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Freitag, 11. März 2022

Von einem der auszog, um Zivilisten zu Helden zu machen

Höre so nebenher Nachrichten auf oe24, DEN Wahrheitssender, wie wir wissen. Isabelle Daniel interviewt einen Journalisten vor Ort in Ukraine-Stadt. Er berichtet, was Daniel noch einmal heraushebt: Daß "Putin direkt Zivilisten angreift, ganz anders, als er sagt." Daniel sagt es noch einmal. "Putin greift also Zivilisten an, können Sie das bestätigen, Herr ...?" "Ja, Putin greift Zivilisten an." 

Wie dankbar muß man doch dieser bekanntermaßen ethisch höchststehenden Dame sein, daß sie dem dummen Bürger, der von Propaganda ertränkt schon stumm ist, endlich die volle Wahrheit zugängig macht. Und ihn in die Regeln richtigen Denkens einführt. Frau Daniel: DANKE FÜR DIE ERZIEHUNG.

Denn der könnte daran denken, daß Pan Vladimir Zelinsky die Zivilisten seines Oblast und aller Oblaste mit Schießgewehren ausgestattet hat, auf daß sie Russoschisten totmachen, und jede Omi zum Bau von Molotowcocktails verpflichtete, um Rotarmisten zu grillen, weil sie dann das Vaterland rette. 
Und jetzt werden Sie ... (ich wage es kaum auszusprechen) ... besch... (Tränen, Schmaisspowsky's Heldenquartett in Dmoll, im ritardando wechselnd auf Bmoll, laut, rasch leiser werdend, zurück in den Hintergrund, dann, lauterwerdend, das Räuspern der allmählichen Gefaßtheit, schließlich mit fester Stimme, laut bis ganz laut, bis zum Ende des Endlossaales hörbar:) BESCHOSSEN. (Aufschrei des Entsetzens im Publikum, das in das Kotzen der Angewidertheit übergeht, bis allerorten Putin mehr gespuckt als gesprochen zum PFUHTIEN wird.
Herr Pfuhtin, das ist aber gar nicht fein. Das machen keine Männer von Charakter und Bildung. Das tun nur Barbaren. Hunnen. Boches. Man beschießt keine Zivilisten. Auch wenn die - vermutlich (und diese Notwendigkiet für den Feind, ZU VERMUTEN, ist die seitens der Volksaufrufer schäbigste Seite und Folge des Aufrufs zur schrankenlosen Gegenwehr, in Fortsetzung der Regierungspolitik, alles und jeden in IHREN Krieg hineinzuziehen, um die nun moralisch ziemlich schwierige Lage des Angreifers auszunützen - Waffen tragen. Statt ihren alltäglichen Arbeiten nachzugehen. Die Völkergemeisnchaft liefert kostenlos ja auch den Weizen, der in der Ukraine nicht mehr angebaut wird, woran auch Pfuhtin schuldig zu sprechen ist. Meint vermutlich Isabella in ihrem gewohnten Scharfblick.

Man beschie0t eine Zivilisten, auch wenn sie Waffen tragen (könnten), mit denen sie schießen (könnten), oder Molotowcocktails werfen (könnten), mit denen sie Feinde grillen (könnten.) Und singen: Allons enfants de la patrie, le jour de gloire est arrivè! Um dann voller Selbstmitleid, aber umso mehr Fanatismus und Blindheit fortzusetzen: Contre nous de la tyrannie, L’étendard sanglant est levé ... Das gestattet natürlich den schrankenlosen Kampf gegen die Bösen.

Da fällt mir eine Episode aus dem 1. Weltkrieg ein. Belgien, August 1914, sie erinnern sich? Wie die Hunnen und die Boches ...? Also, das war so:
Deutschland wollte die französische Nordfront umgehen, dann nach Süden einschwenken, dann Paris umgehen, und so die franhzösischen Armeen im Sack haben. Dazu mußte man nur durch Belgien durch, das damals ein neutrales Land und nicht besonders hoch gerüstet war. Heikel, wegen dem Status des Landes, aber strategisch unumänglich. Zumal man wußte, das die Franzmänner genau dasselbe planten, nur umgekehrt. Also mußte man schnell sein. Das heißt - so war es geplant. 

Belgien aber machte auf Bitten Frankreichs hin auf totalen Widerstand. Nur drei Wochen, nur fünf, hieß es, dann haben wir die Armeen umorganisiert, von Angriff auf Verteidigung. Sogar die Engländer sind dann auf Posten. Und dann, dann erwarten wir sie, die Deutschen. Also - durchhalten, PommesFrittes, so lang es geht! 

Also krallten sich die tapferen Belgier an jedes Büschel Gras. Die deutschen Soldaten mußten jede Sekunde damit rechnen, daß sie aus irgendeinem Fenster, hinter irgendeinem Sandhaufen hervor, von jedem Baum und jedem Kirchturm und Dachbodenfenster und von jeder Schule und von jedem Kindergarten aus totgeschossen wurden. Und die Belgier waren gute Schützen, auch die Frauen - meine Herrn! Der Vormarsch kam ins Stocken, nur langsam kamen die deutschen Soldaten mit ihren Pickelhelmen voran. Es dauerte fast fünf Wochen, ehe König Albert kapitulierte.

Diese ständige Gefahr, dieser Haß aber führte bei den deutschen Soldaten und deren Chefs sehr bald zu einer richtigen Hysterie. Denn zack, wieder war einer tot, der doch nur ein bissel Wasser vom Dorfbrunnen holen wollte, oder weil man einfach in Kolonne zum Essenfassen marschiert war, oder einer gar ein Kind in ein Haus schieben wollte, die Türklinke drückte - und pchchch, weg war er. Es schlug den Invasoren ein Fanatismus entgegen, auf den sie niemand vorbereitet hatte. Denn es hatte geheißen, es erwarte sie ein flotter Ausflug ans Meer.
Und rasch mußte alles sein, das war klar. Aber jetzt drohte der deutsche Angriffsplan schon im Ansatz zu scheitern. Die Heeresleitung wurde nervös, und die Generäle bellten nur noch die Obersten an, die Obersten bellten nur noch die Oberleutnants, die die Leutnants, und die die Feldwebel an, was denn da los sei, da vorne, an der Front. "Nu macht mal hinne, ihr fauln Segge, awa n bißken dalli. ... Wat? ... Waaat? .... Wat heeßt hia schdendich Sivilissdn! Wean doch mit so n paar Sivilissdn noch fertichwean, det jiebz doch nich!"
Von Tag zu Tag mehr, gingen die Soldaten mit harter Brutalität vor, zündeten Häuser an, füsilierten ohne Rücksicht wer immer auch nur in den Verdacht kommen könnte, zuhause ein Gewehr zu haben, oder hielten mit dem Flammenwerfer auf eine Scheune, weil sie ein verdächtiges Geräusch gehört hatten. In ein oder zwei Fällen hat das sogar so weit geführt, daß ein ganzes Dorf ausgelöscht wurde. Rücksichtslos. 

Jeder Mann, jede Frau, jede Omi, jeder Opa, jeder Jugendliche, alle alle wurde an die Wand gestellt, und paff, auf Kommando, und tot waren sie. Wieder hundertachtzig mögliche Heckenschützen weniger. Es kam zu Massakern, die den Ruf der Deutschen als Kulturvolk ziemlich ramponierten. "Deutschland ist kein Kulturvolk," schrieb die Times, das war endgültig. 5.000 Sivilissdn hatten die Deutschen Pickelschädel in diesem August 1914 getötet.

Denn es gab Riesenentsetzen in England und Frankreich und Amerika. Die Zeitungen waren VOLL davon. DIE HUNNEN! Grillen Kinder! Schießen schwangere Muttis tot! Spießen Opas auf! Löschen Dörfer aus! Killen Zivilisten! Und DER KAISER frißt jeden Tag zum Frühstück einen tapferen belgischen Helden. 
Bild sprach mit den Toten, Seite 4, äh - die Sunday Times natürlich. Es war noch schlimmer als 1871. 
Oh, 1871, da waren doch auch die Zivilisten aufgerufen worden, und hatten den Krieg - also die Waffen - aufgenommen, die die Armee schon gestreckt hatte? Plötzlich war wieder eine levee de masse da, ein Guerillakrieg, keine Armee mit Schlachten und Uniformen. IN jedem Haus konnten sie sein, die Zivilisten, und jeden massakrieren, der bei der Tür hereinguckte.
Moment, Zivilisten? Totschießen? Aufspießen? Schwangere? Kinder? Wo haben wir das nur gehört ... 
Ah, ja, richtig, genau. Pfuhtien, Ukraine, Kiew und so. Wir sind wieder dabei. Was wollte ich mit dem Ausflug oben sagen ... ich weiß es nimmer, vergessen Sie es. Wie sind in Kiew. Lugansk und so. Also weiter im Text.

Die ukrainische Armee gab sogar kund, Panzer in Wohngebieten zu postieren. Um sie vor russischen Raketen zu verbergen, denn die eigene Luftwaffe existiert nicht mehr um sie zu schützen. Und um heranziehende Russen - gut versteckt in Wohngebieten - mit Granathagel zu überraschen. Und womit konnte schöner der Bevölkerung signalisiert werden, daß es um die Wurst geht, daß die Ukraine bis zum letzten Ukrainer kämpfen muß, daß 
Zivilist und Soldat eins und ununterscheidbar sind. Denn sie alle verteidigen jede Scholle, jeder Hufe Geheiligter Erde, und düngen mit ihrem Blut.
Wer sich und sein Volk nicht schont, hat zudem das Recht, die Länder Europas ufzufordern dasselbe zu tun, wie es der Pan Bräschident ja auch macht. Der den Westen täglich verärgerter auffordert, doch endlich in die Kämpfe einzugreifen. Was der Westen nur zögerlich tut, weil er auch so tun will, daß er nicht möchte, daß die Russki ihn beschießen. Denn der Westen ist zivil zivilisiert.

Woraufhin die Medienwelt mit ihrem zwischen den Ohren auftoupierten Stroh vor Rührung vergeht, weil der Widerstandswille der zivilen Bevölkerung der Oblaste und Samjedinenstviche einfach nur noch HELDENHAFT sei. Während er, der Westen, derweilen die süßen Kleinen hütet, servieren die Muttis in ihren Matrjoschka-Kitteln die heißen Cocktails. Jeder Schuß ein Ruß! 

Wußten Sie schon? Der Kinder eines soll sogar DIREKT von den Russen getötet worden sein. Und Putin hat sogar ein Kinderheim in Schutt und Asche gelegt. Es soll angeblich 13 Verletzte gegeben haben Gott sei Dank - nur leicht verletzt. 
Dazu fällt mir eine Schlagzeile aus einem Roman ein. "Frankreich durch ein Erdbeben VOLLSTÄNDIG ZERSTÖRT. Bahnlinie Paris - Rouen für drei Tage nur eingleisig in Betrieb. Die p. t. Fahrgäste werden gebeten, Verzögerungen auch für  die Strecke Lyon - Ferroult sur le Beté einzuberechnen." 
Oder wieder wie die Bild: "Die WHO ruft die PANDEMIE aus! In China gibt es bereits 12 Kranke mit Fieber im Bett, davon 1 Hospitalisierter und 5 ohne Symptome in Quarantäne. Stoppt die Seuche! 15 Millionen-Stadt im Lockdown! Was macht Berlin?"
Ach ja, und der Westen tut nun noch mehr, was er kann - Spenden sammeln, Milliarden überweisen, und Teddys und Gummibären für arme, zerlumpfte Flüchtlinge in zerrissenen Jeans vor der Botschaft abgeben. Denn die armen Ukrainer, die in den Autoschlangen sitzen, die an den Grenzübergängen durchgewunken werden, sehen ja aus, daß es einem Gott derbarmen möcht. Wie unsere Jugendlichen! Genau so verlottert!
 
Sie haben allerdings den Heimischen Bälgern (von Balg, nicht Belgien) gegenüber einen Vorteil: Ukrainische Menschen sind coronafrei. Wahrscheinlich hat man in Discos die Maskenpflicht nur deswegen aufgehoben: Daß die Annömmlinge auch ein bisserl Unterhaltung haben. Na gut, dann halt auch keine Goschenfetzen für unsere Süßspatzen. Sagen wir: Die Maskenpflicht wird da und dort aufgehoben! Außer in Wien. Da tobt der Tod. Außerhalb der Flüchtlingslager.
Verdammt, so wird das nichts heute mit dem Schreiben. Die Welt fängt ständig mein Ohr.
***
Die Armeen der NATO sammeln sich derweilen (und ich meine fast, sie tun besser daran) still und leise. Nicht einmal die Überwachungskameras auf den Autobahnen sollen sie sehen. Schon gar nicht, daß es sich nur um Erste Hilfe-Konvois handelt. Wie bescheiden, denn wer hilft soll so helfen, daß die Rechte nicht weiß, was die Linke tut und umgekehrt. Wie klug, denn so werden sie nicht beschossen. Wie heldenhaft, denn so bleiben sie garantiert am Leben.

Jeder Zivilist wird Partisan, 
fühlt das sich nicht herrlich an?

Genial, das alles. Heldenhaft. Denn natürlich darf man Zivilisten, die Helden sind, nicht bekämpfen.

Warum nur wird mir so seltsam im Magen. Gott sei Dank springt der Sender gleich zum "Kampf an der Coronafront" (Zitat) weiter. Wenn wir schon beim Kampf gegen Zivilisten sind, gegen Partisanen - die Ungeimpften. IMPFEN WIRKT, sagt deshalb die Expertenkommission. Und Frouwe Daniel nickt.

Und dann bellt ein kommentator ins Mikrophon, daß "die 27 EU-Staaten anläßlich des anhaltenden Kriegs fordern, die Sanktionen gegen Putin zu verstärken." Die 27 EU-Staaten im Krieg? Es hört sich so an.

Wissen Sie, was ein nächster Kommentator in der gleich darauf folgenden Sendung dann sagt? Daß Polen 29 MIG29 den Ukraine zur Verfügung stellen will, die von US-Ramstein (er spricht: "Rämschtain") in den USA aus in der Ukraine eingesetzt werden. Rämschtain. Das in den USA liegt. In der Ukraine eingesetzt. Sind die 27 Staaten der EU also doch im Krieg? Oder nicht, sie kämpfen nur? Oder schenken sie nur der Ukraine auch die Piloten (wörtlich), nur ist das alles rechtlich noch nicht geklärt, weil so kompliziert (Biden)?

Gott sei Dank nicht Ramstein in Deutschland. Denn Deutschland will doch nicht in einen Krieg eintreten. Was aber Biden ablehnt. Denn dann befänden sich die USA mitten im Krieg. Verrückte Welt. Mitten im Wahnsinn ist ausgerechnet der Wirrste von allen der Klarste.

Zelensky ist angeblich längst in Warschau, die US-Botschaft habe ihn aufgenommen, heißt es anderswo. Da fällt mir ein, daß es die Neuen Medien ein Leichtes sein ließen, isch als "egal wo in der Welt befindlich" darzustellen. Aber Zelensky funkt natürlich aus dem eingekesselten Kiew, das beweisen die Bilder. Und hören Sie, werter Leser, nicht die Einschläge von Bomben im Hintergrund, die Putin wieder einmal auf Supermärkte, Krankenhäuser und Kindergärten schmeißt?

Zurück zur Coronafront. Neuer Rekord. 47.000 NEUinfektionen in Österreich. Ausgerechnet jetzt, wo die Impfpflicht AUSGESETZT wird. Aber Gott sei Dank, erneut, daß die Impfung wirkt

Und jetzt hört man es endlich doch recht deutlich. Die 12 Euro-Fighter, die vor fünfzehn Jahren unter Begleitgeräuschen gekauft wurden, die dann mehrere Untersuchungsausschüsse beschäftigt haben. Erstens, weil mehrere Milliarden nach München überwiesen wurden, von denen ein offenbar ein zweistelliger Prozentsatz nur Gleitmittel war, um die Gelder flüssiger durch die Leitungen quetschen zu können. Und zweitens, weil von diesen Euro-Fightern gerade einmal zwei überhaupt noch flugtauglich sind, eine Überwachung des Luftraumes über dem Land also nur noch von 8 bis 17 Uhr möglich ist.

Aber was soll's. Wer soll shcon hier drüberfliegen? Die paar NATO-Flieger? Denn jetzt haben wir es sogar offen ausgesprochen gehört: Diese unglaubliche Euro-Fighter-Milliarden-Vergeudung war deshalb vorgenommen worden, WEIL DIE ÖSTERREICHISCHE LUFTWAFFE SICH DER NATO EINFÜGEN SOLLTE.

Ja, genau: Die, die Österreich auch die bewaffnete Neutralität aufgezwungen haben, wie der Nehammer Karli gemeint hat. Oder waren das die Sowjets, die Österreich freiließen, woraufhin sich das Land freiwillig und ungefordert (!) für neutral erklärte, und sich genau damit der NATO an den Hals schmiß? Egal. 
Gucken wir lieber weiter den Nachrichten zu. Die nun von "Menschen ... und auch da Menschen ... und hier Menschen ..." (überall Menschen in Kiew, auch alte Menschen, denn ein Pensionistenheim wurde geräumt, sodaß die in gelbe Busse evakuierten Menschen in Stress und Angst versetzt wurden. Das mit dem Schreiben habe ich schon definitiv aufgegeben. 
***
Ah, ich verstehe - man will sie vor Corona schützen. Und ihnen die Gesichtsmasken umhängen, die Wien so vorbildlich der Partnerstadt gespendet hat. Deshalb der Stress und die Angst in ihren Gesichtern. Selbst die in Lemberg dann vom mutigen Reporter interviewte Verena, die in Wien studiert hat, erzählt, daß sie sich stressig fühlt. Immerhin gab es n den letzten Tagen schon ein paar mal Luftalarm.

Da ist es nur angebracht, daß der Nehammer Karli SICH BEI POLEN BEDANKT. Immerhin, sagt er, ist die Ukraein unser Nachbarland. Wo gerade TATSÄCHLICH  (Nedschi ist auch rhetorisch ungeheuer gut!) in Scharkif (so spricht er es aus) die Russische Armee ganhze Städte beschießt, und damit auch Frauen und Kindern (endlich, da sind sie wieder, die Kinder) unendlich viel Leid zufügt. Ukrainerinnen und Ukrainer, mit einem ungeheuren Widerstandswillen. Der aber "einen hohen Blutzoll fordert", natürlich, sagt er noch. Unendlich viel Leid für die Ukrainerinnen und Ukrainer. Für die Zivilbevölkerung. Für die Kinder. Denn wie heißt es doch? AUCH WIR SIND UKRAINE. Auch die Österreicherinnen und Österreicher. 
Dem Krieg mit militärischen Mitteln werden wir aber, so sagt er dann, er sagt wir (!), mit zivilen Mitteln begegnen
Das viele Unrecht, sagt der österreichische Kanzler Karl Nehammer dann in Mikrophon und Kamera, ist sicher auch vielen Russinnen und Russen nicht recht. Verurteilen wir also nicht ganze Völker, schließt er die Phrasen. Deren so manche er wieder einmal in tiefer Weisheit, die aus Welt und Wirklichkeit schöpft, aneinandergereiht hat, weil er für den Frieden ist. Und jetzt gibt es wirklich ungeheure Hilfsbereitschaft bei den Österreicherinnen und Österreichern, er ist beeindruckt. So viel Solidarität gegenüber der Ukraeine und den Menschen in der Ukraeine. Er spricht es so aus: Ukraeine.

Der Chefredakteur hat sich ja kurz zuvor noch extra beim Oberboss bedankt. Denn der Kanzler habe sofort mit sehr mutigen Worten den Russen gegenüber Haltung gezeigt. Immerhin, ein Absolvent der Landesverteidigungsakademie und ehemaliger Berufsoffizier. Der (würde ich mal glatt vermuten) dabei auch die großzügigen Hilfen des Staates für Absolventen der (von Maria Theresie gegründeten) Offiziersausbildung, die seit ein etlichen Jahren mit akademischen Würden bekränzt wird) zum Umstieg auf zivile Berufe genützt hat. Na wenn es das ist wäre man doch blöd, wenn man es nicht ausnützte.
Ob Leutnant Kanzlerkarli dort auch die bemerkenswerte Differenzierungsfähigkeit kultiviert hat, in der er nun die Konsequenzen eines "heldenhaften Widerstands eines Volkes unter Waffen" erkennt - wo Ukraeinerin und Ukraeiner die Waffe (oder die Benzinflasche) in die Hand nimmt und den Feind bekämpft? Weil er dann so völlig überrascht über die Bösheit der Russen ist, der im Widerspruch zu den anfänglichen Beteuerungen nun allmählich aufhört sich darin zurückzunehmen, auch zivile Ziele zu beschießen? 
Ob Kanzler Karli, der unlängst bekanntlich ganz offen davon sprach, daß ein NATO-Beitritt Österreichs zu überlegen weil angesichts der Lage die (uns von den Sowjets aufgezwungene) Neutralität neu zu durchdenken wäre, auch die interessanteste aller seiner Phrasen erkennt, die er sicher nicht bewußt gesetzt hat, die aber umso deutlicher die Grammatik seiner Sprachlandschaft (=Denken) sichtbar macht? Plötzlich erhält sogar der Anglizismus/Amerikanismus mitten im Wort - "Ukraeinerinnen und Ukraeiner" - eine Bedeutung, die zumindest der Hauptaussage nicht widerspricht, sie also wohl auch ist.
Nämlich die, daß er 
Hand in Hand mit dem polnischen Innenminister, der eine regelrechte Werbetour durch Europa gestartet hat, weil Polen unbedingt der Ukraeine (russische MIG29-)Flugzeuge schenken möchte, die dann von Ramstein aus in die Kämpfe eingreifen 
sodaß wir mit einem Schlag gleich drei Länder dabei hätten, zweifelsfrei in diesen Krieg einzutreten, um sich in die Front des West-Messianismus einzugliedern, der sich in der Ukraine seit zwei Jahrzehnten erhoben hat 
was an sich ja für die Polen gar nicht so unlogisch wäre, für 
diese häufigen Alleinretter des Abendlandes; Wien 1683 und Warschau 1922 (beide in regelrechte Wunderlegenden eingebaut) sind ja nur zwei von vielen malen, die die polinische Geschichtslehre der Volkserzählung gespendet hat, und denen nun offenbar auch ein 2022 Ukraine hinzugefügt werden soll   
diese subjektiv so vorbildlich (und die Polen sind davon überzeugt, es reicht, einem der Gottesdienste in der Mariahilferstraße in Wien beizuwohnen) frommen Katholiken, 
von deren 2005+Papst Hl. Johannes Paul II. [der eigentlich ein Österreicher aus Krakau war, aber wen kümmern solche Details] in keiner, wirklich keiner polinischen Kirche ein Bild fehlen darf; auch in der Dorfkirche von Eisersdorf/Biele (Grafschaft Glatz, sprich heute "Zschewwezno", schelezno=stimmh.,russ. "Eisen", und sprich "Gwwotzko") hatte er einen regelrechten Schrein, ich glaube sogar direkt im Altarraum 
welcher 2005 verstorbene Papst also den Subjektivismus der nouvelle theology, welcher den Messianismus so geschickt mit Theorietextilien kostümierte, so monumentartig und brutal als Normalität in die Kirche hineingewuchtet hat, daß ich mit dem seltsamen, wie PR-technisch von den Polen (!) durchgedrückten santo subito ein richtiges Problem hatte 
- und schon das weist diesen West-Messianismus des Polnischen Katholizismus aus: Dieser Druck, den die Polen hinter wirklich alles setzen, was sie als Überzeugung auch so explizit zur Fahne pressen können, gerade sogar auch das, was doch eigentlich ein Ding sanfter Darbietung sowie zurückhaltender, ja defensiver Überzeugung weil dem Sein immanent ist - 
wo also unser Karle Nehammer neben dem polnischen Innenminister in Wien steht, und mit dem "festen Ton der Männlichkeit, wie es der Offizier gelernt hat"  ins Mikrophon und in die Kamera 
unsere Solidarität mit der Ukraine UND AUCH den Ukraeinerinnen und Ukraeinern gegenüber 
verkündet?
Einmal mehr habe ich den Eindruck, daß man muß nur eine Viertelstunde genauer zuhören sollte. Daß es dann gar nicht noch weitere Information braucht. Weil es gar nicht mehr Klarheit gibt, und exemplum docet, exempla obscurant immer noch stimmt: Ein Beispiel lehrt. Viele Beispiele desselben verhüllen.
Ich versuche es morgen wieder mit dem Schreiben. A bientot!


Erstellung 09. März 2022 - Ein Beitrag zur