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Montag, 18. Februar 2019

Kein Grund zur Besorgnis

Es ist ein wohltuend abgeklärtes, ruhiges Interview, das Professor Richard Lindzen vom MIT - Massachusetts Institute for Technology 2014 gab. Der Mann hat höchste wissenschaftliche Meriten gesammelt und galt lange Zeit (oder gilt vielen immer noch) als der führende Klimawissenschaftler der Welt. Er ist also sicher keine Stimme, die man einfach in den Wind schreiben kann, wie viele es tun, seit sie ihn als "Klimaskeptiker" oder "Klimaleugner" klassifizieren.

Denn genau dieser Mann von unzweifelhafter fachlicher Reputation sieht die Klimaagenda sehr entspannt, und zwar gerade vom wissenschaftlichen Standpunkt aus. Was immer da prognostiziert wird, wäre seiner Einschätzung nach sogar nicht einmal dann beunruhigend, wenn es so einträfe. Die Menschen sind schon mit viel größeren Herausforderungen fertiggeworden. Nur gibt es für die Behauptungen der Alarmisten keinerlei wissenschaftliche Evidenz.

Warum aber wird die Angelegenheit dennoch so hochgespielt? Das hat viele Gründe. Und nicht gerade der geringste ist die Finanzierung der Forschung, namentlich der Forscher. Denn Klimawissenschaft ist ein sehr kleines, nebensächliches Gebiet der Wissenschaft, immer gewesen. Die Menschen haben ganz andere wichtige Agenden, denen sie ihre Aufmerksamkeit widmen, auch die Menschen auf der Straße. Aber so hat sie gelernt, der Öffentlichkeit und der Politik die Pistole an die Schläfe zu setzen. Das ist erfolgreicher dabei, Gelder loszueisen, als sich auf das Wohlwollen der Politik zu verlassen.

Noch dazu, wo der Klimaalarmismus eine wunderbare Chance zu dem bietet, was Lindzen "cheap virtue", also "billige Tugend" nennt. Man muß nur "dafür" sein, und schon gehört man zu den Guten.  Das ist bei vielen anderen Institutionen und Personen nicht viel anders. Die Kirchen etwa. Immer wurden sie für ihre Positionen angefeindet, den Schöpfungsglauben, die Morallehren etc. etc. Jetzt endlich haben sie die Möglichkeit, auch einmal "dafür" zu sein, im Mainstream dabei zu sein. 

Nichts anderes ist es bei den Chefs großer Konzerne, man denke alleine an Ölkonzerne. Immer sind sie die bösen Buben gewesen. Nun aber können sie sich ganz einfach als "gut" erweisen, indem sie dem Alarmismus zustimmen. Oder bei Wissenschaftlern. Man darf nicht vergessen, daß sie in der Regel in dem Moment, wo sie ein "Gegenmittel" gegen eine Bedrohung entdecken, auch keine Forschungsgelder mehr erhalten. Hier haben sie aber ein Gebiet, das tendenziell endlos dahinköchelt. Man muß nur die Bedrohung betonen. 

Und wie verhält es sich mit dem vielzitierten "Konsens"? Lindzen ist auch hier entspannt. Diese Zustimmung ist ganz leicht zu kriegen, denn sie ist auch in anderen Gebieten so gut wie immer auf ganz triviale Grundwahrheiten bezogen. Wer würde bestreiten, daß "der Mensch Einfluß auf das Klima" hat? Niemand. Die Frage ist aber erst wichtig, wenn es darum geht zu fragen: Wieviel Einfluß hat der Mensch? Und der ist doch vollkommen unbedeutend. Man unterschätzt auch bei weitem, wie anpassungsfähig der Mensch ist. Wenn ein Bauer heute Weizen anbaut, wird er nicht untätig zuschauen, bis die Temperatur steigt und sein Weizen nicht mehr gedeiht. Er wird sich etwas einfallen lassen, daß er trotzdem gedeiht. Und das war noch nie anders, denn das Klima hat sich ständig und zu allen Zeiten verändert.  

Aber wir wissen bis heute nicht, warum es das so und so tut. Oder wissen wir etwa, warum es zu den Eiszeiten kam? Alle Behauptungen etwa, daß ein Hurricane wie Kathrina dem Klimawandel zuzuschreiben sind, entbehren jeder wissenschaftlichen Grundlage. Die Studien, die das behauptet haben, sind bei näherer Betrachtung nicht haltbar.

Man wird, wenn man vom wissenschaftlichen Standpunkt aus Einwände gegen die alarmistischen Behauptungen macht, tatsächlich sofort angefeindet, verleumdet und sogar ins Nazi-Eck gestellt. Auch ihm ist das nicht selten passiert. Dabei herrscht auch unter seinen Kollegen, unter allen, die sich seriös mit den Wissenschaften befassen, die das Klima zum Gegenstand haben, völlige Übereinstimmung, daß das Klima keine Bedrohung darstellt. Dann fühlen sich die Alarmisten meist sofort bedroht, denn sie verlieren damit ihre Qualifikation als "die Guten", ihre "billige Tugend" verschwindet. Man darf nicht vergessen, daß es sich sehr oft um Bürokraten handelt, und jeder Bürokrat träumt davon, Macht und Einfluß zu bekommen. Und hier kann er es durch "überlegene Moral".

Hinter solchen Behauptungen steht aber ein seltsames Weltbild. Die Vorstellung, daß zwar überall Systeme ausgewogen arbeiten, ausgerechnet aber beim Klima nicht. Man muß sich nur anschauen, was in der Natur vorkommt, denkt man an die Konstruktion des Auges, oder ganzer Organismen. Nur die Welt als Ganzes, das Klima der Welt, ist offenbar so fragil, daß der Mensch es mit Leichtigkeit zerstören können soll. Dabei läßt jeder Blick in die Geschichte nur Staunen zurück, wie stabil das Weltklima über längere Frist betrachtet in Wahrheit ist, obwohl sich die Klimageschichte als ständige Aneinanderkettung von Extremereignissen präsentiert.

Lindzen sieht jedenfalls nichts, daß es das nicht schon immer gegeben hat, ja das in der Vergangenheit sogar oft viel schlimmer war. Und nichts davon hatte mit "Klima" zu tun, es waren Ereignisse, die überall auftreten und immer so aufgetreten sind, und sich in Summe wieder ausbalanciert haben. Auch wenn sich manches verlagert. Vieles ist sogar besser geworden. Man nehme etwa die Zyklone in Südostasien, wie im Golf von Bengalen. Früher waren die viel häufiger und heftiger als heute. Und er selbst hat als Kind in New York ständig Hurricane erlebt. Heute gibt es die gar nicht mehr, oder viel seltener. Oder man denke an Grönland, wo es zwar richtig am Rande der Vergletschungen zu Abschmelzprozessen kam und kommt, aber das Eis im Inneren der Insel nimmt an Mächtigkeit zu. Doch darüber spricht niemand.

So wie niemand darüber spricht, daß es doch weit weniger Auswirkungen auf Extremwetter hätte, ja diese verringern würde, wenn die Temperaturunterschiede zwischen den Polen und dem Äquator geringer würden. Auch weiß niemand, wie sich zweifellos entscheidende, große Faktoren wie die Luftfeuchtigkeit auswirken. Es gibt hier z. B. Studien die meinen, sie würde abkühlend wirken, andere sagen das Gegenteil. Wir wissen es nicht.

Eine große Gefahr ist halt, daß sehr viele Nichtfachleute in der Öffentlichkeitsdarstellung beteiligt sind. Er hat es als Mitautor der ersten Klimaberichte des IPCC erlebt. Während die Wissenschaft ständig mit "könnte, würde, vielleicht, wenn-dann" etc. arbeitet, wird das in den Unterlagen für Politiker zu einer sicheren "Prognose" verkürzt. Und dann kommen noch Journalisten dazu, die ebenfalls nicht vom Fach sind, und daraus dann Sensationsmeldungen machen. Und alle möglichen Umweltorganisationen hängen sich dran, weil sie dadurch mehr Geld bekommen. Jedes größere Wetterereignis wird dann zum Beweis für den Alarmismus hochstilisiert.

Leider begreifen noch dazu viele nicht, was aus ihren Aussagen, die sie oft einfach so halt mal tätigen, dann gemacht wird. Daß sie zu "Zeugen" und Befürwortern des Alarmismus gemacht werden, auf die die Menschen reagieren: Na, wenn sogar DIE das sagen ... Die Menschen werden heute ziemlich manipuliert!

Er finde es halt bedauerlich und seltsam, daß ausgerechnet die Umweltorganisationen, die ständig von Ressourcenknappheit und der Notwendigkeit zu sparen reden daran beteiligt sind, daß hier immense Ressourcen verschwendet werden, die woanders dann fehlen. Denn die Menschheit hat wahrlich viele und viel größere Probleme als das Klima. Und die Prioritätenlisten für die Politik schauen in vielen Ländern mit Recht ganz anders aus.

Stattdessen wird das Klima immer mehr zur Angelegenheit des Glaubens, also religiös gemacht. Auch er wird immer wieder gefragt, ob er an die Klimakatastrophe "glaube". Was heißt da "ob er glaube"? Er glaubt nicht, sondern er nimmt die wissenschaftlichen Fakten. Und daraus sieht er keinerlei Bedrohung. Man weiß noch dazu so wenig "sicher" über das Klima, daß es unvertretbar ist, daraus weitreichende und teure Maßnahmen abzuleiten.








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