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Samstag, 6. August 2016

Vor den Vorhang! Ursache der Zweiten Weisheit (2)

Teil 2) Wer soll an einen wirkungslosen Gott glauben?




Die Jugend verweigert ohnehin längst. Denn Kinder und Jugendliche sind bekanntermaßen beinhart in einem Realismus, den man als Erwachsener gut beobachten (wenn auch nicht einfach direkt als relevant betrachten) sollte. Wer mit heutigen jungen Menschen spricht, wer deren völlige Ignoranz feststellt, die nicht einmal mehr in ablehnender Haltung besteht, sondern denen die Kirche einfach gleichgültig ist, und zwar wirklich gleichgültig, macht sich da keine Illusionen. Und der VdZ kann alleine auf zahlreiche persönliche Begegnungen hinweisen, in dem ihm junge Menschen aus ihrer Erfahrung als Kinder und Jugendliche IN DER KIRCHE genau das gesagt haben - sie halten die Kirche nicht für relevant, und zwar auch und gerade in religiösen Angelegenheiten. Die haben auch nicht unbedingt "gegen" die Kirche. Sie interesseert sie einfach nicht. 

Und sie wüßten auch nicht, warum sie sie interessieren sollte. Irgendwelche noch vorhandene "irgendwie religiöse Bedürfnisse", als Bezug zu einem doch geheimnisvoll Geahntem, nein, sogar Gewußten oder Ersehnten "irgendwas-Gott" (Energie, Kraft, Höheres Wesen, wie auch immer das genannt wird) werden reichsens bedient. Angebote warten um jede Ecke, und sie sind anerkannt, veräßlich, verfügbar und wohlfeil. Man kann, ja man muß wohl auch darin ein Indiz für die hier aufgestellte These finden.

Bei Erwachsenen ist es nicht anders, und wie gesagt: Genau bei jenen Erwachsenen, denen noch ein höherer Grad an gesundem Hausverstand und Vernünftigkeit zugeschrieben werden kann. Es sind die Freien Stände vor allem, die Menschen mit klarem Kopf, die Realisten, die er Kirche in Scharen davongelaufen sind, es sind die die in tiefer Vernunftbezogenheit aus Realitätssinn sagen: Da muß ich ja einen Vogel haben ...**

Und damit hat auch die Wahrheit selbst keine Funktion mehr. Sie wird und wurde als impotent erfahren. Man beginnt das klare Denken abzulehnen, es für welt-irrelevant zu halten, es als lebensfeindlichen Störfaktor zu sehen. Und um die allgemeine Fähigkeit zu denken ist es heute katastrophal bestellt.

Stattdessen hat - schon lange vorbereitet, nun immer offener zutage tretend, von einer Renaissance gewisser Hollywood-Unterhaltungsprodukte einer "neuen Glücklichkeit der Bescheidung und willkürlicher, einfach nur noch gefühliger Familialität freier Entscheidung" begleiteter -  eine außerordentlich pragmatische, einfach alles faktisch Brauchbare einbindende Weisheitsrede eingesetzt, über die hier schon mehrfach geschrieben wurde. Ein Ersatzdenken, das den Vorteil hat, so brauchbar zu sein, weil es keine strengen denkerischen Grenzen kennt, an die es sich zu halten gäbe.

Neu ist das hier Angerissene nicht unbedingt. Neu ist nur, die Zusammenhänge zur sogar globalen Kulturstimmung herzustellen,die sich anderswo ja schon viel länger aus einem zerstörten Kult speist (man denke nur an die protestantischen Strömungen und Kirchen). 

Neu ist, die Ursache für das praktische Verdunsten von Gott aus dem Denken der Menschen, sein Verschwinden als Faktor des Geistes in der allgemeinen, im alltäglichen Leben stattfindenden Suche nach Glück, sein Ersetzen durch Erlebensqualitäten, neu ist also, daß die Ursache dafür in einem der Liturgieentstaltung seit den frühen 1970ern zu suchen ist. Nach deren praktischer Durchsetzung mit ihren faktischen Ergebnissen sich die Rolle der Kirche im Leben der Menschen exponentiell aufzulösen begann. Und aus diesem Erleben heraus hat sich die geistige Landschaft der Menschen - als Zurückweisen des logos, in neuer Schuldbewältigungsstrategie - komplett, nein sogar fundamental umgebaut. 

Denn wenn es heißt, daß Kultur im Kult gründet, so ist das ja keine frömmelnde These, sondern ein aus der Praxis sich ergebender, realer Zusammenhang. Lex orandi - lex credendi. So, wie der Mensch betet, so glaubt und damit denkt er. Denn allem Denken geht ein Glaube voraus.

Aber wer bitte sollte an einen Gott, der überhaupt nicht mehr wirksam ist, der im Kult gar nicht mehr erlebbar, erfahrbar ist ("Die Kirche spielt sich die Häuser leer," meinte ein keineswegs dummer und schlechter oder kirchenferner Regisseur einmal zum VdZ, und er meinte GENAU diese Erfahrbarkeit), wer also bitte sollte mit so einem Gott in seinem Leben real rechnen? Ja, ist denn nicht der Begriff Gott mit Macht und Wirklichkeit und Wirksamkeit unlösbar verbunden? Wenn also dieser von der Kirche verkündete und behauptete Gott eigentlich nur noch eine hysterische Behauptung ist, hinter der nur für den Realität steht, der eigentlich schon längst keine Realität mehr zur Kenntnis nimmt, dann kann das gar kein Gott sein.


Morgen Teil 3) Gott in der Welt - auf einer neuen Stufe





*100516*

Schluß mit dem Kindergarten

"Women don't want equality, they only want the fun stuff!" Frauen wollen alles auch dürfen, wenn ihnen danach ist, aber sie wollen letztlich genau dadurch "wie Frauen" behandelt werden.  Gavin McInnes nennt den Feminismus einen einzigen "Bluff". Und natürlich hat er darin völlig recht.

Der VdZ hat so seine Schwierigkeiten dem Feminismus dadurch zu begegnen, daß man technisch abstrakte "Leistungen" aufrechnet. Denn das Wesen des Feminismus ist überhaupt nicht, daß es um "Leistungsvergleiche" geht. Darin ist er einfach nur lächerlich und sachlich grotesk. Sondern sein Wesen ist das Auseinanderreißen von Form und Inhalt, das Auflösen von Gestalt als Weltmerkmal. Deshalb mündet er ja regemäßig in völliger Formauflösung und verbündet sich mie allem und jedem, von Genderismus bis zu Migrationsfreudndlichkeit (wo er schon ziemlich leise geworden ist, gewiß).

Aber auf eine Weise hat natürlich dieser Amerikaner recht, der da immer wieder aufrechnet. Und darauf hinweist, daß würden die Männer einmal aufrechnen, wo sie überall benachteiligt wären, die Frauen alt aussehen würden. Das ist nicht männlich, Herrschaften! Und das ist auch der einzige Grund, warum es noch nie zu einer wirkliche Gegenaufrechnung gekommen ist, wenn der nächste vertrottelte "Gender-Gap-Bericht" auftaucht, jährlich wie das Amen im Gebet, der darlegt, wie angeblich Frauen "benachteiligt" seien.

Beispiele? Sie sind lustig, aber verblüffend richtig, und fängt man einmal an ist es, als hätte man ein neues Denken gefunden, denn man ahnt, sie könnten fast unendlich werden. Selbst in scheinbar so typischen weiblichen Klageecken. Etwa der: Jährlich sind mehr Männer Opfer von Vergewaltigungen als Frauen. Das andere Bild wurde nur möglich, indem man bestimmte Millieus (etwa Gefängnisse) herausrechnete. Oder: Die Todesrate von Männern in vielen Berufen ist teilweise exorbitant hoch. Frauen nehmen gefährliche Berufe halt einfach nicht auf sich. Frauen erhalten weniger Gehalt in Führungspositionen?

Es ist statistisch ganz leicht nachzuweisen, daß Frauen auch immer die einfachen Managementkarrieren wählen, so gut wie nie die, wo alles am Spiel steht und sie jederzeit gefeuert werden können. Sie riskieren also einfach weniger. Die Risikoposten übernehmen immer Männer. Und es gibt jede Menge Tätigkeiten, die Frauen überhaupt nicht übernehmen, und das sind in der Regel die haarsträubendsten, schwierigsten, unangenehmsten Tägigkeiten. Oder haben Sie schon einmal eine Frau als life-guard gesehen? Männer sind in überwätligender Mehrheit - über 80 % - Opfer in allen Kriegen. 84 % aller Männer verlieren nach einer Scheidung (deutlich mehrheitlich von Frauen eingeleitet) ALLES. 80 % der Obdachlosen sind Männer. Sie sind auch überwältigend häufiger Opfer von Verbrechen und auch von Gewaltverbrechen.

(Des VdZ Favorit:) Männer erhalten für DAS GLEICHE DELIKT vor Gericht deutlich höhere Gefängnisstrafen.

Frauen werden mehr sexuell belästigt oder mißbraucht? Das kommt nur daraus, daß Männer kaum einmal darüber reden, und damit einfach ... fertigwerden, es abhaken, vergessen, zum Tagesprogramm übergehen. Das ist auch schon das ganze Geheimnis. Buben sind deutlich mehr Opfer körperlicher Gewalt als Mädchen. Etc. etc. Es widerstrebt der Würde als Mann, das wirklich auszureizen. Man spricht doch in Wirklichkeit nicht darüber. Und - es muß auch so sein! Basta!

Es ist außerdem eine (kapitalistische) Tatsache (und entspricht auch der doch recht umfangreichen beruflichen Erfahrung des VdZ), daß niemand für gleiche Leistung weniger bezahlt. (Der VdZ hatte sogar oft den gegenteiligen Eindruck: wenn etwa sich als aufgeklärt-gelassen und potent aufspielende Geschäftsführer  ihren pünktlich um halb vier heimtanzenden hübschen Sekretärinnen, die auch ihre "Unpäßlichkeiten" in feiste Freizeiten umzumünzen verstanden, fast Managergehälter zahlten.) Sofort würden Frauen die Posten der Männer übernehmen können - wenn sie wirklich die gleiche Leistung erbrächten. Etwas anderes würde jedem ökonomischen Denken widersprechen. (Das ist übrigens auch eines der Argumente von Norbert Bolz gegen Quotenregelungen.) Legten es Frauen wirklich auf diesen Vergleich an, dann würde die Rechnung für sie verdammt schlecht ausfallen. Alleine das zu sagen ist aber schon ... unmännlich, ungalant. Es gehört sich nicht, und ein Mann (wie der VdZ hoffentlich ist) schämt sich auch dafür.

Von den "Mütter-Männern" mit Tragschlaufe fürs Baby um den Bauch und "fifty-fifty-"Störung soll deshalb gar nicht geredet werden. Sie sind keine Männer, sondern haben sich die perfide, selbstmitleidige Strategie der Weiber angeeignet, um es sich noch bequemer zu richten, das ist auch schon alles.

Es ist aber richtig und zulässig wenn man sagt, daß die Frauen davon profitiert haben und profitieren, daß der Mann ihnen immer noch (!) aus natürlicher Neigung heraus höchst zuvorkommend und schonend begegnet. Ja, anders wäre dieser Schwachsinn des Feminismus gar nie möglich geworden - denn aus Rücksicht vor dem schwachen, schützenswerten Geschlecht. Feminsmus gibt es nur wegen der Ritterlichkeit und Höflichkeit der Männer, der auch mal Nachteile in kauf nimmt, um Frauen nicht schlecht zu behandeln.

Und auch das ist ein Grund für viele Männer, darin hat der Moderator dieser in Amerika populären Youtube-Sendungen ziemlich recht: Daß sie in Wahrheit darauf hoffen, daß sie eher "zum Schuß" kommen, wenn sie sich als "Frauenversteher" gerieren. Das Verhalten kennt man ja ausreichend - als Verhalten von unmännlichen Weicheiern. Sie sind am meisten schwanzgesteuert unter den Männern.

Und Männer wissen das. Wenn sie noch Männer sind. Der VdZ hat es immer wieder in Diskursen betont: Frauen würden staunen, wie Männer unter sich über Frauen sprechen. Und wie höflich sie immer noch sind. Denn in Gegenwart von Frauen reden sie ganz anders. Schonend. Liebevoll. Geschlechtsspezifisch (richtig).

Wenn sie nicht längst Muttersöhnchen sind, die gar keinen Zugang zu männlich-sachlicher Weltrezeption mehr haben.

In Wahrheit gibt es zum Feminismus nue eines zu sagen: Daß es Zeit wird für die Männer aufzustehen und zu sagen: Schluß mit dem Unsinn, genug mit diesem ganzen Unfug, jetzt wieder zurück zum Ernst des Lebens. Und damit zur Freude des Spiels.

"Mander, s'isch Zeit!"










*110616*

Freitag, 5. August 2016

Was aber, wenn Erdogan recht hat? (1)

So ganz von der Hand zu weisen sind die Argumente freilich auch nicht, die da von den jüngsten Ereignissen in der Türkei ganz andere Schlüsse ziehen. Die da spekulieren, etwa in der Art: Was wäre, wenn der Putschversuch in der Türkei zwar mit völlig untauglichen Mitteln durchgeführt worden, aber sein Hintergrund durchaus ernstzunehmen wäre?

Wenn es also ein "echter" Putschversuch einiger Militärs gewesen wäre, die dadurch die Türkei zurück zu Atatürk'scher Vision eines säkularen, westlich orientieren Staates bringen sollte? Der also klar gegen Erdogan und seinem Versuch, die Türkei zu einem muslimischen Staat umzubauen, endgültig umzubauen, muß man sagen, gerichtet war? Was wenn es stimmt, daß der Offizier, der für den Abschuß der russischen Militärmaschine (die gerade IS-Rebellen jagte) vor einem halben Jahr verantwortlich war, tatsächlich Verbindungen zu diesen Putschistenkreisen unterhalten hatte, der Abschluß der Suchoj unter dem Kremlstern also in exakt derselben außenpolitischen Linie lag?

Was wäre, wenn sich hier wirklich eine US-amerikanische außenpolitische Linie ziehen ließe, die das Ziel verfolgt, die Türkei - unter eindeutig pro-westlicher Führung von Militärs - wieder enger an die NATO zu binden, und von allen pro-russischen Anflügen zu reinigen? 

Denn immerhin hat sich die Türkei wenig bis gar nichts um die EU-Sanktionen gegen Rußland (auch sie schon ein amerikanisches Instrument, das keinesfals europäischen Interessen dient) geschert und die Handelsbeziehungen mit dem zu Ächtenden intensiviert. Immerhin besteht ja nun dort ziemlicher Bedarf an Waren, die die EU nicht mehr liefert. Was wäre, wenn die türkische Unterstützung für die IS gar keine primär türkische (sondern einfach: amerikanische) Unterstützung (die aber über die Türkei lief; das ist auf jeden Fall beweislich und sicher) war, auch wenn Erdogan (wieder einmal!) und aus sehr orientalische Weise versuchte, mehrere Fliegen mit einer Klappe zu schlagen, und ursprünglich meinte, daß das Chaos in Syrien seinen eigenen Großmachtsplänen im arabischen Raum dienlich wäre. Was er mittlerweile als ziemlichen Irrtum einsehen könnte. 

Es gibt ferner deutliche Signale, daß die Türkei die "Turkish-Stream"-Pipeline für Gas vielleicht DOCH bauen wird. Mit russischer Hilfe, mir russischem Kapital. Damit wäre die Ukraine nämlich umgangen, und ihr strategischer Wert auch in der Beeinträchtigung eines der Hauptdevisenbringers für Rußland, das Geld aus dem Gas, recht gesenkt. Sie würde dann nicht mehr taugen, Rußland unter Druck zu setzen. Und so nebenbei Europa könnte über das Schwarze Meer versorgt werden, was große Bedeutung hat: Weg vom Mittelmeer! Dazu weiter unten.

So nebenher hat Rußland bereits begonnen, der Türkei ein Atomkraftwerk zu bauen. Was zwar angesichts der Spannungen wegen des Flugzeugabschusses einmal auf Eis lag, aber wie man liest nun wieder aktuell ist. Das würde die Türkei auch in der Energieversorgung deutlich stärker auf eigenen Füßen stehen lassen. Noch dazu, wo die Russen durch ihre (im Gegensatz zu der der NATO völkerrechtlich legitimen, weil auf Betreiben der syrischen Regierung erfolgten) Intervention in Syrien, die die IS endlich und entscheidend weil nicht in Widersprüchen gefangen in die Defensive gedrängt hat, einen laut anderen Stimmen sehr klar verfolgten Plan der Amerikaner und Europäer nachhaltig blockiert hat.

Der darauf abzielt, eine Öl-Pipeline vom arabischen Golf über den Irak mitten durch Syrien ans Mittelmeer zu bauen und durch Beherrschung Syriens auch "sicher" machen zu können. So nebenbei hätte man über diese Logistik dann auch die arabischen Ölproduzenten besser im Griff, die allesamt und nach wie vor über die bei weitem größten Öllagerstätten weltweit verfügen.

Dann könnte es sein, daß Erdogan eigentlich alles richtig gemacht hat. Daß die Europäer in ihren Reaktionen darauf beweisen, daß sie stinkende Milchsemmeln geworden sind, die von der Welt überhaupt keine Ahnung mehr haben, ist dazu nur ein Nebenkonzert. Dann könnte es sein, daß sein energisches Durchgreifen die einzig richtige und notwendige Reaktion war, den amerikanischen Einfluß, der gegen seine Interessen läuft, tatsächlich zurückzudrängen. Was eine von den USA gestützte Gülen-Bewegung, die massivste eigentliche Konkurrenz für Erdogan, als US-beherrschte Islamisierung gewissermaßen recht anders hätte gestalten wollen. 

Das alles macht keineswegs eine Erdogan-Türkei zu einem EU-Land, oder gar europäisch. Das macht auch die Türkei für Europa nicht wichtiger als sie ist, und schon gar nicht so wichtig, wie manche tun, die sogar dem Teufel seine eigene Großmutter verkaufen würden, nur um ihre eigene Karriere oder gar nut ihr lächerliches Ego zu retten. Eher braucht die Türkei Europa und tut genau deshalb alles, um das pubertär durch Rüpel-Rülpser zu verschleiern. Selbst der Einbruch des Tourismus an türkischen Stränden zeigt, wer da wen braucht. Die Touristenzentren dort, allesamt auf Kredit gebaut, krachen schon nach kurzer Zeit wie resche Kaisersemmeln um fünf, und das kann sich sehr rasch zur Gesamtwirtschaftskrise für Ankara auswachsen. Die Türkei ist nämlich mit Spanien und Irland vergleichbar: relativ geringe Staats-, aber hohe Privatverschuldung, die sich sehr schnell auf den Staat umlegt.

Das aber würde eine Gülen-Türkei anders aussehen lassen, weil die Türkei wenn schon nicht einfach europäisieren, so doch seine Islamisierung (die auch Gülen anzielt; er sitzt mit Erdogan als Konkurrent gewissermaßen am selben Spieltisch) für US-Europa berechenbarer machen, weil die USA Gülen in der Hand hat. Für ein Europa, das an internen unlösbaren Konflikten aufgrund der Zuwanderung aus muslimischen Ländern so geschwächt ist, daß es bald überhaupt nicht mehr daran denken kann, außenpolitisch stark genug zu werden, um eine eigene, eine nicht einfach US-dienliche Politik zu betreiben. Die USA wollen und brauchen so ein Europa, das sie beherrschen, und mit dem sie auch eine Gülen-Türkei als Spielfigur beherrschen.

Damit es sich nicht vielleicht doch noch mit Rußland in ein Gespann wirft, was vermutlich großartig funktionieren würde. Weil es einen fast kann man sagen autonomen, eigenständigen Politik- und Wirtschafts-, ja sogar Kulturblock bilden würde. Das würde auch keinesfalls eine Türkei benötigen, die EU-Mitglied ist. Warum sollte das notwendig sein? Es würde genügen, wenn dieser europäische Block Interessen verfolgen würde, die sich auch mit denen der Türkei in vielem decken könnten. Das alles kann man in vorteilhaften bilateralen Abkommen sichern. Samt einer strategischen Absicherung der Südflanke mit direkten Einfluß auf die Ölregionen am Golf - durch eine befreundete (aber halt völlig andere) Türkei.

Das würde auch den eigenartigerweise gelungenen EU-Austritt der Briten (der dem VdZ suspekt gewesen ist, wie er hier schrieb) in ganz anderem Licht dastehen lassen. Denn dieses Land, das eine Alternative zu einer türkisch-europäischen Alternative ist, ist historisch tief verankert und strategisch in diesem politischen Raum bedeutend engagiert. England beherrscht nach wie vor (über Zypern) den Suez-Weg, es beherrscht damit den Vorderen Orient sogar aus der Luft, es beherrscht strategisch aus dem Empire heraus ungebrochen das Mittelmeer (über Malta und Gibraltar). Deshalb hat die Turkish-Stream strategisch hohe Bedeutung - England/USA hätte auf Europas Gasversorgung deutlich weniger Einfluß.

England könnte also DER künftige strategische Partner einer USA werden, die in ihrem Engagement im Nahen Osten nicht gerade unter Lagerproblemen für vergoldeten Lorbeer leidet, und geopolitisch katastrophalem Glaubwürdigkeitsverlust erlitten hat. Als Alternative, als As im Ärmel, einem unsicheren Partner gegenüber - der Türkei, ja sogar der EU, in deren Völkern sich so deutliches Rumoren gegen die bestehenden Partner-Regierungen zeigt. (Auch darin gründet die Dringlichkeit des CETA/TTIP, der der USA noch einmal entscheidenden Einfluß auf Europa auf lange Zeit sichert.) Mit einer destabilisierten oder gar umgewendeten Türkei hätten die USA also mehrere Fliege mit einer Klappe erschlagen.



Morgen Teil 2) Erdogan ist aber ein Orientale. 
Und daran ist nicht einfach etwas Schlechteres.
Wäre da nicht ein Kulturgefälle.






*020816*

Vor den Vorhang! Ursache der Zweiten Weisheit (1)

Spätestens jetzt sind wir an dem Punkt, wo es möglich und notwendig ist, einen weiteren, ja einen entscheidenden Zusammenhang aufzuzeigen. In Ausführungen, die sich in so einigen der letzten Blog-Einträge weitergeführt und präzisiert haben, die von der "Zweiten Weisheit", der Welt des Praktischen vs. Welt des Theoretischen, Geistigen handeln. Einmal wurde es bereits angerissen, hie rwird es weiter ausgeführt.

Denn diese in der Kirche schon lange vorbereitete und nunmehr etablierte "Zweite Weisheit" in einer Pastoral, die sich an Wahrheit bestenfalls noch "orientiert", aber im Grunde nachreiht, hat einen ganz klare Genese, und damit einen Ausgangspunkt, der über persönliche Schuld weit hinausreicht, der viel bedeutender noch ist.

Er lautet da: Liturgiereform von 1970, und der Folge daraus, die in einer praktisch (bis auf wenige Ausnahmen) weitgehend völlig verwüsteten liturgischen Praxis besteht.

Über die Liturgie und deren "Reform" seither wurde schon viel gesagt und geschrieben, darauf muß hier nicht eingegangen werden. Eingegangen wird hier auf eine ganz andere Seite, die der VdZ noch gar nicht rezipiert fand. Und deren Folge mit "Zweiter Wirklichkeit" zu bezeichnen ist. Und die sich mit vielen Indizien belegen läßt, die sogar erst unter diesem Licht ein Gesamtbild und damit Indizienhaftigkeit ergeben.

Denn in der nunmehr und seit den frühen 1970er Jahren real und faktisch stattfindenden Liturgie war vor allem eines zu erleben: Eine immer deutlicher erlebbare, freilich aus Gründen eines eigenen Denkverbots gerade der Gutmeinenden, der Gottesdienstbesucher also, der "treuen" Katholiken stattfindenden Wahrnehmungsverweigerung (als Neurotisierung des Denkens), UNWIRKSAMKEIT DER WIRKLICHKEIT DES GEISTES. Eine Unwirksamkeit, eine reale Weltirrelevanz Gottes also. 

Begleitet war und ist dies von einem Erleben einer Impotenz, einer Unwirksamkeit auch des Klerus, der Priester. Mit fatalen Folgen, und der Neid, die Ohnmacht, die Aushöhlung der eigenen identität, die Gier mit der sich Priester auf alle möglichen Aufgaben stürzten, die gar nicht die ihren sind, von der Politik (und sei es: Kirchenpolitik) bis zu Psychotherapie, sofern sie nicht überhaupt eine Weltverwirklichung etwa in Form von eheähnlichen Ausflügen oder Laisierungen suchten, hat einen ganzen Rattenschwanz weiterer Wirkungen nachgezogen. Samt neuer Varianten des Karrierismus, die ihre Orientierung bei denjenigen suchten, von denen Priester überhaupt noch etwas erwarten, weil Wirklichkeit haben: den Menschen, den Schäfchen, den "Pastoralobjekten", den Gläubigen. Durch Anbiederung, durch Buhlen um Zuerkennung eines Platzes, durch Nachgiebigkeit, durch Verkaufen und Feilbieten des "Familiensilbers" in Form der Traditionen und Glaubensschätze der Kirche, durch einfach alles, das sie beliebt halten könnte, damit sie doch noch einen Platz behalten, auch wenn sie keinen Sinn mehr erkennen. Denn selbst die theologischen, sachlichen Inhalte, die sie zu vermitteln hätten, sind ihnen längst selbst entfleucht, sie verhalten sich nicht mehr danach.

Die geistigen Folgen sind nämlich weit schwerwiegender. Lex orandi - lex credendi, heißt es. So wie man betet, so glaubt man. Nachdem nun also in der Liturgie keine Wirklichkeit Gottes mehr zu erfahren war (und die Betonung liegt auf "Erfahrung"), verschwand Gott überhaupt aus dem Denken. Denn wer wäre so dumm, einen impotenten Gott in sein Leben einzubauen? Das wird dann bestenfalls zum Dekor für Feste, die immer noch in gewisser Tradition und erinnerter Stimmung stehen, als Familienfeste vor allem, und das führt zum Servicebetrieb Kirche, als Aufputz bei Taufen, Firmungen, Hochzeiten und zu Weihnachten und Ostern.

Entsprechend hat die Kirche auch alle (!) Schichten verloren, die einen geeichten Blick für das Wirkliche haben, weil schon berufsmäßig haben müssen.* (Der VdZ, der ja auch ein paar Jahre in Diözesandiensten gestanden war und viel sah, hat sich schon damals gewundert, warum man das so Offensichtliche noch nie bemerkt hat; ja gerade darüber hat man sich die pursten Illusionen gemacht.) Die Kirche hat alle jene Schichten verloren, die noch nicht ihren Hausverstand, ihre Vernunft bei der Türe abgegeben haben. 

Natürlich hat sie auch jene Schichten verloren weil gar nicht mehr angesprochen, die ohnehin bereits lange kirchen- und glaubensfremd waren. Behalten hat sit nur jene Schichten, die - wie oben schon angedeutet - ein hohes Potential zu einer Wirklichkeitsausblendung hatte, die sich also immer schon ein Zweite Wirklichkeit besonders leicht gebildet (und eingebildet) haben, und das sind Menschen in geschützten Lebensbereichen ohne Wirklichkeitsrückschlag wie Beamte, Sozialarbeiter und natürlich ... Kirchenmitarbeiter. Im Gegenteil zeigen diese Schichten sogar "erhöhtes Interesse", wie es dieser Geistesverfaßtheit eben notwendig ist, worauf hier nicht eingegangen werden soll.



Morgen Teil 2) Wer soll an einen wirkungslosen Gott glauben?




*100516*

Deutschlandvernichtung

Da muß man nichts mehr dazu sagen - ein Bericht des MDR über Windkraft, ein riesiges Geschäft der Umverteilung von Steuergeldern von unten nach oben, Ergebnis der "neuen Gier" die die Kreide "Ökologie" fraß, ehe sie ihr wahres Gesicht offenbarte: Die Energiewende war und ist ein Geschäfts- und Abzockmodell, sonst gar nichts, das von der Politik induziert wurde um ein sinnloses Scheintheater zu erzeugen - und dabei das Antlitz Deutschlands auf unabsehbare Zeit zu zerstören.






Und hier noch ein Bericht des Spiegel-TV aus 2003,  der eigentlich damals schon alles sagte, was es zur Energiewende zu sagen gilt: Ein Gipfelpunkt der Unvernunft, angestrebt auf einem Berg von Lügen. Alleine um den Energieverbrauch für den Stahl des Mastes hereinzubringen, muß ein Windrad 4 Jahre laufen. Ab ca. min. 10,45 wird die Solarenergie besprochen - der Wahnsinn hat Methode, und diese Methode heißt Lüge. Die Energiewende ist also nicht nur ein politisch-moralischer und ökonomischer Wahnsinn, sondern gleichermaßen ein technisches und in doppeltem Sinn klimatechnisches Desaster, weil sogar unter der Parametern dieses Wahns dessen eigenen Ziele ins Gegenteil gewendet werden.










*100616*

Donnerstag, 4. August 2016

Na da schau her

Angela Merkel in einer Bundestagsrede im Jahre 2002 zur Zuwanderung: "Das Maß des Zumutbaren ist überschritten." Höre der Leser sich das einmal an, was der VdZ auf danisch.de fand!









*010816*

Welt, die immer dieselbe bleibt

Solche Berichte sind nur sanfte Verweise. Verweise auf eine Erde, die in sich um Dimensionen komplexer und stabiler ist, als es sich mathematisch-rationalistische Wissenschaft, die sich ja selbst darin definiert, daß sie nur jeweils isolierte, reduzierte Einzelvorgänge unter kontrollierten Bedingungen zum Gegenstand ihrer Untersuchung macht, auszumalen vermag. Die deshalb nie ein Weltbild ergeben, sondern nur Weltbilder belegen kann.

Auch in den Wäldern der Borealis zeigt sich dasselbe, was in diesem im Video vorgestellten Projekt in den arktischen Zonen festgestellt wurde: Der höhere Anteil von CO2 in der Luft bewirkt eine Veränderung der Vegetation. Aber diese verändert nicht nur die Präfernz von Arten - das Moos weicht dem hochwüchsigen Buschwerk - sondern auch die gesamte mikrobiologische Komposition des Bodens. Damit nimmt (mit dem Zuwachs an CO2, das bekanntlich ja Lebensbedingung der Pflanzen überhaupt ist, also als "Dünger" fungiert, ohne den jede Pflanze sogar absterben würde) auch die Fähigkeit des gesamten Ökosystems Arktis zu, CO2 aufzunehmen. Es wirkt damit als "CO2-Senke", über deren Dimension man nur spekulieren kann. Das ist der gegenteilige (!) Effekt, den die sogenannten "Klimamodelle" einberechnen, die bislang von einer verminderten CO2-Aufnahme durch Wärme ausgehen. Man könnte es hingegen auf eine andere Formel bringen: Weil es hier und dort wärmer wird (in regionalen Schwankungen, wie es eben immer war), wird in bestimmten Welt- und v. a. Meeresregionen mehr CO2 freigesetzt bzw. weniger gebunden. Dieses aber wird u. a. durch die kalten Zonen zu Land wie im Meer in (oft sehr) langjährigen Prozessausgleichen wieder assimiliert.

Wenn es also zu Veränderungen in der Vegetation kommt, so sind sie generell nicht einfach Anpassungsvorgänge, sondern in ein System rückgekoppelte Vorgänge von Wechselwirkungen innerhalb eines Ganzen, die sich alle an einem orientieren: Daß das Wesen der Dinge zugleich auch jene Bandbreite ist, in der sie jeweils um ihr Selbstsein kreisen, und in diesem Selbstsein ein in sich vom Menschen nicht im entferntesten "zerstörbares" Gesamtsystem Welt und Erde bilden. 

In dieselbe Kerbe schlägt eine andere Nachricht, diesmal aus der sogenannten "Evolutionsforschung". Denn man kann allmählich an der Tatsache nicht mehr vorbei, daß sich trotz starker Klimaveränderungen in der Vergangenheit die Lebenswelt auch in den Lebensformen extrem stabil hielt. Auch historisch stärkste klimatische Veränderungen haben nicht zu jenen Mutationssprüngen geführt, mit denen die Evolutionsbiologie als Grundbedingung spekuliert (die sie also einfach annimmt, in einem ihrer zahlreichen Zirkelschlüsse setzt, denn sonst geht das Weltanschauungsmodell einer mechanistisch aus sich selbst gewordenen Welt schon an der Zeitbedingung nicht auf.)

Was bestenfalls noch mit einer "unerwarteten Anpassungsfähigkeit der Arten an Umweltbedingungen" erklärt wird, ist aber genau das: Das System wird durch das Wesen der Weltdinge (die zugleich die Welt sind, also nicht einfach "in der Welt herumstehen") getragen und bestimmt.² Es ist aber nie völlig starr und stabil, weil alle Dinge aus ihrem Selbstsein heraus jeweils darum kreisen, sich - ihr Wesen - in Wechselwirkung mit den eintreffenden Einflüssen zu erhalten. Das führt zu gewissen Formvariationen, aber nie zu einer prinzipiellen Veränderung von "Arten", also Wesensformen. 

Ändern sich Umweltbedingungen dramatisch und rasch (also sehr rasch, nämlich katastrophisch; wie bei den Sauriern), kommt es historisch zwar zum "Aussterben" von bestimmten Erscheinungsformen (v. a. in der Größe) und sogar Arten, aber nicht zu "Neubildungen". Mit zahlreichen Zusammenhängen, wie jene zwischen der Größe eines Lebensraumes, seinen Bedingungen als "Umwelt", und der Größe der Individuen.* Nur mit dieser Geschwindigkeit ist deshabl auch das Verschwinden so vieler sehr früher Arten wirklich erklärbar. Unter Bedingungen, unter denen sie mehr vor den Katastrophen geschützt waren, haben sie nämlich überlebt. 

Die Bedingungen auf der Erde waren über die Jahrtausende nämlich weit stabiler, als es uns oft erscheinen will, die wir von den Tagesereignissen gejagt oft schon glauben, die Welt würde sich ständig ändern - weil wir ihren tragenden Grund, ihre (fast möchte man sagen:) gemütvollen, langsamen, ungemein komplexen Grundrhythen, ihr stabiles Wesen gar nicht mehr als unter allem Tagesvereinzelten liegend erkennen. Die Welt hat sich auch durch die Industrialisierung nicht geändert. Was sich geändert hat ist lediglich unsere Art der Rezeption, die gemäß und in Wechselwirkung mit unseren Philosophien (als verbreitete Weltanschauungen) immer aktualistischer wurde und den zufälligen Augenblick kategorial überschätzt. Wir wurden in progressivem Steigerungsverlauf zu Hysterikern.**

Das ist eigentlich schon der Schlüssel zu so gut wie allem, was als "Probleme" aufgekocht wird. Die wahren Weltprobleme liegen aber ganz woanders. Und weil wir das in Wahrheit sehr wohl wissen, aber nicht mehr rationalisieren können, ersetzen wir diese grundsätzliche Problematik durch theatralische Schaubilder ähnlichen Inhalts - wie der "Apokalypse durch Klimawandel". Denn ein Wort daraus stimmt: Apokalypse als begrenzende Final-Wand der Welt. Aber diese ist ganz anderer Art.









*Typischestes Beispiel: Inseln oder Lebensräume mit Inselbedingungenweisen stets Festlandarten auf, die sich unter isolierten Bedingungen und in kleineren Lebensräumen auch deutlich kleinwüchsiger ausbilden. die Größe von Tieren bzw. lebewesen weist also immer auf die Größe des Lebensraumes hin, auf den bezogen sie leben und wachsen. Eine nicht-auseinandergerissene Landmasse also, wie sie die Erde ursprünglich wohl gewesen sein muß, muß also auch deutlich größere Lebewesen zeitigen. Beispiel: Der Blauwal ist Bewohner der gesamten Weltmeere. Aber man denke an das historisch belegte Zurückdrängen der ältesten afrikanischen Stämme - sie dürften die ältesten Afrikaner, ja überhaupt Menschen sein - in die Regenwälder. Was zum Zwergenwuchs der Pygmäen führte. Während die aggressiveren, weit weniger bodenverwurzelten Stämme der grenzenlosen Steppen - deren Ruhelosigkeit und Grenzenlosigkeit zur Ausbreitung des Menschen über die Erde führte - deutlich größer sind.

²Es würde den Rahmen sprengen, darauf näher einzugehen, aber es soll erwähnt werden: Dieser Annahme korreliert eine Annahme von Substanzbildung aus der Faktizität der Aktualität heraus. Dies hat eigentlich die hegelianische Weltanschauung zur Grundlage, daß die Dialektik der Dinge auch ihre Substanz "schafft", sich also Ontologie ins Faktische verlegt. Eine Philosophie, die sich im 20. Jhd. in Whitehead, Zubiri etc. scheinbar auf neuem Niveau artikuliert hat und in totalem Relativismus endet, wenn man sie nicht mit einer korrekten Ontologie zusammenzubringen vermag. Was einem rein weltimmanentistischen, materialistischen, absoluten Geist (Gott) ablehnenden Weltbild schon prinzipiell nicht gelingen kann. Hier wäre aber oft schon Gödel-Kenntnis hilfreich, der die Notwendigkeit einer nur noch intuitiv erfaßbaren, weil notwendig zu setzenden Transzendenz (ohne die es keine Mathematik gäbe: sie geht von nicht aus ihr beweisbaren, nur apriorisch zu setzenden Weltbedingungen aus) mathematisch-rationalistisch bewiesen hat. (Der religionslose Gödel endete in Spukglaube und Verschwörungswahn.)

**Das in den Augen des VdZ sinnträchtigste Symbol dafür ist das seit Jahrzehnten - und in so vielen Hollywood-Schinken ständig neu aufgekochten - bestehende Vorstellungsbild, daß "ein Druck auf einen Knopf" reichen würde, um die Welt auszulöschen oder zu verändern. Die gestalthafte Verlagerung des Denkens, Handelns und Existierens auf die Tastatur - ein Knopf kann ein ganzes Leben verändern, eine Abstimmung verändert durch Knopfdruck scheinbar die Welt - ist dessen Verallgemeinerung.





*170616*

Handeln als wäre man unschuldig

Es gehört zu den abstoßendsten Seiten der Unsittlichkeit, sich von der eigenen Schuld abhalten zu lassen, sachgerecht in der Gegenwart zu handeln. Es gehört mit zu den schwerwiegendsten Schuldtaten, den anderen aufzufordern, aufgrund seiner Schuld unsachgemäß zu handeln.

Schuld kann verziehen werden, und ist sie bereut und vergeben, ist sie auch vorbei. Und nicht einmal wenn sie nicht verziehen wäre, ist es eine sittlich eforderung, sachlich zu handeln. Groß ist der, der trotz des Wissens um seine eigene Schuld und Schuldigkeit sachlich zu handeln vermag.

Dann ist sie bestenfalls ein Objekt der Erinnerung. Aber es ist in jedem Fall eine sittliche Forderung, den Stand der Wiederherstellung der Würde - nach Sündenvergebung - als solchen zu sehen, und als Anspruch zu erfüllen.

Durchaus: Ein Handeln "als ob" man schuldfrei wäre, würde es emotional das sachgerechte Handeln im Augenblick behindern. Denn der Mensch hat sich an den objektiven Umständen (auch seiner selbst) zu orientieren. Er ist seinem Wesen nach "utopisch", in diesem Sinne "ideal-isch". Und das heißt immer auch zu wissen, daß man nie in einen objektiven Zustand völliger Unschuld kommt, schon im nächsten Augenblick wieder sündigt, wieder in Schuldverhältnissen steht.*









*Es verwundert also außerordentlich, daß die Kirche nicht den Menschen tagtäglich in Erinnerung ruft, daß die Schuld der Vergangenheit - auch und gerade aus der Zeit des Nationalsozialismus - vergeben, vergessen und gesühnt ist. Stattdessen scheint der Klerus nicht an seine eigene Verkündigung zu glauben, daß Schuld vergeben und getilgt werden kann. Es verwundert außerordentlich, daß der Klerus sogar selbst daran beteiligt ist, die Menschen an der Sündenvergebung zweifeln zu lassen. Und die Heuchelei und Niedertracht ist kaum noch zu beschreiben, wenn die Kirche im selbst ausgerufenen Jahr der Barmherzigkeit nicht die Größe aufbringt, diese Barmherzigkeit auch dem deutschen Volk zu verkünden. Zu verkünden, daß es aus seiner Schuld entlassen ist.

Die politische Katastrophe, das Versagen der Politik zeigt schon der Umstand, daß Deutschland bis heute keinen Friedensvertrag nach 1945 eingefordert hat. Denn in einem solchen Friedensschluß werden die objektiven Umstände ein für allemal festgestellt, und es wird festgestellt, wie zukünftig vorzugehen ist, wie man sich künftig begegnen wird. Und das hieße auch, als Forderung an die Würde, die generelle Politik Deutschlands in ihrer historischen Kontinuität und Notwendigkeit festzustellen. Denn keineswegs war der Krieg 1939/45 an sich ein deutsches Verbrechen.  Uns selbst das glauben zu machen ist selbst schon ein Verbrechen der Siegermächte, die hier als Sklavenhalter auftraten.

Wenn den Amerikanern bzw. Alliierten überhaupt je an einer Freundschaft mit Deutschland gelegen wäre - und das bezweifelt der VdZ sehr - würden sie sich für diese Feststellung in Nürnberg entschuldigen. Es gab verbrecherische Aspekte, keine Frage. Aber weder waren die der Grund deutscher Politik AUCH UNTER HITLER, noch waren die das Ausschlaggebende der deutschen Bewußtseinslage seit 1933. Vielmehr sollten die Alliierten endlich ihre eigene Schuld - etwa an der Eskalation des kontinentalen Krieges in einen Weltkrieg, und es gäbe noch so viele Aspekte! vieles, was sich dann als Nazi-Verbrechen zeigte, war von den Allierten ausgelöst, die Deutschland bewußt, geplant und gezielt in eine aussichtslose Lage gebracht hatten. Und wie erst an ihren Beschlüssen 1943, Deutschland nicht zu "besiegen", sondern "bedingungslos zu vernichten", seine Politik somit gar nicht als Staatshandeln anzuerkennen, ja Politik gar nicht möglich zumachen, und damit das Volk in Generalhaft zu nehmen - ein Völkerrechtsverbrechen!- den Krieg zu einem Vernichtungsfeldzug umzugestalten - zu untersuchen beginnen. Jede deutsche Politik, die dies nicht endlich in ihren Fokus bringt, ist irrelevant und schuldhaft.





*110616*

Mittwoch, 3. August 2016

Eine gefährliche Situation

Und das scheint die momentan wirkliche Gefahr zu sein: die NATO provoziert Rjußland so lange, und gegen alle Friedensrhetorik, bis Rußland keine andere Wahl mehr hat als einen Präventivschlag als einzige Möglichkeit zu sehen. In diesen Wochen finden in Osteuropa und oft nur wenige Kilometer von der russischen Grenze entfernt NATO-Manöver mit gut 100.000 Mann statt. Rußland hat daraufhin die Alarmbereitschaft für seine Armee hergestellt. Ja, was  hat man erwartet?

Auch wenn viele das nicht wahrhaben wollen, so ist genau das die schon jahrhundertelange strategische Situation Deutschlands, die zu Beginn des 19. Jhds. langsam begann, in den Köpfen der Regierungen und Generäle begriffen zu werden. Gerade die Deutschen also sollten die Lage Rußlands kennen!? Deutschland hat es sich seit hunderten Jahren nicht leisten können darauf zu warten, daß seine Nachbarn ihre politsch-militärischen Absichten AUSFÜHRTEN. Es begann deshalb im 19. Jhd. ein strategisches System aufzubauen, in dem es Aggressoren immer knapp zuvorkommen konnte, weil es einem koordinierten Angriff massierter Kräfte vor allem aber einem länger dauernden Krieg mangels Rohstoffen und Kapital niemals gewachsen war.

Die gedankliche Perversion der Umdefinition von Krieg durch Unterscheidung von "gerechtem/ungerechtem Krieg" im Gegensatz zum "gerechtfertigten Krieg" namens einer höheren moralischen Mission, mit der der Westen nach 1914/18 (und v. a. ab 1939) all seine Verbrechen rechtfertigte, trägt sein übriges zur Verwirrung bei. Denn darin wird immer der "Angreifer" zum Übeltäter, der keinerlei moralische Grenzen im Krieg mehr verdient. Während der Westen gar nie Krieg führt. (Die USA haben seit 1945 keinem Land mehr "Krieg" erklärt, dabei aber pausenlos Kriege geführt.) Er stellt nur Gerechtigkeit her.

Der VdZ hat sich in diesen Wochen in Schlesien bzw. Polen aufgehalten. Und viele Gespräche geführt. Seine Eindrücke fallen nicht unbedingt günstig für Polen und die NATO aus. Zum mindesten sind die Polen erschreckend gerne bereit, sich "geschichtsvergessen" in die eigene Tasche zu lügen, und so zu sagen, und ganz anders zu handeln weil ganz andere Interessen zu verfolgen, als es zugeben will. Und sich wie so oft schon anderer Kräfte zu versichern, die ihre Interessen nicht nur vertreten und verstärken, sondern gar ausfechten. Der Eindruck, daß Angela Merkel überhaupt nicht weiß, was sie tut, hat sich - so nebenbei - deutlich verstärkt.









*300716*

Fakten sind ideologiegefährdend

Man nehme die Summe aller Einkommen je von Männern und Frauen, dividiere sie durch die Anzahl der Stunden, und schon hat man ihn - den berühmten "Gender Pay Gap". Angeblich 22 Prozent (über die Jahre sehr stabil bleibend) verdienen Frauen weniger als Männer. Anlaß genug für beflissene Politiker, die nächsten Gesetze ins Rollen zu bringe, der diese schreiende Ungerechtigkeit, die unbevormundete Menschen den Frauen aussetzen, endlich aus der Welt schaffen soll.

Die Sache hat nur einen Haken - sie stimmt nicht. Das kann nicht nur jeder mit Erfahrung bestätigen, sondern es ist das Ergebnis einer genauen Untesuchung der solchen Aussagen zugrundeliegenden Daten. Was bisher die Politik nicht interessiert hat, hat nämlich das Kölner Institut der Deutschen Wirtschaft interessiert. Und was hat es herausgefunden?

Den Gender Pay Gap gibt es nicht.

Graphik: IWKöln
Vielmehr sind über 18 %-Punkte dieser Differenz aus ganz simplen Realumständen zu erklären. Berufserfahrung, Größe der Betriebe, geforderte Risiko- und Autonomiebereitschaft, Branche (!), etc. etc. Frauen haben außerdem eindeutige Tendenzen, die sich in Arbeitsstellen äußern, die geringer entlohnt werden. Und sie tendieren zu Arbeitsstellen, in denen eher weniger Qualifikation erfordert wird. Obwohl sie nominell keine geringere Qualifikation haben, das zeigen die Studien- und Ausbildungszahlen.

Für die verbleibenden 3,8 %-Punkte "Erklärungslücke" liegen aber gleichfalls zahlreiche Gründe vor. Die zwar in die Entlohnung einfließen, aber statistisch nicht direkt erfaßbar sind. Dazu zählen etwa auch persönliche Einschätzungen, Risikofreude der Arbeitnehmer, usw. usf.  Wer sich für die Details interessiert, möge die auswertende Stellungnahme auf den Seiten des Instituts nachlesen.

Die in den Satz mündet, daß man, bezieht man alle erkennbaren Entlohnungsparameter mit ein, davon ausgehen muß oder kann, daß ein Gender Pay Gag überhaupt nicht vorhanden ist. Ein Gesetz, das deshalb den Unternehmen zukünftig Aufzeichnungen vorschreiben will, aus denen die Gründe für gezahlte Löhne hervorgehen, ist deshalb pure Schikane. Es wird nicht das geringste ändern.

Wer deshalb möchte, daß Männer und Frauen zukünftig "gleich viel" bezahlt bekommen, wird schon einen anderen Ansatz wählen müssen. Er wird die gesamten gesellschaftlichen und wirtschaftlichen und psycho-sozialen und psychologischen Bedingungen auf eine neue Norm hin ändern müssen, samt einer gehörigen Deprogrammierung und Umerziehung der Menschen. Vielleicht gleich in verpflichtenden Lagern ab dem 6. Monat? Denn Frauen, die etwa Kinder bekommen (weshalb sie weniger Berufserfahrung mitbringen), die zumindest gewisse Zeit zu Hause bleiben, oder überhaupt lieber Hausfrau sind, sind ja wirklich ein unerträgliches Ärgernis. Und allfällige biologisch bedingte oder ausgedrückte unterschiedliche Neigungen und Grundtendenzen sind ohnehin eine Ungerechtigkeit allerersten Ranges. 

Aber genau das scheint die Politik ja anzustreben, wenn sie uns über die bereitwillig alle unsinn mittragenden Medien Jahr für Jahr dasselbe Märchen vom Gender Pay Gap erzählt. Der beweisen soll, daß die polare Verfaßtheit von Mann und Frau der Grund für die Frauen ist, sich benachteiligt, und für die Männer, sich des brutalen Unterdrückertums schuldig zu fühlen.





*150616*

Ziemlich brillant

Das sollten Sie, geneigter Leser, sehen: Eine schwungvolle kurze Analyse, warum Trump die Wahlen in den USA gewinnen wird. Bemerkenswerte Gestaltsicht! Clinton's Kampagne, so der Moderator, treibt Trump die Wähler von selbst zu. Und das ist besonders amüsant: Denn die Forderungen der Linken sind so naturwidrig (die Linke funktioniert nur bei der Möglichkeit, das Denken der Menschen auszuschalten), daß je mehr sie sich draufsetzen, desto mehr sie die Menschen darauf stoßen, daß diese Ansichten falsch sind. Und am besten funktioniert das in dem, was allen Menschen aus eigenem Erleben klar ist - in den Geschlechterrollen, im familiären Leben.

INDEM Clinton ihren Kontrahenten Trump des Patriarchalismus bezichtigt, macht sie den Frauen klar, daß sie endlich nicht mehr politisch sein müssen, wie es ihnen eingeredet wurde. Sie dürfen sich wieder aufs Sofa setzen, denn ihr Mann macht das schon. Während dem Mann klar wird, daß es nun auf ihn ankommt.*

Brillant!










*Darin irren übrigens auch so viele "Rechts-"Bewegungen Europas - Deutschland mit Frauke Petry, Frankreich mit Marie LePen. Darin liegt auch die Begrenzung der Grünen, sie überall seit vielen Jahren stagnieren, und ab dem Moment stagnierten, in dem sie von Frauen übernommen wurden. Frauen können auf einen Mann hinweisen, da haben sie auch politisch enorme Durchschlagskraft. Aber sobald sie selbst an der Spitze stehen wollen dekaptieren sie die Bewegung. Wenn es deshalb in D'eutschland die AvD nicht schafft, einen (buchstäblichen) Front-MANN aufzustellen, auf den die inhaltliche Brillanz von Petry verweist, dem sie zuarbeitet, wird sie an sich selbst einbrechen und nie mehr als eine Randerscheinung bleiben. Es sei denn, Petry "heiratet" H. C. Strache, und wird in Deutschland als Vollzieherin seiner Ideen angesehen. Sie lachen, werter Leser? Na tun sie das nur ...

Merkel ist da überhaupt keine Ausnahme. Sie hat lediglich von einer ideologischen Erstarrung, der typisch katholischen (und leider schon so lange vernunftlos gewordenen) "Treue" profitiert. Je länger sie aber am Werk war, desto mehr hat sich das ausgewirkt, und sie hat es mittlerweile sogar "geschafft", das angestammteste christ-demokratische Publikum loszuschlagen. Was sie natürlich - typisch weiblich - durch "überlegene Moral" zu retten versucht.  

Frauen werden als Führungskräfte nur dann (als geringere Übel) akzeptiert, schon gar in der Politik, wenn es gelingt, die Vernunftfähigkeit der Menschen durch massiven ideologischen oder moralischen Druck (oder, wie in Deutschland, aus "brennend-dringend-aktueller Weltrettungsmission")  kurzfristig auszuschalten und durch "rationale Alternativlosigkeit" zu ersetzen. Wenn es also Gründe gibt, die sie "repräsentiert", an die sie sich glaubwürdig kettet, deren (technische) Ablaufrichtigkeit sie verspricht, in denen sie selbst aber nebensächlich ist. Der Rest ist auch bei Merkel purer Zufall, den sie gar nicht angestrebt, sondern ausgesessen hat.

Selbst eine Marie LePen lebt aber als politische Person von ihrem Vater.





*110616*

Dienstag, 2. August 2016

Begeisterung schaut anders aus

Während auch in unseren Medien von einem Begeisterungssturm für die Nominierung von Hillary Clinton gesprochen wurde, schaut die Realität ziemlich anders aus, wie dieses Video zeigt. Die Jubler, die die Bildwelt der Kolportage zeigten, waren fein säuberlich ausgeschnittene Szenen aus einem Teil der Halle, in der die Nominierungsfeier stattfand. Der Rest was nämlich weitgehend leer. Clinton zieht einfach durch. Ob es ihre Partei zerreißt oder nicht. Das scheint bei weiblichen Politikern aber längst üblich zu sein. Sie spekulieren einfach mit der Gestalttreue der Guten, die aus Raison doch ihre Stimme liefern. Wenn auch zähneknirschend. Man wirft Clinton ja sogar Manipulation der Vorwahlen (in ihrem Kampf gegen Sanders) vor.









*300716*

Amerika am Scheideweg?

Manche meinen, mit Donald Trump würde eine neue Rückbesinnung Amerikas auf sich selbst stattfinden. Er würde die Amerikaner wieder zu ihren Gründungstugenden zurückführen - Selbstverantwortung und DADURCH Freiheit. Amerika würde aufhören zwanghaft beweisen zu wollen, die Welt dominieren zu müssen. Es würde damit endlich eine "multipolare Welt" möglich werden, in der sich mehrere Führungsmächte gegenseitig respektieren und akzeptieren, und damit zusammenarbeiten.  

Wie sie sich ja abzeichnet: Ganz neue Mittel-, Groß- und Supermächte sind aufgestanden, die aber von den USA wie unmündige, erziehungsbedürftige Kinder behandelt werden. Amerika würde, so meinen manche, endlich von seinem 50jährigen Albtraum aufwachen, in dem es sich im Krieg gegen die ganze Welt selbst paralysiert hat. Ja, manche meinen, Amerika würde unter ihm sogar dem Griff der Großkonzerne und Kapitalmagnaten und Interessensgruppen entkommen, die die USA unter Obama beherrscht haben, der alles andere als ein mächtiger Präsident war, weil er von zu vielen abhängig war, sodaß sich unter ihm eine regelrechte inoffizielle Parallelgeselschaft entwickelt hat, in welchem Machtvakuum sich die Interessensgruppen bekämpften und die US-Politik bestimmten. Trump könnte hingegen seit der Zeit vor Bush der erste mächtige Präsident werden. (Und das muß man auch sagen: Jeder Staat braucht eine autochthon mächtige Staatsführung, sonst explodieren die Interessensgruppen.) Immerhin muß Trump niemandem mehr beweisen, daß er Karriere machen kann. Er muß auch nicht (wie die Clintons, er wie sie) erst reich werden. Trump ist es.

Wovon schon Solon im antiken Athen behauptete, daß dies eine der Grundfesten der Demokratie sei: Kein Politiker dürfe seine gesellschaftliche Stellung, seine Reputation der Politik verdanken. Er müsse sie bereits haben, sonst würde er unweigerlich die Politik in persönlichem Interesse benutzen und dabei machtlos weil vom Erfolg abhängig sein. Also bleibt ihm nur, entweder Despot oder Opfer von Interessensgruppierungen zu werden.

Wenn nur die Hälfte davon stimmt muß man hoffen, daß er die anstehenden Präsidentschaftswahlen gegen Hillary Clinton gewinnt. Die genau für das Gegenteil steht. Und hinter der ziemlich offenbar die Pharmaindustrie, die Gesundheitsindustrie wegen der "Obama-Care", die Bankenwelt, Medienkonzerne wie Warner Bros., die Boeing-Rüstungswerke, etc. etc. - samt der unvermeidlichen Soros-Foundation - stehen, die ihre vorgeschobene Puppe - das allem offene Weib - gefunden haben, das sie mit Geld polstern. Dabei ist ihre politische Richtung variabel wie die Hautfarbe eines Chamäleons. Wie bei allen Politweibern, man hört da das Wort "Merkel" leise aber schräg-greinend im Hintergrund. Daß die, die einerseits die fundamentalen Kräfte entfesseln, anderseits für stärkere Ordnungsmächte sind, um den selbst geöffneten Flohsack wieder einzusammeln, weshalb sie von manchen verführerisch sogar als "rechts" definiert werden, ist nur logisch. Diktatur steht am Ende jeder Ideologie. Manche meinen, daß auch die "Wohltätigkeit" der Clinton-Foundation nichts anderes ist als das, was der legendäre "Hitman" schon aufdeckte: Ein rücksichtsloses Ausbeutungssystem amerikanischer Konzerninteressen, die an den "geschenkten" Geldern goldene Nasen verdienen.  Die Spur aus Blut und Chaos, die Clinton schon als Außenministerin in der Welt hinterlassen hat, ist sehenswert.

Übrigens: Trump sagt in dem Interview, daß die USA die höchsten Steuern der Welt habe. Das ist natürlich nur Wahlkampfgetöse. Der Mann hat offenbar von Europa keine Ahnung, und das darf er ruhig, aus besagten Gründen. Er kann sich ziemlich sicher auch nicht den Tüchtigkeitsunterschied vorstellen, der zwischen Amerikanern und Europäern immer noch besteht und in der abendländischen fundamentalen, realen Freiheit - Grundlage wie Ziel schöpferischer Persönlichkeit - gründet. Nicht in deren amerikanischer Düdiledü-Version "fuck as fuck can". Weshalb Europa selbst die Katastrophenpolitik, die es erlebt, dank dieser Substanzmengen noch irgendwie zu tragen vermag. Die es ja sind, die allmählich zu rebellieren beginnen,. weil der Schmarotzerdruck einfach schon zu groß ist.

Denn die US-Amerikaner haben eine Steuerlast (incl. Sozialabgaben) von ca. 23 %. Natürlich (wie es sich für ein freies Land gehört) mit einer meist privaten oder privatim-assoziierten Sozialabsicherung (wie in den allermeisten Staaten der Welt, das ist aber für einen Europäer fast nicht nachvollziehbar, dabei haben wir Europäer das vor Jahrhunderten schon "erfunden"!), die jeder eben gestaltet, wie er sie gestalten will oder kann. Für den Rest gibt es private oder regional-offizielle Sozialinitiativen, und so gehörte es sich auch. Dazu aber noch: Das ist fast EIN DRITTEL dessen, was ein Europäer verpflichtend zu tragen hat!*

Natürlich wird in diesem Interview einmal mehr klar: Das amerikanische System der Demokratie, das auf einem primitiven situationsbezogenen Pragmatismus aufbaut, begünstigt einen Menschentyp, der eigentlich ... keinen Geist hat. Auch von Donald Trump sollte man also nicht zu viel verlangen. Umso mehr muß man darauf hoffen, daß Amerika sich auf sich selbst beschränkt. Die klugen Köpfe in Amerika kommen in diesem System prinzipiell nicht nach oben.

Auch interessant, und erschüttend in Wahrheit: Trump sagt, daß es um "Kompetenz" für so ein Amt gehe. Nicht um "niceness", nicht um Sympathie. Aber was die Amerikander wohl unter "Kompetenz" verstehen? Trump (nicht anders als Clinton) kann nicht eine wirkliche geistige Vision bieten! Sondern nur "bessere Abläufe". Aber vielleicht paßt genau das auf dieses rätselhafte Volk, das man bei gewissen Nachblicken als Ansammlung von substanzlosen Trotteln bezeichnen könnte, die umso mehr und typischerweise von sich überzeugt sind, weil sie sich moralisch wähnen. (Trump ist ja auch ein Puritaner reinsten Wassers.) Umso mehr kann man sich nur wünschen, daß sie sich wieder auf sich selbst besinnen und aufhören, die Welt in Chaos zu stürzen, weil sie in Wahrheit von nichts eine Ahnung haben. Die USA sind in Wahrheit eine zweit-, wenn nicht sogar drittrangige Weltmacht. Sie wissen es nur noch nicht, und meinen, durch Brutalität und Militär eine Vision der Vergangenheit, die sie verfehlt haben, aufrecht halten zu können. Je eher sie ihre Realität aber begreifen, indem sie sich auf sich selbst besinnen, desto besser.

Denn die Amerikaner sind durch die europäischen Weltkriege - "shame on Great Britain", das über ihren Popanz USA lieber ganz Europa in den Abgrund riß als zu akzeptieren, daß es nicht mehr die dominierende europäische Macht ist - in eine Position geschossen worden, die sie geistig-sittlich überhaupt nicht ausfüllen können. Die US-Realmacht übersteigt bei weitem die innere Potenz dieses Landes. Und das erklärt ihre enorme destruktive Kraft.








*Oder was glaubt der Leser, warum die Bistümer in den USA in der überwiegenden Mehrzahl "sehr konservativ" sind, mit bemerkenswerten, wirklich bemerkenswerten Diözesen darunter, etwa Lincoln? Weil genau das Gegenteil der Fall ist, wie hiesige verbeamtete Kirchenfettbäuche argumentieren: Die Rundumversorgung durch Steuern ist für die Kirche der Todesstoß. Genau so wird sie korrupt. NICHT durch eine täglich fragile Vermögenssituation. Die genau erst wirft sie wieder auf Gott zurück. Gott ist nur real, wenn er existentiell ist. Umgekehrt aber erwächst genau diese elende hiesige Koketterie mit dem politischen Estabilishment und entsprechenden Karriereaussichten, die die Kirche so abstoßend macht, in der sie sogar ohne Vernunft auszukommen meint.




*110616*

Aber alle sind so begabt

Während man sich also mit Gier und Wonne auf das Studium der Begabungen als pädagogischen Inhalt konzentriert hat, denn schließlich solle ja jeder nur tun und lassen, was ihm Spaß mache, und das solle er auch erfahren haben, weil das native Genie nur so seine Begabung so richtig zu erkennen vermöge, machen die Rückmeldungen aus den Universitäten ziemlich staunen. Denn da heißt es, daß sich Studiendauern und Abbrecherquoten in den letzten Jahren so gut wie gar nicht verändert haben. Dafür hat sich die Zahl jener Studenten bemerkenswert erhöht - vor allem in den Lehramtsfächern* - die etwas studieren, das sie eigentlich gar nicht interessiert. Und entweder abbrechen (denn: wechslen wohin?) oder lustlos fertigstudieren. Die Unsicherheit, das richtige Studium gewählt zu haben, hat aber insgesamt gesehen weit mehr zu- als abgenommen. Seltsam. Obwohl alle immer nur noch machen, wozu sie Spaß haben, was also nach heute gängiger Theorie Aussage treffen soll, wofür man begabt sei?

Oder wie erzählte vor kurzem dem VdZ ein Universitätsdozent für Philosophie über seine Studenten? Er verstehe bei den meisten überhaupt nicht mehr, warum die Philosophie studierten. Denn niemanden scheint mehr die Frage  nach Wahrheit und Welterkenntnis zu bewegen. Sie sitzen in den Vorlesungen wie Schüler, schreiben mit und lernen das dann. Eigene Fragen, deretwegen sie das Fach studieren, deretwegen sie mit Theorien etwa unzufrieden sind, die er vortrage, scheinen sie gar nicht mehr zu haben.

Auffallend sowieso die immer deutlicher steigende Zahl der Studenten in geisteswissenschaftlichen Fächern. Worunter etwa so sinnige Studien wie Gender-Studies fallen, wo Studenten, die unzufrieden sind, darüber lernen, wer und was schuld daran ist. Mit dem logischen Phänomen, daß sie dann später keine Arbeitsstelle finden, die ihre Qualifikation so richtig zu schätzen weiß. Sieht man von den hurtigen Politikerhänden ab, die alles tun, um sinnlose Planstellen zu schaffen, um diese (wenigstens ideologisch einsilbige und nützliche) Leute von der Straße zu kriegen und mit "Studienaufträgen" zu versorgen. Hier werden also mit enormem Einsatz volkswirtschaftlichen Vermögens - sinnlose Qualifikationen (und Pseudobeschäftigungen) geschaffen, die die Gesellschaft gar nicht braucht?

Deshalb rät die FAZ, man solle doch besser Fächer wie Juristerei oder BWL (vulgo: Wirtschaft) studieren. Die seien vielfältiger und internationaler verwendbar. Ohne der Frage nachzugehen, wieweit ein BWL-Studium überhaupt etwas mit Wissenschaft zu tun hat, denn es ist ein (fast) reines Ausbildungsfach, das im Ergebnis (eine Erfahrung des VdZ aus der Praxis) die Fähigkeiten eines zumindest früher noch gut ausgebildeten HAK-Absolventen nur marginal übersteigt. (Weshalb vor den großen Akademisierungswellen Absolventen der Wirtschaftsuniversität auch "Diplomkaufmann" waren, was die Realität eben abbildet.) Wirklich übersteigen tun sie ihn aber heute freilich im Anspruch. Und der kennzeichnet natürlich alle Studienabsolventen: Anspruch. Denn schließlich sind sie ja nun Akademiker, Elite. Selbst nach einem Studium, das einen nie interessiert hat. 

Entscheidend für den beruflichen Erfolg (und das erzielte Einkommen) seien aber ohnehin ganz andere Fähigkeiten. (Nein, welche Überraschung.) Denn da zeige sich, daß die Mentalität (sic!) den Beruf und den Erfolg mache. Nicht die formalen Bildungszertifikate.**

Daß Akademiker nach wie vor eine geringere Arbeitslosigkeit aufzuweisen hätten läge an simplen Verdrängungsumständen. Vor die Wahl gestellt, einen Museumswärter mit abgeschlossenem Kunstgeschichtestudium oder einen schlichten Mann aus dem Volke anzustellen, wähle das Museum natürlich den Akademiker. Immerhin kostet er ja nicht einmal mehr.




*Das ist besonders tragisch und erhellend. Denn gerade in Lehrfächern ist die Begeisterung (und Verständnistiefe) des Lehrers für das von ihm unterrichtete Fach das (fast allein) entscheidende Kriterium. Stattdessen wird immer stärker auf methodische Pädagogik (Stichwort: Kompetenz vor Inhalt) gesetzt, und Lehrer müssen willig sein, quasi alle Fächer zu unterrichten - nach dem Motto: Wir wissen zwar nicht, wo wir hinfahren, aber dafür sind wir schneller dort. Was sollen da für Lehrerfolge (man nimmt auf, womit man sich in der Person des Vortragenden identifizieren kann!) herauskommen?

**Vielleicht sollte man sich an Universitäten öfter einmal mit den Geschichten von Unternehmern auseinandersetzen. Denn darin ist auffällig, daß so gut wie immer die größten Geschichten nicht von "akademischen" Titelträgern stammen, sondern von wilden, unzähmbar unternehmenswilligen Personen, die sogar in vielen Fällen ein begonnenes Studium hingeschmissen haben, weil es ihnen zu langweilig und Lebenszeitverschwendung war. Die interessantesten Geschichten kommen eigentlich immer von den Außenseitern. Von denjenigen, die die üblichen Wege meist sogar als "Versager" verlassen haben. Der VdZ wagt den finalen Satz: Innovation, Dynamik wird niemals von den titel- und Zertifikatsjägern kommen. Apropos - in Österreich wollen, glaubt man Erhebungen, über 50 % der Studenten später eine Beamtenlaufbahn einschlagen. Nicht einmal 5 % wollen (und noch weniger werden) sich selbständig machen.





*100616*

Montag, 1. August 2016

Sie haben gar keine andere Wahl mehr

Es wird meist so getan, als seien die USA der Welt überlegen, und ihre Sünde bestünde darin, diees Überlegenheit auszuspielen. Herrschaften, das genaue Gegenteil ist der Fall. die USA hinken der Welt bereits dermaßen hinterher, daß sie nur noch in gesteigerter Aggressivität vorgehen können um die Bedingungen bestimmen und kontrollieren zu können, unter denen überhaupt etwas als gut oder nicht gut klassifiziert wird. Nur, wenn sie selbst bestimmen könne, daß auch ein Nichts ein Etwas ist, haben sie noch eine Chance. 

Deshalb konzentriert sich - wie in einem kollektiven intutiven Prozeß - die amerikanische Wirtschaft schon seit Jahrzehnten immer ausschließlicher um "Software", um social media, um Geschäfte rund um political correctness (also: Geschäfte mit der Moral) und um militärische Kontrolle und Steuerung der Entwicklung anderer Länder samt einem Export der Wurzeln ihrer eigenen Verblödung. In einer freien Geistes- und Wirtschaftswelt haben sie keine Chance mehr. Umso eifriger sind die Eltern darum bemüht, ihr eigenes Versagen dadurch zu vertuschen, indem sie die Bedingungen für ihre unfähigen Kinder aggressiv bestimmen wollen. Denn sie haben längst begriffen, daß die in einer normalen, vernünftigen Welt verloren haben.

Nur wenn es den USA gelingt, die ganze Welt in eine zentral verwaltete, geschützte Werkstätte - einen "safe space" - zu verwandeln, in der sie bestimmen können was zu gelten habe und was nicht, so fühlen sie instinktiv völlig richtig, können sich die Amerikaner noch behaupten.

Solche Szenen wie auf diesem Video von der Elite-Uni Yale gehören nach übereinstimmenden Berichten bereits zum Alltag auf amerikanischen Universitäten. Nur muß man hier geich eine schwer einschränkende Bemerkung nachschieben: Diese Unfähigkeit, überhaupt noch etwas als "völlig anderes" verkraften zu können, sofort die Nerven zu verlieren und in Tränen auszubrechen, ist NICHT (oder nur höchst bedingt) den Einzelnen anzurechnen!

Sie ist die Frucht der Dämonie (denn darin gibt es gar keinen Weg der Vernunft mehr, sondern bestenfalls einen der fragilen Übereinkunft innerhalb einer bestimmten Menschengruppe, die letztlich jede Gruppe auslöst und jeden auf ein Einzel- und Verlorensein zurückwirft) des Gleichheitswahns, der jede Institution, jede Hierarchie, jede Identität aufgelöst und auf angebliche "Funktionen" ("Fähigkeiten", "objektive Leistung") zurückgeworfen hat. Er hat bewirkt, daß sich niemand mehr "als" jemand begegnet, weshalb sich bessere Logik (bessere Argumente etc.) tatsächlich als Persönlichkeitsdestruktion erweist. Disput wird immer zur gerade aktuellen, existentiellen! Kampfsituation.

Und darin erleben die Menschen natürlich eine ontische Hierarchie, das heißt: sie erleben völlig richtig, daß sie einem Professor gegenüber unterlegen sind, und zwar: kraft dessen institutionalisierter Autorität! Sie finden sich aber auch im Widerspruch dagegen in unlösbaren Aporien.

Persönlichkeit hängt heute an nichts mehr, gerade in den USA. Und vor allem: Ihr aktualistisches Konzept ist nicht praktikabel, bricht ständig zusammen. Das zeigt sich heute immer deutlicher. Schaue man doch bitte einmal amerikanische Kriegs- und "Helden-"Filme an - eine Ansammlung von Weicheiern. Keine Helden.

Nichts gewährleistet in einer solchen "Gesellchaft von Gleichen" (die nämlich heißt: Gesellschaft von Niemanden, weil niemand seine Position mehr stabilisieren kann, es sei denn, er kämpft jeden Tag, jede Minute um seine Position) mehr dauerhafte persönliche Integrität. Aber vor allem: Nicht einmal mehr das Gewicht der Argumentation ist damit bestimmbar. Die Forderung nach "herrschaftsfreiem Diskurs" ist prinzipiell nämlich unerfüllbar und im übrigen völlig sinnlos - weil es keine "neutrale Diskussion" GIBT, es gibt nicht einmal ein "neutrales Denken".

Integritätswahrung gibt es damit nicht mehr, sie ist in aktualistische Funktion (Diskussion ist eine Kampfesweise) aufgelöst. Das macht den Menschen extrem verwundbar, weil es ihn zuvor ja schon aufgelöst hat. Menschsein ohne Insitution, damit ohne Kultur, gibt es nicht! Es geht also um einen universalistischen Kulturbegriff, der jede Institution, jeden Stand aufgelöst hat - und nun seine Früchte erntet. In einem katastrophalen Zustand des Menschseins, der sachliches (=in Objektivierungen distanziertes) Handeln unmöglich macht.






Die jungen Generationen werden schon regelrecht darauf programmiert, sich als Opfer zu fühlen. In diesem Land, so der Kommentator, bildet sich eine Strömung heraus, in der junge Menschen das Recht fordern - und das auf einer der angesehensten Universitäten des Landes! - vor Ideen und Meinungen geschützt zu werden, bei denen sie sich "uncomfortable" fühlen. Das ist nicht gerade das, was in einer freien Gesellschaft förderlich ist. Wenn die Welt zu einem "safe space" werden soll.





Dieser Bericht greift das ebenfalls auf: College-Studenten verlangen eine Einschränkung freier Meinungsäußerung, um sich vor "micro-aggression" zu schützen. Bereits 40 % der jungen Generation in den USA sind der Meinung, daß die Regierung die Redefreiheit jener einschränken müsse, die "die Rechte von Minoritäten" verletzen würden, sprich: die nicht politically correct sind. Es sei ein "hate crime".

Der VdZ behauptet, daß es bei uns schon genauso aussieht. Unser ganzes gesellschaftliches Klima (v. a. in den Städten) ist ein Klima des Mobbing geworden. Gerade die jungen Menschen, so seine Erfahrung, können nicht mehr damit leben auch nur zu wissen, daß andere Menschen andere Ansichten haben und "frei herumlaufen". Diese Menschen sind ihrer Ansicht nach zu "nihilieren", auszugrenzen, von jeder Wahrnehmbarkeit fernzuhalten. (Übrigens fällt gezielte Ignoranz, Totschweigen unter das 5. Gebot: Du sollst nicht töten.) Fazit: Natürlich sind alle für die Redefreiheit. Solange die Rede die gleiche Meinung (die über Moralismen verabsolutiert ist) vertritt. 

Entzückend die allerletzte Sequenz dieses Films: "Wenn Sie niesen müssen, und ich sage dann "God bless You" (im Deutschen sagt man: Gesundheit), ist das eine Mikroaggression?" Lange überlegt der Student. Naja, für ihn nicht. Aber nur für ihn.









*120616*

Deshalb transnationale Stromnetze?

Bessert sich die Anforderung an ein kontinuierlich durch Windkraft versorgtes Stromnetz wenigstens dann, wenn man die Stromnetze in Europa noch viel weiter ausbaut (Kostenpunkt bis zu 400 Mrd. Euro) und zusammenfaßt? Diese Spekulation geht nicht auf. Legt man die Kurven aus den Einspeisungen durch "Erneuerbare Energien (Wind, Solar, Vergasung etc.) in die Stromnetze in 12 Staaten übereinander so zeigt sich, daß die Leistungsmengen erstaunliche Koinzidenz zeigen. Also verstärken transnationale Netze die jeweiligen Problemlagen, anstatt sie auszugleichen. Solche europaweiten Netze verstärken nämlich die Spitzen und damit die Überversorgung, und bilden zeitgleich Täler der Unterversorgung, ja sogar völliger Flaute. Man vergrößert also nur das kritische System.

Das, wie wir wissen, zwar den Zeitpunkt einer "Megakatastrophe" (eines völligen Versorgungszusammenbruchs) unbestimmbar macht, aber deren Wahrscheinlichkeit in dem  Maß erhöht, als kleine Katastrophen (lokale Zusammenbrüche) aufgefangen werden. Gleichzeitig steigt die Anfälligkeit für solch einen totalzusammenbruch, weil die Ursachengrößen mit den Wirkungsgrößen nicht mehr korelieren, also auch kleine und kleinste Störfälle größte, dem Anlaß gemäß völlig unverhältnismäßige Wirkung haben können. Zumal die Stromversorgung weit fragiler ist und von viel mehr Parametern abhängt, als man normalerweise glauben möchte. "Hier beliebig mal irgendwie erzeugen - dort irgenwie gleich mal einspeisen" ist nicht.










*100616*

Sonntag, 31. Juli 2016

Wo bleiben aber die Entschuldigungen?

Jaaaa, wenn es darum geht sich für die Taten anderer zu entschuldigen, wenn es darum geht Ereignisse von vor 50, 80 oder 100 oder 1000 Jahren plötzlich "richtig" und damit das Vergangene und Andere als falsch zu bewerten ist man auch gleich bei der Hand mit der zur Reue schlagenden Hand auf der Brust. Wenn es aber um das Nächstliegende geht, um eine Korrektur eigenen Verhaltens, dann wird die Sache freilich anders.

Denn wenn jetzt so gut wie alle Staatslenker Europas, selbst manche Kardinäle und Bischöfe zur Ansicht kommen, daß die Migrationsfrage "doch etwas differenzierter" anzugehen sei, als man zuerst dachte (wie Kardinal Schönborn), dann ist das ja bei weitem nicht einmal die erste Hälfte, der zumindest noch die Taten fehlen. Aber was zu dieser Tag dazugehört ist noch etwas, und das begegnet einem heute so gut wie überhaupt nicht:

Denn wo bleibt die Entschuldigung bei den vielen vielen, die vom ersten Moment an etwa im aberwitzigen Zuwanderungs-Dammbruch des Jahres 2015 gesehen haben, was sich nun bewahrheitet, die man aber kollektiv und in einer regelrechten medialen Hetze, in der jedem Klarsichtigen das Wort im Mund umgedreht wurde, als rechtsradikal, geistig wie moralisch minderbemittelt und sowieso als Auswurf und Mob hingestellt hat? Wo bleibt die Korrektur des Keils, den das Establishment selbst in Freundeskreise und gar Familien getrieben hat, wo so manche von neuer Moraldoktrine verwirrten Kinder plötzlich mit öffentlicher Autorität gestärkt die Erfahrung, Vernunft und Klugheit der Eltern als Ausweis von deren Irrelevanz bespuckt haben?

Die Kanzler Ungarns und Österreichs im Juli 2016
Wo bleibt etwa seitens der SPÖ die Entschuldigung beim Österreicher, nachdem der jetzige Bundeskanzler endlich wieder Verstand genug hat, das Verhältnis mit den Ungarn, die man ja überhaupt als die Nazis der Welt brandmarkte, auf "normal und vernunftbereit" zu schalten? 

Wo Kern sogar tatsächlich die Äußerung tätigt, daß man Ungarn die vorläufige Beruhigung in der Migrationswelle verdanke, weshalb man es als selbstverständlich sehe, nun mit österreichischer Grenzexekutive an dessen Außengrenze zu helfen. Bei jenen Maßnahmen, deretwegen Ungarn noch vor einem halben Jahr als Aufdämmerung des Faschismus verleumdete.

Wo bleibt auch die Entschuldigung bei jenen, die vor der Unberechenbarkeit und Bauernschläue der Türkei und schon gar unter Erdogan gewarnt haben? Wo die, die sofort bei Auftreten der Griechenland-Krise genau das vorhergesagt haben, was nun eingetreten ist - ein Faß ohne Boden, das mit jeder Milliarde mehr, die man sinnlos hinterherschiebt, nur noch schwieriger zu lösen wird? Alleine in den letzten zehn Jahren haben sich die großen und gravierenden Fehlentscheidungen ins Dutzendfache gehäuft, und eine Blase nach der anderen platzt auf.

Oder wird das Unrecht und Leid, das man so vielen zugefügt hat, das Opfer der anderen, auf die altbekannte Art der Pharisäer zum "Korban" erklärt, zur Gottesgabe, verfügt von anderen, damit man selber keine Gutmachung zu leisten hat? Gleich einem heute so weit verbreiteten Verhalten, wo die Gabe des anderen weil "ohnehin seine (moralische) Pflicht" keinen Dank verdient, im Gegenteil, der Diebstahl gar zur unausweichlichen Notwendigkeit erklärt wird, provoziert vom güterbesitzenden Bestohlenen, das Opfer gar zum Täter wird, nach dem Motto "Ha, hättet ihr euch nicht möglicherweise bösen Bildern gemäß verhalten, hätten wir euch kein Unrecht zugefügt"?

Nein. Solange sie alle nicht in der Lage sind, sich auch zu entschuldigen, und das heißt: Um Entschuldigung zu bitten (denn "sich" kann man nicht entschuldigen, dazu braucht es beide Seiten), können sie den Menschen doch einfach nur gestohlen bleiben, sind sie raus aus dem Spiel, und nur lästiges, vernunftloses Übel, das es möglichst bald abzuschütteln gilt. Denn nichts stellt sicher, daß nicht demnächst wieder alles andrees als das Vernünftige gemacht und gesagt wird. Ein Wiedereintritt in eine Vertrauensposition, einer Zugehörigkeit ist nur auf der Grundlage der Sühne möglich. Barmherzigkeit und Vergebung ist kein Recht. 

Auch und gerade nicht eines des Establishments gegenüber hunderttausend-, ja millionenfach Verleumdeten. Die nur einen Fehler begangen hatten: Klarer zu sehen. Und einen nach dem anderen muß man da zitieren, diese Schuldfront geht quer durch unsere Völker. Es war ein Kollektivversagen des gesamten Establishments unserer Gesellschaften, bis hin zu den Medien, dem nur noch ein letztes Aufbäumen des Volkes wenigstens die Furcht in die Knochen getrieben hat, es könnte seine Pfründe verlieren. 

Weil seine Gedanken nicht nur nicht die der Menschen waren (und sind, machen wir uns doch nichts vor), die klarer sehen und auch noch alles auszubaden haben, sondern sogar die Realität völlig verkennen, ja - und das ist ja das schwerste Verbrechen, das 2015 wie im Kollektivrausch begangen wurde - völlig jede Vernunft ignorierten. Sogar die Vernunftlosigkeit als Maßstab des Guten und Wahren anpriesen, voll und direkt und bösartig willens, die Menschen in die Verwirrung zu führen, nur um die eigene Stellung zu sichern, ja die Autorität zu mißbrauchen, um sich darin durch Freiheitsverlust der Menschen zu sichern und weiter sein eigenes Süppchen zu kochen.*

Welch tiefe Gräben wurden da gegraben. Und alles sieht  danach aus, als würde man schlicht zur Tagesordnung zurückgehen, um nur ja nicht eingestehen zu müssen, daß man Unrecht tat, daß man so vielen Unrecht getan hat, die man sogar im Stich lassen wollte, hätte die Wirklichkeit nicht doch noch so klar durchgeschlagen.

Das wäre aber dann auch Kultur und eines christlichen Abendlandes würdig. So aber ist es brutal durchgesessene Unverfrorenheit, selbst wenn sie nun alles tun, um die Fehleinschätzungen möglichst zu korrigieren. So wirkt es nur als fahnenwenderische Notwendigkeit, um doch noch am Sessel bleiben zu können, auf dem man sich in der eigenen Furzschiete eingesuhlt hat.

Selbst, wenn Europa nun wirklich aufwacht, weil die Einschläge auch beim Establishment immer näher rücken - das ist noch lange nicht jener Neuanfang, der Europa so not täte. Er kann nur mit einer Entschuldigung beginnen. Als erstem Schritt, wieder Einheit und Vertrauensleihe einzuleiten.

Denn man irrt auch hier. Nichts hat mehr soziale Sprengkraft als ... die Schuld des Schuldigen. Man muß also Angst um jene haben, die sich NICHT ENTSCHULDIGEN. Denn sie sind es, die von dieser Schuld weil von der Selbstrechtfertigung getrieben werden. SIE sind es, die auch zukünftig die Vernunft als sittliche Offenheit zur Wahrheit ignorieren, ja aggressiv ignorieren werden.**




*Wie beim "Kampf gegen Rechts", der überhaupt bereits zum Sammelbecken und Fuchtelstab aller Hirnlosen wurde. Der VdZ hat jüngst (vom Blog Michael Klonowskys ausgehend) eine gedanklich recht klare Replik auf die Statistiken über "Gewalt von Äusländern und Rechtsradikalen" gelesen. Es war ja nicht anders zu erwarten ... geht man nämlich den Zahlen nach, die angeblich zeigen, daß die Gewalt von rechts zu so einer großen Gefahr wurde, während die Ausländerkriminalität kaum der Rede wert ist, dann kommt man sehr rasch drauf, daß das Datenmaterial durch verordnete Zuordnungskriterien auf absurde Weise verfälscht wurde. Da wird sogar der Deutsch-Iraner der letzten Wochenattentate zu München frank zum Deutschen, und seine Tat "rechtsradikal" motiviert. Während niemand zur Kenntnis nimmt (weil es die Statistik eben nicht "sagt"), daß die wirklichen Gewalttaten der letzten Jahre so gut wie ausschließlich auf den Extremismus von Links zurückgehen, und in der Anzahl auch noch außerordentlich steigen.

**Dieser Fehleinschätzung unterliegt man heute auch, wenn es darum geht, vom aufkeimenden Gewaltpotential der Migrantenströme "durch Enttäuschung" zu sprechen. Denn NICHT die wirklichen Opfer werden aufbegehren, die um letzte Hilfe suchend hierher kamen. Sondern die, die mit Unrechtsbewußtsein bereits die Grenzen überrannten - die meinten und meinen, daß christliches Europa und Sozialstaat hieße, legal stehlen zu können. Und das ist die größte Mehrheit der Zukömmlinge der letzten Jahre und Jahrzehnte.





*270716*

Von Kreuzesscheu und logos, also: von der Welt (3)

Teil 3)




In dieser Hinsicht gibt es keine aufgeweichten Ränder, hier gilt sehr wohl ein "entweder - oder" (kaholisches.info). Wenn der Papst, der wieder einmal glaubt, von etwas viel zu verstehen, ohne daß das der Fall ist, die Rigorosität (kath.net) anprangert, so weiß man wieder einmal nicht, was er überhaupt meint. Denn in den Ideen gibt es keine Abstriche. Abstriche gibt es zwar in der von der Klugheit gebotenen Härte der repräsentierten Forderung, gewiß, möglicherweise, aber diese Milde kann nie heißen, das Ideal aufzugeben und sich mit weniger zufrieden zu geben. Verantwortung kann immer nur heißen zu wissen, dem vollen Ideal verpflichtet zu sein, und in aller Klugheit und Gemäßheit die einem Gegebenen auf dieses Ideal hinzuleiten, weil nur im Ideal die volle Erfüllung ist und das einem Meistmögliche in dem Moment gar nicht mehr erreicht werden KANN, in dem das Ideal herabgesetzt wird. Was also genau nie erlahmen darf ist die Orientierung am Ganzen. Hier kann es gar keinen Realismus geben, der sagt: Gut, legen wir die Latte eben niedriger, geben wir die Spannung zum logos hin auf und kalkulieren wir mit dem "geringeren Übel".* Nur darin wird das Mögliche möglich.

Der Rest ist ohnehin immer in Gottes Gnade und Barmherzkigkeit geborgen.

Christsein, ja Menschsein wird erst möglich, wenn da Kreuz angenommen, diese Kreuzesannahme zur alltäglichsten, natürlichsten Haltung - zur Tugend also - wird.  Erst dann bleibt Wirklichkeitsoffenheit, Begegnungsoffenheit bestehen, selbst dann, wenn der andere zusticht. Erst so aber wird sogar Sachorientiertheit, klares Denken (in weltlichen wie geistigen Dingen) möglich. Die heutige so verbreitete Haltung, ihm auszuweichen, zeitigt eben die entsprechenden Folgen. Denkverweigerung, irrationale Gefühligkeiten als Basis eines Urteils, immer aggressivere Forderung nach Fernhalten von Kampf und Auseinandersetzung, nach Abglätten der Lebenstatsachen, nach Rundumversicherung gegen alles und jedes Leid im sogenannten Sozialstaat, als "Pazifismus" - wie oft überhaupt ist diese Kreuzesscheu in das Gewand moralischer Überlegenheit gefaßt! - oder "habt Euch alle lieb"-Verwirrung.

Und schon gar wie jene Christlichkeitssimulationen wie in den vielen Protestantismen und Freikirchen und Charismatiken, die gleichfalls ein Christentum ohne Kreuz verkünden, wo das Kreuz bestenfalls als Bewältigungsstrategie für einzelne Unbill herhalten muß, aber die sogar verkünden, daß Christentum eigentlich hieße, auch ohne Kreuz auskommen zu können, weil ja alles so froh und glücklich sein könnte. Welche ein Irrtum! Welch eine Vermessenheit. Welch eine Häresie.

Gestalten, Beziehungsformen werden vermieden, und sei es durch Unbestimmt-Halten (man denke nur an dieses allerorten bereits üblich gewordene "Hallo" - in dem man jede Beziehungsdistinktheit und dmait jede Forderung daraus vermeidet), verhüllt, alles wird getan um sie (und vor allem Beziehungs-Forderungen) zu annihilieren, denn sie benötigen eben jenes Hinausstrecken der Selbstaufgabe, wie sie das Kreuz bedeutet. 

Und eine neue Moral wird verankert, die alle diese Unbestimmtheiten, in die man die Welt (die so zu gar keiner Welt mehr wird) versinken läßt, um sich Mühe zu ersparen. Man denke nur an dieses widerliche Wort von "in einer Beziehung" sein, die aus genau diesen Gründen schon so weitgehend die Ehe ersetzt hat. Ja, der der Bestimmtheit verlangt, wird sogar zum Übeltäter erklärt. Während ein immer mächtigerer Apparat aufgebaut wird, der das eigene Glück VOM anderen, durch ihn garantieren soll, sonst kann er durchaus gleich mal gehen?

Es ist eben überall dasselbe: logos, Maske, Rolle, Amt (auf welcher Ebene immer man es betrachten möchte) wird ignoriert, jede Spannung dazu vermieden, denn das erforderte Sittlichkeit (was man durch singuläre "Moral" behübscht), und durch eine faktische Verirdischung eines diffusen "Persönlichen" (als Subjektivismus) ersetzt, das vor allem eines ist und garantiert: Spannungslosigkeit, Mühelosigkeit, Zufälligkeit ... und damit: Nicht-Gestalt, Nichtigkeit der Welt. Welt wird zum Traum, und der Traum soll nie mehr enden. Wehe denen aber, die ihn stören.
Aber es gibt eben, wie man so sagt, kein "ein bißchen schwanger". Es gibt keine Welt ohne Welt, die nur aus dem Kreuz wird. Es gibt keine Ding als und in Welt - ohne jene Haltung des Kreuztragens, das diese ständige Spannung auf den logos hin als Welt zur Welt in der Welt fruchtbar macht. Nur im Kreuz liegt jene Wachheit, die Welt und Geschichte macht.

Nachsicht mag angebracht sein, wo man davor zurückscheut, wo es die Erziehung nicht schaffte, diese Haltung des Hinausstreckens zu festigen, warum auch immer, gewiß. Aber dieses Zurückscheuen kann nicht Endzustand bleiben, sondern muß sich dem Möglichen des anderen zurichten, denn das muß der Liebende am anderen wollen: Sein Mögliches! Wie sollte man als Liebe bezeichnen können, wo man zufrieden damit ist, daß der andere sich verfehlt, sich nicht wirklicht? 

Was wäre das für eine Barmherzigkeit, wo man den anderen in dieser Verfehlung sogar noch bestärkt? Was wäre das für ein Gott, was wäre das für ein Sinn, der sich damit zufrieden gäbe, daß dort, wo eine leuchtende Stadt auf dem Berg geplant und gewollt war, für die Gott selbst sogar starb, um als Pharmakon für die Menschen um sich eben diese zur wahren Größe ihrer Sendung zu erheben, wieder und wieder, an dessen Talsohle aber ein zerfallenes Hüttendorf zerlumpter Bettler bleibt die ihm entgegenmurmeln: Na, mehr ging halt nicht, Weltwerden war zu mühsam?

Es ist eine Grundrichtung, die der Mensch einschlägt - oder nicht einschlägt. Es ist aber so grundlegend, daß es den GESAMTEN Lebensvollzug - und damit Wohl und Wehe unserer Kultur - entscheidend, ja einzig entscheidend bestimmt. Es ist das, was man mit Umkehr bezeichnet. Umkehr aber ist die generelle Offenheit fürs Kreuz, und ist damit erst die Hingespanntheit auf den logos. Wer diese Spannung verweigert reißt die Welt ins Nichts.





*Weil der VdZ gefragt wurde, was das denn heiße: "graduelle Gutheit", soll ein Beispiel illustrieren, was Kard. Schönborn bzw. die ensprechende Situationsethik meint: Ein Dieb hat einen Lamborghini Miura gestohlen, weil er ihn haben wollte. Schlechte Tat, keine Frage. Er rast davon, besinnt sich aber, und um keinen Unfall zu bauen (gute Tat) und den Motor zu schonen (gute Tat) fährt er rücksichtsvoll und nicht schneller als 100 (gute Tat), und fährt sogar am nächsten Tag seine Mutter zum Arzt (gute Tat; aber nicht deswegen hat er den Wagen gestohlen, aus Not sozusagen, denn er hat noch einen alten VW). Er setzt also gute Taten innerhalb einer objektiv aufrechten Schuldsituation - er zeigt "graduelle Gutheit". In diesem Fall dient diese graduell gute Tat sogar der Vertiefung der schlechten Tat, in der er verharrt - er fährt länger mit dem gestohlenen Auto. Kommt der Mann nun vor den Richter oder nicht? Die traditionelle Ethik (und Justiz) sagt: Ja, denn er verharrt im Diebstahl. Auch die guten Taten später verringern nicht die Schuld DIESER Tat. Erst wenn er den Wagen zurückgäbe (bereute, Sühne leistete, etc.), wäre er wieder in einer objektiv guten (schuldfreien) Situation, erst dann könne ihm verziehen werden. 

Oder, wie Adorno es sagt: Es gibt kein Gutes im Schlechten.




*100616*