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Dienstag, 11. November 2014

Womit man nicht rechnet (1)

Im Fußball haben Stürmer immer einen Vorteil den Verteidigern gegenüber: Sie haben die Initiative, und der Verteidiger muß immer erst rezipieren und dann kann er erst reagieren. Auch wenn das hochgradig verselbständigte und mit der Erfahrung komplexer verschränkte Handlungsmomente sind, gibt es immer das "Neue", mit dem der Verteidiger überrascht werden wird.

So, wie in allem konkreten Detail das Ganze - irgendwie - steckt, ist auch dies eine Analogie für Lebensvorgänge. Wer ein Tor schießen, wer die Partie entscheiden will, versucht, die Verteidigung auszutölpeln. Etwa, in dem er über eine Seite angreift, mit der niemand gerechnet hat. Und aus der Kriegsgeschichte läßt sich noch etwas ablesen: Sturmvorteil haben vor allem die, die ungenierter und zuerst ethische und kulturelle Grenzen überschreiten. Indem sie Schranken, die der Verteidiger sich selbst und damit auch dem anderen beimißt, überschreiten. Etwa, indem mit einer je neuen Dreistigkeit gelogen, einfach behauptet wird, die aber noch die höhere Gewißheitsstufe und -vorsicht des anderen benützt. Vereinfacht: Der andere kann sich nicht vorstellen, daß sein Gegner derartig dreist lügt. Also nimmt er dessen Lügen vorerst zumindest ernst, bis er lernt (und das ist ihm sogar anzuraten), daß er dem anderen gegenüber niedrigeres Vertrauen ansetzen muß. 

So zersetzt die Lüge eine gelebte Gemeinschaft. Der Lügner geht ohnehin nicht davon aus, daß der andere weniger lüge als er, der der weniger lügt (oder lügen will) mißtraut dem anderen aus besagten Gründen der Erfahrung. Aber wie im Fußball, hat vorerst der Stürmer den Vorteil, und gleichzeitig weiß man gar nicht, wo er noch solche Vorteile hat, denn er hat das Niveau des Vertrauenscodex des Spiels gedrückt, wie weit ist aber nie ganz klar. 

Dieses "Spiel" läßt sich im 1. Weltkrieg exemplarisch ablesen. Stück für Stück zerbrach das Vertrauen in den Gegner, Stück für Stück meinte jeweile eine Seite daß es um der Existenz willen notwendig sei, die bisherigen ethischen Grenzen nach unten zu revidieren. Das Ergebnis war ein im wahrsten Sinn grenzenloser Einsatz von Mitteln, die nur ein Ziel erfüllen mußten: Den Gegner zu schädigen, egal wie, egal zu welchem Preis.

Aber nicht weniger exemplarisch (und umso lehrreicher, schon ob der Ähnlichkeit zu historischen Ereignissen) ist das Verhalten der Klimawandelpropheten. Der Normalbürger kann sich nicht vorstellen, daß jemand, der - noch dazu mit entsprechenden Würdenzeichen ausgestattet - so dreist lügt. Behauptungen aufstellt, die schlicht und ergreifend nciht stimmen, und genau das nicht sind, als was sie ausgegeben werden: Wissenschaft. Der Zweck heiligt jenen aber die Mittel, und der Zweck ist: Weltrettung. Könnten sie es nicht mit dem Klimawandel, würden sie es über irgendetwas anderes, davon kann man ausgehen. Denn ihr Verhalten liegt im Archetypischen ihres Charakters. Mit dem Klimawandel hat man lediglich den Schritt zum "Absoluten", zur unbezwingbaren Macht tun wollen, nachdem die vorherigen Schritte und Katastrophenwarnungen durch ihr Nicht-Eintreten das eigentliche Ziel - Macht - unterlaufen haben.

Eine jüngste Facette zeigt nun die Medienlandschaft mit der aufgestellten Behauptung (und Medien, Journalisten, haben ja so gut wie nie ihre Behauptungen aus eigenem Nachdenken und Forschen, sondern von anderen übernommen) daß durch die CO2-Anreicherung der Atmosphäre die "Meere versauern" würden. Mit der Behauptung, daß "die Meere" in ihrem ph-Wert einer Grenze zusteuern würden, die das Meeer, das basisch ist, zu einer "Säure" machen würden, die für alles Leben im Meeer (und damit auf der Erde) tödlich wäre.




Morgen Teil 2) Warum von einer absehbaren "Versauerung der Meere" zu sprechen 
ganz sicher nicht wissenschaftlich ist




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Gezielter Völkermord als Kriegsmittel (2)

2. Teil) Es ging gezielt um Menschenvernichtung. 
Der Feind war nicht ein Staat, sondern ein Volk, das nur eines nicht konnte: Aufgeben.



Wobei man, wie gesagt, nicht auf Sprengwirkung setzte. Die war nur ein Mittel, um dem eigentlichen Wirkmittel, der Brandbombe, den Weg zu ebnen, und offen zu  halten. Eine bereits zerbombte Stadt war Sprengbomben - deren Einzelgewicht sich innerhalb dieser Jahre vervielfachte, so waren sie wenigstens noch als Bunkerknacker brauchbar - gegenüber überhaupt immun, da half nur Feuer. Man wollte Land, Fläche, Stadtfläche zu einem alles Leben verunmöglichenden Raum machen. Als militärisches Mittel gezielter Feindbekämpfung war die Sprengbombe unbrauchbar und viel zu zufällig. Man brauchte also "Dichte des Zieles".

Was die Zivilbevölkerung "einfach" erduldete, war unermeßlich. Die meisten Frontsoldaten, die auf Heimaturlaub waren, waren froh, bald wieder an die Front zu können. Denn so schlimm wie in der Heimatstadt war es dort bei weitem nicht. Jeder Soldat, der seine Hände hebt und die Waffe wegwirft, wird schonend behandelt, wird nicht mehr bekämpft. Was hätten die Bewohner deutscher Städte machen sollen, wenn fünfhundert Lancaster mit 3 Millionen Stabbrandbomben anflogen?

Und Hitler? Der dachte bis zum Schluß nur an Vergeltung. Was die Engländer natürlich mit Schmatzhand aufgriffen, denn die Verhältniszahl war erdrückend. Sämtliche V-Waffen töteten weniger Engländer, als diese bei einem einzigen Angriff auf Pforzheim über die Klinge springen ließen. Für diese Genugtuung blieb der Bevölkerung oft nur noch Lynchjustiz an Abstürze überlebenden Bomberpiloten. Aber an die Möglichkeit eines Sieges im Krieg glaubte niemand mehr, nur sagte man es nicht. Goebbels beklagte das. Die deutsche Propaganda war ja bislang in Schritten mutiert: im 1. Kriegsjahr hieß es "wir haben gesieht", im 2. "wir werden siegen", im 3. "wie müssen siegen", und im 4. "wie können nicht besiegt werden". Passives Erdulden war die Devise geworden, "siegen zu können" glaubte niemand mehr der täglich erlebte, daß die deutsche Luftabwehr die Vernichtung des Landes nicht einmal ansatzweise verhindern konnte. Die Propagande konzentrierte sich auf den Umstand, daß man zwar mit Psychologie nicht siegen, aber verlieren konnte. Denn daß man Menschen in rauchenden Trümmerhaufen nicht zu Hurra-Schreien bewegen konnte, war Goebbels klar. Also mußte man ihre Haltung loben, mit der sie das alles durchstanden.

Am Schlachtfeld hatte England vorerst verloren - also verlegte es sich ab Mai/Juni 1940 auf das Vernichten des Zivilen. Vorsorgehalber bestellte England in den USA Millionen von Gasbomben. Die aber denn doch nicht zum Einsatz kamen. Man fand und perfektionierte weniger skandalöse Mittel - die Flächenzerstörung durch Brand. Zahlreiche englische und amerikanische Bischöfe protestierten gegen diese unmoralische Vernichtungsstratege, deren  militärischer Wert eine längere Abhandlung braucht um noch "gültig" zu bleiben, weil sämtliche Werte erst einmal umgewertet werden müssen, um am Schluß noch plausibel zu bleiben. Erst rechtfertigten bewußt nach oben korrigierte Opferzahlen aus dem Revanche-Bombardement Londons ab August 1940, "Deutschland hat so viel Elend über Europa gebracht ..." zog aber schließlich als ultimatives Argument, um aller Gewissen, selbst das Churchills, zu beruhigen. London wurde propagandistisch zum Mythos des Durchhaltens stilisiert, und zwar auf groteske Weise für beide Seiten und durch die selben Übertreibungen. Aber nach dem wirklichen Ausweiten der Katastrophe, etwa im Ruhrgebiet, breitet sich spätestens ab 1943 Resignation aus.

Der Satz "Der Führer hat uns belogen" wird allgemein, wenn auch heimlich. Wer solchen Terror wehrlos hinnehmen muß, wer seine Bevölkerung davor nicht zu schützen vermag, dem glaubt man nicht mehr, daß er das Los wenden könnte. Man beginnt zu ahnen, daß alle Opfer umsonst sein werden. Das Beben der Erde unter den Detonationen wird von vielen als Weltuntergangserlebnis beschrieben, das dem Menschen jeden Platz auf Erden entzieht.

Der Staat Deutschland sorgte sich freilich vorbildlich um die Opfer. Hitler hatte ja immer einen Arbeiteraufstand wie 1918 gefürchtet. Die Engländer hatten sogar etwas dieser Art erhofft. Mit Millionen Butterbroten nach Bombennächten etwa wurde aber bemerkenswert "feinfühlig" reagiert. Mit Getränken, mit Kaffee, mit Millionen ausgegebener Essensrationen, mit einer Sanitätsversorgung, die noch 1945 von 90 % der Bevölkerung mit "sehr gut" bewertet wurde. Nach den schweren Angriffen auf Köln speisten 80 % der Bevölkerung auf Staatskosten. Und der Staat "zahlte", bereitwillig. Entschädigungen für Eigentumszerstörungen, Häuser, Klaviere, Hausrat, und steuerte die Inflation dann durch Preisregelungen. Augenblicklich bildete sich ein riesiger Schwarzmarkt, Natürlcih illegal. Aber als Bingen Tauschware für dringenden sonstigen Bedarf benötigte, konfiszierte es einfach einen Salzkahn, der vor Anker lag.

Größter Wert wurde auf "persönliche Begräbnisse" gelegt. Der Aufwan den man betrieb, Tote zu bergen, zu bestatten, zu identifizieren, war beträchtlich. Wenn es auch manchmal nicht mehr ging, wie in Dresden, wo tausende Tote schließlich auf Rosten aus Eisenbahnschienen - manche kannten dieses Prozedere aus Auschwitz - verbrannt wurden, weil der Verwesungsgestank unerträglich, die Eingrabekapazität aber überfordert war.

Die Währung? Man möchte das den "Gold ist Geld"-Trotteln von heute gerne wieder und wieder ewrzählen, wären sie nicht unbelehrbar stumpf, wie die Bombenopfer - bezahlt wurde mit allem, was gebraucht wurde. Zigaretten, Strümpfe, Wäsche, natürlich auch Geld (zu eigenen Kursen), was eben "Wert" hatte wurde zur Währung. Gold wollte niemand. Dafür interessierten sich erst nach 1945 die tausenden von amerikanischen Spekulaten, die das Land durchkämmten. Denn in Amerika war Gold - für Schmuck, was auch immer - noch etwas wert, das hier so spottbillig gegen ein paar Zigaretten, Strümpfe, Butter oder Brot einzuhandeln war, wenn man es eben darauf stand. Bis Goldbesitz und -handel in Deutschland generell verboten wurden. Gold wurde hier erst etwas wert, als es allen wieder gut ging, man Raum für Kokolores hatte.

Mit 5-800.000 Toten (je nach Schätzung), also mit vielleicht einem Prozent der Bevölkerung, war der Erfolg der unglaublichen Vernichtungswellen, die in diesen vier Jahren Bombenkrieg über Deutschland rollten, aber außergewöhnlich bescheiden. England war tief enttäuscht. Man hatte mit vielen Millionen gerechnet. Und selbst davon waren noch ca. 40.000 Tote KZ-Häftlinge bzw. Zwangsarbeiter, die nämlich in ganz Deutschland Bunkerverbot hatten, sieht man von einzelnen "vorschriftswidrigen" Ausnahmen ab. Leipzig, im Erbe seines ehedemstigen Bürgermeisters Goerdeler (im April 1945 endgültig für seine Beteiligung am Putschversuch vom 20. Juli 1944 hingerichtet), war dabei herausragend mutig.

Und doch verließen die Menschen die Städte nicht. Nicht, wie von der Reichsführung gehofft oder geplant. 20 Millionen (!) Menschen, so Göbbels, hatte man in "sichere Gebiete" auszusiedeln geplant. Aber nur ein Bruchteil davon ging fort. Die Menschen wollten in ihren Städten bleiben, und lieber sterben. Aber sie waren meist apathisch, desinteressiert, nur auf primitive Lebensvorgänge fokussiert, depressiv weil hoffnungslos, und nur noch beschäftigt, ihre Verwandten und Kinder zu finden, oder zu besuchen. Alles, was ihr Leben ausgemacht hatte, was sie sich materiell geschaffen hatten, war zerstört.*

Die meisten Verantwortlichen in England konnten sich 1945 nicht vorstellen, daß sich ein derartig seiner materialen Grundlage und seiner Geschichte, seiner Kultur beraubtes Volk, ein derart ausradiertes, vernichtetes Land, jemals, oder bestenfalls nach Jahrhunderten, wieder aufrichten könne.




*Österreicher können sich das Ausmaß des Bombenkriegs gegen die deutsche Bevölkerung nicht vorstellen. sie können sich auch nicht vorstellen, derartig seiner materialen kulturellen Grundlage beraubt zu werden. Ja, auch Wien wurde schwer bombardiert, ja, Wiener Neustadt (Henkel-Flugzeugwerke) war 1945 schließlich eine der meistzerstörten Städte des Dritten Reiches, war ausradiert. Aber das alles fand erst ab 1944 statt, als Italien mehr und mehr nach Norden zu erobert wurde, die Reichweite der allliierten Bomber also nunmehr ausreichte. Und auch die Heimatstadt des VdZ, Amstetten, wurde mit 200 Toten - bei vielleicht 7- oder 8- oder 10.000 Einwohnern (wie viele Einwohner die Städte damals hatten, ist bei den damaligen Wanderungsbewegungen oft nicht erhebbar) gar nicht so wenig - im finalen Angriff, wenige Wochen vor Kriegsende, als alles nur noch auf der Flucht nach Westen - durch Amstetten - war, beträchtlich getroffen. Ausgelöst durch eine SS-Einheit im Amstettner Außenlager von Mauthausen (für Aufräumarbeiten im mehrmals schwer bombardierten Bahnhof, der wichtig wegen der Erzlieferungen aus der Steiermark war), die sinnlos die bereits abdrehenden US-Maschinen zu beschießen begann. 

Den wirklichen Terror wie Deutschland hat Österreich aber nicht, nicht in diesem Ausmaß erlebt. Viele Österreicher glauben ja heute noch, zu den Guten zu gehören, weil sie Salzstollen im Salzkammergut, in denen viele, ja unermeßliche Kunst- und Kulturschätze Deutschlands eingebunkert waren, an die Alliierten auslieferten. Österreicher können in Fragen des Krieges, der Geschichte, seit mindestens 100 Jahren nicht mehr ernst genommen werden. Der Großteil der Bewohner dieses Landes faselt sowieso generell nur noch, gibt wirres., vor allem aber böses Zeug von sich.



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Montag, 10. November 2014

Gezielter Völkermord als Kriegsmittel (1)

Die Entnazifizierung Deutschlands, schreibt Jörg Friedrich in dem auch sprachlich großartigen Buch "Der Brand", hat bereits 1941 begonnen, und war 1945 abgeschlossen. Denn als dem detusche Volk im "moral bombing", dem gezielten Vernichten ganzer Stadtstriche, ganzer "Weltteile", die für einen Menschen während der Angriffe keinerlei Überlebensmöglichkeit mehr boten, jede Brücke zu seiner Vergangenheit abgebrochen wurde, als es allen gleichermaßen nur noch ums Überleben ging, war Ideologie nicht einmal mehr Nebensache. Nur noch aufrecht erhalten von Funktionären. Aber das betroffene Volk dachte nicht mehr an Ideologie, sie war ihr gleichgültig. WEr alles verlor, hatte an Lebenskultur ohnehin kein Interesse mehr. Depression war fast allgemein, wenn man wie in so vielen Städten 100, 120, 150 Angriffe in diesen Jahren erlebt hatte. Man kochte nicht mehr, man wusch sich nicht mehr, man kümmerte sich nicht mehr um Kleidung.

Ausgenommen - die Beamten, die, die vom Staat nach wie vor lebten. Oder Geld fürs Denunzieren bekamen - von 1941 bis 1945 gab es in Deutschland 15.000 Todesurteile, das Zehnfache der Zeit seit 1933. Oft für Bagatelldelikte, wo sich jemand eine Wurst aus den Trümmern in die Tasche gesteckt hatte. Die bekannte Geschichte.

Der Bombenkrieg der Alliierten war nur ganz anfänglich an "militärisch wichtigen Zielen" interessiert. Schon bald aber war das uninteressant, nur noch ein scheinheiliges Argument. Die waren auch viel zu schwer auszuschalten. Viel effizienter war dagegen das flächige Auslöschen ganzer Stadtviertel. Wo in engen Gassen Althaus an Althaus stand. Wo Markierungsflieger erst den Rayon absteckten, durch Abwerfen verschiedenfarbiger Markierungsbomben das Ziel für die höher fliegenden Bomber erkennbar machten, woraufhin Sprengbomben Fenster und Dächer öffneten, woraufhin ein Vielfaches von Brandbomben, oft so dicht geworfen, daß nicht einmal ein Fahrrad noch durchfahren konnte, die Stadtfläche auslöschte.  "Moral bombinb" nannte man das auf Seiten der Alliierten. Und England hatte darin ja bereits Erfahrung, wie in Indien einige Jahre zuvor.

Technisches Ziel dabei war ein Feuerorkan: In gewisser Dichte, wo sich die vielen Einzelbrände zu einem einzigen Brand zusammenschlossen, wurde durch die Verbrennung so viel Luft angesogen, daß ein regelrechter Sturm aus dem Ansaugen von Sauerstoff entstand, der die Flammen bis in 4000 Meter Höhe unter enormer Hitze auflodern ließ. Luft zum Atmen war da am Boden aber nicht mehr vorhanden. Wer meinte, in Kellern sicher zu sein, erstickte, verschmorte, verkohlte, weil die Keller zu Backöfen wurden, man das Gemäuer oft noch eine Woche später nicht angreifen konnte, weil es so heiß war.

Besonders ausgeklügelt waren die abgeworfenen Zeitminen. Sie sollten verhindern, daß zu früh - also: ehe die Menschen in den Kellern erstickt, verbrannt, verschmort waren - mit den Aufräum- und Befreiungs- und Bergungsarbeiten begonnen wurde. Man mußte sie fürchten.

Der Bombenkrieg der Engländer und Amerikaner wollte nicht militärische Ziele treffen. Er wollte Menschen töten. Offiziell, bewußt, gezielt. Man plante Angriffe nach Opferzahlen, und war regelmäßig enttäuscht, weil der Überlebenswille, die Überlebenskraft der Deutschen alles übertraf, was man sich vorstellte. Mehr als 20-40.000 Tote waren nicht zu erreichen. Wie in Hamburg, Darmstadt, Dresden, Krefeld, etc. etc. Bomber-Harris träumte aber vom ultimativen 100.000-Toten-Angriff. Aber die Deutschen taten ihm nicht den Gefallen. Es war kaum zu glauben!

Aber das machtge wenig. Denn das Bomber Command in England fand heraus, daß Klein- und Mittelstädte das viel lohnendere, effizientere Ziel waren. Militärisch waren die zwar meist wertlos, militärische Ziele wurden bestenfalls als schamvolles "Argument" dann und wann angeführt. Der Ausstoß der Rüstungsindustrie war aber nie so hoch wie im Februar 1945. Man traf die Industrie nicht wirklich.

Aber man hatte ohnehin längst das Volk zum militärischen Faktor erhoben. Um militärische Ziele ging es nicht. Und kleine Städte waren viel effizienter völlig zu zerstören. Berlin lohnte - trotz der gigantischen Angriffe - nicht wirklich. Es war viel zu "brandsicher", zu zerstreut verbaut, mit viel zu breiten Boulevards und Straßen, Brandabschnitten, und hatte kein richtiges Zentrum. Das war bei Köln, Stuttgart (ach, wie das brannte!), Dortmund, Bremen, Karlsruhe, Hannover (!) oder München schon anders. Nicht einmal, nicht fünfmal, nicht zwanzigmal. Hundertzwanzigmal. Hundertfünfzigmal. Die Krupp-Werke in Essen, als Stadt völlig niedergebombt, hatten insgesamt nur wenige Stunden Produktionsausfall. Es stand nichts mehr in der Stadt, und Sprengbomben verpufften, weil keine Wände dem Druck entgegenstanden. Aber man wußte: da ware noch Menschen! Das mußte das Feuer erledigen. Als die Amerikaner mit Bodentruppen nachrückten, 1945, standen sie sogar vor der Erfahrung, daß sich Ruinen sogar äußerst gut zur Verteidigung eigneten.

Wie schön (und für die Bevölkerung aussichtslos) brannten doch die historischen Altstädte eines Weinortes wie Heilbronn, oder in Krefeld, oder in Schweinfurt, oder ... oder ... man WOLLTE eine Kultur auslöschen. Als im Frühsommer 1944 jede Luftabwehr des Deutschen Reiches zusammenbrach, wurde der Bombenterror so gesteigert, daß im letzten Dreivierteljahr des 2. Weltkrieges fast so viel Bombenlast abgeworfen wurde, wie in all den Jahren zuvor. Nun konnte man sich austoben. An manchen Tagen zogen 9-10.000 Bomber und Jagdbomber - die gleichfalls keine militärischen Ziele hatten, sondern bewußt die Bevölkerung terrorisieren sollten - über Deutschland und bombten nieder, was ihnen auffiel. Begleitet von Jagdbombern, die sich gezielt und mit Auftrag auf Zivilansammlungen stürzten. Man wollte das Volk treffen, die Moral. Und wenn es wie in Swinemünde ein reines Massaker an Flüchtlingen wurde, die gerade den Schiffen entstiegen waren, die sie aus Ostpreußen evakuiert hatten. 20.000 Tote, nur dort und bei einem Angriff. Man muß verstehen, die Bomber hatten Peenemünde nicht gefunden.

Alleine auf Hamburg fielen in den Nächten der Großangriffe mehr Bomben, als Deutschland im ganzen Krieg auf englische Ziele als "Vergeltung" abgeworfen hatte. Man feierte in den Fliegerhorsten, wenn man zurückkam, und vom gelungenen Totalbrand der historischen Altstadt Würzburgs berichten konnte.  Beratschlagte mit streng objektiver Sachkenntnis und -miene, wie man die Feuereffizienz noch steigern konnte. Ohne Feuerorkan war alles fast sinnlos. Manche Städte, wie die Universitätstadt Bonn, wurden überhaupt nur als "Übungsziele" für neue Vernichtungsstrategien im Zusammenwirken von Spreng- und Brandbomben, Zeitzünderminen und Markierungsflugzeugen, vernichtet. Man wollte ihn erreichen, diesen Orkan, der wie ein Glühofen von selbst zu arbeiten begann.

Und es gab da durchaus neue Wege. Würzburg war etwa so eine dieser Entwicklungsstufen. Man hat hier den "Fächer" erstmals angewandt. Ein markanter Punkt - historische Gebäude waren dafür ideal, sie waren auch aus großen Höhen erkennbar - wurde von niedrigfliegenden ersten Mosquito-Jagdbombern (Luftabwehr gab es ja Ende 1944 kaum noch) gezielt in Brand gebombt. Weitere leuchteten mit Brandbomben in grün oder rot einen trichterförmigen Korridor aus. Von nun an flogen alle die hunderten, ja tausenden Flugzeuge allesamt zuerst über diesen Punkt. Zehn, zwanzig Maschinen in der Minute. Ein Markierungsflieger der Bomber Commands teilte jedes Flugzeug nach Sekunden ein, die es mit dem Abwurf warten, und nach der Richtung in dem aufgehenden Trichter, in die sie fliegen sollten. So wurde die Flächenwirkung, die für ein Flammeninferno notwendig war, am perfektesten erzielt, geplant und überwacht und vor Ort dirigiert. Aber nicht auf einmal. Nach den ersten Wellen kamen noch einmal die Mosquitos, kontrollierten den Treffererfolg, und korrigierten per Funk die nächsten Wellen, nötigenfalls.

Besonders Highlight: Die Bomber flogen nach so einer Attacke zurück, wendeten aber nach einer Zeit wieder, um nach 60 oder 90 Minuten zurück zu sein. Dann war damit zu rechnen, daß viele Menschen aus den Bunkern und Kellern bereits herausgekommen waren. Vor allem waren dann auch die Rettungsmannschaften effizient auszuschalten. Denn löschen durfte die Brandherde niemand, sie mußten sich ja zu Inferna entwickeln, die Welt zu einem nicht mehr von Menschen bewohnbaren Raum machen. Das war das Grundkonzept.



Morgen 2. Teil) Es ging gezielt um Menschenvernichtung. 
Der Feind war nicht ein Staat, sondern ein Volk, das nur eines nicht konnte: Aufgeben.






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Kriege von Barbaren

Im ersten Weltkrieg betrug der Anteil an Zivilopfern 10 % aller Toten. Im zweiten Weltkrieg 50 %. Im Vietnamkrieg 70 %. Und im Irak-Krieg 90 %. Die Geschichte von der waffentechnischen Überlegenheit der USA, die sogar "saubere" Kriege erlauben würde, ist eine glatte Lüge der Propaganda. Das Gegenteil ist wahr. Die Amerikaner können nur ganze Weltzonen vernichten, so wie sie es mit dem Bombenkrieg 1942-45 bewiesen haben, herbeigerufen von maßlosen Engländern, die lieber die ganze Welt in Schutt und Asche legten, als eine Niederlage oder auch nur einen stärkeren Gegner einzugestehen. 

Aber das ist die puritanische Art, "Kriege", die nicht einmal mehr erklärt werden, zu führen. Weil sie jeden Feind ignorieren und deshalb gar nicht mehr kennen, heute hochziehen, was sie morgen in hysterischen Anfällen samt jedem umgebenden Raum (und vorwiegend diesen, um Welt auszulöschen, die ihnen ihr Versagen zeigen würde) in Grund und Boden sprengen. Zu feige und sittlich zu unmännlich-schwach, sich einem Feind direkt zu stellen, die Spannung des Geistes zu ertragen, welche erst über kurzfristigen Nutzen hinausginge weil auf eine wirkliche Idee bezieht, vernichten sie mit einem technischen Overkill, der keine Grenzen mehr kennt, total und maßlos ist, ganze Zivilisationen. 

Sie sind dabei, nüchtern militärisch betrachtet, in einem Maß ineffizient und unkultiviert-inhuman, das das Land über dem großen Teich samt seiner angeblichen "technischen Überlegenheit", die aber nur Erstarrung in Abläufen bedeutet, als ein Dorf primitiver Barbaren erweist, die wie im border-line nur "Alles oder Nichts" kennen.

Ihr politische Inkompetenz zeigt sich darin, daß sie in allen ihren Maßnahmen das Gegenteil von dem erreichen, was sie ursprünglich anstrebten. Daran erkennt man unfreie, unsittliche Menschen zu allererst: die Amerikaner "scheitern" nicht, sie wissen gar nicht, was sie tun. Sie sind Kinder, die sich Bedeutung dadurch ertrutzen, weil sie drohen, sonst jeden Rahmen zu zerstören, der dem anderen noch etwas wert ist. Mit Methoden, die jeder Mensch mit Kultur und Persönlichkeit verweigert, weil sie keine Kultur sind und deshalb vom Menschsein wegführen.







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Sonntag, 9. November 2014

Politik und postnormale Wissenschaft

In großer gedanklicher Ruhe wird in diesem Film das Thema "Klimawandel umrissen. Er hat einen der Vorträge im Rahmen einer Tagung "Wo bleibt der Klimawandel?" im Jahre 2010 auf der Uni Leipzig unter Beteiligung namhafter Wissenschaftler stattfand, zum Inhalt. Auf sehr einfachem, aber grundlegendem Niveau wird die wissenschaftliche Fragwürdigkeit der Klimakatastrophen-Propheten und ihrer Aussagen dargestellt. Auch in den Zusammenhängen von Wirtschaft - Politik und Wissenschaft. Mit sehr interessanten Fakten und Belegen.


Eine der Kernaussagen: Die "Klimakatastrophe" ist Ausfluß der "postnormalen Wissenschaft", in der die Wissenschaft zum bloßen Instrument von Interessensgruppen und Politik wurde. "Klimawandel" IST Politik, und hat mit normaler Wissenschaft nichts zu tun. 

1Stunde. Sehenswert.







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Aus den täglichen Heften

Wo das Geglaubte nicht in Vernunft eingebettet liegt (und hier hat auch Logik ihren Platz), fällt der Mensch zwangsläufig in die Reflexivität der Selbstvergewisserung. Ununterscheidbar liegt dann "inneres Erleben" als "Vorhandenes", als Bewußtseinsinhalt vor ihm, ununterscheidbar ob es selbst evoziert oder im Zufammenfall mit der objektiven Wirklichkeit steht, als Inhalt des Seins also.

Immer ist Logik eingebettet in Wahrheit, und zwar in eine objektive Wahrheit, die jeder Logik dimensional (nicht aber zwangsläufig verbal-inhaltlich) unterschieden ist. Ohne Wahrheitsbegriff gibt es keine Logik. Aber die Wahrheit ist (in ihrem Grad - als TEILHABE an der Wahrheit selbst) immer fleischlich manifestiert. Sie ist lebendig, ja sie IST das Leben, an dem wir im Maß teilhaben, als wir in der Wahrheit leben. Wo sich der Wahrheitsbegriff des Einzelnen nicht zu diesem Begreifen des Lebendigen hebt, bleibt er in rationalistischem Formalismus stecken, innerhalb dessen er wiederum auf das bloß Gedankliche zurückfällt.

Wenn es aber nun heißt, daß Vernunft (und in ihr die Logik) das Wesen des Weges (oder: Tores) zum Geist - dem Geglaubten also - ist, so heißt das nicht, daß bloßes logisches Denken automatisch auch zum Geist führt. Vielmehr ist es ein weiter Weg, Geist ALS Geist zu begreifen, als Anfang wie Ende der menschlichen Entwicklung also. Der sich nicht nur über weltlich-inhaltliche Bilder erhebt, sondern von diesen frei (und doch auf sie bezogen) die höchste Höhe des dem Menschen Möglichen bedeutet. Geist zu begreifen, und insofern: geistig leben und denken, ist also die Frucht eines langen Weges des sittlichen Bemühens um Freiheit, den es zu gehen gilt. Dieser Weg kann gar nicht anders sein, als ein Weg der Befreiung, und damit der Läuterung, in der sich der Mensch im Geist aus dem Zwangsläufigen hebt (selbst wenn er immer wieder dareinfällt, also: sündigt), und zwar genau OHNE sich vom (eigenen) Fleich zu distanzieren, sondern es in sein Insgesamt hineinzuholen. Denn der Mensch reicht über die gesamte Schöpfung in Gott hinein, und nur als dieses alles integrierend ist er Mensch.

Bleibt der Mensch in dieser Ungewirklichkeit, in dieser Fiktionalität (als Selbstvorwurf), sucht er unweigerlich sinnliche Bestätigung. Das heißt, daß sich sein Wirklichen auf die Suche nach Erlebnisinhalten konzentriert, die ihn - als Referenz auf die (bzw. "eine") Wirklichkeit - bestätigen. Das gilt auch für den Kult. Er wird also Erlebniswelten suchen, die ihn im Gefühl bestätigen. Denn dieses Selbstgefühl ist für ihn der Raum, in dem er "er selbst" ist. Es gehört zum Wesen des Heidentums, daß es zwangsläufig in solche Gefühlskulte und Erlebniswelten abdriftet. Weil ihm diese Vernunfthaftigkeit in der Wahrheit fehlt. 

Heil und Selbsthaftigkeit wird psychologisch verankert, Wirklichkeitserfahrung zum Produkt psychologischer Mechanismen der Selbstsetzung und -vergewisserung: Selbstsein wird zur (nur mehr oder weniger fanatischen) Selbststatuierung. Die Angst vor dem, wie die Dinge wirklich sind (oder, noch schlimmer, sein könnten) wächst. Der Blick für die Welt trübt sich, die Ratio schließt das innere Wort zu einem geschlossenen Kreis, mit der Tendenz, unliebsames Wirkliches zu vernichten bzw. zu ignorieren.

Der Mensch ist nicht ontologisch gegründet, wird damit nicht geisthaft, sondern reflexiv-rationalistisch und sentimental (als Simulation von Gefühl, so wie man sich eine Wohnung mit Blumen ausschmückt, um sie schön oder gemütlich erscheinen zu lassen). Der ungeistige Mensch verankert sich deshalb in "Erlebnis" ("Empirie"), identifiziert Geist mit Bild und Materialem (Physikalischem), und ist sich selbst Maßstab der Wahrheit (soweit das überhaupt möglich ist).


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Demut heißt nicht, schreibt übrigens sehr richtig Martin Luther (in seiner frühen Zeit, wo er ihr Wesen noch begreift, ehe er sich in der Reflexivität der Selbst-Statuierung des eigenen Seins überhebt), sich niedrige oder schlechte Bilder von sich vorzustellen. Demut ist hingegen von dem nicht zu trennen, was mit Identität zu bezeichnen ist. Sie muß immer konkret sein, weil sie ohne Inhalt, auf den sie sich bezieht, auf Sachgemäßheit also, nicht denkbar ist. Wo sie ihr anderes Gesicht, die Hochgemutheit, zeigt.

Wenn also konkrete figurale Identitätshinhalte fehlen, bleibt dem Menschen gleichermaßen nichts mehr übrig, an dem er demütig werden, wo sich diese Demut wirklichen könnte. Menschsein ist also ohne Kultur (als konkretes Zueinander von konkreten Gestalten) und kulturelle Differenzierung mangelhaft und unerfüllt und unerfüllbar. Die Ideologie der Gleichheit entzieht also der Demut ihren Boden, so wie sie die Identität der Menschen ins Nichts wirft - und alle gleichermaßen in den Hochmut treibt, weil dem Selbstsein nur ein Mögliches, aber Unerfülltes entspricht, das es selbst zu "entwerfen" gilt, weil der Persönlichkeit jeder konkrete Boden fehlt, an dem sie wachsen könnte. 

Fehlt das kulturelle Figurentheater (gewissermaßen), in dem jeder seinen Part einnimmt, seine Rolle spielt (und das heißt: Demut, Dienst an der Rolle, und DARIN Dienst am Sein selbst, und DARIN Weg zur freien Geistigkeit), kann sich der Einzelne nur noch selbst halten. Indem er sich immer das vorwirft, was er "sein könnte", das natürlich rein fiktiv bleibt und im Grunde gar keine Aussage darüber enthält, was er wirklich sein könnte. (Weshalb es eine häufige Erscheinung ist, daß Menschen glauben, ALLES sein zu können, was natürlich nicht stimmt.) Gleichzeitig wächst die Angst vor der Verwirklichung (die es nur als Verwirklichung in der Gestalt gibt), weil die Wirklichkeit zur Gefahr für das nur von einem selbst zu haltende "Ich" (als Selbstbild) wird. Das Streben eines solchen Menschen geht also vorwiegend darauf, die Bedingungen einer Wirklichung bestimmen zu wollen - ohne sie ins "hic et nunc", ins reale Jetzt setzen zu müssen. Sein Denken wird zur Selbstvergewisserung (die natürlich nie zu einem Ende kommt, weil es diese Selbstvergewisserung gar nicht gibt, denn Sicherheit kann nur über manifeste Fleischlichkeit, also im Dialog mit der Welt, erwachsen, soweit sie überhaupt erwachsen kann.)

(Hier setzt die Theologie des Kreuzes an, die das Kreuz nie kennt, das sie aufzuschultern bereit ist, und sich hierein in Gott, das Sein, daraus in die Vorsehung - Plan und Wille Gottes erfüllend -, birgt. Selbstvergewisserung ist also in diesem Aspekt auch Kreuzesscheu.)

Umgekehrt ist es völlig logisch, daß eine solche Kultur (bzw. kulturelle Gesellschaft) zu einer kollektiven Veranstaltung des Mobbing (und des Urheberdiebstahls) wird. Denn Mobbing bedeutet, dem anderen seinen Platz zu verweigern, durch Ignoranz (die unter das 5. Gebot, das Tötungsverbot, fällt) des realen Figürlichen, Gestalthaften. Mobbing greift auf das rein fiktive Ich zu, und sucht zu verhindern, daß reale figurale, fleischliche Forderung entsteht, wie sie Akzeptanz des anderen in dessen Identität als "der andere" mit sich bringt.  Nimmt der andere aber eine konkrete Gestalt ein, wird das Nichts der eigenen Nicht-Gestalt (die nur fiktiv existiert) dramatisch.





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Samstag, 8. November 2014

Am Pannenstreifen überholt

Der VdZ mußte herzlich lachen ... da meldet nun Lockheed, daß man unmittelbar vor einem Durchbruch stehe, ja, ihn bereits erreicht habe. In zehn, fünfzehn Jahren wäre man in der Lage, einen (auch: Mini-)Fusionsreaktor zu bauen. Der übrigens durch die Verschmelzung von Wasserstoffatomen funktioniert, so, wie die Sonne im Prinzip: Unter enormer Hitze werden Wasserstoffatome miteinander verschmolzen. Die Reaktion ist - enorme Freisetzung von Wärmeenergie. (Die sogenannte "Wasserstoffbombe" benützte für diese Fusion ja eine Atombombe.) Ohne Risken, daß sich der Prozeß wie bei der Atombombe verselbständigen könnte. Denn bricht die Energieversorgung durch einen Störfall zusammen, hört der Verschmelzungsprozeß sofort auf.

Nehmen wir an, Lockheed hat das nicht nur lanciert, um seinen Börsenkurs in die Höhe zu treiben. Nehmen wir an, das stimmt. Nehmen wir an ...

Das nämlich - und von daher der Heiterkeitsausbruch, der freilich einen sehr bitteren Zug hat - möge sich einmal jemand vorstellen: In zehn, fünfzehn, zwanzig Jahren stellt die Welt auf Wasserstoff-Fusionsreaktioren um, um Stromturbinen zu betreiben. TROTZ und NACH dieser unsäglich dummen und aberwitzigen, ja größenwahnsinnigen Energiewende. 

Dann können wir uns die eine ganze Kultur traumatisierenden Windräder und schon gar diese Fahne der Häßlichkeit, den Solardreck, in die Haare schmieren. An denen wir, und nach uns noch Genrationen um Generationen, im Namen eines umfassenden Wahns - Klimawandel und Energiewende - zahlen.

Zeit für einen Schluck Bier ...




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Amerikanische Kultur

Ray Charles - "Hit The Road Jack"







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Freitag, 7. November 2014

Aufruf zum Kreuzzug

Immer wieder erfaßt einen beim Lesen von Schriften von Carl Schmitt das Gefühl, sie wären gestern erst in einer Schreibstube in Winkelhofen in Bayern verfaßt worden, so aktuell sind sie. Und beweisen damit die enorme wissenschaftliche Qualität seiner Arbeiten, die vor 80, 90 Jahren verfaßt wurden und in ihrer Analytik Dinge in ihrer Entstehung erkannt haben, die seither - und vor allem heute - regelrecht ausblühen. Wohl deshalb hat man sie zeitweise so bekämpft, wohl deshalb aber erleben sie, wie man hört, heute eine schwunghafte Renaissance. Mit Recht.

So zeigt Schmitt in seinen Analysen auf, wie die Einführung von universalistischen, moralistischen Kriterien ins Völkerrecht, spätestens nach dem 1. Weltkrieg, das Völkerrecht selbst auflösen. Denn dieses kann nur Staaten als souveräne, von der Weltgemeinde als Staaten respektierte und gleichberechtigte Subjekte betreffen. In dem Augenblick, wo man aber im Namen universalistischer Werte - "Humanität", "Demokratie", "Freiheit", "Gleichheit", "Wirtschaftsliberalität" ... - urteilt und vorgeht, löst sich das Völkerrecht allmählich auf, und wird zu einem Recht des Bürgerkriegs. Denn mit dem Staatsbegriff löst sich der Dreh- und Angelpunkt des Völkerrechts auf, das Recht auf Krieg. Das jeden Krieg, der im Rahmen staatlicher Souveränität geführt wird, automatisch als gerecht (von den übrigen Staaten) ansieht bzw. die Frage nach gerecht/ungerecht auf eine andere, nur indirekt völkerrechtliche Ebene hebt. Plötzlich aber wird zwischenstaatlicher Konflikt zur Religionssache werden, schreibt Schmitt,  und die Welt verspielt, was sie in Jahrhunderten errungen hat: daß der Krieg kultivierbar wird. 

Bei solchen Prinzipien kann es aber nur noch um Ausrottungs- und Vernichtungskriege gehen, und jeder Krieg wird zum fanatischen Bürgerkrieg, Krieg wird zur bewaffneten Mörderpartie von Verbrechern, die jede Gegenmaßnahme rechtfertigen, und alles in rechtsfreien Raum stellen bzw. Recht neu und universalistisch definieren.

Wie aktuell diese (natürlich von Schmitt wesentlich präziser ausargumentiert und durchanalysiert, als es hier möglich und beabsichtigt ist) Wahrheit ist, läßt sich am Problem des Islamismus ausgezeichnet studieren. Denn der Islamismus ist die Gegenreaktion gegen genau diese - vorwiegend von den USA weltweit durchgesetzte universalistische Völkerrechts-Uminterpretation - Aushebelung des Völkerrechts. Die konkrete Politik (v. a. der USA) hat es am Beispiel des arabischen Raumes eindrücklich vorexerziert. 

Hier wurden nach und nach sämtliche Staaten "geknackt", im Namen eben solcher universalistischer Werte, die jeden Staat, den es betraf und der seine Macht dazu verwendete, sich als Staat zu erhalten, zum Verbrecherregieme erklärten. Gleichzeitig wurden alle diese "bewegungen" von den USA (aber nicht nur von diesen) unterstützt, gefördert, ja ins Leben gerufen. Die Folgen waren evident, und zwar in ALLEN diesen Staaten. Die ausnahmslos entweder zerfielen (und nur noch dem Namen nach bestehen), oder mit Unterdrückungsmechanismen agieren, die jedes Maß sprengen (wie in Ägypten).

Vor allem aber kamen in allen diesen früheren Staaten - und damit sind wir bei Syrien und dem Irak angelangt - islamistische Bewegungen hoch, die GENAU DIESE PRINZIPIEN verfolgen, die die USA eigentlich eingeführt hat. Denn es war ja zuerst Präsident Wilson, der mit dem höchst schwammigen "Selbstbestimmungsrecht der Völker" das Völkerrecht in Europa aushob, vorgeblich um es "humaner" neu zu gestalten, praktisch indem er es in Widersprüche und Vagheiten trieb, die es eigentlich auflösten. ihm seine Regelungskraft durch Interpretationsungewißheit nahm und damit sogar der Willkür auch nichtstaatlicher Parteiungen und Interessensgruppen öffnete.

Die USA sind nach diesem neuen, "universalistischen" Recht, das sie kraft ihrer militärischen Stärke - denn jede Rechtsnorm ist nur so stark wie jener ist, der es durchzusetzen vermag - fast weltweit durchgesetzt haben, seit Jahrzehnten vorgegangen. Sie haben Staat um Staat aufgelöst, und immer dasselbe Ergebnis geerntet: Das Land, in dem sie intervenierten, zerfiel in Interessensgruppen und Parteien, die von keiner Staatsidee und -macht mehr gehalten und geregelt wurden. Sondern die jede es als ihre eigentliche Aufgabe betrachteten, ihre Vorstellungen zur Macht zu bringen. So werden aus Religionen Fanatismen, aus Weltanschauungen Ideologien, denen es um alles oder nichts geht, aus deutsch sein wird Deutschentum, aus Vaterlandsliebe Nationalismus, aus Wissenschaft Moralismus und Weltrettungsbewußtsein, und aus Judentum Zionismus - dazu weiter unten.

Es waren damit auch die USA, die den (sunnitischen) Islamismus regelrecht "züchteten". Die jetzt genau das wollen: einen "Staat" gründen, der nach (ihren) universalistischen Prinzipien funktioniert und geregelt ist. Hier begegnen sich also zwei völlig gleichgeartete Kontrahenten. Und umso fanatischer erfolgt der Kampf gegeneinander. Wer nicht auf dersselben "Werteebene" steht, versündigt sich gegen das Menschsein selbst, und er hat deshalb kein Recht, sich Mensch zu heißen. 

(Solche Aussagen, übrigens, sind auch heute weit häufiger explizit anzutreffen, als es scheinen mag, wir haben uns nämlich längst an so viel gewöhnt, das genau diese Tatsache oft sehr dicht verschleiert: Sie bestimmen aber auch in Deutschland oder Österreich längst den simpelsten Alltag, die einfachste Zwischenmenschlichkeit. Man ersträgt den nicht mehr, der "anders denkt". Das kann auch kein Mensch sein, der muß unintelligent, debil, charakterlich verworfen oder böse sein, und er hat kein Recht, sich darzustellen, er muß verschwinden. Bis zu Extremata: Vor zwei Jahren, wir erinnern uns, hat ein Grazer Universitätsprofessor in seinen Vorlesungen dazu aufgerufen, "Klimawandelleugner" mit Todesstrafe zu belegen. Wenn man eben glaubt, daß das Wohl und Wehe der Welt von einem und seiner Anschauung abhängt, wird der andere zum Todfeind.)

Und er zielt auf die jeweilige Vernichtung des anderen ab. Wie sehr, zeigt ein höchst lesenswerter Artikel des französischen Europaabgeordneten und Beraters der Front Nationale, Aymeric Chauprade. Der Artikel ist schon deshalb sehr zur Lektüre zu empfehlen, weil er das Gedankenspektrum, in dem sich die Konflikte auch mit dem Islamismus in Europa bewegen, sehr gut umreißt und auch durch neue, hierzulande kaum je erörtete Aspekte tiefer als gewöhnlich auslotet. Chauprade geht dabei natürlich von einem sehr französischen Standpunkt aus, der sich von dem der Deutschen und Österreicher gründlich unterscheiden muß. Denn anders als wir hierzulande, hat Frankreich sehr reale historische Verantwortlichkeiten auf sich geladen. 

Im Grunde aber - das schreibt Chauprade natürlich nicht - ist Frankreich in einer nur um viele Jahre bereits weiter gereiften Situation, wie sie die USA derzeit herbeiruft. Die Unterschiede sind nur scheinbar. Es war ja nicht zuletzt Frankreich, das diesen Universalismus sogar ins europäische Recht einführte, es war Frankreich, das ganz Europa durch die Kriege Napoleons zu ganz neugeartetem Staats- und Wertepositivismus trieb, das die Kriegführung zum Bürgerkrieg umgestaltete, der nur noch Vernichtung des anderen, der zur Esitenzbedrohung wird solange es ihn auf Erden gibt, kennt. Und es war Frankreich, das nach 1918 (mit England) den gesamten arabischen Raum in reine Interessen auflöste.

Daß sich das Problem des Islamismus in Frankreich wesentlich tiefer stellt, als (noch) im übrigen Europa, liegt deshalb auf der Hand. Für uns jedenfalls ist es höchlichst interessant, die Diskussion (und ihre Brisanz) aus der Sicht der Franzosen kennenzulernen. Mit allen Fragwürdigkeiten. Denn Frankreich ist nicht einfach nur das Frankreich von heute, es ist es eben auch mit seiner Vergangenheit. Und so manche seiner Probleme sind nichts als die Frucht (vergangener) böser Tat.

Was Chauprade in diesem Sinn folgerichtig macht ist, zu einem Religionskrieg aufzurufen, dazu aufzurufen, die Islamisten mit Stumpf und Stiel und wo immer man ihrer habhaft wird auszurotten. Auch und gerade in Frankreich, denn der Islamismus sei eine ganz konkrete Gefahr für die französische Kultur.

Zur Erinnerung, wir kennen das nämlich bereits als Charakterbewegung: Das scheinbar Unlösbare aber Störende soll ausgewischt, ausgerottet werden, vom Erdboden verschwinden, damit die eigene Verantwortung und Tat dem (eigenen) Vergessen anheimfällt.

Auch dazu ruft er auf, die Christen dieses Raumes mit Militärgewalt zu verteidigen - oder (sic!) in Europa aufzunehmen. Weshalb er sogar die amerikanische Bombentaktik nicht nur gutheißt, sondern Frankreich aufruft, sich seiner Verantwortung bewußt zu werden, und sich an diesen Bombardements zu beteiligen. Eine "Gewissensallianz", die nunmehr überhaupt nicht merh überrascht.

Es sei jedenfalls, schreibt er, und darin ist ihm zweifellos zuzustimmen, ein schwerer politischer Fehler gewesen, die Ebene der Auseinandersetzungen in diesem geographischen Raum von den Staatsebenen weg hin auf universalistische Kriterien zu verlegen. Etwa auch, indem Israel nicht mehr über einen palästinensischen Staat sprechen wollte - und nun im Gegenzug die Rechnung präsentiert bekommt, indem sich eine islamistische Hamas sich zum Sprecher einer palästinensischen Sache macht, die gleichfalls nur noch die Vernichtung Israels zum Ziel hat.

Auch wenn der Aufsatz von Chauprade viele bedenkenswerte Aspekte hat, und durch seinen Standpunkt bereichert weil für uns manches neu beleuchtet und weitere Facetten aufzeigt, so kann ihm der VdZ aber in seiner Konsequenz - dem Aufruf zum Kreuzzug neue Art - nicht zustimmen. Europa, das Abendland, und auch Frankreich, erstickt an seinen eigenen historisch eingeschlagenen Wegen. Den Aussatz den man sich eingefangen hat, und der sich nun allenthalben immer deutlicher zeigt, wird man nicht durch "Nichtung" der Symptome wieder los. Weil nicht sein kann, was nicht sein darf. Der Islamismus ist Europas Schatten, nicht sein Gegner.




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Kultur (Geheimnis)


Gesehen auf everyday_i_show




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Donnerstag, 6. November 2014

Was aber ist ein Volk?

Wir wollen es nur anreißen, aber das soll denn doch geschehen. Denn da geistert zu viel herum, wenn es um den Begriff des "Volkes" geht. Und es sind auch sehr aktuelle Anlässe, die dazu bewegen, man denke an die Schotten, die Katalanen, die Szekler in Siebenbürgern, die Ukrainer ... überall hört man es - VOLK. 

Und in einem der jüngsten Artikel der Seite "Freies Österreich" steht dann gar der (Herder zugeschriebene) Satz, daß ein "Volk die größte natürlich politische Gemeinschaft" sei. 

Herrschaften, ehe wir uns ganz ins Schwammige begeben, sollte also doch einmal darüber nachgedacht werden, ob dem Menschen, der IN SEINER NATUR ein Kulturwesen ist, also nicht "halt auch" eine Kultur aufbauen kann, sondern dessen Sein eine Kultur bedeutet - oder er ist gar nicht, ob es also ein "Natürlichsein" des Menschen gibt, OHNE daß wir zugleich von seiner Organisation, seiner Kultur sprechen.

Weil Menschsein ein Zueinander von Gestalten und Formen ist, und diese Formen und Gestalten sind in dem Maß menschlich, also natürlich (natus - geboren, bestimmt dazu), als sie geistig werden. So erst ist der zweite menschliche Pol zur Entfaltung gebracht, in welchem der Mensch oben inden Himmel ragt, um doch unten fest am Boden zu stehen. Beides fällt "seltsamerweise" zusammen: Je geistiger ein Mensch ist, desto bodenschwerer wird er. Die ungeistigsten Völker sind - oh, man hört die Entrüstungsstürme, die Beschimpfungen ... - jene, die es nicht einmal zur Seßhaftigkeit schaffen. Aber sie sind nicht die "natürlichsten". Sie sind die, in denen das Menschsein am unfreisten und deshalb am unentfaltetsten ist.

Wo das Menschsein sich nicht in bestimmte Organisationsform bringt, kann man deshalb auch nicht von "natürlichem Volk" sprechen. Mit "Blut" oder "Abstammung" zu kommen ist schon deshalb nur noch abstrus, weil in der Menschheitsgeschichte von "Blutsreinheit" bestenfalls auf isolierten Inseln gesprochen werden kann, unabhängig davon, von wo her die Bewohner kamen. Und eine solche Situation der Isoliertheit (es sei etwa an die phantastisch hellen Arbeiten der österr. Schule der Ethnologie um Paul Schebesta oder Wilhelm Schmidt über die Pygmäen erinnert) führt nie zu besonderem Wachstum, sonder im Gegenteil, zu Kleinheit und Beschränkung. Selbst im Tierreich, übrigens. 

Die Germanen etwa waren großwüchsig. Die Analogie paßt. Denn sie waren (und ... sind ...) bekannt dafür, daß sie jeden und alles integriert haben, was dazu willig war. Die Völkerwanderungszüge waren regelrechte Auffangbecken bestimmter Charaktere aus allen Völkern, die am Weg lagen. Die Kimbern und Teutonen etwa begannen ihre Züge aus Dänemark ums Jahr 100 v. Chr. mit kaum 30.000 Menschen, um, in Italien angekommen, 120.000 und mehr zu sein. Mit dabei, sich unterwegs anschließend, waren Germanen verschiedenster Stämme, Slawen, Kelten, Illyrer ... welche Gebiete immer sie eben durchwandert hatten. Bei diesem Wegzug, wie am Hinzug im Rahmen der indogermanischen Völkerwanderungen einige Jahrhunderte und Jahrtausende davor. Die reine Blutsverwandtschaft zwischen Germanen, "Ariern", und (jetzt werden wir ganz provokant) Zigeunern (unterschiedlichster Stämme, und da gibt es wahrlich viele - Roma, Sinti, Czigany, etc. etc.) ist nach Meinung des VdZ sogar äußerst hoch. Der Unterschied liegt nicht im Blut. Er liegt in der Kultur. Und hier bestehen erst tatsächliche Unvereinbarkeiten, historisch gewachsen, und sehr und vielfach begründet. 

Denn zur Herausbildung eines Volkscharakters gehört zweifellos auch die durch die Zeit geprägte Charakteristik. Da kann es dann schon sein, daß die Bewohner des Alpen-Karpatenraumes mehr "Völkisches" gemeinsam haben, als die Slawen "Tschechen" mit den Slawen Wolhynierns. Lassen wir uns doch nicht von den seltsamen, und in Wahrheit so gar nicht begründbaren, heute aber auch oft so mißverstandenen Romantizismen des 19. Jhds. nicht den Kopf verdrehen! Mißverstanden auch oft schon aus sehr persönlichen Motiven, dazu ließe sich so viel noch sagen ...

Was ist also ein Volk? Sind es die Lavanttaler, die ihre Landschaft als die schönste der Erde bezeichnen, und am liebsten mit niemandem sonst etwas zu tun haben möchten? Die Tiroler, denen eine ungemein vielsagende, archaische Wendung nachgesagt wird, die heute meist überhaupt nicht mehr verstanden wird, aber für jedes "Volk" der Erde kennzeichnend war (in beinahe jeder Sprache ist die Bezeichnung für ein Mitglied des "Volkes" auch die Bezeichnung für "Mensch"): "Bischd a Tiroler, bischd a Mensch, bischd ka Tiroler, bischd ka Mensch!" Die Lausitzer Sorben, die als slawisches Völkchen seit vielen Jahrhunderten fester Bestandteil sächsisch-schlesischer Kultur sind? Die ... Kurden, die auf drei Staaten aufgeteilt sind? Die Türken, die in Asien mehr "Turkmanen" haben, als in der eigentlichen Türkei? Und wo fängt man da an, wo hört man da auf? Sind die Sachsen, die sich in Ungarn niedergelassen haben, jemals Österreicher gewesen? (Nein!) Sind die Österreicher ein Volk, je gewesen, mit dieser Unzahl von Volkschaften - pardon, Völkern? - in seiner Mitte?

Der Name Volk macht erst ab dem Moment Sinn, wo er sich in kulturelle Form bringt. Und das kann ein Volk - nur aus sich selbst heraus. Denn dazu braucht es einen Willen, das ist das eine. Aber dann beginnt die Serie der Abstufungen. Bis zum höchsten Punkt, ab dem von Organismus zu sprechen erst wirklich Sinn macht. Der in der Analogie "Person" frei und selbständig existieren kann und vor allem will. Der aus sich heraus (!) existieren will, und dafür und darein sind dann alle seine Einzelexistenzen, die Bevölkerung mit allem Mann und Maus, verhängt, und sei es um den Preis des Blutes, was sogar als Kriterium dafür gelten kann: Wo sich eine Anzahl Menschen, die zu einem organischen Ganzen zusammengefunden haben, als STAAT ausruft. 

Und siehe da, nun haben wir es plötzlich, das Volk! Das ein Staatsvolk ist. Innerhalb dessen sich auch die vielen Abstufungen - Dorf XY, Lavanttaler, Kärntner, Österreicher - wiederfinden. Wenn man von Familie, Sippe, Stamm und Staat spricht, so geschieht dies ja automatisch mit Bezug auf deren historisch nachvollziehbare äußere Form! Da war der Vater, da war der Dorfhäuptling, da war der Landesvogt, da war der Stammesherzog, da war der König. Das waren keine simplen "Zweckgemeinschaften", das waren kulturelle Höherentwicklungen! Wo sich die je höhere Form ganz konkret dann auch bis ins Dorf, bis in die Familie hinein auswirkte. Nicht nur über die Identität, sondern auch über Rechte, Pflichten, Aufgaben und Verantwortungen. Es waren die ersten Voraussetzungen für Arbeitsteilung, für Verwaltung, für Verantwortungen.

Das primitive Indianervolk, das irgendwo am Rio Parana noch heute seine Existenz fristet, ist nicht weniger natürlich, als der Staat Argentinien, der seinen Willen zum Staat durch ein diesen Willen tragenden Staatsvolk aufrecht hält, mit allen Konsequenzen. Und so zum voll- und gleichberechtigten Subjekt des Völkerrechts wird. Aus dem Umstand, ein "Volk" zu sein, läßt sich noch sehr wenig an konkreter politischer Konsequenz ableiten.

Ein "Volk" von Kurden, das noch dazu in sich total zerstritten ist (so, wie es doch die Germanen auch waren), als "natürliches Volk" in dem Sinn zu bezeichnen, als ließen sich daraus Rechte und Pflichten - schon gar im Rahmen des Völkerrechts - ableiten, ist einfach nicht haltbar. Volk hat sich immer auf einen Kulturraum bezogen. Niemand würde die Kroaten des Burgenlands im Osten Österreichs als "nicht zum österreichischen Volk" gehörig bezeichnen. Sie sind es, weil sie den Staatswillen, den Willen zum Staatsvolk mittragen und in jede Generation neu hineingebären. Sie sind "natürliches Staatsvolk".

Keineswegs auch reicht es sich als "Staat" zu bezeichnen, wenn man die Wesenseigenschaften eines Staates nicht erfüllen kann, oder will. Das ist direkt an die Adresse der Ukraine zu sagen, deren Staats"wünschen" bei manchen vorhanden sein mag. Wo aber wirklich hinterfragt werden kann und sogar muß, ob es einen geeinten Volkswillen (bei so vielen Völkern, die sich dort finden ...) zum Staat, mit allen Konsequenzen, überhaupt innerhabl dieses Territoriums gibt. Staat sein wollen, die Lasten aber anderen aufladen (und so sieht der VdZ die Anschmiegerei der Ukraine an den Westen) ist da zu wenig, und läßt eher einen Mißbrauch des Staatsbegriffs durch einige Interesssensgruppen vermuten. Man frage doch einen normalen Bürger sogar der Westukraine, ob er "seinem Staat" vertraut?! Das Niveau der Korruption, das in der Ukraine kaum noch zu überbieten scheint, wie man allenthalben hört, liest oder erzählt bekommt, erzählt auch, ob ein Volkswille zu (diesem) Staat überhaupt besteht. (Übrigens war auch die Korruption in Nazi-Deutschland äußerst verbreitet, man übersieht das gerne.)

Was mit den einzelnen Kurden, so vielen Familien, Dörfern, Dorfgemeinschaften etc. etc. passiert, die ja verschiedentlich als Nachfahren der ehedemstigen Hethiter angesehen werden - ein "Volk", das zerfiel, weil sein Staatswille zu schwach im Konzert der umgebenden Völker (hier: der Assyrer) war - ist gewiß nicht in Ordnung, und ja, auch Kriegsverbrechen läßt sich zu vielem dabei sagen. Mit einer schwerwiegenden Einschränkung: Krieg ist eine Erscheinung zwischen Staaten. Diese Grundtatsache, auf der Völkerrecht überhaupt aufruht, wird seit 100 Jahren recht konsequent im Namen - ja, so könnte man es bezeichnen: völkerrechtswidriger Universalismen - verwaschen. Gegen die Kurden wird kein Krieg geführt, sie sind kein Staat. Gegen sie findet "höchstens" ein Vernichtungsfeldzug statt. Möglicherweise, freilich, um einen Staatswillen zu unterdrücken. Das wagt der VdZ nicht zu beurteilen. Die Existenz einer PKK ist ihm aber zu wenig, um das anzunehmen.

Das alles sollte dazu anregen, mit dem Begriff des "Volkes" etwas vorsichtiger umzugehen. Aus dem sich politisch gesehen rein gar nichts ableiten läßt, wenn es nicht kulturell und damit politisch konnotiert ist. Erst daraus, und nicht mit schwammigen romantizistischen Begriffen, läßt sich politische Handlungsnotwendigkeit und erst dadurch sogar auch manches Unrecht erkennen. Sonst kommt man leicht in Verdacht, genau der proklamierten Sache - Freiheit - NICHT zu dienen.




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Politische Brisanz im Rucksack

In einem nächsten Artikel aus ScienceScepticalBlog führt Peter Heller durchlüftend erweiterende Gedanken an. Darin führt er einfach jene Konzepte weiter, die von Klimakatastrophen-Propheten als Mittel der Weltrettung gefordert werden. Um zum Ergebnis zu gelangen, daß sie realpolitisch Konfliktsituationen provozieren, die zwar naheliegend sind, aber offenbar angesichts der Befangenheit in Klima-Schlagworten niemand mehr sehen will.

Tatsache ist, daß es derzeit nur Kohlenwasserstoffe als Energieträger gibt. Jede Form der Transformation, auch die Herstellung von Maschinen um "alternative Energie" zu gewinnen, ist eine simple Resourcenvergeudung: Hier wird nicht CO2 "gespart", sondern im Gegenteil, verbraucht weil lediglich verlagert. Wer etwa Gas aus durch Solar- oder Windenergie gewonnener Elektrizität "herstellt", wirkt nicht CO2-schonend, sondern im Gegenteil - er stellt mit den dazu notwendigen Anlagen und Maschinen etwas her, das weiteres CO2 emittiert. Nur an anderer Stelle, nämlich im Herstellungsprozeß des Herstellungsprozesses.

Dafür kommen über die Hintertür längst überwunden geglaubte - langfristig ohne jeden Zweifel zum Inhalt der Politik werdende - Konzepte ans Tageslicht, deren Brisanz gar niemandem mehr auffällt. So dachte sich niemand etwas dabei, über Desertec (das sich ja mittlerweile ohnehin in Luft aufzulösen scheint) einem ganz eigentümlichen Energie-Imperialismus nachzugehen. Man stelle sich vor: Europa abhängig von politisch hoch instabilen Staaten! Der Nahe Osten zeigt gerade im Augenblick, wo das hinführt.

Noch mehr aber steuern Pläne, die von einer stärkeren Nutzung von (nachwachsender) pflanzlicher Energie ausgehen, auf eine Renaissance territorialer politischer Interessen zu, an die derzeit sträflicherweise niemand denkt. Und im Gegensatz zur historischen Entwicklung Europas, in dem das Wachstum der Zivilisation dem Verhältnis zum Rückgang der benötigten Fläche (pro Energieeinheit) entstammt.

Denn hier kann es nur um Anbauflächen gehen. Die entwickelten Volkswirtschaften nicht mehr zur Verfügung stehen, und damit zu lebensnotwendigen Quellen, zu außenpolitisch vorrangigen Inhalten werden. Genau so, wie Hitler den "Lebensraum im Osten" wegen des Getreides (Nahrung) sowie wegen des Holzes (als Energieträger)  als überlebensnotwendig für Deutschland ansah.

Man könnte also sogar auf den Gedanken kommen, daß das starke Interesse der EU an der Ukraine noch ganz andere Hintergründe hat als bislang ins Treffen geführt werden. Denn zusätzliche Schwerindustrie wie in der Ost-Ukraine braucht die EU ja nicht gerade  - und die Landwirtschaft der West-Ukraine macht wenig Sinn, weil sie die Lebensmittelüberschüsse, die die EU ja schon bisher produziert, noch weiter erhöht. Was bliebe aber einer Ukraine innerhalb der EU dann noch, das sie beizutragen hätte? Konsumnachfrage über EU-Kredite, die sie nie abzahlen kann? Von einem Organismus zu sprechen, diesen anzusteuern, anzusteuern, jemanden in einen solchen zu intergrieren, hat doch nur dann Sinn, wenn dieser hinzukommende Teil etwas zum Ganzen beiträgt, das das Ganze entweder bereits braucht, oder erweitert. Das einzige Land, das die Ukraine braucht, und umgekehrt, ist Rußland.




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Mittwoch, 5. November 2014

Poesie und Dramaturgie

Was aber ist eigentlich Poesie, das "Gemachte", das "machen", wie sie wörtlich zu übersetzen ist - und an diesem Wort zugleich zerschellt. Denn viel Richtiger ist sie das "Handeln in Freiheit", und nur in Freiheit möglich.

Deshalb ist ihr Ort auch das, worum das Drama kämpft. Das zu Anfang von der Gegenüberstellung von Freiheit und Notwendigkeit, Zwang, Unfreiheit lebt und definiert werden muß. In der falschen Entscheidung, die den dramaturgischen Schlußpunkt des ersten (bzw. den Inhalt des zweiten) Aktes bedeutet, in dem sich diese Entscheidund auszuwickeln beginnt, folgt die Handlung der Logik der Notwendigkeiten. Jene Notwendigkeiten, in denen auch das Publikum sich gefangen sieht. Und sie scheinen mit allen entsprechenden Logizismen und Zwängen auch zum Erfolg zu führen.

Aber sie kulminieren, und zerschellen am Wesen der Welt, die nach Freiheit verlangt. Diese meldet sich nun als eigentliches Humanes, und treibt sich zum Sieg: in dem die Haupthandlung in Poesie gewandelt wird, frei geworden durch die leidhafte Erfahrung des Zwanges.

Es ist falsch, Poesie mit irgendwelchen ästhetischen Gefühlen und irrationalen Seltsamkeiten gleichzusetzen. Das ist sie nicht. Sie ist der Aufschwung des Menschen zum Geist, und damit zur Freieit, denn nur in Freiheit ist Geist möglich. Und nur in Freiheit - also in Poesie, als das was man auch mit Größe beschreiben kann - ist Handeln möglich. Erst dort ist der Ort der Entstehung von Geschichte als freies Handeln des Menschen, der die Welt aus der Wahrheit heraus gestaltet, in der er in die Insecuritas weiterschreitet. Das Gelingen obliegt nicht ihm. Nur das Handeln in Freiheit. Der Rest liegt in Gottes Hand. Wahrheit deshalb, weil der Irrtum ein Aspekt der Unfreiheit ist, aus der Unfreiheit entstammt. Sie ist eben genau etwas anders, weit mehr, als logisches, folgerichtiges Geschehen, das Frucht der (geistlosen) Notwendigkeit ist.

Das was also ein Drama zum Ende führt, und es gilt gleichermaßen für die Tragödie (als Kampf zweier poetischer Entscheidungen, die aber um ihre Hierarchie ringen, als Fortentwicklung des Dramas also), aber es eigentlich von Anfang an an der Hand hält, ist - Poesie. Auf sie muß es zusteuern, nach ihr aber verlangt es auch. Das ist das Sehnen, das gute dramatische Handlung kennzeichnet. Und nur hierin ist "Spannung" auch zulässig, als Bangen um die Freiheit, die man mehr und mehr ahnt, und immer klarer im Fortgang der Handlung in ihren Konturen erkennt.

Diese Freiheit ist es ja auch, die zur eigentlichen Peripetie führt: als Einbruch der Forderung nach Freiheit, als Kollaps der Notwendigkeiten. Denn Notwendigkeiten gehen nie mathematisch mit Null auf, sondern eben im Gegenteil: sie kollabieren. Die Welt ist kein Summenspiel, ihr wesentlicher Quell, ihr Inhalt gar, ist die Freiheit, die aber etwas völlig anderes ist als Willkür.

Damit ist aber auch klar, daß eine Haltung, die keine Freiheit mehr kennt, die Poesie verfehlen muß. Ihr bleibt nur noch Absurdität, Willkür, Sinnlosigkeit und nihilistische Verzweiflung. Das gilt auch und vor allem sogar für die Personenzeichnung, denen ihr eigentlicher Konflikt nämlich fehlt.

In der Arbeit an einer Dramaturgie heißt es also herauszuarbeiten, wo die Faktoren der Notwendigkeiten, und wo die der Poesie, der Freiheit sind. Insofern zeigt sich das Weltbild der Schaffenden als entscheidender Faktor, ob Dramaturgie gelingt, oder zur bloßen Verwicklung von Vorkommnissen wird.




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Geschichten

Eine Geschichte wird nur lebendig, wenn man  sie sich aus den sinnlich wahrgenommenen Symbolen, aus dem Hintergrund heraus selbst erzählt. Die Handlung lenkt dabei ab.


Gesehen auf thisisnthappiness



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Dienstag, 4. November 2014

Über den Sinn des Eigentums am Boden

Viel und immer wieder wird in Österreichs Medien die Behauptung aufgestellt, Ungarn würde österreichische Landwirte, die in Ungarn Boden bewirtschaften, enteignen. Sieht man davon ab, daß die Bereitschaft, Ungarn zu verleumden, nicht nur mit kommunistischen Politkampfmaßnahmen gegen die "rechte" Regierung, sondern auch mit einer Art Privatkrieg vor allem der österreichischen Raiffeisenbank zu tun hat, die über Beteiligungen maßgebliche Medien (Kurier, Presse, Profil, Kleine Zeitung ...) bestimmt und sie als taktisches Mittel einsetzt, weil ihr in Ungarn die Felle davonschwimmen, mit Profiten, deren Moralität man durchaus in Frage stellen könnte, ist an dieser Behauptung nichts wahr. Außer daß einem Rechtsmißbrauch ein Riegel vorgeschoben wurde, der den Sinn der Gesetze, die hier angerufen werden, umgangen hat.

Tatsache ist, daß nach der "Wende" in Ungarn wie in sämtlichen ehedem kommunistischen Staaten Kollektiveigentum zu äußerst niedrigen Preisen an die Bevölkerung "zurückgegeben" wurde. Die konnte aber mit Eigentums-Anteilsscheinen nichts anfangen, und hat sie verkauft. Gekauft haben jene, die Geld (und Kredit) hatten. Betriebe, Fabriken, Häuser, und eben - landwirtschaftliche Flächen. Auf diese Weise sind übrigens die berühmten "Oligarchen" entstanden, denn einige haben es besonders gut verstanden, Eigentum zu sammeln. Das binnen weniger Jahre - weil etwa als Fabriken wieder in Betrieb - wieder viel Geld wert war. 

Auf diese Weise haben bis 1995 auch österreichische Bauern große Flächen in Ungarn erworben. Denn nur ein geringer Prozentsatz der Eigentümer an landwirtschaftlicher Fläche hatte Interesse daran, sich wieder als (kleiner) Landwirt sein Leben zu gestalten. 

Aber dann hat Ungarn reagiert. Und per Gesetz den Verkauf ungarischer Äcker und Weiden an Ausländer untersagt. Das betraf nicht die bereits getätigten Käufe, die blieben gültig, und sind es bis zum heutigen Tag. (Sie sind also von den monierten "Enteignungen" nicht betroffen.)

Doch die findigen Burgenländer und Steirer ließen sich davon nicht beirren. Man fand einen Weg durch die Gründung von ungarischen Gesellschaften, mit einem Ungarn als Eigentümer, und österreichischer Beteiligung als Nutznießer. Der Kaufbetrag wurde nun als "Pacht für 99 Jahre" (die Ersitzungsgrenze, ab 100 Jahren geht ein Gut automatisch in das Eigentum des gewohnheitsmäßigen Nutzers über) auf einmal bezahlt, und in der Praxis änderte sich recht wenig. Investiert wurde nun halt in diese Gesellschaften, deren offizieller Eigentümer aber über Privatverträge entmachtet war. Und sie betrieben auch die Landwirtschaft.

Der Sinn des Gesetzes aber wurde damit unterlaufen. Ungarn hat das nun vor zwei Jahren repariert. Und sämtliche dieser Zivilverträge für null und nichtig erklärt. Da freilich begann den rund 200 österreichischen Bauern der Hut zu brennen. Denn eiderdautz - ihnen gehörte nun gar nichts mehr in Ungarn, und sie hatten auch keine Rechte mehr. Auch was investiert war, fiel an die formalen Eigentümer.

Was aber ist der Sinn eines Gesetzes, das sich auf "Ungarischer Boden den Ungarn" eindampfen läßt? Beginnen wir mit einem Gegenbeispiel: Vor Jahren hielt sich der VdZ längere Zeit im Oderbruch auf, jene Landschaft, die sich Bad Freienwalde nördlich bis an die Oder erstreckt und einst sumpfiges Marschland eines Oderarms war, mit dem Friedrich der Große durch Entwässerung schlagartig ein riesiges landwirtschaftlich nutzbares Gebiet gewann. Und an solchem hatte das damalige Preußen ja bekanntlich Mangel. Nach der Wende 1989/90 wurden auch die dortigen Kolchosen reprivatisiert, mit demselben Ablauf wie in Ungarn: die Bevölkerung der "Industrieproletarier" war kaum mehr interessiert, zu Landwirtschaft zurückzusteigen. Also verkaufte man. Billig. Und diese Gesellschaften wiederum - verpachteten die oft riesigen Flächen, die die Kolchosenwirtschaft hinterlassen hatten. Fährt man heute durch den Oderbruch fallen diese endlosen Felder auf, und auf ihnen - so man Glück hat - einige Traktoren. Mit niederländischen Kennzeichen. Denn was war geschehen? Vor allem kapitalstarke niederländische Gesellschaften haben diese Flächen gepachtet, und nützen sie auf Teufel komm raus, vor allem zur Ölfrucht-Produktion. Also mit Monokulturen. Weil aber die dort ansässige Bevölkerung ihre Arbeit in Berlin oder sonstwo hat, entvölkert sich so eine ganze einstige Kulturlandschaft. Sie wird ausgequetscht wie eine Zitrone, mit Monokulturen, und wenn nichts mehr zu holen ist, die Böden erschöpft sind ... bleiben vermutlich entvölkerte Halbwüsten zurück.

An diesem Beispiel zeigt sich was passiert, wenn ein Staat seine Kulturlandschaften vom Eigentum entkoppelt. Denn nur mit Eigentum, mit der Perspektive, das Land auch für die nächsten Generationen fruchtbar zu halten, und vor allem als Wohn- und Kulturumfeld zu lieben und zu gestalten, bleiben einem Volk auch seine Kulturlandschaften erhalten. Und damit seine Kultur vor der monistischen Verstädterung bewahrt. Zudem ist eine eigentumsbasierte Landwirtschaft noch immer der wahrscheinlichere Garant dafür, daß die Produktion vielfältiger und regional bedarfsorientierter eingerichtet wird. Zwar hat auch in Österreich der "ab Hof-"Verkauf statistisch eine eher geringe Bedeutung, die aber in der alltäglichen Praxis durch reale Auswirkungen äußerst vielfältiger Art (bis hin zur Gebrauchtheit der älteren Generationen - diesen Eindruch etwa hatte der VdZ bei Besuchen auf Bauernmärkten im Mostviertel immer wieder; viele der dortigen Produkte waren von den Omas und Opas hergestellt, oder von diesen dort verkauft), die kaum aufzuzählen einen Wert beweisen, den keine Statistik ausdrücken kann.

Das hat in einem Agrarland wie Ungarn noch verschärfte Auswirkung. Denn immerhin ist in den letzten Jahrzehnten die Agrarproduktion, die immer die eigentliche (und fast einzige) Stärke des Landes war, rasant geschrumpft. Sonstige Industrie gab und gibt es wenig. Die Agrar- und Bodenpolitik der letzten Jahrzehnte zeigt also nicht gerade an, daß sie erfolgreich war. Ungarn begäbe sich sehr hautnaher gestalterischer Möglichkeiten, würde es weiter in dieselbe Richtung gehen wie bisher, wie nach 1989. Und es kann schon ob der Bedeutung der Landwirtschaft im Gesamtgefüge des Landes nicht zulassen, daß nichtungarische Interessen die Verwendung seiner eigentlichsten Resource, des Bodens, bestimmen. Noch vor zwanzig Jahren haben in Ungarn über eine Million Menschen (bei 10 Mio Einwohnern) von und in der Landwirtschaft gelebt. Heute sind es knapp 300.000 - das zeigt die Dimension der Umbrüche.

Boden, der es immer noch ist, von dem jedes Land lebt, auch wenn das heute kaum noch jemand zu begreifen vermag (denn Brot und Käse gibt es in fünfzig Sorten im Supermarkt, dessen Regalinhalte oft tausende Kilometer von ihrem Herstellungsort entfernt hergestellt wurden), ist mehr als bloßer "Nutzen", welchen wiederum ein bestimmtes Bedarfsprofil - statistisch - definiert. Er selbst ist es nämlich, der über seine Form wie seine Gestaltung - als Kulturlandschaft - etwas vorgibt, das man erst als regionale Kultur, als regionalen Lebensstil bezeichnen kann. So, wie die Architektur die Rhythmik der Bewohner eines Gebäudes bestimmt, und über sie die Lebenskraft, die Art der Lebensgestaltung, den Stil sogar, tut dies auch eine Landschaft. Im großen, aber auch im allerkleinsten Bezugsfeld. Wird der Boden enträumlicht, aus seinem Raumgefüge herausgerissen, wird dieser Regionalbezug, diese regionale Position in einem Lebensraum, sogar zum Hindernis. Boden wird zum "Gestell" (Heidegger), zur bloßen technischen Größe.

Auf diese Weise wird ein Land umgeprägt und einseitig in moderne Lebensgeflechte eingebunden, die es ohne diese Lebensgeflechte gar nicht mehr bestehen lassen. Damit aber auch in Krisen abhängiger machen. Was das bedeutet haben wir ja bei der aktuellen Krise seit 2008 erfahren, die den Zentralismus auf eine Weise hypertrophiert hat, die sich vor zwanzig Jahren niemand hätte vorstellen können. Man denke nur an die EZB, die europäische Zentralbank, die sogar in rechtsfreien Raum gestellt wurde, weil sie sonst diese Zentralismusfunktion - ohne die Europa in zahllose Staatsbankrotte gerutscht wäre - gar nicht ausüben könnte.

Einem Staat Unmoralität vorzuwerfen, wenn er diese Rückbindung seines Bodens an seine Bevölkerung nicht auflösen möchte, wie das offensichtlich in Deutschland schon so weit gediehen ist, ist deshalb nur mit Zynismus zu erklären. Dem Wunsch, daß es dem anderen mindestens auch so schlecht gehen solle wie einem, denn Leben, Gemeinwohl ist weit mehr als Finanzwirtschaft und Bruttoinlandsprodukt. Und nur in dieser Geistigkeit kann sich meschliche Freiheit entfalten, zur Kultur. Wohl also jener Politik, die sich dagegen zur Wehr setzt, die Lebenskultur eines Volkes im selben Maß dem Nutzen aufzuopfern, wie es ohnehin bereits so viele getan haben und weiter tun. Die noch die Zusammenhänge zwischen Eigentum und Verantwortung kennt und hoch in Ehren hält.

Es wird gerne und viel vom "Europa der Regionen" geredet. Aber das können nur leere Phrasen sein. Denn wie sich auch an diesem jüngeren Beispiel in Ungarn zeigt, wird alles, was diesem Europa seine Regionen erhalten könnte, systematisch ausgehebelt und in ein politisches Eck gestellt, wo niemand, der sich nur über bestimmte öffentliche Anständigkeitsideologeme definiert, gerne hingreift. Aber dort gehört sie nicht hin. Und es ist mehr als verständlich, wenn ehemalige Ostblockstaaten ihre Bürger vor Dingen schützen, die diese selbst sich gar nie vorstellen konnten, die aber als Auswüchse westlicher Nutzenoptimierung Entwicklungen eingeleitet haben, die von einem Staat, der weiter sehen muß als mancher Bürger, der im täglichen kurzfristigen Nutzendenken feststeckt, teilweise zumindest per Verordnung eingeschränkt werden müssen. Um dem Staat auf lange Frist keine irreparablen Schäden zuzufügen.





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Karrikatur



Quelle: Alpenparlament.com



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Montag, 3. November 2014

Der wahre Grund

Als Film ist es nicht das Gelbe vom Ei. Aber der VdZ möchte ihn zu sehen doch anempfehlen: "Richthofen and Brown" aus dem Jahr 1971.  Denn hier wird das entscheidende Moment des Ersten Weltkrieges thematisiert. Zu viel gesagt, zu wenig dargestellt, ja, alles klar, kein großes Kunstwerk. Aber es ist der neuralgische Punkt, an dem das Abendland bzw. Europa gescheitert ist. Und nach Auffassung des VdZ ist das der eigentliche Punkt, um den es in diesem Krieg geht: Die Verabschiedung von der Kultur, der Sieg des Nutzens, der Sieg des Kleinbürgertums, der Sieg des Amerikanismus. Und das kommt in dem Film erstaunlich konkret zur Sprache.

DAS war das eigentliche Hineinschlittern, das Christopher Clark in "The Sleepwalkers" meinte, aber nicht richtig zuordnete, weil er die Problematik gar nicht richtig verstand. Wie der VdZ glaubt, hat er nämlich wirklich nur - in widerlicher Cleverness, wie sie für heutige "Akademiker" eben schon üblich geworden ist (Dreckspack!) - übernommen, was schon in den 1980er Jahren von Modris Eksteins in "Rites of Spring" so großartig dargestellt, aber ohne große Allgemeinresonanz publiziert worden war. Die Parallelen sind so offensichtlich, daß es manchmal wie glattes Abschreiben aussieht. Aber Clark kann darauf rechnen: Wer kennt schon den Letten Modris Eksteins? Das Allgemeinpublikum glaubt doch schon, beim Kreuzworträtsel Bildung beweisen zu können. Von solchen Diskursen hat doch nicht einmal mehr sogenanntes Fachpublikum eine Ahnung.

Es war die Verabschiedung vom europäischen Kulturboden und -konsens. Und da beginnt die eigentliche Frage Europas - als Frage um ... England. DAS war die Urkatastrophe Europas. Plötzlich - von Amerika über England kommend - war der Erfolg, der (auf bestimmte Effekte reduzierte) Nutzen entscheidend für die Art zu kämpfen.

Übrigens hat der Film eine typisch anglo-amerikanische Fehlleistung zu bieten: Er spielt als Filmmusik die österreichische Kaiserhymne "Gott erhalte, Gott beschütze" von J. Haydn, die Deutschland in den 1930ger Jahren als Nationalhymne mit neuem Text übernahm,  als damalige Hymne des deutschen Reiches. Dazu kommen noch einige Strauß-Walzerszenen als "Berliner Eigentümlichkeit", die ganz eigentümliche Gedanken über deutsche Kulturkraft und deren Rezeption aufkommen lassen könnten und eingeweihte Betrachter leicht verwirren können.









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Amerikanische Kultur

Etta James - "At Last"







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Sonntag, 2. November 2014

Ehret die Helden

Film über das von den Engländern dem deutschen Kriegshelden Freiherr Manfred von Richthofen bereitete Begräbnis, nachdem ihn ein Engländer (bzw. der Kanadier Brown) im Luftkampf bereits hinter feindlichen Linien abgeschossen, recht wahrscheinlich aber erst ein australisches Boden-MG bei seinem Versuch, die beschädigte Maschine zu landen, tödlich mit einer Kugel getroffen hatte.







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Einfach nur tragisch (2)


Teil 2) Wie jeder Esoteriker die Welt und Gott in den Arsch tritt.




Diese transzendente Dimension der Welt, des Kosmos, wird nun auf eine Weise eingefügt bzw. verstanden, die nichts anderes tut als jene Wissenschaft, die sie kritisieren. Der Geist wird physikalisiert. Das ist das, was die Esoterik insgesamt ja tut. Sämtliche spirituellen Zeugnisse werden nun in dieser Richtung interpretiert. Also wird "Spiritualität" auf dieselbe materialistische, technizistische Grundlage gestellt wie jene Wissenschaft, die kritisiert wird. Damit erweitert aber derselbe fatale Irrtum, in den das Abendland geschlittert ist, lediglich seine Anwendungsfelder. Vermeintlich. Denn er endet genau dort, was er zu integrieren vorgibt - am Geist. Esoterik ist diametral der Wahrheit entgegengesetzt, ist geistloser Technizismus (so, wie es sich auch in vielen Religionen nämlich gebildet hat).

Und wo sie sich eklektizistisch religiöser Wahrheit (etwa im Ausschlachten der Heiligen Schrift) bedient, wo sie "dasselbe sagt", ist es nur Äquivokation. Denn dazu pervertiert sie in ihrer technizistischen Verblendung - als sittlicher Fehlhaltung - den Wahrheitsbegriff, der nur als lebendiger denkbar ist. Jedes Argument, das durch "Wirksamkeit" dieses Weltbild beweisen oder stützen möchte, ist in Wirklichkeit ein genau diese Aussage belegendes Argument.

Es ist tragischer Irrtum zu meinen, man müßte ein "spirituelles Weltbild" neu erfinden. Etwa indem man aus weltweiten Schriften oder Religionen assembliert, was in Summe ein komplettes Weltbild ergebe. Es sind in Wahrheit Äquivokationen. Lüge mit WahrheitEN. Das einzig universale, alles umfassend wahre - katholische - Weltbild ist da, es gibt nur eines - jenes, das in der katholischen Kirche präsent ist, in der die Wahrheit - Gott selbst - in die Erde hereinragt. 

Wenn es zu einer Gesundung der Wissenschaft kommen kann, so kann sie deshalb nur von der Kirche her kommen. Nur im Bezug zum lebendigen, fleischgewordenen Gott - Jesus Christus. Das ist kein primitives Festhalten an religiösen Konstruktionen, sondern zutiefst rational argumentierbar und vernunftbezogen. Aber es ist nicht durch Internetrecherche "verstehbar". Es braucht die persönliche Haltung. Denn es geht vom personalen Wesen des Menschen einerseits, und anderseits von der nur im personalenVollzug - der mit Technik überhaupt nichts zu tun hat, ja diese verhindert genau das entscheidende Element - möglichen Teilhabe an der Wahrheit aus. Wissenschaft ist damit nur in ein und demselben Licht überhaupt möglich, und von dort hat sie sich ja auch entwickelt. Nur in dieser Anbindung, an den persönlichen Gott, ist auch eine fruchbare Reform der Wissenschaft möglich.

Aber das ist über "Information", über Internet, über Medien ... nicht mehr vermittelbar. Wohl aber vermittelt Risi sein Weltbild, wenn er so redet, wie er es in diesem Film tut.








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Samstag, 1. November 2014

Momente der Entscheidung

Es gibt in jedes Menschen Leben jene entscheidenden Kreuzungspunkte, und es sind unzählbar viele, die alle Facetten seiner Selbstrepräsentation und Lebensgestaltung begleiten - es sind die Momente des ins Rationale nicht mehr auflösbaren Wollens und Sollens. Dort erst beginnt der Geist, denn dort erst beginnt die Freiheit. Jene Elemente der Entscheidung also, die das Leben überhaupt ausmachen, wo die Geschichte erst beginnt, die mehr ist als ein mechanistischer Ablauf von Kausalzusammenhängen, sind immer ein Geheimnis.

Das hat mit Irrationalismus nichts zu tun, sondern hier wird das Rationale überstiegen, das irgendwann aus seinen Händen läßt, weil das Denken nicht mehr hinreicht. Und hier beginnt auch das Element der Sittlichkeit, als Freiheit des Verhaltens zu sich selbst, im schöpferischen Verhalten der Welt der Objekte gegenüber. Denn die Welt wird nicht von selber, sondern sie wird und wächst aus diesen schöpferischen Momenten heraus, die NICHT mehr in der Verfügung des Menschen liegen. Losgelöst von allem Erfolgsdenken.

Die Ausrichtung dieser Momente ist nicht mehr aus dem Menschen selbst hervorzuholen - sie liegt außerhalb von ihm.




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Einfach nur tragisch (1)

Es ist in Wahrheit erschütternd, und man muß eigentlich resignieren. Daß die Wissenschaften heute zu einem überwiegenden Teil bestenfalls noch einzelne richtige Fakten produziert, sich ansonsten aber in der Sackgasse eines Totalversagens findet, in Summe fast nur noch Unsinn produziert, dämmert allmählich manchen.

Soweit, so gut. Erschütternd aber ist, daß sich deshalb neue Strömungen etablieren, die allesamt einen fundamentalen Fehler haben. Das betrifft auch den im zweiten Teil eingefügten Vortrag von Armin Risi. Vieles von dem, was er kritisiert, fast aber nur dort, ist sehr richtig. Soweit kann der menschliche Verstand aus sich herauskommen: zum Schluß, daß das was sich als (Natur-)Wissenschaft darstellt, viel zu kurz greift. Und das liegt an ihrem materialistischen, rationalistischen Grundansatz. Also ersteht die Forderung nach Transzendenz, denn nur von dort her läßt sich Welt überhaupt verstehen.

Aber eigentlich ist die Replik auf einen Film entstanden, in dem Armin Risi im Alpenparlament-TV den Evolutionismus der Gegenwart kritisiert. Und in dieser Kritik hat er zweifellos in fast allem recht. Das sagt einem der Hausverstand, der jedem (sittlich) gesunden Menschen die Lichtquelle ist, die aus der Wahrheit in sein Leben reicht. Da braucht es keine wissenschaftlichen Kenntnisse, die dann natürlich im Detail erst recht den Hausverstand stützen.

Was aber in diesem Film, der leider nur über externen Link zu erreichen ist, erst noch nur anklingt, kommt in dem Interview im zweiten Teil dieses Artikels deutlich zum Vorschein: Ein völlig verfehltes Menschenbild, über das sich im Einzelnen zu verlieren ... einfach nicht lohnt. Denn wenn es auch Esoteriker gerne hätten, ihre Gedankenwelt ist langweilig und unintelligent und lohnt keinen ernsthaften Diskurs, und das müßte man ihnen sehr deutlich sagen. Ihre Gedanken gehen nie am Bande einer Logik, sondern sind willkürliche Eklektizismen, die ihre Unlogik mit "Mystik" und "Geheimnis" verbergen. Keine wahre Mystik ist unlogisch, im Gegenteil. Aber Logik alleine schon ist eine Frage der Sittlichkeit, deren Mangel nämlich - schon die Kenntnis der Acedia (Trägheit des Geistes) alleine genügt, um sie zu erklären - Esoterik hervorbringt.

Der Mensch "ist" kein Geistwesen, er ist auch kein Lichtwesen, ohne noch darauf eingegangen zu sein, was diese Leute überhaupt unter Geist verstehen. Nämlich genau NICHT Geist. Dazu später. Im Menschen aber verbindet sich eben Geist mit Materie, verbindet sich Engel und Tier/Pflanze zu einem alles einschließenden personalen (!) Wesen. In dessen Wesensökonomie eines das andere prägt. Das Unten das Oben, das Oben das Unten. Während das Oben vom Reich der Ideen Gottes (und HIER und SO darf man Plato erwähnen) zehrt.

Und weil er eine Analogie zu Gott ist, ist in ihm auch das Leben der Dreifaltigkeit IN ANALOGIE (also: gleichnishaft, nicht seinshaft! der Mensch IST nicht Geist, sondern er HAT Geist, nämlich Teil am Geist, Teil am Leben, so wie ein Spiegelbild nicht das Abgebildete IST, sondern darauf hinweist, umgekehrt verschwindet, wenn das Urbild verschwindet) abgebildet. So, wie alles Werk die Eigenschaft des Hervorbringers in sich trägt, ohne der Hervorbringer aber zu sein. So durchdringt der Geist (in der Wahrheit - IN DER Wahrheit! er muß sich also "dort hinein begeben", und DAS - die Wahrheit, die nicht der Mensch IST - ist dann das Licht, das ihn und in ihm die Welt erleuchtet) die Materie, logisch nacheinander, ontologisch synchron, im Austausch durch den Geist (der Liebe), und nur in diesem Geist vermag er als Mensch ZU SEIN. Die Alternative ist Irrtum als progressive Anzahlung auf den Tod.

Da gibt es nix schwurbelig Irrationales, das Wesen des Menschen ist in sich zutiefst logisch. Und niemand wußte darüber besser Bescheid als die großen Mystiker, die eine Menschenkenntnis und Seelenkenntnis und Geistkenntnis hatten, gegen die jeder Esoteriker abstinkt wie ein vergammelter Nasenpopel.* Wer Theresia von Avila oder Johannes vom Kreuz oder Eckehart oder ... liest, wird sehen, welch klare Gedanken, welch klare Seelenkenntnis diesen wirklichen Mystikern geschenkt wurde, und auf welchem Grad der Sittlichkeit sie aufruht, und NUR aufruht. Das ist wie das Atmen von geistiger Hochgebirgsluft. Wie weit die Verfaßtheit der Welt, in allen Dimensionen, erkennbar ist, kann sich eben ein Esoteriker gar nicht vorstellen, der von "mystischem Geheimnis" faselt, was jedem katholischen Seelenkenner** klare, logische und wißbare, ja oft sogar primitive Struktur und Weltverfaßtheit ist.

Weil aber Esoterik in Wahrheit primitiver Technizismus ist, kann Esoterik - und Risi ist Esoteriker - diese Verfaßtheit gar nie verstehen, versucht er Geist auf Mechanik herunterzubrechen, und damit den Kosmos erst recht in den Arsch zu treten. "Ich bin mein eigener Gott" - sowas kommt dann raus. Na dann los, Ihr Fotzengefrieser, beweist es mal! Denn Eure Gedankenwelt ist so alt wie der Basalt unter den Füßen des VdZ - Narren dieser Färbung aber gab es immer.



Morgen Teil 2) Wie jeder Esoteriker die Welt und Gott in den Arsch tritt.



*Der Leser merkt schon - der VdZ hat diese Sippschaft schlichtweg satt, er weigert sich schon lange, diese Narren noch ernstzunehmen, er weigert sich, sie anders zu behandeln als sie verdienen bzw. adäquat zu dem, was sie sind: bösartige, verlogene Hunzwichser. Und solche Haltung ist keineswegs neu. Man lese einmal Reisebeschreibungen etwa eines Arsenjew über Schamanen durch, um zu staunen, welch verachtete Stellung Schamanen im Ganzen der Völker hatten.

**Daß es davon so wenige heute gibt, ist ein anderes Kapitel. Aber - es gibt sie, auch heute.




*011114*