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Samstag, 11. Dezember 2010

Schwarz auf weiß

Man hätte es ja gerne unter Verschluß gehalten, was eine Studie einer von der EU eingesetzten Kommission nun zu Tage brachte. Aber holländische Medien haben die Veröffentlichung der Ergebnisse erzwungen. Und damit ist auch klar, warum die Ergebnisse der Untersuchung unter dem Tisch bleiben hätten sollen, wäre es nach dem Willen der Regierungen gegangen. Ausgearbeitet wurde sie ja angeblich bereits vor sieben Monaten, im schönen Mai. Und sie hat vor allem den Fall Griechenland konkret untersucht.

Denn die Studie brachte - nein, sieh einer an! -  das Ergebnis, daß es NICHT die Kreditausfallsversicherungen (CDS - Credit Default Swaps), waren, nicht die Spekulanten, die die Krise auf den Finanzmärkten ausgelöst hätten, wie das Gerücht immer noch läuft, berichtet die NZZ,

In ihrem Bericht legt die Arbeitsgruppe dar, dass der Markt für CDS auf Staatsanleihen volumenmässig überschaubar und im Vergleich mit dem Markt für Staatsanleihen klein ist. Schon deshalb sei der Einfluss von Preisentwicklungen von CDS auf die Staatsanleihen begrenzt. Auch spiegelten die Preise der CDS und der Staatsanleihen grundsätzlich die massgebenden fundamentalen Faktoren wie (Neu-)Verschuldung und Leistungsbilanzdefizite korrekt.

In Bezug auf die Kernfrage, wie die CDS-Märkte mit den Staatsanleihen-Märkten interagieren, ist die Analyse der Kommission ebenfalls klar. So seien einerseits die Risikoaufschläge auf CDS im Vergleich mit den Aufschlägen auf Staatsanleihen tief geblieben, und andererseits hätten sich die Märkte für CDS und Staatsanleihen diesbezüglich mehr oder weniger im Gleichschritt bewegt. Entsprechend könne nicht auf eine eindeutige Wechselwirkung zwischen CDS- und Staatsanleihenmärkten geschlossen werden.

Es waren ganz einfache Tatsachen: der Vertrauensverlust in Staaten, die pausenlos Gelder am Markt aufnehmen, in Form von Anleihen (die dann, potzdautz, gegen Wertverlust durch gefinkelte Hebelkonstruktionen versichert werden) die weil die immanente Inflation von den Anlegern mehr und mehr mit bewertet wird, ins Bodenlose fallen würden. Folge? Die Regierungen könnten keine Gelder mehr aufnehmen, ihr fahrlässiges, wenn nicht betrügerisches Spiel (wenn Regierungen z. B. Garantien auf Wertstabilität von Anleihen gewähren, also doppelt den Steuerzahler in die Pflicht nehmen, um kurzfristig weiter Geld zu erhalten) wäre zu Ende.

So aber, hat die Untersuchung ergeben, haben die Spekulationen auf den Wertverlust sogar ergeben, daß die Kurse der Anleihen stabiler blieben! Warum? Weil nicht "Verkaufen!" die einzige Lösung blieb, sobald man merkte, daß ein Staat schlecht wirtschaftete, sondern es immer noch Nachfrage nach den Papieren gab, die Kurse also länger stabil blieben.

Na da brat mir einer einen Storch. Das stand ja hier längst zu lesen? Sind diese verflixten reichen Spekulanten nicht einmal für die Staatsbankrotte zuständig? Wofür sind sie denn dann gut?!

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