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Donnerstag, 18. August 2016

Deutschlands Legitimitätsproblem

Als man dem preußischen König Friedrich Wilhelm IV. die Kaiserkrone für ein neues, geeintes Deutschland anbot, lehnte dieser ab. Er tat es mit der Begründung, daß sich die Legitimität eines Reiches nicht "von unten her" ergeben könne. Dies würde der ewigen Seinsordnung widersprechen. Zu diesem Schritt brauchte es einen (naja, soll man sagen: schwächlichen?) Charakter wie seinen Sohn, der wie Bismarck von der Funktionalität als Weltprinzip ausging.

Die meisten, wenn nicht alle politischen Probleme, die man heute feststellt, hängen direkt oder indirekt mit den Legitimitätsproblemen der Staatsführungen zusammen. auch ein Volk kann sich seine Herrschaft nicht selbst bestimmen, das ist ein Grundirrtum einer Form der Demokratie, die sich als autonome Quelle der Macht sieht. Solche Demokratien tragen deshalb ihr Ablaufdatum aufgeprägt, denn ihre Entwicklung führt zwangsläufig zur Legitimitätsfrage der Macht, ja der Staatsverfaßtheit. Ein solches Volk wird innerlich selbstunsicher, denn es begreift sehr gut, daß der Staat, in dem es sich eingefunden hat, keine Gründung im Absoluten trägt.

Das Gesagte reicht also tatsächlich als Klassifizierungsschema für alle Staaten, nicht nur die Europas. Und erhellt sogar das relativ leichte Spiel, das die Linke hat, die Rechte als "böse" zu klassifizieren - denn die Rechte ahnt um die Problematik, findet aber keinen Weg. Nur jene Staaten und Völker stehen auch heute fest auf Fundamenten einer Identität, die ihren Daseinsgrund in einem göttlichen Beschluß verankert wissen bzw. glauben. Und dieser Grund sind die Mythen. Es sind die religiösen Wurzeln, die ein Volk und seinen Staat gründen und halten. Staaten und Völker leben aus diesen Mythen, auf der Ableitung ihres Selbstseins "nicht von dieser Welt". Denn nur von dort her ergibt sich ihr allem Selbstsein zugrundeliegender Sinn (logos), als aufgetragene Beziehungsdynamik wie -richtung zu Welt und Nachbarn.

Das macht Entwicklungen in Ländern wie Ungarn oder der Türkei so interessant. Sie stützen nämlich diese These. Die Türkei in ihrer (vorsichtigen) Abwendung von Atatürk, der eine solche Auflösung von Legitimität in Funktion versuchte - von der sich die Türken aber weitgehend wieder abwenden, um sich neu auf ihre mythische (religiöse) Fundierung zu berufen. Die Ungarn in der Rolle der Krone, die nach wie vor von entscheidender Bedeutung für den Selbstbehauptungswillen dieses Volkes ist. Gleichermaßen zeigt sich diese Frage in Frankreich in ihrer Bedeutung. Umgekehrt zeigen jene Länder die stärksten Auflösungserscheinungen (Italien!), wozu auch die Solidarität mit dem Staat gehört, die wie Deutschland eine weltimmanente, konstruierte Legitimität behaupten. Wenn es in Deutschland nicht ganz so "schlimm" scheint dann deshalb, weil sein Staatsvolk von sehr alten Prägungen zehrt, also in der Realität ganz anders "handelt", als es selber meint zu handeln. Sehr offen bricht diese Frage übrigens auch in Rußland auf, wo die Kirche ihre entscheidende Rolle begreift, und die Politik darum weiß. Ein dem deutschen sehr ähnliches Problem hat Spanien, das seinen Gesamtstaat nie legitimieren konnte.

In jedem Fall finden sich hier auch die Bestätigung dessen, daß man tatsächlich von einem Auseinanderfallen der Völker IN SICH und in je zwei Hälften sprechen kann: In Legitimitätssucher und in Legitimitätsbehaupter und -konstrukteure. In Grund- und Hausverstand hier, in Rationalismus dort. Die Position der heutigen Politik darin ist klar: Sie kann kaum anders zu liegen kommen als im Lager der Letzteren, hat also zwangsläufig das Volk (in ersterem Sinn) gegen sich.

Die (Identitäts-)Schwäche Deutschlands - die sich aus den einzigen Quellen zu konsolidieren sucht, die es hat, und die sind ... volksstämmischer Natur - gründet also im erst willentlich, später fahrlässig übersehenen Legitimitätsgrund des Staates. Die man bestenfalls über Eigenschaften zu konstruieren sucht, was oder wie denn ein Deutscher sei. Worin es aber scheitern muß. "Den Deutschen" gibt es genau so wenig (oder viel) wie "den Europäer". Es hat seine Identitätsfrage so lange nicht gelöst, als es seine Legitimitätsfrage aus Gott gelöst hat, und damit fällt es sofort auf seine stämmische Struktur zurück, die eigentlichen Orte "deutscher" Kultur.*

Aus der positivistisch-illegitim gelösten Gründungsproblematik heraus bzw. in dieser Linie hat sich Deutschland historisch (spätestens seit dem mittleren 19. Jhd.) auf technische Ablaufoptimierung (in allen Bereichen) gestürzt. Seine Stellung als Staat ergibt sich damit zufällig und aus dieser technischen Lösekraft. In der es sich aber selbst zum Erfüllungsgehilfen des Zufalls macht, dem aus denselben Problemverquickungen nur noch der Protestantismus (als "Moral") als Maß und Richtlinie zur Verfügung steht. Als ebenfalls in technische Richtlinien umgebrochene (weil fehlende) Ersatz-Ontologie. Der Bismarck'sche "Föderalismus", der genau das durch die (heimliche) Umdeutung von "Reich" verdecken sollte (als "Staat ohne Volk"), war ja kaum mehr als ein Feigenblatt. Nicht zufällig ist in der deutschsprachigen Philosophie die Frage nach dem Sein so mächtig aufgebrochen, die sich mit dem gleichfalls so "deutschen" Seinspositivismus (Hegel, Nietzsche, Schopenhauer) zu rittern hatte. Sie ist die Frage, die der (präformativ "hergestellten" äußeren) Ordnung (Ordnung - wonach?) ja vorausliegt. Und eiderdautz - auf die Frage, was den "Deutschen" denn kennzeichne, ist zumindest auch "Ordnungsstreben", ja "Ordnungsfanatismus" zu hören.

Eine schöngelogene Form des Zentralismus ist der Reichs-Föderalismus in unseren Ländern bis zum heutigen Tag. Er wurde sofort nach der erzwungenen Einigung" 1871 zum preußischen Zentralstaat. Der im Hitlerismus kulminierte, aber bis heute ungelöst ist. (Weshalb die Angst vor einem Wideraufkeimen des Hitlerismus durchaus ein fundamentum in re hat: man fürchtet sich nicht ganz zu Unrecht, aber unbewußt, vor den selbst wachgerufenen Dämonen.) Der VdZ glaubt an Bayern, Sachsen, Thüringer, Alemannen, Franken etc. als Bausteine eines möglichen Reiches, aber nicht an "die Deutschen" oder das konkrete heutige "Deutschland".

Wenn man derzeit davon spricht, daß die Völker das Vertrauen in ihre Eliten verloren haben, so hat das dieselben Ursachen. Denn das Problem der Legitimität wurde zum europäischen Kulturproblem allerersten, entscheidenden Ranges. Damit fehlt natürlich allen Eliten, dem Establishment die Legitimation. Die neu eingeführten Elitekriterien sind nur Versuche (die nur eine Zeit funktionierten: so lange sie sich auf alte Kriterien beriefen, was mit der Zeit natürlich verdunstet) die Legitimität neu zu definieren - und sie tut es generell über "Funktionalitäten".² Sie sind in jedem Fall Usurpatoren, Konkursverwalter, wie es hier schon mehrmals ausgeführt wurde. Deshalb bleiben nur noch technische Kriterien und Ablaufoptimierungen, wie sie das Leben gerade einmal und zufällig aktuell aufstößt. Wo dieser Nebel aufreißt, in den die Legimationsfrage der Macht gehüllt (weil nie gelöst) wurde, an denen die Menschen ihr Verhältnis zur Macht festmachen.**

Also wird die Politik nach irgendwelchen Kriterien der "Fähigkeiten" bewertet. Ohne zu sehen, daß sich jedes Tun (und damit auch jede Fähigkeit) aus dem Standort - also aus der Identität! - erst ergibt. Wenn das nicht geklärt wird, zerfällt das gesellschaftliche Leben in immer mehr Kleinteile und Kleinaufgaben, eine Staatseinheit ist schließlich gar nicht mehr herstellbar.

Wer die "Parteien der Neuen Rechten" ansieht, wird bestätigen, daß diese die bessere "technische" Alternative zu sein verkünden. Das macht sie (wie in ganz Europa) über weite Strecken auch "links". Aber dieser Grundansatz ist falsch. Sie können das Legitimitätsproblem Deutschlands nicht lösen, das allen anderen Problemen zugrundeliegt. Und richten sich deshalb (wie alle anderen) auf ein Gewand, das ein Nebelgespinst ist. In das sie sich heillos verstricken werden, weil auch sie die Mitte - den logos des Volkes (bzw. in Deutschland: der Völker) - nicht finden. Weil sie sich auf ein Deutschland ausrichten, das als Staat und Macht ein grundsätzliches und ungelöstes Legitimitätsproblem hat.




*Nicht zuletzt England hat seit der Gründung auf sich selbst (in den Revolutionen und Reformationen, ja schon beginnend mit der Revolution der "Magna Charta") ein ungelöstes Legitimitätsproblem, das nur notdürftig durch "mythisch legitimierte Herrscher" (die es aus deutschen Königreichen holte) geklittert wurde. Auch hier konnte sich deshalb Macht nur über gesuchte Auseinandersetzung über Durchsetzungsfragen in der Welt - qua negativer Abgrenzung gewissermaßen - halten. Mit einem gleichzeitigen Konfliktproblem mit den legitimen europäischen Staaten des Festlands. Ja, letztlich gründet sogar der Irlandkonflikt dort. In den USA fiel England dieses Problem sogar auf den Kopf, denn die USA verdanken sich dem Aufgreifen dieses Illegitimität, mit der das Mutterland kämpfte. Das genau diese Konstellation in seiner Philosophie darstellte, die es dann auf den Kontinent und in die Welt trug. Wo es diese englische Philosophie war, die die Zerfallsprozesse anstieß.

²Hinter der Definition eines gesellschaftlichen Organismus als Zueinander von "Talenten", die Definition von "Talent" (als Fertigkeit) als Ausgangspunkt (ja sogar "Anspruch") von Hierarchien weil "Lebensposition" (Ort) baut ja in Wahrheit auf dem revolutionären (und irrtumskranken) Weltbild des Materialismus auf. In dem sich das Sein aus dem Handeln ergeben soll. Es ist aber genau umgekehrt. Eine solche Legitimationsbehauptung kann deshalb nie von Dauer sein, weil sie in Wahrheit Selbstlegitimierung ist. Und die ist keinem Menschen - mit vollem Recht - möglich udn damit befriedigend, stürzt ihn deshalb in tiefe und dauernde Unruhe. Sie ist darin die Perversion des logos. Es ist also kein Zufall, ganz und gar nicht, daß die Frage nach dem "Talent" die Erziehung in einer Zeit dominiert, in der das Vertrauen in die Funktionalität (bzw. die Eliten) zusammenbricht. Es ist die Frage nach Legitimität für Ort und Identität.

**Das alles gilt natürlich in  noch viel größerem Ausmaß von übernationalen Verbindungen wie der EU.




*030716*

Worum es da wirklich geht

Das Motiv hinter "Ehen für Homosexuelle", sagt Gavin McInnes, ist ganz sicher nicht die Ehe für Homosexuelle. Denn das ist schon rein quantitativ eine derartige Randerscheinung (in Österreich verschweigt man ja konsequent die offiziellen Zahlen seit Einführung der "Homosexuellen-Ehe", aber es geht hier jährlich ganz gewiß nur um EIN PAAR DUTZEND PAARE!) daß es den Aufwand gar nicht lohnen würde. Nein. Den Homosexuellen geht es hier um etwas anders. Es geht ihnen um ein instrument, die Kirche per Gesetz dazu zu zwingen, einer Sache zuzustimmen, die sie aus ihrer Sichtweise heraus nicht zustimmen KANN. Aber die Gesetze gegen die Diskriminierung verlangen, daß eine gesamte Gesellschaft - gegen jede private Überzeugung und Erfahrung - gezwungen wird, Homosexualität als dieselbe Normalität anzuerkennen, wie sie der traditionellen Ehe anhaftet.

Aber den Homosexuellen selbst geht es überhaupt nicht um das, was Ehe überhaupt ausmacht - unverbrüchliche Treue, Zueinanderstehen in guten wie bösen Tagen, das Ertragen des anderen, wie immer sich das äußern mag. Gavin McInnes meint daß er keinen einzigen Homosexuellen kenne, der eine sexuelle Abstinenz, wie sie für jeden Ehemann während der Schwangerschaft seiner Frau über Monate hin selbstverständlich ist, auf sich nehme. Will der Partner nicht, fahren sie in die Stadt und holen sich ihren Sex, als würden sie an einem Imbißstand haltmachen. 

Sie wollen die Zuerkennung einer - IHRER - Normalität und Gleichheit mit dem herkömmlichen Normalen, die es aber nicht gibt. Deshalb wollen sie auch erzwingen, daß homosexuelle "Elternschaft" gleich bewertet wird, wie normale Elternschaft. (Und wir belassen es bei dem Wort, denn was normal ist, hat auch mit "Mehrheit" zu tun, wenn auch nicht immer aus allereinfachstem Weg.) Aber die Daten aus Kanada, wo das Adoptionsrecht homosexueller "Ehen" schon lange etabliert ist, zeigen etwas ganz anders. Am meisten zeigt sich McInnes von dem Parameter irritiert, daß bei normalen Ehen nur 2 % der Kinder  (später) angeben, von ihren Eltern sexuell "berührt" worden zu sein. Bei gleichgeschlechtlichen "Eltern" aber SIND ES 23 %. 

Es ist also (aber natürlich auch aus anderen Gründen; aber was interessieren die heutigen Menschen noch Wirklichkeiten, Tatsachen? Überhaupt nicht mehr! Merkmal der Geggenwart ist eine generelle Verlogenheit, die jedes Maß überschreite und jeden Hut sprengt! Wir sind doch zu einer einzigen Kloake der Lüge verrottet!) absurd zu behaupten, es sei völlig egal, ob Kinder bei hetero- oder homosexuellen "Ehen" aufwachsen. Und irgendein Politiker in Österreich - war es Ewald Stadler? Könnte sein - hat auch einmal klar geäußert: Homosexuellen Kinder zu adoptieren zu gestatten wäre eine Auslieferung der Kinder an den Mißbrauch.

Was aber, angenommen, und wir stehen ja nahe davor, wenn IHRE (deren) Normalität wirklich allgemein und normal wird? Wenn die (statistische) Untreue von einmal pro Jahr bei heterosexuell-normalen Ehen auf die (horrible) Quote der Homosexuellen getrieben wird? Geht es aber nicht genau darum? Daß die Normalität VERÄNDERT und nicht Homosexualität als "normal" anerkannt werden soll, weil es allen Erhebungen gemäß so gut wie keine Homosexuellen gibt, die "monogam sind"?

Eine verschwindend kleine Minderheit der Bevölkerung hat es aber mittlerweile geschafft, oder ist auf bestem Weg dazu, die gesamte Institution der Ehe UMZUDEFINIEREN. Und niemand scheint da etwas dagegen machen zu können. Oder zu wollen. Die neue Definition von Ehe will also alle rechtlichen Vorteile der Ehe genießen, will sich aber OHNE KINDER und ohne das Wesentliche an der Ehe - MONOGAMIE - definiert wissen, will alle Vorteile ohne die Mühen, die es kostet, eine Ehe überhaupt zu führen. Rechte, alle Rechte - ohne Pflichten. Wie wir eben heute sind, wie wir heute eben leben. Auf Kosten der Substanz, die unsere Eltern sittlich wie buchstäblich erarbeitet haben.

Mit GLEICHHEIT aber hat die Homosexuellen-Ehe rein gar nichts zu tun.









*170616*

Mittwoch, 17. August 2016

Die Linke kämpft um ihr Leben

Im Jänner 2016 lief die im Video abgebildete Diskussion im Europäischen Parlament in Straßburg. Sie ist wirklich sehenswert. Denn hier sollte über Polen gerichtet werden, das in seiner letzten Wahl eine Partei an die Macht gewählt hat, die grosso modo in die "Rechte Bewegung" einzuordnen ist, die derzeit ganz Europa erfaßt zu haben scheint. Die Debatte bringt vieles auf den Punkt.

Die Linke hat nie "Demokratie" gemeint. Ihr war - der Gründungsintention folgend - das demokratische Instrumentarium lediglich Instrument, an die Macht zu gelangen. Darin hat sie sich deshalb verspekuliert, weil die Annahme, daß die Schichte der Arbeiter proletarisiert ist und automatisch die Linke wählen würde, denn sie sei aus den unausweichlichen Geschichtsabläufen heraus (nach hegelianisch-marxistischer Dialektik) die Macht der Zukunft. Das ist nicht aufgegangen. 

Also hat die Linke überlegt, warum das so sei. Und ist (in der Frankfurter Schule) draufgekommen, daß es einen Faktor gibt, den man völlig unterschätzt hat, die Kultur. Jenes Gefüge, das das Leben der Menschen bestimmt und ihnen den Rahmen vorgibt wie der Rahmen ist, den sie mitbestimmen. Allen voran die Familie hat eine Kultur Kontinuitätslinien, die sich nicht einfach neu bestimmen lassen. Also muß man sich auf diese Beharrlichkeitsmomente stürzen, will man eine Gesellschaft zu neuen Formen revolutionieren.  Und hat sich folgerichtig auf auf das, was eine Kultur ausmacht - seine Institutionen. Erst so läßt sich ein Volk bestimmen. 

Und das ist auch gelungen: Seit Jahrzehnten hat die Linke sämtliche kulturellen Institutionen (beginnend von der Familie) mit einer Brutalität destruiert, die sehenswert ist. Sie hat sich dabei über alles hinweggesetzt, was Europa bisher bestimmt hat, und dabei (in aufklärerischer Tradition) die Tatsache ausgenutzt, daß das Eigentliche "nicht sichtbar" ist. Daß das Gute selbstverständlich und weitgehend unbewußt  - weil eben nicht "konstruiert" - ist. Auf der Grundlage einer aus historischen Entwicklungen zutiefst in dieser Selbstverständlichkeit geschwächten Kultur hatte sie leichtes Spiel. Und sie stürzte sich zuerst (!) auf die Hoheit über die Moral, über das, was denn "gut" überhaupt ist. Denn wenn das Ziel feststeht, ist jeder Weg dazu unausweichlich.* Das hat sie mit ungeheurem Populismus auch erreicht, die Medien lieferten dazu ganz neue Möglichkeiten.**

Aber wieder hat sie die Wirklichkeit unterschätzt. Denn zwar braucht so eine Gegenbewegung - die eine Gegenbewegung des Seins selbst ist! - lange, ehe sie sich konstituiert, zwar hat sie enorme Schwierigkeiten, einen Disput auf derselben diskursiven Ebene zu führen wie die Skepsis (denn nichts ist schwieriger zu entkräften wie reduktive Simplifizierungen), entsprechend amorph und theoretisch verworren, unausgegoren ist die Gegenbewegung, aber sie ist eine Gegenbewegung gegen "die Linke". Die es aber schon geschafft hat, das System selbst nicht nur zu durchdringen, sondern es als "gut" zu etablieren. Sodaß jede Opposition (die eine solche überhaupt ist) nun als "böse" dargestellt werden kann, und deshalb lange braucht, um sich von dieser Zusprechung freizumachen. 

Der Linken gelang, eine neue Moral zu etablieren, und damit gelang es ihr, die Eliten an sich zu ziehen, bis diese ein geschlossenes System wurde, das von dieser Moral eingehegt war. Die POLITICAL CORRECTNESS formierte sich. Je größer ihre Macht wurde, desto klarer bekam die Linke damit die Eliteauswahlmechanismen in die Hand. Bis sie endgültig die Schlüssel dazu in der Hand hatte. Wer heute nicht links ist, hat so gut wie keine Chance, egal auf welcher Ebene, ins Establishment aufzusteigen. Wozu sich verschiedenste Larven anbieten, die auf die unterschiedlichen Gemütslagen Rücksicht nehmen, aber in ihrer Grundbewegung links sind - wie der Liberalismus.

Praktisch sämtliche etablierten Klassen in Politik, Kunst, Religion, die allesamt ohne es zu wissen links geworden sind, stehen gegen diese ontologisch nie zu beseitigende, unausweichlich bestehende Opposition. Darüber kann kein Abstimmungsergebnis der Welt hinwegtäuschen. Denn die weltanschaulichen Fundamente der Linken sind ist gegen das gesunde, normale Geschehen gerichtet. 

Die Linke aber hat das reale System bestimmt, das ein Volk in seinem Gesamtgefüge wie damit in seiner Bedeutung für den Einzelnen bestimmt. Denn Gewissen braucht "Allgemeinheit", "Autorität", das "Allgemeine", weil sein Bezug das "Normale", das "Natürliche" ist. Der Mensch weiß, daß der Wille des Seins selbst - Gottes (und kein Mensch ist nicht auf Gott bezogen, er weiß es nur oft  nicht) -  das ist, was ihn bestimmt, jene Hand ist, in der auch sein Leben liegt.  

Deshalb hat die Linke langfristig keine Chance. Sie sieht sich einer Opposition gegenüber, die selbst dann noch bleibt, wenn sich im Außen nur ein einziger Gegner zeigt, ja selbst wenn es keinen identifizierbaren Gegner mehr gäbe - sie sähe ihn in allem, was "ist". (Die Linke tobt historisch erkennbar immer dann am wütendsten, wenn sie eigentlich kaum noch erkennbare Gegner hat.) Denn diese Opposition ist eine des Seins - gegen die Nichtung. Das macht die Linke immer totalitärer. Und doch muß sie scheitern.

Aber die Menschen wurden damit auch im Stich gelassen. Und zwar von jener Elite, an die sie ontolgoisch einerseits gebunden ist, die sie aber anderseits verraten hat und von der Natur wegführt. Vorherzusagen, wie es der VdZ hier oft und oft tat, daß die Zukunft eine "Diktatur der Rechten" sein wird, ist deshalb nicht schwer. Denn es ist das Sein selbst, das sich irgendwann zurückmeldet, und das tut es spätestens dann, wenn das Scheitern der Linken offensichtlich wird, irgendeinen unveräußerlichen Lebensbereich anrührt. Das ist mit dieser 2015 einbrechenden Flüchtlingsfrage endgültig passiert, in der die Menschen erstmals die Bedrohung ihrer Lebenswelt handgreiflich so erfahren haben, daß sie Ursache-Wirkungsverhältnisse erstmals klar identifizieren konnten. 

Auf der Grundlage einer theoretisch aber unklaren, vom Normalbürger auch kaum zu klärenden weltanschaulich-philosophischen Grundlage kann eine solche Bewegung nur in Irrationalitäten abdriften. Deshalb kann sich eine politische Formierung dieser Opposition (als neue Referenz auf das Sein) nur über politische Institutionalisierungen ("Parteien") artikulieren, die von den Bürgern "verstanden" werden - sich also auf Phänomene, auf Vergegenständlichungen, auf sichtbare Ursache-Wirkungsverhältnisse beziehen. Das kann nur eine Diktatur leisten, weil die Verparteiisierung nur über abstraktive, zweitwirkliche Mechanismen funktioniert.

Bis die heutigen "Rechten" das aber begreifen, wird noch einige Zeit verstreichen. Denn noch versuchen sie es auf dem herkömmlichen "demokratischen" Weg. Umso mehr bräuchte die Rechte Kräfte, die geistig in der Lage wären, sie mit Substanz zu füllen - und man muß hier vor allem die Kirche nennen, denn die "Rechte" in Europa ist in ihrem Fundament RELIGIÖS (nach traditioneller Art). Leider passiert das genaue Gegenteil. Der Klerus ist bereits zu sehr korrumpiert und hat sich fast geschlossen auf die Seite der Linken gestellt, so eifrig er das oft auch zu verschleiern versucht. Er beschleunigt damit die De-Rationalisierung (und Esoterisierung) der Rechten, weil er ihnen ihre angestammte Heimat verweigert. Dieser Zynismus - und der Klerus ist zynisch bis zur Unerträglichkeit - stürzt Europa in eine vielleicht wirklich ultimative Tragödie.

Die Linke tut aber alles, um diesen Läuterungsprozeß der Rechten zu beschleunigen. Wie dieses Video zeigt. Indem sie sich nun offenbart: daß es ihr gar nie um die Demokratie ging. Sondern um die Etablierung ihres Systems der Herrschaft der ewigen Seinsfeindschaft.











*Man denke nur an den in den 1970ern aufgekommen spruch - der VdZ hat es überall erlebt - daß der Kommunismus zwar in der Praxis versagt habe, aber als Idee gut sei. Denn genau das stimmt nicht - er versagt in der Praxis, weil seine Idee falsch ist.

**Man denke nur an die Wirkung der Photographie, des Fernsehens, an die Naivität, mit der der normale Bürger darauf reagiert, der Photographie für "Wahrheit" hält weil er nicht weiß, daß Photographie nur auf eine Idee referieren kann - man sieht, was man sehen will, man zeigt mit Bildern, was man sagen will. Die Wirklichkeit ist eine ganz andere Frage. 2011 hat der VdZ als Dozent an einer Filmschule wahrlich gestaunt, mit welcher Überzeugung die Studenden der Meinung waren, daß das Aufstellen von Kameras afu der ganzen Welt in Verbindung mit dem Internet "die Wahrheit über die Welt" unausweichlich ans Tageslicht bringen würde. So, war die Meinung, würde der Desinformation der Medien vorgebeugt.





*020716*

Wucherei ist nicht Unternehmertum

Manche sehen in ihm ja einen Helden des Unternehmertums. Ander aber sehen in ihm einen Gauner und windigen Geschäftemacher, der ohne Verantwortungsbewußtsein auf eine Geschäftemacherei spekuliert, die voll und ganz auf die politische Karte des Klimawahns setzt. Die Rede ist von Elon Musk. Der in jedem Fall eines besitzt: eine ausgefeilte PR-Maschinerie. Das macht klar, daß er mit politischer Unterstützung in jeder Hinsicht nicht nur rechnet, sondern damit im wahrsten Sinn spekuliert. Alleine sein Vorzeigeunternehmen TESLA hat bislang von der Obama-Regierung 4 Mrd. Dollar an Subventionen erhalten, die Aktionäre mußten ebenfalls bereits 1,5 Mrd. Dollar nachschießen, und dennoch hat TESLA im Jahre 2015 mehr als 880 Mio. Dollar Verlust produziert.*

Elon Musk erweist sich als das, was die europäische Kultur seit je abgelehnt hat - er ist ein reiner Geschäftemacher, der (das aber vielleicht geschickt, man wird sehen) faktische Strömungen ausnützt. E. Michael Jones nennt diese Art der Geschäftemacherei überhaupt nur "Wucher" und macht diesen Wucher dafür verantwortlich, daß sich eine Form des Wirtschaftens bei uns durchgesetzt hat, die das Wirtschaften vom Lebensvollzug des Menschen zu einem bloßen technischen Geldschöpfen entwürdigt hat. Wo jemand ohne Rücksicht auf reale Wertschöpfung, ja im Fall Musk ohne Rücksicht auf realen Bedarf einfach faktische Verhältnisse gegeneinander ausspielt. Dessen Moral sich auf jene vorgeschobene "Moral der Zweitwirklichkeit" beruft, die einen Menschen voraussetzt, der nicht mehr den Boden der Vernunft kennt, der nicht mehr verwurzelt ist, sondern in universalistischen Pseudorationalitäten "denkt".

Und damit rücksichtslos in Kauf nimmt, daß ganze Wirtschaftsstrukturen, die bislang in gewisser ethischer Ausgewogenheit funktionierten, destabilisiert und letztlich zerstört werden. Viele der heutigen "Reichen" gehören dazu,  viele haben genau auf diese Weise - auf Kosten des Gemeinwohls - ihr Geld gemacht, indem sie einfach Grenzen überschritten haben, die verwurzeltem, ethisch-verantwortlichem Wirtschaften unüberschreitbar sind und waren. Die gesamte Kleingewerbestruktur, der Kleinhandel in unseren Ländern wurde so regelrecht ausgelöscht. Die "Energiewende", die in der einen oder anderen Form Grundbedingung für Geschäfte wie die von Musk bildet, greift noch tiefer und wird ganze Wirtschaftsstrukturen auslöschen, möglicherweise überhaupt die davon betroffenen Volkswirtschaften zu puren Anhängseln und Ausführenden der Interessen staatlicher Etats (=Etatismus, wie in allen totalitären Systemen der Geschichte etabliert) machen. In solchen Systemen werde die Unternehmer mit hohen Gewinnen abgespeist, wofür sie im Gegenzug eifrige Helfer des Systems werden.

Diese Art des Wirtschaftens spekuliert auch mit einer Nachfrage, die davon ausgeht, daß der Nachfrager nur noch technizistisch denkt. Ein Denken, das immer die Kollateralschäden auf die Allgemeinheit überwälzt und nur von Wirtschaftsbedingungen ausgeht, die lediglich innerhalb eines reduzierten Denkens funktionieren. Und deshalb auf eine gewisse Wirklichkeitsabschließung der Kontrahenden aufbaut. So wurde bei uns v. a. seit den 1970er-Jahren - begleitet von einer Staatspolitik, die Wirtschaft als mathematisch-manipulierbaren Apparatus sah - eine gesamte Wirtschaft umgebaut (und der Ruin des Mittelstandes eingeleitet.)²

Daneben begann mit dem Interventionismus der Staaten eine neue Schichte von Unternehmen aufzublühen. Es sind die typischen "staatsnahen" Unternehmen, von denen etwa Ludwig von Mises spricht. Sie verstehen sich als direkte Handlanger der Politik, und bieten ihr Hilfe bei der Umgestaltung des regierten Landes an.

So, wie Musk es tut. Dafür werden sie mit staatlichen (Steuer-)Geldern bedacht, und sind genau jene Schichte die davon profitiert, wenn der Staat "die Wirtschaft ankurbelt", indem er mit Steuergeldern künstliche Nachfrage schafft. Weil dieses Wirtschaften nicht auf einen primär vorhandenen Bedarf beim Konsumenten trifft, muß also der Konsument umso mehr "überzeugt" werden. Die Bedeutung der PR für das Wirtschaften stieg also im selben Maß. Und sie geht in ihren immer weiter ausgefeilten Strategien längst in das "public interest", das heißt: Sie greift die Weltanschauung der Menschen auf wie an, und bietet dann wie "zufällig" einem solcherart neu aufsteigenden Glauben an Bedarf die richtigen Produkte.

So lange lohnt es dann auch, wie bei Musk, zwar viele Unternehmen zu besitzen (die alle auf dieser politischen Situation aufbauen), aber mit jedem gewaltige Verluste zu schreiben. Denn nun verändert sich die Strategie. Musk spielt mit dem "too big to fail". Irgendwann ist sein Unternehmenskonglomerat derartig groß, daß es sich die Politik nicht mehr leisten kann, es dem Markt auszusetzen. Neueste Aquisition von Musk: Der Kauf der "solar city", jenem größenwahnsinnigen Solarprojekt, das bei 400 Mio Dollar Umsatz 750 Mio Dollar Verlust geschrieben hat. Da geht es nicht mehr um Kalkulation, um Unternehmensvisionen. Da geht es um die Spekulation mit politischen Verhältnissen.

Es ist nicht verwegen davon auszugehen, daß die ungeheure Lügen- und Faktenverdrehungslawine, die sich gerade beim Thema "Klimawandel" über uns ergießt, gerade von solchen Unternehmen, deren Wohl und Wehe (in jedem Fall) vom Glauben an diese angeblich nahende Katastrophe und der Fähigkeit, sie besiegen zu können, abhängt.** Die alles tut, um diese Sichtweise bei den Menschen zu verankern und zu vertiefen. Denn sie brauchen dieses Faktum. Ohne Angst vor Klimakatastrophen würde kein Mensch an ein ökonomisch (in seiner ganzen Kette der Bedingungen) absurd unsinniges Produkt wie Elektrofahrzeuge denken. Sonst wäre ihr unternehmerisches Bemühen sinnlos. Das nie mehr war als - Wucher, und auf einem freien Markt keine Chance hätte. Dessen erstes Kennzeichen deshalb ist, daß er sich der brutalen Gewalt bedienen muß, des Zwanges, weil er sonst keinen Boden hätte, auf dem er möglich wäre: der Beseitigung der Freiheit.

Waren es früher freilich die häufigen Mißernten, die den Startschuß für diese Art von Unternehmern gaben - weil sie etwa Getreide aus anderen Gegenden zu völlig überhöhten Preisen nun verkaufen konnten, weil den Konsumenten keine andere Wahl blieb - so sind es heute künstlich geschaffene Katastrophen, virtuelle Apokalypsen, vor allem aber staatliche, gesetzliche Zwänge, die denselben Effekt erzielen sollen. Die "Energiewende" hat auf diese Weise ein neues Wuchertum etabliert, eine Schichte skrupelloser Geschäftemacher, eine Gemütslage der Gier etabliert. Bezahlen muß es aber genau jener, den man zwingt. Das ist das Wesen des Wuchers.

Auch bei Elon Musk geht es nicht darum, die Welt und Wirklichkeit zu meistern, sondern sich Bedingungen zu schaffen, die die Wirklichkeit ausschalten. Gestützt von einer völlig außer Rand und Band geratenen Weltöffentlichkeit, die unter denselben Prämissen lebt und deshalb nur noch von Scheinproblemen geplagt die wirkliche Wirklichkeit ignorieren zu können meint und ihn zum Wunderwuzzi hochbläst. Was wunder, wenn solche "Unternehmernarzisse" - die man eigentlich auf ihre psychische Gesundheit untersuchen müßte - davon phantasieren, zum Mars zu fliegen. Wie symbolhaft, denn ihnen fehlt tatsächlich jeder Boden unter den Füßen. Es gilt wie überall: Willkürliche Einfälle sind noch lange keine Ideen, und narzißtische Getriebenheit keine Willenskraft, und Verantwortungslosigkeit und Leichtsinn sind kein Mut.

Mit freiem Unternehmertum, mit freiem Markt als Grundlage von Gemeinwohl, wo einer den anderen braucht, wo einer dem anderen persönlich verantwortlich ist, hat das aber rein gar nichts mehr zu tun. Denn diese Wucherwirtschaft braucht vor allem eines: Das Herauslösen des Wirtschaftens aus dem Bereich des Persönlichen. Und Persönliches ist immer Soziales.






*Amerikanische Geschäftszahlen - "Gewinne" oder "Verluste" - muß man mit großer Vorsicht genießen. Denn amerikanische Bilanzierungen weisen als "Gewinn" aus, was für solide Kostenrechnung nach europäischem Standard gerade einmal "Deckungsbeitrag 2", kaum mehr als Liquidität bedeutet. Sind also amerikanische Gewinne noch lange keine Gewinne in europäischem und realistischerem Sinn, so sind die ausgewiesenen Verlustzahlen gleichfalls nur ein Teil des Verlusts, den ein Unternehmen tatsächlich produziert. Der höher, manchmal sogar weit höher liegt.

²Plötzlich kaufte selbst der einfachste Haushalt nicht mehr nach momentanem Bedarf, sondern über "Preisvorteile", plötzlich kalkulierte die einfache Hausfrau wie ein Großeinkäufer eines Industrieunternehmens. Fünf Seifen zum Preis von zwei. Ein Kilo Süßwaren zum Preis von Kleinpackungen, wie sie dem momentanen Bedarf eben entsprachen. Entsprechend entstand "Bedarf" nach ganz neuen Produktgruppen - Tiefkühltruhen, Lagerschränke verändertn die Kürchenarchitekturen, und das Kochverhalten änderte sich, wurde notwendig "systematischer". Und das private Wirtschaftsgebahren der Familien ordnete sich mehr und mehr nur noch dem Geld-Umlauf unter. Die Frau geht heute ja nicht arbeiten, weil es "notwendig" ist, sondern weil der ökonomisch in Wahrheit völlig sinnlos aufgeblähte Geldumfluß der Lebensweise eine hohe Durchflußmenge braucht. Heute gehen Frauen meist nur deshalb arbeiten, weil die Infrastruktur, die die Haushalte brauchen, um überhaupt noch zu funktionieren, so viel Geld verschlingt, sodaß sie arbeiten um sich das leisten zu können, was ihnen einmal angeblich Arbeit abnehmen sollte. Den Staaten war das nur recht, denn ihr Steueraufkommen richtet sich nach ... Geldumfluß.

Wie in Kapitalunternehmen, die sich im 19. Jhd. mehr und mehr umbauten: Man produziert nicht mehr, was man braucht, sondern muß brauchen (und im Betrieb bezahlen), was man produziert, weil die Maschine (der Vorrat) sich nur rechnet, wenn ihr Ausstoß auch entsprechend technisch-kontinuierlich abgerufen wird. Lief eine Windmühle früher nur, wenn gerade Getreide zu mahlen war, so mußte sie nunmehr (unter völlig veränderten, kurzfristigeren, dabei zu früher umgekehrten Kalkulationsbedingungen) stetig laufen, um "sich zu rechnen", und ensprechend mußte das Produkt verkauft werden. Dessen Preis wurde nun "kontinuierlich", und damit dem früheren Wirtschaften nach Anlaß "überlegen". Entsprechend veränderten sich auch die Löhne. Man konnte nun nicht mehr arbeiten, so viel man brauchte oder wollte, sondern mußte sich selbst als "kontinuierliche Ware" anbieten. Das Proletariat - der kulturlose Mensch, die menschenförmige Maschine - entstand. War zuvor noch mehr oder weniger jeder sein eigener Unternehmer (Marx: "im Besitz der Produktionsmittel"), war er nun abängiger Lohnsklave, der sich selbst nicht mehr helfen konnte.

Und dennoch, und unausweichlich: Schlagartig stiegen in den 1970ern die Mengen des Weggeworfenen. Untersuchungen haben gezeigt, daß westliche Haushalte heute bis zu einem Drittel ihrer eingekauften Produkte entweder gar nie gebraucht haben, oder wegwerfen weil sie den Bedarf übersteigen. Heute wird geschätzt ein Viertel der in Haushalten gekauften Lebensmittel weggeworfen.

**Was alles mit der Zeit natürlich ganz neue "Marktsituationen" schafft. Wenn sich nun etwa VW entschlossen hat, ebenfalls ein Elektrofahrzeug zu entwickeln, so sicher nicht, weil danach ein Bedarf bestand, oder VW technisch darin eine Zukunft gesehen hätte, sondern weil die Politik mit gigantischen Steuergeldern die Marktbedingungen derartig aus dem Gleichgewicht (und aus der Freiheit) gebracht hat, daß sie gar nicht mehr zurück wird können. Too big to fail. Damit wurde und wird mit Steuergeldern ein willkürlicher, künstlicher Markt geschaffen und etabliert, und jedes freie Unternehmen muß dies irgendwann zur Kenntnis nehmen - und sich auch darauf einstellen, das in seine Überlegungen integrieren.






*240616*

Dienstag, 16. August 2016

Er sagt es auch

Willy Wimmer, dem man ganz sicher nicht Mangel an Einblicken vorwerfen kann, sieht die Dinge in der Türkei nicht unähnlich zu den hier vor einer Woche aufgeworfenen These über Zusammenhänge zwischen globalen US-Interessen und den jüngsten Vorfällen in der Türkei.

Nach Wimmer war es ein "Signal" an Erdogan. Denn es ist in der Türkei selbstverständliche Annahme, daß auch dieser jüngste Putsch(versuch) von Amerika gedeckt oder gar ausgelöst war. Wie jene drei Putsche, die schon in den letzten Jahrzehnten jedesmal eine nicht US-konforme Politik "korrigiert" hat. Interessant und allmählich zu einem Gesamtbild erweiternd, was Wimmer, der ehemalige CDU-Staatssekretär im deutschen Außenministerium, über so manche Hintergründe zu sagen hat. Denn dazu muß man die Situation der USA, die vor Wahlen steht, beachten. Wimmer meint sogar, daß der Abschuß der russischen Maschine vom Vorjahr nur mit amerikanischer militärisch-technischer Hilfe möglich war, um die türkische Verbindung mit Putin zu zerstören. Nach Wimmer aber haben sogar die Russen Erdogan in seinem Urlaubsort vor den Putschereignissen in Istanbul gewarnt, und damit gerettet!

Den Grundfehler habe Erdogan begangen, so Wimmer, als er vor ein paar Jahren (gegen Israel) den Gaza-Streifen mit Versorgungsschiffen ansteuerte. Erdogan habe sich dann außenpolitisch mit seiner Syrien-politik der Destabilsierung schlichtweg "verzockt". Auch das wurde hier bereits als Vermutung bzw. Deutungsversuch geäußert. Und tatsächlich, auch Wimmer weist (wie der VdZ) auf die orientalische "Basar-"Mentalität hin, will man die Türkei, ja den gesamten Vorderen Orient verstehen. Europa ist dabei, sich in ein Karussel hineinziehen zu lasse, das "uns umbringen wird". Vor allem das tragisch bereits instrumentalisierte Deutschland ist dabei, sich in einen wahren Strudel hineinreißen zu lassen. Damit ist Europa in Widersprüche verwickelt, die die Bevölkerungen der Länder längst spüren, und damit das Vertrauen in die Politik zurecht verloren haben.

Hörenswerte 24 Minuten!








*120816*

Viele vertane Chancen

Daß der "kalte Krieg", der die Generation des VdZ so massiv in seinem Daseinsgefühl bestimmt hat, über weiteste Strecken eine reine Medieninszenierung war, hat der VdZ schon öfter an dieser Stelle geäußert. Sie kam bumerangartig etwa in der Atomangst zurück, die auf einer aufgeblähten (und durchaus beiden Seiten - Russen wie Amerikanern - durchaus nützlichen) Angst ("Weltuntergang") vor einem Atomkrieg beruht.

Eines der zahlreichen Indizien für die Richtigkeit dieser Behauptung ist dieses Radiogespräch von KenFM. Darin wird der mittlerweile eindeutig bewiesene weil eingestandene Fall diskutiert, den Zugehörige zur Generation des VdZ noch gut kennen: Die ständigen Medienmeldungen, daß sowjetische U-Boote laufend vor Schwedens Küsten geortet und teilweise fast versenkt worden wären. Nichts davon ist wahr. Es waren ... amerikanische und britische U-Boote. Die "Verletzungen" der schwedischen Hoheitsgewässer waren bewußte, reine Inszenierung, um die Angst vor den Sowjets hochzuhalten.

Der Kommunismus war schlimm, keine Frage, und er war es als schwerer philosophischer Irrtum (also nicht, wie es auch der VdZ seinerzeit sogar im Religionsunterricht ständig hörte: "Jaaaa, die Idee ist ja gut, aber die Praxis ..."; nein, die Idee war falsch). Aber man hat auch viel verabsäumt, sich in eine reine Kampfposition drängen zu lassen, die auch den Menschen, die im Kommunismus leben mußten, viele Wege sehr erschwert haben. Ja, letztendlich hätte sich vieles sehr anders entwickeln können, weil sich in weltanschauliche Positionen durch den "Kalten Krieg" auch politische Notwendigkeiten mischten, mit denen umzugehen der Westen aber durch seine sehr amerikadienliche Absolutheitsposition verabsäumt hat.

Das Bedenkliche ist, daß wir uns in Europa längst in einer sehr sehr ähnlichen Situation befinden. Und auch diesmal spielen FREI ERFUNDENE Bedrohungsszenarien eine erschütternde Rolle in einer ständig neu und weiter hochgeschaukelten (angeblichen) Bedrohungssituation durch Rußland. Und auch heute spielen die Medien* eine schändliche Rolle.







*Was uns nach wie vor nicht bewußt ist, ist der Umstand, daß nach 1945 sowohl in Deutschland wie in Österreich KEIN EINZIGES MEDIUM möglich weil zugelassen war, das NICHT amerikafreundlich, also Instrument der USA war. Kein Medium (und sogar die Kinos) das nicht davon abhängig war, weil es sonst gar keine Lizenz bekommen hätte, wenn es nicht der "Re-Education" und Einschwörung auf den Westen gedient hätte. KEINE EINZIGE DEUTSCHE MEDIENANSTALT, die ihre Existenz nicht auf einer offen oder verdeckt deklarierten Amerikafreundlichkeit aufbaut. Was unsere Länder wirklich, wirklich brauchen, um überhaupt endlich zu sich zu finden - und das ist eine Frage des Diskurses, eine Frage der Sprache -, wären deshalb EIGENE, EIGENSTÄNDIGE, NATIONALE MEDIEN. Nur so wäre so etwas wie ein demokratischer, freier Diskurs überhaupt möglich. Erstmals. Denn den gab es bisher noch nicht.





*270616*

The Spirit of Freedom

(Aus der Serie "Die amerikanische Sicht der Welt") Es ist keineswegs eine radikale europäische Sicht, die den amerikanischen Bürgerkrieg, die gesamte Situation rund um den amerikanischen Bürgerkrieg ganz anders sieht, als die verordnete Geschichtschreibung, die die Sieger - der Norden der USA - als Engel der Heiligkeit weißwaschen ließ, uns weismachen will. Das sehen die Amerikaner sogar viel nüchterner als es Europa wagt, und sie äußern das auch. Sie haben den Mut dazu. Den haben Europäer schon längst nicht mehr.

Deshalb hier der von Gavin McInnes gewohnte Rundumschlag, in dem er mit einem Wisch alles vom Tisch fegt, was sich so um Amerika an verlogenen Mythen rankt, die es selbst aber oft schon zu glauben scheint. Hier: Über den amerikanischen Bürgerkrieg 1861/65, dem Holocaust der amerikanischen Geschichte. So  nebenbei räumt er auch damit auf: Amerika sei auf Sklavenarbeit aufgebaut. Mitnichten und -neffen. Der Süden war nach 1865 dem Erdboden gleichgemacht. Da stand nichts mehr. Alles, was, heute Amerika ausmacht, ist DANACH - und ohne Sklaverei - entstanden. Die Südstaaten wollten auch keineswegs die Sklaverei gegen den Norden verteidigen, sie wollten ihre Freiheit verteidigen.

Deshalb ist es von großem Wert, die Flagge der Südstaaten NICHT zu verbieten. Das stand 2015 nämlich zur Diskussion. Denn sie ist NICHT ein Symbol von Rassismus. Im Gegeneil: Ihre Präsenz ist der Beweis dafür, daß Amerika die Kraft hat, sogar mit seinen Feinden Frieden zu schließen, und jeden - selbst die Feinde - als Menschen zu achten. Die Flagge der Südstaaten macht aber auch deutlich, daß sich die Sieger, das heutige Amerika, der eigenen historischen Schuld und Wahrheit zu stellen vermag. Und wenn schon nicht vermag, dann sich darum bemühen will. DAS ist der sprichwörtliche amerikanische Spirit of Freedom.









*170616*

Montag, 15. August 2016

Vorsicht vor dem Kind im Bade

Der Hauptfehler Erdogans? Daß er ... kein Christ ist. Denn in aller gebotenen Feindschaft, die dem Islam gebührt - Erdogan zeigt deutliche Zeichen eines Kampfes gegen den Modernismus. Er holt es dabei auf eine Weise nach, die zumindst in Teilen Anklänge an den Faschismus des Europa der Zwischenkriegszeit bietet. Nur - wie sollte man den wirklichen Kampf gegen den Zerfall Europas führen? Wo wären die politischen Kräfte in Europa, die diesen Kampf aufnehmen, führen, und isch weiter wagen als brave, "zivilisierte" Kolumnen in liberalen Zeitschriften zu verfassen, und dabei Hottentottensprünge vollführen, um nur ja über keine Sprenglinie zu treten?

Lassen wir uns deshalb nicht in eine falsche Solidarität hineinziehen, in der wir namens eines Europa, das es überhaupt nicht mehr gibt, das in seinen letzten Zügen liegt, übersehen, daß die europäische - und heftig geschürte (warum wohl?) - Ablehnung der Türkei in der Gegenwart ein perfides Spiel jener Modernität ist, die dabei ist Europa zu zerstören. Aber die Ansätze der Türkei unter Erdogan sind keineswegs in Bausch und Bogen falsch. Gerade der Kampf gegen das Establishment verdiente doch alle Aufmerksamkeit, gerade jener Kreise und Kräfte, die derzeit Europa in seinen christlichen Wurzeln zu verteidigen vorgeben. 

Das kann nur in der Religion ansetzen, das kann nur in einem Kampf gegen eine absurde, irrelevante rationalistische Wissenschaft ansetzen ... Hat einmal ein Rechter überlegt, wie man hierzulande eine Wende herbeiführen bzw. vor allem durchführen wollte, als durch radikale Auswechselung großer Teile des Estabilshments? Anders als durch direkt Eingriffe ins Schulwesen, das auch Lehrinhalte betrifft, die im letzten ... ja, tatsächlich ... religiös zumindest auch argumentierbar sind? Und da ließe sich so manches anführen.

Es mischt sich viel in der Türkei ins Spiel. Viel Internes, das aus seinem Geburtsfehler stammt, das die Türkei in der heutigen Form in eine Widersprüchlichkeit stellt, die sie nicht bewältigen wird. Denn die Moderne eines Atatürk ist nicht staatstragend. Sie kann nur eine Diktatur tragen,. ihr Ablaufdatum ist damit im Geburtsdatum eingeprägt. Das geht also gar nicht. Es sei denn, die Türkei würde zu Verbrechen aufstehen, die wir uns noch gar nicht vorstellen können, und gerade dann wäre sie ein Todeskandidat. Die Widersprüche der Türkei kann sie nicht lösen, es sei denn, sie würde ... christlich. Tatsächlich. Nur im Christentum hätte sie jene persönlichen Reserven, die sie zum Notwendigen bereit machte und ihre Probleme (die - was wunder?! - innenpolitisch zuerst sind) lösbar machte. Aber darüber brauchen wir gar nicht reden.

Man muß dem Feind lieben. Den FEIND. Also wie gut und klärend ist es, den Feind auch so zu benennen. Dann kann man ihn lieben. Die Verwaschenheit Europas, die doch nur eine einzige Lüge ist, in der nichts mehr Feind heißen darf, damit man den Kampf umso heimtückischer führen kann, ist nicht christlich, und schon gar nicht Liebe.

Daß ein muslimisches Land niemals europäisch sein kann ist eben ein ganz anderes Thema. Denn Europa ist eine Kulturdimension, und damit eine religiöse Dimension. Daß wir in Europa strikt und endlich gegen den seit je enorm expansiven Islam vorzugehen haben, ein weiteres. Nur - lassen wir uns nicht benutzen! Lassen wir uns nicht von einem impotenten Establishment, das nicht einmal im Ansatz Argumente und Gegenwehr gegen seine Auslöschung aufbrächte, dazu mißbrauche, ihren Kampf zu führen. Nein. Der VdZ kämpft nicht für die Wurzeln Europas, um diese verroteten Eliten an der Macht zu halten, die genau dieses Europa, dieses Abendland in den Abgrund führen und bereits geführt haben und pausenlos nur eines betreiben: Mißbrauch der Begriffe. Alles, was man Erdogan und der Türkei aktuell vorwirft vollzieht die Linke in Europa seit Jahrzehnten! Und zwar: ausnahmslos. Sie vertuscht es nur perfide.

Die heute den "Kampf gegen den Islam(ismus)" auf eine Art zum Schicksalskampf Europas stilisiert, der nur einem Ziel dient: Ihrem ganz genuinen Machterhalt, dem Erhalt der Diskurshoheit. Wer meint, eine Queerparade zuzulassen wäre Ausdruck von Freiheit, der gehört psychiatriert, und nicht in die Riege der Verteidiger Europas gestellt. Die gegenwärtigen Reaktionen des "Entsetzens" über die Türkei sind selbst schon Ausweis der Dekadenz einer im wehleidig-reflexiven Liberalismus abgesoffenen Gesellschaft, der schon die Kategorien der Wirklichkeit abhanden gekommen sind und sich in einer sentimentalen, aber unerträglichen Verlogenheit so etwas wie Heiligkeit zu simulieren zu berufen fühlt, die umgewendeter Hand millionenfachen Mord begeht, ohne mit der Wimper zu zucken, Hauptsache man sieht ihn nicht. Sie sind nicht weniger Feinde Europas wie Erdogan, aber sie sind es auf eine unerträglich verlogene, perfide Weise.

Houillebecq hat mit "Unterwerfung" weit mehr Recht, als vielen lieb ist. Europa braucht eine religiöse Renaissance. Sonst hat es keine Zukunft, sondern verfällt endgültig in Lächerlichkeit. Das momentane Geschehen um Erdogan könnte die Aufforderung sein, die wir in der Türkei zu begreifen hätten. Denn das scheint der (milde formuliert) pschische Ausnahmefall eines Orientalen - zumindest so irgendwie, und auf unvollkommene Weise - begriffen zu haben.




*120816*

Neulich im Vatikan

Als der Papst zwei weiße Friedenstauben vor Zehntausenden Augenzeugen am Petersplatz freiließ, stürzten sich eine Möwe und eine Krähe auf sie. Die von der Seemöwe attackierte Taube konnte sich entwinden und entkam, was mit der anderen passierte weiß man nicht.








*250616*

Die Zukunft des Automobils

Die neue AA+ Klasse von Mercedes - Aktionsangebot mit Zeitschriftenabo (Lieferung ohne Batterien)








*250616*

Sonntag, 14. August 2016

Aber die EU HAT DOCH Todesstrafe!

An dieser Stelle wurde bereits vor Jahren ein Video von Dr. Schatzschneider präsentiert, der darauf hinweist, daß die EU-Vertäge von Lissabon für die gesamte EU DIE TODESSTRAFE einführt. Das geht ganz klar aus der Lektüre des Vertragswerkes hervor. Vielleicht sollte man daran aus gegebenem Anlaß erinnern, wir bringen den Verfassungsrechtler hier noch einmal, der hier darauf verweist, daß es kein Rechtsmittel in den Staaten gibt, die diese Todesstrafe verhindert. Nur, weil in den Verträgen steht, daß es natürlich nur in absolut notwendigen Fällen greift, wird es nicht besser. (Siehe dazu aber die hier bereits ausführliche Diskussion über die Todessstrafe, denn der VdZ ist NICHT prizipiell gegen die Todesstrafe. Heuchelei wie die EU hat er nicht notwendig.)






Denn warum die EU-Häupter ein so fadenscheiniges Argument gegen die Türkei ins Treffen führt, daß die Wiedereinführung der Todesstrafe in der Türkei nicht mit den EU-Werten etc. vereinbar wäre, muß absolut schleierhaft bleiben. Am wahrscheinlichsten aber ist: Sie wissen gar nicht, was sie da unterschrieben haben. Denn daß die EU-Staatsoberhäupter und so gut wie alle Politiker Europas (die Bürger sowieso) tatsächlich nicht wissen, was überhaupt da so an Verträgen rechtsverbindlich und gültig ist, hat sich ja 2015 in reichstem Maße bestätigt.

Im Lissabon-Vertrag, den sämtliche EU-Staaten ratifiziert haben, steht explizit:

a) Artikel 2 Absatz 2 EMRK:
„Eine Tötung wird nicht als Verletzung dieses Artikels betrachtet, wenn sie durch eine Gewaltanwendung verursacht wird, die unbedingt erforderlich ist, um
a) jemanden gegen rechtswidrige Gewalt zu verteidigen;
b) jemanden rechtmäßig festzunehmen oder jemanden, dem die Freiheit rechtmäßig entzogen ist, an der Flucht zu hindern;
„Ein Staat kann in seinem Recht die Todesstrafe für Taten vorsehen, die in Kriegszeiten oder bei unmittelbarer Kriegsgefahr begangen werden; diese Strafe darf nur in den Fällen, die im Recht vorgesehen sind, und in Übereinstimmung mit dessen Bestimmungen angewendet werden ...“.





*120816*

Wir sind für ein anderes Europa gestorben

Der ehemalige slowakische Ministerpräsident Jan Carnogoursky in einer Ansprache aus dem Juni 2016 in Wien. Wo er sinngemäß sagt: Österreich war einmal das Land der Sehnsucht für die vom Kommunismus unterdrückten Völker. Heute würden die Leute aus dem Osten aber nicht mehr nach Österreich flüchten. Sie kommen höchstens wegen mehr Geld und höherer Gehälter. Aber heute sehen wir von der EU Werte forciert, die nicht die Werte sind, für die wir als Christen ins Gefängnis gegangen und sogar gestorben sind. Es sind nicht die christlichen Werte, die Europa so groß und frei gemacht haben. Heute sind die die Verteidiger Europas, die gegen diese Erodierung der Wrte durch die EU als Opposition stehen. Vor 26 wurde der Osten mit dme Westen Europas vereint. Aber der Osten läßt sich nicht die verfehlten Werte des Westens aufzwingen. Wir sind Europäer wie der Westen, Europa ist auch unser - wir lassen und dieses Europa nicht wegnehmen.








*250616*

Denken ist ein sittlicher Akt

Die "Einführung in die Philosophie" von Karl Jaspers - von diesem selbst vorgetragen - ist als Ganzes sehr zu empfehlen. Denn Denken braucht Systematik, Denken ist weit mehr als bloßes Assemblieren von passenden, nützlichen Formulierungen. Erst in einem Überblick - als Philosophiegeschichte, als eine der zahlreichen (guten) Einführungen in die Philosophie selbst - wird überhaupt klar, was Denken sein kann und ist. Wir klar, daß aus der Philosohie alles weitere Denken erwuchs, jede Teilwissenschaft, jede Technik. 

Die Jasper'sche Einführung gibt es in 7 Teilen auf Youtube abzurufen. Der 2. Teil ist dabei ganz besonders zu empfehlen. Ja, er verlangt gewisse Anstrengung im Mitdenken. Denn Denken gibt es eben nicht ohne Anstrengung - ohne Sittlichkeit als Öffnung auf das Objektive des Seins hin. Das ist nicht konsumierbar, als holte man eine Limo vom Würstelstand. Aber dafür kann es Gewinn bringen, indem erst im Denken - im wirklichen Denken - das Leben aus dem Traum erwacht, um in den Geist und die Geschichtlichkeit zu steigen. Wäre das nicht ein Ziel im Sommerurlaub, das zu einer wirklichen Muße führt, die kein Urlaubserlebnis so leicht übertreffen kann?

Nicht, weil man einen "Nutzen", eine Anwendbarkeit daraus gewinnen kann seien solche Lehrer empfohlen. Nicht als "Methode", sondern weil sie einen an der Hand nehmen und zu jenem Denken führen, das über lange Lehrjahre schließlich originär werden kann, weil man sein Leben wirklich aus originärem Denken zu durchdringen vermag, und sich somit selbst - sein Leben! - gewinnt. Erst auf der Basis eines wachsenden Selbstbesitzes, einer wachsenden Durchdringung der eigenen Lebensgrundlagen hat dann auch Kritik an Zeitzuständen Sinn. Erst so läßt sich Sinn von Vereinzeltem nämlich erfassen. Und alles, buchstäblich alles ist eine Sinnfrage - eine Frage des logos.







*180616*

Samstag, 13. August 2016

Eine andere Form der Überrumpelung

Es ist logisch, und wie sollte es anders sein: Einerseits sind jene Zuwanderungsströme, die alleine aus den Berichten über Zuwanderungswilligkeiten in Afrika und im Nahen Osten das Maß des Vorjahes nicht geringer geworden. Im Gegenteil, manche meinen sogar, sie seien weiter gestiegen und würden die Zahlen des Vorjahes noch überschreiten. Anderseits hört und liest man in den medien wenig bis gar nichts mehr darüber. Auch Bilder von Anstürmen an Grenzen sind aus den Berichten verschwunden. Wo aber bleiben diese Leute? Denn sonst müßten ja die griechischen Inseln mittlerweile überquellen. Oder hat der Merkel'sche Türkei-Deal doch so viel Erfolg gezeitigt?

Ganz sicher nicht. Sie werden eben nun nur verschwiegen. Und kommen auf ganz andere Weise ins Land. Waren es erst noch Busse und Züge, dei direkt von Griechenland nach Deutschland fuhren, war das aber noch zu auffällig. Also hat man flugs die Form des Zuwanderungstourismus verändert. Nun werden diese Herrschaften eingeflogen. Das ist nicht nur plausibel, sondern erschließt sich aus einem Blick auf die Flugpläne deutscher Flughäfen, wie hier dem von Köln-Bonn. Wo nun nachts (!) in kurzen Abständen Flugzeuge aus der Türkei landen. Köln-Bonn ist dazu einerseits groß, anderseits klein genug, denn die bisherige Frequenz läßt solche Sonderflüge leicht zu. Und es sind wohl kaum deutsche Touristen aus Billig-All-inclusive-Resourts, die da zu Tausenden pro Nacht einfliegen. Denn diesen Nachflügen stehen keine Tagflüge gegenüber. Sagen doch auch die offiziellen Zahlen, daß der Türkei-Tourismus weitgehend zusammengebrochen ist. Angeblich liegen Augenzeugenberichte vor, die davon berichten, daß zuvor nachts kaum Verkehr am Flughafen zu beobachten war, was sich seit Monaten schlagartig geändert hat. Und daß solchen Anflügen regelmäßig dutzende Busse folgen, die vom Flughafen wegfahren.

NACHTRAG vom 19. August 2016: Wie die Junge Freiheit berichtet, dürfte diese Geschichte nicht stimmen. Es handelt sich bei diesen Nachflügen sehr wahrscheinlich tatsächlich um Billigfluglinien, die die günstigen Nachttarife nutzen, um Urlauber aus der Türkei zurückzukarren. Kommentat der JF: Man traut der Regeirung mittlerweile eben schon alles zu. Darum klingt so eine Geschichte glaubwürdig, auch wenn sie nicht stimmt.

Um aber das Thema aus der Diskussion zu bringen, und der Politik Luft zu verschaffen, dürften also nun Zuwanderer auf Staatskosten ins Land eingeflogen zu werden. Nachts, wo es niemand sieht. Und so, daß man schlimmstenfalls sogar von Touristenflügen sprechen kann - beweise man das Gegenteil?

Wenn der Staat also seine Handlungen vor der Bevölkerung verheimlicht ... was haben wir dann? Tag des Vertrauens? Tag der neuen Offenheit der Politik, die nur eine neue Form gefunden hat, die Bürger vor vollendete Tatsachen zu stellen?

Denn Konzepte, was man mit diesen jährlich hunderttausenden oder gar Millionen (2015: ca. 1,5 Millionen, nur in Deutschland) "Neubürgern" anstellen könnte, liegen nicht vor. Können auch gar nicht vorliegen, denn diese Menschen finden hier weder Arbeit noch irgendeine Form von Gebrauchheit und sozialen Rahmen. Von Nothilfe bei Verfolgung - also: Asyl - wollen wir natürlich nicht reden. Dazu braucht es auch keine Gesetze. Obwohl auch hier Grenzen möglich sind und sein müssen, das sagt der Verstand. Denn ALLEN Verfolgten der Welt kann auch Deutschland und Österreich nicht helfen. Zumindest nicht direkt. Schweden hat das gezwungenermaßen eingesehen, und längst die Reißleine gezogen. Aber wie soll man Erfolge ernten, wenn der Ansatz schon an der Realität vorbeigeht? Man sich mit egal welchen Konzepten nur weiter vor der Wirklichkeit davonschwummeln will? Die da lautet: Umbau des Staates zu einem Reich von Parallelgesellschaftan. Das ist unumkehrbar. Anders ist das nicht einmal oberflächlich zu befrieden.

Mittlerweile hat ja sogar die Industrie-Elite und die Zunft der Wirtschaftsforscher einen "Richtungsschwenk" vollzogen, so nennt man das mittlerweile,  wie die Welt berichtet. Noch vor einem Jahr hat diese euphorisch von neuen Chancen und Schub beim Wirtschaftswachstum gesprochen. Und heute? Sie "sähe heut ein", was jedem Menschen mit einem Rest von Vernunft, was seinen Blick noch nicht ganz getrübt hat - pardon: den Rechten und Rechtsradikalen und Nazis, wem sonst; die sind natürlich auch heute Rechte und Restsradikal und Nazis; nur die Eliten nicht, die haben schlicht dazugelernt - ohnehin klar war: Daß dem nicht so ist. Sondern daß sich Deutschland (so wie jedes Land) wirtschaftlich und sozial völlig überfordert. 

Nun ist auch Mercedes überfordert, das noch von hunderten Arbeitsplätzen sprach, die sie für die Zuwanderer hätte - Ergebnis?  Mercedes hat praktisch KEINEN Zuwanderer eingestellt. Sie sind nicht qualifiziert genug.

Gut, das konnte auch Siemens Österreich nicht wissen, das nun seine letzten Ausbildungsprogramme für Zuwanderer einstellt. Denn man "kann ja nicht ewig ungelernte Arbeitskräfte einstellen". Ewig. Aha. Na immerhin, man habe ja eh 66 Zuwanderer ausgebildet (aber nicht eingestellt sondern "zur Förderung auf eine MÖGLICHE Ausbildung in Förderklassen gestellt"), denn das Ergebnis ist etwas ernüchternd. Da sei zu viel aufzuholen, das könne der Konzern nicht leisten, hieß es sinngemäß, da müsse der Staat (nein: "Die Gesellschaft") ran. Außerdem (das sagen die wirklich!) lebten wir ja in einer Zeit des Digitalisierung, und das heißt: gestiegener Eigenverantwortung. Na klar. Es wäre ja noch schöner, wenn Zuwanderer, die hier keiner braucht, Windräder montieren, die keiner braucht, und Siemens verdient doppelt und der Staat zahlt sowieso alles. So und nicht anders werden heute ja Erfolgsgeschichten in der Wirtschaft geschrieben. Durch Unternehmen, die "gesellschaftspolitische Aufgaben" erfüllen und dafür von der Politik goldene Hände entgegengestreckt bekommen und dafür Rekordgewinne vermelden.

Jaja, die Eliten und Führungskräfte und Wissenden. Die Welt berichtet sogar von einem Meinungsschwenk unter Journalisten, eiderdautz-eiderdaatz. Eine Untersuchung von 19.000 (!) Medienbeiträgen im Jahre 2015 (zum Thema "Flüchtlinge") hat bei zwei Dritteln festgestellt, daß sie "übersehen haben, daß Massenzuwanderung auch Probleme bringen könnte." Ab September hätte das restliche Drittel immerhin auch auf Probleme hingewiesen. Insgesamt meint diese Untersuchung die die Welt anspricht, hätten diese Medienberichte zweifellos maßgeblich zur "Refugees Welcome"-Stimmung in Deutschland beigetragen. Immerhin wird die staatliche Pressförderung auch 2016 kräftig erhöht; hat ja was gebracht, oder? In der heutigen Situation sind ja Medien regelrecht schon das letzte, was den Staat noch zusammenhält. Fallen ihre Manipulationskorsette, fällt der Staat auseinander und das politische und sonstwede Establishment steht in Unterhosen - und ohne Volk vor allem - da. Die Tatsache, daß Medien nur noch für jene gemacht werden, die Medien machen, ist ja kaum beachtet aber der wahre Mainstream der Gegenwart.

Ebenso wie der Umstand, daß die Berichterstattung nur noch berichtet, wie etwas SEIN SOLL, nicht darüber, was IST. So geht eben Propaganda vor. Die Oberfeststellung in der Welt lautet illustrierend dazu, und das muß man sich wirklich auf der Zunge zergehen lassen, daß ab Herbst auch die Journalisten zunehmend vor Ort recherchiert hätten; bis dahin sei die Berichterstattung der Wahrnehmung der Bevölkerung hinterhergelaufen, was die Glaubwürdigkeit der Medien beschädigt hätte. Herrschaften, wovon berichten denn normalerweise Medien ÜBERHAUPT? Wenn ein Medium nicht mehr darüber berichtet, was ist, kann man es zum Fische einwickeln am nächsten Parteitag, zum Anheizen für den offenen Kamin, oder beim Sitzkreis im Therapeutischen Zentrum der Nervenheilanstalt zum gegenseitigen Um-die-Ohren-dreschen verwenden, das war's auch schon.

Viele Journalisten und Redakteure meinen heute dazu, sie hätten sich von der Euphorie anstecken lassen und die Realitäten ein wenig zu optimistisch eingeschätzt. Naja, man kann sich schon mal irren, nicht wahr? Und immerhin, es ging ja um eine gute Sache. Im Namen der Moral darf man schon mal auch die Vernunft ins Winkerl stellen. Aber keine Panik, die Führungskräfte des Landes wissen, was sie tun, heute wie früher. Immerhin haben sie nun ganz sicher einen klaren Blick und handeln instantan richtig. Zumindest: Moralisch.

Weshalb gegenwärtig - siehe oben - die Medien nur noch über Dinge die man nicht so ganz offen sieht nicht berichten, dafür immer öfter über Dinge, die OHNEHIN NIEMAND übersehen kann. Ist doch auch was? Der Fehler im Herbst war halt, daß das alle sahen, aber niemand darüber berichtete. Das kann man heute besser koordinieren, Politik und Medien haben dazugelernt. Es geht ja um ein hohes Gut: Um die Glaubwürdigkeit beider.

Denn ein guter Mensch möchte auch ein Journalist und erst recht mancher Politiker schon bleiben, und das möchte gewiß auch der Leser dieser Zeilen, oder?





*120816*

Was sich (nicht nur) in Amerika abspielt

Das Internet erschlägt die Informationsgesellschaft endgültig. Alles Freiheit der "unabhängigen Meinungsbildung" wurde ihm zugeschrieben - nichts wird so wenig erfüllt. Denn das Internet ist zum Medium der Fehlinformation geworden. Im Rahmen der "Brexit-"Diskussion wurde offenbar, daß Befürworter eines Bleibens Großbritanneins bei der EU maschinengenerierte Twitter-Lawinen lostraten, deren Zielgruppe vor allem die Meinungsführer sind. Denn wer sich besonders erwählt glaubt, beobachtet die Welt nicht mehr übers Netz, nein, er twittert, weil glaubt, so an die eigentlichere, bsodnere Information zu gelangen. Nichts ist verfehlter. Genau diesen Glauben haben sich bereits viele zunutze gemacht und definformieren gezielt über Twitter. Und sei es, daß sie durch Twitterlawinen den Eindruck vermitteln, ein Meinungsdruck in diese oder jene Richtung sei vorhanden. Und nichts wirkt so auf Medien wie vermeinte öffentiche Meinung von "Opinion-leaders."

Entsprechend wild schlagen die Informanten bereits um sich. Das Netz ist mittlerweile zu einer Jauchegrube irrelevanter Information geworden. Wie wild ist uns Europäern noch gar nicht bewußt. In den USA zeigt es sich bereits weit stärker. Und wir bekommen es kaum mit. Daniele Ganser hat in einer wisssenschaftlichen Arbeit (als Dissertation) ja auch in Europ anachgewiesen, daß Terroranschläge bewußt vom Establishment inszeniert worden waren. (Wie etwa der Anschlag von Bologna.) Und das ist alles andere als eine krude Verschwörungstheorie. Die nachweislich und zumindest in der gesamen Zeit des Kalten Krieges ein Europa operierenden NATO-Geheimarmeen (als jeder politischen wie parlamentarischen Kontrolle entzogene Kampfeinheiten) werden mittlerweile nicht einmal mehr offiziell geleugnet, bestenfalls heruntergespielt.

So wird in Zusammenhang mit dem "Orlando-Massaker" bereits ganz offen vom "Orlando-Hoax" gesprochen.  Denn die Indizien sind beeindruckend, die darauf hinweisen, daß die Regierung ganz gezielt (obwohl man nicht unbedingt von einem regierungsbeauftragten Anschlag sprechen sollte) den Meanstream benutzt, um ihr eigentliches vorhaben umzusetzen, udn ein Recht auszuheben, das den Amerikanern heilig ist. So heilig, daß es ganz zu Beginn der Verfassung steht. Das Recht auf Selbstverteidigung, das Recht auf Bewaffnung. Um einen besonderen Emotionsdruck aufzubauen eignet sich die LBGT-Gemeinde ganz besonders, denn kein Hochwert ist so dogmatisiert, so tabuisiert wie der Genderismus.

Also benutzte man - so zahlreiche Kommentatoren im Web - diese Geschichte, um nachträglich durch zahlreiche leicht aufzuweisende Medien-Betrügereien zu instrumentalisieren. Und den Meinungsdruck zu erhöhen, die Waffengesetze restriktiver zu gestalten, den Verfassungszusatz auszuhebeln. Zahlreiche Schauspieler wurden eingesetzt, um höchst seltsame Bilder zu produzieren. Da wird etwa ein "Angeschossener" an der Kamera vorbeigetragen, der wenige Meter später aufsteht und davongeht. Recht wahrscheinlich hat man sogar die Riege der "Ärzte" durch Schauspieler vorgetäuscht, die von den dramatischen Lebensrettungsmaßnahmen des Krankenhauses berichtete. Die Leben retteten, die recht wahrscheinlich erst NACH ihrer Rettung getroffen wurden. Von einem Attentäter, der beruflich ... in Diensten eines klar regierungsnahen Wachunternehmens stand.

Dazu dient auch das bewußt hochgespielte Trauma eines drohenden "Terrorismus" (der ISIS jetzt, früher war es die AlQuaida etc.), an dem man die USA ja nicht gerade als "unbeteiligt" darstellen kann, um Gegenwehr zu ersticken, und die Mündigkeit der Bürger durch Kontrolle zu untergraben. Wie schreibt es Bucharin (?) einmal zu Beginn der UdSSR? Wichtig ist gar nicht ob die Justiz gerecht ist oder nicht. Wichtig ist, daß die Bürger mit einer völlig unberechenbaren, aber allmächtigen und von niemandem beherrschbere Justiz rechnen. Das macht sie gefügig.





Noch schlimmer steht es um das im April durch die Weltöffentlichkeit geisternde "größte school-shoot-out" der Geschichte - das (angebliche) Sandy Hook-Massaker. Auch hier spielen als solche identifizierte Schauspieler - der dritten oder vierten Reihe, die ihren Traum von Berühmtheit sonst nicht verwirklichen könnten - eine Rolle, zeigen inszenierungsgerecht "Eltern" Bilder ihrer getöteten Kinder in die Kamera, die wenige Wochen später Preise bei Sportveranstaltungen gewinnen. Es wird sogar behauptet, daß der CIA bewußt Kriminelle mit Waffen versorgt, um ihnen Verbrechen damit zu erleichtern, um so den öffentlichen Druck zu erhöhen, der da lauten soll: Die Waffen sind schuld!

Im Fall Sandy Hook-School geht das so weit, daß nicht nur die Zahl der Opfer stark in Zweifel steht. Wie im Orlando-Massaker. Womöglich hat das Massaker an dieser Schule überhaupt nie stattgefunden, und der Rest war lediglich inszeniert. Es gibt nicht einmal real zu sehende Opfer. Ebenso wie eine ganze Reihe weiterer "Massaker an Schulen", die in die Amtszeit von Obama fallen. Sie zeigen alle auffällige Parallelen. Und Auffälligkeiten gibt es tatsächlich run um Sandy Hook mehr als genug. Und Videoaufnahmen.

Auffallend ist etwa, daß auf sämtlichen der zahlreichen kursierenden Videos kaum ... Krankenwagen, aber Unmengen von SWAT-Soldaten zu sehen sind. Und nicht alle sind Soldaten. Manche sind recht eindeutig Schauspieler. Sind als zumindest die Nachrichten davon inszeniert? Was an Information darüber stimmt aber dann überhaupt noch?






Und hier ein Video mit zumindest bemerkenswerten Auffälligkeiten. Worum hat es sich beim sogenannten Sandy Hook-Massaker also überhaupt gehandelt? Dieses Video ist auch ein Lehrfilm über die Möglichkeiten, mit "virtual reality" Wirklichkeit vorzutäuschen. Ist das alles, was sich da abspielt, nur noch ein riesiges Theater? Eine nächste Stufe des "social engineering", wo man aufgehört hat rational zu überzeugen - sondern als nächste Stufe auf "Überzeugung der Herzen" (auch gegen jede Vernunft) und die Heranbildung der Menschen der Zukunft abzielt? Das Gruselige an dem Video ist, daß das Szenario so realistisch ist. Sodaß es durchaus das sein kann, was sich manche als Zukunft eines Staates vorstellen, der Wachs in den Händen einer Elite ist. Dessen Wirkebene die Medien sind, mit denen ein vollkommen gesteuertes Wirklichkeitsbild möglich wird.






So wie ja manch anderer meint, daß Waffenproduktion der Grund für Kriege sei. Wobei - das ist sie wohl AUCH. Etwa wenn wie in den USA (mit einem jährlichen Rüstungsbudget, das beinahe so groß ist, wie die gesamte restliche Welt für diese Zwecke bereitstellt) die Rüstungskonzerne solche Größe und Einfluß haben, daß sie ohne jeden Zweifel massiv in die Politik eingreifen. So fielen angeblich die Hauptverantwortlichen für die glatte Lüge, der Irak hätte Massenvernichtungswaffen produziert und gelagert, die die US-Intervention rechtfertigen sollte, dadurch auf, daß sie nach Ende ihrer Amtszeit millionenschwer dotierte Beratungsverträge bei Rüstungsfirmen erhielten. Was zumindest keinen schlanken Fuß macht.

Das alles hat nur ein Ziel, nur eine Absicht: Den "Kampf gegen das eigene Volk", den man Obama und generell den Linken zuschreibt, auf die Spitze zu treiben und - wie in der EU längst geschehen - die Menschen zu entwaffnen, sie zumindest total zu kontrollieren. Die Anständigen. Denn die Unanständigen werden sich für ihre bösen Absichten ohnehin immer jene Waffen besorgen, die sie benötigen. Und sie sind auch kaum überwachbar. Aber ein wehrhaftes Volk, wehrhafte Bürger sind einer zentralistischen Regierung ein unüberwindliches Hindernis und eine unvorhersehbare Opposition.

So denken zumindest viele Amerikaner. Und es ist nicht ohne Belang zu verstehen zu versuchen, was dieses eigenartige Volk so bewegt.Ob das alles stimmt? Wir wissen es nicht. Aber alleine, daß wir es für MÖGLICH halten zeigt, welcher gigantische Graben bereits zwischen Establishment und Volk existiert. NICHT NUR in den USA.






*230616*


Sehen der Wirklichkeit

Hier D'Souzas Thesen zum Rassismus in den USA. Wie gesagt - im Einzelnen haben Amerikaner sehr oft sehr recht, weil und so weit sie aus pragmatischen Gründen sofort bereit sind, das bessere Argument zu akzeptieren, weil es realitätstauglicher - pragmatisch nützlicher - ist. Damit brechen sie oft auch europäische Grundsatzstarre auf, wirken belebend, erfrischend. Aber damit ist die Suppe bei weitem noch nicht gegessen! D'Souza ist ein "Bekehrter", ein zum Amerikanismus Bekehrter, das sollten wir nie vergessen. Er sieh Realitäten. Gut. Aber er sieht noch lange nicht die Wirklichkeit.









*120616*

Freitag, 12. August 2016

Bresche ins Verwirrungsdickicht (2)

 Teil 2) Täter wollen, ja fordern der Tat angemessene Strafe! 
Wer sie verweigert, verweigert ihre Reintegration.





Und Täter FORDERN Strafe, ja sie fordern ANGEMESSENE Strafe! Sie WOLLEN Sühne. Wer keine Sühne will, will ja auch gar keine Re-Integration! So ein Mensch KANN deshalb gar nicht "resozialisiert" werden. (Die katastrophalen Irrtümer, die dem heutigen "Resozialisierungswahn" zugrunde liegen sind ja kaum zu zählen.) Das ist eine uralte Weisheit der Menschenkenntnis. Und jeder Mensch mit Verantwortung - wie Eltern - wird das aus der Kindererziehung bestätigen. Einem Kind (bzw. einem Menschen) angemessene Strafe vorzuenthalten ist sogar ein hinterhältiger Akt der Unbarmherzigkeit. Und Strafe braucht auch jene Öffentlichkeit, die sie durch die Tat betrifft! Deshalb waren ja bis in die Neuzeit Bestrafungsakte ÖFFENTLICH. So hat das Volk nämlich auch gelernt, Sühne des Täters in Vergebung zu wandeln. Wer einmal am Pranger stand, war am nächsten Tag wieder mehr oder weniger normales Mitglied der Gesellschaft. Und bei dem Bäcker, der heute "geschupft" wurde (also etwa bis an die Grenze des Ertrinkens in den Fluß getaucht), kaufte man morgen ohne Bedenken wieder die Semmeln, mit denen er betrogen hatte.

Erst so begreift auch ein Kind (in seinem Hineinreifen in den Selbstbesitz im Willen) allmählich, wo der Unterschied zwischen einem Mißgeschick und einer bösen Tat liegt, ehe das zu einer Haltung wird. Das zu unterscheiden ist manchmal nicht leicht, aber Eltern müssen das tun. Und man muß ihnen über Strafe und Umkehr (Reue, Wille zur Gutmachung, Wille zur Reintegration, zur Wiedereinsetzung in den alten Stand) Wege dazu zeigen. Zeigen, daß es die Strafe ist, die das Tor zum "alles ist wieder gut" bedeutet. Das müssen gerade Kinder real erfahren.

Gibt man Tätern (bei Kindern ist das besonders eingehend zu beobachten) diese Sühne nicht oder nicht in ausreichendem Maß, gehen sie immer weiter UM eine gerechte Reaktion zu erzwingen. "Straflosigkeit bringt Keckheit. Keckheit aber Ausschweifung."


Ebenfalls bedeutend ist das Tragen der Sühne (die eine Strafe ist) für die Opfer bzw. derjenigen, die an einer bösen Tat zu leiden hatten. Denn nur wenn der Täter auch sühnen - also: wieder zurück - WILL, kann ihm jene Vergebung gewährt werden, in der er wieder Teil der Gemeinschaft wird. Man kann sich nicht selbst entschulden (das Wort von "Ich entschuldige mich!" ist deshalb höchst problematisch, weil nominell falsch und kein Akt der Vergebung), sondern er muß von jenen "entschuldet" werden, deren Gemeinschaft er mit seiner Tat verlassen hat. Bereitschaft, eine Strafe anzunehmen ist deshalb der grundlegende Akt für Umkehr. Und diese endet eben nicht mit dem physischen Leben, im Gegenteil.

Auch ist etwa eine lebenslängliche Gefängnisaufbewahrung keineswegs in allen Fällen eine Alternative. Zum einen ist diese Strafe alles andere als "hochbarmherzig", denn dem Pönitenten wird jede Lebensentfaltung entzogen, die Gefängnisstrafe kann also durchaus das Maß gerechter Strafe überschreiten. Das muß individuell betrachtet werden und hängt vom Täter ab, ob er beim Fortleben im Gefängnis zu einer Umkehr gelangen kann - oder nicht. Und wer den Alltag in vielen Gefängnissen kennt muß wissen, daß das oft sehr fraglich ist. Es gibt ja den Spruch: Wer eine Straftat begangen hat aber noch kein Verbrecher war, wird das Gefängnis als Verbrecher verlassen.

Man kann gleichermaßen einer Gesellschaft nicht immer zumuten, über Generationen Maßnahmen (wie Gefängnisunterhaltung) mit Hochsicherheitsvorkehrungen zu betreiben, die enormen Aufwand brauchen, ohne daß deren Ausgang absehbar ist. (In diesem Sinn argumentiert Robert Spaemann einmal über die Endlagerung von Atomkraftwerks-Rückständen: Es ist sehr oft nicht zulässig, folgende Generationen mit Maßnahmen zu binden, die sie schwer belasten werden.) Eine verantwortliche menschliche Entscheidung muß sich immer im Gleichklang mit einer überschaubaren, halbwegs berechenbaren Zukunft befinden. Darüber hinaus gehende Entscheidungen zu treffen ist NICHT ETHISCH ZULÄSSIG weil es sich nicht in der Verantwortung der Entscheider befindet.

Aber aus dem Gesagten ergibt sich auch, daß Schwerverbrecher, denen die Todesstrafe VORENTHALTEN wird, aus KATHOLISCHER ANTHROPOLOGIE (und Weisheit der Pädagogik) HERAUS dazu drängen werden, nächste und gar noch schwerere Straftaten zu vollbringen. Denkt man in den Kreisen derjenigen, die die absolute Bannung der Todesstrafe fordern (und sie gar noch als unchristlich darstellen) denn nicht mehr nach?

Daß die Todesstrafe von "bösen" Regimes mißbraucht werden kann, ist ein ganz anderes Problem. Denn mißbrauchen läßt sich so gut wie alles, das bringt die Freiheit mit sich. Aber die Kirche hat das Ertragen von Ungerechtigkeit ebenfalls nie als ULTIMATIVE Katastrophe angesehen, sondern immer dazu aufgerufen, sie als Martyrium für die Menschheit selbst fruchtbar zu machen. Und so nebenbei: Erwachsenheit heißt immer und in erster Linie auch damit leben zu lernen, daß die Welt der Menschen fast pausenlos ungerecht ist. So wenig das natürlich anzustreben ist.

"Es gibt zwei Menschen auf der Erde, die jedes Wort sorgfältig abwägen müssen, das sie sagen. Einmal ist es der Präsident der USA, denn was er sagt kann schwere Konsequenzen in Krieg und Frieden haben. Und dann ist es der Papst."








*Wie hier schon mehrmals dargelegt, ist das Problem der Ehe heute (kulturkreisabhängig) ein Problem staatlicher ehefeindlicher Gesetze und gesellschaftspolitischer ideologisch motivierter Maßnahmen, die schon im natürlichen Bereich das Zustandekommen einer Ehe verhindern sollen. Leider wird dieser Bereich von der Kirche "großzügig" übergangen, bestenfalls mal nebenbei erwähnt, anstatt zu sehen, daß die Ehe in der Natur des Menschen ansetzt und anthropologisch als Kulturgeschehen verankert ist und sein muß. Gerade oft gutmeinende" Bischöfe und Seelsorger tun aber so, als wäre in solchen Bedingungen eine gewissermaßen "sopranaturalistische geistige" Ehe möglich zu führen. Anstatt daß sie die Finger auf die gesellschaftspolitischen Wunder legen. Denn dort begänne wirkliche Auseinandersetzung. Aber die scheuen sie alle. Alle. Der Papst eingeschlossen, der auch nur dem Zeitgeist hinterherhechelt.




*050716*

Was hinter Clinton wirklich steht (4)

Teil 4) Deshalb die Forderung: Sofort zurück zur Rassendiskriminierung!  
Was Europa von Amerika endlich lernen sollte





Das führt für die USA, so D'Souza, zu einer Doppelbewegung: Einerseits stärkt der Staat seinen Einfluß im Inland. Und anderseits gibt er seine internationalen, globalen Positionen auf, weil die Politik das Erreichte als Unrecht sieht. Und das steht auch hinter der sogenannten "Klimapolitik". Obama ist das Klima völlig egal, sagt der Inder. Worum es geht ist die Neuverteilung von "Energie". Dabei spielt die Eigenverschuldung, in die sich Amerika unter Obama in gigantischem Ausmaß neuerlich gestürzt hat, eine fast metaphysische Rolle: Sie soll die Kolonialschuld, die internationale Schuld aufwiegen. Schulden für völlig sinnlose, ja unverünftigste Selbstbeschränkungen (man denke an den Wahnsinn deutscher "Energiewende"!). Staatsschulden werden zur Sühne für Schuld, sozusagen. Denn bei wem haben wir die Schulden? Bei jenen, die wir (angeblich) ausgeraubt haben: Bei den Saudis, bei den Kuweitis, bei den Chinesen bei den Ländern mit Rohstoffen (und seien diese der Faktor Arbeitskraft). 

Wie gesagt - D'Souza ist schon über weite Strecken sehr bestechend! Um sofort klarzumachen, wo sein Kritikpunkt liegt: Obama wolle zurück zu einer multipolaren Welt. Darin gründet auch D'Souzas Kritik an Putin, übrigens: Amerika wolle unter den Demokraten zurück zu einer Welt, die den amerikanischen Führungsanspruch in der Welt aufgibt. Insofern ist Obama auch kein typischer Demokrat. ER wäre mit einem Amerika einverstanden (gewesen), das nur die Nummer 16 der Welt wäre, oder Nummer 64. Denn jeder andere Demokrat würde da sofort widersprechen, und hat auch widersprochen: Amerika muß für sie selbstverständlich die Nummer 1 der Welt sein! Und das hat zweifellos mit Obamas Zugehörigkeit zur Gruppe der Schwarzen zu tun. 

Denn deren Ethos - auch das eines der Arbeitsgebiete von D'Souza - unterscheidet sich grundlegend von dem der übrigen Amerikaner, ja selbst dem der vielen Zuwanderergruppen. Die Schwarzen haben nie begriffen, daß es auf jeden Einzelnen selbst ankommt. Sie verdanken ihre "Freiheit" dem Staat, und sie sind deshalb immer besonders staatshörig gewesen. Anders als alle übrigen Amerikaner, sehen die Schwarzen in den USA ihre Freiheit vom Staat abhängig. Während der Rest sich selbst als Quelle des eigenen Glücks begreift. Das hat zu einer Dynamik geführt, in der sich die Schwarzen der USA selbst in eine gesellschaftlich immer schlechtere Position geführt haben. Jeder dritte Schwarze in den USA ist bereits einmal mit dem Gesetz in Konflikt geraten. Ihre Kriminalitätsrate ist fünfmal höher als die der anderen Bevölkerungsgruppen. Selbst schwarze Taxi-Fahrer lehnen schwarze Fahrgäste ab, weil die Wahrscheinlichkeit, daß sie Opfer eines Verbrechens werden, extrem hoch ist. Die Abhängigkeit vom Staat hat die Schwarzen in eine Position geführt, in der sie nie begriffen haben, daß sie auch untereinander zu gewisser Solidarität und Gruppenzusammenhalt verpflichtet wären. Sie haben keine soziale "Gewissensinstanz".  

Jeder Italiener, Ire, Koreaner, Chinese, der nach Amerika kam oder kommt erfährt von seinen Landsleuten ein umfangreiches System der wechselseitigen Hilfe, aber auch der Verantwortung. Wenn ein Italiener Mist baut, der Mafia beitritt, was auch immer, hat er Probleme mit seiner Volksgruppe in Amerika. Diese möchte nicht, daß ihre Gruppe in Verruf gerät. Denn damit hat es jeder Einzelne von ihnen schwerer, im normalen Leben akzeptiert zu werden. 

Das haben die Schwarzen nie begriffen. Heute ist es so, daß die Schwarzen, die es geschafft haben, in normale Mittelklasseverhältnisse auszusteigen, jeden Kontakt mit ihrer Herkunftsgruppe abbrechen, die Gegend, in der sie aufgewachsen sind, verlassen, und so die Dynamik des Niedergangs in der Herkunftsgruppe noch dramatischer machen. Dafür verlassen sie sich auf zahllose "Anti-Diskriminierungs-Regelungen", die ihnen Vorteile verschaffen, die sie nicht nützen, von denen aber groteskerweise dieser längst ent-solidarisierte schwarze Mittelstand profitiert - die Kinder von Jessie Jackson, der sagenhaft reich ist, haben dieselben Privilegien an Universitäten wie ein Schwarzer aus einem Slum. 

Weil den Schwarzen das endlich bewußt werden sollte, fordert D'Souza (an anderer Stelle) deshalb ein sofortiges Ende jeder Anti-Diskriminierungsmaßnahme, sondern im Gegenteil: die Akzeptanz jeder rassischen Diskriminierung, wie sie sowieso bei vielen Unternehmen der Fall ist. Nur so können sie begreifen, daß es auf sie ankommt, auf jeden Einzelnen, auf ihre Gesamtidentität, von der sie ein Teil sind. (Und auf die sich die Anti-Diskriminierung einzig bezieht.) Der Punkt ist hier schon deshalb so ausführlich behandelt, weil Europa aus den Zuwanderungserfahrungen in den USA endlich - endlich! - lernen sollte!

Die Republikaner, die Konservativen in den USA freilich führt das zu einer nächsten Widersprüchlichkeit. Denn ursprünglich waren SIE diejenigen, die jede Diskriminierung der Rasse ablehnten, ja deren Beseitigung forderten. Man sieht, wie - fast wirr - sich programmatische Positionen in den USA aufgelöst haben. Und das ist sogar typisch Amerikanisch - es ist nämlich pragmatisch, es ist im letzten materialistisch. Denn für die Amerikaner gibt es keine göttliche Ordnung der Ideen, die allen Gedankengerüsten letztlich den Raum und Halt gäben. Es gilt, was gerade praktisch als notwendig erscheint. 

Der amerikanische Realismus ist vom europäisch-abendländischen grundlegend verschieden! Er ist ein relativer historischer Realismus, eigentlich eine Art "Faktizismus". Was auftaucht, muß gesehen werden, und darauf muß im Sinne einer Ablaufoptimierung reagiert werden. Das macht Amerikaner oft sogar sehr erfrischend: Sie drücken sich nicht gleich um Fakten. Sie können sie aber auch nicht einordnen, und - sie wollen sie auch gar nicht einordnen. Sie nehmen, was nützt. Auch, wenn es die Wahrheit ist.

Man kann das innenpolitische, inneramerikanische Geschehen nicht mit den europäischen Entwicklungen und Zuständen vergleichen! Beide sind prinzipiell inkompatibel. Selbst wenn es in vereinzelten Digen viel Übereinstimmung gibt. Aber diese ist "äquivok", nominell gleich, dem Gesamtgeist aber völlig verschieden.

Aber D'Souza vertritt puren, ja brutalen Amerikanismus. Er FORDERT Rückkehr zum Geist von 1776, zum Wiederbegreifen des Amerikanismus als "exceptionalism", als "Ausnahmeerscheinung" in der Weltgeschichte: Amerika als Land der besonderen Sendung, als "Gods own country", als Neues Israel, das im Gegensatz zu allen anderen Völkern mit Gott ein besonderes Bündnis eingegangen ist. Er fordert die Rückbesinnung auf das, was die Welt und vor allem Europa im 20. Jahrhundert in so großes Unglück gestürzt hat - und das war der amerikanische Globalismus.

Für den Amerikaner ist Geist unbekannt. Er ist ihm nur eine rationale, relative Gebrauchsanweisung zur Bewältigung gerade aktueller Probleme, und er ist ihm (sinnliches, also genau ungeistiges) Gespenst. Das merkt man auch im persönlichen Gespräch mit Amerikanern. Sie sind deshalb auch relativ leicht "zu überzeugen", wechseln sogar rasch ihre Standpunkte, um den "richtigen" Standpunkt anzunehmen. Aber das ist nur Teil desselben Pragmatismus. Weil es ihnen eben am geistigen Fundament fehlt. Das hätte sie schon 1776 - auf diesen Geist beruft sich ja D'Souza, auf diesen berufen sich die Republikaner ausdrücklich - niemals in eine Revolution geführt. Sie stehen also bis heute unter einem prinzipiellen und unlösbaren Problem.

Amerika steht in einem unlösbaren Konflitk mit Europa. Nur, wenn das Abendland sich selbst aufgibt, wenn es in dieselbe ontische Entwurzelung strebt, die die USA als ihr Gründungsprinzip sogar heilig halten, ist es mit Amerika kulturell kompatibel. Und das heißt - es ist gar nicht kompatibel. Es wäre das Begrüßen dessen, was Europa zerstören wollte. Es wäre das Einlassen mit dem Meuchelmörder des Abendlandes. Es wäre das Umarmen des Verräters. Es wäre der groteske Versuch, das was einen zerstört zum Prinzip zu erheben. Denn Europa wird niemals Amerika werden, es wird ihm nie vergleichbar sein, auch wenn es dieselben Kuchen bäckt. Europa hat nur eine Chance: Sich seiner selbst zu besinnen. Sonst wird es zu einer amerikanischen Kolonie, um dann von anderen Mächten - vor allem ist da der Islam zu nennen - übernommen zu werden.

In allem aber muß man den Amerikanern (mit ihrem historischen Rückstand, denn sie sind an einem Punkt stehengeblieben, dem von 1776) zugestehen, daß sie aus diesem Pragmatismus heraus begreifen (können), daß der LIBERALISMUS, der automatisch nach links und in die Selbstzerstörung führt weil links ist (wenn er sich auch in Europa ganz anders aufführt), ihr Land zerstören wird. 

Ein regeneriertes Sendungsbewußtsein der Amerikaner wird niemandem helfen (außer Wahlbewerbern). Nach wie vor ist das Geschichtsbewußtsein der Amerikaner schwer deformiert und halbblind. Das betrifft selbst ziemlich klarsichtige Seiten wie OnePeterFive (mit "Memorial Day") , die gar nicht erst auf den Gedanken kommen, daß mit dem D-Day vom 6. Juni 1944 etwas nicht stimmen könnte und plötzlich Situationsethik ("relatives Gut") befürworten, weil es dem amerikanischen Selbstverständnis entspricht, die sie woanders strikt ablehnen. Für die ihre Toten dort ganz sicher Helden waren, die die Welt befreiten.

Amerika ist NICHT der natürliche Freund Europas. Im Gegenteil. Es war und ist sein Opponent. Das war seine simplifizierte, das Abendland pragmatisch mißverstehende, es nie verstanden habende Gründungsidee, mit der es Europa rück-überschwemmt, geknebelt und benebelt hat. Schon in der französischen Revolution - was viele vergessen oder nicht ausreichend wissen (Benjamin Franklin spielte in der geistigen Aufmunitionierung der französischen Intellektuellen eine außergewöhnliche Rolle, gab ihnen quasi das intellektuelle Rüstzeug, unternahm Vortragsreisen etc.) - kam dieser Dämon nach Europa ZURÜCK. (In diesem Punkt hat England - die Peripherie Europas, typisches Inselland - ohnehin schon immer eine enorm große Rolle gespielt, war schon zuvor jahrhundertelang eine prä-amerikanische Abstufung: in den USA hat sich die englische Häretik nur eine weitere Simplifizierung der englisch-protestantischen Simplifizierung geschaffen. Und begann, den unangenehmen Vater - Amerika hat sich immer als Frau begriffen, America is SHE - zu bekämpfen. Das Abendland.

Und das kann und sollte Europa - der Vater dieses ungehorsamen Sohnes, der in der Rebellion zur Tochter wurde - endlich, endlich auch begreifen! 

Fazit: Dinesh D'Souza, eine der Plakatfiguren der Konservativen in den USA, vertritt viele oberflächlich sogar zusammenhängende, aber auch widersprüchliche Thesen, die in vielen Details hochinteressant, sehr richtig und oft sehr erhellend sind. Aber sie sind wie ein buntes Gebüsch zahlloser ausgewählter Vereinzeltheiten, denen ihr Platz in einem fundierten, wirklich klaren geistigen Gesamthorizont fehlt. 

Als europäischer "Konservativer", als Abendländer, bekommt man so seine Zweifel, welche der beiden Hauptrichtungen in den USA - Demokraten oder Republikaner - dem Geist des Abendlandes eher entsprechen. Keine tut es wirklich, und ihre historische Entwicklung hat weltanschauliche Proprietäten wild durcheinander gemischt. Nach näherer Beschäftigung mit dem Gedankengut der Republikaner (die der VdZ lange eher für präferabel hielt) hat der VdZ so seine Zweifel, ob es nicht sogar eher (in ihrer Grundverfaßtheit, so wenig sich die noch finden läßt) die Demokraten der Südstaaten wären. 

Ein republikanisch geführtes Amerika, so viel muß einem Europäer in jedem Fall bewußt sein, ist auf jeden Fall ein härterer und mit europäischen Interessen unvereinbarerer Gegner in der Weltpolitik. Aber vielleicht ist das auch wieder ein Vorteil: Besser man kennt den Feind, als man kennt keinen Feind und hat viele falsche Freunde.

Denn gleichfalls in jedem Fall wird die Dringlichkeit klar, mit der Europa aufgefordert ist, sich um eine starke und wirklich eigene Politik zu kümmern. In Amerika wird es kein Heil finden, auch wenn viele das zu glauben scheinen.

In jedem Fall ist die von Hillary Clinton repräsentierte, faktische Politik eine Politik der Verbreitung der Zerstörung jeder Kultur, die sie den USA - in noch höherer Potenz als Barack Obama - verordnet. In dem für Europäer kaum nachvollziehbaren, aber realen "Bäumchen wechsle dich"-Spiel, das die amerikanische Politik seit 150 Jahren vollzieht, ist Clinton und die demokratische Partei zu einer Repräsentantin der linken Weltzerstörung geworden. Clinton vertritt alles, was auch Europa bis auf die Grundfesten niedergebrannt hat und niederbrennt, was noch eventuell wo steht. 

Wie sich das mit den ursprünglichen Gründungsintentionen der Demokraten vereinbaren läßt? Keine Ahnung. Das ist eine der typisch amerikanischen Irrationalitäten. Denn wer die Amerikaner - je - als berechenbar einschätzte, muß einen an der Wummel haben.





*130616*