Quellen der Angst und falsche politische Ziele, weil man aus besagtem Grund die faktischen Dinge in ihrer Relevanz falsch und damit überbewertet. Das passiert etwa in der Einschätzung der Künstlichen Intelligenz als Instrument der Menschheitsbeeinflussung, der Möglichkeiten der digitalen Überwachung und Gängelung, aber auch in der Bewertung des Islam, des Terrors, etc. Alles wirkt auf mich äußerst verworren und verwirrend, und die theoretische Diskussion, wie ich sie etwa auf "Sezession" verfolge, wirkt auf mich wie ein Glasperlenspiel der rhetorischen Schnörkel und Spielereien. Die Wirklichkeit aber kriegen sie nicht zu fassen.

Weit mehr als so manches andere irritiert mich die Unbedarftheit, mit der man hier digitale Medien verwendet und einsetzt. Als glaubte man tatsächlich, daß dies die Ebene sei, auf der politisch zu handeln sei. Aber es ist nur die zweitwirkliche Ebene, die eines Bewußtseins, das eigentlich eine Scheinwelt ist, die aber als Quintessenz allen politischen Handelns und Denkens gesehen wird, als Ebene der Entscheidungen. Die Frage nach dem, was sich aber wirklich bewegt, die nach den "Fleischbergen", die im Meer der Worte treiben, und die so ganz andere Sprache enthalten, wird nie gestellt. 


Das Irrationale, das der Identitären Bewegung deshalb anheftet (die von den Rechten derzeit sehr bewundert wird, nachdem sie diese Aktion mit einem Schiff im Mittelmeer gestartet haben), sehe ich als Reaktion auf eine grundsätzliche Orientierungslosigkeit. Also tut man "irgendetwas", das "in der Richtung liegt", aber wirklich geistig durchdrungen, in reifes Handeln von Erwachsenheit übergeführt, ist da gar nichts. Eigentlich ist das alles eine riesige PR-Aktion, die für manche Figuren ([MS] etwa) ein Image aufbaut, das sie für spätere politische Rollen markiert. Aber dazu müßten sie Väter werden. [MS] (und seine Kumpane) scheinen mir nicht in diese Richtung zu gehen. [MS] ist ja schon an die 30, oder älter. Wann will der jemals erwachsen, Vater werden? Nur Väter aber dürften politisch tragende Rollen übertragen bekommen.
Und das hat mit dem falschen Ansatz zu tun. Sie sind nicht "berufen", das ist das Problem, sie haben sich selbst gerufen, und schieben die Rechtfertigung auf Thesen der Art, als sie plötzlich den normalen Bürger zum Träger politischen Handelns erklären. Ein Unsinn. Hier stehen also Entwurzelte Entwurzelten gegenüber, denn die Pseudologie ist eine Entwurzelung. Es fehlt an einer großen Vaterfigur. Denn jede Führung, jede Veränderung deshalb (ich habe wieder und wieder in meinem Leben die Erfahrung gemacht, daß sich Veränderungen NIE von unten, sondern immer nur von oben implementieren lassen) ist eine Frage der Gestalt, der Person, der Form, die zu integrieren vermag. Dies auf "intellektuelle Aufklärung" aufbauen zu wollen ist im Grunde sogar eine Lüge.

Ich habe mir auch immer wieder den Kopf darüber zerbrochen, was in meiner Gestalt enthalten sein muß, weil sich ein so großer Teil der Österreicher so stark damit identifizieren kann, wie alle Markterhebungen ergeben. [Anm.: Der VdZ ist seit etlichen Jahren durch seine schauspielerische Tätigkeit im Rahmen einer Werbekampagne in Österreich sehr populär. Das heißt: Sein Gesicht, seine Gestalt, seine Art und der darin gespielte Charakter.] In Eisenstadt [Anm. Der VdZ verbrachte im Zuge einer medizinischen Behandlung dort Ende Juli einige Tage] habe ich vor allem wieder das festgestellt: Sie sehen mich (sobald sie mich real sehen) als "einen der ihren", ja als "Ihren Repräsentanten", hausverständig, handfest, durchaus patriarchal, aber doch milde, mit Schwächen die ihnen vertraut sind, aber immer mit einem liebevollen Augenzwinkern. Im Grunde würde es so gehen, würde ich das nicht völlig ablehnen: Da ist eine Figur, eine Gestalt, und dann erhebt die auch noch das Wort. So entstehen substantielle Volks-Leitfiguren. Eine ideale Film-Serien-Figur, übrigens.

Das Interessante dabei aber ist, wie solche Figuren ein Volk beeinflussen, ihren Sprachraum durchlichten. Ohne daß es als direkter Akt feststellbar wäre. Ich denke da etwa an die Figur des "Mundl" vor dreißig Jahren, einer damals ungemein populären TV-Serie mit Karl Merkatz als Hauptfigur. Freilich war sie "zu tief" angesetzt, deshalb hat sie sich nicht weiterentwickeln können. Aber diese Figur hat damals enorm tief in die Volksseele hineingewirkt. 

Wirken von Gestalt zu Gestalt - das ist nicht nur das Wesen der Welt, das ist auch das Wesen des Politischen, wie es in der Figur eines Königs oder Kaisers eben da war. In ihr bündeln sich alle wesentlichen Volkseigenschaften, und damit ist ihr das Szepter des Handelns in die Hand gedrückt. 
Die Debatten-Politik wirkt dagegen wie ein hysterisches Vorgärtlein, das darauf pocht, der eigentliche Baugrund zu sein, auf dem das Haus steht. Das wahre Volk will durch Gestalten (meinetwegen sind es auch "Vorbilder") geführt sein, ruhig und selbstverständlich. Denn so will es leben, das ist ihm das Ideal des guten Lebens. Den Rest sieht ein Volk immer als Aktion der Jugend. Nett, aber nicht wirklich relevant. (Das ist das "Geheimnis" um Merkel, der diese Konstellation durch ihre intrigante Unfähigkeit zugefallen ist.)

Deshalb ist auch die Entstehung solcher Figuren ein Akt der Gnade, des Wirkens Gottes - oder der Dämonie, der Verführung. Das kann niemand machen, das kann niemand vorherberechnen, das kann man nur "ahnen", als "so ist es" feststellen. 

Von einer Politik, die meint, kräftig herumrühren zu müssen, halte ich nichts. Sie widerspricht auch aller meiner Erfahrung im Umgang mit Apparaten, Organismen, Organisationen. Ich habe gerade in St. Pölten etwa [Anm. Der VdZ war dort vor 25 Jahren drei Jahre als Diözesansekretär tätig, ehe er von Bischof Krenn in allgemeinem Konsens gekündigt wurde; er sei zu rechts, zu konservativ, zu widerständig ...] festgestellt, daß sich das Große dadurch ändert, daß man es im Kleinen ändert. Und das heißt im Wesentlichen: im Kleinen, Unscheinbaren, Leisen Grundsätzen treu bleibt, die dann auf geheimnisvolle Weise das Große zu durchwirken beginnen. Von dem die großen Schwebeköpfe gerne meinen, das lohne  nicht, es gehe doch um viel Größeres, ja ums Ganze. So sehe ich es auch in der Hl. Schrift. 
Nichts halte ich aber von denjenigen, die mit großen Programmen und Konzepten beginnen, und über diese streiten, weil es angeblich darum gehe. Ja, tut es letztlich, aber nicht als "direktes Ziel".Das Große ist dem Kleinen immanent. Ist erst, ja nur dem Konkreten immanent. Rosmini schreibt einmal sehr richtig: Das große Übel des 19. Jhds. war, daß man begann, geistige Dinge zu verdinglichen. Ich sehe heute überall nur große Ideenschwinger. Ich sehe aber nirgendwo, wirklich nirgendwo ruhige, feste Arbeiter, nicht in den Eliten, nicht in den Emporkömmlingen, zu denen alle werden, die antreten, "zu verändern".
Man sagt gerne, daß Jesus ein einfacher Zimmermann war, also einer "von unten". Das ist natürlich ein Unsinn. Denn warum wohl beginnt die Geschichte Jesu mit seiner ganz konkreten Ableitung aus dem ... Königtum Davids? Warum spricht er in scheinbarem Gegensatz dazu so oft davon, daß das Himmelreich einem kleinen Senfkorn zu vergleichen ist, oder einem kleinen Stück Sauerteig, der alles durchwirkt? Jesus, Gott hat die Welt zu sich geholt, indem er die Wahrheit in Person, als Gestalt, als Fleisch in die Welt sandte. DAS war der historische Wendepunkt. Denn der Geist wirkt über Gestalt, die die Tore der Sinne überschreitet, auf daß wir durch die Offenbarung (deren die erste die Erscheinung der Engel auf dem Felde war; siehe das Gebet im Angelus!) hell gemacht, über den "guten Willen" aufgenommen, sehen. Denn wir sehen die Welt nur DURCH und IN dem inkarnierten Jesus Christus.

Alsdann, genug der sonntäglichen Epistel. Ich wünsche Dir einen schönen Sonntag!
Ambrosius







*160817*

Samstag, 2. September 2017

Sie sitzen auf einem Berg unbewältigter Schuld (2)

Teil 2) Von der Niedertracht der Willkommenskulturellen




Das führt zur Gegenseite, der Partei der Zuwanderungsbeklatscher. Denn hier ist davon auszugehen (und der VdZ kennt nur solche Charakterkonstellationen) daß diese von denselben Motiven getrieben (getrieben, nicht "in Freiheit selbst bewegt") sind. Es sind vor allem Menschen und soziale Gruppen, die selbst noch nie diesen Zusammenhang von Existenz und Leistung (in obigem Sinne!) erfahren haben. Die selbst auf einem schlammigen Bodensatz schlechten Gewissens (also: nie bewältigter Schuld) sitzen. Und umso aggressiver das "Recht" von Fremden, Zuwanderern proklamieren, hier mit "Anspruch" von der Arbeit der anderen zu leben. (Denn nur Arbeit schafft Wert, also das, WOVON Gaben gegeben werden können.)

Diese Willkommenskulturellen, als die wir sie hier bezeichnen, enthält den Zuwanderern bewußt und direkt Gerechtigkeit vor. Sie überlädt sie mit Schuld (während sie sich als Gläubiger darstellen, um von sich als einziger Absolutionsanstalt abhängig zu machen, was natürlich ein Trugschluß ist, und die Zuwanderer wissen darum), meist ohne darüber auch nur nachzudenken, um ihre eigene Schuld durch Hineinreißen weiterer Bevölkerungsteile - deshalb müssen diese "dazukommen", können sich im Inland nicht ausreichend rekrutieren, zielen aus Maßlosigkeit ab - in Schuld, ja in große, möglichst unbewältigbare Schuld zu "bewältigen". Sie schaffen damit ein Potential an Aggression, das eine kaum überschaubare Zukunft der Gewalt (gegen das eigene Volk, gegen den Gastgeber, gegen die, die durch ihre Steuern dafür sorgen, daß dieser potent ist) birgt.

Unsere Länder, unsere Gesellschaften erweisen sich also immer mehr als getrieben von unbewältigter Schuld. Ja gezielt wird dieses Problem aufgebaut und vergrößert, von Tag zu Tag mehr. Das ist es, was man als Verhängnis bezeichnen kann und muß. Denn Schuldgetriebene sind niemals realitätskonform, sie sind immer bemüht, ihr Handeln als Behauptung zu setzen. Als Behauptung, daß sie keine Schuld hätten. Daß es deshalb die anderen sind, die Schuld (oder: noch größere Schuld) haben, sodaß man alles Recht der Welt (und Gottes vor allem) hat, sie zur Selbstaufgabe zu zwingen. Denn nichts stört einen Schuldigen so sehr wie der Mensch mit reinem Gewissen. Er ist die verfleischlichte Mahnung an ihr eigenes Gewissen, das nie (wenn, dann nur "argumentativ", künstlich) zur Ruhe kommt. Und deshalb muß er nicht nur zum Schweigen gebracht werden, nein. Das Störende ist seine pure fleischliche Existenz, denn das ist die eigentliche Gewissensanfrage: Gestalt. Deshalb ist der andere nur deshalb, weil es ihn gibt, ein Feindgegenstand.

Wir haben es hier also bereits mit massiven Folgeschäden aus dem Sozialstaat zu tun. Dieser erst schuf einen Überhang von Menschen in der Bevölkerung, die sich in jemandes Schuld wissen. Das ist der wahre Grund für die Aggressivität der Linken. Und das ist der wahre Grund für die Aggressivität so vieler Zuwanderer, die man als Auflehnung gegen ein täglich steigendes Schuldenkonto begreifen muß.





*Deshalb hat es mit den "Gastarbeitern", die über Jahrzehnte - übrigens als Ergebnis deutscher "Scheckbuchpolitik", die vielen europäischen Ländern egal aus welchen Motiven, die meist aber mit Schuldbewußtsein zu tun haben, also auch mit unbewältigter, unvergeben geglaubter Schuld - Probleme wie mit derzeitigen Zuwanderern nie gegeben. Sie waren keine "Hilfeempfänger", sie waren arbeitende Menschen, die ihren Lohn erhielten, aber genau das nicht wollten: Schuld aufbauen.

**Das, genau das war auch der effizienteste Hebel, mit dem man die Ehen aufbrach: Indem man die Frauen in dieselbe Unbewältigtheit von Schuld (Aufhebung ihrer Verdankung; und wer verdankte sich mehr als Frauen? sie verdankt sich sogar dem Mann!) drängte. Letztlich geht es eben immer um Schuld, immer. Das gewissermaßen praktische Zentralgeheimnis der Inkarnation Gottes wird in seiner drängenden Realität bis heute nicht (oder besser: heute nicht mehr) gesehen: Das der Schuldvergebung!

***Spätestens hier sollte auf die Rolle der Psychologie und Psychoanalyse (heutigen Zuschnitts) verwiesen werden. Die überhaupt nur ein Alternativsystem der "Schuldbewältigung" darstellt, sonst nicht, buchstäblich: sonst nichts. Sie ist ein Instrument der Zerstörung der ontologischen Verankerung des Menschen. Die Rolle des freisprechenden Priesters freilich hat nämlich der Psychiater/Psychologe übernommen. Diese Psychologie, die H. v. Doderer als Erkrankung des Geistes bezeichnete, spielt deshalb - als angeblicher Schuldbewältigungsmechanismus - im heutigen Alltagsleben eine so verheerende Rolle. Der VdZ (als Student firm mit der Psychologie geworden) scheut sich nicht es zu benennen: Heutige Psychologen sind praktisch ausnahmslos Mörder an der Menschheit. Keine Menschheitsgruppe hat so sicher die Hölle im Visier. Umso aggressiver und bösartiger ist sie.






*140817*

Der Samstag-Nachmittag-Film

Er darf natürlich in dieser Reihe nicht fehlen: "Drei Männer im Schnee" mit dem wunderbaren Paul Dahlke.










*100817*

Freitag, 1. September 2017

Sie sitzen auf einem Berg unbewältigter Schuld (1)

Nichts treibt einen Menschen so wie eigene Schuld. Es gibt buchstäblich nichts, das menschliches Verhalten derartig korrumpiert, wenn er keinen Weg - Schuldvergebung (Beichte) - zur Vergebung findet. Und das drückt sich im Charakter aus. Der Schuldige, der keinen Weg der Vergebung findet, der auch keinen Weg zur (Wieder)Eingliederung in eine Sozietät findet, und zwar durch Strafe (die eine Form der Sühne ist), baut sich Gedankenkonstrukte, die ihn insofern lossprechen sollen, als er die anderen als an seiner Schuld schuldig befindet. Begierig greift er nach Konstruktionen, die ihn ins Recht setzen. 

Diese Aspekt wird bei der Problematik um "Flüchtlinge", aber auch um simple "Migranten" (nicht nur der letzten Jahre) praktisch immer übersehen.* Dabei aber treibt er mittlerweile Millionen von Menschen. Es wird vor allem übersehen, daß unsere "Willkommenskultur" Millionen von Menschen in ein Schuldverhältnis setzt. 

Das diese in ein Verhalten des "gerechtfertigten Anspruchs" ummünzen. Denn die meisten dieser Zuwanderer haben kein Instrumentarium, das ihnen hülfe, mit Schuld umzugehen. (In gewisser Hinsicht kann sogar der gesamte Islam unter dem Licht einer Schuldbewältigung durch "Fremdschuld" gesehen werden. Praktisch alle Religionen der Welt müssen ja sogar unter diesem Aspekt gesehen werden, sonst versteht man sie schon einmal gar nicht.) Sie haben schon gar kein Instrument, das ihnen hülfe, mit der nunmehr entstehenden und entstandenen Schuld unseren Völkern gegenüber umzugehen. 

Also "müssen" sie sie verachten!  Müssen den Spender ihres Auskommens zum Untermenschen erklären, müssen seine Gebefähigkeit zum Produkt des Zufalls oder des geographischen Glücksfalls erklären. Sie "müssen" das Gastvolk demütigen, und nicht zufällig damit die Frauen dieses Gastvolkes, denn Volk und Frau sind Synonyme, bei Besitz geht es immer um die Frauen, nie um die Männer.

Diese Schuldsituation wird nicht leichter, wenn Myriaden von Gutmenschen sich beeilen, ihnen ihre Schuldfreiheit zuzugestehen, indem sie etwa diese Schuld in Ansprüche, die Gabe zur Pflicht umwandeln.** Ihnen vor allem wird schon gar nicht geglaubt. Es wird ihnen nicht geglaubt, weil dieses Schuldverhältnis auf einer viel tieferen Ebene des Menschseins ansetzt.***

Deshalb muß die Migrationsfrage speziell in den letzten Jahren, die eine Migration in unsere Sozialsysteme bedeutet hat, die den Zuwanderern - die hier ja gar nicht gebraucht werden, sondern im Gegenteil, heimische Arbeitnehmer verdrängen, also das Gastland in jedem Fall "Gaben kosten" - Geld und Mittel nur so nachwirft, ja die sie förmlich "auf Knien bittet, sich zu integrieren, koste es was es an Geld des eigenen Volkes nur wolle", deshalb muß die Migrationsfrage endlich unter diesem Aspekt gesehen werden! Sonst ist sie und das Verhalten, ja die Seelensituation der Zuwanderer schon einmal gar nicht verständlich. 

Es ist sogar nachgerade eine Perfidie, den Zuwanderern Sozialleistungen zuzusagen, keineswegs ein Gebot der Nächstenliebe. Es ist sogar nachgerade Lieblosigkeit, und eine Verachtung der Grundkonstellation eines Menschen. Der nur dann "mit dem Arsch auf dem Boden" leben kann, wenn er im Grunde davon ausgeht, daß er alles tut, um seine Existenz zu erarbeiten, zu erwirken, die ihm in gewissem Grad also als Lohn für seine Bemühungen zusteht, auch wenn er diesen Lohn letztlich - letztlich! - nicht verdient.


Morgen Teil 2) Von der Niedertracht der  Willkommenskulturellen





*140817*

Bibliothek

England

Bild: Michaela Mahrhauser






*090817*