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Treibgut - Wo am breiten Strome die Ufer stehen, sind Schwarzerlensamen aufgegangen, und schäumen als saftige Büsche die Ränder der großen Lethe, die alles ins Dunkele Meer trägt; ihre weichen Äste, die noch nicht ahnen lassen, welcher später als kahler Stamm reife Blätter hoch in der Sonne wiegen wird, tauchen in die Wasser, wie Kinderhände. Dann und wann greifen sie, denen alles noch ernstes Spiel ist, nach Treibgut. Oder es bleibt hängen, lädt zum Tanze, haucht im Kusse Lebwohl
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Mittwoch, 22. Juni 2011
An den Wirkungen
Es braucht eine bestimmte Art von Zucht, etwas nicht auszutreten, sondern es einfach indirekt zu erzählen. Denn was etwas ist, ermißt sich aus den Wirkungen. Mercedes gelingt das immer wieder auf begeisternde Weise. Und sie erzählen damit nicht einfach etwas über das Produkt. Sie erzählen damit etwas über sich.
Dienstag, 21. Juni 2011
Unabdingbarer Rahmen
Dieses Werbefilmchen von Sky-TV-Kanal berührt einen gemeiniglich völlig unterschätzten Aspekt, der aber aus dem Wesen des Ganzheitlichen des Erkennens (im Erleben) hervorgeht: Daß nämlich Erkenntnis aus Dargestelltem keineswegs abstrahierbare Rationalität ist - es bleibt dann nämlich nur Information! es bleibt dann nur: er ging dorhin, besiegte diesen, kämpfte mit jenem ... - sondern daß sich das Wesentliche am Drama im Nachvollzug abspielt, der erst, als schöpferische Leistung, das Erleben und damit die Erkenntnis möglich macht.
Die Präsenz von Fernsehen oder Medienkonsum ist also keineswegs ein Transfer von Drama und Tragödie auf allen Plätzen, sondern sie ist die Reduktion des Erkennens auf Information. Emotionaler Gewinn bietet sich nur noch aus fehlendem Du-Bezug (wie Ebner es formulieren würde) - invertiert, aus einem selbst, also nicht aus Zugewinn!
Deshalb funktionieren unter diesen Bedingungen auch nur die Komödie, die nämlich intellektualer bzw. konventionalistischer Prozeß ist, und die handlungslastige (unkünstlerische, letztlich gleichfalls auf Rationalität aufgebaute) Spannung wie im Action-Film. Denn der sinnliche Wahrnehmungshorizont versinkt in dieser Ortslosigkeit, löst sich auf. Auch die Realwelt - und man merkt es sämtlichen öffentlichen Plätzen an, die längst auf Funktionalität reduziert werden - wird nicht mehr zur Stätte der Weltbegegnung, sondern zu gewissen Strängen rational erfaßbarer Abläufe: Welt, die gar keine Rolle mehr spielt ... (ohne, daß das natürlich möglich ist! der Mensch spaltet sich heute ja lediglich auf, gerät in Selbstwiderspruch, der ein Widerspruch im Erkennen ist: er ignoriert seine sinnliche Ebene, und verlagert sich aufs Bewußte!)
Drama braucht seinen ihm gemäßen Rahmen, will es überhaupt nachvollziehbar und für die Heilung des Menschen - und das ist das Wesen von Erkenntnis: Heilung - wirksam sein. Dann ist es erst Gewinn und Befreiung! Der Gottesdienst braucht den Tempel, die Tragödie das Theater bzw. den theatralischen Rahmen, sogar das Fernsehen die Trautheit eines klar definierten Heimkinos. Weil der Kunstgenuß ein Akt sein muß. Ist er das nicht, wird er völlig wertlos, ja zur Beleidigung des in der Kunst Präsenten.
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Die Präsenz von Fernsehen oder Medienkonsum ist also keineswegs ein Transfer von Drama und Tragödie auf allen Plätzen, sondern sie ist die Reduktion des Erkennens auf Information. Emotionaler Gewinn bietet sich nur noch aus fehlendem Du-Bezug (wie Ebner es formulieren würde) - invertiert, aus einem selbst, also nicht aus Zugewinn!
Deshalb funktionieren unter diesen Bedingungen auch nur die Komödie, die nämlich intellektualer bzw. konventionalistischer Prozeß ist, und die handlungslastige (unkünstlerische, letztlich gleichfalls auf Rationalität aufgebaute) Spannung wie im Action-Film. Denn der sinnliche Wahrnehmungshorizont versinkt in dieser Ortslosigkeit, löst sich auf. Auch die Realwelt - und man merkt es sämtlichen öffentlichen Plätzen an, die längst auf Funktionalität reduziert werden - wird nicht mehr zur Stätte der Weltbegegnung, sondern zu gewissen Strängen rational erfaßbarer Abläufe: Welt, die gar keine Rolle mehr spielt ... (ohne, daß das natürlich möglich ist! der Mensch spaltet sich heute ja lediglich auf, gerät in Selbstwiderspruch, der ein Widerspruch im Erkennen ist: er ignoriert seine sinnliche Ebene, und verlagert sich aufs Bewußte!)
Drama braucht seinen ihm gemäßen Rahmen, will es überhaupt nachvollziehbar und für die Heilung des Menschen - und das ist das Wesen von Erkenntnis: Heilung - wirksam sein. Dann ist es erst Gewinn und Befreiung! Der Gottesdienst braucht den Tempel, die Tragödie das Theater bzw. den theatralischen Rahmen, sogar das Fernsehen die Trautheit eines klar definierten Heimkinos. Weil der Kunstgenuß ein Akt sein muß. Ist er das nicht, wird er völlig wertlos, ja zur Beleidigung des in der Kunst Präsenten.
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Integral der Welt
"Wie auf der besungenen Walze des Phonographen gleitet die Nadel eines überaus klare Sehens an den Linien und Flächen des Bildes mit ihren Einkerbungen entlang. Und an jeder dieser Stellen werden beim Betrachter die entsprechenden Vibrationen geweckt. Eben diese Vibrationen sind das Ziel des Kunstwerks."
Die Betrachtung eines Gegenstandes, schreibt Florenski, ist niemals eine Angelegenheit eines Differentials, also eines momentanen Querschnitts über ein Ganzes. Vielmehr setzt sich eine pausenlose Bewegung der Perspektiven - alleine aus den beiden Augen! - und Bewegungen und Vollzügen eines Objekts integral zu einem Ganzen zusammen. Im Zusammenwirken einer Fülle von seelischen und sinnlichen Regungen im Betrachter selbst.
Das Wesen des Sehens ist deshalb durch die scheinbar "umgekehrte", verfehlte Perspektive der Ikone (oder gar der Malerei von Kindern) weit besser dargestellt, und erfaßt das Objekt weit umfassender, als es eine Perspektive jemals vermag. In ihr erstarrt die Bewegung der Objekte - und jedes Objekt bewegt sich, hat diese Dimension der Zeit, die im Ausrollen einer Tätigkeit erst (!) nach und nach kundtut, was ein Objekt überhaupt IST.
Auf "einmal" - wie die Perspektive vorheuchelt - sieht man gar nichts, auch keine zweidimensionalen Objekte. Denn man sieht immer nur einen kleinen Ausschnitt, und muß betrachtend wandern, um dann - der eigenen Subjektivität gemäß - zusammenzusetzen.
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Statistik und Z'sammhalten
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| Eheschließungen Österreich |
Die Scheidungen erfolgten zu 87 Prozent in beiderseitigem Einvernehmen.
Insgesamt 19.574 Kinder, davon 13.657 minderjährig, waren von der
Scheidung ihrer Eltern betroffen. Das durchschnittliche Alter der Männer
bei der Trennung betrug 43,4 Jahre, jenes der Frauen 40,8 Jahre.
Innerhalb des ersten Ehejahres wurden 1,6 Prozent geschieden, weitere 4,6 Prozent im Lauf des zweiten Jahres. Insgesamt erfolgte fast die Hälfte aller Scheidungen in den ersten zehn Ehejahren (48,2 Prozent), weitere 39,7 Prozent nach zehn bis unter 25 Jahren. Etwa jedes achte Paar trat erst nach der Silberhochzeit den Gang zum Scheidungsrichter an, darunter 18 Paare nach der Goldenen Hochzeit.
Innerhalb des ersten Ehejahres wurden 1,6 Prozent geschieden, weitere 4,6 Prozent im Lauf des zweiten Jahres. Insgesamt erfolgte fast die Hälfte aller Scheidungen in den ersten zehn Ehejahren (48,2 Prozent), weitere 39,7 Prozent nach zehn bis unter 25 Jahren. Etwa jedes achte Paar trat erst nach der Silberhochzeit den Gang zum Scheidungsrichter an, darunter 18 Paare nach der Goldenen Hochzeit.
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| Ehescheidungen Österreich |
Aber dann kommen im Presse-Artikel zwei Zahlen, die so, wie sie dastehen, noch einiger Erklärungen bedürften. Da heißt es nämlich zum einen, daß die Zahl der Ehescheidungen um 7,3 Prozent niedriger als im Vorjahr gewesen sei. Nun, das ist natürlich angesichts seit Jahren sinkender Eheschließungszahlen vielleicht ganz logisch, daß dann auch die Scheidungszahlen (absolut) sinken? Aber noch eine Zahl ist erklärungsbedürftig, nämlich die, daß (trotz steigender Prozentzahlen bei Scheidungen) die Ehen um 4 Monate länger hielten, als zuletzt, nämlich im Schnitt 10,5 Jahre. Denn es ist auch eine Tatsache, daß seit Jahren die Zahl der langjährigen Ehen, die geschieden werden, steigt. Das kann man auch an der beigefügten Graphik erkennen: es werden immer mehr auch langjährige Ehen geschieden. Bei einerseits sinkenden Scheidungszahlen, anderseits steigendem Anteil der älteren Bevölkerung (mit jährlich meßbar um Monate wachsender Lebenserwartung), ist somit diese Zahl leicht zu erklären. Und aus einer "Verbesserung" wird eine Verschlechterung.
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| Scheidungen nach Ehejahren in Österreich |
Dennoch, so niedrig wie derzeit, schreibt die Presse, daß eine jetzt geschlossene Ehe auch geschieden werde, sei die Wahrscheinlichkeit mit ihren "gerade mal" 43 Prozent Scheidungsrate schon lange nicht mehr gewesen.
Vielleicht hat das alles also nicht einfach mit statistischem Unsinn zu tun - sondern schlicht und ergreifend mit der "Wirtschaftskrise" zu tun? Weil sich die Leut dann doch sagen: Halt ma z'samm?! Die Röcke werden ja auch länger, wenn Notzeiten ausbrechen. Vielleicht sind da einfach die Leut weniger auf der Suche nach was Neuem? Immerhin ist ja auch bekannt, daß es zu keinem Zeitpunkt so wenige Selbstmorde gibt, wie im Krieg.
Vielleicht also sollte man die Ehe überhaupt etwas positiver darstellen. Denn daß da zwei sich ganz aufeinander einlassen, und dann verlassen, ist immerhin noch für 2/3 der geschlossenen ERSTEHEN ein Grund, sich NIE scheiden zu lassen. Denn mehr als die Hälfte aller Scheidungen gehen auf die Kappe notorischer "Vielfachscheider" - die aber nur 1/3 der "Verheirateten" ausmachen. Vorausgesetzt, es wird zukünftig überhaupt noch geheiratet.
Aber da müssen wohl die Zeiten erst wieder so richtig schlecht werden, damit die Natur ihre Chance gegen den Ideologie-Wahnsinn der Gegenwart kriegt.
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Athen, Juni 2011
Eines muß man den Griechen lassen: Sie sitzen nicht vor dem Fernseher rum und diskutieren. Zumindest einige nicht. Russia Today bringt Aufnahmen aus Athen. Dabei erwischt auch die Reporterin ihre Dosis Tränengas.
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Montag, 20. Juni 2011
Ideologie des Wissenserwerbs
Wissenschaft als solche hat keinen Bezug zur Kultur, weil sie sich außerhalb jener Sphäre entwickelt, die die Kultur ist. Eine solche Situation, schreibt Michel Henry weiter, würde an sich freilich noch nicht rechtfertigen, die Wissenschaft in der Beurteilung herabzusetzen.
"Nur wenn man den Bereich der Wissenschaft als den einzig wirkliche existierenden Seinsbereich versteht und daraufhin jener andere Bereich, worin das Leben und seine Kultur sich hält, ins Nichtsein oder in den Schein der Illusion verworfen wird, dann gehört es zur Pflicht des Philosophen, einzugreifen.
Um es nochmal zu sagen: Nicht das Wissenschaftswissen ist in Frage gestellt, sondern die heute damit verbundene Ideologie, wonach es das einzig mögliche Wissen ist, das alle übrigen ausschalten soll. Denn dies ist zumindest die einzige Gläubigkeit, die in der modernen Welt inmitten des Zusammenbruchs aller Gläubigkeiten weiterbesteht, nämlich die bereits begegnete und weltweit verbreitete Überzeugung, wonach Wissen mit Wissenschaft synonym sei."
Michel Henry, in "Die Barbarei"
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Ungebührliche Einblicke
Goethe vergleicht einmal die Poesie mit einem beleuchteten Haus. Von außen betrachtet sind die Fenster schwarz, und man sieht nichts. Man muß für die Poesie IM Haus sein.
Um ein Verhalten interpretieren zu können, braucht es die wirkliche Adäquatheit des Rahmens - nicht nur den "hinzugedachten" Rahmen!
Und da beschreibt sich auch das Wesen des Intimen. Es verlangteinen bestimmten Rahmen, eine Zugehörigkeit, ein "Besessensein" als Integration in einen beschränkten Interpretationshorizont. Wer diesem Gefüge nicht angehört, muß das Geschehen - das nie für ihn bestimmt war - als fremd oder ungehörig beurteilen. Deshalb sagt das "nicht sehen wollen" sehr viel über die Sittlichkeit eines Menschen aus.
Nur eine pervertierte, nackte, devastierte persönliche Kultur kann an einer schrankenlosen Offenheit Gefallen finden. Und es ist dann die Freude des Niedrigen, den anderen "noch niedriger" zu sehen, denn man selber, man selber weiß ja um die Unpassendheit.
Um ein Verhalten interpretieren zu können, braucht es die wirkliche Adäquatheit des Rahmens - nicht nur den "hinzugedachten" Rahmen!
Und da beschreibt sich auch das Wesen des Intimen. Es verlangteinen bestimmten Rahmen, eine Zugehörigkeit, ein "Besessensein" als Integration in einen beschränkten Interpretationshorizont. Wer diesem Gefüge nicht angehört, muß das Geschehen - das nie für ihn bestimmt war - als fremd oder ungehörig beurteilen. Deshalb sagt das "nicht sehen wollen" sehr viel über die Sittlichkeit eines Menschen aus.
Nur eine pervertierte, nackte, devastierte persönliche Kultur kann an einer schrankenlosen Offenheit Gefallen finden. Und es ist dann die Freude des Niedrigen, den anderen "noch niedriger" zu sehen, denn man selber, man selber weiß ja um die Unpassendheit.
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Aus der Realität stammend
Eine schöne Definition für "real", für "natürlich": Aus der Realität, der Natur selbst, ohne absichtliche Einmischung, hervorgehend. Florenski läuft überhaupt in "Raum und Zeit" zu hoher schriftstellerischer Form auf. Die Renaissance, schreibt er, hat diese Worte (Realität, Natur) mißbraucht und befleckt. Es sei höchste Zeit, sie ihren rechtmäßigen Besitzern wieder zurückzugeben! Die Perspektive ist eine Dressur, die aus niemandes Natur hervorgeht - sondern die ein geometrisches Verfahren anwendet, das das wirkliche Wahrnehmen des Künstlers verdrängt.
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"Die Darstellung ist ein Symbol, immer, jedwede Darstellung, gleichgültig ob perspektivisch oder nicht perspektivisch, und die Formen der bildenden Künste unterscheiden sich nicht dadurch voneinander, daß die einen symbolisch sind, und die anderen angeblich naturalistisch, sondern dadurch, daß sie, allesamt nicht naturalistisch, Symbole verschiedener Seiten der Dinge, verschiedener Weltauffassungen, verschiedener Grade von Synthetizität sind. Unterschiedliche Darstellungsweisen unterscheiden sich nicht voneinander wie das Ding von seiner Darstellung, sondern auf der symbolischen Ebene."
Perspektivität ist ja keine Eigenschaft der Dinge, wie man im vulgären Naturalismus glaubt, sondern ein Verfahren symbolischer Expressivität, ein symbolischer Stil unter anderen. Um über die Perspektive zu diskutieren, muß man deshalb an den Anfang zurückgehen und fragen, was Bild und Darstellung überhaupt ist. Aufgabe der Perspektive kann nur eine Anregung sein, die Welt auf eine gewisse Weise zu betrachten, den Blick auf einen Aspekt der Wirklichkeit hinzulenken. Auch die Perspektive kann nur Zeugin der Realität sein, wenn sie überhaupt einen Wert hat.
Im Bildnerischen heißt das, daß sich die Frage stellt, ob eine dreidimensionale Wirklichkeit (von der vierten, der Zeit, hier nicht zu reden) überhaupt in zwei Dimensionen dargestellt werden kann. Und Florenski beweist es unter Hinweis auf Hans Cantor - aus der Mathematik heraus: man kann alle Punkte eines dreidimensionalen Gegenstands übertragen, aber nicht ihre Bezüge zueinander! Das geht nur zweidimensional. Deshalb ist es ist nicht möglich - unter Wahrung der Form! Es geht nur, indem man die Form zerstört.
Einen eigentlichen Naturalismus in der Kunst GIBT ES ALSO GAR NICHT.
Selbst, wenn man die Dinge auf auf ihre Oberflächen reduziert, ohne Inhalte, nur als Hüllen - so kann man zwar die meisten der Punkte des Dings übertragen, aber nicht alle. Denn die Krümmung des Dings ist immer unterschiedlich zu der auf der Abbildung: Eine Eierschale läßt sich niemals 1 : 1 auf eine Zeichung auflegen! Dazu müßte man sie entformen. Ein Ei hat keinen Platz auf einem Blatt Papier - es kann also niemals im exakten Wortsinn abgebildet werden.
Also müssen bestimmte (geometrische) Eigenschaften des Abzubildenden geopfert werden. Die Gesamtheit der Eigenschaften kann auf einer Abbildung niemals anwesend sein. Die Abbildung ist also eher immer dem Original unähnlich, als ähnlich. Schon die einfache Abbildung einer Kugel zeigt das. Abbildungsverfahren können also nur hinsichtlich bestimmter Ziele und Auswahlen "gut" (geeignet) oder "nicht gut" sein.
Eine geographische Karte, als Beispiel, bildet nur dann ab, wenn wir geistig die Bezüge zur Realität herstellen. Was immer auf ihr dargestellt ist, dient nur als Hinweis auf eine bestimmtes Merkmal der Gestald des Abgebildeten.
Wenn eine Abbildung nicht über sich hinausweist, ist sie auf sich selbst fixierte Pseudo-Realität. Sie erhebt dabei den Anspruch, eine sich selbst genügende Bedeutung zu haben.
Perspektivität ist ja keine Eigenschaft der Dinge, wie man im vulgären Naturalismus glaubt, sondern ein Verfahren symbolischer Expressivität, ein symbolischer Stil unter anderen. Um über die Perspektive zu diskutieren, muß man deshalb an den Anfang zurückgehen und fragen, was Bild und Darstellung überhaupt ist. Aufgabe der Perspektive kann nur eine Anregung sein, die Welt auf eine gewisse Weise zu betrachten, den Blick auf einen Aspekt der Wirklichkeit hinzulenken. Auch die Perspektive kann nur Zeugin der Realität sein, wenn sie überhaupt einen Wert hat.
Im Bildnerischen heißt das, daß sich die Frage stellt, ob eine dreidimensionale Wirklichkeit (von der vierten, der Zeit, hier nicht zu reden) überhaupt in zwei Dimensionen dargestellt werden kann. Und Florenski beweist es unter Hinweis auf Hans Cantor - aus der Mathematik heraus: man kann alle Punkte eines dreidimensionalen Gegenstands übertragen, aber nicht ihre Bezüge zueinander! Das geht nur zweidimensional. Deshalb ist es ist nicht möglich - unter Wahrung der Form! Es geht nur, indem man die Form zerstört.
Einen eigentlichen Naturalismus in der Kunst GIBT ES ALSO GAR NICHT.
Selbst, wenn man die Dinge auf auf ihre Oberflächen reduziert, ohne Inhalte, nur als Hüllen - so kann man zwar die meisten der Punkte des Dings übertragen, aber nicht alle. Denn die Krümmung des Dings ist immer unterschiedlich zu der auf der Abbildung: Eine Eierschale läßt sich niemals 1 : 1 auf eine Zeichung auflegen! Dazu müßte man sie entformen. Ein Ei hat keinen Platz auf einem Blatt Papier - es kann also niemals im exakten Wortsinn abgebildet werden.
Also müssen bestimmte (geometrische) Eigenschaften des Abzubildenden geopfert werden. Die Gesamtheit der Eigenschaften kann auf einer Abbildung niemals anwesend sein. Die Abbildung ist also eher immer dem Original unähnlich, als ähnlich. Schon die einfache Abbildung einer Kugel zeigt das. Abbildungsverfahren können also nur hinsichtlich bestimmter Ziele und Auswahlen "gut" (geeignet) oder "nicht gut" sein.
Eine geographische Karte, als Beispiel, bildet nur dann ab, wenn wir geistig die Bezüge zur Realität herstellen. Was immer auf ihr dargestellt ist, dient nur als Hinweis auf eine bestimmtes Merkmal der Gestald des Abgebildeten.
Wenn eine Abbildung nicht über sich hinausweist, ist sie auf sich selbst fixierte Pseudo-Realität. Sie erhebt dabei den Anspruch, eine sich selbst genügende Bedeutung zu haben.
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Sonntag, 19. Juni 2011
Auch Syrien: Wer inszeniert was?
Und weil es gut zum Thema paßt, das ich hier wieder und wieder aufgegriffen habe, bei dessen Einschätzungen ich mich lediglich auf Indizien stützen konnte, sehe ich mich immer wieder durch zuverlässige Augenzeugen bestärkt - so bringt nun kathpress eine Stellungnahme des syrisch-katholischen Patriarchen Gregorios III. zur Lage in seinem Land.
Ganz klar spricht er davon, daß die Lage in Syrien von den westlichen Medien unverständlicherweise völlig aufgebauscht werde. "Es gibt keine Revolution in Syrien!" Was dort passiere seien lokale Rebellionen, die keineswegs das ganze Land erfaßt hätten. Die Armee gehe auch keineswegs konzentriert gegen die eigene Bevölkerung vor, ihre Einsätze seien tatsächlich vorwiegend Einsätze, um die Polizei zu schützen, die mit den Aufständen zu tun habe.
Energisch verwahrte er sich gegen internationale Einmischung in innersyrische Angelegenheiten, so die Hetze gegen Präsident Assad: Warum lasse man ein Land nicht seine Probleme selber lösen?
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| Patriarch Gregorios III. Laham |
Ja, es seien Reformen notwendig, und Assad habe mehr Reformen versprochen, als er 2000 an die Macht kam, und nur wenig davon umgesetzt. Aber man müsse auch sehen, daß sich langsam manches zum besseren gewendet habe. Und er, der Patriarch, habe ihm das auch immer wieder gesagt - aber es auch sagen können!
"Es gibt nur eine Partei, das stimmt allerdings; aber wir haben Wasser,
Licht, Wirtschaft, neue Universitäten und Schulen - und wir Christen
haben Freiheit."
Vielleicht sei Syrien nach westlichen Maßstäben eine Diktatur. Aber seiner Einschätzung nach könne es nach deren Beseitigung nur schlechter werden. Den Christen gehe es weitgehend gut, sie könnten weitgehend unbehelligt (in einem islamischen Land) ihren Glauben ausüben. Man müsse halt damit leben, daß weder Sunniten noch Shiiten ein Staatsmodell kennten, in dem es wirkliche Religionsfreiheit gebe. Aber damit könne man umgehen, schon gar, weil Syrien ein weltlicher Staat ist, der Islam ist nicht Staatsreligion.
Zuvor hatte Gregorios III. bereits im April in einem offenen Brief an die Staatsoberhäupter der Welt dazu aufgerufen, die Friedensbildung in Syrien zu unterstützen. So sehe er echte Chancen, daß Christen und Muslime friedlich nebeneinander leben könnten, nirgendwo in einem Land mit muslimischer Mehrheit gäbe es das in der Form wie in Syrien. Er habe aber den starken Eindruck, daß die Konflikte im arabischen Raum direkt mit dem Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern zu tun habe!
Nachtrag: Auch aus dem Presse-Bericht vom 19. Juni 2011 geht hervor, daß es sich eher um einen Aufstand bestimmter, teils vielleicht sogar islamistischer Gruppierungen handelt. Dafür spricht, daß die geforderten und bereits umgesetzten Verbesserungen islamische Bereiche betreffen - Islamschulen, Tragen der Verschleierung ... Auch die Intellektuellen, so die Presse, sehen den regierenden Präsidenten als Teil der Lösung, nicht des Problems. Auch folgen viele Stämme dem Aufruf islamischer Gruppen zum Aufstand NICHT. Glaubwürdige Stimmen aus Syrien melden, daß ausländischer Einfluß an den Unruhen mit beteiligt ist. Man wünsche allgemein im Land mehr Beteiligung an politischen Prozessen, aber von Revolution will man, so der Eindruck, v. a. in laizistischen Kreisen keinesfalls sprechen.
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Barbarei der Wissenschaft
Die Barbarei der Wissenschaft bsteht darin, in die einzig bestehende Welt - die die Welt der Sinnlichkeit ist - Gesetze hineinzutragen, die als und aus Abstraktionen außerhalb dieser Welt entstanden sind, die deshalb außerhalb der sinnlichen Wirkweisen erdacht wurden und damit unabhängig von den inneren Gesetzen der Sinnlichkeit funktionieren, die aber nunmehr sinnlich wirken.
Eine wesenhaft (!) ästhetische Welt hört auf, ästhetischen Anordnungen zu gehorchen!
Die Sinnlichkeit ist aber nicht ein Sonderbereich der menschlichen Erfahrung, das heißt ein Ausschnitt des Seins, den man tatsächlich vernachlässigen könnte, um sich besser dem Studium eines anders beschaffenen widmen zu können. Als ihr Substrat ist die Sinnlichkeit das Ganze der Erfahrung und folglich das Ganze der Welt!
Nur in der Sinnlichkeit ist die Welt eine ganze. Oder: Das Gefühl sieht mehr als die Wissenschaft! Es ist eine große Illusion zu glauben, es gäbe so etwas wie eine Totalität, und die Welt entspräche genau dieser. Sie wäre ein Sack , der alles enthält, worin Wesen und Dinge nebeneinander Platz finden: die Steine, die Erde, der Himmel, der elektrische Strom, die Menschen.
Es gibt keine mögliche Welt als reine Welt, keine radikale Äußerlichkeit, die allein auf sich zurückgeführt wäre.
M. Henry, "Die Barbarei"
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Gestatten? Sentiment, mein Name.
Wissen's was? Ich find diese Werbung von Volkswagen einfach lieb. Sie zeigt etwas so Menschliches, und das hat immer mit Heiterkeit innerhalb einer festen Situation zu tun. Wie: Familie. Was man dabei innerlich als Maß nimmt stammt freilich nicht aus dem Nacherleben. Es stammt aus dem rationalen Abrufen, und wird deshalb meist zum bloßen Fluchtpunkt von Wünschen - zur Sentimentalität.
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Fluch der Illusion
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| A. Dürer, Vier Apostel |
Es wird gerne so getan, schreibt Florenski, als sei die (Zentral-)Perspektive die Wiederholung der natürlichen Art zu sehen. Als wäre jede Abweichung davon ein Verstoß gegen das eigentlich menschliche Erfassen, und eine Entstellung der Realität.
Aber das stimmt nicht, und zwar bei weitem nicht, und er widerlegt es schlüssig und mit vielen Beispielen: die Perspektive hat 500 Jahre gebraucht, um uns zu dieser Art der illusionistischen Aufnahme von Abbildungen zu erziehen - und sie hat es immer noch nicht geschafft. Sie ist auch nicht die natürlichste Art des Sehens, bei weitem nicht, jedes Kind und jede Kinderzeichnung beweisen es. Sie hat uns aber gelehrt, eine Illusion von der Welt als Bild zu akzeptieren.
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| Giotto; Bestätigung der Regel des Hl. Franz |
Nach wie vor aber muß jeder Künstler mühsamst lernen, mit ihr umzugehen - dabei kann man sie rein mechanisch herstellen, Dürer hat in seiner Werkstatt regelrechte Apparate konstruiert, die jedem seiner Lehrlinge erlaubt haben, einen Gegenstand "natürlich" (Anführungsstriche!) abzubilden. Dabei war die Perspektive eine Technik der Illusion, bewußt, nicht mehr und nicht weniger, und kam aus dem Bühnenbau. Giotto, der sie erstmals in die Kunst einführte - zuvor wäre niemandem eingefallen, sie als Abbild zu sehen, oder sie in der Kunst zu verwenden - war eben auch Bühnendekorateur.
Im entscheidenden Moment aber setzt sich bei jedem wirklichen Künstler eine von aller Perspektive losgelöste Art des Malens durch. Und selbst Dürer hat sich immer wieder davon befreit. Das Bild in der Perspektive legt dem Betrachter nahe, sich einer gewissen Illusion zu bedienen, um die Welt wahrzunehmen - das macht die Einführung der Perspektive (die es ja immer gab, aber die nie zur Abbildung der Welt in der Kunst verendet wurde, die ja eine Präsenz des Dargestellten ist) zu einer regelrechten Katastrophe der Weltwahrnehmung.
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Samstag, 18. Juni 2011
Was ist dort wirklich los?
Es war vielleicht noch weniger überraschend, daß Gadhafi vom Geschäftspartner über Nacht zum Diktator wurde. Gut, der Mann hat ja auch seine terroristische Vergangenheit. Dennoch hat die USA dasselbe gemacht, wie im Irak, wie in Afghanistan - eine "humanitäre Aktion" begonnen (meist, ohne überhaupt "Krieg" zu erklären), und dann der NATO an den Hut gesteckt. Und plötzlich fand sich die NATO Europas in eine veritable und nicht enden wollende kriegerische Aktion verwickelt, und bombardierte pausenlos libysche Ziele.
Vorgeblich mit dem Ziel, die Truppen des Diktators niederzuhalten, um so den Rebellen die Chance zu geben, den Willen des Volkes durchzusetzen. Aber die Zweifel mehren sich, und zwar in alle Richtungen - was ist das für ein Wille des Volkes, wenn ein so großer Teil (wie groß, ist nicht nachvollziehbar, derzeit noch nicht) hinter Gadhafi steht? Was ist das für eine humanitäre Aktion, wenn die NATO auch zivile Ziele zerstört? Wozu zerstört die NATO Hafenanlagen und Raffinerien? Wozu Lebensmittelfabriken und Versammlungshäuser?
Daß das geschieht, beweist folgendes Interview, das Russia Today* führte: in dem Maria Finoshina aus den USA als Leiterin einer amerikanischen "fact finding mission", die sich in Libyen aufhält, der Frage nachgeht, ob die Regierung der USA nicht wieder einmal, wie schon so oft, einfach lügt, um innenpolitischen Rückhalt für außenpolitische Ziele ganz anderer Art zu erhalten: denn es gab z. B. keine Massenvernichtungsanlagen im Iraq, den angeblichen Kriegsgrund. Zurück blieb aber ein völlig zerstörtes Land. "Ein zweites Somalia," meint Maria Finoshina: "Ein Land, dem die Kontrolle über sich selbst aus der Hand genommen wird."
Aber die Amerikanerin geht noch weiter: Sie meint, daß längst die NATO kollektive Bestrafungen an der Bevölkerung durchführt, die noch zu Gadhafi hält! Sie selber hat Krankenhäuser mit den Bombenopfern besucht, die sich in keinerlei "aggressiven" Zielen aufhielten und nur den Fehler begingen, nicht gegen ihre Regierung zu sein. Oder an den Tankstellen anzustehen, um ihre zivilen Fahrzeuge zu betanken. Auch hat die NATO die Einfuhr von Medikamenten verhindert, um diese Bombenopfer zu versorgen. Und weil die Bevölkerung offenbar wenig Wert darauf legt, "befreit" zu werden, führt die NATO Propagandaaktionen durch, die sie überzeugen soll, Gadhafi den Rücken zuzuwenden ... "The one question, people are asking me, over and over and over again, is: WHY?" Aber die Universität von Tripolis in Grund und Boden zu schießen kann doch von keiner militärischen Bedeutung sein? Die Frage muß doch auch sein, welche internationalen Gesetze die NATO dazu ermächtigen, Muamar Gadhafi zu liquidieren - was aber als strategisches Ziel vorgegeben wird. Momentan sei auch niemandem klar, was denn passiere, wenn Gadhafi tatsächlich getötet werde, ober das Land verlasse (und so lange wird ja die NATO wohl bombardieren.) Sie sei deshalb auch dabei zu eruieren, was die libysche Bevölkerung überhaupt wolle - denn offensichtlich wisse das niemand!
Und die Frage "Why?" möchte sie auch an ihren Präsidenten stellen. Denn: aus humanitären Gründen kann diese Mission ja nicht erfolgt sein, das ist offensichtlich. Denn die wirkliche humanitäre Katastrophe, in die das ganze Land gestürzt ist, hat erst die NATO verursacht! Sie kann nur einen Grund für die amerikanische Politik finden - in dem, was man O. I. L. nennt: "O for oil, I for Israel, and L for logistics! Logistics on behalf of Israel."
Dafür haben die Rebellen bereits eine "internationale Bank" gegründet, die das derzeit private Bankensystem Libyens ersetzen, und Libyen an das internationale Bankensystem anschließen soll. Angeblich sein von den Rebellen mit Israel bereits ausgehandelt, daß es eine Militärbasis in Libyen einrichten dürfe.
So die Dame.
Was ist da los, in Libyen? Und wieder die schon mehrmals hier gestellte Frage: Was ist (war) da überhaupt los, in Nordafrika? Was ist dort passiert, und was wird dort nun kommen? Denn es wurde wohl alles umgedreht - aber nirgendwo waren Ziele, die nun umgesetzt würden! Dafür schlingert ein Land nach dem anderen führungs- und orientierungslos - und bietet ideale Landeplätze für schräge Vögel!
Vorgeblich mit dem Ziel, die Truppen des Diktators niederzuhalten, um so den Rebellen die Chance zu geben, den Willen des Volkes durchzusetzen. Aber die Zweifel mehren sich, und zwar in alle Richtungen - was ist das für ein Wille des Volkes, wenn ein so großer Teil (wie groß, ist nicht nachvollziehbar, derzeit noch nicht) hinter Gadhafi steht? Was ist das für eine humanitäre Aktion, wenn die NATO auch zivile Ziele zerstört? Wozu zerstört die NATO Hafenanlagen und Raffinerien? Wozu Lebensmittelfabriken und Versammlungshäuser?
Daß das geschieht, beweist folgendes Interview, das Russia Today* führte: in dem Maria Finoshina aus den USA als Leiterin einer amerikanischen "fact finding mission", die sich in Libyen aufhält, der Frage nachgeht, ob die Regierung der USA nicht wieder einmal, wie schon so oft, einfach lügt, um innenpolitischen Rückhalt für außenpolitische Ziele ganz anderer Art zu erhalten: denn es gab z. B. keine Massenvernichtungsanlagen im Iraq, den angeblichen Kriegsgrund. Zurück blieb aber ein völlig zerstörtes Land. "Ein zweites Somalia," meint Maria Finoshina: "Ein Land, dem die Kontrolle über sich selbst aus der Hand genommen wird."
Aber die Amerikanerin geht noch weiter: Sie meint, daß längst die NATO kollektive Bestrafungen an der Bevölkerung durchführt, die noch zu Gadhafi hält! Sie selber hat Krankenhäuser mit den Bombenopfern besucht, die sich in keinerlei "aggressiven" Zielen aufhielten und nur den Fehler begingen, nicht gegen ihre Regierung zu sein. Oder an den Tankstellen anzustehen, um ihre zivilen Fahrzeuge zu betanken. Auch hat die NATO die Einfuhr von Medikamenten verhindert, um diese Bombenopfer zu versorgen. Und weil die Bevölkerung offenbar wenig Wert darauf legt, "befreit" zu werden, führt die NATO Propagandaaktionen durch, die sie überzeugen soll, Gadhafi den Rücken zuzuwenden ... "The one question, people are asking me, over and over and over again, is: WHY?" Aber die Universität von Tripolis in Grund und Boden zu schießen kann doch von keiner militärischen Bedeutung sein? Die Frage muß doch auch sein, welche internationalen Gesetze die NATO dazu ermächtigen, Muamar Gadhafi zu liquidieren - was aber als strategisches Ziel vorgegeben wird. Momentan sei auch niemandem klar, was denn passiere, wenn Gadhafi tatsächlich getötet werde, ober das Land verlasse (und so lange wird ja die NATO wohl bombardieren.) Sie sei deshalb auch dabei zu eruieren, was die libysche Bevölkerung überhaupt wolle - denn offensichtlich wisse das niemand!
Und die Frage "Why?" möchte sie auch an ihren Präsidenten stellen. Denn: aus humanitären Gründen kann diese Mission ja nicht erfolgt sein, das ist offensichtlich. Denn die wirkliche humanitäre Katastrophe, in die das ganze Land gestürzt ist, hat erst die NATO verursacht! Sie kann nur einen Grund für die amerikanische Politik finden - in dem, was man O. I. L. nennt: "O for oil, I for Israel, and L for logistics! Logistics on behalf of Israel."
Dafür haben die Rebellen bereits eine "internationale Bank" gegründet, die das derzeit private Bankensystem Libyens ersetzen, und Libyen an das internationale Bankensystem anschließen soll. Angeblich sein von den Rebellen mit Israel bereits ausgehandelt, daß es eine Militärbasis in Libyen einrichten dürfe.
So die Dame.
Was ist da los, in Libyen? Und wieder die schon mehrmals hier gestellte Frage: Was ist (war) da überhaupt los, in Nordafrika? Was ist dort passiert, und was wird dort nun kommen? Denn es wurde wohl alles umgedreht - aber nirgendwo waren Ziele, die nun umgesetzt würden! Dafür schlingert ein Land nach dem anderen führungs- und orientierungslos - und bietet ideale Landeplätze für schräge Vögel!
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*Russia Today kommt wohl auch nicht von ungefährt: Bereits im Fall Libyen hat Rußland - mit China - sich der Stimme bei der Abstimmung in der UNO enthalten, als es um die Bombardierung des Landes ging. Dieser Tage hat Rußland mit China auch die Welt aufgefordert, die arabischen Länder - und Syrien - ihre Konflikte alleine lösen zu lassen, sich nicht einzumischen.
Krankheit des Lebens selbst
Arbeit oder eher: Tätigsein als "Aktivität in seiner spontan selbständigen Form ist nichts anders als die Steigerung, als die Verwirklichung des Bedürfnisses zu seiner Vollendung.
Aber die Subjektivität insgesamt ist Bedürfnis, schreibt Michel Henry weiter.
"Die höheren Bedürfnisse, die aus der Natur des Bedürfnisses selbst folgen, ergeben die ausgebildeten Kulturformen, die in der Kunst, Ethik und Religion vorliegen. Die Anwesenheit dieser höheren Formen in jeder bekannten Zivilisation ist nicht nur eine einfache empirische Gegebenheit, mit deren Existenzfeststellung man sich begnügen sollte. Kunst, Ethik und Religion wurzeln vielmehr im Wesen des Lebens, so daß der Grund ihres Auftauchens demjenigen verständlich wird, der in diesem Wesen zu lesen weiß.
Ebenso ist die Barbarei, das heißt die Rückbildung der Verwirklichungsweisen des Lebens, der Schlußpunkt seiner Steigerung, kein unverständliches und unheilvolles Ereignis, das von außen her eine Kultur auf dem Höhepunkt ihrer Entfaltung trifft. Die Art und Weise, wie die Barbarei nach und nach jeden Bereich der gesellschaftlichen Aktivität ansteckt, sowie das allmähliche Verschwinden der ästhetischen, ethischen und religiösen Dimensionen aus der organischen Gesamtheit einer menschlichen Welt sind gleichfalls von einem Vorgang her zu verstehen, der das Wesen des Seins affiziert.
Dieses Sein wird dabei als jenes Prinzip aufgefaßt, aus dem alle Kultur mit ihren konkreten Verwirklichungsmodalitäten hervorgeht, insbesondere was deren höchste Form betrifft. Ein solches von der Barbarei affiziertes Sein ist daher eine Krankheit des Lebens selbst."
Michel Henry, in "Die Barabarei - Eine phänomenologische Kulturkritik"
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Wirkliche Wirklichkeit
Ich wette, T-Mobile hat es anders gemeint - nämlich: umgekehrt. Aber mich hat das Filmchen (nach einigen Sekunden des Rätselns) begeistert, weil es so deutlich vor Augen stehen läßt, wie unersetzbar, wie unendlich reicher im Erleben wirkliche Wirklichkeit gegenüber jeder virtuellen Welt ist. Scheinbar, nominell, dieselben Vorgänge - aber eine völlig andere Erlebniswelt! Das macht schon wehmütig ...
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Freitag, 17. Juni 2011
Es könnte dramatisch werden
Die Politik sollte sich beeilen - denn wenn nicht bald weltweit greifbare Klimawandel-Gegenmaßnahmen erfolgen, könnte uns die Sonne einen kräftigen Strich durch die Rechnung machen, uns in die Suppe spucken, und eine kleinere Eiszeit auslösen.
Denn wie zuletzt zu lesen war, zeigt die Sonnenfleckentätigkeit der Sonne immer deutlichere Hinweise auf eine Schwächeperiode: sie nimmt schon zwei Zyklen ab, und letzte wissenschaftliche (!) Beobachtungen (mit deutlich schwächeren Protuberanzen, teilweise blieben vorhergesagte weil erwartbare Explosionen überhaupt aus) lassen bereits vermuten, daß es zu einer dramatischen Einschränkung der Sonnenfleckentätigkeit kommen wird. Das aber würde - wie zuletzt von 1645 bis 1715 - eine Minieiszeit auslösen, mit bitterkalten Wintern und kühlen, verregneten Sommern.
Man stelle ich das vor - da setzt man endlich zentral gesteuerte CO²-Emissionen fest, und überweist an bald untergehende Südseeinsulaner Milliarden, verteilt Friedensnobelpreise und Filmoscars (sic! daß das nicht früher aufgefallen ist ...) für Klimaretter, und dann ist alles umsonst - was das wieder kostet! Daß man sich doch auf keine wissenschafltichen Beweise mehr verlassen kann ... wie soll man da, als Volk, regieren?!
Das beste wird sein, jeder kauft sich seinen eigenen kleinen Privatwissenschaftler, der dann Vorhersagen macht. Wissenschaftlich bewiesen! Das macht zwar nichts klarer, aber ganz gewiß entschuldbarer.
Denn wie zuletzt zu lesen war, zeigt die Sonnenfleckentätigkeit der Sonne immer deutlichere Hinweise auf eine Schwächeperiode: sie nimmt schon zwei Zyklen ab, und letzte wissenschaftliche (!) Beobachtungen (mit deutlich schwächeren Protuberanzen, teilweise blieben vorhergesagte weil erwartbare Explosionen überhaupt aus) lassen bereits vermuten, daß es zu einer dramatischen Einschränkung der Sonnenfleckentätigkeit kommen wird. Das aber würde - wie zuletzt von 1645 bis 1715 - eine Minieiszeit auslösen, mit bitterkalten Wintern und kühlen, verregneten Sommern.
Man stelle ich das vor - da setzt man endlich zentral gesteuerte CO²-Emissionen fest, und überweist an bald untergehende Südseeinsulaner Milliarden, verteilt Friedensnobelpreise und Filmoscars (sic! daß das nicht früher aufgefallen ist ...) für Klimaretter, und dann ist alles umsonst - was das wieder kostet! Daß man sich doch auf keine wissenschafltichen Beweise mehr verlassen kann ... wie soll man da, als Volk, regieren?!
Das beste wird sein, jeder kauft sich seinen eigenen kleinen Privatwissenschaftler, der dann Vorhersagen macht. Wissenschaftlich bewiesen! Das macht zwar nichts klarer, aber ganz gewiß entschuldbarer.
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Belassen wir es dabei
Mercedes ist in seiner Werbung am besten, wenn man es bei seinen Stärken beläßt: Schönheit und damit zusammenhängend Lebensfreude. Das Filmchen ist amüsant, das Auto wunderschön - dabei sollte man es belassen!
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Unlösbare Widersprüche
Die Grünen in Baden Württemberg befinden sich mitten in einem Dilemma, meint die FAZ. Denn einerseits, nun an die Regierung gekommen, stehen sie mit dem Gesetz im Bunde, und müssen möglicherweise auch den Stein des Anstoßes - den Mega-Bahnhof "Stuttart 21" - mitttragen. Ausgerechnet jenes Projekt, das zu verhindern sie vor der Wahl angetreten sind! Aber es lief nicht nur alles rechtens, sondern systemimmanente Logiken stellen die Grünen vor eine eigentlich unlösbare Situation: entscheiden sie sich für ihre Regierungsverantwortung, oder für ihre Wähler?
Denn sie geraten mit ihren eigenen Grundsätzen in Konflikt: während die Taktik der Grünen war und ist, daß das Gesetz schlecht, der Bürger immer gut ist, daß Gesetzes- und Systemkonformität eben in Situationen führen kann, die NICHT mehr gut sind, die abzulehnen sind (und im Grunde hat der Protest der Grünen ja den Charakter einer Systemrevolution), stehen Sie nun plötzlich in der Situation, gegen ihre eigene Regierungsverpflichtung den Rechtsstaat in Frage zu stellen oder: stellen zu sollen.
Die Schlichtungsprozesse dürften wenig fruchten - große Teile der Protestbewegung werden kein Ergebnis akzeptieren, das nicht lautet: KEIN neuer Bahnhof. Rechtsstaatlich würde selbst bei einem Baustop der Deutschen Bahn eine Milliardenbelastung auf das Land zukommen. Eine Demokratie kann aber nur funktionieren, wenn alle Beteiligten rechtliche bzw. verrechtete Prozesse akzeptieren, auch wenn sie gegen ihre Intention ausgehen! Schon läuft auch innerhalb der Grünen ein erster Spalt: ihr eigener Verkehrsminister in Baden Württemberg spricht gleichfalls von einer Unverbindlichkeit der derzeitigen Schlichtungsverfahren, wiewohl diese bereits bestehendes Recht "umgehen", oder: moderater gestalten sollen, kein offizielles Rechtsmittel darstellen. Die Bahn wäre dazu sowieso nicht verpflichtet!
Wobei der Bahn-Chef es sich nun nicht verkneifen konnte, den Grünen "Volksverdummung" und Täuschungsabsicht bei der Wahl vorzuwerfen: sie hätten gewußt, daß alles rund um den neu zu bauenden Stuttgarter Hauptbahnhof rechtens gewesen war, es also - rein rechtlich - gar keinen Ausstieg mehr gebe. Diese Hoffnung aber hätte man bei den Wählern geweckt!
Der Protest der Grünen in Stuttgart und anderswo ist aber noch aus einem anderen Grund bemerkenswert. So wie fast alle übrigen Proteste in Europa, sind es Proteste GEGEN das System. Sie sind Anrufe an die Regierungen, generelle Richtungsänderungen vorzuschlagen, weil die bisherigen Wege in ein Leben geführt haben, das in seiner ihm eigenen Logik nicht mehr wünschenswerte Ergebnisse erzielt. In Europa will man also eine Zertrümmerung bestehender Systeme, ja es läuft auf eine Zertrümmerung des Rechtsstaates hinaus, dessen Kriterien als ungenügend empfunden. Nur: das läßt einen Staat auseinanderbrechen! Wenn sich die Bürger von seiner Systemlogik keine Gerechtigkeit (nach ihrer Facon) mehr erwarten.
Nahezu spiegelverkehrt - wenn auch in anderer Hinsicht die exakt gleiche Bewegung: das staatliche System erfüllt nicht mehr subjektive Rechtsvorstellungen - ist dagegen die Situation im arabischen Raum oder in Nordafrika. Und das wird gerne übersehen, wenn Romantiker hierzulande eine große Weltbewegung erblicken wollen. Dort WILL die protestierende Bevölkerung genau jenen Rechtsstaat, der hierzulande längst abgelehnt wird. Dort WILL die Bevölkerung jene Verrechtung des Lebens, ja dort WILL sie vor allem (!) auch jene Modernität, die in unseren Breiten zunehmend als Lebensbedrohung empfunden wird. Es wächst tatsächlich hierzulande der noch wenig artikulierte, aber immer deutlicher gefühlte Wunsch, ANDERS zu leben als bisher, sodaß sich die Natur unserer Staaten und Länder mehr und mehr in zwei unvereinbare Richtungen aufspaltet. Die einen, die das bestehende System weiter ausbauen wollen, die anderen, die genau das nicht wollen, die es sogar reduzieren oder gar zerstören wollen.
Vielleicht ... tauschen wir einfach die Länder bzw. die Bevölkerungen aus? Vielleicht ist die Migrationsproblematik, die Europa kaum noch bewältigen kann, genau das.
Es fehlt, höre ich dann manche, nur noch die Gegenbewegung - von Europa WEG. Wirklich? Daß wir uns da nicht täuschen: auch die gibt es! Ich kenne nur die Zahlen von Deutschland, aber dort ist es bereits signifikant, daß jährlich Zehn, ja Hunderttausende - und vor allem: bestens Ausgebildete! - das Land verlassen, während die Lücke, die sie hinterlassen, mit Zuwanderern aus mehr oder weniger obgenannten geographischen Zonen gefüllt werden. Ähnliche Vorgänge hört man längst aus vielen weiteren Ländern!
Der Grund, warum hierzulande noch keine größere Auswanderungsbewegung stattgefunden hat, hat v. a. bei jungen Menschen heute systemimmanente Gründe - sie sind, sagen wir es schlicht: verwöhnt, sie sind träge und feige geworden. Aber wer wenn nicht die Jugend sollte auswandern, die doch noch alles aufzubauen hat? Die doch ohnehin bereits so entwurzelt mit "globalisierten Wertevorstellungen" aufwuchs. Aber wenn auch noch nicht, so sind es nach und nach die Alten, die das Kribbeln verspüren, noch einmal etwas zu versuchen ...
Da findet also vermutlich bereits eine Bewegung statt, die von uns lediglich in seiner historischen und globalen Dimension noch nicht überblickt wird, und die noch nicht wirklich geboren werden will. Auch wenn die Wehen längst eingesetzt haben.
Denn sie geraten mit ihren eigenen Grundsätzen in Konflikt: während die Taktik der Grünen war und ist, daß das Gesetz schlecht, der Bürger immer gut ist, daß Gesetzes- und Systemkonformität eben in Situationen führen kann, die NICHT mehr gut sind, die abzulehnen sind (und im Grunde hat der Protest der Grünen ja den Charakter einer Systemrevolution), stehen Sie nun plötzlich in der Situation, gegen ihre eigene Regierungsverpflichtung den Rechtsstaat in Frage zu stellen oder: stellen zu sollen.
Die Schlichtungsprozesse dürften wenig fruchten - große Teile der Protestbewegung werden kein Ergebnis akzeptieren, das nicht lautet: KEIN neuer Bahnhof. Rechtsstaatlich würde selbst bei einem Baustop der Deutschen Bahn eine Milliardenbelastung auf das Land zukommen. Eine Demokratie kann aber nur funktionieren, wenn alle Beteiligten rechtliche bzw. verrechtete Prozesse akzeptieren, auch wenn sie gegen ihre Intention ausgehen! Schon läuft auch innerhalb der Grünen ein erster Spalt: ihr eigener Verkehrsminister in Baden Württemberg spricht gleichfalls von einer Unverbindlichkeit der derzeitigen Schlichtungsverfahren, wiewohl diese bereits bestehendes Recht "umgehen", oder: moderater gestalten sollen, kein offizielles Rechtsmittel darstellen. Die Bahn wäre dazu sowieso nicht verpflichtet!
Wobei der Bahn-Chef es sich nun nicht verkneifen konnte, den Grünen "Volksverdummung" und Täuschungsabsicht bei der Wahl vorzuwerfen: sie hätten gewußt, daß alles rund um den neu zu bauenden Stuttgarter Hauptbahnhof rechtens gewesen war, es also - rein rechtlich - gar keinen Ausstieg mehr gebe. Diese Hoffnung aber hätte man bei den Wählern geweckt!
Der Protest der Grünen in Stuttgart und anderswo ist aber noch aus einem anderen Grund bemerkenswert. So wie fast alle übrigen Proteste in Europa, sind es Proteste GEGEN das System. Sie sind Anrufe an die Regierungen, generelle Richtungsänderungen vorzuschlagen, weil die bisherigen Wege in ein Leben geführt haben, das in seiner ihm eigenen Logik nicht mehr wünschenswerte Ergebnisse erzielt. In Europa will man also eine Zertrümmerung bestehender Systeme, ja es läuft auf eine Zertrümmerung des Rechtsstaates hinaus, dessen Kriterien als ungenügend empfunden. Nur: das läßt einen Staat auseinanderbrechen! Wenn sich die Bürger von seiner Systemlogik keine Gerechtigkeit (nach ihrer Facon) mehr erwarten.
Nahezu spiegelverkehrt - wenn auch in anderer Hinsicht die exakt gleiche Bewegung: das staatliche System erfüllt nicht mehr subjektive Rechtsvorstellungen - ist dagegen die Situation im arabischen Raum oder in Nordafrika. Und das wird gerne übersehen, wenn Romantiker hierzulande eine große Weltbewegung erblicken wollen. Dort WILL die protestierende Bevölkerung genau jenen Rechtsstaat, der hierzulande längst abgelehnt wird. Dort WILL die Bevölkerung jene Verrechtung des Lebens, ja dort WILL sie vor allem (!) auch jene Modernität, die in unseren Breiten zunehmend als Lebensbedrohung empfunden wird. Es wächst tatsächlich hierzulande der noch wenig artikulierte, aber immer deutlicher gefühlte Wunsch, ANDERS zu leben als bisher, sodaß sich die Natur unserer Staaten und Länder mehr und mehr in zwei unvereinbare Richtungen aufspaltet. Die einen, die das bestehende System weiter ausbauen wollen, die anderen, die genau das nicht wollen, die es sogar reduzieren oder gar zerstören wollen.
Vielleicht ... tauschen wir einfach die Länder bzw. die Bevölkerungen aus? Vielleicht ist die Migrationsproblematik, die Europa kaum noch bewältigen kann, genau das.
Es fehlt, höre ich dann manche, nur noch die Gegenbewegung - von Europa WEG. Wirklich? Daß wir uns da nicht täuschen: auch die gibt es! Ich kenne nur die Zahlen von Deutschland, aber dort ist es bereits signifikant, daß jährlich Zehn, ja Hunderttausende - und vor allem: bestens Ausgebildete! - das Land verlassen, während die Lücke, die sie hinterlassen, mit Zuwanderern aus mehr oder weniger obgenannten geographischen Zonen gefüllt werden. Ähnliche Vorgänge hört man längst aus vielen weiteren Ländern!
Der Grund, warum hierzulande noch keine größere Auswanderungsbewegung stattgefunden hat, hat v. a. bei jungen Menschen heute systemimmanente Gründe - sie sind, sagen wir es schlicht: verwöhnt, sie sind träge und feige geworden. Aber wer wenn nicht die Jugend sollte auswandern, die doch noch alles aufzubauen hat? Die doch ohnehin bereits so entwurzelt mit "globalisierten Wertevorstellungen" aufwuchs. Aber wenn auch noch nicht, so sind es nach und nach die Alten, die das Kribbeln verspüren, noch einmal etwas zu versuchen ...
Da findet also vermutlich bereits eine Bewegung statt, die von uns lediglich in seiner historischen und globalen Dimension noch nicht überblickt wird, und die noch nicht wirklich geboren werden will. Auch wenn die Wehen längst eingesetzt haben.
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Niedergang im Hochstand
Das Spiel eines Wissens, das das Leben selbst und die Lebenswelt außer Kraft setzt, hat schwerwiegende Folgen. Wenn man Kultur als Selbstveränderung und -steigerung des Lebens auffaßt, und wie sollte man sie sonst auffassen, so erscheint der heutige Wissenschaftsbegriff als bedrohliche Evidenz:
"Da wie Wissenschaft keinerlei Verhältnis zur Kultur besitzt, hat die wissenschaftliche Entwicklung nichts mit der kulturellen Entwicklung zu tun. Im Grenzfall läßt sich eine Überentwicklung des Wissenschaftswissens denken, die mit einem Schwund der Kultur einhergeht, mit einer Rückbildung der Kultur in gewissen Bereichen oder in allen Bereichen gleichzeitig, wobei am Ende dieses Prozesses die Vernichtung der Kultur stehen kann.
Eine solche Darstellung ist weder abstrakt noch ideal; sie ist die Gestalt der Welt, in der wir leben - einer Welt, worin ein neuer Typ der Barbarei emportaucht, der ernster als alle vorausgegangenen ist und dessen Gefahr darin besteht, daß der Mensch heute tatsächlich daran zugrunde gehen kann."
Michel Henry, in "Die Barbarei - Eine phänomenologische Kulturkritik"
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Donnerstag, 16. Juni 2011
Objektivitätsillusion im Gewußten
Es herrscht, schreibt Michel Henry, einer der führenden Philosophen Frankreichs im 20. Jhd., eine schreckliche Illusion hinsichtlich des Wissens, das die Wissenschaft generiert. Denn es wird so getan, als sei das von der Wissenschaft generierte Wissen dem Lebenswissen überlegen.
In Wahrheit gibt es kein Wissenschaftswissen der "Objektivität", ohne daß ihm nicht nur ein Lebenswissen - das jedem Menschen gleichermaßen zugängig ist - vorangeht, sondern das es durchdringt. Wissenschaftlich gewußtes Wissens ist lediglich ein Modus des Bewußtseinswissens, und es "schließt das Wissen der Schau selbst ein, die nicht mehr das Bewuß´tsein ist, der intentionale Bezug zum Objekt, sondern das Leben." Vom Leben losgelöstes "theoretisches Wissen" gibt es also gar nicht.
Das Descat'sche "cogito ergo sum" führt also zu einem Trugschluß: als wäre nur wißbar, was solcherart theoretisch gedacht würde. In Wahrheit aber geht das Leben auch bei falschem Denken weiter - es gibt also ein Wissen, das allem bewußten theoretischen Wissen voraus geht. Und diese zweite Wissen ist das Leben selbst, als evidentes Selbst-empfinden, selbst-erfahren. Als menschliches Los des Bezugs zur Welt.
Wenn ich träume, so existieren das Zimmer, von dem ich träume, und die Personen darin, oder sie existieren nicht. Möglicherweise. Aber wenn ich in diesem Traum einen Schrecken verspüre, so ist dieser Schrecken absolut, was er ist. Das Bewußtsein kann sich diesen Schrecken nicht geben, der intentionale Weltbezug des Subjekts, sein Bewußtseinswissen, tritt zurück.
Es gibt nur Bewußtsein VON etwas. Das Lebenswissen aber kennt keine Andersheit, nichts von ihm Verschiedenes, Fremdes. Was das Leben ursprünglich empfindet, ist es selbst. Es hat eine Realität, deren Substantialität ihre Phänomenalität ist. Und hebt sich damit über alle Täuschungs- und Irrtumsmöglichkeit hinaus, ist eine völlig andere Qualität: Ob ich eine Täuschung sehe oder nicht - ich sehe! Und als solches erlebe ich es, es ist WAHR.
Und diese Wahrheit(sebene) geht dem Wissen von den Wahrnehmungsinhalten voraus, auf denen - als Bewußtseinswissen - Wissenschaft gründet. Das Wissenschaftswissen kann sich selbst nicht genügen, es weiß um seine Vorausetzung eines anderen, nicht "objektivierbaren", als Objekt vorstellbaren Wissens. Das (wie Descartes es nannte) Wissen der Seele, des Geistes, ist nicht nur sicherer und leichter, es geht dem Bewußtsein und der Wissenschaft voraus, letztere beruht darauf.
In Wahrheit gibt es kein Wissenschaftswissen der "Objektivität", ohne daß ihm nicht nur ein Lebenswissen - das jedem Menschen gleichermaßen zugängig ist - vorangeht, sondern das es durchdringt. Wissenschaftlich gewußtes Wissens ist lediglich ein Modus des Bewußtseinswissens, und es "schließt das Wissen der Schau selbst ein, die nicht mehr das Bewuß´tsein ist, der intentionale Bezug zum Objekt, sondern das Leben." Vom Leben losgelöstes "theoretisches Wissen" gibt es also gar nicht.
Das Descat'sche "cogito ergo sum" führt also zu einem Trugschluß: als wäre nur wißbar, was solcherart theoretisch gedacht würde. In Wahrheit aber geht das Leben auch bei falschem Denken weiter - es gibt also ein Wissen, das allem bewußten theoretischen Wissen voraus geht. Und diese zweite Wissen ist das Leben selbst, als evidentes Selbst-empfinden, selbst-erfahren. Als menschliches Los des Bezugs zur Welt.
Wenn ich träume, so existieren das Zimmer, von dem ich träume, und die Personen darin, oder sie existieren nicht. Möglicherweise. Aber wenn ich in diesem Traum einen Schrecken verspüre, so ist dieser Schrecken absolut, was er ist. Das Bewußtsein kann sich diesen Schrecken nicht geben, der intentionale Weltbezug des Subjekts, sein Bewußtseinswissen, tritt zurück.
Es gibt nur Bewußtsein VON etwas. Das Lebenswissen aber kennt keine Andersheit, nichts von ihm Verschiedenes, Fremdes. Was das Leben ursprünglich empfindet, ist es selbst. Es hat eine Realität, deren Substantialität ihre Phänomenalität ist. Und hebt sich damit über alle Täuschungs- und Irrtumsmöglichkeit hinaus, ist eine völlig andere Qualität: Ob ich eine Täuschung sehe oder nicht - ich sehe! Und als solches erlebe ich es, es ist WAHR.
Und diese Wahrheit(sebene) geht dem Wissen von den Wahrnehmungsinhalten voraus, auf denen - als Bewußtseinswissen - Wissenschaft gründet. Das Wissenschaftswissen kann sich selbst nicht genügen, es weiß um seine Vorausetzung eines anderen, nicht "objektivierbaren", als Objekt vorstellbaren Wissens. Das (wie Descartes es nannte) Wissen der Seele, des Geistes, ist nicht nur sicherer und leichter, es geht dem Bewußtsein und der Wissenschaft voraus, letztere beruht darauf.
"Die Idee des Geistes ist das ursprüngliche Offenbarungsvermögen, kraft dessen die Cogitation (die Seele, das Leben) ihre eigene Offenbarung und nicht die irgendeiner Objektivität, eines Cogitatum ist. So offenbart der Schrecken sich selbst, und in sich selbst, in seiner Affektivität, offenbart er nichts anderes." (M. Henry, "Die Barbarei") Und diese Ideen bilden das gemeinsame Wesen der bewußten Objekterkenntnis.
Deshalb kann nur eine Idee (ein Dreieck, ein Mensch, Gott) zum Sein gelangen, wenn sie eine Idee des Geistes und als Idee des Geistes zuerst die reine und bloße Selbsterfahrung ist, die sie sich selbst so offenbart, wie sie in sich als Cogitatio, als Modalität des Lebens oder der Seele, ist. Die Schau des Objekts setzt das Wissen der Schau selbst voraus, und dieses Wissen der Schau ist ihr eigenes Pathos, nämlich "die Selbstaffektion der absoluten Subjektivität in ihrer transzendentalen Affektivität, wobei transzendental heißt: was sie als Subjektivität, als Leben, ermöglicht."
Die Welt ist also kein leeres Schauspiel, das sich dem unpersönlichen, leeren Blick darbietet, sondern "sie ist eine sinnliche Welt, keine Welt des Bewußtseins, sondern eine Lebenswelt: mithin eine Welt, die nur dem Leben gegeben ist, die für, in und durch das Leben existiert."
Jedes Außen (als "Welt") die ursprüngliche Ent-Äußerung irgendeiner Außenheit (wie beispielsweise einer Zahl), kann nur insoweit hervorgebracht werden, wie sich diese Hervorbringung selbst affiziert, folglich in und durch die Affektivität der Hervorbringung. Die Dinge sind also nicht "nachträglich sinnlich", und sie nehmen ihren Charakter - bedrohlich, schön usw. - nicht aufgrund von Bezügen an, die sie mit unseren Wünschen und Interessen knüpfen. Vielmehr tun die Dinge all dies und sind dazu nur imstande, weil sie von Geburt an affektiv sind, weil es ein Pathos ihres Zum-sein-kommens gibt, und zwar als das Zu-sich-selbst-kommen des Seins in der Trunkenheit und im Leiden des Lebens.
Es sei gestattet, hier noch eine Spur zu legen - es gibt nämlich keine "objektiv feststellbaren Eigenschaften" der kleinsten Bauteile der Materie. Auch aus der Quantenphysik wird klar, daß es die Dinge nur in werthaltigen Bezügen gibt, ja daß diese Bezüge erst die Dinge konstituieren, aus sich, ins Sein hervortreiben.
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Verschwörungstheorien und Vaterlosigkeit
Es ist besonders interessant zu beobachten, welche Bedingungen Verschwörungstheorien begünstigen. Aus der permanenten Beobachtung europäischer Öffentlichkeiten im Internet fallen einige Faktoren auf, die bei Österreich und Griechenland exemplarisch erhärtet werden. Denn in beiden Ländern scheinen solche Theorien, die geheime Vorkommnisse hinter allen sichtbaren Kulissen als Ursache für eine Situation, in der man sich befindet, lebhaftest zu blühen.
Wenn also die Standard-Chefredakteurin - das muß man sich einmal vorstellen! - darüber klagt, daß die Regierung (!) die Bevölkerung zu wenig klar informiert hätte, dann kann man nicht nur fragen, was denn die Zeitung glaubt, was denn ihre Rolle in einer Demokratie sei, warum nicht SIE die Bevölkerung richtig und rechtzeitig informiert hätte. Sondern diese groteske Anklage ist Symptom für die miserable Informiertheit der Österreicher generell während aller der Vorgänge in den letzten Jahren, die über mikro- und makroökonomische Krisen entstanden sind und das Leben in diesem Land so beherrschen.
Aber warum ist das so? Warum können Fakten, die teils sogar schon jahrelang in europäischen Medien diskutiert wurden, hierzulande wahre Überraschungsempörung auslösen? Fakten, wie der wahre Zustand Griechenlands.
Es ist zweifellos nicht einfach Inkompetenz, sondern diese Inkompetenz, die man vor allem Politik und Medien zeihen muß, hat Wurzeln in den subjektiven Haltungen, die dieses Land so prägen: wo nicht sein kann, was nicht sein darf. Während wir sogar neuen Schwung in der fast schon lustig zu nennenden Fingerzeigthese "die Reichen und die Spekulanten sind schuld" erleben. Auch das ist nur ein Indiz mehr. Plötzlich die Sozial- und Gesellschaftspolitik der letzten Jahrzehnte (und das läßt sich von allen Staaten Europas sagen) in ihrer immer schon vorhersehbaren Konsequenz scheitern sehen - das würde allen zu viel abverlangen. Vor dieser Wahrheit - dem zu Unrecht angeeigneten, ja den regelrecht geraubten "Wohlstand" der breiten Massen - verschließen alle nur zu gerne die Augen. Und geben ihre Stimme gerne jenen, die diese Selbsttäuschung zu bewahren versprechen. (Nur so kann man die treuherzigen Kampfsprüche von Bundeskanzler Faymann deuten, man müsse die Reichen zur Kasse bitten.)
In Griechenland wird es nicht anders sein.
Mangelnde Informiertheit aber, mangelnde Sachkenntnis über all diese Zusammenhänge, noch mehr aber: gezielte Desinformation, bewirkt, daß die Erklärungsschemata nicht die Beobachtungen abdecken und erklären. Sie lösen die Dämonien nicht auf! Also suchen sich diese Dämonien andere Rationalisierungen. Schon gar, wenn sie aufzulösen das Aufgeben so mancher bequem gewordenen Haltung verlangte. Dann entstehen Gerüchte, dann entstehen blitzartig Webseiten mit groteskesten Behauptungen, die allesamt irgendwelche Tatsachen heranziehen, gewiß, sie aber in ganz neue Gesamtthesen einbetten. Die sich praktisch immer schon dadurch entkräften, als sie elementarsten sachlichen oder menschlichen Prinzipien widersprechen, meist auf realitätsfernen Vorstellungen basieren, wie welche Dinge in der Welt passieren. Häufig übrigens, weil sie hohe Politik in fast mythische Dimensionen heben - was im übrigen spezielles Symptom einer egalitären Gesellschaft ist, der es an wirklicher Führungserfahrung mangelt.
Wo die herstammen sollte? Aus dem simplen Vater-Sein, aus dem Führen eines wirklich eigenverantwortlich betriebenen Unternehmens, etc. Gerade das fehlende Vater-Sein wirkt sich dabei fatal aus, denn diese praktisch jedem Menschen offene Erfahrung wird auf Funktion umgebrochen, nicht mehr im Sein, der Identität verankert. Man ist nicht deshalb automatisch "Vater", weil man Kinder in die Welt setzt! Das ist bestenfalls Begünstigung dieser Persönlichkeitsfacette.
Und so sprießen im Wochentakt die wildesten Theorien. Die jüngste? Die USA hätten bereits riesige Lagerhallen mit ihrer neuen Währung, dem "Amero" befüllt. Zum 4. Juli sei es soweit ...
Wenn also die Standard-Chefredakteurin - das muß man sich einmal vorstellen! - darüber klagt, daß die Regierung (!) die Bevölkerung zu wenig klar informiert hätte, dann kann man nicht nur fragen, was denn die Zeitung glaubt, was denn ihre Rolle in einer Demokratie sei, warum nicht SIE die Bevölkerung richtig und rechtzeitig informiert hätte. Sondern diese groteske Anklage ist Symptom für die miserable Informiertheit der Österreicher generell während aller der Vorgänge in den letzten Jahren, die über mikro- und makroökonomische Krisen entstanden sind und das Leben in diesem Land so beherrschen.
Aber warum ist das so? Warum können Fakten, die teils sogar schon jahrelang in europäischen Medien diskutiert wurden, hierzulande wahre Überraschungsempörung auslösen? Fakten, wie der wahre Zustand Griechenlands.
Es ist zweifellos nicht einfach Inkompetenz, sondern diese Inkompetenz, die man vor allem Politik und Medien zeihen muß, hat Wurzeln in den subjektiven Haltungen, die dieses Land so prägen: wo nicht sein kann, was nicht sein darf. Während wir sogar neuen Schwung in der fast schon lustig zu nennenden Fingerzeigthese "die Reichen und die Spekulanten sind schuld" erleben. Auch das ist nur ein Indiz mehr. Plötzlich die Sozial- und Gesellschaftspolitik der letzten Jahrzehnte (und das läßt sich von allen Staaten Europas sagen) in ihrer immer schon vorhersehbaren Konsequenz scheitern sehen - das würde allen zu viel abverlangen. Vor dieser Wahrheit - dem zu Unrecht angeeigneten, ja den regelrecht geraubten "Wohlstand" der breiten Massen - verschließen alle nur zu gerne die Augen. Und geben ihre Stimme gerne jenen, die diese Selbsttäuschung zu bewahren versprechen. (Nur so kann man die treuherzigen Kampfsprüche von Bundeskanzler Faymann deuten, man müsse die Reichen zur Kasse bitten.)
In Griechenland wird es nicht anders sein.
Mangelnde Informiertheit aber, mangelnde Sachkenntnis über all diese Zusammenhänge, noch mehr aber: gezielte Desinformation, bewirkt, daß die Erklärungsschemata nicht die Beobachtungen abdecken und erklären. Sie lösen die Dämonien nicht auf! Also suchen sich diese Dämonien andere Rationalisierungen. Schon gar, wenn sie aufzulösen das Aufgeben so mancher bequem gewordenen Haltung verlangte. Dann entstehen Gerüchte, dann entstehen blitzartig Webseiten mit groteskesten Behauptungen, die allesamt irgendwelche Tatsachen heranziehen, gewiß, sie aber in ganz neue Gesamtthesen einbetten. Die sich praktisch immer schon dadurch entkräften, als sie elementarsten sachlichen oder menschlichen Prinzipien widersprechen, meist auf realitätsfernen Vorstellungen basieren, wie welche Dinge in der Welt passieren. Häufig übrigens, weil sie hohe Politik in fast mythische Dimensionen heben - was im übrigen spezielles Symptom einer egalitären Gesellschaft ist, der es an wirklicher Führungserfahrung mangelt.
Wo die herstammen sollte? Aus dem simplen Vater-Sein, aus dem Führen eines wirklich eigenverantwortlich betriebenen Unternehmens, etc. Gerade das fehlende Vater-Sein wirkt sich dabei fatal aus, denn diese praktisch jedem Menschen offene Erfahrung wird auf Funktion umgebrochen, nicht mehr im Sein, der Identität verankert. Man ist nicht deshalb automatisch "Vater", weil man Kinder in die Welt setzt! Das ist bestenfalls Begünstigung dieser Persönlichkeitsfacette.
Und so sprießen im Wochentakt die wildesten Theorien. Die jüngste? Die USA hätten bereits riesige Lagerhallen mit ihrer neuen Währung, dem "Amero" befüllt. Zum 4. Juli sei es soweit ...
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Verrutschte Absichten
An sich - eine klassische peinliche oder sogar berührende Situation. Aber etwas an dem Filmchen von Honda läßt diese Gefühlslage nicht aufkommen. Ich vermute weil man erkennt, daß die Person es längst voraussehen kann. Dadurch rückt das Verhalten des Mannes sogar zur Absichtlichkeit, zur Täuschungsabsicht.
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Mittwoch, 15. Juni 2011
Moralspekulation
Eine Situation, wie sie wohl schon jeder erlebt hat. Ihr Prinzipielles und damit Zeitkritisches liegt im sichtbaren Konflikt zwischen Ideologie - "Gesundheitsideologie" - und Realität, die die Rückkehr des ideologisierteren Teils zum eigentlichen, wirklichen Urteil bewirken läßt. Woraufhin dieser, die Frau, eine klassische schizoide Sitution hervorruft: sie schützt Moralität vor, und setzt damit den anderen unter Druck. Und das findet sich heute enorm verbreitet - den es fordern immer die den Verzicht, die selbst nichts (Gleichwertiges) zu geben haben, die vom anderen nutznießen wollen.
Deshalb ist der Egalitarismus wie auf facebook etc. und das Klima der "Offenheit" als Maßnahme der Schwachen, noch mehr aber: der Schmarotzer, klassifizierbar, die alles daran setzen, daß ihr neuartiger Moralismus - wobei sie sich sozialistisch-utopischer Realitätsverweigerung bedienen - zum allgemeinen Gesetz wird. Indem sie mit der Moralität des anderen spekulieren, die sie selber gar nicht haben. Deshalb ist ja auffällig, daß sie sich regelrecht neue Felder der Moral gesucht haben - Umweltschutz, Ökologie, Energienachhaltigkeit, Klimaschutz ... Der eigene Einsatz ist jeweils dabei wertlos.
Ich behaupte, daß die sogenannten ökologischen Bewegungen (zu allermeist, und in jedem Fall als politische Bewegung) einen Wert einfordern, den sie selber gar nicht besitzen! Daß ihre vorgeblichen Werte reine Scheinwerte sind, daß ihr Einsatz jeweils nur so weit und so lange hält, als er sie selber nichts kostet, nur so lange, als sie selber auf Wertloses "verzichten."
Deshalb ist der Egalitarismus wie auf facebook etc. und das Klima der "Offenheit" als Maßnahme der Schwachen, noch mehr aber: der Schmarotzer, klassifizierbar, die alles daran setzen, daß ihr neuartiger Moralismus - wobei sie sich sozialistisch-utopischer Realitätsverweigerung bedienen - zum allgemeinen Gesetz wird. Indem sie mit der Moralität des anderen spekulieren, die sie selber gar nicht haben. Deshalb ist ja auffällig, daß sie sich regelrecht neue Felder der Moral gesucht haben - Umweltschutz, Ökologie, Energienachhaltigkeit, Klimaschutz ... Der eigene Einsatz ist jeweils dabei wertlos.
Ich behaupte, daß die sogenannten ökologischen Bewegungen (zu allermeist, und in jedem Fall als politische Bewegung) einen Wert einfordern, den sie selber gar nicht besitzen! Daß ihre vorgeblichen Werte reine Scheinwerte sind, daß ihr Einsatz jeweils nur so weit und so lange hält, als er sie selber nichts kostet, nur so lange, als sie selber auf Wertloses "verzichten."
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Der unbehauste Mensch
Gesichtslos bedeutet, daß die Dinge ihre Bezüge verloren haben. Als letzten Bezug bleibt eine seltsam neutralisierte Funktion, die außer "die Wohnung erreichen" nichts mehr übrigläßt. Verloren der gestaltete Raum, ja verloren überhaupt der Raum der durch uns nicht nämlich "gestaltet" wird, wie es dann heißt, sondern der durch uns geschaffen wird!
Verloren aber der Ort, den der Mensch hat, als Zentrum eines engen, trauten Beziehungsgeflechts, von dem aus sich die Kreise und Wege bilden. In einer Welt, wo schon jedes "Da mußt Du achtgeben!" als zu eliminierende Ablaufstörung betrachtet wird, für die schon der nächste ein Gesetz beschließt, um sie zu verhindern. Wo nur noch lächerliche Behübschung möglich ist, um den Schein, es handele sich um humane Lebenswelt, halbwegs erträglich zu machen. Die wir sogar noch mit Etiketten wie "nachhaltiges Bauen" versehen, und mit "Niedrigenergiehaus", als letzten Erweis, daß das Humane verschwunden ist, ersetzt durch das Zeckdenken geisteskranker Technokraten. Und als Zuckerguß gibt es dann Gemeinschaftsräume mit organisiertem Kinderfasching, jedes Jahr.
Die selber, mit dem Geld, das sie hier auspressen, in Gegenden flüchten, wo man noch lebt. Und das sind zunehmend alte Gebäude oder historische Stadtteile. Wer den Raum flüchtet, flüchtet auch die Zeit. Und damit wir auf jeden Fall verhindern, uns zu dem, was uns umgibt, zu stellen, schließen wir uns möglichst nahtlos in Scheinwelten und Scheinerlebnisse und Scheinbeziehungen ein, die unser Urteil täuschen - mit Internet, Fernsehen, Twitter und Facebook; durcheilen die Welt, die wir zum reinen technischen Gestellt vergewaltigt haben, mit Ohrhörerbeschallung und in sich gekehrtem Blick. Während wie von der Politik verlangen, sie solle gefälligst dafür sorgen, daß die dauernden Ablaufstörungen aufhören und gefälligst ausreichend Treibstoff vorhanden ist, um diesen Wahnsinn zu betreiben. Und wenn das ganze Land unter Kuratel gestellt wird.
Verloren aber der Ort, den der Mensch hat, als Zentrum eines engen, trauten Beziehungsgeflechts, von dem aus sich die Kreise und Wege bilden. In einer Welt, wo schon jedes "Da mußt Du achtgeben!" als zu eliminierende Ablaufstörung betrachtet wird, für die schon der nächste ein Gesetz beschließt, um sie zu verhindern. Wo nur noch lächerliche Behübschung möglich ist, um den Schein, es handele sich um humane Lebenswelt, halbwegs erträglich zu machen. Die wir sogar noch mit Etiketten wie "nachhaltiges Bauen" versehen, und mit "Niedrigenergiehaus", als letzten Erweis, daß das Humane verschwunden ist, ersetzt durch das Zeckdenken geisteskranker Technokraten. Und als Zuckerguß gibt es dann Gemeinschaftsräume mit organisiertem Kinderfasching, jedes Jahr.
Die selber, mit dem Geld, das sie hier auspressen, in Gegenden flüchten, wo man noch lebt. Und das sind zunehmend alte Gebäude oder historische Stadtteile. Wer den Raum flüchtet, flüchtet auch die Zeit. Und damit wir auf jeden Fall verhindern, uns zu dem, was uns umgibt, zu stellen, schließen wir uns möglichst nahtlos in Scheinwelten und Scheinerlebnisse und Scheinbeziehungen ein, die unser Urteil täuschen - mit Internet, Fernsehen, Twitter und Facebook; durcheilen die Welt, die wir zum reinen technischen Gestellt vergewaltigt haben, mit Ohrhörerbeschallung und in sich gekehrtem Blick. Während wie von der Politik verlangen, sie solle gefälligst dafür sorgen, daß die dauernden Ablaufstörungen aufhören und gefälligst ausreichend Treibstoff vorhanden ist, um diesen Wahnsinn zu betreiben. Und wenn das ganze Land unter Kuratel gestellt wird.
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| Zugang in einer Wohnanlage |
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| Kellergasse (Traisental, Niederösterreich) - Selbst der "Zweckbau" ist Lebensraum |
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| Mykonos (Kykladen, Griechenland) |
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Der Horror nimmt Gestalt an
Diese Herrschaften geben tatsächlich vor, eine "gute Zukunft" zu gestalten - und sie zeigen uns das Antlitz des Horrors, in den sie unsere Welt mehr und mehr verwandeln. Dabei bedienen sie sich unverschämter Lüge, in der sie alle Begriffe in Beschlag nehmen und pervertieren, als Grinsen, das vom Guten spricht, während es uns die Luft zum Atmen nehmen wird. Audi ist mitten dabei, als einer der deutschen Konzerne, die zu den schlimmsten Ausgeburten rationalistischen Wahnes zählen. Es wird Zeit, es ist längst Zeit, diese Herrschaften, die mit ihren kranken Gehirnen dabei sind, unsere Normalität zu zerstören, aus ihren Büros herauszuholen und mit Stockhieben davonzujagen. Hier baut sich ein wirklich neuer Totalitarismus auf, der - Hand in Hand mit der Politik - das Ganze (und damit ALLES) locker verspielen, um eines Tages festzustellen, daß die Teile nicht zusammenpassen, und noch daran verdienen, weil was sie selbst zerreißen zusammengeklittert werden soll. Und das nennt man dann "Problemlösungskraft". Und diese Geisteskranken "Elite".
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Man konnte alles kommen sehen
Ein bildschöner Artikel, den Michael Martens in der FAZ da zum Pfingstwochenende schreibt, und er ist höchst illustrativ. Weil er die Geschichte des griechischen Desasters - von der Euro-Einführung an - wunderbar stringent darstellt, und sie entpuppt sich als Geschichte prinzipieller Mechanismen, die uns keineswegs fremd sind. "Es hat nicht anders kommen können," schließt der Autor. "Es war so sehr vorhersehbar, daß man sich heute nur wundert, daß niemand reagierte!"
Es begann alles - und man kennt das doch alles, meint man? - mit der Umstellung auf den Euro. "Während man vorher mit 3400 Drachmen - 10 Euro nach der Umwechselung - viel Geld in der Tasche hatte, mit dem man recht gut einen Ausgehabend bestreiten konnte, waren plötzlich 10 Euro zuwenig, um wenigstens noch das Essen bezahlt zu bekommen." Die Produktivität der Wirtschaft hinkte einfach zu sehr hinter der des (nördlichen) europäischen Raumes hinterher - die Angleichung der Lebensführung (auch durch Importdruck) hinterließ ungedeckte Schecks. Es kam zu einem Preissprung.
Die Rechnun kam prompt bei den Wahlen - es siegten die Sozialisten. Die Regierung tat etwas "dagegen" - sie nahm Kredit um Kredit, "soziale Maßnahme" um "soziale Maßnahme" wurde durchgeführt. Die Gewerkschaften forderten natürlich gleich mal mehr Lohn und drohte mit Streiks, und weil 2004 olympische Spiele waren, die man nicht gefährden wollte, wurden die Löhne 2003 um 6 Prozent angehoben. Die Regierung begann, ihre Haushaltsdefizite mit "kreativer Buchführung" zu verschleiern. Wie man das ja überall versuchte und tat. Plötzlich waren Schulden der Regierung Schulden irgendwelcher Sondergesellschaften, etc. etc.
Die realen Pensionseintrittsalter waren (mit 59 Jahren - in Österreich? recherchieren Sie ein wenig ... ein kleiner Hinweis: es ist noch niedriger) viel zu niedrig. Aber die Gewerkschaften protestierten gegen alles Gegensteuern, das wie "Sozialabbau" klang. Die Inflation stieg weiterhin, und war sogar offiziell doppelt so hoch wie im übrigen Euro-Raum. Die Gästezahlen im Tourismus gingen zurück, Griechenland wurde einfach zu teuer. Wärend sie 200 km weiter östlich, in der Türkei, explodierten - wegen eines völlig anderen Preis-Leistungs-Verhältnisses. Die aus Budgetgründen notwendige (mehrfache) Erhöhung der Mehrwertsteuer machte sich zunehmend in der Verteuerung des Lebens bemerkbar. Die Wettbewerbsfähigkeit der griechischen Wirtschaft war am Boden. Wer noch produzieren wollte, ging ins Ausland.
Man kann den Landesnamen übrigens nach Belieben ersetzen. Griechenland war nur schneller, das ist eigentlich alles. Seine Geschichte, als Geschichte einer Staatspleite, ist auf alle übrigen europäischen Staaten übertragbar - es sind überall dieselben Mechanismsn. Es sind nicht (sic!) die Spekulanten, und es sind nicht die Reichen, die alle ausbeuten ...
Es begann alles - und man kennt das doch alles, meint man? - mit der Umstellung auf den Euro. "Während man vorher mit 3400 Drachmen - 10 Euro nach der Umwechselung - viel Geld in der Tasche hatte, mit dem man recht gut einen Ausgehabend bestreiten konnte, waren plötzlich 10 Euro zuwenig, um wenigstens noch das Essen bezahlt zu bekommen." Die Produktivität der Wirtschaft hinkte einfach zu sehr hinter der des (nördlichen) europäischen Raumes hinterher - die Angleichung der Lebensführung (auch durch Importdruck) hinterließ ungedeckte Schecks. Es kam zu einem Preissprung.
Die Rechnun kam prompt bei den Wahlen - es siegten die Sozialisten. Die Regierung tat etwas "dagegen" - sie nahm Kredit um Kredit, "soziale Maßnahme" um "soziale Maßnahme" wurde durchgeführt. Die Gewerkschaften forderten natürlich gleich mal mehr Lohn und drohte mit Streiks, und weil 2004 olympische Spiele waren, die man nicht gefährden wollte, wurden die Löhne 2003 um 6 Prozent angehoben. Die Regierung begann, ihre Haushaltsdefizite mit "kreativer Buchführung" zu verschleiern. Wie man das ja überall versuchte und tat. Plötzlich waren Schulden der Regierung Schulden irgendwelcher Sondergesellschaften, etc. etc.
Die realen Pensionseintrittsalter waren (mit 59 Jahren - in Österreich? recherchieren Sie ein wenig ... ein kleiner Hinweis: es ist noch niedriger) viel zu niedrig. Aber die Gewerkschaften protestierten gegen alles Gegensteuern, das wie "Sozialabbau" klang. Die Inflation stieg weiterhin, und war sogar offiziell doppelt so hoch wie im übrigen Euro-Raum. Die Gästezahlen im Tourismus gingen zurück, Griechenland wurde einfach zu teuer. Wärend sie 200 km weiter östlich, in der Türkei, explodierten - wegen eines völlig anderen Preis-Leistungs-Verhältnisses. Die aus Budgetgründen notwendige (mehrfache) Erhöhung der Mehrwertsteuer machte sich zunehmend in der Verteuerung des Lebens bemerkbar. Die Wettbewerbsfähigkeit der griechischen Wirtschaft war am Boden. Wer noch produzieren wollte, ging ins Ausland.
Man kann den Landesnamen übrigens nach Belieben ersetzen. Griechenland war nur schneller, das ist eigentlich alles. Seine Geschichte, als Geschichte einer Staatspleite, ist auf alle übrigen europäischen Staaten übertragbar - es sind überall dieselben Mechanismsn. Es sind nicht (sic!) die Spekulanten, und es sind nicht die Reichen, die alle ausbeuten ...
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Dienstag, 14. Juni 2011
Sind wir wirklich dabei?
Es ist genau diese Aussage, die mir beim Film immer fragwürdiger wird: WANN ist man wirklich dabei? Was ist das für eine Identifikation, die im Film stattfindet, um ein "Dabeisein" zu ermöglichen? ist es nicht - zumindest beim technisch so perfekten Film! - immer nur die Selbstverliebtheit, die Sentimentalität, die Konvention alsohin, in die man sich flüchtet? Erlebt an im Film also gar nichts "anderes"? Fehlt also das, was ein Kunstwerk ausmacht: nämlich das Selbstsein des Dargestellten? Ist nicht der Film an sich bereits die Vorwegnahme von Vorstellung, wie die Perspektive seit der Renaissance, die mittlerweile unsere gesamte Wahrnehmung zu einem Schein (soweit wage ich bereits eine Aussage, mitten aus umwälzenden Nachdenkprozessen) korrumpiert hat, der eine eigene Rezeption gar nicht mehr zuläßt? Wie weit werden wir - als Indiz - von einem Film überhaupt noch wirklich bewegt? Wo sind jene identitären Prozesse, die uns Katharsis, Befreiung erleben lassen?
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Vom Menschen behaust
Es gibt Technik, die um ihre Rolle weiß. Die naturgegebene Vorgänge ausnützt, ohne die Natur selbst zu verändern. Es gibt eine ... ja, nennen wir es so: demütige Technik, die nicht im Größenwahn erstickt, die Welt zu beherrschen und als Ersatzteillager und Selbstbedienungsmarkt zu mißbrauchen, ja darauf zu reduzieren. Die für partielle Zwecke Schneisen der Verwüstung schlägt, alles unter Nützlichkeitsgedanken unbelebbar macht.
Das verbindet noch das Mittelalter mit der Antike, ja mit der jahrtausendelangen Menschheitsgeschichte vor der Renaissance, der Neuzeit - eine Grundhaltung, die im ständigen Dialog mit dem Ursprung von allem, mit Gott, die Welt mit Ehrfurcht und Respekt behandelte, weil sie alles Geschöpfliche als Symbol eines dahinterstehenden Willens verstand. Die sich als Empfänger verstand, der dankbar nimmt, was ihm gegeben wird, weil er weiß daß er der Gesamtordnung Rechenschaft zu geben hat. Verletzt er sie, wird sie ihn bestrafen, ja vernichten.
So erzählen diese Mühlen auf Mykonos vom kecken Aufrecken des Muts, der es wagt, an einem mächtigen fremden Geschehen zu partizipieren, mitzunaschen. Fast verstohlen, unsicher, ob es noch gemäß ist oder nicht. Ob nicht ein wütender Gott seine Faust längst ballt. Er sei mit Opfer und Spiel versöhnt. Ihm sei aber für seine Gabe gedankt, in der wir auf seinen stürmenden Rossen mitreiten. Solcherart wird die Technik zur Erdeinverleibung (M. Henry), wo der Mensch als Teil seiner Lebenspraxis die Natur einsetzt, mit ihr lebend und wirkend. Kein "objektiver Effekt" wird dabei benutzt, abstrahiert und extrahiert, sondern Leben vollzieht sich aus sich selbst, Güter werden hergestellt, weil und solange an ihnen Bedarf ist. Nicht, um Geld zu erzeugen, nicht mit "objektivem Wissen um objektive Vorgänge", losgelöst vom Menschen - sondern als menschlicher Selbstvollzug.
Das verbindet noch das Mittelalter mit der Antike, ja mit der jahrtausendelangen Menschheitsgeschichte vor der Renaissance, der Neuzeit - eine Grundhaltung, die im ständigen Dialog mit dem Ursprung von allem, mit Gott, die Welt mit Ehrfurcht und Respekt behandelte, weil sie alles Geschöpfliche als Symbol eines dahinterstehenden Willens verstand. Die sich als Empfänger verstand, der dankbar nimmt, was ihm gegeben wird, weil er weiß daß er der Gesamtordnung Rechenschaft zu geben hat. Verletzt er sie, wird sie ihn bestrafen, ja vernichten.
So erzählen diese Mühlen auf Mykonos vom kecken Aufrecken des Muts, der es wagt, an einem mächtigen fremden Geschehen zu partizipieren, mitzunaschen. Fast verstohlen, unsicher, ob es noch gemäß ist oder nicht. Ob nicht ein wütender Gott seine Faust längst ballt. Er sei mit Opfer und Spiel versöhnt. Ihm sei aber für seine Gabe gedankt, in der wir auf seinen stürmenden Rossen mitreiten. Solcherart wird die Technik zur Erdeinverleibung (M. Henry), wo der Mensch als Teil seiner Lebenspraxis die Natur einsetzt, mit ihr lebend und wirkend. Kein "objektiver Effekt" wird dabei benutzt, abstrahiert und extrahiert, sondern Leben vollzieht sich aus sich selbst, Güter werden hergestellt, weil und solange an ihnen Bedarf ist. Nicht, um Geld zu erzeugen, nicht mit "objektivem Wissen um objektive Vorgänge", losgelöst vom Menschen - sondern als menschlicher Selbstvollzug.
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| Mykonos (Kykladen, Griechenland) |
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Ein grundsätzlicher Irrtum
Der Direktor der Wirtschaftsuniversität Wien, Dr. Christoph Badelt, gab im Radiointerview vom Samstag die Meinung kund, daß eine Gesamtschule dann sinnvoll sei, wenn - wie geplant - in den jeweiligen Gegenständen eine Differenzierung der Schüler nach Leistung stattfinde. Dann sei sie sogar unschlagbar.
Genau darin irrt der Mann. Denn die Bildung wird in dem Moment zum Problem (und zum bloßen Intellektualismus degradiert), in dem man sie von der Identität löst. Es geht nicht um Inhalt (und Informationen), sondern um sittliche Haltungen. DARAN krankt unser Schulsystem. Inhalte sind relativ problemlos aufzufüllen. Nicht aber persönliche Haltungen.
Schulsysteme, die solcherart identitätslos arbeiten, funktionieren, wo sie das tun, nur scheinbar - indem sie von den Fertigkeiten ausgehen, die immer nur ein Funktionieren innerhalb des bestehenden Wissenstandes sein können. Selbst dort, wo sie sich innovativ geben! Schöpferisches Tun entsteht nur aus Persönlichkeit, aus Stand und Identität, aus Selbstbesitz. Wer sich jede Schulstunde neu in seinem Umfeld definieren muß, verwendet nicht nur enorm viel Energie in seine Identität (oder er gibt auf, was ohnehin auf anderer Ebene der Fall ist, denn wirkliche Distanz ist in einer Gesamtschule nicht mehr möglich, und wird "egalitär"), sondern mißversteht Bildung schon grundsätzlich. Erst gefestigte Identität, als Erwachsener, könnte mit solcher Anforderung umgehen ohne ständig in Gefahr zu geraten, sich zu verlieren, sich aufzulösen.
Also muß der Schulbesuch für die Schüler eine Differenzierung nach Stand bestärken und dazu beitragen, daß der Einzelne sich in einem Sein austesten und festigen kann - das er natürlich aus seiner Herkunft (aus verschiedensten Gründen) beziehen muß. Die heutigen Ansätze in der Praxis aber gehen allesamt von einer identitäts-entblößten Persönlichkeit aus, die sich aus erlernbaren Fertigkeiten zusammensetzen läßt. Und das ist nicht so.
Nur deshalb haben nach wie vor die strengsten katholischen Schulen den größten Zulauf und Ruf - und Erfolg. Der Wissende, der Gebildete ist zuerst Persönlichkeit. Dann vermag er sich zu allen Inhalten auch zu stellen. Erst dann (und dadurch) als Wissender, soweit es überhaupt mehr Wissen gibt als das Wissen, wie relativ Wissen überhaupt, wie entscheidend aber Sittlichkeit ist.
Die Einführung einer Gesamtschule wird also vielleicht manche "methodisch" basierte Lernziele erreichbarer scheinen lassen. Aber sie wird einen fundamentalen Schaden am Bildungssystem generell bedeuten und eine Gesellschaft regelrecht auslöschen - der nur noch "der Staat" als Hinordnungspunkt bleibt: als Basis für Totalitarismus.
Genau darin irrt der Mann. Denn die Bildung wird in dem Moment zum Problem (und zum bloßen Intellektualismus degradiert), in dem man sie von der Identität löst. Es geht nicht um Inhalt (und Informationen), sondern um sittliche Haltungen. DARAN krankt unser Schulsystem. Inhalte sind relativ problemlos aufzufüllen. Nicht aber persönliche Haltungen.
Schulsysteme, die solcherart identitätslos arbeiten, funktionieren, wo sie das tun, nur scheinbar - indem sie von den Fertigkeiten ausgehen, die immer nur ein Funktionieren innerhalb des bestehenden Wissenstandes sein können. Selbst dort, wo sie sich innovativ geben! Schöpferisches Tun entsteht nur aus Persönlichkeit, aus Stand und Identität, aus Selbstbesitz. Wer sich jede Schulstunde neu in seinem Umfeld definieren muß, verwendet nicht nur enorm viel Energie in seine Identität (oder er gibt auf, was ohnehin auf anderer Ebene der Fall ist, denn wirkliche Distanz ist in einer Gesamtschule nicht mehr möglich, und wird "egalitär"), sondern mißversteht Bildung schon grundsätzlich. Erst gefestigte Identität, als Erwachsener, könnte mit solcher Anforderung umgehen ohne ständig in Gefahr zu geraten, sich zu verlieren, sich aufzulösen.
Also muß der Schulbesuch für die Schüler eine Differenzierung nach Stand bestärken und dazu beitragen, daß der Einzelne sich in einem Sein austesten und festigen kann - das er natürlich aus seiner Herkunft (aus verschiedensten Gründen) beziehen muß. Die heutigen Ansätze in der Praxis aber gehen allesamt von einer identitäts-entblößten Persönlichkeit aus, die sich aus erlernbaren Fertigkeiten zusammensetzen läßt. Und das ist nicht so.
Nur deshalb haben nach wie vor die strengsten katholischen Schulen den größten Zulauf und Ruf - und Erfolg. Der Wissende, der Gebildete ist zuerst Persönlichkeit. Dann vermag er sich zu allen Inhalten auch zu stellen. Erst dann (und dadurch) als Wissender, soweit es überhaupt mehr Wissen gibt als das Wissen, wie relativ Wissen überhaupt, wie entscheidend aber Sittlichkeit ist.
Die Einführung einer Gesamtschule wird also vielleicht manche "methodisch" basierte Lernziele erreichbarer scheinen lassen. Aber sie wird einen fundamentalen Schaden am Bildungssystem generell bedeuten und eine Gesellschaft regelrecht auslöschen - der nur noch "der Staat" als Hinordnungspunkt bleibt: als Basis für Totalitarismus.
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Montag, 13. Juni 2011
Das überzeugendste Argument
In der Überlegung, zu einer Währung mit Goldstandard zurückzukehren - also: zum "Gold als Zahlungsmittel" - ist eine Folgerung die überzeugendste:
Eine Volkswirtschaft, die im Gold als Währung fußt, kann nicht sozialistisch werden! Denn eine Goldwährung baut auf einem Markt auf, der funktioniert. Eine Goldwährung ermöglicht immer nur soviel Staatspolitik, als wirklich an Steuern erwirtschaftet wird.
Eine Papierwährung aber ermöglicht einen kollektiven Wahn unendlicher Kaufkraft, senkt dabei aber zugleich die Motivation, für dieses zumindest unterbewußt wertlos gewußte Geld auch Leistung zu bringen.
Die Sozialdemokratien wissen also sehr wohl, warum sie so an der Papierwährung hängen. Sie sind ja derzeit die konservativsten Kräfte - Grün ist ja auch längst aufgesprungen - in der Diskussion um Währungen und Stabilitäten.
Zwar ist eine Wirtschaft, wie wir sie heute haben, nur mit Papiergeld (eigentlich: "Fiat-"Geld) möglich. Aber es zeigt sich auch historsich regelmäßig, daß solche Wirtschaften den Menschen - durch die unzähmbare, durch seine immanente Logik (Wirtschaftseffekte als technische Mechanismen!) progressiv, ja exponentiell ausgefaltete Dynamik - so weit vorauseilen, daß sie fast zwangsläufig in Katastrophen enden. Der Zustand unserer Lebensumwelt ist dafür beredtes Zeugnis. Der seelisch-sittliche Zustand der Bevölkerungen noch mehr.
Das wird durch einen konkreten Bezug Mensch - Geld zweifellos und schlagartig besser. Das eigentliche Argument für die Wiedereinführung eines Goldstandards wäre also nicht wirtschafts- oder währungstechnischer Art! Mit einer Goldwährung wäre das derzeitige Wirtschaften nicht möglich!
Das eigentliche Argument ist humaner Natur.
Eine Volkswirtschaft, die im Gold als Währung fußt, kann nicht sozialistisch werden! Denn eine Goldwährung baut auf einem Markt auf, der funktioniert. Eine Goldwährung ermöglicht immer nur soviel Staatspolitik, als wirklich an Steuern erwirtschaftet wird.
Eine Papierwährung aber ermöglicht einen kollektiven Wahn unendlicher Kaufkraft, senkt dabei aber zugleich die Motivation, für dieses zumindest unterbewußt wertlos gewußte Geld auch Leistung zu bringen.
Die Sozialdemokratien wissen also sehr wohl, warum sie so an der Papierwährung hängen. Sie sind ja derzeit die konservativsten Kräfte - Grün ist ja auch längst aufgesprungen - in der Diskussion um Währungen und Stabilitäten.
Zwar ist eine Wirtschaft, wie wir sie heute haben, nur mit Papiergeld (eigentlich: "Fiat-"Geld) möglich. Aber es zeigt sich auch historsich regelmäßig, daß solche Wirtschaften den Menschen - durch die unzähmbare, durch seine immanente Logik (Wirtschaftseffekte als technische Mechanismen!) progressiv, ja exponentiell ausgefaltete Dynamik - so weit vorauseilen, daß sie fast zwangsläufig in Katastrophen enden. Der Zustand unserer Lebensumwelt ist dafür beredtes Zeugnis. Der seelisch-sittliche Zustand der Bevölkerungen noch mehr.
Das wird durch einen konkreten Bezug Mensch - Geld zweifellos und schlagartig besser. Das eigentliche Argument für die Wiedereinführung eines Goldstandards wäre also nicht wirtschafts- oder währungstechnischer Art! Mit einer Goldwährung wäre das derzeitige Wirtschaften nicht möglich!
Das eigentliche Argument ist humaner Natur.
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