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Montag, 14. September 2020

Erinnern, was Recht ist

Für die naturrechtliche Auffassung [...] wurzelt das Recht in einer allgemeinverbindlichen Idee, in der Rechtsidee. Echtes Recht ist nur jene Ordnung, die auf dieser Idee fußt, sich von ihr herleitet. Recht ist, was im Sinnbereich der Rechtsidee liegt. Da nun aber ihr Geltungsbereich die ganze Menschheit umfaßt, reicht das Recht über den Staat hinaus. Daher kann der Staat, aber auch die Weltmacht nur für Recht erklären, was letztlich den allgemeinen Zielen der Menschheit dient." (Johannes Messner)

Nie geht es dabei um "subjektive Zwecke des Wollens", sondern um die "objektiven Zwecke der Natur". Angesichts der zentralen Bedeutung der existentiellen Zwecke des Menschen seien sie kurz umschrieben: 
  • Die Selbsterhaltung, einschließlich der Ausbildung der Fähigkeiten zur Verbesserung seiner Lebensbedingungen sowie der Vorsorge für seine wirtschaftliche Wohlfahrt durch Sicherung des notwendigen Eigentums oder Einkommens; 
  • die Ausweitung der Erfahrung, des Wissens und der Aufnahmefähigkeit für die Werte des Schönen; 
  • die Fortpflanzung durch Paarung und die Erziehung der daraus entspringenden Kinder; 
  • die wohlwollende Anteilnahme an der geistigen und materiellen Wohlfahrt der Mitmenschen als gleichwertiger menschlicher Wesen; 
  • gesellschaftliche Verbindung zwecks Förderung des allgemeinen Nutzens, der vor allem in der Sicherung von Frieden und Ordnung, in der Ermöglichung der materiellen und kulturellen Wohlfahrt der Gemeinschaft sowie in der Förderung der Kenntnis und Beherrschung der Kräfte der Natur und der Gesellschaft für diesen eben erwähnten Zweck besteht; 
  • die Kenntnis und Verehrung des Schöpfers und die endgültige Erfüllung des menschlichen Seins in der Vereinigung mit ihm" (Johannes Messner)

Ein Verhalten des Menschen nach diesen objektiven Zwecken, auf die seine eigene Existenz ausgerichtet erscheint, ist sittlich und natürlich zugleich:
"Damit gelangen wir zum Ergebnis, daß die Forderungen der Sittlichkeit nichts anderes sind als die Forderungen der Wirklichkeit selbst, mit anderen Worten, daß das Sein und das Gute vertauschbar sind (ens et bonum convertuntur)" (ebd.)
Ivo Höllhuber faßt in seinen "Prolegomena zu einer pneumatischen Anthropologie" die Grundsätze dessen zusammen, was wir mit "Recht" bezeichnen können. Und das aus dem Blickwinkel des Christentums einzig zulässigen weil relevanten, damit sittlichen Basis, dem Naturrecht, in unvereinbarem Gegensatz zur Philosophie des Rechtspositivismus steht. 

Der davon ausgeht, daß das Recht kein Fundament in einem objektiven Wesen der Welt und des Menschen, sondern lediglich in seiner momentanen Verfaßtheit hat. Also historisch in vollem Umfang (sic!) relativ und beliebig veränderbar und damit von der Obrigkeit nach augenblicklichem Gutdünken als Gesetz auflegbar und festlegbar ist. 
Ein Staat aber, der gegen diese Grundsätze, wie sie oben angerissen sind, verstößt, ja der die Freiheit zu solchen Verstößen gar zum Grundsatz erhebt, ist ein Unrechtsstaat, dem somit auch kein Gehorsam geschuldet ist.
Ebenso geht aus diesen oben angerissenen Grundsätzen hervor, daß es eine Hierarchie der Ebenen der menschlichen Wirklichkeit und der Sittlichkeit als oberster Maxime der Menschwerdung selbst gibt. In der - sieh da! - eine öffentliche Gesundheitsverantwortung (zumindest in direkter und vorberangter Form) eine untergeordnete Rolle spielt: 

Weder gibt es ein Recht auf noch eine Pflicht zur Gesundheit. Die Freiheit ist weit höher zu bewerten, weit grundsätzlicher, und darf deshalb nicht zugunsten der Gesundheit (was immer das noch dazu ist!) eingeschränkt werden. 
Die Sittlichkeit des Lebens (und damit einer Gesellschaft in all ihren Formen) erfüllt sich in anderen Bereichen! Denen die Gesundheit bestenfalls dienen kann. Denen zuliebe aber auch die Gesundheit das geringere Gut ist, das zugunsten höherer Ziele durchaus riskiert oder sogar bewußt (wenn natürlich auch nicht leichtfertig bzw. unnötig) vergeben werden kann. 
Noch einmal: Es sind andere "Werte" des menschlichen Daseins deutlich höher zu bewerten, und dürfen niemals wegen eines geringeren Grundsatzes beschädigt werden.



*050920*

Sonntag, 13. September 2020

Nichts ist objektiver als Geschmack

Es kennzeichnet unsere Epoche, daß diese eigentümliche Mischung aus Herablassung gegenüber den Manieren und verstohlener Neugier, wie sie die Jahre nach der Französischen Revolution hervorbrachte, die öffentliche Atmosphäre wieder bestimmt. 

Die politischen Rupturen waren in Deutschland so stark, daß man sich als Deutscher offenbar nicht vorstellen konnte, es gebe Regionen in Europa, die von diesen Brüchen und Erschütterungen verschont geblieben sein könnten. Seitdem die Deutschen sich in wachsendem Maße vertraut in Europa bewegen, haben sie, zum Teil mit nicht geringem Erstaunen, feststellen dürfen, daß die Welt der Manieren, die in Deutschland so gründlich untergegangen zu sein schien, in den Nachbarländern keineswegs obsolet geworden ist. 

Sind diese Länder rückständiger als Deutschland? Mancher ist sich da sicher, daß die verschiedenen Umstürze in Deutschland neben großem Schaden auch großen Fortschritt gegenüber den anderen europäischen Ländern gebracht haben. 
Wer nun für die Einführung der Gleichheit in Deutschland ursächlich verantwortlich zu machen ist (Napoleon, die Weimarer Verfassung, Hitler, die Kommunisten, die amerikanische re-education stehen zur Auswahl): man kann sagen, daß er oder sie Erfolg mit ihrem Programm gehabt haben.
So gilt es zunächst festzustellen: 
Eine Instanz, die in Deutschland den berechtigten Anspruch erheben dürfte, eine Aussage über die Manieren zu machen, gibt es nicht mehr. Manieren haben autoritären Charakter. Sie entziehen sich der Diskussion.
"Über Geschmack läßt sich nicht streiten" gehört zu den vielen Zitaten aus der Antike, denen aus Unkenntnis ihres Zusammenhanges ein falscher Sinn unterlegt worden ist. 
Man kann über Geschmack nicht etwa nicht streiten, weil er Privatsache ist und im Belieben des Individuums liegt, sondern weil es nur einen einzigen guten Geschmack gibt, der aber ist Axiom. Wer ihn in Frage stellt, zeigt nur, daß er diesen axiomatischen Charakter nicht verstanden hat und sich auf der Ebene der Rationalität mit dem Geschmack beschäftigt, anstatt auf der einzig angemessenen, der des halb vegetativen, selbstverständlichen Vollzugs.
Die großen Lehrer der Manieren haben sich deshalb zu allen Zeiten niemals als Gesetzgeber verstanden, sondern als Deuter und Interpreten eines bereits vorliegenden, nach ihrer Vorstellung immer schon vorhanden gewesenen Korpus von Regeln, das mit anderen Grundsätzen aus der Kunst, der Philosophie und der Religion in Harmonie stand und noch in der kleinsten Geste mit dem Gesetz des ganzen Kosmos verbunden war. 
Die dem eigenen Stande angemessenen Manieren wiesen dem einzelnen seinen Platz in diesem Kosmos zu und machten ihn dadurch überhaupt erst zum Menschen. Erzogen werden, Manieren annehmen, das waren Menschwerdungsakte. 
An erster Stelle vermittelte die Familie die Manieren. In der Familie fand das Kind die ganze Welt beispielhaft abgebildet: Gottes Barmherzigkeit in der Mutter, Gottes Gerechtigkeit im Vater verkörpert, Vater und Mutter als König und Königin, Mann und Frau in beispielhafter Weise. Die Eltern waren durch ihren Stand geformt, eine kollektive Formung, die schon deswegen nicht bezweifelt werden konnte, weil niemand daran dachte, seinen Stand zu verlassen. 

Asserate Asfa-Wossen in "Manieren"



*010920*

Samstag, 12. September 2020

Wannen denn die Welt vorhersagbar wird (2)

Teil 2)


Daraus ergibt sich, daß eine Kultur, in der sich jeweils individuelle menschliche Vollkommenheit und Vervollkommnungswille (als Liebe zu Gott, dem Quell alles Seienden/Seins als und in der Welt) zu einer Gesamtgestalt findet, die durchaus meßbare, feststellbare, evidente Eigenschaften und Tendenzen als Insgesamt hat, daß also auch eine Kultur, in der sich die Gottesferne als Grundthema installiert, einem Bewegen unterliegt, das man als mechanisch bezeichnen muß. 
Und in dieser aufs Irdische zurückgefallenen Mechanizität auch der Entropie unterliegt.
Damit ist klar, daß die Richtungen und Entwicklungen eines solchen Kulturstadiums immer eindeutiger mechanistischen Bedingungen unterliegen. Und damit wird eine Kultur (wie bekanntlich jedes Seiende) immer dann auch vorhersagbar, sogar mit gewisser Gewißheit vorhersagbar, je mehr sie sich dem endgültigen Zerfall und Chaos nähert. 

Ist eine Kultur in ihrer Höherentwicklung also niemals vorhersagbar, immer offen fürs Überraschende weil wirklich und wahrhaftig Innovative, so wird sie im Zerfall und Niedergang vorhersagbar und unschöpferisch. Alles Innovative verdunstet, die Neuheit wird bestenfalls zur Kuriosität, einerseits, oder zum "Noch nicht Gewußten", aber im Vorhandenen an und für sich Enthaltenen und in Wahrheit Bekannten. Dem bestenfalls Etiketten umgehängt werden, die über andere Namen und Scheinbegriffe das Neue vortäuschen sollen.

Solch eine Kultur wird damit zu einer Unkultur, noch mehr aber bestimmt und zerstört von Anti-Kultur als Impetus des Bösen, das heißt: Desjenigen Elements, das die Zerstörung der Welt will. Aus Haß. 

Und die Verwirklichungsabsicht, die Vollbringung von etwas aus Haß schafft immer Vorhersag- und Vorhersehbares. Umso mehr arbeitet sie mit Begriffsverwirrung und Lüge.

***

Wir wollen es nur andeuten, doch soll der Hinweis nicht fehlen, wie vorhersagbar denn also ein individuelles Leben ist, das im Willen Gottes steht und verbleiben will. Denn so ist es dann auch erfahrbar, daß dieses Leben und Handeln in und mit und durch Gott nicht heißt, daß es sich nach unserem Willfahren und Wünschen und inhaltlich-konkretisierten Wollen verhält und geschichtlich entfaltet.

Es heißt aber mit Sicherheit, daß es in eine Vorsehung eingebettet liegt und bleibt, die im Letzten immer das vollumfänglich Beste weil NUR Gute (und zwar bis in jedes kleinste Einzelne und für alle und alles Gute) zeitigt. Das aber in gewissem Sinn IMMER überraschend ist. Weil das Denken und Wissen Gottes, das unseres nicht nur und einfach quantitativ, sondern kategorial übersteigt.

Wenn es aber nicht vorhersagbar ist, so ist es immer logisch und vernünftig, widerspricht also der dem Menschen zugänglichen Vernunft nicht und nie. Sodaß wir immer unsere Vernunft und Vernünftigkeit als erstes Schafelchen jener vollumfänglichen göttlichen Vernunft begreifen dürfen, die an der alles umfassenden Vernunft teilhat, sie aber niemals auszuschöpfen vermag.

Das ist zugleich das Wunderbare an einem Leben aus Gott, das nicht nach irdisch-kleinem Maßstab "glücklich" ist, sondern in einem viel höheren Ausmaß Geglücktheit bedeutet, die letztlich immer in einem alles Vorstellen übersteigenden Glücke mündigt. Und damit ist klar, was der Ausfluß aus der Ergebenheit in Gottes Wollen und Schaffen ist - es ist ein Vertrauen, das in dieser Bereitschaft zur Ungewißheit weil Unvorhersagbarkeit auf paradoxe Weise jene Ruhe schafft.

Die der ans Vorhersagbare geklammerte, gottferne Mensch zu besitzen sucht, die sich aber genau in jenem Maß des Ergreifenwollens entzieht und in Unruhe stürzt, die wenn überhaupt nur mit viel Mühe und in ständiger Anspannung zu einer Scheinruhe niedergedrückt werden kann.

Der Gottergebene weiß also nicht, was kommt, und will es gar nicht wissen, bleibt aber in jener Ruhe, die das Vertrauen bringt, daß letztlich alles dem Guten dient. Der Gottferne hingeben "weiß" was kommt, und will es auf jeden Fall wissen, stürzt dabei aber in eine Unruhe, die so existentiell ist, daß er sie nur übertönen kann, weil er die Verzweiflung fürchtet, die daraus stammt. Weil er spürt, daß das Vorhersagbare auch das Tote und dem Tode Geweihte ist.



*260820*

Freitag, 11. September 2020

Wannen denn die Welt vorhersagbar wird (1)

Zwar ist die Erklärung der Welt als für sich bestehenden, nach rein "physikalischen Gesetzen" ablaufenden, somit in allen Einzelabläufen ebenfalls prädeterminierten Mechanismus prinzipiell falsch. Selbst wo sich Wiederholungen, das heißt "mechanische Abläufe" von Vorgängen und Prozessen zeigen, sind sie immer fragil und von einer Fülle von umgebenden, gesamtheitlichen Bestimmungen abhängig, die in ihrem Wesen immer Sinnbestimmungen und Beziehungserfüllungen sind. 

Und insofern niemals aus dem Umstand herausfallen, daß sie von einem Willen zur Erfüllung der Verbindlichkeiten aus diesen Beziehungen abhängen. Insofern ist alles, und zwar bis ins letzte Detail, vom Willen des Seins abhängig, und immer geschenkhaft und vom Willen des Seins abhängig, ins Seiende hinein Sein (als Welt) zu schaffen. 
Die Welt ist somit nie aus dem göttlichen (seinshaften) Willen (=Liebe) herauszunehmen, nie anders als Erfüllung durch Gott anzusehen. Das macht die Forderung nachvollziehbar und begreifbar, daß der Mensch "ohne Unterlaß beten" muß. Denn im Gebet antwortet die Schöpfung - über den Menschen, die Krone der Schöpfung, auf den hin die Welt ausgerichtet ist - nicht nur auf Gott, sondern legt gewissermaßen in der Bitte, in der Herstellung der Brücke zu Gott, den "Teppich" für die Schöpfung (als Welt) selbst.
Damit ist eine der konstitutiven Bedingungen der Welt überhaupt ausgelegt. Und damit auch für das, was dem Menschen konstitutiv ist - die Kultur, als Gesamtheit der Lebenserfüllung des Menschen. 

Der Mensch erfüllt also nur dann sein Menschsein, wiewohl er immer Mensch "ist", aber in unterschiedlichem Aktualisierungsgrad. 

Er hält wie erhält damit (mittlerhaft, aber nur im Grad der Erfüllung seines Menschseins, dem in der Erfüllung das Gutsein gewissermaßen eingeschrieben wäre), in der Kultur, das Sein der Welt. Sodaß die Welt ohne den Menschen ins Chaos stürzt. 

Sich also keineswegs in "perfekter Stabilität" (weil Prästabilität) OHNE den Menschen befindet, sondern Gesetzen des "Monopolismus" (die Verwendung des Begriffs aus der Wirtschafts- bzw. Kapitalismusterminologie ist keineswegs zufällig, es ist ein Archetyp, nur je auf anderer Erfüllungsebene) unterliegt, das heißt, daß (mehr oder weniger der oder das Stärkere gewinnt oder übrigbleibt. Sodaß es also ohne den Menschen auch keine "Natur" gibt, schon gar keine, die "besser" oder "vollkommener" ist als mit dem Menschen. 

Im Gegenteil, erst in der Verbindung von Himmel und Erde, wie sie im GETAUFTEN (durch Jesus Christus, den Sohn Gottes, wieder - potentiell einerseits, seinshaft und real anderseits - zu seiner Vollgestalt hergestellten) MENSCHEN Realität ist, wird der Welt jenes Element zugeführt, das sie zur Erfüllung und Vervollkommnung ihrer jeweiligen Gestalt wesensbestimmt und notwendig braucht. 
Das geschieht in der Hingabe, in der Selberüberschreitung auf die ihr zugrundeliegende Idee hin, was die Öffnung auf Gott und Gottes Wissen und Wollen zu bedeutet. Die zwar der außermenschlichen Natur in deren Bestimmtheit durch Instinkt eingeschrieben ist, welche Einschreibung aber in den logos, den Sinn nur und erst durch den Menschen erfolgt.
Das, was wir als Mechanismus (oder mechanistische, materialistische Welt) bezeichnen, entspricht also nur in gewisser Hinsicht dem Wesen der Dinge, der Natur, und dem Menschen. Die alle sich erst und nur in dem Fall "wie Mechanismen" entwickeln, als sie den Zwängen des Mechanischen, des Materialen (mater, Mutter, Mutterrecht, Matriarchat ... der Leser möge selbst die Verbindungslinien ziehen) unterliegt. Von diesen gebunden darniederliegt und, weil des Göttlichen abhold, dem Verfall ausgeliefert ist. 

Weil wir aus der Natur auch wissen (und sehen), daß alles, was nicht einer Energiezufuhr (als profane Umlegung der Wirklichkeit von göttlicher Gnade) unterliegt, der Entropie unterliegt. Und das heißt: Ihre Wesensgestalt auflöst, verliert, der jeweils unteren Wesenseinheit zufällt, bis sie sich ganz auflöst. Fällt das Wesen fort, bleibt Beziehungslosigkeit weil -unerfülltheit, und damit Chaos. 

Die Dinge liegen dann sozusagen "nebeneinander", wie hingeschüttet, und dem Zerfall ausgeliefert. Weil ohne Sinn und ohne aneinander die ihnen zugedachte Bestimmung zu ihrer Voll- und Vollkommenheitsgestalt zu vollziehen. Weil alle Dinge der Welt, also alles Seiende so geordnet ist, daß es in einem gigantischen Mosaik einander erhält, wenn es im Ganzen verbleibt beziehungsweise ins Ganze (Sinn, logos) hineinstrebt.
Dieses Ganze ist also in seiner Verbindung von Himmel und Erde das Produkt eines Sakraments und des Sakramentalen. Sodaß alles Erhalten, alles Sein der Schöpfung und Welt somit seine Quelle im Sakrament hat. 
Nur darin, im Sakramentalen, liegt somit auch die Innovation, das Geniale, das Schöpferische. Als Einbruch Gottes in die Welt, als Emanation jener Liebe, die die Welt zu einem ohnendlichen weil Gottes Wesen gemäßen Gestaltenspiel machen will. Um so Lobpreis Gottes zu sein, zu bleiben und immer mehr und immer anders zu werden.
Das trifft auch auf den Menschen zu. Der in jedem Fall, wo er Gott ablehnt oder sich von ihm entfernt, dem Materialen zufällt und von diesem gebunden wird. Denn zu seiner Ebenbildlichkeit mit Gott gehört wesensgemäß auch die Freiheit Gottes. Ohne diese ist er somit gar nicht frei, sondern bestenfalls willkürlich, aber immer gebunden von unübersteigbaren Notwendigkeiten.


Morgen Teil 2)



*260820*

Donnerstag, 10. September 2020

Dinge, die zusammengehören

Bei vielen Indianerstämmen des amerikanischen Westens, beschreibt P. Wilhelm Schmidt in seiner "Geschichte des Eigentums", wird der Besitz des Verstorbenen nach seinem Tod vernichtet, ins Grab gegeben oder an Fremde verschenkt. Nur eher selten findet sich etwas, das man mit "Erbgut" bezeichnen könnte, also nach verschiedenen Gesichtspunkten hinterlassen und weitergegeben wird. Die Begründung ist weitgehend überall gleich: Man will den Schmerz vermeiden, indem man alles vernichtet, was an den Toten erinnert. Und das ist manchmal sogar das ehemalige Familienhaus. Sein Leichnam sowieso.

Es ist interessant, daß in unseren Kulturen das Auftreten der Verbrennung von Toten nicht nur mit dem Auftreten des Atheismus als Weltanschauung, sondern gleichzeitig mit den Gedanken der Verminderung oder Umverteilung eines Erbes durch Steuern gleichzeitig auftritt.*
Etwas, das bei uns tatsächlich weil massiv in den späten 1960er, frühen 1970er Jahren durch politisch initiierte "Gesellschaftsreformen" einsetzte.
Nicht nur das, auch die Schlechtsprechung des Überkommenen, die Beladung der Tradition - auch das eine Auslöschung der Vorfahren - als Wurzel allen Übels mit Schuld, die in einem nächsten Schritt deren Beseitigung verlangt. 

Wie sie bei uns weitgehend noch in Einzelfällen, (auch wenn diese immer häufiger werden), in den USA bereits als Großbewegung stattfindet, von Denkmälern, Benennungen von Orten, und generell von Erinnerungsstellen erfolgt.  

Alles läuft auf dasselbe hinaus: Eine Auslöschung der Ahnen. Deren Folgen man bei den erwähnten Indianerstämmen exemplarisch ablesen könnte: Mit der Vernichtung und Ausschaltung des Erbes (als aktivem, präsenten Teil der jeweiligen nachfolgenden Gegenwart) hört jede Entwicklung auf.

Das ist auch dort der Fall, wo Kriege oder Seuchen oder Naturkatastrophen die physisch gewordenen Errungenschaften der Vorfahren (Häuser, Gebäude jeder Art, oder generell Einrichtungen des Erwerbes wie Staudämme, Stallungen usw.) vernichten. Was bis zum Sprichwörtlichen "Anfangen bei Null" gehen kann. 

Eine Haltung, die sich aber über kurz oder lang auch in einer Geringschätzung der jeweiligen Gegenwart äußert. Wer erfährt, daß der Mensch - also auch er selbst - nichts zu schaffen vermag, das über der Zeit steht, aus ihr herausgehoben ist, und damit ihn selbst überdauert, erfährt sich selbst, sein Leben, und somit auch das Leben seiner Nächsten als unbedeutend.

Weshalb eine Agenda zu oben genannter Gleichzeitigkeit von Erscheinungen unbedingt fehlt: Das der Verhütung von Nachwuchs einerseits, und das von seiner Auslöschung durch Abtreibung (also Eugenik) anderseits.


*Anfang der 1970er wurde auch im (wie Gesamtösterreich zum damaligen Zeitpunkt) von der SPÖ dominierten Geburtsort des VdZ (Amstetten in Niederösterreich) am Hauptfriedhof der Stadt ein "Krematorium" errichtet. So wurde der damals errichtete Neubau wenigstens kommuniziert, und das vertrat er somit für die Bevölkerung. Obwohl es noch so gut wie keine Einäscherungen gab! Die wurden damals nämlich noch als öffentliches Bekenntnis zum Atheismus gesehen, und das wollte niemand abgeben. 

(In Wahrheit wurden freilich damals wie heute Kremierungen in Niederösterreich nur in einigen zentralen Verbrennungsanstalten durchgeführt. Der Bau enthielt also - neben einer WC-Anlage - lediglich Räumlichkeiten zur Zwischenlagerung von Särgen, sowie einen angeschlossenen "neutralen" Einsegnungssaal, der wahlweise "Kapelle" oder "Verabschiedungssaal" hieß. Vom Aussehen her trug der Bau freilich schon den an einen Industriebau erinnernden Charakter eines Krematoriums, wie man es sich eben vorstellt.)



*240820*

Mittwoch, 9. September 2020

Könnte vorkommen

Der Faden, der in der Wahrheit verankert sein läßt, ist oft sehr dünn, manchmal kaum wahrgenommen und wahrnehmbar. Vor allem, wenn die innere Kultur etwas vernachlässigt wurde, gewinnt die äußere Welt eine Bestimmungsmacht, die von der eigentlichen Lebensgrundlage, der Wahrheit, entfernt. 

Geist erstarrt in diesem Außen aber zu Bildern, die wie Krücken eine Welt konstruieren und bewahren sollen, die der Existenz Halt und damit Sein gibt. Dieses Sein aber ist ein Dasein, das nur in unserer Hand liegt, und damit keine Quelle des Lebens sein kann, sondern nur eine Imitation des Lebens, bewertet, beurteilt weil verglichen mit vorhandenen Bildern samt deren Platz im Autoritätsgefüge der Gesellschaft, in der man sich befindet beziehungsweise befinden will, zuläßt.  

Wir haben verlernt, und aus unserem vermeintlich "Gewußten" läßt es sich auch nicht (mehr) ableiten, daß der Mensch, der immer Person ist, letztlich immer einsam und "allein" ist. Erwachsenwerden als der notwendige Weg jedes Menschen zu sich heißt nichts anderes als diese Einsamkeit zu akzeptieren und ertragen zu lernen. Heißt um den einzigen Sinn der Nahrung zu wissen, die darin besteht, sich in diese Welt hinein zu erheben. 

Und das ist immer ein Akt des Alleinseins, weil jeder Mensch in einer Einzigartigkeit lebt, die nur von ihm zu bewältigen ist, und die nur von ihm zur Geschichte zu erheben ist, die Sein hat, und nicht Epigonalität, Plagiat und Imitat ist.

Es kann nie darum gehen, diese Einsamkeit zu überwinden. Alle Angebote, die das versprechen, sind häßliche Fratzen der Versuchung, Gold gegen Blech zu tauschen. Es muß vielmehr darum gehen, in dieser Einzigartigkeit den Ort mit Leben und Farbe zu erfüllen, an dem man steht. Was anderseits wiederum heißt, das diesen Ort Charakterisierende - das das Wesen eines Beziehungspunktes hat, an dem sämtliche Fäden der vielen horizontalen wie vertikalen Ebenen der Welt, in der man steht, zusammenlaufen - durch alle einzigartigen Umstände, die mit jedem Tag auftauchen und einem begegnen, durchzutragen. 

Sodaß die immer selben Figuren (weil Orte) in nur je anderen Kostümen auf der Weltbühne auftreten, leben, und das Geschehen, die Handlung ausmachen. Die selbst wiederum ein immer Gleiches in nur je anderem Gewand ist.

Lassen wir uns also in zweifacher Hinsicht nicht täuschen. In der Natur dessen, was "Neu" und "Originär" ist ebenso, wie in der Tatsache, daß dieses Neue das immer Gleiche des Ewigen im Vorsehungsplan Gottes ist, dessen Originalität darin besteht, in jeden Augenblick je neu hineingeborgen zu werden. Auf daß sich Geschichte überhaupt erst bilden kann. Was immer heißt: Einzig zu sein, und damit: Einsam.

Denn genau darum geht es heute, in einer Zeit, die sich um genau diese Punkte herum ordnet: Im Versuch, für diese beiden Momente Surrogate zu erfinden. Sodaß das Neue das Willkürliche wird, dem aber jedes Sein fehlt, das nur in der Hoffnung auf eine kollektive, allumfassende Illusion und Täuschung überhaupt Sein hat, also "existiert", und in der Versuchung, die Einsamkeit durch Aufgehen in der Masse (oder im Nichts, beides dieselben Fluchten der Angst vor dem Wagnis des Lebens, beide mit demselben Ausgang) scheinbar besiegen zu können.

Im Mut zum Hinausschreiten ins Ungewisse, das erst das Tor zur Fleischwerdung des Ewigen (dem überhaupt erst Entelechie zugeschrieben werden kann; hierin irrte also Aristoteles, der diese Entelechie, dieses "Ausfalten auch sich, gemäß dem eigenen Wesensbild", dem materialen Seienden selbst zuschrieb) bedeutet, erfüllt sich erst dieser von jedem Menschen gewußte, gefühlte, geahnte Anspruch, der Leben bedeutet: Im Schöpferischen, liegt dann das Neue ebenso, wie das Originale, das Genie. 

Aber nicht nur! Denn hier, in diesem mutig aufgenommenen Wagnis der Einsamkeit, liegt tatsächlich der Punkt der Nicht-Einsamkeit - in der Einigung mit Gott, der personalen Wahrheit, dem Sein, aus dem alles entspringt, durch teilhabende Einheit in der Wahrheit. Von hier aus ist dann auch Einheit unter Menschen nicht nur möglich, sondern Realität.




*140820*

Dienstag, 8. September 2020

Und steht die Hoffnung nicht, erhebt sich Grauen (2)

Teil 2)



So erhebt sich aus der Hoffnungslosigkeit eine Welt des Grauens. Die mit zwanghaftem, auferlegtem, gesolltem Optimismus (und sei es den der "Hoffnung" auf eine "baldige Impfung gegen Corona") dieses Fehlen der Göttlichen Tugend im Menschen ersetzen soll. Um eine Welt zu zeugen, die eine Utopie ist, ein Paradies, ein Phantasialand.
Also haben wir es mit einer Welt des "Gewußten" zu tun, einer Wissenschaft, die sich dazu gewandelt hat, einer "Bildung" die diesen Charakter angenommen hat - daß das "Gewußte" zu einem verzweifelten, also der Hoffnung entbehrenden Diktat wird, wie die Welt ZU SEIN HAT. Weil ohne Glaube die Welt zu einem Unerkennbaren zerrinnt, zu einer Welt der Schatten, ja nicht einmal dieser. Zu einem Tappen in einem dunkelen Raum. 
So erleben wir es, so erleben wir diese Welt, wie sie in den Medien herantritt, diesem bevorzugten Instrument der Manipulation, also der Gewalt am Weltwissen der Menschen - so erleben wir, daß das "Gewußte" zu einem Diktat wird, dem jeder zu folgen hat. Um wenigstens irgendwie - in sich aber zutiefst irrational - die Welt noch handhabbar weil "erkannt" zu halten.
In dieser solcher Welt darf nichts andere mehr "gewußt" - das heißt: als Wirklichkeit gesagt und gedacht - werden, als der Wille der Verzweifelten festlegt. Der somit zu einem bösen Willen wird, ja zu einem Wollen des Bösen. 
Der ebenso verhindert, daß jede Vorausschau, jedes Bild der Zukunft ernsthaft und real vorgestellt wird. Der somit verhindern muß, daß die Menschen die Tangenten an die Gegenwart anlegen, um durch deren fürderen Verlauf zu sehen, wo wir bei gleichbleibender Richtung unseres Wollens landen. 
Der damit das gegenwärtige Handeln aber aus jedem wahren Sinnhorizont herausreißen muß, um durch Vorgabediktat eines Sinnes das Sehen verhindern und bestimmen möchte. Damit wird die Vorgabe des Sinns auf jene Art zum Dogma, in der alles verhindert und bei Strafe verhindert wird, das nicht diesem Sinn entspricht.  
Denken wir dabei einfach, wenn wir den Aufweis der Richtigkeit dieser Aussagen suchen. Denken wir an die letzten Krisen, die uns bestimmen, die (angebliche) Klimakrise, die (angebliche) Corona-Krise. Wo wir erlebt haben, daß der Sinn unhinterfragt bleiben muß. Daß es sich hier wie da unausweichlich um eine existentielle, ja apokalyptische Bedrohung handelt. Wo alles, was an Daten im Täglichen auftaucht, nur noch in dieser Hinsicht gedeutet und damit zu "Fakten" gemacht wird. 
Während wir gar nicht mehr bemerken, wie anders die Welt vielleicht ist! So anders, daß bei gleichbleibenden Daten ein völlig anderer Sinn belegt wird. Der niemals von einer Gefahr sprechen könnte, die dieser dogmatisierten Sinndeutung auch nur annähernd gleichkommt.
So erkennen wir vielleicht, wie gefährlich diese Haltung der Hoffnungslosigkeit für uns werden kann. Weil sie unser Entscheiden und damit Handeln sinnlos machen kann, weil sie Hoffnung durch Zwang zur Utopie ersetzt. 
Nichts und niemandem fehlt aber die Hoffnung so sichtbar, wie der Utopie und dem Utopisten. Und nichts und niemandem fehlt dieser unserer gegenwärtigen Welt, die wie ein Schwamm vollgesogen von Utopie ist, so sehr wie die Ergebenheit in den Willen und die Vorsehung Gottes. Nichts fehlt also so sehr wie der Glaube an die weltschaffende wie welterhaltende Kraft und Wollen der Wahrheit selbst, also dem logos, auf dem alles Welthafte aufruht, weil von ihm in dieser Mehrdimensionalität des Personalen - Wissen, Ergebenheit, Liebe als Seinsbejahung - durchwirkt ist.

Damit ist die Analyse klar im Ergebnis. Daß wir in einer immer verzweifelteren Welt leben, die in dem Maß auf unser geistiges Leben (weil wir Personen sind) ausgreift, als sie den allumfassenden, in jeder Weise offenen (und damit den katholisch seienden) Glauben als Weg der Enthüllung eines uns betreffenden, die Realität durchwaltenden Wirklichen und damit als einzig mögliche Basis der von Gott eingesenkten Tugend der Hoffnung verliert. 

Die begriffen hat, daß es kein Glück außerhalb des Wollens Gottes gibt, das sich von unserem kleinen, innerweltlich bedingten, psychologisch begründbaren Wollen und Wünschen grundsätzlich unterscheidet. Weil sie jedes Ergebnis des Spiels schon im Vorhinein als das Beste, Mögliche annimmt.

Eine solche Welt aber ist eine Welt des Grauens, und eine Inkarnation der Hölle, die Satan selbst nicht möglich wäre, der aber diese Welt genau in dieser Verzweiflung des Menschen erst zur Pforte zu jener Ewigen Hölle zu machen vermag, in der wir damit vorzeitig gelandet sind, wenn wir den Glauben verloren haben.

Der wie die Hoffnung ein göttliches Geschenk, somit ein Eingreifen in die reale, fleischliche Welt ist. Fehlen aber diese beiden, fehlt der Glaube, fehlt die eingesenkte Hoffnung - was bleibt dann noch zu lieben, und aus welcher Kraft könnte dann noch geliebt werden?

Fehlt die Hoffnung, erhebt sich also Grauen und erhält ihren Namen. Es sind die Namen, die das Schicksal der Welt bestimmen. Denn auch im Anfang war das Wort. Es aber war - ein Name.




*210820*

Montag, 7. September 2020

Und steht die Hoffnung nicht, erhebt sich Grauen (1)

Vielleicht vergißt man es, vielleicht aber kann man es nur aus einer menschlich-psychologischen Warte heraus verstehen - daß die Hoffnung wie der Glaube und wie die Liebe göttliche Tugenden sind. Tugenden, die nicht "zu machen" sind, sondern die uns kraft der Sakramente eingesenkt werden. Einmal durch die Taufe (mit Ehe, Firmung und Kommunion als Vollendung) als Grundlage (das heißt wiederum: durch die Kirche generell), und dann durch jene übrigen Sakramente, die im Rahmen eines entfalteten Gnaden- und Glaubensleben gesehen werden können. Und das heißt als Tugendleben. Denn das Laster verdunkelt deren Wirkung, ja trocknet sie aus und macht sie sogar zur Anklage im Gericht.

Wenn wir uns aber hier nur der Hoffnung zuwenden, so auch in ihrem Zusammenhang mit den übrigen zwei göttlichen Tugenden, dem Glauben und der Liebe, denn sie spielen zusammen, und wirken aufeinander. Darauf wiederum greifen wir vor allem den Glauben heraus, denn er bietet jene sachliche, vernunftbetontere Grundlage, auf der im speziellen die Hoffnung aufruht. 

Und die Hoffnung wird vielleicht am wenigsten von diesen drei Tugenden verstanden. Sie hat nämlich nichts mit Optimismus zu tun, der nicht einmal ihre kleine Schwester ist oder als solche bezeichnet werden könnte. Denn jener ist eine weltlich-psychische (und psychologische) Dimension, die von aller Übernatur abgeschlossen bleibt. Die Hoffnung ist also nicht etwas, das auf Optimismus (als deren natürliche Grundlage, treu dem Wissen um die Tatsache, daß die Gnade der Natur folgt, ja diese voraussetzt.

Die Hoffnung ist aber vielleicht jene Tugend, deren Fehlen am meisten zu beobachten ist. Denn sie hat eine sehr weltliche Auswirkung und betrifft die Weise des In-der-Welt-Stehens. Sie ist darin die Haltung der Offenheit dem Begegnenden gegenüber. Eine Offenheit, die nur aus der Glaubensergebenheit zu verstehen ist, und die Zukunft in der Hand Gottes weiß. Damit bleibt sie - im Gegensatz zum Optimismus - ergebnisoffen, und ihre Freude bezieht sich gerade darauf. Während der Optimismus gerade diese Gottergebenheit ausschließt, weil ein nützliches, erwünschtes Ergebnis herbeisehnt oder gar aus der Sicherheit der weltlichen Vorbereitung heraus erwartet. In Gott aber gibt es diese Art der Sicherheit nicht, ja sie schließt sich sogar aus.

Denn für Gott ist die Welt ein Spiel, und zwar ein Tanz der Freude, des Lobes, der Selbstentfaltung, und völlig unabhängig von jedem Ergebnis, wie wir Menschen es sehen würden. Zu hoffen bedeutet nicht, irgendein "gutes Ausgehen" des Lebens - als "Gelingen" irdischer Vorstellungen, als "Heile Welt" (in den Augen der Menschen) sozusagen - zu erwarten, oder darauf zu bauen. Im Gegenteil, ist die Hoffnung davon abhängig, wie sehr im Glauben, der hier ein Glauben an die Göttliche Vorsehung ist, an Gottes Willen festgehalten wird. 

Doch an letzterem mangelt es in der Gegenwart, das läßt sich mit Sicherheit sagen. Denn am sichersten läßt sich dies aus einer politischen, medialen, sprachlich-geistigen, gesellschaftlichen Situation erkennen, in der jeder Verantwortungsträger durch sein Verhalten auf den Glauben an ein "gutes Ausgehen" einer Sache abzielt. 

Und dieses Verhalten hat sich in allen Lebensbereichen in unserer Kultur, die damit zeigt, daß ihr bereits die Grundlagen fehlen (also gar nicht mehr substituiert werden können), durchgesetzt. Es ist in der Dichte und Qualität der Propaganda erkennbar, in der "Stimmung" und "gesollter Optimismus" die Hoffnung ersetzen soll. Ja es läßt sich beobachten, daß ein enorm hoher Anteil des praktischen Lebens in irgendeiner Form die fehlende Hoffnung ersetzen soll. 

Diese Maßnahmen sind daran erkennbar, daß sie auf die menschliche Seele und deren Selbsterfahren ausgreifen wollen. Sie wollen jenen Realismus verhindern, der ergebnisoffen dem Begegnenden gegenübersteht, und bis über die Schwellen des Aberglaubens hinaus einen geistigen Raum schaffen, in dem durch zu wenig Erwartung auf ein erwünschtes Ergebnis zumindest nicht verhindert wird, daß dieses gewünschte Ergebnis auch eintritt. 

Durch erlahmendes Engagement etwa, durch zu wenig Sorgfalt, noch mehr aber durch ein Engagement, das über die realistische Haltung der Erwartungslosigkeit hinausgeht und voluntaristisch, also durch überschießendes "Wollen", über den sachlich-natürlichen Rahmen hinaus am Gelingen einer Unternehmung mitwirkt.

Im Gegenstück zum "bene-dicere", also dem "gut-sprechen" (=dem Segen), soll nun ein "male-dicere", ein "schlecht-sprechen", verhindert werden. Wenn wir es mit Redeverboten und Internetzensur sehr zahlreicher Art zu tun haben, in denen etwa eine "Leugnung der Corona-Gefahr", ein "Kleinreden der Klimabedrohung" (und der Leser wird noch eine Reihe weiterer Beispiele ähnlicher Gesinnungsweise kennen, und zwar gerade aus dem Alltäglichen) verhindert werden soll, in dem die Meinung der Menschen bestimmt und gesteuert werden soll, dann erfolgt dies aus dem Ausschließen des Willen Gottes heraus.

Das heißt, daß in allen Lebensbereichen mittlerweile jenes Vertrauen fehlt, das eine Zuwendung zur Sachlichkeit, eine Hingabe ans sachlich orientierte Tun erlaubt, sondern in jedem Moment dessen Ausgang - mit Zittern und Bangen - gewiß stellen möchte. So bricht in die einzig schöpferische Gegenwart, der Hinwendung und Öffnung der Übernatur gegenüber, die jede Zukunft zwingen wollende Hand der Angst herein. Die jedes Verhalten insofern fürchtet, als es aus der Verbindung mit der Sache selbst zu einem Ausgang führen könnte, der dem eigenen Planen und Wollen entgegensteht. Die Wirklichkeit wird zum Feind!

Fehlt also die Hoffnung, fehlt nicht nur mit Sicherheit auch der Glaube, also die volle Wirklichkeit des Wissens, sondern das Wirkliche als Wirkendes (also das aktive Element des Seins, Gottes Liebe somit) wird zur Bedrohung. Ja, jeder Augenblick selbst wird gefürchtet, weil er das Leben, die Welt aus den besorgt begleiteten Dahingleiten auf den Schienen des Guten (und das ergibt sich aus der Sachlichkeit, dem Sein im Seienden).

Paranoia ist die logische und unausbleibliche Folge, die die Hand zur Faust ballt, um alles und jeden zu zwingen und zu beherrschen. Die vor allem das zwingen möchte, das das Bewegen in principio, also vom Ursprung her, auslöst und trägt: Der Geist, das Wort, das Denken, und in dieser Linie: Das Meinen, die Sichtweise, die individuelle Überzeugung, worauf immer man es in dieser Linie noch herunterbrechen möchte.

Morgen Teil 2)



*210820*

Sonntag, 6. September 2020

Alte Messe - Neuer Ansatz (2)

Teil 2) Vor Gott steht das Volk als Ordnung, 
damit als Mosaik der Orte. 
Und es steht dem Priester, dem Vollziehenden des Opfers, gegenüber.



Das bedeutet, daß die Form der Gottesverehrung für die Menschen darin besteht, ihre Standespflichten - ihren Ort! - ins Schöne zu überhöhen, aber immer und vollkommen zu erfüllen. Dies geschieht am Sonntag prototypisch, in seiner vollkommensten, eben nicht einfach auf Nützlichkeit ausgerichteten Gestalt, als Quelle, die nach und nach auch den Alltag durchdringen sollte, als Ursprung wie Ziel des eigenen Lebens, das im Alltag oft so erstickt und profaniert wird. Am Sonntag aber wird es wieder aufpoliert, in seine Idealform gebracht, auf das man ab Montag "auf ein Neues" versucht, diese Form zu wahren, bis zum Samstag, wo alles wieder verknautscht, verstaubt, abgeplattet und profaniert ist.

Daß das so ist, ja daß das die eigentliche und praktische Grundlage unseres Daseins als Katholiken ist, ist uns völlig aus dem Bewußtsein verschwunden. Und daran hat die Liturgie Schuld! Und zwar nicht erst der Novus Ordo, der das nur noch weiter gesteigert hat, sondern das zeigt sich bereits im Alten Ritus, der Alten Messe. Es zeigt sich, wenn die Gläubigen vergessen, wo und was ihr eigentlicher Part in dem ganzen Spiel des Heiligen ist. Aber das ist nicht unwesentlicher Teil des Ganzen, sondern es ist entscheidend. Denn wenn wir von Teilhabe am Erlösungs- und Heilsgeschehen reden, dann reden wir von der rechten Haltung im Volk! Wir reden NICHT, daß die Gläubigen (meinetwegen in einer nicht ganz so "echten" Form wie der Priester) die Heiligsten Handlungen des Opfers vollzieht! Wann und wo und in welcher Religion sollte das je so gewesen sein?

Man kann es noch in der Orthodoxie ahnen. Die in ihrer Trennung von Rom zwar der Hybris ihre weltliche Gestalt gab, die sie ins Verderben zog und zieht, die aber in dieser protestantischen Katatonie so etwas wie ein Kaleidoskop uranfänglicher(er), damals noch amorpher Richtungen des Wirklichen gestattet. Die damit in dieser Zeit der reversierten Gestaltpolitik, also der Entstaltung (deren kulturelle Dimension bei der Liturgie ansetzt und beginnt, nicht umgekehrt, wie oft getan wird), die auf andere Weise eine Verschleierung mehr denn eine Enthüllung bietet (was der eigentliche Sinn der Liturgie bzw. des Kultes wäre: Die Verbindung von Himmel und Erde, die Inkarnation des Göttlichen bzw. Gottes selbst, wie in der Kirche wie durch sie eben), die in solchen Zeiten also wieder etwas sehen und begreifen lehren kann, was sonst gefährlich nahe dem Vergessen liegt. 

Und in diesem Punkt kann man so etwas sehen. Weil in eben dieser russisch-orthodoxen Liturgie* das Volk im Vorraum ausharrt, betet, singt. Wo die Schola singt, und dieser Raum in eine Atmosphäre des Heiligen, Erwartungsvollen getaucht ist weil "dort verbleibt". In den sich Gott dann (durch den Priester) hineinneigt, in der Kommunion, in den Teilen eben, in denen sich der Priester direkt ans Volk wendet. So, wie man es bei manchen Kirchenbauten noch ahnen kann, wo die Bänke weit weit weg vom Presbyterium stehen und so in den Gläubigen, im Volk "automatisch" jenes unendlich Heilige geahnt wird, als unendlich Fernes, das sich uns plötzlich doch nähert, aber so "ganz anders" ist, daß man ihm nur mit Staunen begegnen kann. 

Sind wir nicht genau da und genau so Kirche? Wer da meint, es handele sich hier um ein Balbieren des Kaisers Bart, der irrt. Denn hier geht es um Rang und Stellung des menschlichen Daseins überhaupt, um die Stellung der Arbeit und allen menschlichen Tuns. Die Liturgen der Gegenwart tun ein wenig zu sehr - und zwar auch die der Alten Messe - als sei das alles unbedeutend, weil es doch nur darum gehe, Sanctus und Halleluja zu singen! Dabei machen die Engel, macht die himmlische Liturgie, die zu uns Menschen kommt, an der wir unserem Stand nach (!) teilhaben, nur das explizit, was unserem Handeln als Geschöpfe, als geschaffene Welt implizit ist. Wenn man so will: Es geht hier sogar um den Universalienstreit, der in seiner Gegenpolarität zur Bestreitung von Universalien eine Tendenz hat, die Rosmini einmal mit "Verdinglichung von geistigen Begriffen" bezeichnet.

Ob also Martin Mosebach nicht die Liturgie zu sehr aus dem Blickwinkel des Künstlers (in der Standescharakteristik dem sakramentalen Priester einerseits gleich, anderseits nur durch die Sakramentalität der Weihe und deren Folgen unterschieden) sieht. Ob er aber sonst nicht etwas propagiert, das bestenfalls als "Gespräch unter Priestern" möglich und gestattet ist, aber den Kern der Liturgie, ihr Problem - ihr Verhältnis zu den Gläubigen, zum Volk! - völlig verfehlt. Ja, wo sogar die Alte Messe dieselben Irrtümer fortsetzt, die man in der Neuen Messe dann in Vollgestalt zu Gesicht bekommt.


*Auf diese russische Orthodoxie bezieht sich des VdZ Äußerung an dieser Stelle. Weil er sie dort meist zumindest fand. Wenngleich auch dort längst "moderne" Ent- und Verstaltung in erschreckend naiver Weise um sich greift. 

An sich aber ist die russische Orthodoxie ihrem Selbstverständnis nach die aus dem Hause gezogene, den Haushalt mitgenommen haben wollende Tochter der byzantinischen, also griechisch-orthodoxen Kirche, und damit vorgebliches Abbild des Urbildes, was übrigens ein Irrtum ist, weil die "alte" russisch-orthodoxe Liturgie ursprünglicher war als die im 18. Jahrhundert nach eingehendem Skriptenstudium angeblich in Athos herausdestillierte "wahre alt-ursprüngliche Liturgie", denn diese war, wie man heute weiß, bereits mehr verändert, als die alt-russisch-orthodoxe Liturgie, weshalb es noch heute in Rußland "Altgläubige" gibt.



Samstag, 5. September 2020

Alte Messe - Neuer Ansatz (1)

In einem amerikanischen Magazin findet sich ein Artikel aus der Feder von Martin Mosebach (im Link in Deutscher Originalfassung abrufbar), in dem dieser sehr schön und richtig die Bedeutung der Wiederholung hervorstreicht. Denn die Liturgie ist niemals eine nach menschlichen Zweckkriterien zu beurteilende Handlung, in der das Ewige zeitlich wird. Sie ist "nutzenlos", wie die Kunst es ist. Gerade in der Wiederholung - man denke an das dreimalige Kyrie/Christe eleison, das Agnus Dei usw. Es stellt dar, daß in der Ewigkeit - und die Heilige Messe ist ein solcher Einbruch des Ewigen - alles gleichzeitig und ununterbrochen ist. Sich also nicht wie in der Welt einfach in zweckhaftes Hintereinander zergliedert, das in Wahrheit ja auch nur ein (aber mangelhafter) Weg ins Ewige ist, das als Resultat der Handlung aufleuchtet.

Der Artikel von M. Mosebach handelt substantiell über die Wiederholung in der Liturgie. An sich gut, aber wieder, und noch deutlicher fällt mir auf, daß das, was er da beschreibt, ein Einbinden des Volkes zu einer Art "gemeinsamer Liturgie" ist. Dies erscheint mir als Tautologie. Denn das Volk ist ALS VOLK Teilnehmer, aber nicht als Teil der Opferung, die dem Priester vorbehalten bleibt. Er zeigte ja auch andernorts wiederholt, daß er die Schönheit der Liturgie aus der Warte des Priesters sieht. Er erfreut sich an den priesterlichen Handlungen, die er verstehen möchte, und je mehr er sie versteht, desto mehr erfreut er sich daran.

So weit, so gut. Doch fällt in diesem Artikel etwas auf, das Mosebach an anderer Stelle mit der Äußerung beleuchtet hat, daß für ihn mit jedem Messbesuch die Schönheit und Würde der Liturgie in dem Maß aufleuchte, als er sie immer mehr und immer neu zu verstehen beginne. Etwas, dem vermutlich gerade diejenigen, die sich der Alten Liturgie (und mit gewissem Recht) zuwenden, mit Entzücken erfüllen dürfte.

Aber der VdZ stellt sich die Frage, ob sich hier nicht ein Elend abzeichnet, das sogar der Grund dafür ist, daß die Zerstörung der Liturgie eigentlich und in einer viele Jahrhunderte langen Reihe als logische Konsequenz GERADE der Alten Liturgie begreifen lassen könnte. Das Schlüsselwort dazu ist die "participatio actuosa", die im Zweiten Vatikanum zu einem Zentralthema wurde, also: wie kann das Gottesvolk an den Früchten der Liturgie bestmöglich teilhaben. Dazu führte man genau das an, was in der Auffassung von Mosebach durchschimmert - man band die Gläubigen, also "das Volk" immer mehr in die eigentlichen liturgischen Handlungen ein.

Der VdZ stellt sich aber die Frage, ob das so richtig ist. Ob nicht die vielfach stattfindende Rückwendung zur "Alten Liturgie" eine Art verzweifelter Rückgriff auf einen Zustand ist, in dem die ihr eingewachsene, immanente Liturgiezerstörung einfach auf einen Zustand vor sechzig Jahren zurückgestellt werden soll, dem aber bereits jene Bresthaftigkeit innewohnte, die den Entwicklungen nach 1965 keine Gegenwehr mehr zu bieten hatte, und in der Theologie fast ausnahmslos von allen Konzilsteilnehmern gutgeheißen wurde. Selbst heute als "konservativ" dastehende Stimmen waren mit dieser Liturgie nicht mehr einverstanden und arbeiteten (wie Romano Guardini) an deren Entwicklung.

Innerhalb einer Liturgie die, so nebenbei, niemals verboten war, weil sie gar nie verboten werden kann, die Kirche hat das Recht dazu gar nicht, denn die Liturgie ist Gottes Werk, sie ist nicht von Menschen geschaffen. Sie ist Geschehen im Himmel, nicht auf Erden, wo sie nur spiegelt, wiedergibt. Sie ist somit ein Einblick in die göttliche, himmlische Liturgie als Zueinanderbewegung aller Elemente der Schöpfung, Ausfaltung des Innenlebens wie des Wissens und der Ideen, der Ordnung Gottes.

Und hier setzt die Frage an, die sich der VdZ stellt, und die ihm umso dringender scheint, als er selber erfahren hat, wieder und wieder erfahren hat, daß es in der Liturgie "zwei Hälften" gibt, die zueinander in einem Ordnungsverhältnis stehen. Das ist hier die priesterliche Opferhandlung als Selbstopfer Gottes vor ihm, in dem Gott sich gewissermaßen zu sich selbst zurückbiegt, in der dreifaltigen Personalität Sohnesopfer - Vater - im Heiligen Geist, der das Zueinander dieser beiden trägt und ist.

Dieser größten aller möglichen Handlungen, einer innergöttlichen Handlung also, wohnt in je abgestufter Weise die Kirche bei, der in der Liturgie die Würde zukommt, diese innergöttliche Handlung zu entbergen. Mit den Zentralpositionen - dem sakramentalen Priester, der ja "in persona Christi" das Opfer ist wie vollzieht, in den Engeln, die diesem Teil der Liturgie beiwohnen. Die durch die Ministranten (die Helferlein der göttlichen Gedanken, die sie zur Wirkung tragen sollen) repräsentiert wird, die in gewisser Weise also zum Inhalt der Liturgie selbst gehören, die der Priester aber vollzieht.

Diesem Teil der göttlichen Liturgie stehen als Schöpfungsteil (Christus ist nicht geschaffen, sondern gezeugt) in Christus zur Kirche gefügt, der vollkommensten Ordnung der gesamten Schöpfung vor Gott, der aber niemals in derselben Weise christifiziert wird, die restlichen Kirchenmitglieder gegenüber. Sie (als Menschen, niemals Gott) werden analog christusförmig, nicht sakramental-real wie der Priester. Sie leben aus der Liturgie, sie sind Kirche IN dieser Liturgie. Als herausgestelltes Wissen Gottes, das zu seiner Verherrlichung und Ehre besteht. Sie sind nicht sakramental "alter Christus", also der andere Christus, nicht zumindest in derselben Weise wie es der Priester ist.


Die Weise, wie das Volk an der Liturgie teilhat, ist also die in der Rolle ALS VOLK. Wer wissen will, wie das zu verstehen ist, sollte einen Blick auf die orthodoxe Liturgie werfen, die auch bis zum Ende des Mittelalters der Liturgie des Westens weitgehend glich. Das zeigt sich in der Architektur deutlich, wo als Pendent zur ostkirchlichen Ikonostase, die bis heute besteht und die Presbyter, die Priester vom Volk trennt, der "Lettner" bestand, der in gewisser Rudimentarität noch im sogenannten "Speisegitter" fortbesteht. Während aber im Westen dieser Lettner zum Altar gewandert ist, was sich in den barocken Hochaltären am deutlichsten zeigt, blieb er in der Ostkirche dort, wo er war - in der Ikonostase.

Die Trennung der beiden Sphären - priesterliche Opferhandlung und Volk - besteht also bis heute in der westlichen Kirche, wurde aber seit den 1970er Jahren mehr und mehr aufgelöst, bis sich in den meisten heutigen Kirchen und schon gar in der Liturgie Volk und Priester "ineinanderschieben". Das greift einerseits der theologischen Entwicklung nicht nur weit weit vor, sondern es überrundet den theologischen Stand sogar. Setzt also praktisch eine Tatsache, die sich auch in der inneren Entwicklung der Menschen zeigt, die aber gar nicht dem theologischen Tatbestand entspricht: Die Gläubigen werden zu Mitzelebranten!

Genau das, was vielfach kritisiert wird, und warum? WEIL dieses Mitzelebrieren gar nicht jene Haltung ist, IN DER die Gläubigen, also das Volk (abgesetzt gegen die Priester), in dieser Haltung GAR NICHT an den Früchten der Erlösungstat teilhaben! Sie werden also "architektonisch" zu einer Fehlhaltung verleitet, ja erzogen, die exakt den Fehlentwicklungen der Moderne entspricht. In der sich der Mensch als Herr und Meister seines Schicksals empfängt, in dem er die Gnade eigentlich gar nicht mehr braucht, und gar nicht und nichts mehr empfangen will. Das ist ja der Grund für jenes Desaster, das wir heute kulturell erleben - unsere Kultur hat ihr entscheidendes Element verloren, das des Bittens und Empfangens, das in gewisser Hinsicht auch der Stellung von Mann (Priester) und Frau (Volk), der Entsprechung von Form und Materie entspricht. Das zieht sich bis in die kleinsten Alltagsgewohnheiten durch. 

Blicken wir auf das oben Gesagte zurück, so fällt also nun vielleicht eine Parallele auf, die seltsamerweise kaum jemand zu berücksichtigen meint. Seltsam deshalb, weil gerade die Liturgen unter den Gläubigen, die also begreifen, wie sehr die Liturgie es ist und immer war, die eine Kultur (weil die Menschen) formen und dann tragen, dieser entscheidenden Entwicklung in nichts weniger folgen. Wenn es sich anders verhält, so ist es Zufall, entgeht aber als eigentliches Geschehen der Aufmerksamkeit.

Denn daß der Gläubige, das Volk an der sogenannten Alten Liturgie weit mehr partizipiert, als er es in der Neuen tun kann (dem Novo Ordo), was soweit geht, daß dem Novo Ordo Missae mit gutem Recht sein eigentliches Sein ALS Liturgie abgesprochen werden muß, sodaß er sehr oft sogar in die Nähe einer prinzipiellen Blasphemie rückt, in der sich Form und Inhalt nicht mehr entsprechen. Aber dieses Partizipieren hängt sehr oft (wie der VdZ meint) von ganz anderen Umständen ab, als die frommen Teilnehmer an einer Alten Messe meinen könnten.

Nicht davon nämlich, was oft zu beobachten ist, daß diese die Gebete des Priesters mitbeten ALS wären sie an seiner Stelle (auch wenn sie das explizit bestreiten würden - sie TUN es) und als wäre das, was der Priester tut, auch das, was sich in ihnen nachvollziehen soll (so wie Gestalt eben Geist prägt), sondern durch zufällige Faktoren, die nicht selten einfach mit den architektonischen Gegebenheiten der Architektur zu tun haben, der gegenständlichen Kirchen als Gebäude also. Wo etwa zwischen Presbyterium und Volksbänken eine riesige Distanz ist, sodaß es der Idee der Ikonostase zumindest in der Wirkung fast gleichkommt.

Was unterscheidet das Volk und sein Handeln im Rahmen des "allgemeinen Priestertums" (wie es das Zweite Vatikanum nennt) vom spezifischen Priestertum des sakramentalen, geweihten Priesters "in persona Christ"? Eigentlich ist das schon ausgedrückt: Während der Priester die Heiligsten Handlungen vollzieht, an deren Ergebnis er das Volk dann teilhaben läßt, geschieht die Gottesverehrung des Gläubigen IN SEINEM LEBENSALLTAG DURCH SEINEN LEBENSALLTAG. Auch das läßt sich in gotischen Kirchen wunderbar begreifen, man denke an die Kirche in Garsten bei Steyr: Wo sich in den Kirchenbänken die irdische, ständische Ordnung des Alltags findet. Deshalb "zieth man sich schön" an - man führt in seiner Kleidung sein Sein als Mensch (Volk) zur schönst möglichen Form, und das ist immer eine Übersteigerung, ein Herausnehmen aus dem nur Nützlichen, ein Überhöhen der Alltagsformen. Es wird eben zum Spiel.



Morgen Teil 2) Vor Gott steht das Volk als Ordnung, 
damit als Mosaik der Orte. 
Und es steht dem Priester, dem Vollziehenden des Opfers, gegenüber.


Freitag, 4. September 2020

Die Grenze ist bereits überschritten (2)

Teil 2) Es gibt somit nirgendwo mehr Grenzen


Besonders besorgniserregend war für Epstein die Entdeckung, wie alle diese Internet-Firmen bereits zusammenarbeiten. GOOGLE und AMAZON etwa sind bereits eine Symbiose, wie sie für den einfachen Menschen kaum vorstellbar ist. Einer braucht den anderen, einer nährt den anderen, einer bedient sich des anderen. Dazu kommt die fatale Autorität, die die Menschen Google-Suchergebnissen beimessen. 
Vor allem GOOGLE ist die große Gefahr. Es verwendet wirklich alles, was sich im Datenverkehr abspielt, sogar die ungesendeten Mails, die Dokumente in den Clouds, die Fitnessdaten, alles, wirklich alles. Und je vertraulicher, desto besser.  Nicht nur Inhalte sind dabei von Interesse, darin täuschen sich die meisten ohnehin. Viel interessanter sind Bewegungsdaten, Verhaltensdaten an der Tastatur, Reaktionszeiten, Surf-Ereignisse, Herzfrequenzen, Verweilzeiten ...  
Und über die IP-Adresse ist jeder persönlich zuzuordnen, sobald er den Computer oder das Mobiltelephon oder den Pulsmesser oder oder oder einschaltet. Speziell Android spioniert einfach alles aus, was sich rund um den Besitzer des iPhone abspielt. Und wer den Chrome-Browser benutzt, steht direkt mit allem, was er tut, auf den Google-Monitoren. Alexa ist sowieso der absolute Wahnsinn an Überwachung und Datenauswertung rund um die Uhr.  
Und wenn Sie meinen, dem Geliebten intimste Liebesnachrichten über ihr iPhone senden zu müssen, gewürzt mit Photos und Videos, weiß (und besitzt!) Google auch noch jede Information über ihre sexuellen Geheimnisse und Gebräuche. 
Dabei geht Google geschickt genug vor, daß auch direkte Zensurmaßnahmen nicht bemerkt werden. Indem es einfach den Austausch und Verkehr von unerwünschten Informationen unterdrückt, drosselt, umleitet, verschwinden läßt oder letztlich abdreht. Umgekehrt wird erwünschter Datenverkehr gefördert, gepusht, oder heimlich eingeschleust.
Oder was glaubt der Leser, warum immer noch fast alle Daten-Dienste fast oder ganz "gratis" sind? Es ist ja nicht einmal mehr überschaubar für den Einzelnen, was für Firmen, was für Produkte, was für Programme Google gehören und zur Datensammlung genutzt werden. Google hat, so erklärt Epstein, über jeden Menschen dieser Erde mittlerweile ein DREI MILLIONEN SEITEN-ÄQUIVALENT VON INFORMATION.
Dabei geht die Manipulationsmacht von Google schon weit über Suchergebnisse hinaus. Das "Wissen", das sich Google in ungeheuren Datenmengen angeeignet hat, ist ausreichend um jeden, wirklich jeden in unseren Ländern erpressen und manipulieren zu können. So hat Google jedes Unternehmen letztlich bereits in der Hand, und kann auch das Spendenaufkommen für die Parteien (in diesem Fall: Die Demokraten) steuern. So hat der Konzern die Politik auch auf diesem Weg in der Hand.

Weite Bereiche der Wirtschaft sind für diese Macht sogar noch dankbar und bedienen sich dieser Informationsmacht, weil sie auf die eine oder andere Weise ebenfalls davon profitieren. Was erneut die Macht vor den Gesetzgebern erhöht, die daran gehindert werden, effektive Regulierung und Beschränkung dieser Einflußmöglichkeiten zu installieren.
Freilich, ein wenig kann man sich zur Wehr setzen. Indem man alle Produkte meidet, die mit Google zu tun haben. Einen anderen Browser wählt, ein anderes Mail-System, andere Suchmaschinen, usw. Weg von Google, so muß das Gebot heißen. Was Google schon an Daten hat, hat es, klar, da kann man eh nix mehr machen. Aber man kann sich fürderhin schützen. Und das ist mittlerweile ein Akt des Selbstschutzes jeder demokratischen Gesellschaft! 
STOP BIG TECH NOW!
Donald Trump hat schon deshalb (oder: nur deshalb) größtes Interesse an so einer Beschränkung, weil sich diese Macht direkt und offen gegen ihn richtet und verhindern will, daß er erneut Präsident wird. Trump kämpft somit aus Eigeninteresse gegen diese ungeheure Wirtschafts- und Datenmacht. Aber er hat keine Chance, meint Epstein, und er hat sich auch bisher in allen Versuchen nicht durchsetzen können, diese Gesellschaften und vor allem Google einzuschränken. 

Doch liegt es im vitalen Interesse der westlichen Gesellschaften, diese Manipulationsmacht zu beschränken, meint Epstein. Und zwar JETZT. Wenn das nicht gelingt, werden unsere Staaten in der allernächsten Zukunft komplett von diesen Gesellschaften manipuliert und beherrscht.

Nachsatz: Es ist bizarr - und der Leser kann sich seinen eigenen Reim darauf machen, wie perfide die Strategie aussieht, die auch die "Gegner" einschließt - diesen Beitrag auf einem Google-Blog unter Verwendung von Youtube (=Google)-Videos zu verfassen.

Zweiter Nachsatz: Ob dieses verlinkte Video auf Twitter mit oben erwähnten Tatsachen etwas zu tun hat, möge der Leser selbst beurteilen. Eine Kompilation von Grenzüberschreitungen, die fassungslos macht, ist es allenfalls. Die den Eindruck nicht ganz verbergen kann, daß den Demokraten (Linken) wirklich schon jedes Mittel recht ist, um Trump zu verhindern. Nötigenfalls fackeln sie auch das ganze Land ab, und stampfen die Welt, so nebenbei, in Klump und Asche. COVID funktionierte da noch gar nicht so nach Wunsch, obwohl man sich kaum mehr ausdenken kann.

Und DAMIT hat das alles ja wohl auch nichts zu tun. Sechshundert jüdische Organisationen haben sich offiziell als Unterstützer von Black Lives Matter (BLM) geoutet.

Dritter Nachsatz: Da wirkt dieses Video, ebenfalls auf Twitter zu sehen, als humoriger Abschluß. Mit dem der Leser eine Bildungslücke schließen kann: Es gab nie eine "white supremacy", nie einen kulturellen Kolonialismus. Vielmehr war alles umgekehrt! Er war offenbar nur sehr sehr gut verborgen.






*020920*

Donnerstag, 3. September 2020

Die Grenze ist bereits überschritten (1)

Wenn Präsident und Vier-Sterne-General Dwight D. Eisenhower schon zu Anfang der 1950er Jahre in einer beeindruckenden Rede vom Aufstieg eines militärisch-industriellen Komplexes sprach, der sich anschickte, die Macht im Lande (und weltweit) zu übernehmen, so sprach er noch als Warnung und Möglichkeit. Und noch vor zwanzig Jahren wurde, sogar noch in unserer gegenwärtigen Sprache dies als Potenz abgehandelt.

Aber die Grenze ist bereits überschritten. Wir stehen, meint der amerikanische Psychologe und Journalist Dr. Robert Epsteinheute an einer Wasserscheide, und wir können nicht einmal sagen, ob die nicht schon passiert ist. Denn er war erschrocken, was er, Demokrat bis in die Wolle, als Ergebnis seiner Forschungen herausbrachte. Denn an sich wäre er ja mit allem einverstanden, was die Gesellschaften und die Welt in Richtung links brächte. Doch das ist gar nicht der Fall, und die Tatsachen wenden sich nach Belieben, also wenn gewünscht auch gegen linke, "demokratische" Bewegungen und Haltungen.

Denn Firmen wie GOOGLE, AMAZON und FACEBOOK stehen heute in einer Machtposition, wo sie einfach machen können, was sie wollen. Und können - und tun es - mit einer Freiheit und Frechheit Meinungen und Stimmungen manipulieren, die einem das Blut in den Adern gefrieren läßt. Dabei geht es auch nicht um links oder rechts. Sie stärken nicht nur das kommunistische Regime in China, sondern auch die extreme Rechte in Kuba, je nach Bedarf, je nach Geschäftsinteressen, je nach persönlichem Interesse. Vier Milliarden Menschen stehen bereits unter der Fuchtel dieser Datenkraken.

Sie mischen so aktiv in den demokratischen Entscheidungsprozessen mit, daß man davon sprechen MUSZ, daß die Demokratie am Rande des Unsinns steht, weil ihre Ergebnisse von den großen Medienkonzernen so gelenkt sind, daß man von freien, demokratischen Wahlen gar nicht mehr sprechen kann. 

Epstein hat mit Erschrecken selbst in Experimenten festgestellt, daß sich bei entsprechender Informationsleitung der Probanden eine Entscheidung - je nach Persönlichkeit und Hintergrund der Probanden - bei bis zu 65 Prozent (also bei zwei Dritteln) direkt veränderbar und manipulierbar ist. Zumindest kann ein Proband verunsichert, in seiner Haltung also geschwächt werden.

Diesen Einfluß optimieren diese Konzerne permanent. Und sie tun es mit der ungeheuren Datenmenge, die sie haben. Und die sie sich auch durch unverfrorenes Ausspionieren selbst privatester Nachrichten und Korrespondenzen aneignen. Speziell Google manipuliert schon praktisch alles und jeden, der seine Tasten an einem Computer oder in den social media bewegt (oder wischt). 

Nachweislich, und als Firmenpolitik. In einem geleakten internen Video sprechen Google-Manager davon, daß sie die Möglichkeit "to re-engineer humanity" (sehen Sie sich das 8 Minuten-Video an!), also die Möglichkeit die Menschheit neu zu programmieren, haben. Man macht es dabei so geschickt, daß es niemand merkt und merken kann, wie er in eine Richtung gelenkt wird, in die er eigentlich gar nicht gewollt hätte.
Und letztlich kann wohl jeder irgendwo "erwischt", verunsichert, geleitet und manipuliert, versucht, verführt und übertölpelt werden.
Natürlich ist der Traum von der Allmacht über die Menschen der Welt im letzten eine Selbsttäuschung. Weil diese Leute - im Gleichschritt mit ihrer "akademischen Exzellenz", die heute eine Verblödung bedeutet, die aber in ihrer Hermetik und rationalen Geschlossenheit unter Bezug auf äußerst geschickt verborgene mythologisch-irrationale Positionen zweifellos gewisse Perfektion erreicht - von einem Menschenbild ausgehen, das die unversehrbare innerste Seelensubstanz nicht kennt weil akzeptiert und leugnet. Für sie ist der Mensch eine Maschine, ein Mechanismus, ein mechanistisches, materialistisches Gebilde. Geist gibt es nicht, er ist nur eine Täuschung, ein Epiphänomen. 

Dafür, für so ein irriges Menschenbild sorgt in erster Linie die schwachsinnige Evolutionstheorie, in der der Mensch nur ein höher entwickeltes Tier ist, von diesem in nichts sonst zu unterscheiden. Außer der technischen Komplexität. 

Man muß zugestehen, daß die Möglichkeit, den Menschen in seiner Weltpräsenz zu manipulieren, sehr tief und sehr weit reichen kann. So weit, daß die Schwierigkeit, das unverbrüchliche Anstehen an die Wahrheit in Gott, dem Sein, enorm groß werden kann. Sodaß der Weg zur Wahrheit für die allermeisten Menschen kaum noch zu finden ist.

Morgen Teil 2) Es gibt somit nirgendwo mehr Grenzen


*020920*

Mittwoch, 2. September 2020

Man muß Roß und Reiter nennen (3)

Teil 3) Wen kümmern heute noch die Freimaurer?
Die wahren Täter sind nicht die Freimaurer.


Wir haben es heute nicht mehr mit Freimaurerei zu tun, wenn wir die destruktiven Strömungen in unserer Kultur begreifen wollen, auch wenn in verschiedenen Fällen und Punkten noch Einfluß da sein mag. Die historische Situation hat sich völlig verändert. 
Der einzige Grund, warum trotzdem noch immer "Freimaurerei" gerufen wird, ist, daß die Menschen Angst davor haben, das Wort "Juden" in den Mund zu nehmen. Und das zeigt, wer wirklich heute die Macht hat, und wie groß die schon geworden ist.  
Es sind Juden, und zwar bestimmte Juden, die im Namen einer Ideologie (die diffus als Religion bezeichnet wird, was sie aber überhaupt nicht ist), die die Vorherrschaft und Macht einer bestimmten gesellschaftlichen, kulturell etablierten Gruppe anstreben. Das hat auch mit Ethnizität - also dem eigentlichen Inhalt des Wortes "Antisemitismus" - nicht das Geringste zu tun!
Wer also die wirklich mächtige, den Strom der Geschichte bestimmen wollende Einflußnahme erkennen will, und zwar vom Fuß des Kreuzes bis zu den Denkmalzerstörungen der letzten Zeit, muß ihn auch nennen: Es sind (bestimmte) Juden und deren Organisationen! Die nicht davor zurückscheuen, sogar die eigene Herkunftsreligion in Geiselhaft zu nehmen, und jeden, der sie kritisiert und erkennt als "Antisemiten" zu diskreditieren.
Es geht um den Kampf gegen den logos, es geht um den Kampf gegen die innere Struktur der Welt! Und was haben alle diese Anti-Logos-Bewegungen gemeinsam? Es ist der jüdisch-revolutionäre Geist!
Es ist ein Jude namens George Soros, der BLM (Black Lives Matter) finanziert, und das ist die aktuellste revolutionäre Bewegung. George Soros ist aber kein Freimaurer! Und es ist nicht das Zweite Vatikanum, es ist nicht einmal (direkt) Nostra Aetate! Es ist vielmehr die Superstruktur, die sich darum gebildet hat, und die sich "Christlich-Jüdischer Dialog" nennt. Die nichts anderes bewirkt und bewirken soll, als die Kirche in Schach zu halten und mundtot zu machen. Das war ein fataler Fehler, wie sich längst herausgestellt hat, und das müßte deshalb auch so bald wie möglich eingestellt werden.

Warum die Kirche freilich derzeit in Irland nichts dazu sagt, daß sich dort die Abtreibung dermaßen ungebremst etabliert, ist ein Rätsel, das sich der historischen Forschung nicht erschließt. Jones findet deshalb keine andere Erklärung als Erpressung. Anders als mit Erpressung des Klerus ist dieses unglaubliche Schweigen der irischen Kirche zu den Zuständen, die sich in Irland derart rasant ausbreiten, nicht zu begreifen. 

Das hat der Fall von Kardinal MacCarrick in den USA gezeigt. Der zu allem Ja und Amen gesagt hat, was das Regime verkündete, WEIL ER ERPRESSBAR WAR. Es ist zum Beispiel mehr als realistisch anzunehmen, daß man Photos von ihm hatte, die ihn in kompromittierenden Situationen zeigten. 






*170820*

Machtwechsel

General De Gaulle
Ob den Demonstrierenden in Berlin klar ist, daß sie im Grunde dieselben Ideen vertraten und vertreten, die DeGaulle vertrat? Ein eigenes, starkes Europa der starken Nationen, allen voran Frankreich und Deutschland als stabile, starke Achse, im Spiel der Weltmächte USA, Rußland, China, Weltmächte unter ihresgleichen. Frankreich dabei sogar als eigenständige Atommacht, frei von Amerika, Freier unter Freien. Vive la France! Vive l'Europe!

Auch 1967 und 1968 brannte Paris. Wegen der Studenten, die auf die Straßen gingen, Autos ansteckten, Pflastersteine aus den Straßen rissen und gegen die Faschisten warfen, deren Schaufenster sie eintraten. Und nach Menschenrechten und Frieden riefen. 

Wie sich die Bilder gleichen.
Mit EINEM Unterschied.
Alles, um die Herrschaft der Väter zu stürzen, die auf den Sesseln saßen, die jene Phalangen aus Polizei und Militär befehligten, die ihnen entgegentraten und die Ordnung herzustellen trachteten. 

Wie die Zeiten gewechselt haben. Wie die Seiten gewechselt haben. 2020 sitzen diese selben linken Studenten auf den Stühlen, von denen aus die Polizei befehligt wird, und ihnen treten auf den Straßen jene entgegen, deren Väter damals auf den Stühlen saßen. Sie rufen nach Menschenrechten und Frieden.

Woran man das am sichersten erkennt? Am einzigen, was sich geändert hat: Heute rufen die, die in den Sesseln der Macht sitzen, jenen, die auf die Straßen gehen und um ihre Rechte besorgt sind, sie seien Faschisten. Damals war es genau umgekehrt.



*010920*

Dienstag, 1. September 2020

Man muß Roß und Reiter nennen (2)

Teil 2) Aber auch die pauschale Kritik am Zweiten Vatikanum 
bewirkt das Falsche


Das betrifft im Speziellen die heute so populäre (Anführungszeichen; aber mit diesem Wort muß man es bezeichnen) Anklage, "die Kirche" sei durch Mißbrauchsfälle gewissermaßen abgesoffen. Auch hier ist es entscheidend, präzise, spezifisch zu bleiben, ja überhaupt erst zu werden. Und bei der Frage anzufangen, ob die Kirche ein Problem der Homosexualität (denn die allermeisten sogenannten Mißbrauchsfälle sind Homosexuellenfällekeine Fälle von Pädophilie) hat oder nicht! 
Schon die allermeisten Bischöfe fangen aber bei diesem Thema an, zu schwimmen, herumzureden, und ihre Äußerungen gleiten ins völlig Diffuse ab. Damit schafft man mehr Probleme, vor allem gravierende Probleme, als daß man welche löst (weil man jemanden "schützt").
Man muß deshalb endlich Roß und Reiter nennen! Und das Hauptquartier dieser Homosexuellenmafia, die die Kirche in Geiselhaft hält, ist der Jesuitenorden, besonders in den USA mit der Gallionsfigur namens P. James Martin. 
Man tut der Kirche in demselben Sinn auch keinen Gefallen, wenn man "das Zweite Vatikanum" pauschal kritisiert, E. Michael Jones weist immer wieder darauf hin. Es stimmt historisch auch nicht, seinen nicht immer geglückten Ausgang den Freimaurern zuzuschreiben. Es entspricht nicht den historischen Tatsachen, auch wenn es eine honorige Person wie Erzbischof Viganò sagt. 
Das macht auch der Umstand nicht besser, als Viganòs Demontage als Nuntius in den USA dem Treiben des - homosexuellen, mittlerweile nicht nur von allen Ämtern suspendierten, sondern sogar laisierten - Kardinals McCarrick zuzuschreiben ist.
Man sollte doch vielmehr beginnen, das Zweite Vatikanum im Lichte der Tradition zu interpretieren. Sämtliche Probleme würden sich dann in Nichts auflösen, meint E. Michael Jones. 

Die Freimauerei war im 18. Jahrhundert wirkungsvoll und auf ihrem Höhepunkt als Gegenpol zu den Jesuiten, die sie massiv (und erfolgreich) bekämpft haben. Weil sie weit früher als die Kirche die Mittel des geistigen Krieges erkannten und einsetzten. Die aber heute weitgehend wirkungslos sind. Die Freimaurerei hat sich überholt, sie ist in dieser gegenwärtigen Welt bedeutungslos geworden. 
Warum? Weil die Revolutionen, die die Freimaurerei überall anzettelten, um Throne und Altäre zu stürzen, siegreich waren und heute so allgegenwärtig geworden sind, daß es nichts mehr zu tun gibt.

Morgen Teil 3) Wen kümmern heute noch die Freimaurer?
Die wahren Täter sind nicht die Freimaurer.


*170820*

Montag, 31. August 2020

Man muß Roß und Reiter nennen (1)

Da hat E. Michael Jones schon Recht, wenn er sagt, daß man der Sache keinen guten Dienst erweist, wenn man die Geschehnisse rund um das Zweite Vatikanische Konzil nur mit anonymen Zuschreibungen bedenkt, die diffus von "Einfluß" und "Tendenzen" sprechen. Vielmehr lassen sich diesen Einflüssen Namen und konkrete Ereignisse zuschreiben, in denen versucht wurde, auf Dokumente wie Nostra Aetate Einfluß zu nehmen. Um sie zu noch viel klareren Auflösungsdokumenten zu machen, in denen der Katholizismus seinen Anspruch auf "die Wahrheit" aufgibt, und die Kirche neben andere Religionen stellt.

Die historische Gestalt dieses Dokuments war dann zwar viel abgemilderter, und noch mehr in diesem verwaschenen Jargon der gesamten übrigen Texte gehalten. Deren kirchengeschichtliche Einzigartigkeit nicht in expliziten Häresien besteht, sondern in einer Aufgabe einer positiven Formulierung zugunsten einer rhetorischen Haltung, gerade immer nur so viel zu sagen, daß zwar nichts falsch oder häretisch ist (wobei es manche Sätze doch sind), aber anderseits alles und vor allem jenes hineininterpretiert werden kann, das dann eine häretische Grundaussage ergibt.

Und eine davon ist eine Deutung von Nostra Aetate, die den Ökumenismus, also die Gleichstellung aller Religionen oder die Irrelevanz der Zugehörigkeit zu egal welcher in deren Heilsbedeutung, zum katholischen Anliegen macht. Aufgerichtet an einem Gerede von "Gespräch" und Verständigungsgebot, nicht nur gar nicht klar ist, mit WEM denn das vorgegebene Ziel des Friedens überhaupt erreicht werden soll (denn keine Religion außer dem Katholizismus ist eindeutig festlegbar, und schon gar nicht so organisiert, daß es Verhandlungsstellen gäbe, die für sämtliche Mitglieder verbindlich wären, sodaß alles Reden von Ökumene letztlich überhaupt leer und fiktiv bleiben muß).

Vielmehr aber ergibt sich eine fatale Schwächung der eigenen Position schon dadurch, als die christliche Haltung von einer Qualität und moralischen Verbindlichkeit des Disputs, der Worte ausgeht, die bei sämtlichen anderen Religionen nicht nur nicht gegeben ist, sondern brutal mißbraucht und ausgenützt werden kann. Und das auch tatsächlich wurde und wird. 

Wovon da konkret die Rede ist? Herrschaften, man nehme doch das bei Juden wie Muslimen wohl bekannte Gebot (sic!), im Umgang mit Andersgläubigen (die bei allen diesen Religionen vom Heil selbstverständlich ausgeschlossen sind) schamlos zu lügen, wenn es um eigene Vorteile geht.

Dieser seit 1965 bis in den gewöhnlichsten Alltag der katholisch (also auf die Kirche) Getauften wirksam gewordene Ökumenismus, der die Kirche zweifellos massiv geschwächt hat, ist aber keineswegs diffusen Strömungen zu verdanken, die bestenfalls durch Erklärungsmodelle im Rang von Verschwörungstheorien zu erhellen sind. Er ist ganz konkret von Feinden der Kirche betrieben worden, die diese Schwächung ganz konkret beabsichtigt und erreicht haben. 

Weil die Lehre, die Gebote, die Moral der Kirche ihren Interessen, vor allem aber ihren Vorstellungen von einer Zukunft der Welt (sic!), entgegen stand. Wie sollte man einen Interventionsversuch bei Papst Paul VI. durch Nelson Rockefeller persönlich denn anders deuten als das, was er war: Ein Versuch, den Papst umzustimmen, Humanae Vitae NICHT zu veröffentlichen, oder mit anderem Inhalt. 

Weil dieser Inhalt den Vorstellungen sämtlicher Vernetzungen widersprach, deren Vorstellungen von einer bessern, ja utopisch-guten Welt auf Reduktion der Weltbevölkerung ausgingen - und bis heute ausgehen! Bei den Maßnahmen, die Organisationen, die etwa Rockefeller-Stiftungen, oder die ach wie humanen Umtriebe eines Bill Gates meist unter salbungsvollen, heuchlerischen Titeln wie "reproduktive Gesundheit" verbergen, sind in Wahrheit und in ihren ideellen Wurzeln aufzeigbar Programme, die man seit Hitler halt nicht mehr "Eugenik" (also "Rassenverbesserung" nach eigenen Vorstellungen) nennt.

Diese Zusammenhänge belegen eindeutig Nachforschungen in historischen Archiven, wie Jones (aber nicht nur er) sie betrieben hat. Der unter anderem das riesige Diözesanarchiv von Chicago unter Kardinal Krol, einer Schlüsselfigur der damaligen Kirche der USA, und sogar in dessen Auftrag ausgewertet hat. Wonach sich ganz klar zeigt, mit welchen Methoden eine Rockefeller-Stiftung versucht hat, Einfluß auf die Kirche, ihre Universitäten, ihre Proponenten und ihre Medien zu gewinnen. Und die über eigene Medien (wie das in den USA und weltweit extrem einflußreiche LIVE-Magazin) die Rezeption in maßgeblichen US-Medien, in der US-Öffentlichkeit und in der Meinung der Menschen zu beeinflussen und zu lenken versucht haben. 

Und wenn der Eindruck entsteht, es handele sich bei der Nennung der Namen der Leute, die das betrieben haben, um Antisemitismus, nur weil das allesamt Juden und von Juden betriebene oder beeinflußte Institutionen waren, dann stellt sich die Frage, was man überhaupt noch sagen kann, darf oder soll.  

Aber die Folge des Umstands, daß man alles nur diffus hält, keine Namen nennt, keine konkreten, realen, historisch nachweisbaren Verbindungen und Ereignisse und Einflußnahmen und Personen nennen zu sollen oder zu dürfen ist katastrophal. Er wendet sich gegen die Kirche selbst: Diese Vernebelungstaktik bringt die Menschen nämlich dazu, DER KIRCHE generell nicht mehr zu vertrauen.

Morgen Teil 2) Aber auch die pauschale Kritik 
am Zweiten Vatikanum bewirkt das Falsche



 *170820*