Dieses Blog durchsuchen

Samstag, 21. April 2018

Ein Puzzlestein des Möglichen (2)

Teil 2) Rudolf Hess wollte Frieden schließen - Churchill wollte aber den Krieg.  





Einen Krieg, der als europäischer Krieg für Churchill nicht, sondern nur als Weltkrieg zu gewinnen war. Also riß er die Welt in diesen Krieg, denn im Grunde hatte Deutschland den 1939 begonnenen Krieg um Europa im Mai 1941 gewonnen.

Natürlich mußten damals deutsche Friedensversuche während und nach dem Krieg streng geheim bleiben. Bis heute sind deshalb viele Akten zum "Fall Hess" unter Verschluß. War es auch die Tatsache, daß nach einer Freilassung von Rudolf Hess - den man in Spandau bis 1987 unter strengstem Verschluß hielt - diese wahre Motivation Churchills an die Öffentlichkeit gelangen würde, sobald der letzte "große Nazi" aus der Haft entlassen wurde, ehe der sich dann einen Monat vor der erwarteten, von Gorbatschow angekündigten Freilassung "selbst erhängte"? Um Humanitätsgedanken kann es Churchill nicht gegangen sein. 

Vielmehr hat sich der englische Vernichtungswille gegen Deutschland nicht anders verwirklichen lassen, könnte man wohlbegründet meinen. Selbst der Umstand, daß Deutschland in dutzenden (!) Initiativen bis Mai 1941 einen Frieden anbot, der England alle, ja angesichts der damals desaströsen militärischen Lage nie erwartbare Zugeständnisse machte, so daß jeder Kriegsgrund für die Briten wegfiel. Alle späteren Gründe eines angeblichen Kampfes um Menschlichkeit, dessentwegen die totale Vernichtung des nationalsozialistischen Regimes notwendig gewesen wäre, wurden nachgeliefert. 

Es ging um die politische und wirtschaftliche Vorherrschaft, die den Briten seit dem späten 19. Jahrhundert ein Dorn im Auge waren. Es ging um die Vernichtung Deutschlands, nicht um die Beseitigung des Nazismus, das belegen auch zahlreiche andere Tatsachen. Ja, so verbissen verfolgte Churchill dieses Ziel, daß er auch die Zerstörung des Empires in Kauf nahm, die eine logische Folge des Hereinziehens der USA in den Krieg war. Dieses Ziel war 1918 nicht endgültig genug gelungen, rascher als alle gedacht hatten, hat sich Deutschland wieder erholt, und wurde im Rennen um die ideologische, pseudologische, zweitwirkliche Gründung einer universalistischen Identität, von Staat und Nation zum übermächtigen Gegner im Technizismus der Moderne.

Daß Rudolf Hess Selbstmord begangen hat, wie die offizielle Version lautet, ist fast auszuschließen. Zu viel spricht dagegen, Hess war körperlich nicht mehr dazu in der Lage, und schon gar nicht mit dem Stromkabel, mit dem er die Selbsttötung angeblich vollzogen hat. Die Sonderbarkeiten um seinen Tod sind zu deutlich, der Autopsiebefund ist eindeutig.







Morgen Teil 3) Eine Sicht, die man ergänzend beleuchtend dazuhalten sollte





*110418*

Filmempfehlung

Was den Film "The Death of Stalin" (Der Tod Stalins) so sehenswert macht ist nicht seine Ironie oder gar sein Zynismus, sein "Humor", mit dem er den Schrecken des Kommunismus behandelt. Der so realistisch scheint, weil sich mit allem deckt, was Theorie und menschenerfahrener Praxis einfach zusammenstimmen läßt. 

Es ist auch nicht die überzeugende schauspielerische Leistung sämtlicher Darsteller, die für die Wirklichkeitsnähe des Regisseurs und natürlich vor allem des Drehbuchs spricht. Denn ein Schauspieler kann nur gut "spielen", was wahr ist, wo er keine Lücken im Drehbuch füllen muß, die der Regisseur fühlt und ihm deshalb aufs Auge drückt, oder wo der Regisseur geistesverstört eine irreale Interpretation möchte (und das sind oft die "berühmtesten", dazu kein weiteres Wort mehr).

Was "The Death of Stalin" so überzeugend macht ist, daß er das Wesen der Hölle so überzeugend darstellt. Wo nämlich die Abwesenheit der Vernunft - und das ist Hölle - nichts im Leben mehr berechenbar macht.  Wo die Position des einzelnen Mächtigen umso mehr zählt, als er einzig dazu in der Lage ist, Berechenbarkeiten zu schaffen, weil alles von ihm und seiner Willkür abhängt. Nur darauf kann sich deshalb Sicherheit beziehen, auf die Person, weder auf seine Inhalte, noch auf seine Willensbekundigungen, die von Minute zu Minute wechseln können, sondern auf seinen Willen überhaupt. 

Die Menschen machen ja gerne den Fehler - je mehr sie von Realität keine Ahnung haben umso mehr - daß sie dem Willen und Wollen eines Menschen Rationalität unterlegen, die es gar nicht gibt. Die ganze Geschichtswissenschaft scheint von diesem Versuch oft wie von einem Todesvirus durchseucht, gerade heute.  Deshalb kann man sich ja der Wirklichkeit in furchtbaren, vernunftfernen Zeiten oft gar nicht anders nähern als durch Ironie, Satire, Humor. Die Gegenwart, aber bereits die Geschichte des 20. Jahrhunderts, ist somit je gegenwartsnäher desto mehr nur noch durch absurden Humor realitätsgerecht zu behandeln. Bis sie im, heutigen Menschen überhaupt, völlig in der Lächerlichkeit versinkt.

Der Film zeigt genau das. Und diese Schonungslosigkeit ist hoch zu preisen. "The Death of Stalin" vermeidet bewundernswert jede falsche Ernsthaftigkeit, in der die Zeit des Kommunismus zu behandeln meistens versucht, aber ja gar nicht möglich ist, weil der Mensch sich das wahre Wesen des Sozialismus/Kommunismus gar nicht vorstellen kann, und sei er mit noch so vielen Details überfüttert. Denn im Kommunismus ist alles "Denken" fragmentarisch, steht für sich. Nur deshalb hat er ja noch heute so viele (sic!) Bewunderer, weil es so viele Menschen gibt, die vom Wirklichen als einem Einen, Zusammenlaufenden, zutiefst vom Logischen, widerspruchsfreien Durchdrungenen keine Ahnung haben, es nämlich nicht kennen. Gottferne im Blick ist seit je und heute das wahre, ja das einzige Menschheitsproblem.










*130418*

Freitag, 20. April 2018

Ein Puzzlestein des Möglichen (1)

Vorbemerkung: Es ist in der Geschichtsschreibung eine interessante Rückkehr zu einer Position zu bemerken, die sich in erster Linie auf vorliegende Dokumente bezieht und die Position aufgibt, daß Geschichte nur durch ein letztlich nicht sichtbares, durch Tatsache freilich gestütztes Wirklichkeitsbild verstehbar ist. Die - vereinfacht gesagt - Gegenwartserfahrung und Menschenkenntnis des Historikers ebenso bedeutend macht, wie die Kenntnis reiner Tatsachen. Und dieser Sichtweise hängt auch der VdZ an. Er sieht es deshalb mit großer Zurückhaltung, wenn er sieht, daß auch die Zeit des Nationalsozialismus - die zweifellos bis heute weitgehend falsch, als Ergebnis einer Propaganda der Sieger zu sehen ist, wobei: Sie ist falsch wegen der Gesamtwirklichkeit, die sie implementiert! - zwar in vielerlei Bemühen neu zu bewerten versucht wird, was er wie gesagt ebenso für notwendig hält, wenn sich diese Sichtweisen so sehr auf Dokumente stützt wie es in den Neudeutungen zum "Fall Rudolf Hess" geschieht.

Dessen These grob gesagt so lautet, daß der "Fall Hess" ein Beweis dafür ist, daß Hitler und Deutschland großen Friedenswillen (schon vor dem Krieg, auch dazu gibt es sinngemäß Ähnliches zu sagen) an den Tag legten, und ihre Vorschläge auch ganz ernst meinten, daß es aber Churchill und England war, das den Krieg als gezielte Ausschaltung kontinentaler Mächte anstrebten und deshalb jede Friedensinitiative aus Deutschland abschmetterten. Das sei der Grund, warum stets sämtliche Bemühungen, Licht in die Sache zu bringen, sie an die Öffentlichkeit zu bringen, von englischer Seite her hintertrieben und sogar bekämpft wurden. 

Es gibt viel das dafür spricht, das sieht auch der VdZ so. Aber mehr für Churchills Absichten als auf die von Hitler (von einzelnen Personen abgesehen, die vielfach aber auch Hitler nicht richtig einschätzten, eben zu "wörtlich" nahmen, sogar manchmal, weil sie von einer Höhe der Personskultur herkamen, die man Hitler einfach nicht zuschreiben kann). Der VdZ neigt nach wie vor eher zu der Ansicht, daß Churchill zwar ein "böser Bube" in dem Spiel war, daß für ihn Hitler (und einigen anderen aus seinem Umfeld) aber ein gefundenes Fressen war. Mit dem er leicht Katz und Maus spielen konnte. 

Weil der vor allem viel viel weniger rational und stringent agierte, als man ihm posthoc allzu oft unterschiebt. (Und das tut übrigens die Linke weit mehr als die Rechte.) So, wie man sich generell menschliches Handeln (vor allem rückwirkend) gerne als viel zu bewußt von einem einheitlichen Sinngedanken gesteuert vorstellt. Die Rolle des Irrationalen beim Menschen und damit auch bei historischen und politischen Figuren wird heute fatal, sehr fatal unterschätzt. 

Anderes anzunehmen widerspricht jeder menschlichen Erfahrung, es träfe höchstens, allerhöchstens bei großen Heiligen zu, traf ganz sicher aber bei Jesus Christus, dem Sohn Gottes, zu. Und das war Hitler ja nicht gerade - aber, und das macht das Ganze durchaus aus dieser Warte interessant, der sich als so etwas Ähnliches sah, und von manchen gar so gesehen wurde. Ein sehr starker Sog zum puren Wirklichkeitsverlust, ein vor allem äußerst schlechter Berater für Realpolitik. Und im "Fall Hess", wenn es denn ein "Fall Hess" ist, geht es um Realpolitik.

Wie gesagt - ein leichtes Spiel für jeden, der damit umgehen kann und seine Interessen in Europa relativ klar definiert hatte. Wie Winston Churchill. Denn im historischen Zueinander von Parteiungen ist schon die im Vorteil, die ein begrenztes Ziel klar und widerspruchsfrei verfolgt, selbst wenn es im Großen Unfug ist. England wollte (weil nicht einmal ganz zu Unrecht - der Leser kennt zwischenzeitlich vielleicht die Sichtweise des VdZ zur in seinen Augen problematischen Gründung des heute als solches bekannten "Deutschland" - meinte zu müssen) seine Vormachtstellung in Europa zurückholen, indem es den Kontinent schwächte, und was im Ersten Weltkrieg nicht gelang, sollte nun gelingen. Und die Karten standen von Anfang an nicht schlecht. Und der prinzipielle Fehler lag von Anfang an bei Deutschland, und dann bei Hitler.

Einmal, weil die reale strategische, politische Situation Deutschlands nach 1871 sowieso schwierig und zwiegespalten war, und Kräften ausgesetzt war, inneren Schubrichtungen sozusagen, die mit den Mitteln der Politik als "Kutscher" nicht zu bändigen sein würden. Knapp und klar: Deutschlands rasante Entwicklung zur Moderne stellte das Land vor eine Machtfrage, der zwar alle auszuweichen suchten, die aber notwendig militärische Konsequenzen für Europa und die Welt haben mußte. In dieser Kontinuität muß man diesen Staat sogar bis heute sehen.

Und dann, weil Churchill es geschickt verstand, die teils recht verquere, verfehlte Wirklichkeitssicht Hitlers zu benützen, ja direkt zur Eskalation zu treiben, um eigene strategische Absichten umzusetzen. Die nicht einmal als ident mit denen Englands als Großbritannien waren, denn Churchill riß - auch er also in "Samson-Strategie" - England in den Zerfall seines Empires, und bereitete dem Aufstieg Amerikas als neuer Weltmacht Nummer Eins alle Wege. Vergessen wir dabei nicht, daß es immer englische Interessen waren (in Europa wie in Asien), die bedroht waren, und die die USA als Büttel Churchills letztlich "verteidigten".

Ob und wie weit Hitler jemals ernsthaft an Frieden dachte, schon gar im Mai 1941, ohne ihn als nützliches Vehikel für andere politische und militärische Absichten zu sehen - die Lage Deutschlands als rohstoffarmes, wenig tiefes Land in der Mitte des Kontinents machte es immer (!) zur Pflicht, einen Mehrfrontenkrieg zu vermeiden und auf Angriff eher denn auf das Zuwarten zu einer kaum mehr möglichen effektiven Verteidigung zu setzen, und das war ganz sicher auch Hitler bewußt -  wagt der VdZ nicht zu sagen. Zumal es nicht immer leicht ist, aus dem bekannten historischen Geschehen jene Überlagerungen aus einer (was wir nicht vergessen sollten!) keineswegs so ausgegorenen, stringenten Ideologie abzusondern, die den eigentlichen Strom der Geschichte Deutschlands als Staat noch deutlich erkennbar machen, der aber vermutlich an die 90 Prozent der deutschen Politik völlig unabhängig davon macht, wer gerade am Ruder saß und sitzt. 

Sprich: Was im Zweiten Weltkrieg passierte wäre zu großen Teilen auch ohne Hitler passiert. Schon gar weil - und das muß endlich einmal gesagt werden - das, was sich in Deutschland abspielte, nur eine Facette eines gesamteuropäischen Geschehens war!  Und das war ein Geschehen des Niedergangs einer Kultur, vergessen wir doch das nicht! Einer Kultur, die in der Moderne und allerspätestens seit der Aufklärung den Geruch der Pestilenz angenommen hatte, und zwar in ganz Europa samt den USA. Das wurde nach dem Ersten Weltkrieg so manchen klar, und so läßt sich in Europa nur in zwei Lager unterscheiden: Das eine, das ein Zurück zu den Wurzeln der Kultur wollte, was sich vor allem in den katholischesten Ländern zeigte, und das andere, das die abendländischen Wurzeln höchstens benützen und ansonsten mit fliegenden Fahnen endgültig in die Moderne springen wollte.

Aber wie und wieweit wäre alles auch ohne Hitler so gekommen, wie es kam ...? Wir wissen es nicht. Wir können nur mutmaßen, Thesen aufstellen, die hier plausibel, dort weniger plausibel sind. Aber wir sollten uns hüten, uns zu sehr auf Dokumente zu stützen, um Thesen zu formulieren. Und nie jenen Gesamthorizont des Menschlichen in seinem Schicksal vor Gott außer Acht lassen, der erst möglich macht, jene Grundgestalten zu sehen, die in der konkreten Geschichte oft gar nicht so deutlich zum Vorschein kommen, weil konkretes Geschehen immer eine weniger oder mehr (oft mehr!) von Zufälligkeiten verunreinigte Gemengelage ist. Nehmen wir also diese beiden nun folgenden Teile der Geschichte um Rudolf Hess und Deutschland im Mai 1941 so, wie man generell historische Deutungsversuche sehen wollte: Als oft nicht auszuschließende Möglichkeiten. Indem wir unsere Weltsichten (je mehr sie sich mit Tatsachen befassen, umso mehr) nicht ganz so ernst nehmen, sondern als gewisses Spiel von Möglichem. Hüten wir uns damit auch hier, so manches als "Gewißheiten" zu sehen. Gewißheiten, wie wir sie nur in geoffenbarten Glaubenswahrheiten haben.


Morgen Teil 2) Rudolf Hess wollte Frieden schließen - Churchill wollte aber den Krieg. 






*160418*

Aus der Abteilung "Gestaltlesen"

"Bei Freunden. Der Sohn, 22, kommt ins Zimmer, abgekämpft, glücklich. Gerade haben er und seine Mannschaft in letzter Sekunde ein Hockeyspiel gewonnen. Man spürt noch die Ekstase, den Jubel, die Lust an Wettkampf und Sieg. Freundliches Hallo, kurzer Bericht über Spiel und Triumph, dann entschuldigt er sich: Er müsse sich auf die morgige Vorlesung vorbereiten. Die Frage seiner Mutter, was aus dem hübschen Mädchen geworden sei, mit dem sie ihn kürzlich in der Stadt getroffen habe, beantwortet er schon im Gehen: „Sie wollte mit mir Germany’s Next Top-Modell sehen. Das war’s dann!“ Ein kluger Mann.

Tatsächlich gab es schon zu meiner Studienzeit einen Katalog frauenspezifischer Warnschilder, die jeden, der bei Sinnen war, sofort das Weite suchen ließen: Stofftiere. Exzentrisch gefärbte Haare. Psycholektüre. Ob auch Katzen dazuzurechnen seien, war beliebtes Thema beim sonntäglichen Kick. Die meisten hielten Katzen für den Ausdruck der soziopathischen Einstellung ihrer Besitzerinnen: Alles vom Versorger erwarten, nämlich Ansprache, Futter, Streicheleinheiten und Beseitigung des Drecks; aber nichts zurückgeben und immer auf Unabhängigkeit pochen. Heute gibt es, wie eben GNTM, noch weitere Gefahrgut-Zeichen. Dass viele Frauen keinen Partner finden, ist wenig überraschend.

Eben darüber hat die Amerikanerin Helen Smith ein Buch geschrieben. „Männerstreik“ (Edition Sonderwege) geht der Frage nach, warum siebzig Prozent der amerikanischen, sechzig Prozent der deutschen Männer im heiratsfähigen Alter nicht mehr bereit sind, den Katzenvater zu geben. 

Schon in der Ausbildung, so die Entwicklung in den USA, verabschiedeten sich viele Männer von höheren Ambitionen. Und das nicht aus intellektuellen Gründen, wie oft behauptet. Vielmehr würden sich auch Hochbegabte von College und Universität abwenden, weil sie die dortige Mischung aus Diskriminierungshysterie, Gender-Gefasel und feministisch manipulierten Leistungsprüfungen abstoße. 

Für Männer, die sich messen und besser sein wollten als ihre Konkurrenten, sei die heutige Universität längst ein lebensfeindliches Biotop; und der dort vorherrschende Frauentypus unter Aspekten der Familiengründung keine Verlockung. 

Anders als viele Akademikerinnen meinen, wirken intellektuelle Selbstüberschätzung, Veganismus plus Hypermoral nicht gerade anziehend. Warum also einen hochkompetitiven Job als Anwalt, Manager oder Broker anstreben, warum siebzig Stunden und mehr pro Woche arbeiten, wenn der Lohn im Permanenz-Gejammer der Ehefrau liegt, die sich selbst als zu qualifiziert betrachtet, um ‚nur’ Kinder aufzuziehen? Nicht wenige Amerikaner würden daher der College-Ausbildung Lebwohl sagen und sich Handwerksberufen zuwenden – einem der letzten Refugien des reinen Leistungsgedankens."


Von der immer wieder lesenswerten Homepage des Berliner AfD-Sprechers Dr. Nicolaus Fest





*290318*

Donnerstag, 19. April 2018

Ein reines PR-Spektakel (2)


Teil 2) Aber wen kümmert angesichts Photos leidender Kinder
 noch eine klare Völkerrechtsverletzung?
+ Das Video




Ein Abwarten des UN-Untersuchungsberichts ist da angesichts der Photos von leidenden Kindern Zeitverschwendung, weil die "offensichtliche" Not sofortiges Handeln gebietet. Die Weltöffentlichkeit mußte nämlich glauben, daß die Welt am Rande eines Abgrunds steht, der durch energisches US-Handeln abgewendet wurde. Das klingt also fast nach "Zipfelspielen unter Pubertierenden", wie es in "Rossini" einmal heißt.

An eine "humanitäre Mission" glaubt aber sowieso niemand wirklich. Nur PR-Fachleute glauben, daß sie den Menschen ALLES einreden können. Glaubten sie etwas anderes, wäre das geschäftsschädigend. Wenn es den Amerikanern aber wirklich um die Kinder in Syrien gehen würde - warum unterstützt man dann im eigenen Land Planned Parenthood mit Millionen Abtreibungen, und da wäre nicht einmal Krieg das Risiko?

Also wurden die Angriffe auf Syrien ein sattes PR-Theater ohne jeden militärischen Wert. Warum hätte Rußland da eingreifen sollen? Wieder einmal aber hat sich Donald Trump durch seine Unbeherrschtheit, zu der die desaströsen social media wie Twitter einladen, selber dem Druck des Machismo-Bluffers ausgesetzt, und seine nach dem Angriff erfolgten Äußerungen erhärten, was Jones hier sagt: Trump wollte beweisen, was die USA weiterhin alles besser als die Russen können, und sprach nun auch von wunderbaren neuen Waffen, die Amerika hätte ...

Das ist doch einen klaren Völkerrechtsbruch, wie es dieser Angriff war, allemal wert, oder?

Somit hatte der Angriff neben der im Affekt selbst erzwungenen post hoc-Bestätigung des Präsidenten nur den Effekt einer Protz-Pose. Militärisch wie politisch hat sich hingegen nicht nur nichts verändert, sondern zum Gegenteil. Die USA anerkennen mit dieser Aktion, die eine Koordination mit Rußland notwendig machte, sogar ausdrücklich den Status quo von vor einem Jahr, sagt E. Michael Jones. Und dieser Status ist, daß die USA in Syrien verloren haben.








*Man denke nur an das Ende der Ritter im späten Mittelalter, die den neuen Waffen und Kampftechniken gegenüber wehrlos waren. Erstmals in der neueren europäischen Geschichte haben das übrigens die Habsburger in der Schlacht von Morgarten 1315 gegen die Schweizer katastrophisch erfahren. Seit diesem unfairen, ehrlosen, nach heutiger Terminologie: asymmetrischen Krieg, an dessen Ende zweihundert (die Schweizer Legende spricht von zweitausend, aber dafür gibt es keinerlei historische oder gar archäologische Belege, und das ist in Kenntnis damaliger Kriegsführung auch sehr unwahrscheinlich; ein "gros folk" wie österreichische Chroniken aus 1335 berichten, sind auch für damalige Verhältnisse zweihundert Ritter, weil zweihundert Edelleute, also quasi eine ganze Führungsschichte des damaligen Landes Österreich) schwer ausgerüstete, früher unbesiegbare Ritter erschlagen (nein, von feiger, flexibel geführter Lanze und unehrenhafter, fernwirkender Armbrust ermordet) am Felde lagen, haben die Eidgenossenschaften nicht mehr zum Kaiserreich gehört, aber das ist ein anderes Kapitel. 

Berichte, die von zweitausend (oder gar neuntausend) berittenen Edelleuten (vielfach aus dem Rheinland) erzählen, sind eher unglaubwürdig. Für die damalige Zeit waren fünftausend oder sechstausend Ritter bereits eine Weltschlacht, wie etwa in Crezy 1346, wo am Ende belegt eintausendfünfhundertzweiundvierzig Ritter in ihrem Blut lagen.  Oder gar an 1415 und die Schlacht bei Azincourt, wieder zwischen denselben Ländern, die die Zukunft Europas endgültig entschied, weil die Engländer Langbögen, (nicht-adelige) Infanterie, Kanonen und damit effektive Distanzwaffen hatten. Zahlen sind wenig wichtig, weil man früher wenig Wert auf "Fakten" legte, sondern die Wirklichkeit an sich sah und erzählte. Also auch Zahlen nur als Ausdruck von Wirkmächtigkeiten verstand. Und ist so eine eigentlich ... soll man sagen: liebens-, zumindest achtenswerte ... Haltung nicht noch in der heutigen PR, oder wie erst in Donald Trump zu beobachten?

Eine nächste Wende haben dann Napoleons "Soldatenhorden" gebracht, der eine nächste Steigerung selber sehr schmerzhaft in Spanien - dem ersten Guerillakrieg der Neuzeit - erfuhr. Da erst tauchen ganze Völker, da erst tauchen Hunderttausende und Millionen auf. 1866 in Königgrätz waren schon insgesamt vierhunderttausend Soldaten beteiligt, auf beiden Seiten zusammen, mit klarem Übergewicht Österreichs, denen gut 22.000 Sachsen beistanden. Aber auch hier entschied zumindest zum Teil eine neue Technik eine historisch weitreichende Situation: Das Zündnadelgewehr der Preußen. Das zwar weniger weit und auf Distanz weit weniger genau traf, aber dem Schützen erlaubte, liegend nachzuladen. Während die viel zielgenaueren Vorderlader der Österreicher nur stehend oder knieend geladen werden konnten, der Schütze aber exponierter blieb. Was furchtbar höhere Verluste brachte.

Schlachtentscheidend war schließlich nicht aber das Zündnadelgewehr der Preußen, wie die Legende sagt. Der Oberbefehlshaber der Österreicher, General Benedek, kannte dessen Wirkung, und hatte ihr durch Geländewahl - Wald, Hügel - klug entgegengewirkt. Schlachtentscheidend war der Eigenwille der ungarischen Truppen unter Graf Festetics im Nordteil, die in der Euphorie eines zur späten Mittagszeit scheinbar schon gewissen Sieges eigenwillig und gegen alle Befehle Benedeks einen verlustreichen, wenn auch nicht ganz erfolglosen Angriff starteten, so aber die Westflanke aufrissen. 

In welche Lücke, die (wie üblich, will man schon fast sagen, zumindest nach Waterloo) verspätet eintreffende zweite Armee der Preußen stieß. Die den rechten Flügel isolierte und sogar die Gefahr der Umgehung und Einschließung der gesamten österreichischen Armeen bedeutete. Die sich somit zurückziehen mußten, so daß bis zum späten Nachmittag alles in diesem fatalen Bruderkrieg klar war, weil die Wege für die Preußen bis Wien offen waren. Bis kurz davor sie den österreichischen Truppen auch nachsetzten. Kaiser Franz Josef war da längst schon zu allem "Frieden" bereit. Aus Preußen wurde somit das kleindeutsche Deutschland, das zwanzig Millionen (österreichische) Deutsche gegen den Willen der meisten deutschen Könige und Fürsten ausschloß.

Seit Napoleon ist Krieg endgültig ein Volksschrecken weil angebliches Volksanliegen, und seither - nicht seit dem Dreißigjährigen Krieg, dessen landzerstörerische Wirkung hatte andere Gründe - ist Krieg tendenziell asymmetrisch, und heute überhaupt. 

Ja, Österreichs Verteidigungsdoktrine nach 1945, speziell aber nach 1975 stellte angesichts der hoffnungslosen Unterlegenheit gegen potentielle Großmacht-Aggressoren direkt auf einen asymmetrischen Krieg ab. Sogar die Bewaffnung der gemeinen Soldaten mit dem beachtlich leistungsfähigen StG77 (auch der VdZ wurde daran ausgebildet), einem kurzläufigen Schnellschuß- und Präzisionsgewehr, das die amerikanischen Restbestände von langläufigen, auf große Distanz zwar präziseren, aber in der lokalen Realität kaum nützlichen Infanteriewaffen endlich ablöste, und mehrfach modifiziert noch heute in Gebrauch ist, samt der (gedachten) Ausbildung der Soldaten zielte auf eine Art "Partisanenkampf" ab. 

Dazu kamen die selbst entwickelten geländegängigen Transportwagen, samt den zwar immer schon überalterten (sogar vor fünfzig Jahren schon gebraucht gekauften), aber für den Zweck sehr tauglichen, extrem niedrigfliegenden Saab-Kampfbombern, die in den Gebirgslandschaften Österreichs jedem hochmodernen Überschalljäger überlegen blieben. Denn in großen Feldschlachten war mit Sicherheit kein Blumentopf zu gewinnen. In der offenen, ebenen Landschaft (die es nur an wenigen Stellen Österreichs gibt) blieb nur Sabotage an den Bewegungslinien eines potentiellen Feindes. 

Den man sowieso nur im Osten und im Süden - im Kommunismus also - annahm, auch wenn man das nie offiziell zugab. Und deshalb im Sinne der Neutralitätsbekenntnisse auch ab und zu ein Manöver in Tirol absolvierte, gar in Innsbruck einen Fliegerhorst unterhielt. Bei einer Überflugdauer Deutschland-Italien von zwei Minuten durch NATO-Flugzeuge gewiß ein lächerliches Lippenbekenntnis. 

Zumindest die Donau entlang hatte die Verteidigung aber immerhin etwas von "Samson-Taktik", wie ein hoher (und wohltuend tief-konservativer) Stabsoffizier dem VdZ vor dreißig Jahren in einem langen abendlichen Kamingespräch überzeugend auseinanderlegte. Der Feind - Rußland, bestenfalls noch Jugoslawien - mußte am unzweifelhaft in allerhöchstens drei Tagen gelingenden Durchmarsch (Österreich war an sich ja kein lohnenswertes Ziel) an die deutsche Staatsgrenze so große materielle Verluste erleiden, so lange aufgehalten werden, bis sich die NATO-Armeen in Bayern zu einem Verteidigungsgürtel umgruppiert hatten. 

Spannend, unvergeßlich, wie der Oberst vom Stab damals die jeweils halbstundenlang anhaltende Verzögerungswirkung eines mit ganz simplen Mitteln auf einer Landstraße durch Kettentreffer bewegungsunfähig geschossenen Panzers schilderte. Asymmetrische Kriegsführung. Und das unter unberechenbarem Beschuß, denn man hatte in diesem Nordteil Österreichs über tausend kanonenbewehrte "Igelstellungen" im Wald, in der Landschaft gut getarnt, errichtet. Jeder simple Heustadel, jeder Hügel konnte sich als Panzerabwehrstellung entpuppen. Diese Drohung allein hieß eine andere, verzögerte Vorgangsweise mit ständigem Absichern. Und Landstraßen von Ost nach West gibt es in Österreich nicht viele. (Angeblich aber waren die Lagepläne größtenteils längst an die Sowjets verraten worden, wie man Zeitungsnotizen von damals entnehmen konnte, die aber nur kurz zu lesen standen. 

Ob man es glaubt oder nicht, Wien war im Kalten Krieg (und ist noch heute) eine Hochburg der Ost-West-Spionage, mit mindestens siebentausend aktiven (Emil Bobi in "Die Schattenstadt"), heute freilich global agierenden Spionen. Und folgt man den Schilderungen von Markus Wolf, dem ehemaligen Geheimdienstchef der DDR, gab es nur wenige Kilometer von Wien, in Sopron, eine regelrechte "Schleuse" beider Systeme. In Sopron-Ödenburg mit seinen heute fünfundsechzigtausend Einwohnern wohnten damals hunderte (sic!) Ostagenten. Sie genießen heute ebendort ihre Pension. Sie bewohnten mit ihren Familien wie eine eigene, geschlossene Gesellschaft einen ganzen Plattenbau-Stadtteil, der für sie errichtet worden war. 

Der VdZ wohnt ja in dieser Stadt, die bis zur Wende nur mit besonderer Zugangsberechtigung betreten werden konnte. Und die aufgrund ihrer geographisch exponierten Lage - bis auf einen Korridor von wenigen Kilometern in den Osten "umschlossen von Österreich" - auch in Ungarn eine Art Appendix bildete und deren Wirtschaftsleben nur mit hohen Kosten aufrecht erhalten werden konnte. Was nach 1989 zu einem furchtbaren Absturz mit fünfundzwanzig Prozent Arbeitslosigkeit führte. Man meint aber manchmal noch heute - in Kaufhäusern, auf der Straße, in Cafés, die "typischen" Gesichter jener Ost-Spionage-Charakteristik zu erkennen. 

Nur der österreichische Alpenkernraum wäre militärisch wirklich länger zu halten, soll vor allem heißen: zu verunsichern gewesen. Und dort gab es ja bekanntlich von den US-Geheimdiensten bald nach 1945 eingerichtete geheime, nicht einmal der Regierung in Wien bekannte Waffendepots. Noch in den späten 1990er Jahren wurden solche entdeckt, denn die wissenden Verbindungsleute waren meist schon verblichen und hatten ihr Geheimnis ins Grab mitgenommen. Gladio läßt also sogar hier grüßen. Eine "Alpenfestung" haben aber bekanntlich schon die Alliierten 1945 gefürchtet.





*160418*

Über den Einzelfall der bösen Tat (4)

Teil 4)




Wußte der Leser, daß es etwa in Polen die brutalsten Judenverfolgungen gab? Oh ja, die Polen sind Weltmeister in den Vergangenheitsbeschönigungen. Grotesk und voller Widersprüche, was der VdZ da von Polen schon gehört hat, er kennt kein europäisches Volk, das ein derart unaufgearbeitetes Verhältnis zu seiner Vergangenheit - und damit zu seiner Gegenwart - hat. Aber dieses Thema ist lückenlos belegbar: In Polen gab es schon lange vor Hitler den härtesten Antisemitismus am Kontinent. Warum sonst glaubt der Leser haben schon in den frühen 1920er Jahren sämtliche amerikanische Zeitungen von drohenden "Sechs Millionen" (eine magische Zahl, die heute bei uns gewissermaßen dogmatisiert ist) drohenden jüdischen Toten in diesem geographischen Raum geschrieben!? Warum kam es genau damals und genau dort zur Massenauswanderung nach West-Amerika? Hollywood läßt grüßen, übrigens.

Zu einer Judenverfolgung im heute verstandenen Sinn wurde der deutsche Anti-Judaismus erst im Laufe der Jahre unter Hitler. Er war zuerst (und europaweit) ein politisches Argument, das sich auf die revolutionäre Grundgesinnung des Judentums als Welthaltung bezieht. Und wie er sich im Kommunismus (85 Prozent der kommunistischen Revolutionäre waren jüdisch) exemplarisch bewiesen hatte. (Wir leben heute ja gar nicht im Marxismus, übrigens: auch Marx war ein Jude. Sondern wir leben im Trotzkiismus, der permanenten Revolution. Auch Trotzki (aka Bronstein) war Sohn einer (wohlhabenden) jüdischen Familie.

Die Dummheit der nationalsozialistischen Strömungen (denn eine geschlossene, in sich widerspruchsfreie, durchentwickelte Ideologie war er nie) ist vielmehr im Rahmen jeder Verdummung und Fragmentarisierung, weil Instrumentalisierung von Geist durch Ideologie gesehen werden. Und soll deshalb hier gar nicht noch einmal abgehandelt werden, das ist bereits oft genug geschehen. Wir sollten aber nicht den Fehler machen, die Nachkriegspropaganda, die "alles erklärte" (und dabei nur die Erzählung festlegte, die fortan zu gelten habe) kritiklos hinnehmen. Die auch eine "nationalsozialistische Ideologie" quasi "schuf". Dabei aber vor allem etwas ganz anderes rechtfertigte und Narrative installierte.

Selbst die SS-Einheiten an der Front - wenn also schon: gut, die SS war ideologisch mehr geformt - waren nicht bekannt, ja berühmt-gefürchtet, weil sie so barbarisch waren, sondern weil sie von einem fanatischen, absolut gesetzten Dienstwillen geprägt und damit harte Gegner an der Front waren, die das eigene Leben jederzeit opferten. Sie hatten deshalb auch überdurchschnittlich, ja katastrophal hohe Verlustraten, weil sie oft Charisma vor Fähigkeit setzten.

Wo es dieses Ehren-Maß überschritt, in Barbarismus ausartete, war es gleichermaßen nicht Teil der NS-Ideologie, sondern stand im Rahmen eines sich gewissermaßen verselbständigenden Automatismus, zu dem sich das "System SS" (der ehemalige KZ-Häftling Eugen Kogon ist in seinen Beschreibungen hier sehr lesenswert) entwickelte. Bis hin zu Geldgewinnungsmethoden aus den Rückständen von Toten, den berühmten Goldzähnen also. Und natürlich dem Handel mit der Industrie, der zum Sklavenhandel wurde, aus dem sich die SS finanzierte und damit zum Staat innerhalb des Staates wurde.

Aber was soll man davon denken, daß mit die schlimmsten Gewalttäter ... Häftlinge selbst waren? Über das Kapo-System geschahen die brutalsten Verbrechen, das wird oft und oft von Augenzeugen berichtet. Es waren inhaftierte Ukrainer, "Untermenschen", die in Bergen-Belsen massenhaft Juden erschlugen. Es waren inhaftierte Juden-Kapos, die Juden am schlimmsten drangsalierten. Waren die auch ideologisch präpariert? Das Brechen des Kulturellen und damit Humanen im Menschen war kein ideologisches Ziel, es war die Folge subjektiver, immer aber einzelner Schuld.

Die KZs waren eben ein Raum, in dem jede Einzelfall-Täterschaft ohne Konsequenzen blieb, ja in der Hierarchieleiter (die aus Personen besteht, also: aus einzelnen Menschen) genau darauf zählte - totale, unberechenbare Macht des Einzelnen! - und das war ihr Geheimnis des Schreckens: Genau der Umstand, daß es KEINE allgemeine Richtlinie gab, die berechenbar gewesen wäre. Viele relevante Zeugenberichte beschreiben genau das. Es gab auch keine Richtlinien des Schreckens. Es war alles unberechenbar, das war das Furchtbarste daran. Weil die KZ-Häftlinge der subjektiven, persönlichen Willkür der Einzeltäter ausgeliefert, und zwar total ausgeliefert waren.

Und also war der sogenannte Holocaust tatsächlich immer ein Einzelfall. Zumindest - auch. Ihn einer Ideologie zuzuschreiben hat ganz andere Gründe und ist Teil einer Legende, die nach dem Krieg - vor allem im Zuge der Gewaltherrschaft und über Umerziehung der Deutschen - etabliert wurde.






*290318*


Mittwoch, 18. April 2018

Ein reines PR-Spektakel (1)

Man müsse, sagt E. Michael Jones in diesem Statement einem Fernsehsender in den USA, den US-Angriff auf Syrien als reines PR-Spektakel des "tiefen Staates" (deep state) sehen. Also jenes Komplexes von jeweiligen Interessen, der aus Geheimdiensten, religiösen Gruppierungen, Rüstungsindustrie, Militär, Kapital und Oligarchie besteht. Der wie ein zweiter Staat dem ersten, der Regierung, gegenübersteht, im Gegensatz zu dieser aber keine andere politisch-demokratische Legitimation hat als seine Eigeninteressen.

Und vor dem nicht nur schon viele US-Präsidenten gewarnt hatten (Truman mit seiner berühmten Rede, Kennedy hatte ähnliche Ziele) oder dem sie zum Opfer fielen (nicht nur wie vermutlich Kennedy, sondern ganz deutlich Jimmy Carter, der ein Drittel des CIA auflöste, woraufhin zufällig die Geisel-Befreiungsaktion im Iran mißlang, die Carter prompt sein Amt kostete) oder zumindest in die Knie gingen (wie auch Donald Trump.) Und mittlerweile haben wir es ja in vielen Staaten der Welt mit solchen Machtverbänden zu tun, die ihre eigene Politik verfolgen.

Dieser deep state hat vitales Interesse, US-Truppen in Syrien stationiert zu halten. Das hat mit Israel zu tun, mit Arabien, mit Öl und Gas respektive mit Pipelines, die wiederum Rußland (als Lieferant für Europa) schwächen sollen (denn die Boykotts gegenüber Moskau haben dazu geführt, daß Rußland von Öl- und Gaslieferungen abhängig ist wie noch nie), mit der geostrategischen Bedeutung des Nahen Ostens als Ölquelle für China, und es hat nicht zuletzt mit englischen Interessen zu tun. Deren Einfluß auf die USA, deren geostrategische Pläne bei uns ganz gewiß unterschätzt werden.

Und nur diesem Zweck diente die false flag Aktion (A tut etwas, das er dann so aussehen läßt, als hätte es B gemacht) mit dem angeblich von Syrien durchgeführten Giftgasangriff in Duma, wo nichts dafür spricht, daß tatsächlich Assad der Übeltäter war, aber viel dafür, daß es (vielleicht sogar mit US-Unterstützung) die "Folgen eines Giftgasangriffs" inszeniert waren. Welcher als Grund für einen US-Militärschlag (mit britischer und französischer Unterstützung) vorgeschoben wurde. Aber man schien sich auffällig zu beeilen, und eine Untersuchung gar nicht abzuwarten.  

Nachtrag vom 18. April 2018: Denn es gibt noch nicht einmal Beweise, daß überhaupt ein Giftgasangriff (egal von wem) in Duma stattgefunden hat. Im Gegenteil: Eine US-Station bringt einen Augenzeugenbericht von Reportern vor Ort. Und die berichten glatt, daß keiner von den Bewohnern von Ghouta etwas von einem Giftangriff bemerkt habe. Das einzige, was die Bewohner bemerkt haben war ... eine Inszenierung durch die Rebellen! Die damit genau das bewirken wollten, was passierte: Daß die USA eingreift. Außerdem haben die Reporter festgestellt, daß die Einwohner von Ghouta sämtlich froh darüber sind, vom Rebellenregime durch Assad befreit worden zu sein.





Vorerst also haben wir nur Beweise dafür, warum sich die USA so beeilen mußten einen Anlaß zu nutzen, um auf halbstark machen zu können. Das einzige Drama, das sich in der Stadt Duma abgespielt hat, ist also, daß sich jede Menge Staatsführungen (diesmal leider auch die Österreichs; auch dort hat die Vernunft ja nur sehr dünne Luft) lächerlich gemacht haben.

Um den aktuellen Angriff auf Syrien zu begreifen muß man aber ohnehin, so Jones, die Aussagen Putins von vor einem Monat heranziehen. Der in Moskau öffentlich davon gesprochen hatte, daß Rußland über eine neue Raketentechnologie verfüge, die es in die Lage versetze, jeden Punkt der USA zu treffen. Das ist neu. Also wurde vom aufgeschreckten Kongress in Washington sofort eine Anhörung anberaumt, in der die Generäle befragt wurden, ob das zutreffe. Die mußten auch prompt zugeben, daß es stimme. Sie versuchten aber den Kongress zu beruhigen. Indem sie auf ihre U-Boote hinwiesen, die in einem Zweitschlag die russischen Städte auslöschen könnten.

In Wahrheit enthält eine "Samson-Strategie" natürlich nur wenig Trost. Wo nur ein totales Einreißen der Welt, gewissermaßen, als "Abwehr" möglich ist. (Samson zerstörte den Palast, in dem er selbst war, vernichtete also sich und alles was dastand, um die Feinde zu vernichten.)

In Wahrheit stellt Rußland die USA vor eine völlig neue Situation. Und der wird das allmählich bewußt. Wir erleben dabei einen der aus der Geschichte der Kriegsführung bekannten nächsten technologischen Umbruch in der Kampf- und Waffentechnik.*

Mit einem Mal sind oder werden in absehbarer Zeit gigantische Rüstungseinrichtungen der USA wertlos und für die amerikanische Geostrategie nutzlos. Das betrifft Strukturen wie die einer Luftwaffe, die als selbständige Waffengattung (viel zu ineffektiv, viel zu teuer, viel zu anfällig) weltweit bald ausgedient hat, darunter ist aber vor allem die Flotte zu verstehen. Dazu haben wir ja schon vor Zeiten aus US-Militärdossiers zitiert. Denn daß Flotten keine militärisch-strategische Zukunft haben, ist Militärexperten schon lange klar. Weil moderne Kleinwaffen (von einem Mann bedienbare, billig und überall zu erstehende Raketen etwa), die nicht mehr kontrollierbar sind, jedes Schiff, ja jedes Objekt von jedem angreifbar machen.

In diesem Zusammenhang ist auch Chinas Strategie von großem Interesse, die aufs feste Land setzt, und sich von globalen Seewegen unabhängig macht - ein Paradigmenwechsel von immenser Bedeutung. Und wie sagt schon Sun Tzu? Kriege werden immer - immer! - nur zu Land gewonnen. Syrien hat es bewiesen. Da nützt auch das kindische Gejammere von Trump im vorigen Jahr nichts, wo er beklagte, daß den USA für ihre Bombenabwürfe in Syrien, die doch die IS besiegt hätten - ach, haben sie? - nicht gedankt worden sei.

Was aber nun tun? Um vorerst einmal Gesichtsverlust zu vermeiden, schlug der deep state und ein sich zum Muskelspiel bemüßigt fühlender Donald Trump mit einem inszenierten Spektakel zurück. Bei dem die USA aber jede direkte Konfrontation mit Rußland sorgsam vermied. Man verständigte Rußland über Ort und Zeit der Angriffe in Syrien, vermied russisch reklamierten Luftraum, und ermöglichte so die Evakuierung der Ziele. Russia Today spricht im Zitat eines russischen Generalstabsoffiziers nun sogar von "teilweise lange schon leerstehenden Gebäuden", die durch Satellitenaufnahmen bewiesen "vernichtet" worden sind. 

Von "Chemiewaffenproduktionsstätten" natürlich keine Spur. Die Amerikaner haben ja bekanntermaßen nicht das erste Mal Probleme, solche Stätten zu finden. Sie sollten sich deshalb vielleicht besser auf etwas anderes konzentrieren. Und daß von einhundertdrei abgefeuerten Raketen einundsiebzig abgefangen worden sind, so die Russen, macht sich in einem Siegesbericht auch nicht gerade gut. Wieder andere Quellen erzählen, daß mehr als die Hälfte der Raketen überhaupt in der Wüste gelandet sei. Doch kommt es darauf an?

Immerhin gab es kaum menschliche Opfer. Und die US-Flotte vor der Küste zog ganz schnell ab, nachdem man ein paar Tomahawk-Raketen abgefeuert hatte. (Wo der Rest an Angriffswaffen seinen Ausgangspunkt hatte, ist derzeit in den Medien nicht nachlesbar. Manche schreiben allerdings von griechischen Inseln, Kreta und Zypern, zumindest die britischen und französischen Flugzeuge sind vermutlich von dort gestartet.)

Man wollte es nicht darauf ankommen lassen, daß Rußland beweisen könnte, daß es tatsächlich in der Lage ist, die US-Schiffe auszuschalten. Diese Frage wollten die USA gar nicht geklärt wissen, wer weiß was dann an PR rausgekommen wäre. Jetzt kann Trump sogar öffentlich behaupten, man habe die Russen ausgetrickst, ätsch, die Amis haben doch die besseren Raketen. Lockheed wird ein Stein vom Gewinnboard gefallen sein.


Morgen Teil 2) Aber wen kümmert angesichts Photos leidender Kinder
 noch eine klare Völkerrechtsverletzung?
+ Das Video






*160418*

Über den Einzelfall der bösen Tat (3)

Teil 3)




Die Konzentrationslager waren zum Zeitpunkt ihrer ersten Errichtungen gleichermaßen prinzipiell nicht gedacht, um Menschen massenhaft zu vernichten. Bis heute ist nicht geklärt, wie das rein technisch hätte ablaufen sollen. (Auch hier also: Es konnte schon deshalb nur über "Einzelfall-Lösung" ablaufen.) Die Idee von Anhaltelagern, wo Regimegegner konzentriert waren, gab es im übrigen auf der ganzen Welt, nicht zuletzt in den USA. Wo es unter anderem zweihunderttausend Japaner betraf. Ihre Ursprungsidee war eigentlich ganz anders. Sie sollten nur Kräfte, die dem Neuaufbau hinderlich waren, aus der Gesellschaft fernhalten. Das war die Idee jedes der zahlreichen Faschismen, die in Europa damals auftraten.

Sie sind nur zu Vernichtungslagern GEWORDEN. Über aller sich später entwickelnden (!) Vernichtungsidee, die es natürlich gab. Aber die Konzentrationslager sind vor allem zu dem geworden, als was man sie heute kennt, weil sie ein Raum waren - daran hatte eigentlich niemand wirklich gedacht, das trat aber dann logischerweise auf - in dem sich jeder Einzelfall an willkürlicher Täterschaft entwickeln konnte, ja fast mußte, und sich tatsächlich entwickelte. 

1945, nach der sogenannten "Befreiung", waren etliche KZ-Kommandeure Berichten der Alliierten nach völlig "reinen Gewissens". Sie führten die Befreier sogar im Lager herum, als wäre es das Normalste auf der Welt. Und verstanden überhaupt nicht, warum sie nun "Täter" sein sollten. Aus ideologischer Verblendung? Nein. Weil sie "nichts Böses getan" hatten. Das waren alles ... Einzeltäter. Nirgendwo wurde Vergewaltigung etwa so schwer geahndet, wie innerhalb der SS. Sadisten wurden in der Regel verachtet, wenn nicht bestraft.

Denn auch (ja gerade in der SS) gab es einen Ehrencodex - so sehr man über diesen diskutieren muß, denn er war ganz klar evolutionistisch (sic!) und damit atheistisch! - der subjektiv motivierte Gewalt, Sadismus etc. ächtete. Von Biergesprächen, in denen man mit Gewalttaten prahlte, muß man insofern ganz anders sprechen, als sich der Gewaltraum (in dem das passierte) fast unmerklich realisierte, aber ideologisch nur irgendwie rechtfertigbar, nicht Bedingung oder Ursache war. Einzelne Aussagen herbeizuholen, um das doch zu belegen, ist einfach falsch und treffen nicht die Realität.

Oder wie glaubt der Leser, warum nach dem 8. Mai 1945 der weit überwiegende Teil der Deutschen nicht im Traum daran dachte, daß er "einer verbrecherischen Nation" angehört haben sollte? Was an seinem Verhalten - Einzelfall! - war falsch gewesen? Man war im Krieg gewesen. Das erklärte alles. Auch die Mutter des VdZ hatte sich diesem gegenüber in Gesprächen so verteidigt, als dieser selbst in seiner Jugend von der Propaganda angekränkelt war. Gott hab sie selig, der VdZ bereut alles das heute, er hatte es damals nicht verstanden. Dabei war sie tief katholisch! So katholisch, daß sie die Veränderungen des 2. Vatikanums nicht mehr nachvollziehen, begreifen konnte und sich für die Demenz entschied, da war nichts mehr mit Vernunft in Übereinstimmung zu bringen.

Explizit gemacht war sogar die gesamte Herkunftsfamilie des VdZ - väterlicher- wie mütterlicherseits - stark anti-nationalsozialistisch weil erzkatholisch. Das war unvereinbar. Dennoch haben alle (!) als (dekorierte) Soldaten mutig an der Front gedient, und viele sind auch gefallen. Andere wurden nach 1945 in Schlesien von Polen ermordet. Die wirklichen Bewegungen liegen also auf ganz anderer Ebene als auf der einer Ideologie. Der VdZ behauptet sogar, daß die zutiefst ideologisch denkenden Menschen die ... feigesten waren. Ein Mann kämpft nur als Krieger gut, auch Kampf und Krieg lebt von der Poesie, mehr gibt es dazu nicht zu sagen. Aber ein Krieger ist nie ein Ideologe. Er ist vielmehr hoch-wirklicher Mensch.

Genau so muß man vom sogenannten "Antisemitismus des Dritten Reiches" mit Vorbehalt sprechen. Denn dahinter stand und steht eine ganz andere Auffassung, wir haben sie an dieser Stelle bereits darzustellen versucht. Der sogenannte deutsche Antisemitismus war ZUERST kein ethnischer Vorbehalt. Und ganz Europa war in diesem exakten Sinn antisemitisch. Weil es die Macht und Machinationen der Juden, als Drahtzieher des Finanzsystems, das alle schöpferische Kraft vernichtete, erkannte. Prinzipiell verankert in ihrer Ablehnung der Seins-Ordnung. 

Denn sie hatten "als Juden" Gott selbst ans Kreuz geschlagen. Ein ontologisches Problem. Und erst daraus in Folge ein gesellschaftliches und politisches. Als verteidigender Haß einer Minderheit auf die Seins-Ordnung, ja auf jede vorgefundene Ordnung. Als echtes - ontologisch verankertes - Schuldproblem, das sich, weil es ontologisch ist und war in jedem individuellen Leben niederschlägt. Als existentieller Haß auf die Ordnung einer Gesellschaft. Als revolutionärer, alle Ordnung überwinden wollender, Ordnung zerstören wollender weil - aus Schuldproblematik getrieben - müssender Geist. 

Jede Schuld aber versucht, ihre Unschuld aus dem Beweis der Allgemeinheit, der Richtigkeit, damit der empirisch belegbaren ontologischen Berechtigung ihres Verhaltens zu beweisen.


Morgen Teil 4)







*290318*





Dienstag, 17. April 2018

Aus einem Brief

Meine liebe Y!

Kartoffeln sind noch ausreichend da. Sie vermehren sich sogar schon von selber ... ;-)

Morgen bin ich in Wien. Am späten Nachmittag werde ich mich mit S treffen. Er ist gerade von zehn Wochen Kambodscha zurück, wo er nun schon mehrmals hingefahren ist. Das Leben dort ist ziemlich günstig, es ist also finanziell bei so langem Aufenthalt trotz Flugkosten eine Nullrechnung. Wir werden morgen vielleicht vietnamesisch essen gehen, er meinte da ein Lokal in der Brünner Straße zu kennen, werden sehen. Und ich hätte durchaus mal wieder Lust auf etwas Exotisches.

Die Beschäftigung mit Südafrika fand nach zwei Tagen heute ihr vorläufiges Ende. Es war sehr aufschlußreich sich damit zu befassen, und ich bin erschüttert. Über das, was sich dort abspielt, aber auch darüber, daß sich hierzulande aus political correctness und Desinteresse keine Sau in den Medien damit auseinandersetzt, wo doch die Parallelen, was auf uns hier in Europa zukommt, augenfällig sind. Es gibt unter den Buren offenbar äußerst vernünftige, ja kluge Leute. Im Grunde sehen sie außerdem genau das als Lösung, was ich für Europa sähe.

Freilich sind die Buren, die einer ungeheuren Gewaltwelle der Schwarzen gegenüberstehen, komplett allein, schon das hat mich Verwandtschaftsgefühle empfinden lassen. Auch unter den Weißen im Land. Der Großteil der insgesamt kaum noch sechs Prozent Weißen (vor allem die in den Städten) ist liberal, zudem englisch (stammt also aus Kolonialtradition, nicht aus der Heimatsuche der Buren, die sich dort seit 1652 verwurzelt haben) und ist damit völlig verblödet. Man sieht außerdem am Beispiel Südafrika deutlich, wie die sozialistisch-demokratische Ideologie zur Gewalt führt. Alles dort steuert auf einen offenen Bürgerkrieg zu.

Verdammt ... ich bin nun gezwungen, mir einen Film anzusehen, das heißt: die Kopfhörer zur Beschallung aufzusetzen, meine Sinne anders zu binden. Seit zwei Stunden trommelt der Nachbar Baßrhythmen herüber, ich kann das nicht länger ausblenden, schon gar weil ich nun müde bin. Auch das ist Gewalt.

Apropos, gerade lese ich ein Buch von Baberowski über Gewalt - es war die ersten sechzig, siebzig Seiten ziemlich unergiebig und begrifflich verschwommen, ich war enttäuscht, wollte es schon weglegen, aber da wurde es plötzlich besser. Ich hatte es wegen seiner Grundthese bestellt, in der er darüber angeblich handelt, daß Gewalt (er meint: haßerfüllte Gewalt) eine Frage des Raumes ist, nicht primär eine Sache des Bösen. Was mir nun gut gefällt ist, daß er die Moderne als Bedingung dafür sieht - wegen der technischen Perfektionierung - daß sich die Gewalt im 20. Jahrhundert derartig exzessiv auszutoben anfangen konnte.


Erinnerst Du Dich? Ich habe es zumindest im Blog mehrere Male schon ausgeführt: Hitlers Deutschland war ein hochmoderner Staat, der die Gegenwart vorweggenommen hat. Ich ziehe also die Linien bis heute. Der technisch perfekte Staat mit seinem totalen Gewaltmonopol ist in den Händen von Anonymität und Bürokraten die perfekte Voraussetzung für totale Gewalt. Man muß, schreibt er an einer Stelle, sich die Gewalt des Mittelalters sehr sehr schlimm vorreden, wie es auch heute passiert, um die weit schlimmere Gewalt heute nicht zu sehen. Dabei war die Gewalt damals weit kultivierter, bemessener, berechenbarer, konnte nie so total werden wie heute. Natürlich war die soziale Kontrolle durch die engverflochtenen Lebensweisen groß, im Dorf kannte jeder jeden. Aber in dem Maß, in dem die menschliche Kontrolle zerriß, stieg die technische, und die kriecht einem bis in die privatesten Winkel nach, ja okkupiert einen selbst. Das ist angesichts des momentanen Facebook-Skandals ziemlich aktuell illustriert. Und das Buch hat auch bereits gestreift, wie das mit Demokratie zusammenhängt: Denn in der Demokratie (eben, viele Ungenauigkeiten: er meint die Parteiendemokratie) entstehen automatisch in der Wahlwerbung Fronten, die den Gesamtkörper eines Volkes in "rein" und "unrein" separiert.

So entsteht (unter den anonymen technischen Möglichkeiten) die Vorstellung, daß man Andersdenkende, unliebsame Bevölkerungsgruppen eliminieren, zumindest ausschalten muß und kann, das liegt quasi in der Pflicht der Wahlsieger, die sich mit Gründen gegenüber den anderen abgrenzen müssen. Denn nur in der Demokratie entsteht die konkrete bildlich gefaßte Vorstellung, daß es ein System gibt, das unbedingt gut ist, während andere Systeme schlecht, ja gefährlich sind. Hitler, so schreibt Baberowski, wäre ohne Demokratie nicht möglich gewesen. Nur in der (Parteien-) Demokratie gibt es somit den Automatismus zur Gleichschaltung aller.

Ich sage ja immer: Man muß Parteien in einer Demokratie verbieten. Nur auf persönlicher Basis kann das ein Stück weit funktionieren, und da halte ich sogar was davon, auch wenn es nicht bis in die oberste Spitze reichen darf. Der König kann nicht einfach zur Disposition stehen.

Alsdann, für heute lasse ich es wieder, wünsche noch einen schönen Abend und eine gute Nacht, und verbleibe

A.



*260318*

Über den Einzelfall der bösen Tat (2)

Teil 2) So einfach ist das alles nicht.
Der Holocaust war die Tat - vieler - Einzeltäter.



Die oft schrecklichsten Gewalttaten wurden von Menschen begangen, die absolut glaubhaft im "normalen Leben" gute Väter, Kunstliebhaber und feinsinnigste Kulturmenschen waren. Sie hatten nur "!das Pech", in eine Lage zu kommen, wo das Schreckliche durch einen Tastendruck, eine Unterschrift, einfach als Teil einer Sache passierte. 

Dabei - hört, hört! - überaus oft (wenn nicht mehrheitlich, aber das ist kaum noch festzustellen) von Männern, die ganz sicher niemals Nationalsozialisten waren! Sie waren stinknormale Soldaten, Wachmannschaften, was auch immer, und kamen in eine Situation, in der alles möglich war, ja gefordert wurde, daß alles möglich gemacht wurde. Von wem? Das wußte meist niemand. Es war irgendwie so. Und plötzlich tauchte etwas auf, mit dem im Zivilleben niemand rechnen würde.

Soviel auch zu den heutigen Gutmenschen, die alle "so gut" sind, weil sie noch nie ganz persönlich in einer Situation waren, wo sie gegen einen (auf oft seltsame Weise entstehenden, vorhandenen, meist sogar nur vermuteten) Mainstream entscheiden mußten. Freiheit, Gutheit ist aber eine Frage der individuellen, situativen Entscheidung!

Es ist gefährlich, ja es ist dumm zu glauben, daß menschlicher Barbarismus eine Frage der Ideologie ist. Ideologie ist - wie fast immer menschliches Denken - eine Bewegung der Rechtfertigung, oberflächliches Gebrabbel gar, "Meinungswust", in dem man sich so im Alltag bewegt.  

Die bösesten Taten begeht der Mensch aber nicht aus ideologischen Gründen. Diese Gründe sind vielmehr immer "Einzelfälle", individuelle Fälle einer Zustimmung, die nicht einmal gefordert wäre. Die zu verweigern aber in jedem Fall die sittliche Kraft fehlt.   

Hannah Arendt war perplex, als sie 1962 bei den Adolf Eichmann-Verhandlungen in Jerusalem feststellte, daß dieser "Nazi-Schwerverbrecher" ein völlig normaler, ja banaler Mensch war. Da war nichts Böses, da war nichts Außergewöhnliches, da war keine Schreckensfratze, da war vor allem nicht das, was sie selber geglaubt hatte: Ein ideologisch Verblendeter. Als sie das schrieb, war sie natürlich plötzlich schwer angefeindet. Das MUSZTE doch Ideologie sein!?

Nein, sagte Arendt bis zu ihrem Tod. Das war normal, das war einfach einer der vielen Ausflüsse der Moderne. Der sogenannte böse Nationalsozialismus brach sich herunter bis auf simpelste, banalste Menschen. Das total durchdacht erscheinende Gesamtsystem wurde plötzlich zu einer Sammlung von ... Einzelfällen.

Noch 1936 schrieb der amerikanische Botschafter nach Washington, daß er keine Gefahr für die Juden sähe, weil sich im deutschen Volk, beim Mann von der Straße, kein Antisemitismus feststellen lasse. Die Juden waren praktisch assimiliert. 90 Prozent der jüdischen Männer hatten deutsche Frauen, 30 Prozent der jüdischen Frauen deutsche Männer geheiratet. Hitler würde also mit einer aggressiven Behandlung der Frage der Juden, von dem er freilich ab und an (vorsichtig!) sprach, nicht durchsetzen können.

Morgen Teil 3)





*290318*

Montag, 16. April 2018

Kultur als Schule der Gewalt

Wer ständig mit Gewalt konfrontiert wird, wer damit aufwächst, gewöhnt sich nicht nur an sie. Sein Verhalten wird zum Verhalten des Umgangs mit Gewalt. Die Menschen werden vorsichtig und mißtrauisch, denn der andere könnte jederzeit gewalttätig werden. Man will eher Krieger werden als Opfer.  

Deshalb kann Kultur - man müßte eigentlich sagen: der Zustand der Kultur - Anlaß und Grund für die Bereitschaft sein, jederzeit Gewalt sprechen zu lassen, denn sie formt Standardisierungen, die dem Zustand des Alltäglichen entsprechen.

Wer mit Gewalt aufwächst, stumpft ab und wundert sich nicht mehr über die Gewalttätigkeiten, denen er laufend begegnet, schreibt Jörg Baberowski weiter. Die Hemmschwelle sinkt und der Tod wird fatalistisch als Schicksal empfunden, das man nicht abwenden kann. Als die Wehrmacht im Juni 1941 die Grenzen zur Sowjetunion überschritt, wunderten sich ihre Soldaten über die Leidensfähigkeit und Unempfindlichkeit des Gegners, über die stoische Gelassenheit, mit der sie das Grauen ertrugen. Jean Amery wunderte sich, daß die russischen Häftlinge im Lager Buchenwald Schmerz und Folter mit Gleichgültigkeit hingenommen hätten und auf die alltägliche Gewalt besser vorbereitet gewesen seien als Häftlinge aus Westeuropa oder Skandinavien. "Wir sind in der Tat als Körper nicht gleich vor dem Schmerz und der Tortur."

Sie waren im Terrorregime des Kommunismus einfach an alltägliche Gewalt gewöhnt.  

Menschen, die mit Gewalt umzugehen verstehen oder sich an das Töten gewöhnt haben, überschreiten die Hemmschwelle im Nu, und irgendwann wird Gewalt zu einem Begleiter, den sie nicht wieder loswerden. Gewohnheit und Sozialisation machen Menschen zu Mördern.

So geschieht es auch in den gegenwärtigen Bürgerkriegen in Kolumbien, im Kongo, im Irak, in Afghanistan oder in Liberia, die nicht aufhören wollen und eine Kultur des Mißtrauens und der Vorsicht begründet haben, die nichts anderes als eine Bewältigung von Gewaltverhältnissen ist. 

Kultur integriert Gewalt. Sie gibt ihr einen Sinn, der von allen Menschen verstanden wird, die im Gewaltraum konditioniert worden sind. Man betritt einen Gewaltraum nicht voraussetzungslos und man verläßt ihn nicht folgenlos. Kultur formt Gewalt, Gewalt formt Kultur.

Und alle Kulturen unterscheiden zwischen erlaubter, verbotener und gebotener Gewalt. Solche Regelungen variieren aber zwischen Kulturen, und sie variieren auch innerhalb einer Kultur von Zeit zu Zeit. Erst wenn Menschen glauben, sich innerhalb eines Raumes zu befinden, in dem Gewalt gestattet oder sogar geboten ist, öffnen sich die Wege für Gewaltbereitschaft. Menschen haben keine Tötungshemmungen an sich, sondern sie haben nur Hemmungen, an dafür nicht vorgesehenen Orten gewalttätig zu sein.


Aus Jörg Baberowski in "Räume der Gewalt"






*030418*

Erschlichenes Recht auf Tadel - Über den Einzelfall der bösen Tat (1)

Zur Causa Tellkamp eine Anekdote, die Siegfried Unseld öfter erzählt haben soll: Dessen Vorgänger Peter Suhrkamp, Gründer des Verlages, habe einst den Brief eines Lektors korrigiert, der einen Autor loben wollte. Man habe nicht das Recht zum Lob; denn dadurch fordere man auch das Recht zum Tadel.


Von der immer wieder lesenswerten Homepage des Berliner AfD-Sprechers Dr. Nicolaus Fest


***


Allerdings muß man Nicolaus Fest in einem Punkt (dieses seines Gesamtbeitrags) irgendwie widersprechen. Da "meint er es zu gut", sozusagen, indem er sich vom Holocaust, Nazismusvorwürfen etc. präventiv distanzieren will. Denn er schreibt da vermeintlich ironisch (so daß er es anders zu meinen erklärt):

Der Holocaust war gar nicht Konsequenz einer bösartigen Ideologie der Weltherrschaft und Vernichtung; es waren sechs Millionen Einzelfälle.

Tja, dem kann man nur mit einem "Naja" begegnen, mit einem "Tja, es war wohl aber tatsächlich so!" Denn eine explizite "Ideologie der Menschenvernichtung" gab es nicht. Nicht explizit zumindest. Auch wenn das viele - posthoc - behaupten, um das Schreckliche auf eine Art zu erklären, in der sie auf jeden Fall ausgenommen sind. Ein leider sehr gefährlicher Irrtum ...  man unterschätzt nämlich damit das Böse.

Vielmehr war die Ideologie der Menschenvernichtung Teil, nein Konsequenz eines Denkens der Moderne, das zeigt Jörg Baberowski in "Räume der Gewalt" sehr richtig auf. In demselben Buch weist er genauso richtig darauf hin, daß Gewalt nie einem System an sich zuzuschreiben ist, sondern immer die ganz persönliche Komponente eines Menschen hat, der diesem Gewaltraum, in dem alles möglich ist, zustimmt. 

Auch wenn solchen Räumen - die auf ihre Art immer Einzelfälle, lokal vorgefundene, aber durch jeden Täter auch selbst geschaffene und verfestigte Bedingungen sozusagen waren - also viele zugestimmt haben, heißt das eben noch nicht, daß es systemisch-zwanghaft war. Das verkennt das Wesen der Schrecklichkeit auf gefährliche Weise. Darum es mal eingehender (auch hier) behandelt werden sollte, was vermutlich noch kommt. 

Man muß sogar erwähnen, daß nach den Vorkommnissen beziehungsweise Säuberungen im Juli 1934 die Führung der NSdAP tatsächlich darüber beriet, wie man die Gewalteskalationen in den über zweihundert kleinen Einzellagern, die der SA zur Verwaltung zugeteilt waren und wo Systemgegner inhaftiert worden waren, eindämmen könne. Denn in diesen Sonderräumen kam es zu Exzessen, die den Führern der SA gar nicht so recht waren. 

Zur Erinnerung: Als der SS-Oberchef Heinrich Himmler das erste Mal einer Massenexekution an der Ostfront beiwohnte, wurde er Erzählungen nach kreidebleich und blickte zu Boden, soll sich sogar übergeben haben. Später hat er es gerechtfertigt, indem er von der Pflicht zur Hygiene sprach. War das also dann Ideologie? Man hat es dazu erklärt, aber was war zuerst? Aber überzeugend war er nicht dabei, und wer seine berühmte Rede vor SS-Offizieren in Danzig hört, der wird feststellen, daß er zur Sachlichkeit aufruft, der subjektiven Gewalt eigentlich keinen Raum lassen will. Er spricht da vom "stark bleiben angesichts der furchtbaren Pflicht" als eigentliches Ideal, und es wirkt auch wie eine posthoc-Erklärung.

So wie die oft ganz bürgerlichen Väter und Ehemänner, die die Polizei im Osten einsetzte. Niemand war gezwungen, alle hätten verweigern können, und der Witz dabei: Man hatte dafür volles Verständnis, niemand wurde unter Druck gesetzt. Aber kaum jemand verweigerte diesen Dienst, der unsägliche Taten mit sich brachte, die alle einen Sinn hatten: Partisanenbekämpfung, Bekämpfung deutschfeindlicher Personen, etc. pp. Dafür schrieben diese Männer die rührendsten Briefe an ihre Frauen, daß sie eine schwere Pflicht zu erfüllen hätten, die ihnen nicht leicht falle. Und die Frau solle den Sohn herzlichst küssen. Etc. pp. Und wenn sie in die Nähe ihrer Heimat kamen, waren plötzlich sogar die dortigen (gewohnten) Juden das, was sie immer gewesen waren: Die Nachbarn von hier und dort, der Milchlieferant, der Schuster, der Tischler von gegenüber. Und Männer, die noch zwei Tage zuvor fünfhundert Kilometer entfernt jüdische Frauen barbarisch mißhandelt und deren Männer mit dem Spaten erschlagen hatten, gaben den Juden ihrer Heimat die Hand und plauderten mit ihnen, als wäre nie etwas geschehen.


Morgen Teil 2) So einfach ist das alles nicht.
Der Holocaust war die Tat - vieler - Einzeltäter.






*290318*

Sonntag, 15. April 2018

Ach, einfach mal so

Immerhin sollten wir nicht vergessen, daß letztlich alles Spiel ist. Alles, das Fasten, das Feiern, das Entbehren, das Genießen, alles ist letztlich ein Spiel. Auch die Schöpfung ist ein Spiel, ein Spiel Gottes.

Erst in der Haltung des Spiels gewinnen wir jene Freiheit, auf die es ankommt, weil wir erst dann Mensch sind. Und damit Gottes Ebenbild. Ohne Freiheit (und also ohne Spiel) ist deshalb alles - Erfolg oder Mißerfolg - nichts.

Die Grenze zwischen Konsequenz (im Spiel) und Fanatismus, damit Unfreiheit, ist sehr rasch überschritten. Wer nicht frei ist, wer diese Distanz (weil im Spiel befindlich) nicht hat, kann weder opfern, noch kann er feiern, noch kann er lieben, noch kann er gerecht hassen. Er kann nicht weinen, er kann nicht lachen. Es braucht die Freiheit, es braucht die Distanz, es braucht das Spiel, es braucht den Humor als Grundhaltung.

Tom Waits - "Waltzing Matilda"








*300318*

Leben heißt unvollkommen sein, aber dennoch zu entscheiden (2)

Teil 2)




Der Leser möge sich erinnern. Vor wenigen Monaten haben wir an dieser Stelle das Schema offengelegt, wie Revolutionen ablaufen. Es ist wie das Drehbuch zu dem, was wir heute erleben. Und einer der Schritte dazu ist, die Menschen an der Relevanz der von ihnen formal getroffenen Entscheidungen ständig neu zweifeln zu lassen. Leichter ist dann tatsächlich niemand zu manipulieren als dadurch, ihn zu erinnern, daß er die absolute Wahrheit und Freiheit verfehlt hat und ihn so zu verunsichern, daß er seine Entscheidung unter Umständen auch zurücknehmen würde. Das Mindeste, was man damit erreicht ist, daß er einem Putsch, einem Wegschieben seiner Entscheidung durch andere Kräfte, nicht mehr ganz so ablehnend gegenübersteht.

Wer so agiert, wer damit spekuliert, beweist aber nun tatsächlich eines: Daß er ganz gewiß nicht an die Relevanz einer Demokratie glaubt. Daß er ganz gewiß nicht daran glaubt, daß sie menschengerecht sein kann. Daß er sich alle Freiheit nimmt, demokratische Entscheidungen nach Belieben zu verändern. Daß er die Demokratie für ein Scheintheater hält, das den Menschen die Augen vernebelt, damit er selbst dann freie Bahn hat.

Noch mehr aber führt eine solche Einschätzung, die dem anderen ständig seine absolute Freiheit abspricht (während man sie für sich offenbar reklamiert), dazu, daß man dem anderen generell jeden Respekt verweigert. Und das erleben wir heute fast programmatisch: Wer anderer Auffassung ist wie ich, der muß manipuliert sein, den muß, ja darf ich nicht ernstnehmen, und über den darf ich jederzeit "drüber-regieren", dessen Willen darf ich jederzeit ignorieren.***

Denn ja, der Mensch ist immer ambivalent, er ist immer mehr oder weniger anfällig in seinen Schwächen, aber eine "vollkommen freie Entscheidung" vom Menschen plötzlich als Möglichkeit darzustellen wird ihm niemals nicht gerecht. Deshalb ist JEDE Entscheidung des Menschen so zu nehmen, wie sie gefallen ist und fällt, im Wissen, daß sie IMMER einer gewissen Ambivalenz unterliegt, aber es führt daran eben kein Weg vorbei. 

Das Wesentliche dabei, ein Leben zu führen, ist aber nicht, absolute Entscheidungen zu treffen, sondern das Wesentliche am Menschsein ist, SICH ÜBERHAUPT ZU ENTSCHEIDEN. Und dann diese Entscheidungen trotz des Wissens um die eigene Unzulänglichkeit so zu nehmen, als wären sie absolut getroffen. Warum? Weil sie sich auf ein objektives Schema von Beziehungsfeldern - auf das Amt also! - bezieht. Und genau nicht auf die persönlichen "Fertigkeiten".³

Anders kann kein Leben gelingen, anders kann nichts ins Werk gesetzt werden. Und erst so ist auch ein Lernen möglich das dem Ziel dient, sich mehr und mehr der absoluten Wahrheit und damit Freiheit anzunähern. Mehr können wir Menschen nicht, das sollten wir demütig zur Kenntnis nehmen. 

Aber demütig sein heißt nicht, ständig zurückzuweichen, sein Handeln ständig zu schwächen. Demütig sein heißt, in Hochgemutheit trotz unserer sehr wahrscheinlichen Schwäche voranzuschreiten, als würden wir auf festem Grund gehen.




***Deshalb sei einmal mehr der Fluch über die heutige Psychologie erneuert. Die in unseren Breiten ein Vielquatschen von Nichts ist, das nur einen Effekt erzielt: Die Substanz des anderen aufzulösen und zu relativieren. Auch wenn sie natürlich ganz etwas anderes behauptet: Ihre Methoden verraten sie.

³Man kann deshalb nur warnen, wenn jemand sich auf seine Person oder Persönlichkeit bezieht, und das Amt für quasi unwichtig erklärt. Auch bei demokratischen Wahlen - so oft das heute vergessen wird - geht es nur darum: um das Amt. Und um die Wahl einer Person, die dieses Amt auszufüllen verspricht. Und zwar in Treue ZUM AMT. Das ist übrigens auch das, was ein "Amtseid" besagt. Fürchte man also die, die zu "verändern" versprechen. Und wähle man nur die, die ein Amt, die auch die Gesetze zu erfüllen vorhaben. Und verabscheue man die, die über dritte, andere Mechanismen in ihrem Amt zu wirken versuchen. Denn sie sind die Bösen, sie beabsichtigen eine Revolution. 

Der "Fall Merkel" ist, wir haben es täglich vor Augen, genau deshalb ein Desaster für Deutschland, das ganz schwere Auswirkungen hat und noch haben wird. Und dasselbe läßt sich über Papst Franziskus sagen, der gleichfalls sein Amt durch subjektive Anwandlungen ersetzt. In beiden zeigt sich exemplarisch und einmal mehr einer der ganz schweren und praktisch allgemein gewordenen Irrtümer der Gegenwart, der sich erstmals in Hegel eine geistige Rechtfertigung suchte, indem er das Faktische zum Sein selbst erklärte. Aber dadurch wird das Beziehungsfeld verändert, ja einseitig ausgetauscht, in das jeder tritt bzw. in dem sich jeder befindet. Nun hat es der Mensch nicht mehr mit einer Begegnung mit dem Geist, ja mit Gott zu tun, sondern mit einem rein weltimmanenten reduktiven Faktor. Damit vollzieht sich eine perfide Täuschung. Und DAS macht Merkel ebenso wie Franziskus zu schweren Lügnern. Wobei letzterer einen "Doppeleffekt" zeigt, das heißt, Täter wie Opfer eines verfehlten etablierten Amtsverständnisses zugleich ist, dessen er sich aber bedient, um seinen Subjektivismus zum Absoluten zu erheben. Das ist ein übrigens aus der Geschichte von Gurus und Sekten sehr bekanntes Phänomen - es entspricht der Selbstvergötterung. 

Vgl. dazu Stephen Singulars "When Men Become Gods", die die wahre Geschichte des Mormonen-Sektenführers Warren Jeffs beschreibt. Das Buch beziehungsweise dessen Geschichte ist übrigens bemerkenswert gut verfilmt. Ebenso und nicht zum ersten Mal sei auch Gerhart Hauptmanns "Der Narr in Christo Emanuel Quint" empfohlen.  

Daß ausgerechnet heute, in dieser Entwicklung vom Amt weg zur Subjektivität hin also, die Priesterehe im Römisch-Katholischen Raum auf völlig neue Art diskutiert wird ist - noch dazu vor dem Hintergrund eines Ehe-Begriffs, der sich nicht zuletzt DURCH diesen Papst in Auflösung befindet - weit überzufällig. Es ist eine (sich im oberflächlichen Faktischen abspielende) Zeitbewegung als Ganzes und nützt den "Anlaß" - das Amazonas-Problem - um den ontologischen Ort (für die ganze Welt) zu verdrängen. Denn selbst wenn man das "nur für den Amazonas-Raum" zuläßt, dann hätte man darüber streng schweigen müssen. So, wie man ja auch über einzelne re-unierte Teilkirchen schweigt (und zu Recht schweigt), in denen es ja die Priesterehe im römisch-katholischen Raum lange schon gibt.






*290318*

Samstag, 14. April 2018

Kultur als die einzige Barriere gegen Gewalt

Kultur und Gewalt sind keine Gegensätze, denn niemand tritt der Welt, die ihn umgibt, unvermittelt gegenüber. "Der Mensch könnte seine Gedanken und Empfindungen nicht mitteilen und könnte demzufolge nicht in sozialen Beziehungen leben," schreibt der Philosoph Ernst Cassirer, "wenn er nicht die eigentümliche Gabe besäße, seine Gedanken zu vergegenständlichen, ihnen eine feste, dauerhafte Gestalt zu verleihen." 

Die Kultur bringt die Gedanken in eine Form, und sie gibt dem Menschen die Werkzeuge in die Hand, mit der er die Welt erschließt. In der Kultur gewinnt das Leben Stabilität, die den Tag überdauert, und der Mensch kann sich durch sie überhaupt erst erzeugen, darstellen und erweitern.

Nur in der Kultur können wir Menschen sein. Durch sie geben wir uns einander zu verstehen und erschaffen uns eine Welt, in der wir zu Hause sind. Aber wir sind nicht in der Kultur schlechthin zu Hause, sondern in einer historisch gewordenen, die sich von anderen Kulturen unterscheidet. "Die Menschenwelt ist keine von allem losgelöste Entität, keine Wirklichkeit für sich," sagt Cassirer. "Der Mensch lebt in einer materiellen Umgebung, die ihn ständig beeinflußt und seinen Lebensformen ihren Stempel aufdrückt."

[Kultur ist nicht etwas, das keine Zeit und keinen Raum hat,] sie ist kein Instrument der inneren Repression, das die Gelüste im Zaum hält. Solch eine Interpretation widerspricht allen Erfahrungen, die Menschen mit der Gewalt gemacht haben.

[Menschen, die über Jahre mit der Gewalt leben] verändern ihre sozialen Beziehungen, sie werden mißtrauisch, sie planen nur noch für den Tag, nicht mehr für Jahre, sie sind bereit, zu töten, wenn es sein muß, und sie werden autoritären Konzepten der Macht den Vorzug gegenüber offenen, liberalen Modellen der Herrschaft geben, weil alles, was sie brauchen, Sicherheit ist. Denn offene Möglichkeiten und Risiken kann man sich erst leisten, wenn Leib und Leben nicht mehr täglich in Gefahr sind. Man kann sich auch in der Gewalt einrichten, sich mit ihr arrangieren und ihre Techniken erlernen.


Jörg Baberowski in "Räume der Gewalt"






*030418*

Leben heißt unvollkommen sein, aber dennoch zu entscheiden (1)

Wir gehen heute nicht nur den eigenen Irrtümern auf den Leim. Unter denen der Materialismus (Evolutionismus) besonders hervorragt, denn er bewirkt einerseits die Loslösung von jeder Moral (die nur in Gott verankerbar ist) aufgrund der letzthinnigen Sinn- und Ziellosigkeit des Menschen, und anderseits dem Irrglauben, daß der Mensch beliebig veränderbar ist. Daß seine Verfaßtheit mit dem historischen Augenblick deckungsgleich einhergeht, daß der Mensch restlos im Augenblick aufgeht, er also keinen Rapport mit einem absoluten Menschsein besitzt. Das in der Ebenbildlichkeit mit Gott seine Fundierung hat. Aber nicht als plumpen fideistischen "Glauben", sondern als Licht, das erst die Welt und die eigene Existenz erhellt und somit Welt und Menschsein begreifen läßt. 

Die Hysterie um die angebliche Manipulierbarkeit der Menschen durch Facebook und Datenjongleure (wie der Medien überhaupt) hat darin ihre eigentliche Wurzel. Denn der Mensch läßt sich zwar manipulieren, gewiß, aber nie über einen bestimmten Punkt hinaus. Weil sich sein wirkliches Sein nicht nur nicht verändern läßt. Dieses Sein aber zwar durch psychologische Verwicklungen oft sehr schwer verschüttet und unzugänglich wird, als Erlebens- und damit Wahrnehmungsfaktor fast verdunstet, aber letztlich das ist, was jeden Menschen zutiefst konstituiert. Sodaß alles menschliche Manipulieren zu einer inneren Spaltung führt, die lange verdrängt werden kann, weil das gewissermaßen irdische Selbst zu stark in der Welt verflochten bleibt und den Anschluß an das eigentliche Ich, das geistige Ich, gewissermaßen die Grundmatrix des Menschseins überhaupt fast nicht mehr findet. 

Man kann viele Menschen lange Zeit täuschen und manipulieren, aber niemals alle für immer.

Deshalb muß für diese Manipulationshysterie - die "zufällig" jetzt auftaucht, nach Jahrzehnten einer Entwicklung (Internet, social media)*, in der von Anfang an alles klar war - ein anderer Grund gesucht werden. Und er läßt sich bereits erahnen.

Denn was seit geraumer Zeit passiert (am Auffälligsten brach es nach der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten auf) ist, daß über diese angeblich mögliche Totalmanipulation (noch einmal: so sehr sie kurzfristig eine Gefahr darstellen kann, weil jeder Mensch Schwächen hat und leicht verführbar ist) - bei der kaum jemand der nunmehr Erschreckten aus dem Publikum überhaupt weiß, worum es wirklich geht - Entscheidungen ausgehebelt werden. Indem man den Menschen die Freiheit, sich zu entscheiden, generell abspricht. Da war also dann die Wahl von Trump² nur das Ergebnis von Manipulationen über Facebook und Twitter**, und da war auch der Volksentscheid zum Austritt der Briten aus der EU "gekauft". 

Keine dieser Entscheidungen der jüngeren Vergangenheit soll also überhaupt Relevanz haben. Alle diese Entscheidungen sind herbeimanipuliert. Womit man aussagt: Sie entsprechen nicht dem Willen der Menschen. Ja, die Menschen sollen selbst aufhören daran zu glauben, daß sie sich entschieden hätten! Sie sollen an sich selbst zweifeln, sie sollen an dem zweifeln, wen oder was sie gewählt haben.

So soll ein Boden vorbereitet werden, in dem auch Entscheidungen der Führungen, die sich gegen direkte Willensäußerungen der Menschen richten, die diesen widersprechen, legitimiert werden sollen. In Wahrheit bereitet man also so eine "Revolution von oben" vor. Während die offiziellen, durch Wahlen und Volksentscheide legitimierten Entscheidungsträger so geschwächt werden, ihre Autorität untergraben, und als "eigentliche" Entscheidungsinstanz eine außerparlamentarische, nie ausdrücklich (wie bei Wahlen) legitimierte Instanz eingezogen werden. 


Morgen Teil 2)


*Das muß man auch an Medienkritikern wie Marshall McLuhan (etc.) kritisieren. So richtig und erhellend vieles ist, was sie sagen, so leiden sie doch an dem Grundfehler (zumindest tendenziell), moderne Medien prinzipiell zu überschätzen. Weil sie eben ein nicht ganz richtiges, zu eingeschränktes, zu existentialistisches Bild vom Menschen haben.

²Bei allem Inkonsistenten, Zweifelhaften, ja Falschen, das man Trumps Amtsführung vorwerfen könnte, und auch der VdZ reiht sich hier ein, scheint der Kampf gegen ihn nicht nur weiterzugehen, sondern scheint von ausgesuchter Konzertiertheit zu sein. Das ist auch sein Eindruck beim Lesen von "Feuer und Zorn". Das die persönliche Banalität von Donald Trump schonungslos offenlegt. Nur - wußte der Leser nicht, wie banal selbst höchste Positionsträger sind? Wie geradezu lächerlich zufällig oft schwerwiegendste Entscheidungen getroffen werden? Ja wie banal das reale Leben selbst ist, das eben nur werterfüllt wird, wenn es sich auf den logos bezieht? AUCH BEI UNS! Waren die Präsidenten vor Trump weniger banal? Waren Clinton, Bush, Obama wahre geisterfüllte Persönlichkeiten? Glaubt der Leser das wirklich?

Es geht aber nicht darum. Den Menschen darauf zu reduzieren ist zum einen Zeugnis der Unkenntnis des Lebens, zum anderen aber bösartig. Es geht um das Amt als Beziehungsfeld, und es geht um inhaltliche Bezogenheit auf die Sache selbst, die hier das Amt des US-Präsidenten vorgibt. Wo immer auch die Wahlwerbung (aller) suggerieren wollte, gerade in den USA, wo dieser Wahn (der ein Betrug ist) staatsbegründend wurde, es läge alles an den "skills". Und daran glauben auch bei uns schon alle - was für ein tragischer Unsinn! Wie bei allen Ämtern ist auch in Washington der Spielraum für persönliches Handeln ALS Präsident aber viel kleiner, als oft geglaubt wird. Ein Staat, ja jede Organisation ist deshalb immer so stark, wie seine institutionalisierten, sachlichen Strukturen stark sind. Der persönliche Anteil hat ganz andere Wirkbereiche.

**Dabei hat sich auch Barack Obama 2012 ganz genau derselben Methoden bedient. Und ganz sicher auch Hillary Clinton 2016. Aber es greift bei weitem zu kurz, wenn man sagt, daß diesmal Trump offensichtlich geschickter war in den Methoden der Manipulation. Denn das würde bedeuten daß man diesen Wahlentscheid tatsächlich entkräftet, den Wähler zur jederzeit manipulierbaren Maschine erklärt, und die Legitimität der Regierung in Frage stellt. Machen wir nicht diesen Fehler, der sich heute bereits so vorgefressen hat, daß er ganze Generationen verdirbt. Die bereits unfähig zur Lebensführung sind, weil sie völlig verunsichert sind, weil ein falsches Bild von der Realität ihrer Entscheidungen haben.





*290318*

Freitag, 13. April 2018

Der italienische Stil (2)

 Teil 2) Mussolini-Italien bis zum Ausbruch des 2. Weltkrieges



Der Zusammenbruch Italiens unter Mussolini begann, als es ernsthaft versuchte, ein Großreich zusammenzuschustern. Sich also der italienische Stil, in dem die Welt im Spiel aufging, ja sich begründete, angesichts der unzweifelhaften innenpolitischen Erfolge selbst ernst zunehmen begann, also die Distanz zu sich selbst verlor.

Genau da sahen die prinzipiell humorlosen Briten ihre Positionen gefährdet, und reagierten entsprechend. Gleichzeitig brach 1936 Hitler Österreich aus der Nähe zu Mussolinis Italien - mit dessen Duldung - heraus.

Begünstigt durch die immer weiter voranschreitende Annäherung Italiens an Deutschland, das erst jetzt - eigentlich durch seine sich abzeichnende militärische Kraft, während die innenpolitische Zustimmung zum Faschismus in Italien abnahm - beginnt, den Ton anzugeben. Dennoch war Europa noch eher in Sympathie gestimmt, denn die Angst vor dem Kommunismus ging mächtig um. Anfang November 1936 verkündet Mussolini sogar die "Achse Berlin-Rom".

Österreich war damit verloren. Aber auch für Mussolini-Italien brach das Ende an, auch wenn es vorerst noch eine eigene außenpolitische Linie verfolgte. Aber die Humorlosigkeit Hitlers - als absolute Unfähigkeit zum Spiel - riß das verspielte Italien ins Verderben. Mussolini will Macht real machen, und da bricht notwendig seine militärische Potenz zusammen.  Ja, in Abessinien (Äthiopien) verstößt er endgültig gegen jede Humanität, die sein ästhetischer Stil erst verhieß. Ab da bricht auch die Zustimmung im Volk ein, und er macht sich die Briten zum Todfeind, denen er den Weg nach Indien absperren will.

Und genau da reißt er auch das erst jetzt kongeniale Hitler-Deutschland in entscheidende Kalamitäten: Die notwendige deutsche Intervention erst in Jugoslawien, dann in Griechenland (was sich noch als besonders folgenreich erweisen sollte) und dann in Nordafrika (Libyen ist ab 1911 italienisch, aber zwischen den Engländern am Suez-Kanal in Ägypten und den anlandenden Amerikanern in Algerien eingekeilt) ist einer der definitiven Sargnägel an Hitlers Bestrebungen. (Denn von Plänen kann man nicht wirklich sprechen.)

Es mag Träume gegeben haben, aber nie Pläne. Das verzögert den Rußlandfeldzug 1941 entscheidend. Nämlich um genau die paar Wochen, die für die Eroberung Moskaus angesichts des einbrechenden Winters und der viel zu dünnen Versorgungsmöglichkeit (die deutschen Armeen hatten nicht einmal Winterkleidung, die der eigentlichen deutschen Taktik der Beweglichkeit hohnsprechende völlig unzureichende Mobilisierung ist ohnehin nicht mehr erwähnenswert) gefehlt haben.

Mussolinis Verwechselung von Spiel und der Realität der Moderne kostet schließlich aber auch Deutschland enorme Kräfte, das Dritte Reich überdehnt sich endgültig. Und sie entscheidet die Invasion in der Normandie, die genau von jenen britischen Armeen getragen wird (die amerikanischen Landeabschnitte sind ja teils furchtbar verblutet), die erst in Dünkirchen entkommen lassen wurden, dann aber - immer unter demselben Befehlshaber, Bernard of Montgomery - in Nordafrika über Rommels vereinte Deutsche und Italiener im Mai 1943 gesiegt hatten.

Aber auch umgekehrt: Man muß Mussolini zugute halten, daß er mit gewisser Vernunft gerechnet hatte. Denn nicht nur Italien war 1939 nicht zu einem nächsten Krieg bereit, sondern auch Deutschland. Das wußten alle Militärfachleute. Auch in Deutschland, weshalb Hitler die Generäle der Wehrmacht absetzte und selbst die Fäden in die Hand nahm.

Aber Hitler stellte Mussolini nach und nach einfach vor vollendete Tatsachen. Die gewaltigen Erfolge der deutschen Armeen in Polen 1939 und in Frankreich 1940 überrumpelten auch den Italiener. So entschließt Mussolini sich zum Angriff auf das britische Ägypten, der fatal verläuft, und sogar für den Angriff auf Griechenland.

Naja, immerhin, er hielt den Pakt, wenn er auch erst hinterherhinkte. Aber er verlor alles. Weil Italiens bereits in Abessinien angeschlagene Militärkraft - im Stahlpakt devot verkauft und in ein gemeinsames Schicksal verhangen - nichts mehr vermochte. Italien war nicht mehr kriegsfähig, und wurde so zum Gehilfen Deutschlands, das schließlich in Stalingrad endgültig verblutete. Es konnte damit der Invasion der Amerikaner in Sizilien 1943 nichts mehr entgegensetzen. Aber es hat damit Deutschlands Armeen, die ständig Feuerwehr spielte, endgültig überlastet.

1943 wird Mussolini in Italien vom König abgesetzt und inhaftiert. Dann von der SS befreit, und "regiert" von deutschen Gnaden noch einige Monate ein Restitalien am Gardasee. 1944 wurde er von Partisanen ermordet.

















*300318*