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Freitag, 13. März 2020

Der Zwang der Wahrheit (2)


Teil 2)



Erst eben wo dieses verloren geht, ist der Schriftsteller jener, der das Ja des Ja, das Nein des Nein sucht und (hoffentlich) findet und wieder verfügbar macht. Indem er die Verbuschungen beseitigt, die die Wahrheit ersticken wollen, weil dem Alltäglichen der Welt und Weltbewältiger die Prioritäten des Nützlichen mit der Zeit durcheinander gekommen sind. So daß ihr Wirken allmählich zum Verderben, zum Zerstören wurde oder/und werden wird.

Deshalb verdienen sie höchste Ehrfurcht und Hochachtung. Aber genau deshalb werden sie diese nur selten bekommen. Weil dem Nützlichkeitsverwobenen diese Prioritätendefekte nie klar sind, sonst würde er anders handeln und denken. Ihm fehlt bereits dieses Vertrauen in das Wahre als Gutes (und Schönes), das den Alltäglichen ursprünglich noch vertrauensvoll ins Sein hinein geborgen hat. Es ist also Vertrauensverlust, der die Sprache zerstört, der die Wahrheit der Sprache zerstört, und der das Denken verwirrt. 

Dem Schriftsteller aber ist diese Wahrheit lebensnotwendig, ja sie ist das, wonach er mehr als die Übrigen lechzt, weil er sonst stirbt, weil er sonst nicht zu sich selbst wird, sondern zur Karikatur seiner selbst, wenn er nicht dem innersten Wesen der Sprache - der Wahrheit! - folgt. Die sich aus der Grammatik heraus zur Welt regelrecht zwängt (und das ist durchaus als Zwingen, als Zwang zu verstehen).

Aber nur sie können von einer Welt erzählen, wo sich Transzendentes mit Diesseitigem vermählt. Nur sie können wie Leuchttürme jene Markierungen setzen, die die Fahrrinne einer Kultur bestimmen, die jeder benützen kann, ohne zu stranden oder zu zerschellen. Denn nur ihnen ist die Sprache so lebensnotwendig, und ihre Grammatik so zwanghaft, daß ihr Zeugnis in der Sprache glaub- und vertrauenswürdig wird.
Wehe einer Kultur, die diese Leuchttürme aber zu verhüllen sucht, die andere, scheinbare Leuchttürme aufstellt, die wie Sirenen die Schiffe in die Klippen führen. Mehr als die Ziele, sind es für eine Kultur, eine Gesellschaft, ein Volk somit die Leuchttürme, die erkannt werden müssen. Denn in diesen ist das Ziel zwanghaft-notwendig real und dargestellt.

All die Bücher also, die - hier George Steiner - uns umgeben, sind nicht mehr (und nicht weniger) als Versuche von immer mehr Schriftstellern und Philosophen, sich aus dem Nutzenleben heraus in das Leben der Wahrheit hinein zu wagen. Und sie sind immer nur teilhaft, zum einen, und sie sind immer nur mangelhaft und Zeugnisse eines letztendlichen Scheiterns. Denn die Essenz eines solchen Lebens ist letztlich das Finden des einen Wortes, der einen Gestalt, in der alles enthalten ist und das Sakrament ist: Wo sich Himmel und Erde in einem Punkt vermählt haben.


George Steiner, + 3. Februar 2020, in seinem Arbeitsraum

Postscriptum: Anders als so mancher Nachruf schätzt der VdZ den kürzlich in Cambridge verstorbenen George Steiner NICHT als großen Denker, und damit auch nicht als großen Sprachmeister. Steiner hat viel geahnt, aber er hat es leider nie vermocht, das in Denken - also in die wahre Grammatik - umzusetzen. Steiner war ein großer AHNENDER, in dessen Tiefe sich das Wehen des Wahren abgespielt hat, das aber durch eine dem VdZ nur über Spekulation erfaßbare gläserne Decke nicht nach oben, in ein Gerüst wahrer Sprache, dringen konnte. Das macht seine Bücher seltsam verschwurbelt, neblicht, und unklar weil inkonsistent. Genau deshalb aber hat er in liberalen Kreisen so großen Zuspruch gefunden. Er litt an derselben Krankheit wie der Liberalismus.




Donnerstag, 12. März 2020

Neulich, unter Stalin (1)

Jederzeit konnte die Staatsgewalt zuschlagen. Denn wenn einem solche Straftaten - Vorbereitung, Planung in Gedanken, Sabotage staatlicher Vorhaben und Absichten ... - vorgeworfen wurden, gab es nicht den Funken einer Chance auf Gegenwehr und Entkräftung. Und hatte die Planung der Leitungsorgane versagt (und das war praktisch immer der Fall), war Sabotage und Ablehnung staatlicher Anordnungen stets brauchbarer, "nachweisbarer" Grund. Bisher war es Willkür der Behörden, die sich aber im Widerspruch zu Gesetzen wußten und diese beugen mußten. Nun war es auch die Willkür der Gesetze. Einen übergeordneten, absoluten Maßstab für "Wohlverhalten" gab es nicht mehr. Was heute galt, konnte in drei Jahren Grund für zehn Jahre Sibirien sein. Wobei zur Feier des 30-jährigen Jubiläums der Oktoberrevolution sogar die 25-jährige Gefängnisstrafe eingeführt wurde.

Noch ehe diese Gesetze erlassen wurden, wurden freilich die Gefängnisse im ganzen Land umgerüstet, und die Zellen durch Stockbetten auf ein Mehrfaches der früheren Gefangenen vorbereitet. Der nun einsetzende Gefangenenstrom wurde sogar den Folterknechten zuviel. Also stieg man auf Gruppenfolter um: Man gab den Häftlingen nur stark Gesalzenes, verweigerte ihnen aber dann das Wasser. Nur wer geständig war, also "zusammenarbeitete", hatte Chancen, auch Wasser zu erhalten. Wer gar Gold ablieferte, das das System dringend brauchte (1937 aber so gut wie keiner mehr besaß, weil es den früheren Mittelstand oder die reichen Eliten nicht mehr gab, und dann noch "im richtigen Augenblick" dessen Besitz gestand) hatte sogar kleine Chancen, wieder frei zu kommen.

Aber noch etwas hat sich 1937 in der Sowjetunion unter Stalin geändert. War bis dorthin die Folter vom Gesetz sogar untersagt, wenn auch trotzdem häufige Praxis, wurde sie nun offiziell als Mittel erlaubt - und damit die Regel bei "Verhören". Solschenizyn beschreibt erstaunlicherweise das, was in der Sowjetunion passiert so: War auch der Hitlerismus und der Stalinismus prinzipiell direkt vergleichbar, so hatte bei aller Härte die in Deutschland angewandte Folter "die Wahrheit" zum Ziel. Wurde sie nicht erreicht, war auch ein erpreßtes Geständnis nicht glaubwürdig, war jemand nicht wirklich Gegner des Regimes und hatte er sich auch in dieser Hinsicht betätigt, wurde das Opfer wieder freigelassen, denn anders war kein Gerichtsverfahren möglich.

Nicht in der Sowjetunion. Praktisch jeder, der in die Gefängnisse eingeliefert wurde, war unschuldig, und die Richter und der Geheimdienst wußten das auch. 1937 Schuld zu finden war kein Kriterium. Hier ging es um die apriori feststehende Vernichtung von Personen, und vor allem von Personengruppen. Das Urteil stand bereits zum Zeitpunkt der Verhaftung fest. Die Vorwürfe waren so gut wie immer erfunden, in den meisten Fällen grotesk bis lächerlich.

Umso schrankenloser waren die Verhörenden in ihren Methoden, umso desinteressierter und peinlicher die Untersuchungsrichter. Es ging um Geständnisse, und um den Verrat von "Komplizen."* Die Gefängnisse quollen über. Aber auch die Platzknappheit wurde eingesetzt. Ein Quadratmeter für drei Personen, man konnte kaum stehen, bekam kaum Luft, oft nackt, manchmal sogar Frauen und Männer gemischt, Tag um Tag, die Notdurft mußte oft in einem überquellenden Eimer verrichtet werden. Durch die wegen der Ausdünstungen, der Körperwärme entstehende Hitze stieg die Raumtemperatur manchmal auf vierzig, fünfundvierzig Grad, auch im Winter. Und wer sich nicht angewöhnte (und das konnten nicht viele), stehend zu schlafen, war schon wegen Schlafnot bald erledigt. Neben dem quälenden Hunger, denn morgens gab es eine wässrige "Suppe" und achtzig Gramm Brot. 

Neben der Ungewißheit, denn manche wurden wochenlang nicht verhört, wußten überhaupt nicht, was los war, und grübelten, was sie falsch gemacht haben könnten, hofften - welch' lächerliche Idee! - auf einen Irrtum. Und fürchteten sich. Folter mußte man gar nicht androhen. Die Geschundenen, die von den Verhören zurückkamen, meist nicht mehr stehen konnten, waren Hinweis genug, was einen erwartete.

Verhört wurde meist nachts. Denn dann waren die Inhaftierten weniger geistesgegenwärtig. Manchmal tagelang, in Reihen, das heißt, daß sich alle vier Stunden die Vernehmenden abwechselten, wieder und wieder mit denselben Fragen begannen, dieselben Scheinprotokolle vorlasen und eine Unterschrift verlangten. Aus den Nachbarzimmern drangen währenddessen die Schreie anderer "Verhörter".

Die Verfahren waren zynisch und vor allem ... unglaublich korrupt. Es gab niemanden in dem ganzen Unterdrückungsapparat aus Geheimdiensten und Gerichten, schreibt Solschenyzin, der nicht im Grunde sogar ganz primitiven Diebstahl im Sinn hatte. Theoretisch gesehen, war dadurch sogar der Schaden für die Volkswirtschaft immens. Weil buchstäblich jeder nur daran dachte, sich zu bereichern. Umso brutaler, umso unfaßbar grausamer wurden die "Untersuchungen" der Inhaftierten, denen in lächerlichen Verfahren absurde "Verbrechen" vorgeworfen wurden, die ein "Geständnis" abrundete.

Aber noch größer, so Solschenizyn, ist der kulturelle Verlust, den Rußland auf unbestimmte Zukunft hin durch das Sowjetsystem erlitten hat. Denn systematisch wurde alles Geistige ausgerottet, alles Kreative ausgelöscht, die Vernunft als Gefahr und Bedrohung unterdrückt. Alles das, was ein Volk trägt und ausmacht, alles das, was auch den Wohlstand eines Volkes als Gemeinwohl bewirkt, war ohne Belang.
Es ging nicht einmal darum, sich einer Ideologie zu fügen. Auch die war unvorhersehbar, und wer heute dachte, wie die vorgegebene Doktrin es verlangte, konnte genau deshalb morgen im GULAG aufwachen. Das System war stattdessen rein auf persönlicher Willkür aufgebaut. Nichts, aber wirklich nichts war berechenbar. Es blieb nur Angst und Vorsicht, nur ja nicht aufzufallen, um allenfalls noch reagieren zu können. 

 Wird fortgesetzt


*Wenn freilich ein Inhaftierter meinte, sich durch ein frühzeitiges Geständnis von der Folter freisprechen zu können, dann hatte er sich in der Flexibilität der Dialektik der Häscher getäuscht. Die immer einen Grund für "Maßnahmen" fanden. Wenn jemand früh gestand, dann hatte er etwa noch mehr zu gestehen, und wollte die Verhörenden darüber hinwegtäuschen.


 


Der Zwang der Wahrheit (1)

Es ist primär die Sprache eines Volkes, das sein Denken bestimmt, und deren Niveau entscheidend ist, ob dieses Denken, dieses Sprechen, das immer ein allgemeines Sprechen ist, oder ein Sprechen ist, das auf Allgemeinheit ausgerichtet ist, auch das "Fühlen" umfaßt, faßt und in die Wahrheit trägt. Eine Kultur in ihrem Weg zur Reife (sonst ist sie weder Kultur, noch kann sie lange bestehen) differenziert immer mehr aus, was in ihren Anfängen noch amorph in jedem ihrer Mitglieder vorhanden ist. So kommt und so kam es zur Ausbildung des "Berufs des Denkers", als Schriftsteller, als Dichter, als Autor, als Philosoph. 

Der deshalb - mehr noch als der Schriftsteller, der eine Spätform des Dichters ist - immer in ihrer Spät- und Verfallsphase auftritt, weil er thematisiert, was in einer Kultur in ihrer Hochblüte noch allen und allem immanent und durch unhinterfragte Tradition geschützt ist.

Deshalb ist dieses Bild von George Steiner so typisch. Wo der Philosoph zwangsläufig inmitten des bereits Gesprochenen steht. Ohne dieses kann sein Denken niemals "auf der Höhe" sein, weil Denken und Sprache damit immer in einer Korrespondenz zum historisch gegenwärtigen Sprech- und Sprachniveau steht. 

Dieses bereits Gesprochene als bereits Gedachtes ist als Erinnerungsvolumen in Büchern zeichenhaft präsent, das heißt, daß die Buchstaben, die Worte, die Aufschreibungen Hinweismarken auf ontologische Gegebenheiten sind, Bojen die zeigen, daß hinter allem real (und durch alles Faktische hindurch erkennbaren) Vorhandenem "etwas, nämlich dies und jenes, isset", also anwesend, wirksam, deshalb als Wirklichkeit wirklich ist. 

Insofern ist Denken immer auch ein Nachgehen der Grammatik der Sprache. Denn mehr noch als in den Symbolen, die Worte und Sätze und Werke in ihrer Ganzheit (als Bilder) sind, ist das "Dazwischen", das Unausgesprochene sohin, das, was es eigentlich zu denken und zu sagen gibt. Das von der Sprache "umstanden" wird, das bestenfalls in der Dichtung, in der Poesie darstellbar wird und wurde. 

Hat sich also ein Schriftsteller oder Philosoph herausgebildet, dann ist dies nur dadurch real (und wirklich), weil sich in dieser Spezialisierung auch das Lebensfluidum dieser aus allem übrigen Alltagsleben ausgeschiedenen Menschen gebildet hat. In der Selbstüberschreitung selbst werdend, hat er nur die Sprache und das Denken als jenes Material, an dem er selbst zu seinem wahren "Ich" herausgebildet wird. 

Es ist also auch hier nicht der Eloquente, der Sprachgewandte, der Virtuose, der den Schriftsteller und Philosophen kennzeichnet, sondern die ausschließliche Lebensnotwendigkeit, in der er der Sprache gegenübersteht. Nur im Sprechen, nur im Denken wird er zur Welt geboren und nimmt Gestalt an. Verwundbar von allen, die nützlich im Alltag stehen, diesen allen unterlegen und wehrlos gar, muß er auf die Reifen warten, die aus dem Alltag heraustauchen und herausgetaucht sind und begriffen haben, was die Welt wirklich wirklich macht. Und deshalb die Notwendigkeit der Sprache erkannt haben.

Aber auch jene sind recht eigentlich bereits Leidende, an der Kultur Verwundete, die sich zu dieser Sprache heben (oder: neigen, je nachdem, wie man es sieht). Die jene beneiden, die nur ein Kriterium des Alltags kennen, als engstes, eigentlichstes Kriterium der Sprache: Wo das Ja ein Ja, das Nein ein Nein ist.

Morgen Teil 2)




Mittwoch, 11. März 2020

Splitter zum Geheimnis der Erde

Nehme man sich doch einmal Zeit, gestatte man sich die Ruhe, vor dem großen Geheimnis staunend zu verstummen, das sich in den Kreisläufen der Erde zeigt. Die dem Menschen zugeordnet und ihm unterstellt von ihm abhängt. Weil der Mensch als Kulturwesen zur Entfaltung dieses Humanums, unter das er die gesamte Schöpfung zu stellen hat, Bewegung und damit Energie braucht. Wo der Mensch also den Sinn der Schöpfung erfüllt und seine Kultur entwickelt, also sich entwickelt, verbrennt er Materia. 

Aber damit gibt er der Schöpfung etwas, das sie lebensnotwendig braucht - den Kohlenstoff, der in der Materia gebunden, also dem Leben nicht verfügbar ist. Jenen Kohlenstoff, der die Grundlage allen Lebens ist. Entwickelt sich also der Mensch, entwickelt sich die Schöpfung.

Und zwar sogar in der Wärme, die das letzthinnige Endprodukt jeder Bewegung ist. Wärme, die die Erde bewohnbar und fruchtbar macht. Wo immer die Erde unfruchtbar wurde und wird, ist es auf Versagen des Menschen zurückzuführen. Auf direktes Versagen, in der Sorgfalt im Umgang mit der Materia, also in Mangel an Kultur.

Was ist aber nun mit dieser Wärme selbst. Ist sie nicht in der Lage, die gesamte Schöpfung aus dem Gleichgewicht zu bringen? 

Der Leser möge sich hier etwas vor Augen führen, das in einem Artikel, den der VdZ auf EIKE fand, so augenöffnend vorgestellt wird. Der Verfasser vergleicht hier die täglich nur DURCH DIE SONNE auf die Erde eintreffende Energiemenge mit der Gesamtmenge, die der Mensch durch seine kulturschaffende (oder -vernichtende) Tätigkeit freisetzt. Und er kommt zu einem verblüffenden Vergleich: 
Die Gesamtmenge der vom Menschen freigesetzten (abgegebenen) Wärme als Energiemenge PRO JAHR entspricht ZWEI MINUTEN jener Energiemenge, die TÄGLICH auf der Erde EINTRIFFT. "Es würde 262.800 Jahre des gegenwärtigen Verbrauchs fossiler Treibstoffe bedeuten, um mit einem Jahr Sonnenlicht gleichzuziehen."
Der Leser möge selbst seine Schlüsse ziehen. Getränkt vom Staunen, das die Schöpfung erregt, je mehr wir uns mit ihr befassen. Vielleicht wird ihm dann auch klarer was gemeint ist, wenn man da sagt, daß die Klimapanik als Indiz und Ausfluß des Verlusts der Ehrfurcht vor der Schöpfung zugeschrieben werden muß. Nur wer die Schöpfung nicht mehr achtet, kann glauben, daß der Mensch in der Lage ist, sie zu "zerstören".

Apropos Dimension: Ebenfalls auf EIKE fand sich in diesen Tagen ein Artikel, der beschreibt, was sich global hinsichtlich der Verbrennung von Kohle abspielt.
Allein China und Indien, die zusammen 2,7 Milliarden Menschen beherbergen, betreiben derzeit 5.880 Kohlekraftwerke. Das ist mehr als die Hälfte der Kohlekraftwerke weltweit (10.210). Weitere 634 Kohlekraftwerke sind aktuell in Bau. 
Und diese Länder tun gut daran. Denn es ist die (in des vollsten Wortsinnes) billigste, den geographischen Bedingungen* angemessenste Art der Energiegewinnung als Grundlage der Entwicklung aller Völker. Hier liegt die Sünde auf einem anderen Gebiet. Denn diese Energie wird insofern falsch verwendet, als sie großenteils für eine Un-, ja Anti-Kultur eingesetzt wird. Selbstverständlich wird also viel Energie "verschwendet", was nicht weniger oder mehr heißt als daß sie falsch und sinnwidrig eingesetzt wird.** Aber davon eine "globale Klimakatastrophe" oder "Schöpfungsvernichtung" abzuleiten ist lächerlich, ist das Denken eines lächerlichen Klein- und Ungeistes. Es hat zwar Folgen, aber es hat innerkulturelle, die Kultur schwächende Folgen, denn es sind Beziehungsstörungen, also falsche Zuordnungen von Ursachen und (den Ursachen im Sinn zugeordnete) Wirkungen, die sich aber jeweils nur innerhalb ihrer geistigen Ebene ereignen können.***

Vielleicht kann der Leser helfen ... von wievielen Kohlekraftwerken ist die Rede, die in unseren Ländern stillgelegt (sic!) werden sollen oder bereits stillgelegt wurden, um das globale Klima zu retten?


*Diese Bedingungen, in denen sich ein Volk vorfindet, sind Leitern auf dem Weg, wie ein Volk sich zur Höhe entwickeln kann. Das heißt nicht weniger als daß die regional vorhandenen Bodenschätze eines Landes Verpflichtung sind, zur Entwicklung effizient und im Sinne der Steigerung des Wertes der Arbeit genützt zu werden, weil sie die Charakteristik aller Entwicklung vorgeben, die dem Menschen zu leisten ist, um den Sinn der Schöpfung zu erfüllen. 

Das bedeutet als Beispiel nicht weniger als daß die Nutzung von Wind- und Solarenergie für die meisten Völker eine schwere Sünde ist, weil die lächerlich niedrige Energiedichte dieser "Quellen" einer Geringschätzung der Arbeit und damit des Menschen entspricht, die gar nicht anders enden kann als in einer Verwüstung der Erde. Denn eine Höherentwicklung des Wertes (als Arbeit) ein- und desselben Produkts, die es ist, die mit höherem Energieverbrauch verbunden und eigentliche Bedingung kultureller Höherentwicklung ist, muß sich auf die vorhandenen Ressourcen beziehen. Und diese nach Energiedichte wählen. 
Energiedichte und Kulturhöhe sind kommunizierende Gefäße! Weil Kultur im wahrsten Sinn Materialisierung bedeutet, und damit mit Verwendung von Materia untrennbar verbunden ist.
**Man denke nur an das Internet, den Stromverbrauch aus Pornoseiten, der in Kraftwerken zu zählen ist, die absurden social media-Instrumente, die Bitcoin-Energieverschwendung, etc. etc. etc.

***Höre der Leser dazu die Aussagen von Pfarrer Hans Milch, die der VdZ zufällig neben der Verfassung dieser Zeilen hörte, und aus der Konzentration auf das Geschriebene plötzlich aufmerkte, und staunte - weil Milchs Sätze punktgenau zum eben Geschriebenen passen.




*080320*

Aus Mangel an Verstehen

In der FAZ fand sich in diesen Wochen ein dermaßen guter, substantieller Kommentar zum "Synodalen Weg", der derzeit in Deutschland als Forum sein Unwesen treibt, in dem eine Neugründung der Kirche durchgesetzt werden soll, daß der VdZ den Leser unbedingt darauf hinweisen möchte. Denn er zeigt ein Verständnis, das man nicht mehr erwarten würde.

Insbesonders ein Punkt soll herausgegriffen werden. Weil der Verfasser, Christian Geyer, etwas zu begreifen scheint, das völlig verloren ist, auch bei den meisten "Katholiken". Es geht um die Identität von Hierarchie und Gnadenfluß. Es geht um die Funktion von Autorität als Quelle einer geistigen Qualität, an der nur im Gehorsam teilgenommen werden kann. Deshalb erschüttern auch Stellungnahmen wie einiges an den Aussagen des ehem. Abtpräses Notker Wolf, die er im bayrischen Fernsehen von sich gab. Wolf hat freilich, was angeblich so wichtig ist: soziale Akzeptanz. Aber entspricht das, was er sagt und wie er wirkt wirklich dem Wesen der Kirche, also damit dem Gnadenfluß, als vitaler Prozeß dessen, was in der Kirche zur bloßen Welt HINZUKOMMT? Noch dazu wo Wolf ein überzeugendes Beispiel dafür ist, wie sich die Forderung nach Akzeptanz immer mit dem verschwistert, was man "Anbiederung" nennt und alle Tore für eitles "Bitte habt mich lieb!"-Gehabe öffnet.

Die autoritäre, hierarchische Verfaßtheit der Kirche (und im übrigen JEDER sozialen Organisation und Gemeinschaft) ist ein ontologisches Wesensmerkmal, den man sich als Weg der Gnade vorzustellen hat, in dem der Himmel, die transzendente Dimension, in die Welt kommen will und kann. So kann der Geist die Welt durchdringen und durchwirken, sodaß diese in einer neuen Qualität fortbesteht. Sie ist soziologisch bestenfalls beschreibbar, aber nicht weltimmanent und damit ohne Transzendenz verstehbar, begründ- und erklärbar.

Was sich im Synodalen Weg aber zeigt ist ein erschütterndes Unverständnis der Kirche und des Katholischen generell. Sie zeigt sich als Tendenz, die wie ein Lebensprogramm um sich gegriffen hat und lange schon alle Bereiche des Lebens erfaßt hat: Man schafft ab, was man nicht (mehr) versteht. Und lehnt damit nicht einfach nur die Tradition ab, sondern wendet sich gegen alles, was überhaupt besteht, um es neu zu erfinden.

Einige Zitate, aus denen der post-moderne philosophische, in Wahrheit damit marxistische Ansatz, der seit langem das Denken allgemein und als Ton jedes öffentlichen Diskurses erfaßt hat, besonders deutlich wird. Hervorhebungen vom VdZ.

"... Dabei sprach aus der reizenden Wortmeldung ein Angebot, das man bei Strafe theologischer Irrelevanz auf dem Synodalen Weg nicht ablehnen durfte: dass nämlich alle Teilnehmer einander als Gleiche begreifen, ohne länger umständlich unterscheiden zu müssen, in Bezug worauf sie gleich sind und in welcher Hinsicht sie es mutmaßlich nicht sind.

Blockaden lösen

Freundlicher lässt sich Theologisches nicht ausbremsen! Ist die flache Hierarchie im Sozialen erst einmal als Superkriterium etabliert, so wirkt sakramentales Hierarchiedenken als Anschlag auf die Gemeinnützigkeit, und Ämterfragen können nicht anders denn als Machtfragen aufgefasst werden. Die Offenbarungsidee hätte sich demnach durch ihre Tauglichkeit auszuweisen, im jeweiligen Heute „Gräben zu überbrücken“ (Bischof Bätzing), „Blockaden zu lösen“ (Pater Langendörfer), „authentisch und echt“ (Bischof Bode) zu sprechen. ..."


"... Solche Rückkopplung von Religion ans persönliche Wohlgefühl, an Bedürfnisse privaten Aufgehobenseins, versteht sich nicht von selbst. Sie ist ein peinlicher Zug derer, die sich im Umgang mit Weltfremdheit – zu welcher der Katholizismus naturgemäß gehört – als Absolutisten ihrer Gegenwart gebärden, und dies durchaus autoritär, wie bei der Regie der Frankfurter Versammlung zeitweise deutlich wurde. Man versteht insoweit Kardinal Woelkis Zwischenruf, als er, ähnlich wie Bischof Koch und andere, gegenüber dem sozial begründeten Durchgriff aufs sakramentale Kirchenverständnis davor warnte, dasselbe „als kalten Kaffee abzutun – weil ich es vielleicht nicht verstehe“. Mit anderen Worten: Die Satzungen des Synodalen Wegs sind keinesfalls voraussetzungslos lesbar, wie sie nahelegen. Sie sind an theologische Vorverständnisse gebunden, denen nicht im Happening-Stil der Ignoranz, sondern mit theologischen Gründen beizukommen ist.

Glaubwürdigkeit statt Glaube

Warum Woelkis Ansicht, die Verfasstheit des Synodalen Wegs erinnere ihn typologisch eher an ein „protestantisches Kirchenparlament“, sogleich als Beschimpfung kritisiert wurde, erschließt sich unter analytischem Gesichtspunkt nicht, es sei denn, man möchte den „Geist des Miteinanders“ (Kardinal Marx) als Konsensbefehl auffassen, dem Widerspruch als Ruhestörung gilt. ..."

"... Das wirklich Verstörende war in Frankfurt etwas anderes: die Ersetzung des Glaubensbegriffs durch jenen der Glaubwürdigkeit. Tatsächlich beschwört der Synodale Weg die persönliche Glaubwürdigkeit der Glaubenszeugen wie ein Heilsversprechen. Was in der Marketing-Abteilung eines Wirtschaftsunternehmens überzeugt, wirkt in Gottes Namen dann doch leicht blasphemisch ..."



Dienstag, 10. März 2020

So schaut der wirkliche Ärztemangel aus

Es gebe zu wenige Ärzte, wird seit geraumer Zeit öffentlich erklärt. Das Seltsame ist: Der "Ausstoß" an Ärzten entspricht rein statistisch keinem Mangel! Warum aber gibt es dennoch im Alltag zu wenige Ärzte?

Nun, es gibt einmal nicht zu wenige Ärzte, sondern zu wenige Ärzte, die sich dem Diktat der Krankenkassen unterwerfen. Die mittlerweile sogar mitten in die Behandlungen hinein vorschreibt, was verordnet werden darf und was nicht. Der VdZ hat es erst in diesen Tagen direkt erlebt, daß ein Arzt ein Medikament nicht verschreiben konnte, weil am Bildschirm, als er das Rezept ausschreiben wollte, aufschien, daß für dieses Monat der zulässige Bedarf an diesem Medikament bereits erreicht sei. Die Ärztin hat das so begründet, daß sie nicht das erste Mal erlebe, daß sich jemand an einem gegenüberliegenden 'Bildschirm in der Kasse' direkt in eine Behandlung einmische. 

Nimmt man dazu noch die lächerlich geringe Tarifentlohnung, die ein Arzt für ein Quartal Behandlung eines Patienten erhält, zeigt sich, daß ein immer größerer, mittlerweile dramatisch großer Anteil von Ärzten keinen sogenannten Kassenvertrag mehr unterschreibt, also nur noch gegen Privathonorar Patienten behandelt. Diese müssen nun das Honorar bezahlen, und erhalten dann von der Kasse, wenn sie das begehren, den offiziellen Tarif zurückerstattet. Auf diese Weise baut sich schon seit Jahren und mit zunehmendem Tempo ein zweites System auf, bei dem man tatsächlich von Zweiklassenmedizin sprechen muß, geteilt in die, die es sich leisten, und die, die es sich nicht leisten können, die bestmögliche Behandlung zu erhalten.

Einen weiteren Aufschluß gewann der VdZ aber aus einem Interview, das eine Zeitung mit dem Direktor der Allgemeinen Gesundheitskasse (wie seit kurzem der neue Leviathan heißt, der durch Zusammenlegung einiger kleinerer Kassen entstanden war) führte. Denn dieser führte nun genauer aus, wo es tatsächlich Ärztemangel gebe. Der bereits dramatische Ausmaße annehme. Betroffen seien vor allem die großen Städte. Warum? Weil sich dort bestimmte Bevölkerungsschichten in bestimmten Bezirken und Stadtgebieten konzentrierten. Dort aber gebe es zu wenige Ärzte, und die noch vorhandenen würden den Standort wechseln. 

Von welchem Charakter ist diese Umstrukturierung? Das wird klar, wenn wir beachten, welche Bezirke in Wien von Ärztemangel bereits massiv betroffen sind. Es sind dies die Bezirke 10, 11, 15 und 20. Was ist an diesen Bezirken auffällig? Es sind "zufällig" jene Bezirke, in denen sich Bewohner "mit Migrationshintergrund" so geballt ansiedeln, daß selbst in der Wolle gefärbte Linke davon sprechen, daß dies ein anderes Wien sei, das sich dort aufbaue. Ein fremdes Wien, ein Wien mit einer anderen Lebenskultur. 

Und - mit einer anderen Sprache. Denn nach wie vor (und "seltsamerweise") gibt es nicht viele Ärzte, die afghanisch oder eine afrikanische oder arabische Sprache beherrschten. Aus diesen Bezirken fliehen deshalb die Ärzte, oder siedeln sich nicht an, ein brennendes Problem. Denn innerhalb der nächsten fünf Jahre wird die Hälfte der derzeit in Wien ansässigen Kassenärzte (wir sprechen hier von rund 1.600, insgesamt sind es in Wien etwas über 3.000) in Pension gehen. 

Wie will man diese Lücke stopfen? Der Direktor der Kassen wirkt ein wenig hilflos, als er die Maßnahmen vorstellt. Man bietet schon derzeit, so der Mann, Videokonferenzen an. Das heißt, ein Dolmetscher der Kassa kann bei Bedarf und daraufhin folgender Videozuschaltung angefordert werden. Dazu kommen Dolmetscher, die direkt angeboten werden. 

Freilich derzeit mit recht bescheidenem Erfolg. Der Ärztemangel (im Beispiel: in Wien) wird also tatsächlich dramatische Ausmaße annehmen. Denn seltsamerweise haben Ärzte irgendetwas mit Kultur zu tun. Was aber nur?



*050320*

Interessant, aber nicht bewiesen

Es gibt so manche gewichtige Gründe, andere Formen der Strafe - etwa körperliche Züchtigungen, Schmähstrafen ... Grimms "Rechtsaltertümer" (und viele mittelalterliche Städte) sind voll mit einer reichen diesbezüglichen Tradition der germanischen Völker; zack, hier die Strafe, dort ist dann alles erledigt, man kann wieder von vorne anfangen - wieder zu stärken als die Gefängnisstrafe. Sieht man von Geldstrafen ab, und von den wenigen Ländern, wo es die Todesstrafe noch gibt, beschränkt sich das westliche öffentliche Strafrechtssystem mittlerweile ja fast völlig auf Gefängnisstrafen. 

Dieses Fordern wird durch eine US-Studie bestärkt. Die ein weiteres gewichtiges Argumentefeld bringt, das meist etwas vergessen wird: Nämlich die Folgen einer Strafe für die Gesellschaft, nicht nur für den Pönitenten. Dazu gehören etwa die enormen Kosten (ein Gefangener in den USA kostet jährlich zwischen 25.000 und 50.000 Dollar), und dann ist da noch der keineswegs zu gewährleistende, völlige Schutz der Gesellschaft vor einem Täter. Sieht man davon ab, daß der Strafgedanke kaum noch verstanden wird, und nur noch die "Re-Integration" als Ziel einer Haft gesehen wird. Aber das Gefängnis soll nicht "resozialisieren" oder gar "pädagogisch therapieren", sondern strafen, um der Gesellschaft zu ermöglichen, nach deren Ableistung (sic!) eine Wiederaufnahme in die Gesellschaft durch geleistete Sühne zu gewähren.

Die Studie aus Michigan hat nun eine weitere Folge ins Treffen geführt, der wir erst einmal mit gewisser Sympathie begegnen. Da wird nämlich die Neugier angestachelt: Da könnte etwas sein, das wir noch nicht kennen. Sie hat dabei als Indikator für ein gutes Leben alleine einmal die Lebensdauer untersucht. Und ist zu dem Schluß gekommen, daß Gegenden mit hohen Inkarcerationsraten eine signifikant niedrigere Lebenserwartung haben. Sozietäten also, aus deren Mitte viele Häftlinge stammen, weisen mit hoher Wahrscheinlichkeit ein niedrigeres Lebensalter auf. Und das ist denn doch überraschend.

Oder doch nicht, meint William M. Briggs in einer Glosse? Denn wenn man das Papier zu Ende liest wird erst eine Tatsache klar, auf die man zu Anfang nicht hingewiesen wurde: Die Studie ist von einer NGO angefertigt worden, die sich darum bemüht, die Benachteiligung und Unterdrückung schwarzer Bevölkerungsgruppen durch "privilegierte Weiße" aufzuzeigen und zu bekämpfen. Und hat als wegen des Lebensalters untersuchte Gruppe nur schwarze Gemeinden vorzuweisen. 

Ob hier Ursache und Wirkung, ob hier Zusammenhänge also immer richtig gesehen wurden, darf man also mit Fug und Recht in Zweifel stellen. Denn wie wir ja längst wissen: Ereignisse selbst haben keine Aussage über Wahrscheinlichkeiten, wenn nicht die Zusammenhänge zuvor völlig geklärt sind. Aus reinen Ereignissen lassen sich keinerlei Aussagen über kausale Zusammenhänge treffen. 

Deshalb sagt auch diese Studie nichts aus. Ihre Aussage ist reine subjektive Vermutung, deren Voraussetzungen aber fragwürdig sind, weil wohl auf einem ganzen Bündel von offensichtlichen Vorurteilen beruhen.




Montag, 9. März 2020

Leutel, biiittte ... (Update)

Es ist der Wunsch der Menschen - allesamt entwurzelt, weil die natürlichen, wesensgemäßen sozialen Strukturen durch ideologische, politische Eingriffe und Verwirrtheiten aufgelöst sind - daß in ihren so verdammt langweiligen Leben, wo "nichts passiert", endlich etwas passiert*, das einer Katastrophe und nachdem die nicht eintritt, dann im globalen Maßstab, dann im kosmischen Maßstab, sprich: dann gleich einer Apokalypse, näherkommt. Nach der sich so viele so inniglich sehnen. Nicht einmal ein Krieg! Nicht einmal eine nächste veritable Weltwirtschaftskrise! 

Also dreht man an den Schräubchen, und sei es nur an denen im Kopf. Und macht aus einer Krankheit, die weniger gefährlich ist als die Grippe, eine "Pandemie" schrecklichen Ausmaßes. Wozu die "Wissenschaft" ihre tollen Senfportionen der Irrelevanz beiträgt. (Wobei man diesmal sagen muß, daß in diesem Fall die Mediziner es sind, die noch die vernünftigsten, abwiegelnden Beiträge liefern.) Während wir mit der Grippe, die in dieser Grippesaison weltweit gut und gerne 300.000 Tote gefordert hat (und bereits abklingt), seit Jahr und Tag leben wie mit einem gewohnheitsmäßig zu ertragenden Schicksal. Woran wir nicht einmal so falsch tun. Selbst hier ist eine Impfung leerer Wahn.
Das einzige, worin sich das rasch zusammengeschusterte statistische Modell von Briggs irrt, ist die zweite Welle an Todesopfern. Der New Yorker Statistikprofessor hat nicht berücksichtigt, daß zwischen Krankheitsausbruch und Todesfällen ein Zeitraum von etwa ein bis zwei Wochen verstreicht. Also steht uns ein von den Medien - was wetten wir?! - zur endgültigen Katastrophe hochgejubeltes Corona-Desaster noch bevor.
Die erste Welle der Neuinfektionen hat Briggs aber korrekt vorhergesagt. Seine Zahl von 72.000 erkrankten und als Corona-Fälle eingestuften Chinesen trifft ziemlich exakt die offiziellen Zahlen (80.000). Ab da, so Briggs vor zwei Wochen, wird die Zahl deutlich wieder zurückgehen. Das ist auch der Fall. (Die entsprechende Meldung ist interessanterweise so rasch aus der Kronen Zeitung wieder verschwunden, daß sie nur wenige Tage nachher nicht mehr aufzufinden ist.) Daß nun sprunghaft weltweit Neuinfektionen gemeldet werden hat zu einem guten Teil seinen Grund in einem schlichten Nachzieheffekt, wo man alle bisherigen Fälle, die man dem Corona-Virus zuordnen könnte, als solche in die Statistik einreiht. Zum andern Teil befällt dieser "neue Virus" vor allem jene, die bereits geschwächt sind - also bereits Kranke, oder Abwehrgeschwächte. Diese überspringen gewissermaßen die normale Inkubationszeit, und werden als erste betroffen, was die Statistik zu Anfang ebenfalls stärker ausschlagen macht. Zugeschlagen wird die Krankheit dann natürlich - dem Coronavirus.
Und man vergesse nicht: Was würde passieren, wenn alle Menschen so peinlich wie nun die möglicherweise Corona-Gefährdeten auf Grippesymptome untersucht würden? Würden wir nicht plötzlich mit einem "dramatischen Anwachsen" der Grippe-Pandemie zu tun haben? Und man denke an die Vielen, die streng genommen ebenfalls Grippesymptome haben, aber wie gewohnt kein Aufsehen darum machen, und trotz Husten, Schnupfen etc. ins Büro gehen? Tatsache ist zudem, daß sich diese Fakten statistisch deutlich auf die Sterberate auswirken. Die bei Grippe unter der tatsächlichen Zahl liegt, bei Corona aber ziemlich eingegrenzt wird und damit unnötig "hoch" vermeldet wird. Es spricht in Wirklichkeit viel dafür, daß die Todesrate bei Corona unter jener von Grippe liegt. Eine höhere Sterblichkeit als bei bekannten (Grippe-)Kranken ist jedenfalls nicht nachweisbar.
Aber lese der geneigte Blogleser doch selbst, was Briggs schreibt. Erkenne er dabei auch, warum manche statistischen Erscheinungen so auftreten, wie sie es beobachtbar auch tun - als "Tatsachen", die alles andere sind, was meist mit ganz simplen Umständen zusammenhängt, die ein Denken außerhalb dumpfer Formeln verlangte. Um zu erkennen, da es keine Statistik, keine Wahrscheinlichkeit gibt, ohne daß die handfesten, realen Umstände und Zusammenhänge als Voraussetzungen jeder schmiegsamen Behandlung mit Formeln die entscheidende Rolle spielen. Die (google-)Übersetzungsfunktion, wie sie jeder gute Browser anbietet, reicht, um die wesentlichen Inhalte zu verstehen.
Bleibt noch der leidige Hinweis, daß es immer und von Zeit zu Zeit neue Viren geben muß. Das ist der Historizität geschuldet, dieser Dynamik des "mit jedem Augenblick wird die Welt neu". Damit wird auch der Mensch neu. Und damit seine Dispositionen. Die Frage ist zudem, ob man nicht sagen müßte, daß man gar nicht "wegen" eines Virus krank wird, sondern in einer Weise krank ist, um dann für bestimmte Eiweißkompositionen (=Viren) empfänglicher zu sein. Die dann als "Krankheitserreger" klassifiziert werden.
Sehe also der Leser wieder einmal, warum der VdZ der Meinung ist, daß wir in immer umfassenderem, ausschließlichem Maß dabei sind, mangels Wirklichkeit in unserem Denken weil Sein auch unser Geld - als Mittel unserer transponierten Mächtigkeiten, damit mit allen Bindekräften ausgestattet - und unsere Kräfte buntfroh in den Nicht-Raum, also in die nicht einmal leere Leere (in jedem Fall ist das Nichts ja nicht vorstellbar), zu verheizen.
Top-Aktueller Nachtrag: Was wir leicht vergessen ist, daß sich derzeit in den USA der wichtige Vorkampf um die Präsidentenwahl im Herbst abspielt. Ein dem VdZ bekannter amerikanischer Beobachter meint nun, daß nach derzeitigem Stand die Demokraten wenig Chancen haben werden, trotz geballter Konzentration der Medienmacht Trumps Wiederwahl zu verhindern. Schon das in die Hose gegangene Impeachment-Verfahren hat die Verzweiflung der Demokraten gezeigt. Jetzt stehen sie noch dazu vor einem Dilemma.
Weil sich in den sich abzeichnenden Vorwahl-Kandidaten, aus denen der Präsidentschaftskandidat hervorgehen soll, sich ausschließende Alternativen anbieten. Sanders ist der einen (demokr.) Wählerschichte zu links, seine (demokr.) Gegenkandidaten sind aber nicht in der Lage, in sozialen Fragen, die für die Wahl entscheidend sein werden und die Trump nahezu genial abdeckt, glaubwürdig zu sein.
Nun hat Donald Trump seinen Wahlkampf mit ausgedehnten Reisen und Großveranstaltungen ausgerechnet in diesen Tagen begonnen. Denn das ist eindeutig seine Stärke: Der persönliche, zwischenmenschliche Kontakt. Mehr und mehr spitzt sich die Kritik an ihm nun "seltsamerweise" darauf zu, daß er diese Großveranstaltungen absagen "muß". Sie seien unmoralisch, weil er damit dem tödlichen Coronavirus Vorschub leiste.
Je mehr sich der Wahlkampf aber vor den Internet- und social media-Bildschirmen abspielt, desto größer die Chancen der Demokraten! Je mehr von der persönlichen Wahrnehmung abgegangen, je mehr sich alles in zweitwirkliche Welten verschiebt, je mehr die Menschen ihre "Wahrnehmung" aus den Medien beziehen, desto größer die Chancen des Marxismus, desto ausschließlicher die Wirkung der Propaganda. 
Nun wissen wir, der geneigte Leser und der VdZ, daß das "woke" (also das zeitgeistige, linke, also zweitwirkliche) Großkapital mehrheitlich hinter den Demokraten steht. Vor allem die für das herrschende Narrativ maßgeblichen Medien befinden sich in deren Besitz. Wir wissen auch, daß die Panik um den Coronavirus maßgeblich mediengemacht ist. Und wir wissen, daß der chinesische Kapitalismus so sehr nur mit der Hilfe dieses Kapitals möglich war, daß man davon sprechen muß, daß er in dessen Hand ist. Wäre es da weit hergeholte Verschwörungstheorie, den "Ausbruch" einer "tödlichen" Pandemie in Verbindung damit zu setzen, daß sich die Demokraten dann größere Siegeschancen im Herbst erwarten?


*Was rein mit der fehlenden Rezeptionsfähigkeit zu tun hat, die eine Folge der Entwurzelung ist. Das heißt: die Menschen sehen nichts Wirkliches mehr, sie "sehen" nur noch etwas aus der zweitwirklichen Welt der Einbildungen und Wortnebel.

Wer die Corona-Panik aus einem anderen Blickwinkel betrachtet sehen möchte, dem sei abschließend noch das Wort des französischen Bischofs Pascal Roland empfohlen. Der die Sache aus einem Glaubensstandpunkt heraus sehr treffend skizziert. Corona-Epidemie? Nein, es ist eine Angst-Epidemie.


*080320*

Neulich, unter Stalin (0)

Und so ist's gewesen; hier ein Schnappschuß aus jener Zeit. Eine Bezirksparteikonferenz (im Moskauer Gebiet. Den Vorsitz führt der neue Bezirkssekretär anstelle des Sitzenden (also bereits verhafteten; Anm.) früheren. Am Ende wird ein Schreien an Stalin angenommen, Treuebekenntnis und so. Selbstredend steht alles auf (wie auch jedesmal sonst der Saal aufspringt, wenn sein Name fällt). Im kleinen Saal bricht "stürmischer, in Ovationen übergehender Applaus" auf. Drei Minuten, vier Minuten, fünf Minuten - noch immer ist er stürmisch und geht noch immer in Ovationen über. 

Doch die Hände schmerzen bereits. Doch die erhobenen Arme erlahmen. Die Älteren schnappen nach Luft. Und es wird das Ganze unerträglich dumm selbst für Leute, die Stalin aufrichtig verehren. Aber: wer wagt es als erster? Aufhören könnte der Erste Bezirkssekretär. Doch er ist ein Neuling, er steht hier anstelle des (seit voriger Woche; Anm.) Sitzenden, er hat selber Angst! Denn im Saal stehen und klatschen auch NKDW-Leute (Geheimdienst bzw. -polizei, Anm.), die passen schon auf, wer als erster aufgibt! Im kleinen, unbedeutenden Saal wird geklatscht ... und Väterchen (Stalin, Anm.) kann's gar nicht hören ... sechs Minuten! Sieben Minuten! Acht Minuten! ... Sie sind verloren! Zugrunde gerichtet! Sie können nicht mehr aufhören, bis das Herz zerspringt! 

Hinten, in der Tiefe des Saales, im Gedränge, kann einer noch schwindeln, einmal aussetzen, weniger Kraft, weniger Rage hineinlegen - aber nicht im Präsidium, nicht vor aller Augen! Der Direktor der Papierfabrik, ein starker und unabhängiger Mann, steht im Präsidium, begreift die Verlogenheit, die Auswegslosigkeit der Situation - und applaudiert - neun Minuten. Zehn! Er wirft sehnsüchtige Blicke auf den Sekretär, doch der wagt es nicht. Verrückt. Total verrückt. Sie schielen mit schwacher Hoffnung einer zum anderen, unentwegt Begeisterung auf den Gesichtern, sie klatschen und werden klatschen, bis sie hinfallen, bis man sie auf der Tragbare hinausbringt. Und auch dann werden die Zurückgebliebenen nicht aufgeben ... 

Und so setzt der Direktor in der elften Minute eine geschäftige Miene auf und läßt sich in seinen Sessel im Präsidium fallen. Und - o Wunder! - wo ist der allgemeine, ungestüme und unbeschreibliche Enthusiasmus geblieben? Wie ein Mann hören sie mitten in der Bewegung auf und plumpsen ebenfalls nieder. Sie sind gerettet. Der Bann ist gebrochen.

Allein, an solchen Tagen werden unabhängige Leute* erkannt. Erkannt und festgenagelt. In selbiger Nacht wird der Direktor verhaftet. Mit Leichtigkeit werden ihm aus ganz anderem Anlaß zehn Jahre verpaßt. 

Doch nach Unterzeichnung des abschließenden Untersuchungsprotokolls vergißt der Untersuchungsrichter nicht die Mahnung: "Und hören Sie in Zukunft nie als erster mit dem Klatschen auf!"

 Alexander Solschenizyn in "Archipel Gulag"

Eine Tatsachenepisode, die die Stimmung während der zweiten großen Verfolgungswelle unter Stalin 1937/38 illustriert, die endgültig sämtliche Bevölkerungsgruppen gleichermaßen in Angst und Schrecken sah und Gerichte endgültig zu Willküranstalten machte. Vorbereitet war dieser zweite große Strom, der die Gefängnisse und GULAGS mit Sträflingen vollschwemmte, durch Gesetze, die durch undefinierbare Straftatbestände wie "Vorbereitung einer kriminellen Vereinigung", "Vorbereitung oder Planung einer Straftat" oder "Widerstand und Sabotageakte gegen staatliche Absichten und Vorhaben" jeden und alles umfaßte. Hier traf es Einzelne, dort und meist aber Gruppen, denen man zufällig auch zugehörte, dann traf es ganze Völker.



Wird fortgesetzt

*Sie waren überall bevorzugtes Ziel der Behörden. So traf es zuerst und überall die Besten, die Tüchtigsten, in allen Berufen und an allen Orten. Zurück blieben die Ducker und Emporkömmlinge und die Drückeberger, alle, die flexibel genug waren, im System mitzuschwimmen, ohne das sie nichts geworden wären. Bis es eines Tages doch auch sie erwischte.





Sonntag, 8. März 2020

Gaslighting vom Feinsten

In der Coronavirus-Hype zelebriert sich einmal mehr eine der Taktiken des Übels. Indem ein vorgebliches Moment der Wirklichkeit durch medialen Druck vorgegaukelt wird, das schließlich zu einem Wirkmoment aufgebaut wird, sodaß ihm auch jene zu folgen haben, ja in gewissen Hinsichten folgen "müssen", die von Anfang an mehr als zurückhaltend waren. Weil das, was da als "Bedrohung" behauptet wurde, dem gesunden Hausverstand und vor allem der eigenen Wirklichkeitsrezeption nicht entsprochen hat, also gar nicht vorhanden war. 

Mit dem anhaltenden medial aufgebauten Zwang, ein nicht Vorhandenes nun doch als Vorhandenes anerkennen zu müssen, wird einmal mehr aber jeder düpiert und lächerlich gemacht, der noch eine Verankerung im Wirklichen hat.

Vor unseren Augen findet ein Machtspiel, ein wahrhaft absurdes Machtspiel statt: Medienmacht, öffentliche Meinung, allgemeine Meinung gegen gesunde Wahrnehmung. Politiker, aber auch jeder Mensch im Alltag werden in ihrer "Tüchtigkeit" danach gemessen, ob und wie sie auf etwas reagieren, dessen Eigenschaften sich nicht aus der Vernunft erschließen, sondern aus dem medial Verbreiteten. Nur, wer Ohr und Auge auf die Medien gepreßt hält wird deshalb "adäquat" reagieren können.




*070320*

Noch ein Wort dazu (2)

Teil 2) Die Juden der europäischen Wurzeln gibt es nicht mehr



Nur insofern ist es anderseits somit durchaus legitim, von jüdischen "Wurzeln" im Christentum zu sprechen. Die aber "für sich betrachtet" nicht mehr bestehen, weil sie sich auch im Kult endgültig in Jesus Christus, in der Fleischwerdung Gottes in seinem Sohn, erfüllt haben. Mit dieser Erfüllung ging auch eine völlige Umbildung dieses Glaubens einher. Aus einer Gesetzesreligion, der mangels Fleischwerdung Gottes nicht mehr als Lehre und Gesetz hatte, wurde nunmehr eine Seinshaltung, eine direkte Anbindung (nicht nur über die Gnade, sondern auch über die Sinne sogar wörtlich zu nehmen) an Gott, dem "ich bin der ich bin", das Sein alsohin. Von "jüdischen Wurzeln" läßt sich dabei nur mit den Augen eines Historikers sprechen, eines Analytikers. Eine reale, eine politische Dimension hat es nicht. Schon gar nicht eine, die es mit dem heutigen Judentum verbinden würde.

Das gleiche gilt für den Begriff des "Volkes Gottes", das sich insofern gar nicht "geändert" hat, das aber nur für jene gilt, die im wahrsten Sinn "Söhne" Gottes wurden, weil sie im Glauben Abrahams treu Jesus Christus als Messias und Erfüller annahmen und anerkannten. Nur diese sind nunmehr Volk Gottes, die Beschneidung und jedes Merkmal, das vor Christus galt, haben diesbezüglich ihren Sinn verloren. Die durch Christus auf die Erde gekommene Gnade hat auch den Sohnes- und Blutsbegriff in seine wahre (geistige) Höhe gehoben, und die Sohn-Vater-Beziehung als einen geistigen Akt erkennbar gemacht.

Weil wir aber heute von einem Judentum sprechen, von Juden sprechen, und jene meinen, die HEUTE sich als solche bezeichnen (und wer hier nur etwas genauer hinsieht, sieht sehr rasch die Unschärfen, die Unsicherheiten, die Differenzen, die Schwierigkeiten, die heutige "Juden" mit dieser Selbstidentifizierung haben, wo die einen "Juden" die "anderen Juden" gar nicht als "Juden" bezeichnen, ohne daß dieser Streit befriedbar wäre, weil ihn niemand Irdischer entscheiden kann,) wer also diese "Juden" meint, kann nicht von "jüdisch-christlichen" Wurzeln des Abendlandes" sprechen. Die existieren nicht, sondern das Abendland hat sich sogar GEGEN das Judentum entwickelt und abgegrenzt, und ist in dieser Abgrenzung als Volk Gottes - als Kirche als innere Grammatik somit! - geworden und groß geworden.

Wenn neuerdings und zunehmend selbstverständlicher sogar "rechte" Kreise von einem angeblichen "judäo-christlich fundierten Abendland" sprechen, so kann dies nur als Kotau des Schwächelns angesehen werden. Indem sachliche Stellungnahme von einer Schuldneurose durchtränkt wird, die als politisch opportuner oder leichter verträglich einerseits angesehen wird, die anderseits aber sehr wahrscheinlich auch von viel Unkenntnis der Sache selbst geprägt ist. 

Die so nebenbei wie jede Wahrheit auch befreiende Wirkung gerade im Umgang mit dem, was sich heute als "Juden" präsentiert, haben könnte. Ansonsten ist zu befürchten, daß gerade die oft verzweifelten Versuche, heute noch so etwas wie eine abendländische Identität zu festigen oder auszumachen, von der Wurzel her bereits zum Sterben verurteilt ist, weil es auf falschen Prämissen aufbaut.

Die vor allem aber ein Problem hat, das dramatisch wirkt und todgefährlich ist: Weil damit der Versuch gemacht wird, das "Gift" des Abendlandes sogar zu seinem Quellen zu machen. Denn es greift bei weitem zu kurz, das, was sich heute als Judentum bezeichnet, in seinen "Werten" als mit dem Abendland vereinbar zu halten. Alles andere ist wahr! Das zu begreifen ist aber erst dem und dann möglich, wenn das heutige Judentum als anti-christliche Bewegung begriffen wird. Und deshalb auch als Bewegung, die sich von allem Anfang an gegen ein christlich konstituiertes Abendland richtete. Deckungsgleichheiten, die angeblich die Identität beider ausweisen sollen, finden sich nämlich mit so gut wie allen Religionen der Welt.

Aber sie sind, wenn man so will "zufällig" und Restbestände eines allen Menschen natürlichen Suchens nach Gott. Das aber nie nur nirgendwo zur Erfüllung kam. Denn Jesus Christus ist KEIN Prophet. Er ist der fleischgewordene Gott, der sich erst begreifen läßt, wenn man diese Selbstoffenbarung Gottes sieht und annimmt. Die jede der heutigen "Religionen" obsolet macht, die erst durch die Taufe eine Brücke zu Gott haben, ansonsten aber notwendig im Götzendienst verbleiben.




*Selbst dessen Bezugspunkt, der Koran, ist in wesentlichen Teilen eine Übernahme des bereits arianisch geprägten, im syro-aramäischen Raum sehr populären Verkündigungsbuches des "Querein". Das läßt sich aus linguistischen Analysen heraus sehr eindeutig feststellen, und wurde bereits seit mehr als hundert Jahren, als diese Analysen erstmals angefertigt wurden, darunter von so großen Liebhabern des Islam wie Ignaz Goldziher, so identifiziert.

**Denn nachhaltige, substantielle Identität kann sich nur aus positivem Seiendem, also aus Sein, das in diesem Seienden durchscheint, bilden, niemals aus einer Ausgrenzung.





Samstag, 7. März 2020

Noch ein Wort dazu (1)

Nachdem ein Artikel von Caroline Sommerfeld in der "Sezession" zwar bemüht, aber unzulänglich auf die Unzutreffendheit hinweist, die die Rede von der vorgeblichen "jüdisch-christlichen Tradition des Abendlandes" enthält, möchte der VdZ noch ein paar Worte dazu sagen. Sie können hoffentlich die Unschärfe aufklären, die Sommerfelds Ausführungen noch enthalten. 

Denn es ist einerseits grundsätzlich falsch, von "jüdisch-christlicher Tradition des Abendlandes" zu sprechen, wenn damit das Judentum gemeint ist, wie es SEIT Jesus Christus, also auch heute, besteht. Im Gegenteil muß man sogar davon sprechen, daß sich das Abendland IN DER AUSEINANDERSETZUNG, im Gegensatz zum Judentum dieser neuen Prägung (man muß hier von einer "neuen Religion" sprechen, die sogar jünger ist als das Christentum) gebildet und durchgesetzt hat. 

Was war das Merkmal dieser Religion, die sich heute "Judentum" nennt? Es ist die Ablehnung von Jesus Christus als den Messias, als den Erlöser. Eine Ablehnung, die sich im Vorderen Orient weitgehend durchsetzte und dies mit Sicherheit unter starkem jüdischem Einfluß. Die Bildung eines "Islam" mit seinem Leitspruch "Es gibt nur einen Gott, und sein Gesandter ist ein Prophet (und nicht Gott)" knüpft exakt an die als christliche Häresien bezeichneten, sehr starken Strömungen des Arianismus bzw. Nestorianismus an, und sinterten sich im erst ab dem 7., 8. Jahrhundert zur dann "Islam" genannten Religionströmung* aus. 

Er hat damit die fundierende Argumentation der (heute so bezeichneten) "Juden" präzise übernommen, und wurde erst spät mit "Mohamed" (was ebenfalls "Gesandter" bedeutet, ein Ehrentitel wie der in den frühesten Inschriften - etwa in der Goldenen Moschee am Tempelberg - verkündet zur plakativen Abgrenzung gegen das byzantinische Christentum, mit dem die Stämme und Völker dieses geographischen Raumes nach dem Rückzug der Byzantiner im 5. Jahrhundert eine eigene Identität (auch in der Religion) festhielten. Daß hier der Einfluß des Judentums enorm war, ist eindeutig. Wie weit er gegangen ist, wäre wirklich interessanter Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchung, die seltsamerweise bis heute nach Kenntnis des VdZ nicht stattgefunden haben.  

Das heutige Judentum hat also nicht nur immense, sublime, aber fundamentale Gemeinsamkeiten mit dem Islam (und die Gegnerschaft, die hier angeblich besteht, ist also vergleichbar mit der Unausweichlichkeit eines Bruderstreits unter Abweichlern aus demselben Nest, die sich im Gegensatz zum logos, also der wirklichen Wirklichkeit der Welt wissen, und beide dasselbe Abgrenzungs- weil Identitätsproblem haben*), sondern es ist aus dieser Anti-Christlichen Bewegung heraus entstanden, und nur aus dieser Haltung heraus verstehbar. Eine Religion, die sich im Wesentlichen auf die Torah einerseits (also den Korpus des bei den Christen "Altes Testament" genannten Heiligen Schrift), und die nach Christus hinzugefügten Schriften wie den Talmud berufen. Der wie die Kabalah teilweise als zumindst in Teilen als bereits "vor Christus" entstanden bezeichnet wird, aber auch in diesem Fall bereits eine Häresie des Judentums, also eine Abweichung oder gar ein Abfall gewesen ist.

Denn was bis zu Jesus Christus Judentum war, ist im Christentum aufgegangen! Es wurde durch die Inkarnation Gottes in Jesus Christus erfüllt, und findet sich deshalb in dem, was sehr bald als "Christentum" bezeichnet wurde.* In diesem Sinn ist es legitim davon zu sprechen, daß es aufgehört hat, als eigene Religion zu existieren, aber auch zu sagen, daß es im Christentum immanent ist, aber auch dann nicht mehr als "jüdische Religion" weiter besteht. Das, worauf sich diese berief, den Glauben der Väter, den Glauben Abrahams und Isaaks, alle sämtlichen weiteren Bücher des Alten Testaments (also der Torah) ergeben ihren Sinn erst, wenn sie als auf die Erscheinung Jesu als Gott hingeordnet erkannt werden.

Deshalb hat auch bereits das Neue Testament (insbesonders das Evangelium des Apostels Johannes), haben sich die Briefe (auch hier sei besonders aus dem johanneischen 1. Brief hingewiesen) mit diesem Thema ausführlich auseinandergesetzt. Und die Frage auf die klare Definition eingedampft, 

daß jeder, der früher, also vor Christus, Jude war, jeder, der diesen von Abraham herabgekommenen Glauben hatte, der dieser Tradition zugehörte, auch (fast) "automatisch" Jesus Christus als Messias erkannt haben MUSZ. Christus abzulehnen war damit ein moralisch negativer Akt, eine Gegenwehr gegen die Wahrheit.
Nur also, wer nicht glaubte, somit in diesem Sinne auch gar kein "Jude" im traditionellen Sinn war, hat Jesus Christus abgelehnt. Genau das war dann der Korpus dessen, was sich nach Christus als "Judentum", wie wir es seither kennen, neu gebildet hat. Ein Judentum, das das aus dem Geist des Christentums entstandene Abendland, dem es als Minderheit gegenüberstand, sogar als Gegner, ja als Todfeind (siehe Talmud!) angesehen hat.

Morgen Teil 2) 
Die Juden der europäischen Wurzeln gibt es nicht mehr



*Dieser - man könnte sagen: nahtlose - Übergang vom Judentum zum Christentum war bis zu den Liturgiereformen 1969/70 sogar im Kult, also in der katholischen Eucharistiefeier und allen Einrichtungen, die dem katholischen Kult dienen (bis zur Architektur der Kirchen), noch deutlich zu sehen. Bei den Orthodoxen Riten ist er noch viel deutlicher zu erkennen.





Man muß nur genau hinsehen (2)

Teil 2) Mensch und Schimpanse zu 99 Prozent gleiche Gene? Mitnichten!



Ganz Ähnliches - auch hier muß man nur in die Tiefe, muß man nur genau schauen - läßt sich beim Vergleich Mensch und Schimpanse erkennen. Mit großzügiger Geste, weil es so schön in den Kram paßt, wurde vor Jahrzehnten hinausposaunt, daß das Erbgut der beiden Spezies zu 99 Prozent "identisch" wäre. Das wurde sogar zu einem der Dogmen der "Gewißheiten", die angeblich der Wissenschaft entsprungen wären.

Neuere wissenschaftliche Forschung hat das aber einmal genau angesehen. Und siehe da: Der tiefere Blick jedoch ergab, daß das keineswegs so ist. Höchstens 84 Prozent der Gene sind gleich, und auch das nur mit Abstrichen. Von einem "kleinen Schritt", wie die Evolutionstheorien behaupten, kann in keinem Fall die Rede sein, betrachtet man das Erbgut.

Aber was gilt die Wette: Das Märchen von der Gleichheit wird sich noch Jahrzehnte halten, und noch in hundertfünfzig Jahren irgendwo hartnäckig behauptet und als Argument verwendet werden.


Freitag, 6. März 2020

Man muß nur genau hinsehen (1)

Die Unmöglichkeit einer Evolution, die Unhaltbarkeit ihrer vorgeblichen "Prinzipien", wird in dem Maß klar, je tiefer man in Details der Lebewesen vordringt. Wie zum Beispiel bei einer Vogelfeder. So einfach, und doch so ein Wunder, daß man kaum daran denkt. Mit großmundigen, großzügigen Theorien läßt sich viel "erklären". Doch halten diese Theorien auch einem Detailblick stand?

Das geht auch im Umkehrschluß. Teilabläufe lassen sich meinetwegen noch "evolutionistisch" irgendwie erklären. Doch wenn man das Ganze ansieht? Wie bei der Vogelfeder. Bei der der gesamte Körperbau in unzähligen Details auf den Flug und auf die Feder abgestimmt ist.




Morgen Teil 2) Mensch und Schimpanse zu 99 Prozent gleiche Gene?
Mitnichten!


Pandemie Lebensweise

Sucht man nach dem Sinn all dieses Theaterdonners, der immer häufiger unseren Alltag bestimmt, ja diesen ausmacht, buchstäblich als "Viel Lärm um Nichts", so zeigt er manchmal sehr offen sein Gesicht. Es ist die Globalisierung der Lebensweise, die Ausbreitung von Verhalten und "Kultur" als globale Angleichung durch globalen Takt. In dem die Trommeln bereits den Planeten erfaßt haben, der in einer Schwingung aufgeht. Wer immer sich Mutter Erde, der Gaia, einfügt, darf sich geborgen fühlen. Darf sich die Mühe, die Last der Persönlichkeitswerdung ersparen, darf in der Kuschelstellung des Embryos verharren, muß sich niemals aufrichten, auf daß es dann um den Arsch zieht.

Um welche Botschaft dieser Titelseite des größten österreichischen Gratisblatts "Heute" (ein Ableger der früheren Besitzer der Kronen Zeitung) - das im Ganzen wirkt wie ein Ausbruch in Jubelstimmung - es hier im Besonderen geht?

Um die Hymne der vorgeblichen globalen Katastrophe eines Coronavirus. Als hätte man das Kapitel aus dem Film "Wag the Dog" einmal mehr transferiert. Der Corona-Song erobert nun die Welt. Hollarödidullijöh.

Fehlt nur noch das kleine Kind, mit den großen Augen und rotzverschmierter Nase, und die unbefleckte Jungfrau mit dem Kätzchen auf dem Arm, die durch die apokalyptische Landschaft taumelt. Oder hatten wir das nicht alles schon? Auch den Helden, den es noch zu retten gibt, dabei hätte er die Lösung für das Kriegsproblem und nur noch eine letzte Videobotschaft an die Welt aufzunehmen. Verd... gab es den nicht auch schon? Egal.

Es ist aber tatsächlich die Musik, die die unterste, in vielem wichtigste Ebene des Menschen anspricht. Keine Katastrophe, keine Botschaft, keine Offenbarung als Träger der Weltentschlüsselung ohne musikalisches, rein sinnliches, gefühlshaftes Fundament. Und das Nichts braucht einen umso größeren Lärm, um Substanz vorzutäuschen. Denn jeder, der Mensch sein will, jeder der zur Menschheit dazugehören will, kann es doch fühlen?

Mit eiserner Faust werden aus den Menschen die letzten Tropfen an Wirklichkeitsrezeption herausgepreßt. Indem sie einer Lebensweise, Zwangsmaßnahmen, "Schutzquarantänen" usw. unterworfen werden, deren Takt nicht der Wirklichkeit entstammt, sondern einem absurden Drehbuch.

Aber der Mensch des 21. Jahrhunderts will es so. Es braucht keine Phantasien von Mächten, die dahinterstehen. Diese Macht kommt vom Menschen selbst, als Bedürfnisstrom der Schwäche, die durch Kollektivität zur Stärke werden soll. Bis zur einen Lebensweise, die den gesamten Planeten umfaßt.

Wer einen Sinn hinter Corona- bis zur Klimahysterie sucht, wird ihn dort finden, im Zustand der Schwäche. In dem bald nur noch Katastrophendrohungen in der Lage sind, Bewegung zu erzeugen. Alles was ist, ist aber nur in der Bewegung. All diese Katastrophen sind als Selbstvergewisserungen, daß wir doch noch leben. Auch als Entwurzelte, das heißt: als aller sozialen Verbindlichkeiten enthobenen, der reinen, erhabenen, moralischen und damit legitimen, global verbreiteten Welt-Lebens-Technik übergebenen Wesen.



*050320*

Donnerstag, 5. März 2020

Es war einmal

Es gab einmal eine Zeit, die gar nicht so lange zurückliegt, in der selbst öffentlich-rechtliche Sendeanstalten wenig Scheu hatte, die Wahrheit über den Stand der Wissenschaft hinsichtlich Klimawandel und Katastrophik zu senden. Der Leser erinnert sich? Der VdZ sehr wohl. Und dieser Zusammenschnitt auf EIKE aus dereinst gesendeten TV-Beiträgen bringt eine kleine Zusammenstellung, die man sehnsuchtsvoll bestaunt. Sehnsuchtsvoll, weil man mittlerweile die innere Distanz vermißt, als gewisse Gelassenheit der Wahrheit gegenüber, die diese erst zuläßt. Denn es geht ja nur um dieses Zulassen, dieses Loslassen des eigenen Wollens, die der Wahrheit ihren Raum gibt.

Und nur das hat sich in den letzten beiden Jahrzehnten so dramatisch geändert, die Haltung, das Wollen. Nicht der Stand der Wissenschaft nämlich, das ist das Verblüffendste, wenn man dieses Video ansieht. Man weiß heute nichts besser.





Und wenn man sich diese erst voriges Jahr stattfindende Faktenfinding-Mission des deutschen Bundestags ansieht, kann man sich nur wundern. Und muß sich fragen, mit welcher Begründung man die Verantwortung für Milliarden, ja Billionen von Euros übernimmt, die man wegen angeblich dräuender, zukünftiger Katastrophen völlig kopf- und hirnlos beim Fenster hinauswirft. Oder hat das damit zu tun, daß die Führung des Landes eben NICHT die Verantwortung übernehmen weil tragen muß?





Alles begann mit Lügen, vor allem einer Lüge von James Hanson im Jahre 1988. Der Leser kann sich auf diesem (von Youtube, wo davon auszugehen ist, daß es gesperrt oder gelöscht wird, weg und auf Bitchute ausgelagerten) Video kundig machen. Alles begann mit einer englischen Premierministerin, die ein politisches Mittel suchte, die Kohlearbeiter und deren Gewerkschaft zu entmachten, indem die Kohle aus dem Spiel genommen wurde. Ein Wunsch, den ihr willfährige Wissenschaftler, reichlich dotiert, gerne erfüllten. Und alles begann mit einem Mann, der als Politiker blamabel gescheitert war, und daraufhin seinen Ehrgeiz auf ein anderes Gebiet lenkte. Auf dem er zeigen wollte, daß er doch in der Lage war, den Lauf der Welt zu bestimmen - Al Gore. Der geschickt auf die ständig wachsende Schichte kastrierter, schwacher Persönlichkeiten westlicher, identitätsloser, universalistischer Konsumgesellschaften setzte, der er nun Macht und Einfluß verschaffte, den sie mit normalem Lebenswerk, das auf Wahrheit beruht, niemals erreicht hätten. Die sogar Gott spielen konnten, weil auf das Moralsystem der Schichte der Entwurzelten abzielten.



*290120*

Mittwoch, 4. März 2020

Spiegelbilder reichen nicht für Mode

Ein Einblick in die Männer-Herbstkollektion 2020 von Gucci. Was in der Kunst Teil ihres Programms ist - Spiegel zu sein - ist aber in der realen Welt formenprägend und autoritatives Leitbild. Und der Leib formt den realisierten Anteil der Seele, ist dem innersten, noch gestaltlosen Entelechieanspruch des Seelenkerns fördernd oder hindernd. Welcher Kategorie diese "Mode" (als "gewünschte Mode") der Verweigerung der Erwachsenheit zugehört, mag der Leser selbst entscheiden.

Der Zustand der Kultur unserer Völker - mit Pubertierenden an der Spitze* - entspricht freilich einem Zustand, in dem Kinder die Macht erhalten haben, die Umstände zu bestimmen, die sie bestimmen sollen. (Noch-)Nicht-Persönlichkeiten gestalten aber alles nach Nicht-Welt. Das geht so lange gut, wie die Welt, die man draußen hält, nicht hereinbricht. Als Versuch, auch ohne Geschichte leben zu können.

Ein Modedesigner hat jedenfalls mehr und anderes zu tun als "Kunst" tut, da vergreift er sich in der Schublade, so aufschlußreich diese Gewänder auch sind. Die auch den Konflikt des Seins mit dem faktischen Seienden (und seinen erdrückten Anteilen des Seins - der "Fetzenlook", der jetzt zum Eklektizismus wird, dem inmitten des Gestaltverlusts, in mitten der kulturellen Diffundierung nicht einmal mehr pädophile Elemente fehlen, ist kein Zufall) erfahrbar machen. 

Aber Mode hätte mehr zu sein. Sie muß Antwort geben, nicht nur Fragen stellen.








*Die Forderung nach Frauenquoten, die Tatsache, daß in Österreich sogar schon acht der 15 Minister Frauen sind, entspricht dem Wunsch der "Autoritäten" (als jene, die die Stühle der Herrschaft okkupiert haben, weil diese leer standen und niemand wagte, sie zu besetzen) nach der Mutterschürze.



Dienstag, 3. März 2020

Wenn Frauen sieben Kinder kriegen

Wollte man das heutige Renten- und Sozialsystem aufrechterhalten, wären ab sofort pro gebärfähiger Frau SIEBEN KINDER NOTWENDIG. Auf diesen kernigen Punkt kann man die Diskussion, wie man das derzeitige Rentensystem "retten" könnte, bringen. Kinder, und nur Kinder sind deshalb auch die private Strategie, will man den kommenden Verwerfungen, die unausbleiblich sind, sachgerecht begegnen. Das sagt kein Politiker, sondern der Ökonom Hans Werner Sinn. 

Wir stehen dabei kurz vor der entscheidenden Wende. Denn die Generation der "Babyboomer" hat in Saus und Braus gelebt. Sie hat von der Zahl ihrer Geschwister ebenso gelebt, wie ihr Geld statt in Kinder zu stecken in Konsum und Wohlergehen verjubelt.
Innerhalb der nächsten zehn Jahre werden diese Babyboomer aber in Rente gehen. Und einer dramatisch schwindenden Zahl von Einzahlern gegenüberstehen. Um die somit bevorstehenden Einschnitte in den individuellen Wohlstand bei dieser Generation doch noch aufzufangen, wäre ein Renteneintrittsalter laut WHO-Berechnungen von siebenundsiebzig Jahren nötig.

Sinn als Einziger* in dieser Runde, der zu wissen scheint, worum es überhaupt geht - Gnade uns, wenn die Jungen das Ruder in die Hand bekommen, die von nichts mehr eine Ahnung haben, deren angelerntes "Wissen", das mit Welt und Leben nichts mehr zu tun hat, gerade einmal für die Blechtonne taugt - weist auch darauf hin, daß das derzeitige System an einer groben Ungerechtigkeit (die sich als Systemmangel niederschlägt) leidet: Daß die Kinder, die wir aufziehen, so gut wie keinen Niederschlag in der Rentenverteilung - ein Umlagesystem, in dem nur verteilt werden kann, was aktuell eingezahlt wird - finden. Denn die Alternative wäre nur, entscheidend und rasch mehr, ja viel mehr Einzahler zu finden, also Immigranten. Aber diese Hoffnung ist ein unerfüllbarer Traum.





*Dabei muß gewarnt werden: Sinn ist keineswegs der große Durchblicker. Seine Kritiken sind lediglich da und dort "rational". Im Großen und Ganzen aber verfolgt Sinn eine erschreckend simple, liberalistisch-atheistische Weltsicht. Und ist - typisch Liberaler - mit einem Schlag für Sanktionen, als Zwang, wenn ein "dringendes Problem" ansteht. Wie der "Klimawandel". Könnte es also nicht sein, daß der Liberale dort für Freiheit ist, wo ihm etwas wurscht ist? Und dort nicht mehr, wo ihm an etwas doch etwas liegt?




Montag, 2. März 2020

Wirtschafts- als Politikgeschichte

Die Geschichte des Hauses "Julius Meinl" ist tragisch, aber auch so typisch für den Kapitalismus, in dessen Geschichte sie sich wieder und wieder abgespielt hat. Das ist uns nur deshalb nicht so bewußt, weil in den allermeisten Fällen der Staat einspringt, um dieses Scheitern, das am Ende der Geschichte steht, zu vertuschen. 

Aber die Meinl-Bank wurde NICHT vom Staat mit dem Steuergeld des Volkes herausgekauft. Dazu war sie politisch zu wenig opportun. Dazu hat sie auch wohl den Fürsten zu wenig Geld geliehen. Die Meinl-Bank wurde pleitegehen gelassen.

Jene Bank, die am Ende einer jahrhundertelangen Geschichte eines Hauses steht, das sich mit Waren aus aller Herren Länder - welche Tradition alleine darin! - mit Produkten und deren Kultur und Kultivierung (Meinl hat als erster Kaffee täglich frisch geröstet) auseinandergesetzt hat. Und damit für ein Volk stilbildend wurde. Denn Meinl-Ware und Meinl-Kaufhäuser standen stets für Qualität und innere Güte der Produkte, die freilich nicht immer billig sein kann.

Fünf Generationen lang hatte das hervorragend funktioniert. Ehe "Strukturbereinigungen" der Wirtschaft, die sämtlich politisch zu verantworten sind, also nicht einem "freien Markt", sondern nur ungeschützten Bürgern und einem mit Füßen getretenen Gemeinwohl zu verdanken sind, den Betrieb der Lebensmittelkette nicht mehr verantwortbar machte. Meinl verkaufte die Läden (bis auf einen am Graben in Wien), und tat es mit dem nunmehr bleibenden Geld den historischen Beispielen nach. Und ging ins Geldgeschäft. Mit der Meinl-Bank.

"Meinl am Graben" - Wien, 1. Bezirk
Aber auch das hat nicht so funktioniert, wie es sollte. Und hastenix-bistenix ist das Haus in Kalamitäten getrudelt, die zumindest im Geruch standen, nicht ganz sauber zu sein. Täuschung und Betrug lag in der Luft, wobei der VdZ nicht sicher ist, ob das von den Medien so massiv verbreitete Gerücht nicht ebenfalls politischen Hintergrund hatte, mehr jedenfalls denn als fundamentum in re.

Das befand aber letztendlich das Gericht doch, und die Bankenaufsicht (auch das ein politisches Instrument) entzog der Bank 2019 die Lizenz. Nun muß die ABB (Austro Anglian Bank - eine Namensänderung, die wohl gemacht wurde, um den Namen Meinl wenigstens im internationalen Ruf herauszuhalten) abgewickelt, also liquidiert werden.

Der Familie, dem Hause Meinl bleibt als sichtbare Präsenz des Hauses mit seiner langen Geschichte nur noch ein Restgeschäft, aufbauend auf dem Gründungsgeschäft, dem "Meinl am Graben". Und zwei, drei Läden, die Meinl (man hat es kaum bemerkt, aber darin war eine gewisse Rück- bzw. Umorientierung bereits erkennbar, dem VdZ ist es auch erst 2019 aufgefallen) in den letzten Jahren wieder filialartig eröffnet hat. Und es bleiben vermutlich die paar Lebensmittelfabriken, Kaffee, Süßwaren, Marmeladen, die die nach wie vor bestehenden Produkte der Marke Meinl als Teil einer österreichischen, historisch verwurzelten Alltagskultur bestehen lassen.




Sonntag, 1. März 2020

Es bleibt immer dieselbe Wirklichkeit

Einige gerade in der Zurückhaltung ihre Klugheit sichtbar machende Äußerungen kommen hier von Christian Thielemann in einem Interview aus 2019 zu der in Salzburg gebrachten Oper "Meistersinger von Nürnberg" (R. Wagner) An anderer Stelle sagt derselbe ja, daß wir aus der Tradition wie in den "klassischen" Opern immer neu für die Gegenwart lernen können. Denn die Konflikte und Themen, die sich dort stellen, sind zeitlos, und haben in der Geschichte nur ein je anderes Kostüm. Aber wir können deshalb aus ihnen immer wieder neu für die je heutige Welt lernen.

»Es gefällt mir ganz und gar nicht, wenn Musik oder Musiktheater in den Dienst einer politischen Botschaft gestellt werden. Ich finde das ideenlos und armselig. Spielen wir lieber unsere Klassiker. Die sagen viel Kluges über das, was uns aktuell beschäftigt.«

Die Wirklichkeit bleibt immer dieselbe, in der wir leben, so sehr auch manche Realität wechselt. Jene Wirklichkeit, die immer neu aus dem ewigen Wissen Gottes aus Liebe zum Weltsein drängt, und weil sie Beziehung ist (die sich als "Knoten", als Idee, als logos, als Sinn, als "auf - zu" beschreiben ließe) in Dynamik mit dem faktisch Gegenwärtigen ringt.

Wer also diese Wirklichkeit nicht in rechter Offenheit sucht, einläßt und damit kennt, wird immer auch an der Realität scheitern. Sie wird sich nur fügen, wenn er in manischer Art versucht, sie in Totalitarität zu beherrschen und alle Bedingungen zu bestimmen. Um sich dabei für die Stimme des Wirklichen (logos) taub zu machen. Jeder Totalitarismus weiß somit (mehr oder weniger still) um dieses Losreißen von der Wirklichkeit (die es nur in Gott gibt) und steigert sich immer in seiner Manie, bis es ihn zerreißt.

Wenn man das Leben als täglich, ja stündlich, minütlich, sekündlich neue "Suche nach dem gelungenen Tag" bezeichnen könnte, so ist das die stets neu zu beginnende Suche nach der wirklichen Wirklichkeit, von der die Welt getragen ist. Wo das Wirkliche mit dem Unwirklichen, dem Bösen, dem Zerstörerischen der Anti-Wirklichkeit als Gewalt und Lüge, in stetem Kampf liegt, den es zu führen gilt. In der daraus zu gewinnenden Anverwandtheit mit der Vorsehung Gottes in seinen Ideen, in seinem Geist sohin zu leben ist dann jenes Leben in der Poesie, die das Wirkliche bedeutet, das einen Tag gelingen läßt. In der Zuhauchung des Ewigen, das in die Welt als Wirklichkeit "quer zum Faktischen" ragt, das die Zeit nie ganz einzufangen vermag, das aber im Symbol, ja wie erst im Sakramentalen Ewigkeit in der Zeit bedeutet, aus der alles ist und lebt. Das ist die Aufgabe der Kunst, ja das IST erst Kunst: Darreichung des Wirklichen.




Oder ... wie es der VdZ einmal in einem Interview zu "Die Räuber" äußerte, wo er den Vater spielte, in aller Hektik eines Interviews Minuten vor Beginn der Aufführung: