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Montag, 21. April 2014

Kein Ende der Anpassung abzusehen

Eine interessante Replik auf das bislang längstdauernde evolutionstheoretische Experiment findet sich auf genesisnet.info. Seit 25 Jahren wird anhand einer Einzellerpopulation das Mutationsverhalten von Bakterien untersucht. Mit einem überraschenden Ergebnis: Die "Fitness" der Zellen erreicht kein Ende! Es gibt keinen Optimumzustand, auf den sie zusteuerte, sondern ihre Mutationsraten bleiben gleich, und zwar gleich hoch. Die Details entnehmen Sie bitte dem verlinkten Artikel.

Eine Tatsache freilich bleibt dabei noch unberücktsichtigt, der Verfasser dieser Zeilen bezieht sich dabei auf die Genforschung, die in ihren Grundergebnissen ja seit 100 Jahren kaum Veränderungen vornehmen mußte. Denn wir täuschen uns ja gerade in den Naturwissenschaften oft beträchtlich in der Einschätzung, was denn Fortschritt der Wissenschaft sei. Vielfach, ja meist ist Fortschritt lediglich eine Verbesserung der Methoden, Technik also, und nicht "etwas Neues". Auf die Genforschung trifft das auf jeden Fall zu.

Aber darauf bezogen ist die Tatsache, daß einzellige Organismen (wie hier: Darmbakterien) in hohem Maß auch zeitlich pluripotent sind und bleiben, nichts Neues. Das heißt, daß sie nahezu beliebig "verwendbar" sind, und bleiben. Das Geheimnis der Festlegung von einzelnen Zellen in spezifischere Eigenschaften liegt ja generell in ihrer Einbindung in höhere, komplexere Organismen. Deren Teilung von Anfang an nach einem erst gröberen, und dann immer feineren Plan abzulaufen scheint, in dem sie nach und nach Stellen in einem Organismus einnehmen, an denen sie immer weniger pluripotent werden. Sehr vereinfacht: An der Stelle des späteren ausgebildeten Mundes gewachsen und transplantiert, wird auch bei Verpflanzung in einen anderen Organismus immer nur noch ... ein Mund. (Ein ausgezeichnete Einführung in die Gesamtproblematik bietet dazu Hedwig Conrad-Martius in "Selbstentwicklung der Natur"; die Forschungsergebnisse, auf die sie sich bezieht, sind grosso modo nach wie vor aktuell.) Insofern ist davon auszugehen, daß ein- oder wenigzellige Lebewesen wie Bakterien, die per se in hohem Austausch auf ihre Umgebung stehen, auch quasi beliebige Möglichkeiten haben, sich auf je wechselnde Umgebungen einzustellen. Denn, salopp formuliert: dazu sind sie da. Schon gar als Bakterien, die dem Verdauungstrakt des Menschen entstammen, diesem Mikrouniversum, in dem alle Form der Welt (aktuell wie potentiell) vorhanden ist.

Das weiß die Gentechnik sehr genau, die ja ständig mit solchen Festlegungen durch Entwicklungsfortgang zu tun hat. Geht es um "Stammzellen", geht es genau um solche Pluripotenzen, die aber immer an ihren "Zielorganismus", in den sie eingebunden sind und ohne den sie undenkbar wären, dessen Bestimmungsmacht man entsprechend ausschalten muß (man denke nur an die Immunsuppression, die bei Organtransplantationen notwendige Begleiterscheinung ist, sonst akzeptiert ein Organismus Fremdgewebe, Fremdzellen sowieso nicht) gebunden, von diesem determiniert sind. Sieht man Bakterien als sehr niedrige Lebensform und einfachste organismische Gestalt, so wäre es nicht verwunderlich, daß sie kaum Determination aufweisen - und deshalb auch so hochgradig und scheinbar unbegrenzt anpassungsfähig sind. Mit Evolution oder "Beweis für Evolutionismus" hat deshalb auch dieses Experiment - streng wisenschaftlich, von seiner Evidenzkraft aus gesehen - nichts zu tun.




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