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Samstag, 10. Oktober 2020

Die Neurose "Neuzeit" abzuwerfen als Rückkehr (3)

Teil 3)


Das ist der Grund, warum praktisch sämtliche Visionen, die der holländische Filmemacher Marijn Poels in "Return to Eden" vorstellt, Vorstellungen einer Welt ohne Menschen sind - Kulturlosigkeit ist also die Utopie, die hier verfolgt wird. Und das ist nicht nur schade, das ist einfach grober Unfug. Und es ist letztlich genau das, was die Welt tatsächlich zerstört. Denn sie ist auf den Menschen ausgerichtet, die gesamte Schöpfung "ächzt und stöhnt", und "wartet sehnsüchtig auf das Offenbarwerden der Söhne Gottes."

Wir können deshalb nicht "im Paradies bleiben", indem wir uns quasi "der Natur" unterordnen. Natur sein heißt nämlich, auf den Menschen, also auf die Vernunft, ausgerichtet zu sein. Es ist grober Unfug zu sagen "humans safe nature by not using it." DAS GEGENTEIL ist der Fall! Nur muß der Mensch die Natur vernünftig, also dem logos gemäß, nutzen. Und das MUSZ er. 

Er kann sie nicht "lassen wie sie ist", um sie zu retten, oder auch nur besser sein zu lassen. Sie wird ohne Menschen nicht besser. Sie wird ohne Menschen darwinistisch-brutal, in dem ohne Rücksicht auf das Ganze der Welt eine Herrschaft der Oligarchie, also der rücksichtslos Stärkeren, aufgebaut wird. Jedes Stück "Natur", das sich selbst überlassen ist, bezeugt das. Es bewirkt Artenreduktion, bewirkt die Schreckensherrschaft einiger weniger über den Rest.

Deshalb ist es gar nicht so leicht, über dem faktischen Zustand der "Natur", wie sie sich heute bietet, vor allem an manchen Orten bietet, das herauszufiltern, was wirklich "Paradieseszustand", also "ursprünglicher Zustand" ist. Denn das wäre dann der Verweis auf das, was "gemeint" ist, und das gewirklicht werden soll, um den Willen Gottes - und damit "Paradies" - zu ermöglichen. 

Worin der Film aber eindeutig "gut" ist, ist, wenn er (woher immer dann diese Impulse stammen, und sie sind quasi der Intuition, nicht der Stringenz der Argumente geschuldet) auf die Möglichkeit hinführen will, die direkten Zusammenhänge durch Lokalität, durch Regionalität nicht zu zerreißen. Als bessere Alternative, ja als Notwendigkeit, um Weltzerstörung zu vermeiden, was sich aber wiederum gegen Auswüchse und Fehlentwicklungen der Kultur wendet. Damit aber in mangelnder Differenzierung GEGEN KULTUR GENERELL ausufert. 

Ja, das ist sie, die bessere und sogar die einzige Alternative. Denn es geht um das Schaffen von Verbindlichkeit zwischen lebenden Wesen. Das ist überhaupt erst Kultur. Und hier scheiden sich auch alle sozialistischen Ideen und Experimente! Die genau das nicht tun, die genau das vermeiden wollen, was zu solcher Verbindlichkeit IN FREIHEIT führt. Denn ohne Freiheit ist Verbindlichkeit Terror und Zwang, nicht Verbindlichkeit weil Humanität!

Zwischen diesen bislang versucht auszuführenden Marken bewegt sich der gesamte Film von Marijn Poels, bewegt sich "Return to Eden." Der die eindreiviertel Stunden wohl wert ist, von denen man aber nur profitiert, wenn man diese Marken auch einhält und immer wieder scheidet. Gut gemeint ist nicht gut, und Emotion kann Sachlichkeit niemals ersetzen, ja ist gefährlich. Die Bösen (wenn man so will) entscheiden letztlich ja genau so!

Dann sieht man aber auch, daß Poels "Sachlichkeit" meint, anhand gewisser "wissenschaftlicher Kriterien" das Gute zu finden und als Gesolltes zu orten. Ist einem das bewußt, schmeckt man dieses bittere Korn mit jeder Einstellung und jeder Szene mehr und deutlicher. Naturwissenschaft hat aber gar nicht die Instrumente weil Kriterien, wonach sich das, was Poels in Wahrheit sucht, detektieren ließe. 

Denn Poels sucht wie jeder, der das Paradies sucht, nicht eine technische Perfektion. Vielmehr verwechselt er das eine mit dem anderen! Er handelt damit genau so, als litte auch er an jener Grundkrankheit unserer Kultur, die sie zum Tode führte. Die meinte, Geistiges verdinglichen zu können. 

Aber Poels Leiden ist echt. Und deshalb findet er immer wieder "Echtes", Wirkliches, so wenig er es letztlich einzuordnen, zu gewichten vermag. Was den Grundton der Verzweiflung, dessen sich der Film gegen die Behauptung des Titels "Return to Eden" nicht zu entledigen vermag, verständlich macht. Denn die Vernunft kann nicht explizieren, in eine Ordnung und damit in Sinn einbetten, was das menschliche Empfinden oft genug richtig an Information liefert. 

Deshalb ist der Film wahr, wo er einfach aufnimmt, der Linie des ersten Teils der Trilogie treu bleibt. Was immer man damit dann anfangen möchte. Er erzählt von den Tatsachen, die warum auch immer so sind wie sie heute sind. Ohne den Totprügel "Klimawandel durch CO2-Erderwärmung" auszupacken, schildert er die Trockenheit von 2019, die viele Bauern der deutschen Ebenen wirklich schwer getroffen hat. 

Die von "noch nie dagewesenen" (also, in ihrer Erinnerung) Zuständen sprechen, was natürlich höchst verführerisch ist, allen diesen Arten von Klimakatastrophiken beizutreten. In denen es aber nie um Zustände geht, sondern um Ursachenbestimmungen und Handlungskonsequenzen. Darin irren sie nämlich dann alle. Darin sind sie sogar gefährlich, und offenbaren sich als gewalttätig und kulturfeindlich, weil hinter diesen Klimakatastrophiken etwas ganz anderes steht: Ein Grundimpuls gegen diese Kultur, und ein Versuch, die Herrschaft an sich zu reißen. 

Niemandem in der gesamten Klimakatastrophik geht es um Natur. Die Gegenmaßnahmen generell, die Energiewende im Exemplarischen ist der offensichtlichste Beleg dafür. In der die Natur so zerstört wird wie noch nie. Diese Zerstörung wird aber unter anderes Etikett gestellt. 
Die Klimakatastrophik BENÜTZT also die realen Natur- und Wetterphänomene, ja benützt sogar einen allfälligen Klimawandel, soferne der wirklich stattfindet (und als beobachtbare Tatsache immer eine Veränderung regionalen Klimas mit zumindest sehr komplexen und vielschichtigen Ursache-Wirkungs-Zusammenhängen ist).
Was festzustellen diese ganze Hysterie noch gar nicht möglich macht. Denn dazu müßte man einmal wirklich "beobachten" und "sehen" können, in Ruhe, in Freiheit des Blickes, in Wahrheit der Daten. Aber weder "erklärt" die Klimahysterie etwas, noch analysiert sie sie richtig. Sie will etwas ganz anders als "Bewahrung der Schöpfung", das täuscht sie nur vor, und dazu ist ihr keine Lüge zu gering, um sich nicht dafür zu bücken.

In diesem nach wie vor neutralen Blick von Poels kommen deshalb auch so wichtige Zusammenhänge ans Tageslicht. Wie die Rolle der Banken, des Geldes, die (mit ihren Krediten) die unter viel zu niedrigen Produktpreisen leidenden Bauern extrem unter Druck setzen.  

Und das in einem Jahr wie 2019, das aufgrund der Trockenheit ein wahres Katastrophenjahr für norddeutsche Bauern war. Das besonders die Milchwirtschaft unter extremen Druck setzte, denn ohne Regen kein Gras, ohne Gras keine Nahrung für das Vieh. Würde das so weitergehen, würden weite Teile Deutschlands versteppen bzw. sogar verwüsten. So, wie es in Spanien bereits seit vierhundert Jahren geschehen ist. Oder in Ägypten, vor zweitausend Jahren.
 
 
Morgen Teil 4)


*280920*

Freitag, 9. Oktober 2020

Die Neurose "Neuzeit" abzuwerfen als Rückkehr (2)

Teil 2) Der Mensch muß utopisch sein (Ortega y Gasset)
Aber seine Utopie ist die Rückkehr zum logos.


Das aber überschattet und schwächt den ganzen, so gut gemeinten Film "Return to Eden", den der Filmemacher Marijn Poels am 17. September 2020 der Weltöffentlichkeit vorstellte, und der (vielleicht auch "wegen" Corona) bereits von Anbeginn an auf Youtube zur kostenfreien Verfügung steht. 

Denn es ist ein Kampf gegen das Böse, die Sünde, um den es Poels und um den es ja in Wahrheit bei allen diesen Fragen geht. Mit der Moral als praktisch-reale Ethik ist immer und natürlich auch heute DAS treibende Element hinter und in jeder Form des Wirtschaftens als Form des Lebens- und Überlebens. 

Aber diese Welt des Gefallenen, dieses "vallis lacrimosa", ist nicht auf einem Weg überwindbar, in dem durch technische Einsicht, durch praktisches Verhalten, das noch dazu in irdischen Kategorien "beweisbar" ist und somit als Überzeugungselement die Kraft hat, die Welt "zu verändern", auf daß es nur noch darum gehe, mit den Menschen "zu reden" (also ... um Medien-, um Pressefreiheit), ist es nicht genau und nur das? 
Willkür, Subjektivität, menschlicher Wille als DAS weltschaffende, weltrettende Element, sodaß also alles nichts ist als der nächste Anlauf der ... Aufklärungsideologie des 18. Jahrhunderts?!? Rousseau! Rousseau! Als der Prototyp des heutigen Menschen! Herrschaften, das ist es, darum geht es doch? Auch bei Poels. Leider.

Und doch, und doch geht es bei diesem Impuls des "returning home", des "Heimkommens", um einen grundchristlichen Impuls. Denn es geht in der Hinwendung zu Jesus Christus um ein Zurückkommen zum Neuen Adam, zum Anbeginn selbst, zum neuen Paradies. Dieses Zurückkommen ist sogar das, was E. Michael Jones als "Logos rising" ahnt, weil es generell als Rückwendung zum logos selbst zu sehen ist. Als neuerliche Hinwendung zur gottgegebenen wie damit gottgewollten Grammatik der Schöpfung selbst. 

Worin sich das Wesen aller Dinge in der Ideenhaftigkeit in Gott begründet wie daraus lebt und existiert. Und zwar NUR daraus. Wenn es davon abweicht, geht es zugrunde. So schaut es aus! Deshalb ist jedes Weiterschreiten ein Zurückwenden an den Beginn, den Ursprung, die Quelle - ein "Return to Eden". Denn das Unnatürliche als das von Gott Abgewandte ist das, was einer toten und dem Tode zuweisenden Kultur wie der unsrigen (+S. PP Johannes Paul II. sprach deshalb von einer "Kultur des Todes") als NORMAL empfunden und gesehen wird, ist nicht mehr als es ist: Eine wahre und wahrhaftig empfundene Aussage.

Das ist aber auch das Verführerische an Rousseau, das ist aber zugleich das große Mißverständnis, das sich damit verbindet, weil diese Sichtweise Rousseaus ("Zurück zur Natur", zurück zu einem IDEALEN URZUSTAND) das Wesen des Menschen ALS KULTURWESEN mangels Kenntnis des Wesens Gottes völlig (und zwar wirklich: VÖLLIG) verkennt. (Wir haben darüber bereits gehandelt.) 

Ein Idealzustand ist nur dann ablesbar und erkennbar, wenn das Wesen des Menschen und der Schöpfung erkannt wurde! Nur dann können wir erkennen, wovon alles ausging, und wohin es strebt und worum es kämpft. Worum also der Lebenskampf des Geschöpflichen bzw. des Lebens überhaupt geht. Und WARUM das Lebende kämpft, das sich im Kampf gegen die Nichtung in Form des Todes wehrt, indem es aus aller Aussichtslosigkeit immer noch nach Wegen sucht, um zu überleben. 

Und das ist nur einer der Punkte, worin wir die Schöpfung allzu leicht unterschätzen, und uns so leicht - aus Unkenntnis des wirklich Wirklichen, des Wesens aller Dinge! - in Katastrophenpanik treiben lassen, die nicht in der Wirklichkeit gründet.

Daraus, aus Unkenntnis der tiefsten Zusammenhänge aber - so viel davon auch geschwätzt wird - stammt der immer wieder auftauchende Impuls (und vielleicht ist es sogar das Grundmotiv für Poels, diesen Film zu machen), zu "mobilisieren", die "Menschen zu bewegen", "etwas zu tun", sich "zu erheben," sich "zu wehren." Was konkret heißt, sich gegen diese Kultur zu wenden. 

Und gar nicht, gar nicht! gegen die ZIVILISATION, weil letztlich alles Vorgestellte wieder in demselben Denken gründet, das die vermeinte Zerstörung bewirkt hat: Dem Technizismus. Oder, in dessen pseudo-geistiger, oft gut verhüllter Gestalt, der Gestalt der Magie. Nur, eben WEIL diese Zivilisation GEGEN DIE KULTUR abgebogen ist, haben wir, was wir schmerzhaft sehen, haben wir dieses Ausmaß an Zerstörung DES LEBENDIGEN. Nur KULTUR kann uns "retten", und zwar ins Ewige hinein, darum geht es nämlich. 

Und Kultur gründet im Kult, und damit in der Verehrung Gottes als Urgrund in Ursprung wie Erhalt von allem. Schon wer von Evolution daherschwafelt ist deshalb mehr als nur ein "Andersdenkender", er ist ein Priester des Todes. Denn alles wird aus dem Geist bewegt, aus dem Wort. Auch das Böse, auch der Irrtum, auch die Weltzerstörung. 

Die direkte Folge einer Vorstellung von Welt ist, die NICHT aus dem Geist, und die nicht innerhalb des logos entstanden ist und besteht (besteht!), sondern die (da mögen sich diese Leute winden und wenden, wohin sie mögen, es ist so) immanent materialistisch und mechanistisch ist. Die sich also nicht Gott, dem Sein selbst, VERDANKT. Der jedes Haar am Kopf, jedes Blatt, das zu Boden fällt, gezählt hat.

Deshalb kann eine Welt nur "funktionieren", also "gut sein", die diesem Gott huldigt. Die weiß und glaubt, daß alles aus seiner Hand stammt. Das erst ergibt jene Haltung, aus der heraus überhaupt Schöpferisches, Gutes, in die Welt eindringen kann. Weil jeder Mensch somit zur Pforte des Übernatürlichen, des Ewigen wird. Und Bestand kann es nur aus der Rückbindung ("religio") an das Ewige, an das Unvergängliche, an das Geistige selbst geben.
 
 
Morgen Teil 3)


*280920*

Donnerstag, 8. Oktober 2020

Die Neurose "Neuzeit" abzuwerfen als Rückkehr (1)

Anders als die bisherigen Filme jener Trilogie, die der niederländische Filmemacher Marijn Poels schaffen wollte, ist "Return to Eden" von Anfang an frei auf Youtube zu empfangen. Poels, der vor diesen Filmen als "Linker" galt, hat damit bewiesen, daß sein Linkssein aus jener Heimatstube kam, in der es mangels Alternativen scheinbar nicht anderes gibt als Sozialismus und Marxismus, auch wenn dieser oft sehr sehr gut versteckt ist.

Und wieder einmal muß man hier die Katholische Kirche in die unerfüllte Pflicht nehmen, denn sie HÄTTE EINZIG die Alternative, und wir werden sie in einiger kurzer Zeit auch in einer Fülle ALS ALTERNATIVKONZEPT DES WIRTSCHAFTENS UND LEBENS vorstellen, die vermutlich manchen Leser aus den Latschen kippen lassen wird. Aber dazu wie gesagt demnächst in diesem Theater. Vorerst zurück zu Poels' Film.

Wenn Poels (der deutsche Wurzeln hat, und mit einer Sächsin verheiratet ist) sympathisch wirkt, hat das aber darin seinen Grund: Er versucht die Wahrheit zu finden, und investiert darein viel Herzblut. Was immer heißt: Mit gewisser Naivität. Umso überraschter war er, als er nach Erscheinen seines Filmes "The Uncertainty has settled" im Jahre 2017 (wir haben darüber hier ausführlich gehandelt) in einem Maß angefeindet und angehaßt wurde, das ihn völlig überrascht hat. Denn er hat doch nichts anderes versucht als die Sache so darzustellen, wie sie sich eben darstellte! 

Aber das Böse hat eben einen wirklichen Feind, und der ist die Vernunft. Und davor hat es sogar Angst, wirkliche Angst. Denn es geht um die Existenz des Irrtums, der als Existenzstütze inmitten des Nichts des Nicht-Seins nichts so sehr braucht als die Herrschaft über die Sprache. 

Mit einem Mal hat Marijn Poels feststellen müssen, daß große Teile derjenigen Teile der Völker, die "die Öffentlichkeit" dominieren, also "darstellen", an Richtigkeit und Faktentreue gar nicht interessiert waren. Ja, daß diese die Fakten und Tatsachen sogar als Bedrohung wahrnahmen, sodaß es in den Reaktionen oft nur noch darum ging, Gegenstimmen, also nicht Zustimmendes, einfach Kritisches, einfach Faktentreues zu unterdrücken. So entstand die Idee zu einer Trilogie, der mit "Paradogma" (der Titel erzählt eigentlich schon den Inhalt) der zweite Teil folgte. 

Der aber leider insofern die Erwartungen des VDZ erfüllte (deshalb hat er ihn hier nicht wirklich besprochen, zu sympathisch war dem VdZ der Filmemacher, er gibt es zu, er ist somit bestechlich, jawohl, er ist also schwach, möge Gott ihn nie wirklich prüfen), als er die philosophischen Mängel aufdeckte, die dem Niederländer nicht bewußt waren, und in denen sich Poels somit eindeutig zu weit vorgewagt hat. "Paradogma" war also schwach. 

Dennoch führte die Arbeit Poels zu einer nächsten und richtigen Fragestellung, nämlich zu der nach dem Paradies. Der Filmemacher beweist damit einmal mehr, daß sich die Wahrheit an der Hand der Dinge erwandert. 

Es ist somit das Material - ja, weiten wir das aus, die materia, die mater, die ... (der Leser möge selbst ergänzen) ... die Frau (Gottverdamminomoi) - das abzuschreiten ist, dem treu zu bleiben ist. Und an dem sich aus dem Tun nach und nach auch die Wahrheit entwickelt. Kein Gott Vater ohne Inkarnation, im Geist, kein Mann ohne die Melodie der Frau, keine Wahrheit ohne Grammatik der Grundlage der Welt, die er aus dieser Grammatik heraus zur Gestalt führen muß. 

Der Künstler (als Prototyp, als Archetyp des Menschlichen überhaupt) ist somit der an das Materiale Gebundene, der Treue, der in dieser Treue erst zur Wahrheit kommt, die ihn so bestimmt, daß er aus der irdischen Weltgesellschaft nahezu ausscheidet (mehr wollen wir zu dem Thema hier nicht weiter ausführen, es ist genug gesagt, und muß doch immer wieder angerissen werden).

Wenn Poels also an seinem Material wächst und sich entwickelt, so zeigt er sich als Künstler. Das sollte dem Leser (und Schauer) doch klar bleiben. Denn es zeigt sich an diesem dritten Teil dieser Filmtrilogie wieder eindeutiger als im zweiten Teil. Dem Gnade zugemessen wird, der Macher war einfach zu deutlich von den Wirkungen des ersten Teiles - also von der Welthaftigkeit selbst - irritiert.

In "Return to Eden" (der Film ist zu großen Teilen in deutscher Sprache, ansonsten gibt es bei Youtube nützliche Untertitel- und Übersetzungsfunktionen) beginnt Poels mit einer realisierten Utopie des landwirtschaftlichen Behabens, der Permakultur. Die als Weg aufscheint, wie ohne technisch-ausbeuterische Absicht (also der Todsünde der Gier unterliegende, an sich protestantische, weil gegen das Wesen der Schöpfung, gegen deren Grammatik protestierende Haltung, die der Welt "einen Würfel schlagen" will, wie es der VdZ stets ausdrückte.

Wo also Eigenwillen in einem Mißverständnis von Freiheit - als Willkür - über den Willen des Seins gestellt wird. Aber es scheint auch anders zu gehen. So nämlich, daß der Natur die Grundlage des Lebens, Nahrung in jeder Form, so entrungen werden kann, daß sie wie ein paradiesisches, leichtes, anstrengungsloses "Herunterfallen des Notwendigen" ("Seht die Lilien des Feldes, sie säen nicht, sie ernten nicht ..." vgl. Neues Testament) wirken könnte. 

Bedeutet also "nach dem Willen Gottes - des Seins - zu leben" auch automatisch, im "Paradies" zu leben? Ja und nein. Ohne Zweifel bedeutet das Leben "im Reich Gottes" (also nicht nur seinem Willen gemäß, sondern als Getaufter, in der Fülle der Sakramentalität, das darf hier nicht vergessen werden, auch wenn Poels das nicht zu wissen scheint) ein "so leben als". 

Womit diese gefallene Welt, diese Welt der Ausbeutung, der technizistisch-mathematischen, rationalistischen Auspressung der Schöpfung im Namen verdinglichter, aus Angst (die mit Fürsorge allzu leicht verwechselt wird) angewandter Weltvergewaltigung, zu einem Kreuz wird. Womit das Leben des Getauften (und wie erst des Ungetauften!) zu einem "vallis lacrimosa" wird, und zwar immer, und zwar ausnahmslos - weil es um das Aushalten geht, um das Durchstehen, um das Erdulden und um das Leiden. 
Als einzigem Weg, diese gefallene Welt auf jene Welt hin zu überwinden, die als "neue Schöpfung" verheißen ist. Und auf mehr läßt sich auch die Hoffnung auf eine "bessere Welt" nicht aufbauen: Sie ist ein Kommendes, und nicht ein gegenwärtig Herstellbares!

Aber das ist dem, der nicht glaubt, der um den Glauben vor allem nicht weiß, nicht begreifbar. Und es ist auch Poels nicht begreifbar, leider. Somit weckt Poels zwar manche Sehnsucht, und darin tut er Gutes, womit er anderseits erfüllt, was Kunst überhaupt nur kann - die Rampe hin zur Übernatur bilden, nicht diese selbst aber sein, dazu bräuchte und braucht es die Sakramentalität, in der Form des einzigen Kunstwerkes, das diese Utopie wirklich werden läßt - DIE SAKRAMENTE, die LITURGIE der Kirche. 

Wer jedoch weiß das noch? Und muß man nicht Poels gegenüber jene Nachsicht walten lassen, die jedem gebührt, der "guten Willens", aber ohne Versorgung mit dem Nötigsten, ohne Kirche in einer bereits toten, aufgelösten Kultur (des Todes") aufwachsen und leben mußte?
 
 
Morgen Teil 2) Der Mensch muß utopisch sein (Ortega y Gasset)
Aber seine Utopie ist die Rückkehr zum logos.


*280920*

Mittwoch, 7. Oktober 2020

USA. Der Weg, auf dem man zum Verlierer wird.

Der Mann ist ein wirklich tragischer Fall. Hat so viel Erfolg (gehabt) und hat keine Ahnung von Erfolg. Auch wenn es zu früh ist, und gewiß unangemessen, von "Spatzenhirn im Körper eines Riesen" - also buchstäblich wie ein Elephant - zu sprechen, so regt Arnold Schwarzenegger vor allem durch das, was er NACH seinen Erfolgen als Bodybuilder und Schauspieler machte, zu diesem Urteil höchst antreibend an.

Denn Schwarzenegger macht sein individuelles Schicksal zum technisch erreichbaren Weg für alle. Sieht nicht einmal, daß jemand, der besondere Sendung hat, auch den immanenten Antrieb hat - das Motiv, also, das er hier zu "vermitteln" sucht - sich nach dem auszustrecken, das er letztlich in den 1980ern erreicht hatte. Dabei hätte er es auch belassen sollen. 

Was Schwarzenegger erreicht hat, ist höchst spezifisch. Für Österreich, für Europa, für Amerika, für den Kalten Krieg, für die gesellschaftlichen Veränderungen und Umbrüche nach dem Zweiten Weltkrieg. Vor allem für das Lebensgefühl, das von Amerika unter dem Etikett des "Glücks", des "Erfolges", der Weltbewältigung (auch und vor allem durch die militärische Macht, die übrigens ... vielleicht überhaupt nur ... zusammengestohlen war) in die Welt exportiert wurde. 

Das Arnold Schwarzenegger im damaligen Strom der Zeit erwischte, das Europa, der vor allem auch dieses arme, in der Steiermark von den Russen besetzte Österreich (schlimmer ist das alles nur in Italien abgelaufen und zu beobachten) nach dem Zweiten Weltkrieg erfaßte. 

Und das nicht einmal zufällig. Sondern extrem raffiniert von US-Strategen vorbereitet und ausgeführt (was soweit geht, daß man von Gehirnwäsche sprechen muß), die über Österreich und Deutschland ganz gezielt - maßgeblich von in den 1930er Jahren ausgewanderten Juden ausgedacht und durchgeführt; das ist keine Verschwörungstheorie, das ist ein nachweisbares geschichtliches Faktum - verhängt, ja, verhängt wurde. 

Aufbauend auf der These eines ebenfalls ehemaligen Österreichers, auf den Thesen eines Wilhelm Reich. Der (wiederum auf der Grundlage der Thesen eines emigrierten Österreichers, Sigmund Freud, wie Reich nun auf der Seite der Sieger gegen ihr Vaterland) der traditionellen Herkunftsgesellschaft das Vorurteil einer "faschistischen Struktur" umgehängt hat. 

Die alle wiederum, in größerem, globalem Maßstab, auf der Grundlage eines evolutionistischen, also relativistischen Menschenbildes "dachten". Und diese in Wahrheit für persönliche, höchst persönliche Ziele verwendeten, was ja überhaupt der innere, der wirkliche Sinn - und hier haben wir tatsächlich "Motivation", davon könnte Schwarzenegger viel lernen! - der Evolutionstheorien ist. Über die wir hier aber nicht weiter sprechen wollen.



Schwarzenegger mußte nach Amerika. Dorthin gehört seine stupide Theorie des "Vom Tellerwäscher zum Millionär", in der jeder alles werden kann, was er nur möchte. In einer (buchstäblich) guten, noch halbwegs fundierten, also strukturierten Gesellschaft wie dem Österreich der Nachkriegszeit hätte er eben keine Chance gehabt. So wie ganz Amerika sich gegründet hat, ist dieses Land eben ein Sammelpunkt für Versager, die aber ihr Versagersein insofern ablehnen und überwinden wollen, indem sie eine Gesellschaft der Skrupellosigkeit gründeten. Und forthin zum Anziehungspunkt solcher Charakterleichen - und, natürlich, Verzweifelten - wurde. 

Was Schwarzenegger als Erfolgsmodell vorstellt, ist aber nur die Deskription von Immanentem einerseits, die Erfolgsgeschichte eines Versagers anderseits. Insofern hat er phänomenologischen "Wert". Denn natürlich ist Selbstzweifel das zerstörerische Element per se. Aber das weiß nur jemand, der eine Sendung hat, die zu füllen er zu müssen weiß. Was auch immer er also hier erzählt, ist für ihn persönlich zutreffend, ist sein Weg, Widerstände zu überwinden, um "seine Vision" umzusetzen. Was auch immer der absolute Wert davon gewesen ist. 

Denn Schwarzenegger hat im Rahmen einer Zweitwirklichkeit - und nur darum geht es hier! und in seinem ganzen Leben! - jenen Technizismus inhaliert, der die USA gegründet hat. Und dessen einziges, wirkliches Prinzip die Überwindung, ja Vergewaltigung der Wirklichkeit (als historische Realität emaniert) ist, in der er sich vorfindet. Deshalb muß man sich vor solchen Menschen fürchten. 
Der Schaden, den solche Leute anrichten, ist kaum meßbar. Sie belasten die Menschen mit allen Dimensionen ihres Schicksals, machen sie zum Herren über die Welt, die in Wahrheit in der Hand Gottes ist, und nur von daher überhaupt Sinn - und damit Motiv, Motivation! - bilden kann. 
Schwarzenegger ist deshalb mitverantwortlich für den unfaßbaren, verantwortungslos und aus brutal selbstisch von so vielen weiteren Personen(sic!) kolportierten Unfug, in dem solche Theorien nach dem Zweiten Weltkrieg zahl- und maßloses Leid angerichtet haben. 
Er hat keine Ahnung was es bedeutet, wenn Menschen massenhaft (sic!) ihr Leben völlig verfehlen, weil sie diesem Unsinn nachlaufen. Den er eigenen Aussagen nach angeblich repräsentiert und "beweist". Der Weg Schwarzeneggers ist also von zahllosen Leichen gesäumt! 
Ja, Schwarzenegger ist ein Hauptschuldiger dafür, daß es nachgerade Zeitkrankheit ist, wie heute, daß es eine gesamte Gesellschaft zertrümmern kann, weil ganze Generationen ihr Leben verfehlen. Weil sie in Traumländer abdriften, die sie entwurzeln und in jeder Hinsicht scheitern lassen. Schwarzenegger ist deshalb sogar für zahlloses Leid in den Familien verantwortlich, das DURCH solche aberwitzigen Lebensphilosophien angerichtet wird. 
Weil die Menschen nicht und nicht zufrieden werden können. Sondern von einem Idealbild angetrieben - und das heißt immer und immer aus ihren Wurzelbetten herausgerissen! - nie jenen Punkt erreichen, der ihnen ANGEMESSEN ist. Denn nichts hat seine Begrenzung IN SICH, oder: AUS SICH. 
Sondern in der Hingabe an ihren Ort, in der Transzendenz daraufhin. Dort liegt Legitimität ihres Daseins, ja sogar absolute Legitimität, dort liegt jene Ruhe, die sie auf dem Weg Schwarzeneggers nie finden können. 
Was Schwarzenegger heute aber immer noch anrichtet, weil er sein Maß nicht gefunden hat (und sich somit in Wahrheit nur noch lächerlich macht!), ist auch entsprechend erschreckend. Wo er sich für "die Rettung des Planeten" (Klimawahn) einsetzt. Und seine zweitwirkliche (propagandistisch aufgetriebene, sonst durch nichts sonst noch reale) Macht für ein Ziel einsetzt, das ... einem Spatzenhirn eben entspricht. 

Was sagt das also für die USA aus, wenn solche Menschen in politisch höchste Positionen vordringen können! Es sagt, daß in solchen Systemen, die auf einer gigantischen Selbstüberschätzung beruhen, Selbstüberschätzung mangels Übereinstimmung mit dem Willen Gottes - als Verbindung von Schöpfung mit Ort als Bezugspunkt der Selbstüberschreitung und Begegnungsort mit dem Transzendenten -  zum Grundprinzip eines Lebens wird, dessen Grundprinzip die Überschätzung ist.
 
Schwarzenegger hat für das Bodybuilding viel geleistet. Das in sich ein durchaus ästhetischer, der Schönheit und der Sendung des Menschen gewidmeter Auftrag ist, in der eine künstliche Hochzüchtung eines Aspekts des Menschseins verwirklicht wird. Daß das Bodybuilding freilich so mißbraucht wird, daß es fast in sich bereits ein Mißbrauch des Schönen zugunsten des "Geilen" bedeutet, ist eine andere Geschichte. Schwarzenegger hat sogar viel geleistet, wenn man seine schauspielerischen Leistungen betrachtet, die ganz erstaunlich waren. 

Aber er ist ein kläglicher, ja verachtenswerter Versager, betrachtet man den ganzen übrigen Rest seiner "Leistungen", in denen er nur eines beweist: Daß man in diesen gesellschaftlichen Strukturen auch als Schwein ganz weit kommen kann. Und nichts mehr erzählt er nun sogar als Erfolgsrezept für jeden auf TedTV. Erbärmlich.

Zum Abschluß (und das hat in Anbetracht der obigen Ausführungen natürlich schon etwas von Vorführung bekommen) noch ein "Motivationsvortrag" von Arnold Schwarzenegger. Es bleibt somit nichts sonst zu sagen, es ist dasselbe Symptom. 

Außer, daß es wie hier schon oft gesagt wie belegt immer tragisch ist, wenn Schauspieler, die aufgrund ihres Nichtsseins (sic!) das eigentliche weil existentielle Talent" zum Schauspieler haben, plötzlich glauben, der Ruhm gelte ihrer "Privatperson", und sie hätten somit als Privatperson "etwas zu sagen". 

Dabei haben sie nicht einmal verstanden, warum sie überhaupt erfolgreich als Schauspieler werden konnten. Wozu man normalerweise nur noch sagen kann: Die falschen Rollen gespielt?! Denn nur insoweit kann ein Schauspieler auch als Persönlichkeit "in der Welt" reifen, wachsen und gewinnen.
 



*140820*

Dienstag, 6. Oktober 2020

Mögliches ist - im Rückblick erkennbar - ausnahmslos real geworden

Bei diesem Video aus der Arbeit von James Corbett "Corbett Report" sei der Leser, wenn er ohnehin über diese Dinge weiß oder zu wissen meint, gleich auf die Sequenzen ab Minute 10:45 hingewiesen. Die Bilder, die dort zu sehen sind und die nur Lesern mit starken Nerven zugemutet werden sollten - aus China, den USA, Australien, England, den Philippinen, usw. - zeigen Modi der Umsetzung der UN-Richtlinien die Gesundheit der Weltbevölkerung betreffend, wie sie 2005 von der Weltgemeinschaft der Staaten beschlossen wurde. 

Der Leser sei auf den springenden Punkt hingewiesen: Wenn es bei Covid19 immer wieder darum zu gehen scheint, daß es ja "nur" um eine kurzfristige Pandemie mit entsprechenden Handlungsnotwendigkeiten gehe, und daß sämtliche Eingriffe in persönliche Freiheiten nur vorübergehender Natur seien, dem sei gleich gesagt, daß er in der sprichwörtlichen Pendeluhr schlafe. 

Denn mitnichten und -neffen sind diese Maßnahmen temporär. Sie sind erstens weltweit ausgefeilt, montiert und implementiert, sodaß es zweitens nur eines (buchstäblich) winzigen Fingerdrucks braucht, um jederzeit und (wie sich real zeigt:) permanent nicht nur ein Kontroll-, sondern ein brutales Korrektions-Instrument für die Bevölkerungen zu haben. 

Das sich niemand wohl träumen hätte lassen, der vor dem Jahr 1980 geboren ist und 1984 oder Brave New World in der Schule als Pflichtlektüre gelesen hat. Um jedoch nicht, wie vorgegeben, gewappnet gegen solche Erscheinungen zu sein, sondern um - "weil wir uns ja davon distanzieren, deshalb kann das ja nicht da sein" - nicht mehr zu sehen, daß er bereits mitten in solch einer Welt lebt. 

Dazu möge doch der Leser bitte auch aufhören, Fahrenheit 451 mit wohligem Schauder zu sehen und sein Gläschen Cabernet Villeneuve 1998 dabei zu schlürfen. Was ein absurdes Bild ergibt: Hier die Leute, die in die Glotze starren und sich entsetzen, und dort das Fenster, gleich daneben, das den Blick freigibt auf eine Szenerie, die dem Film nicht nur 1:1 entspricht, sondern auch noch übertrifft. 
Die Bilder, die unten zu sehen sind, und nur einen glimpse, einen kurzen Auf- und Einblick darstellen, sind genug erschütternd und schockierend. Und sie sind auch bei uns Realität. Nur hat jede Gesellschaft - also auch die unsere - eben ihren eigenen Weg, Idealbilder zu vermeiden (wie jene des bildhaften Schreckens als Urbild, wozu der Politik bzw. der Macht Produkte der Kunst leider auch recht nützlich sein können), um das wirklich (und strukturell) selbe Geschehen, das ihn aktuell umgibt, nicht realisieren zu müssen (weil genau das nicht zu sollen und ... zu wollen.)

Und wer immer noch nicht zu überzeugen ist, wo wir sind, und wo wir sein werden, der möge Folgendes bedenken: Mindestens seit 2001, diesem fatalen 9/11-Ereignis, ist eine einzige Linie hin zum Totalitarismus zu beobachten! Die mittlerweile - Corona und Klima, das sind die aktuellen Trigger, als Türöffner zum Ausleben schlimmster Phantasien durch eine kranke Elite.  

Der Präsident der Philippinen sprach etwa erst in diesen Monaten davon - und er illustriert damit noch eindrücklicher, worum es real, werter Leser, ganz real! und in diesem Augenblick geht - daß er philippinische Bürger, die sich nicht an die verhängten Gesundheitsmaßnahmen zur Covid19-Weltseuche halten, mit jenen Drohnen, die ohnehin bereits alles überwachen was ein Gesicht und zwei Beine hat, und somit identifizierbar und bewertbar (sic!) sind, auch erschießen lassen werde. Herrschaften, das ist kein Spaß, das ist kein Scherz aus der Flimmerbude, und das ist schon gar kein Anflug von Humor eines leisen, leichten und poetischen Weltcharakters. 

Beiseite: Auch in Australien sind bekanntlich solche Worte bereits offen ausgesprochen worden. Offenbar hat dieser Teil der Welt eine ganz spezifische Neigung, die vom Blut völlig unabhängig ist.

Was wir hier sehen, ist nichts sonst als ein Blick in jene Welt, die wir seit Jahrzehnten vorbereitet haben, und die sich, beginnend mit 9/11, von apokalyptischer Katastrophe zu apokalyptischer Katastrophe in jeweiligen Schritten etabliert hat. Wir SIND bereits in dieser Schreckenswelt, sie ist keine Utopie, und so zu tun, als gäbe es ja "Gesetze", bei uns!, in zivilisierten Ländern, und so weiter, die solche "Mißbräuche verhindern", der ist nicht einfach naiv. Der ist gefährlich dumm. 

Der weiß nicht, daß immer in der Weltgeschichte das Mögliche auch das Reale geworden ist und ganz sicher weiter werden wird. Der hält auch jetzt, in dieser "Covid-Pandemie", die Augen geschlossen und sieht somit nicht, daß sich einzelne Staaten (und seien sie noch so stark und groß) sich nicht aus jener geschlossenen Kette losreißen können, in der die ganze Welt in einer nie gesehenen Verkettung und Interdependenz zusammengeschlossen ist. 

Da mag zum Beispiel Österreich die Grenzen offen halten, mutig und heldenhaft stur, und gegen das gesamte nachbarliche Umfeld in Europa - die Aktionen und Reaktionen dieser Staaten sind dermaßen zwingend, daß sich auch ein "Heldenkanzler Kurz" schnurstracks beugen muß. (Nur beschäftigt er mit Steuergeldern eine die gesamte Nation umfassende weil finanziell abhängig gemachte Medienlandschaft, weshalb er sein Tun so gut vertuschen und umfärben kann, daß er vielen immer noch als Weißer Hirsch in einem unübersehbaren Rudel Schwarzer Zombies gilt.) 

Und flugs werden am nächsten Tag dieselben (und noch schärferen) "Maßnahmen zum Schutze der Bevölkerung" verhängt. Ach ja, denn es geht ja längst um "Biosecurity" als dem höchsten Gut staatlichen Eintanzens.*




*Wer immer noch auf der Suche nach dem Willen der Vorsehung bei einem dermaßen absurden Geschehen wie der "Corona-Pandemie" ist, der möge einmal beginnen, Spuren wahrzunehmen. Wie etwa darüber nachzudenken, ob es nicht Zusammenhänge zwischen der Absage des nächsten Opernballs (2021) "aus Gründen der öffentlichen Gesundheitssicherung", und dessen rasantes Abschmieren in die Dekadenz geben könnte.
Wie wahr, wie wahr!
Denn es gibt etwas, das diesem Staatsereignis wesenhaft widerspricht, wegen "kranker Gehirne" - woraufhin sich das Wesen eines Dings natürlich "wehrt". Warum? Weil dessen Organisationskomitee erst im Vorjahr (und als dezisiver Höhepunkt, denn er läßt den Sinn, den logos entfleuchen, beschlossen hatte, ein homosexuelles "Paar" (zwei Frauen) zur Eröffnungsgala zuzulassen. 

Was außerdem von einer eleganten Ironie begleitet wird. Denn diese beiden Frauen SIND gar kein "Paar" (wie die Organisatoren meinten), sondern haben nur den Irrsinn der Zeit und die unsägliche Dummheit der Organisatoren geschickt ausgenützt. Um sich mit diesem Trick der Behauptung, den Dummheiten der "sexuellen Vielfalt" nach dem Munde zu reden, somit die Vorurteile neuer Art auszunützen, die uns so blind machen, sogar bevorrangten Zugang zu diesem hermetischen Ereignis zu verschaffen. Dessen ungebrochen maßstabgebende Bedeutung mißbraucht wurde.



*140820*

Montag, 5. Oktober 2020

Rational irrational geworden

"Die chinesischen Forscher Long QX, Tang XJ, Shi QL und andere fanden nun heraus, welche T-Zellen des menschlichen Immunsystems als Reaktion auf frühere Infektionen mit Corona-Viren gebildet werden. Es handelt sich dabei um Gedächtniszellen, welche die Immunantwort des Körpers auslösen und im Idealfall für die rasche Bekämpfung von Viren sorgen.

Bis zu 50 Prozent der Blutspender hatten bereits Immunzellen gegen Corona-Viren.

Die chinesischen Forscher beschäftigten sich zunächst mit dem Blut genesener ehemaliger Corona-Patienten. Die Überraschung bestand später darin, daß sich dieselben T-Zellen auch im Blut von Menschen fanden, die nie eine Infektion mit dem neuen Corona-Virus SARS-Cov-2 hatten. Hinzu kommt, dass diese T-Zellen auch im Blut von Blutspenden vergangener Jahre ab zumindest 2015 nachgewiesen werden konnten. So wurden in Folgestudien im Blut von 20 bis 50 Prozent der Blutspender T-Zellen gegen SARS-Cov-2 nachgewiesen. In Österreich wurde Blut aus der Zeit von 2018-2019 untersucht. Dabei wurden in 30 Prozent der untersuchten Proben die entsprechenden T-Zellen gefunden."

Wenig Überraschendes aus dem "Wochenblick" vom 17. September 2020

***

Ein nächstes sehr fundiertes Interview mit William M. Briggs findet der Leser unter diesem Link. Briggs geht dabei nicht nur auf den Unsinn der Corona-Statistiken ein, sondern macht auf ein grundsätzliches Problem der Medizin aufmerksam. Die sich zu einer "Befundmedizin" gewandelt hat. 

Untersucht der Mediziner aber nur unter einem eingeschränkten Blickwinkel eines Teilbefundes nach "Werten", und weitet er seinen Blick nicht auf das Gesamte des Menschen, den er vor sich hat, erfolgt fast zwangsläufig ein Fehlurteil über dessen Gesundheitsgrad. 

Dazu hat vor allem die Statistik beigetragen, die aufgrund einer mißverstandenen Wahrscheinlichkeit ("P"-Werte) aus Korrelationen zwischen Datenreihen zu einer "Sicherheit" führt, die ein P-Wert niemals hat! Briggs erklärt sehr gut nachvollziehbar, warum das so ist und sein muß. Eine Reihe der hervorragendsten Statistiker der USA fordern deshalb schon lange (mit Briggs), daß die Wahrscheinlichkeiten aus den Statistiken verbannt werden. Ihre Über-Sicherheit, die sie zwangsläufig erzeugen, hat nämlich eine ganze Branche verwirrt und ebenso gefährlich wie unbrauchbar gemacht.

Der Pharmaindustrie war das freilich mehr als Recht. Denn einerseits hat sie damit ihre Geschäftsgrundlage erheblich erweitert, und anderseits hat die Senkung der "Grenzwerte" ihren Grund auch darin, daß ein Mensch mit (sagen wir) "zu hohem Blutzuckerwert" im Gesamtbild gesund erscheint, das aber gar nicht sein "dürfte". WEIL statistisch "erwiesen" ist, daß hohe Blutzuckerwerte mit pathologischen "Diabetiker-Krankheitsbildern" einhergehen bzw. umgekehrt. Nur - das "beweist" eben genau nicht, daß diese Werte tatsächlich eine Krankheit anzeigen! 

Durch die Senkung dieser Sollwerte aber hat die Pharmaindustrie (die maßgeblich und nicht zuletzt über Forschungsmilliarden in der "Wissenschaft" mitmischt) mit einem Schlag hunderte Millionen "Patienten", die Medikamente brauchen, die genau auf die Senkung dieser Teilwerte abzielen. Die Nebenfolgen und nicht zuletzt die Folgekosten für Volkswirtschaften und Gesundheitssysteme sind aber beträchtlich! 

Warum ging und geht das so einfach? Briggs nennt es beim Wort: Diese Aussage war politisch erwünscht. Deshalb hat jeder Recht, selbst wenn er falsch liegt (wie so mancher Untergangsprophet, der alle paar Jahre eine tödliche Pandemie ausruft, ohne daß sie stattfindet, von Schweinegrippe bis zu Corona), der dem politischen Willen folgt. Ein Irrtum wird ihm dann gerne verziehen (man denke an den Berliner Viruspapst Drosten), und beim nächsten Mal wird ihm wieder "geglaubt", wird also auf der Grundlage seiner Vorhersagen (siehe: Wahrscheinlichkeitswerte!) politisch gehandelt.

Wissenschaftler, die diesem politischen Willen nicht entsprechen, werden dafür ausgegrenzt, mundtot gemacht, ignoriert oder gar geschädigt, um sie aus dem Spiel zu nehmen.

Sonntag, 4. Oktober 2020

Aus einer Fastenzeit - Brief an S

17. März 2009

 Guten Morgen!

Nun doch die innere Ruhe wiedergefunden, für Stunden, sie wird wieder flötengehen, heute, im Trubel Wien - zurück - Wien (morgen) etc. etc.

Aber jetzt, noch trunken und satt von einem Traum, der mich immer noch durchglüht und mir ganz neue Dinge wachrief, nach deren erlösender Kraft ich mich so sehnte, weil mich birgt, und am Nachdenken über Schlingensief, tauchte diese Frage von Dir wieder auf. Nein, es war eine Feststellung. Nein, ein Aufruf. Sich dem Alter gemäß zu betragen, und das Ende der Wünsche auszurufen.

Ich war alt, so kommt es mir oft vor. Ich war bereits alt. Sehr alt sogar. Dein Ruf ist mir so auch ein Ruf einer Welt, der ich wieder entflohen bin. In einer immer volleren, bewußteren Entscheidung laufe ich nun meiner Kindheit nach, und wo immer ich das wirkliche Gefühl habe, richtig zu entscheiden, ist es ein noch radikalerer Schritt hin zu dieser Kindheit. Zu diesen Gefühlen von damals, diesen Lichtern, diesen Stimmungen, diesen Gerüchen und Geräuschen.

Den Versuch, diese Kindheit hinter mir zu lassen, alle diese Bilder und Eindrücke in ein Album einzuordnen, als Grundbedingung für das, was gelungenes Leben angeblich bedeutet, habe ich hinter mir. Er schien geglückt. 
Aber wenn ich nun denn einmal sterbe, so nicht, ohne das Leben noch weiter ausgekostet, ausgereizt zu haben, denn ich war nicht satt geworden. Ja im Gegenteil, anstatt den Hunger zu stillen, habe ich mich damit befassen müssen, den Hunger wegzuimaginieren. 
Wenn ich mich aber frage, was ich bereuen würde, ganz gewiß bereuen würde - neben dem Schmerz um all das Scheitern und Mißlingen und Entbehren, das überall dort besonders schmerzt, wo es auf Dummheit, Bosheit und Irrtum beruht - wenn ich mir also vorstelle, am Sterbebett zu liegen, wo mich der riesige Schrecken überfällt angesichts alles dessen, was ich schuldhaft versäumt habe in meinem Leben, nur um eines irrwitzig-dummen Selbstbehauptungswollens wegen, so ist es das: Nicht ganz und radikal auf diese eine einzige Karte Wirklichkeit, auf diesen winzigen Stecknadelkpopf gesetzt zu haben, der entgegenpiekst und so rasch, Moment für Moment, wieder verscheucht ist. Einmal nicht zurückgeblickt, mit der Hand am Pflug, sondern der faktischen Welt das Paradies abgetrotzt, eingehüllt in ein besonderes Versprechen, das ich über meinem Leben sehe.

Und das zu nennen für andere so grotesk scheint, daß ich es immer noch nur halb enthüllen wage. Aber ich habe die, die mir's wegnehmen wollten, immer als böse erlebt und erfaßt. Weder ist jene Welt der Erwachsenheit wirkliche Erwachsenheit, noch ist es das, was mein Leben gelungen werden ließe. Vielmehr verdanke ich jenen Armen, die mich zu Zeiten so herniederzogen, selbst zu fliegen versuchten, was nie gelang, worauf der Neid mich noch mehr niederdrückte, mit den Schultern auf die Erde preßte, festhielt, nie mehr rühren sollte ich mich können, nur soweit gelockt als daß ich das Geheimnis preisgäbe, das sie in mir wußten und wissen ... Oh nein, ich habe mich entwunden, um einen Preis der manchmal grotesk hoch wirkt, manchmal, und mich selbst zweifeln läßt, oft genug, und tief genug, weil es an Rechtfertigung mangelt.
Oh nein, nicht daß ich mich dem Erwachsensein verweigerte. Ich verweigere mich nur einem bestimmten Erwachsensein, das zu leben verlangt indem man auf das Leben verzichtet. Und seine eigentlichen Momente darauf beschränkt, zu konstatieren, was es nun denn Leben sein ließe. 
Ein Leben, das seine Konkretion in jedem Menschen einzigartig findet, und finden muß, sodaß ich nicht behauptete, daß meine Weise es zu deuten die für alle sei, ja zum Gegenteil! Mir ist bewußt, daß meine Weise zu leben für die meisten nicht gienge, und nicht zutreffend wäre. Daß ihnen das, was in mir sich regt, wenn ich ihnen zuschaue, monströs und schrecklich erscheinen muß und soll.

Oh ich weiß, daß das, was ich von mir behaupte und für mich reklamiere, als heiliges Recht sozusagen, von Gott jeden Tag neu abgetrutzt, genau das ist, was ich anderen vorwerfe, die - doch wie ich - am Boden sitzen und die Arme ausrecken und "tragen!" rufen.

Oh ich weiß, daß ich nur das sein will, was andre zu Recht als "nicht erwachsen" bezeichnen. Ich habe es versucht, mit aller Kraft, deren ich - und ich bin kräftig! - fähig bin. Es ging nicht.

Ich konnte und kann nur weiterleben, wenn und wo ich den Mut finde, wieder Kind zu sein. Dies zu behaupten, dies zu erfechten, gegen alle diese Welt, die mich jeden Moment mit tausend Haken, Ösen und Fallen bedrängt, das sehe ich nun als erwachsen. Dieses Licht, das zu entfachen bereits so viel Erwachsenheit und Nüchternheit benötigt, wie sich vielleicht keiner vorstellen mag, ja daß ich sogar behaupte, soviel Erwachsenheit finde ich außerhalb nirgendwo, weil sie um diesen Kampf weiß und ihn hellwach führt, dieses Licht aber durchzutragen, nicht ausgehen zu lassen, niemandem zu gestatten, es zu löschen, und das ist bei Gott die schwerste Arbeit, wenn man bereits erwachsen war, das also ist meine Aufgabe, ich habe die Lektion aus meiner Vergangenheit begriffen. Und so habe ich mich entschlossen, dieses Licht der Schönheit und Wahrheit zu entfachen, und so gut es geht nie mehr davon zu lassen.

Im Kunstbetrieb, vielleicht gerade heute, ist es übrigens auf seine Weise fast noch schwerer als "draußen", dieses Licht zu wahren. Denn dort trifft einen der Speer des Hagen im Rücken.

Wenn ich aber wieder einmal zweifele, wenn ich wieder einmal Stimmen Gehör geschenkt habe, denen ich kein Gehör mehr zu schenken habe, dann nehme ich sie her, die Stefan Georges und Gottfried Benns und Anton Wildgans' und Lichtenbergs und Goethe's und Schillers und Doderers und, oh ja: wie! -, Rilkes, und dann klopfe ich ganz leis an die Tür, ganz leis, und schleiche mich schüchtern in diesen Raum, in diesen Himmel, und dann bleibe ich im hintersten Eck, und muckse nicht auf, aber so glücklich, weil daheim. 

Da und dort sehe ich sogar noch den einen oder anderen Zeitgenossen, ganz weit weit weg, und ebenso schwach leuchtend und verzweifelt suchend wie ich vielleicht, sodaß es mehr wie ein Flackern ist, das nur die Erinnerung jeweils zum kontinuierlichen Licht macht, wie ich den jüngst verstorbenen Gert Jonke empfand, ohne mich in den Momenten, wo er wirklich leuchtete, mit ihm vermessen zu können zu glauben. (Menasse aber ist nicht dort drinnen, übrigens, der irrt, mit zorniger, düster umwölkter Stirne weit draußen herum, und sucht dieses Tor, aber er findet es nicht, er kann es nicht finden, weil er sich selbst im Wege steht, und eben nicht zu seiner Kindheit findet ...)

Ich war vorgestern mit meinem Sohn in einem Konzert, ich habe im Herbst ein Abo riskiert, hier in Sopron, und es nicht bereut. Eine Sopranistin gab, mit Pianistenbegleitung (die ja ein Dialog mehr denn Begleitung ist), Lieder von Liszt, Mahler (Rückertlieder!), Bartok. Wir gingen schweigend heim. Damit nur kein falsches Wort das Herz wieder zerreiße, das so voll war. Aber wenn ich sie höre, wenn ich "Mitternacht" höre, weiß ich, wo ich hingehöre.

Es mag sein, daß andere das als traurig, als grau empfinden. Aber das halte ich für Erwachsenheit! Zu wissen, daß die Welt, daß diese Welt grau und zu betrauern ist, weil sie des Paradieses verlustig ging, ein für allemal. Ich meine, gnadenhaft, geschenkhaft, eine Ahnung davon mitbekommen zu haben, und das ist mir Auftrag. Zwanzig Jahre lang habe ich versucht, mich dieses Auftrags zu entledigen. Um mir doch endlich nur zu beweisen, daß es nicht anders geht als ihm zu folgen.

Heut nacht, trunken von diesem Licht, diesem güldenen Licht, und immer noch durchdrungen davon, hab ich wieder Kraft geschöpft, weiterzugehen, einen weiteren Tag weiter zu gehen, auf meine Kindheit zu.

Mit Feuerschwert werde ich alle vertreiben, die es unrechtmäßig erobern und zerstören wollen. Vielleicht schaffe ich nämlich doch noch, einen Sekundenbruchteil vor meinem Tod, diesen Moment innerhalb dieser Erde. Den Moment völliger Freiheit, der ein Moment völliger und kindlicher Hingabe ist.

A.


*240920*

Samstag, 3. Oktober 2020

Von der Welt der Dinge und Gespenster

Was der David Kriesel hier erklärt ist einfach zusammenzufassen: Wenn wir glauben, daß ein Scan, eine Kopie mit den heute gebräuchlichen Maschinen dem Urbild entspricht, das es angeblich 1:1 übernimmt und wiedergibt, so täuschen wir uns. Alle diese Wiedergabetechniken sind vielmehr eigene Werke, eigene Produkte, die interpretieren, was sie "sehen", und in ein neues Produkt umsetzen. 

Deshalb kann ein Scan oder eine Kopie (egal welcher Art) NIEMALS als rechtsgültiges und rechtsverbindliches Mittel verwendet werden! Es ist niemals sicherzustellen, daß die Kopie (die so bezeichnet wird, was aber falsch ist) auch dem Original entspricht. Und das beweist David Kriesel hier sehr eloquent und im übrigen amüsant.

Wir aber bringen diesen Beitrag nicht zur Unterhaltung, sondern deshalb, weil an ihm erkennbar wird, worin das Revolutionäre an der Digitaltechnik besteht. Es liegt nämlich an der Interpretation, die ihre Ergebnisse bedeuten! 

Die Digitaltechnik trägt im Gegensatz zur bisherigen Medien- und Übertragungstechnik - vor allem im audio-visuellen Bereich, ob bei Kopierern, Scannern, mp3-Abspielgeräten, Handys, iPhones, Telephonen oder Photoapparaten oder oder oder - keine greifbare, reale Spur vom originalen Urbild. Sondern sie braucht einen Interpreten, der sich dazwischenschaltet. 

Sodaß das dann "wiedergegebene" Produkt ein ganz neues, eigenes Produkt ist, das nur insofern "Ähnlichkeit" mit dem Urbild (Photo, Textpapier, Musikstück, Sprache usw.) hat, als es gemäß der Sichtweise des Programmierers und seiner Auftraggeber dem Urbild entspricht (oder nicht).

Was konkret sogar noch mehr bedeutet: Dieses neue Produkt gibt die Intention, das Ziel, die Absicht des Urbildes wieder! Und was das bedeutet, das möge der Leser selber durchdenken. 

Weil, es sind also konkrete Personen und deren Sichtweisen und Anschauungen, die "machen", was wir dann hören, sehen usw. usf. 

Denn es sind immer Personen, auch wir, die aus über Sinne eindringenden Sinnesreizen erst "Gehörtes" machen. Weil bestimmen, abgrenzen, festlegen, schlicht: begrifflich machen. Der Techniker der digitalen Welt ist kein "Medium", er leitet nicht einfach und möglichst unberührt (also ohne die Eigenart der Technik fühlen zu lassen, was für lange Zeit ja das Ziel jeder technischen Weiterentwicklung war) weiter, was sich als Gestalt dieser Welt bietet. Sondern er hört, interpretiert, und setzt dann in Wirkung (!) um, was seiner Meinung nach dem Original entspricht. 

Was wiederum heißt, dessen beabsichtigter Wirkung im Hörenden, Sehenden, Fühlenden entspricht. Die digitale Technik setzt deshalb auf direkte sinnliche Reize einerseits, und Wirkungen anderseits. Sie "manipuliert" also den Konsumenten, weil sie ihn in eine Richtung bringen will, die bereits Interpretation ist.

Der Unterschied zur analogen Technik liegt also auf der Hand: In der analogen Technik wurde und wird ein Teil des Originals (und seiner Wirkung auf die Welt) "eingefangen", und dieses dann ergab das, was wir als "Wiedergabe" bezeichnen. Die alte Schallplatte mit dem Abspielgerät, das aus Röhren, auf elektrische Impulse ausgerichtete Transistoren und Widerständen etc. etc. zusammengelötet wurde, trug in der Rille und deren Profil noch eine direkte mechanische Wirkung des Originals. 

Und dieses Originale war es dann, das der Konsument vor sich hatte, wenn er eine Schallplatte abspielte oder eine Photographie in der Hand hielt. Zu dem er sich auf eine Weise wie zum Original  selbst (freilich noch vermindert in seiner sinnlichen Präsenz eines Originals - der abgebildeten Person, oder des spielenden Musikers - aber umgekehrt wieder mit eigenen additiven Bedingungen) verhalten konnte. 
Das heißt - er selbst interpretierte das Produkt das sich so darstellte, wie es der Erzeuger "gemeint" hatte. Noch einmal: Er selbst interpretierte! Das heißt, daß er im Akt der Wahrnehmung auch schöpferisch tätig war weil werden mußte.

Die Schallplatte oder die Photographie, die über Lichtstrahlen und Schattenbildungen, die das Original aussandte bzw. vermittelte, objektiv und real, konservierte also im besten und wahrsten Sinn die Dinge selbst, die sie dann jederzeit wiedergeben konnte. Sie war also das Ding selbst, von dem sie eine wahrhaftige "Kopie" geworden war. 

Das ist aber die Bedingung von Kunst. Denn Kunst ist das real und selbst, was sie darstellt. Die Welt des Digitalen ist also auch keine Welt der Kunst, ja bannt die Kunst zugunsten eines Hinweises auf ein Original, das auf sich geworfen bleibt.




Sehnsucht nach Muttis Brüsten

Ging es da nicht irgendwie bei Moria und Flüchtlingslager und Brand und Streit um Aufnahme der Ärmsten der Armen, um die Rettung von Kindern und Bedürftigen, und dem Öffnen der Herzen für hilflose Opfer? Gab es da nicht Bilder von Müttern in Zeitungen, die schreiende Kleine mit braunen, groß aufgerissenen Augen auf dem Arm und in die Kamera hielten? 

Leutel, nun wird es lustig. Von diesen Kindlein sind die ersten 51 in unseren Landen angekommen. Schauen Sie doch unten selber, werter Leser! Und herzen Sie in Gedanken die unbeholfenen Kleinen, knuddeln Sie diese quengelnden Rabauken, und quirligen Schnaddelküken, die man einfach liebhaben muß, und jede Geste des Entgegenkommens der Politiker und guten Menschen nur zu verständlich machen.

Und wenn wir schon die ganze Sache bezahlen, mit denen sich diese unsere Eliten ihren Stern am Himmel verdienen, verdienen wir doch wenigstens die Bilder jener, die wir da mit unserem Steuergeld retten? Tataaa! 

Die ersten lieben Kleinen, die wir gerettet haben, kommen an.


Leider haben unsere lieben Kleinen die Teddys, die Sie und ich hingeschickt hatten, schon beiseitegelegt. Rasierer gab es aber eh im Taxfree-Bereich. Rasierer? Na die sind da unten alle frühreifer als hier, das haben wir schon oft gehört, oder? Das macht vermutlich die Sonne.

Nachtrag: Mittlerweile sind auch die nächsten 139 Knuddelracker aus Moria eingelangt

Was ist das heutige Kriterium für Kinder? Richtig. Sehnsucht nach Muttis Brüsten. Sehnsucht nach den Brüsten der Frauen überhaupt. Je fremdländischer und bleicher sie sind, umso mehr. Das reicht um Freiflug und Gratisaufenthalt samt Direktbetreuung auf sagen wir ... also x Jahre von deutschen Steuerzahlern zu erhalten.

Derselbe Mann, der somit schon auf Twitter seinen Humor offenbar macht, beweist diesen auch auf Youtube. Mit dem unten angefügten Filmchen. (Dank an Leser R) 

Ein schönes Wochenende!

 


*140820*

Freitag, 2. Oktober 2020

Die Anfänge der unsichtbaren Revolution

Wenn dieses Vorhaben durchkommt, wird kein Stein mehr auf dem anderen bleiben. Eine deutsch-amerikanische Gruppe von Rechtsanwälten hat nämlich eine gigantische Klage (über Milliarden Euro Klagewert) in den USA vorbereitet, in der anhand konkreter Tatbestände schwer schuldhaftes Verhalten nachgewiesen werden soll, das dem Auslösen - und sinnlosen Aufrechterhalten! - der weltweiten "Corona-Krise" zugrunde liegen soll. Das behauptet zumindest der Anwalt Reiner Fuellmich in einem unten per Video einzusehenden Interview. 

Der unter anderem auf den Punkt hinweist, daß die derzeit und seit langem standardmäßig angewandten PCR-Tests, mit denen Corona-Infektionen (die berühmten Fälle) "nachgewiesen" werden sollen, für diese Verwendung weder geeignet noch offiziell zugelassen sind. 

Das Schüren von Panik anhand einer "leichten Grippewelle" (und zu dramatischeren Schlüssen zu kommen, ist schon alleine aufgrund der Sterbestatistik nicht begründbar), mit der diese Covid19-"Pandemie" zu vergleichen sei, ist also nicht nur nicht gerechtfertigt, sondern war (sogar von der CDU in Deutschland) bereits im Frühjahr 2019 (!) durchgedacht und vorbereitet. 

Somit sind die massenhaft vorgenommenen Verletzungen der Verfassung bzw. der Grundrechte der Menschen durch Lockdowns und Lebensbeschränkungen nicht nur rechtswidrig, sondern schuldhaft und bewußt eingesetzte Mittel, um Geschäfts- und Karriereziele zu erreichen. Was das Engagement von Bill Gates ebenso erklärt wie manch anderes Verhalten. Die Öffentlichkeit wurde dafür klar belogen und hinters Licht geführt. 

Sterbefallzahlen Deutschland Sep. 2020
Sterbefallzahlen Deutschland
Die "Sterbezahlen" belegen diese Sichtweise, denn es fehlen die Toten, die bei solch furchtbarer Pandemie (wie das alles genannt wird) auftreten müßten. Und die Belege dafür, daß es zum einen ein gewisses (harmloses und nicht aktuell gefährliches) "Corona-Grundrauschen" gibt, sodaß die "Zahl der Fälle" mit dem Ansteigen der Zahlen Getesteter zwangsläufig steigt, sind angesichts der von offiziellen Stellen vertretenen Panik so verwirrend deutlich, daß man sich fragen muß (und das ist die Ursache für die Unzahl an Verschwörungstheorien, die entstanden sind) ob es nicht für die Politik einen anderen Grund als den proklamierten ("Rettung von Leben") gibt, Maßnahmen zu verhängen, die das Leben auf ein unerträgliches und lebensfeindliches (=tödliches!) Maß einschränken.

Vielleicht kommt die Aufklärung, die so ein Gerichtsverfahren bedeutet, bei uns nicht durch, meint Füllmich. Er kenne die Justiz hierzulande, und er habe nicht allzu größtes Vertrauen, daß diese eine umfassende und gründliche Klarlegung und vor allem sachgemäße Gewichtung der Fakten fördern wird. Sie tendiere erfahrungsgemäß nämlich dazu, den Mächtigen und Großen Recht zu geben. Aber in den USA sehen die Dinge anders aus, meint der Anwalt mit deutscher wie amerikanischer Zulassung. Dort werde seiner Erfahrung nach die Aufdeckung dieser gigantischen Lüge durch die derzeit vorbereitete Massenklage irgendwann auch vor Gericht durchzusetzen sein. 

Wenn das aber geschieht, wird der gerichtsanhängige Schaden (aus der vorwiegend von Unternehmern getragenen Klage, denn bei Unternehmen ist der Schaden durch politische Maßnahmen klar bezifferbar) ein Ausmaß annehmen, über das derzeit nur phantasiert werden kann. Denn die Kategorie Milliarden wird nicht mehr ausreichen, wenn die Menschen weltweit die Möglichkeit haben, sich dieser Klage anzuschließen oder dem Muster zu folgen. 

Dabei wird genügen, daß nur eine einzige Klage durchkommt. Denn dann haben alle übrigen Fälle bereits gewonnen. Weil das amerikanische Recht (wir haben an dieser Stelle schon erklärt, warum: Es ist anders als bei uns ein Fallrecht, d. h. daß ein Gerichtsurteil real Recht "setzt") das so vorsieht.

Daß es aber auch konkret um Konzerne und Personen (wie den Berliner "Virenpapst" Dr. Drosten) als Schadensverursacher geht, ist klar. Den Schaden durch die verfehlte Nützung der PCR-Tests freilich, die eben auch und vor allem ein Drosten propagiert hat, werden diese Personen nicht decken können. Es wird also letztlich doch den Steuerzahler treffen.

Warum Dr. Füllmich das macht? Sein Motiv erklärt er wie folgt: Er könne es nicht ertragen, daß Personen nur, weil sie reich sind oder eine kaputte Persönlichkeit haben, die Welt regieren und bestimmen. Und dabei ins Leben so vieler Menschen (also auch in seines) so gravierend eingreifen. 

Am Corona-Komplex wird eben auch ein Positives erkennbar, meint Fuellmich. Vieles, was bisher unter der Decke blieb, kommt nun an die Oberfläche. An vielem, das offenbare Ungerechtigkeit ist, sind konkrete Personen und Konzerne schuld. Das aufzuzeigen schafft die Möglichkeit für Menschen, die bisher in der zweiten oder dritten oder vierten Reihe stehen, zu zeigen, was sie können.

Tja, wir haben ja geahnt, daß die Sache einen Haken hat. Auch dieser kommt nun mehr und mehr ans Licht. Es ist der Haken der Revolution. Die tatsächlich erfolgt. Aber in ganz anderer Gestalt, als viele glauben. Sodaß sie fast unsichtbar ist. Nur die Folgen davon werden sichtbar weil üblich sein. 

Denn auch in diesem Fall zeigen sich die selben Strukturen wie bei allen Revolutionen der Vergangenheit. Was deshalb am meisten erschüttert ist, zu sehen, auf welch breitem Konsens die derzeit (überall) beginnende Revolution in der Bevölkerung weltweit aufruht.

Revolutionen aber, die unsichtbar geblieben sind, werden nicht nur und trotzdem ihre Wirkung sichtbar entfalten. Sondern sie werden im Gegensatz zu sichtbaren (also allen historischen) Revolutionen lediglich Chaos hinterlassen, weil ihnen kein Bild zugrunde liegt, sondern nur das (letztlich feige) Unbehagen des Liberalismus. Der seinen Widersprüchen in sich folgerichtig in eine Revolution gegen die liberale Demokratie mündet. 
Weil irgendein Cromwell der Xte sich gegen das Parlament erhebt und es außer Kraft setzen zu müssen meint. Weil - und das ist des Pudels Kern - eine Legitimität nur vom Absoluten stammen kann. 
Aus einer Pürzel läßt sich aber nie eine Schüssel stricken. 




Nachtrag: Dieses abrufbare Papier (pdf) bietet einen derzeit aktuellen Stand der Sachlage rund um Corona und Covid19. Kurz und bündig gesagt: Es ist vom Standpunkt der Tatsachen aus mit Vernunftgründen nicht nachvollziehbar, WARUM Corona zur weltweiten Pandemiepanik wurde.



Sieht es denn keiner?

Wo sind wir mittlerweile gelandet? Wo unser Handeln außerhalb jeder Vernunft - denn wo wäre noch deren Basis? wo wäre noch deren Verfolgbarkeit im Gehorsam? - steht, und nur noch von "ganz seltsamen" (ach, wir wissen doch, wir können es doch genug analysieren, aber wen interessiert das noch?) Imperativen gesteuert wird, an die sich so viele klammern, als ginge es - und der Leser möge es glauben: ES GEHT! - um ihre Existenz? 

Schaue er sich dieses Video an, das FoxNews veröffentlicht hat. Eine Amateuraufnahme der brutalen Festnahme einer Frau und Mutter von zwei Söhnen, die IM FREIEN und mit mehr als genug Abstand ihren Söhnen zuguckt, und von einer Frau (wen wundert so etwas?!) und einem Polizisten "verhaftet", also niedergeworfen und weggeschleift wird?

Der Moderator hat völlig Recht: KEINER DER MÄNNER, die da zusehen, schreitet ein!

Und wie viele solcher Aufnahmen weil Bilder aus dem Alltag möchte der Leser noch sehen und hören?
Der doch sicher dasselbe erlebt wie der VdZ. Wo durch den Corona-Wahnsinn, den die Politik weltweit, also auch bei uns, INSZENIERT UND INITIIERT hat, jede soziale Struktur niedergerissen wird, uns jeder Lehrling (der VdZ hat genau das erlebt, nicht einmal, sondern VIELE MALE) mit frechem Maul die Kunden im Supermarkt zurechtweist (und dann stehen bleibt, ob man seine Anweisungen befolgt), weil man nicht die Maske nicht trägt, sondern sie NICHT RICHTIG trägt!

Was ist hier noch Gehorsam gegenüber der Obrigkeit? Wahnsinn? Haben wir der Politik in den von ihr verordneten Wahnsinn zu folgen?

Bravo Politik. Bravo Merkel. Bravo Kurz.

Der VdZ muß schließen, sonst würde er verbal endgültig übergriffig. Und das ist Personen, die unter dem Wahnsinn leiden, die noch halbwegs wenigstens Menschen sind, nicht mehr erlaubt. Das ist nur Kurz und Merkel-Adepten erlaubt. Was für ein Dreck, der uns regiert. Wehe einer Gesellschaft, die von solche Dauer-Pubertierenden gelenkt werden. Wehe einer Gesellschaft wie der unsrigen, die sich bewußt und voll willentlich der Gottlosigkeit - denn mit dem Glauben an den Dreifaltigen Gott ist die Ebenbildlichkeit des Menschen impliziert - ihre Zustimmung erteilt hat.

Fluch, Fluch über die Verantwortlichen, spricht Gott. Denn sein ist die Rache. Und was gibt es für eine größere Strafe als die Festnagelung an der Menschen eigenes Wollen? Worin kann eine Kultur, eine Gesellschaft mehr zur Hölle fahren, als durch Erfüllung ihres eigenen Willens?

Wenn es einen Ausweis für den Wahnsinn der Corona-Politik geben könnte, dann erweist er sich mittlerweile im simplen Alltag.

Verhängt von einer Politik, die damit das Wesen des TALISMANS, des Aberglaubens, über das von ihr angeblich verwaltete Volk verhängt hat. Sie möge dort enden, wohin sie sich selbst und ihr Volk treibt. 

Sinnlos noch nach der Kirche - der EINZIGEN Institution einer Gegenstimme! - zu rufen. Sinnlos. Ihre Proponenten (natürlich nicht die Kirche selbst!) sprechen sich heute und in diesen Monaten ihr definitives Urteil. Der Gläubige im durchschnittlichen Alter steht also Menschen gegenüber, die als Autorität auftreten, aber Verdammte sind. 
In der Kirche wie in der Politik. 

***

Nachtrag mit einem tiefen Seufzen. Sind wir Katholiken schon so weit, daß wir besser verbergen wollten, was für den Normalsterblichen sehr mit Recht Wahrnehmungstatsache ist? Daß Papst und Kirche - AUF EINE WEISE! aber eben nur auf die! - zusammengehören?  Sind wir schon zu jener Häresie gezwungen, die Luther so mächtig in die Welt spuckte, zur Trennung von Inhalt und Form, diesem Wesensmerkmal der Revolution?



*140820*

Donnerstag, 1. Oktober 2020

Geschichten aus Sopron und Ödenburg (2)

Aktualisierung vom 30. September 2020: Wie die Tageszeitungen berichten bleiben die Grenzsperren in bzw. nach Ungarn auch im Oktober aufrecht.

Teil 2) Worum es aber wirklich geht


Und man kann es ahnen, denn so viele dieser kleinen Läden haben bereits geschlossen. Das Textilgeschäft vorne am Varkerület gibt es nicht mehr, und so manchen anderen Kleiderladen, die Uhrmacher und Schmuckanbieter haben bereits geschlossen, hier eine Bäckerei, dort ein Schuhladen, ein Café, wieder eines. ... Der immer so freundliche Biohändler ist weg. Auch der ambitionierte Italiener in der Altstadt, bei dem ich vor Jahren das beste Osso Buco meines Lebens gegessen hatte, hat nach den Anfangsjahren, aus denen er freilich nie so richtig herauskam, nun das Handtuch geschmissen.

Gewiß, es war wohl ein Zombieunternehmen, wir wissen es. Und sowas ist ohnehin nur eine Belastung, oder? Jahre des Kampfes sind vorbei, in denen er ein Stammpublikum heranzuziehen suchte. Bürger, Mittelstand (der sich nicht, wie so strohdumm überall etabliert, über "Einkommen", sondern über Freiheitsgrade definiert), die es hier freilich kaum - nicht mehr ebenso wie noch nicht - gibt. Wo ich selber gerne mal mit Gästen hinging, deren kulinarische Ansprüche höher lagen. Denn in allem hielt er ein beeindruckendes Niveau in der Küche. Nun sind die Holzläden zugeschlagen. Ein ganzer nächster Winkel der Stadt ist tot. Wieder, muß man sagen, nämlich wieder wie vor 1989.

Wobei es ebenfalls Merkmal einer fehlenden Mittelschicht ist, daß dem Wirtschaften und Denken die Angemessenheit weil das Wissen, das Mit-Wissen, das Mit-Fühlen und somit das Soziale fehlt. In einer Stadt, in der die größten Immobilienbesitzer - seltsamerweise? - aus den Reihen ehemaliger Kader, Beamter und ... Politiker stammen.

Wußte der Leser, daß einer der größten Immobilienkäufe der letzten Jahre, der Verkauf des größten Hotels, an den Kreis der Familie Orban stattfand? Gewiß ein Zufall in einem der drei vor vier Jahren zur "Zielregion für Tourismus" erhobenen und mit viel Geld aufgepeppelten, also "attraktivierten" Region Soprons. Daraus erwächst dieses Realitätsverständnis, das exorbitante Mieten von Geschäftsleuten in Sopron für richtig hält, wie ich immer wieder in Gesprächen gehört habe.

Da wäre es durchaus interessant reale Zahlen dazu zu sehen, wie hoch die schon früher so exorbitante Verschuldung der Privaten - darunter der Mittelstand - in Ungarn heute ist. Und wie hoch die China-Kredite sind, die Ungarn heute hat, und mit denen das Land vor zehn Jahren angefangen hat, um das Land diesmal aus der Krise zu bringen. Und wie hoch die in einem Jahr sein werden. Pecunia non olet? Naja, wir wissen es besser. Man ist immer in der Hand seiner Gläubiger, und tanzt, ob man will oder nicht, nach deren Pfeife.

Denn wie der Italiener konnte ein Geschäftsmann nach dem anderen dieses Jahr nicht mehr durchstehen. Der Stadt fallen langsam aber sicher die Zähne aus, so wirken die vielen Läden, aus deren leeren Augen Schilder wie "Kiadó" (zu vermieten) oder "Eladó" (zu verkaufen) leuchten. Und angeblich ist es in Mosonmagyárovár, also Wieselburg - Deutsch Altenburg, oder Köszeg, dem alten Güns und auch in Györ, also Raabs, nicht anders.

Ganz Westungarn hat vom und mit dem ehemaligen Um- und Hinterland gelebt, auf das sich jede Stadt wesenhaft bezieht. Und das diese Städte mit der Wende 1989 wieder ein wenig zurückerhalten haben. Noch einmal drei Monate Umsatzausfall verkraften schon deshalb viele dieser Kleinen nicht mehr, denn alle haben sich doch in den letzten dreißig Jahren auf die neue Lage eingestellt, in der mit der Öffnung zu Österreich alle wieder Luft - ihre alte, eigentliche Luft, sozusagen - bekommen haben.

Sind wir denn glücklicher, wenn wir nur noch zur fünfzigtausendsten Filiale von Tesco aus Großbritannien pilgern können, wir unsere Kleider nur noch bei H&M, unsere Bücher nur noch bei Amazon kaufen können? Können. Und die Alternative ist, daß wir nur noch mit emanzipierten Damen im Zweitjob konfrontiert sind, die desinteressiert die Ware über die Scannerkassen ziehen und nervös warten, daß es endlich fünf ist und sie zu Kindern und Mann heimgehen können? Ist das noch Leben?   

Der Tod gehört doch dazu, meinte die Spezialitätenhändlerin, die ausgezeichnet Deutsch spricht und offenbar viel nachdenkt, und sichtlich froh und erleichtert ist, daß wir ähnlich zu denken scheinen, das macht weniger alleine. Sterbe ich an Corona, na dann soll es halt so sein, schiebt sie nach. Gut, wer es für richtig hält, sich zu schützen, kein Problem. Man schützt sich ja auch vor denen, die mit Schnupfen und roter Nase herumlaufen. Wen kümmert's denn anderseits, wenn wir an Grippe sterben, an der ein Vielfaches an Menschen sterben als an diesem Corona-Virus.
Und mit Recht, denn so ist das Leben. Aber es ist eben das. Leben. Und das soll, meint die Händlerin, die seit zwanzig und mehr Jahren ihren Laden betreibt aber jetzt verzweifelt ist, vor allem dem Mittelstand ausgeblasen werden, der stört das Geklüngel um die Welt. 
Überleben können nur die, die vom Staat abhängen, von den Staatsschulden, um genau zu sein, und die sich davon abhängig machen. Die sich immer schon gerne und gut eingenistet haben im Speckbauch der Obrigkeiten. 
Sieht man auf die eigentlichen Wirkungen der Corona-Krise muß man ihr ungeteilt zustimmen. Aber sie werden alle noch einmal schauen, meint sie trotzig, denn wenn es uns nicht mehr gibt, gibt es irgendwann die da auch nicht mehr!
Das alles soll sich in einem Protestaufmarsch Ausdruck verschaffen, den sie für den späteren Nachmittag des kommenden Samstages am Hauptplatz, vor dem Rathaus, ankündigt. An dem sie zwar - wegen einer Hochzeit - nicht persönlich teilnehmen kann, den sie aber voll unterstützt. 
Das Leben geht eben auch anderswo weiter. Das macht doch auch ruhig, und freilich, wir sollten es nicht vergessen.
Im Schmuckladen zwei Straßen weiter suchen wir eigentlich nur einen kleinen Verschluß, der den alten, verloren gegangenen am Ohrgehänge der Frau ersetzen kann. Und wir finden tatsächlich einen, zum Preis von ein paar Pfennigen. Aber ich lasse mir dann auch die herrliche silberne Uhr aus der Vitrine reichen und genau erklären. Sie ist schön, und ein Uhrmacher der Stadt (er hat mir schon früher eine Uhr perfekt restauriert) hat sie so fein in Ordnung gebracht, daß sogar ein Jahr Garantie geboten wird. Ich werde sie vermutlich kaufen. Wer sollte es sonst? Es kommt ja niemand sonst mehr in die Stadt!

Aber wir brauchen einander. Wir alle. Und es kommt auf jeden an. Was eine Gesellschaft zusammenhält, die in ihrer Tätigkeit einmal und zuerst als Kultgemeinschaft, dann aber gleich als Wirtschaft bezeichnet wird, ist nämlich die Gabe, der die Gegengabe folgt. Nicht die Mentalität des "catch as catch can", mit der einer den anderen belauert und nur auf den Moment wartet, zu dem er zuschlagen kann.
Was Wirtschaftsidioten als "Preisbildung" und "Markt" bezeichnen, ist in Wahrheit genau umgekehrt. Jene beschreiben also nur den Zustand einer bereits gebrochenen Gesellschaft aus Gier und Angst und Skrupellosigkeit. Wer aber bedarf, der verdient noch besser, noch billiger bedient zu werden als der, der ohnehin hat. 
Was nämlich eine Gemeinschaft von einer Raubrittergesellschaft unterscheidet, ist genau das: Die Moral der wechselseitigen Verbindlichkeit, in der jeder letztlich sogar mehr zu geben versucht, als er nimmt oder sogar nehmen "muß", um den anderen nicht zu verletzen, und aus dem Gefüge hinauszustoßen. Aus Liebe, aus Wohlwollen, aus ethischer, moralischer Verpflichtung, und nicht zuletzt aus Vernunft. 
Vor allem aber aus einem Grund. Es ist der Grund, der das Abendland so wohlhabend gemacht hat. Richtig, es ist dieser Grund, nicht der des Raffens und der Cleverness und der Bedarfsausnützung. Es ist der Geist des Dienens, der das Abendland von allen übrigen Kulturversuchen so maßgeblich unterscheidet. Der aus der Haltung und dem Wissen geboren ist, daß der Lohn - nicht nur den Christen - in der Ewigkeit ausgezahlt wird. Nicht am Monatsende.
Dadurch wird eine Gesellschaft lebenswert, und dadurch wird eine Stadt wie Ödenburg - Sopron lebenswert. Oder sie stirbt. Auch wenn sie später wieder als Disneyworld weiter existieren sollte. Die dann erst - aber dann wirklich - von Zombieunternehmen charakterisiert wird. Wer also das Leben dermaßen zusammenschlägt, wie es derzeit und im gesamten heurigen Jahr bereits weltweit erfolgt, ist ein Mörder.



*030920*