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Dienstag, 13. Februar 2018

Wie man eine Gesellschaft zerstört (2)


Teil 2) Die nächsten Stufen der Zersetzung einer Gesellschaft




Diese Aushöhlung der ersten Stufe passiert schleichend, allmählich, durch viele kleine Nadelstiche. In einer zweiten Stufe, die 2-5 Jahre dauert, geht es um bereits gezieltere Destabilisierung einer Gesellschaft. Aber auch diese Arbeit überläßt man einer Gesellschaft selbst. Dazu werden sämtliche wirtschaftlichen und sozialen Beziehungen radikalisiert. Kompromisse sind nicht einmal mehr innerhalb einer Familie möglich, Eheleute sind nicht einmal mehr einig, ob das Kind aufessen soll oder nicht. Die Rolle von Lehrer und Student wird unklar. Das betrifft auch Arbeitgeber und Arbeitnehmer, beide akzeptieren nicht mehr ihre jeweiligen Bedürfnisse, alles wird zu einem Kampfverhältnis, in dem der Stärkere siegt. Und dieser Kampf wird heroisiert. 

Normalste soziale Beziehungen werden zu Angelegenheiten der Gerichte.  Die individuelle Streitlösungsfähigkeit verschwindet. Und die Medien, durchtränkt mit Mediokrität, spielen dabei eine fatale Rolle, indem sie die Antagonismen verstärken. 

Auf dieser Stufe, die sich langsam aus der ersten heraus entwickelt hat, beginnt die Rolle der Provokateure von Bedeutung zu werden. Etwa durch Studenten, die im Ausland (damals: in der Sowjetunion) studiert haben, aber auch durch "Schläfer" im eigenen Land. Sie übernehmen nun Führungsrollen in einzelnen Gruppen und Bewegungen und werden "prominent". Klingt Schläger nicht etwas überzogen? Nein. Man nehme etwa einen Homosexuellen, der fünfzehn Jahre mehr oder weniger verborgen sein Leben lebte. JETZT macht er sein Leben zu einer politischen Angelegenheit, stellt sich der normalen Gesellschaft gegenüber. Überall entstehen solche Antagonismen: Schwarz gegen weiß, gelb gegen grün, und die Auseinandersetzungen werden immer gewaltsamer. Die Schläfer, bislang unauffällige, akzeptierte Bürger, werden zu Anführern. Von denen viele tatsächlich und direkt KGB-Agenten sind. Andere bekommen Geld von diversesten Organisationen, die sich bestimmten "Anliegen" widmen. Menschenrechte, Frauenrechte, Kinderbefreiung ... 

Diese zweite Ebene der Destabilisierung ist durch Einschränkungen von "Freiheiten" für einige dieser Gruppen rückgängig zu machen, denn sie haben sich ja selbst zu Feinden der Gesellschaft deklariert. Nicht, indem man sie unterdrückt, das ist nicht notwendig. Notwendig ist nur zu unterbinden, daß sie sich als politische Kraft betätigen. So wie man verhindern muß, daß die Protagonisten dieser Bewegungen zu Macht und Einfluß kommen. Es muß einem klar werden, daß sie tatsächlich Feinde der Gesellschaft sind. Und wenn er es hier nicht ist, auf dieser Stufe, wird er es unweigerlich später. 

Man muß auf dieser Stufe verhindern, daß die öffentliche Meinung vergewaltigt wird. Und man muß verhindern, daß die Gesellschaft als Ganzes unproduktiv wird. Deshalb muß ebenso verhindert werden, daß sie in Konsumismus absinkt, und das betrifft durchaus auch die Werbung. Niemand darf das Recht haben andere dazu zu manipulieren, mehr zu kaufen als man braucht und eigentlich möchte. Man muß vermeiden, daß der Einzelne in eine Konsummaschine verwandelt wird, als die er nicht mehr seinen, sondern den Interessen anderer dient. Eine Gesellschaft auf dieser Ebene muß den Mut zur Selbstbeschränkung haben!
Ansonsten führt diese zweite Stufe unweigerlich in das dritte Stadium, das der Krise. Sie setzt ein, wenn die offiziellen Institutionen nicht mehr funktionieren können, weil sie immer von oben angedeuteten, selbstermächtigenden Institutionen "abgefangen" werden. Sie verlangen alle nun die Macht, und wird sie nicht übereignet, wird sie mit Gewalt geholt. Die Gesellschaft verliert ihre Produktivität. 

In dieser Phase wünschen sich die normalen Bürger eine Rettergestalt, einen Messias. Die Vorbehalte gegen eine starke, zentralistische Regierung schwinden, denn man will, daß alles wieder an seinen Platz kommt, alles wieder funktioniert. Und dieser Retter taucht auch auf. Entweder in Gestalt eines anderen Landes, oder als inländische Gruppe, die die Führung übernimmt. Einer Gesellschaft bleiben nun nur noch zwei Wege: Bürgerkrieg, oder Invasion von außen. 

Rückgängig zu machen ist die Subversion auf dieser Ebene nur noch durch energisches, auch militärisches Handeln, das jeden der beiden Wege unterbindet. Etwa wie in Chile geschehen, oder in Syrien.

Beides führt zur vierten und letzten Stufe, der der "Normalisierung". Die neue Regierung braucht keine Zwischenorganisationen mehr. Deshalb werden alle diese Zwischenstufen eliminiert. Die Schläfer, die vormaligen Vorkämpfer, die Professoren die die neuen Ideologien lehrten - sie alle haben ihre Aufgabe erfüllt, sie können gehen. Ab sofort wird kein Aufbegehren mehr gewünscht.

Diese Stufe ist nur noch durch militärisches Eingreifen und Gewalt rückgängig zu machen. 

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Prinzipiell kann eine Gesellschaft nicht destabilisiert werden, wenn sie es nicht selber will und auch zuläßt. Deshalb wendet sich psychologische Kriegsführung an die in jeder Gesellschaft vorhandenen eigenen Oppositionskräfte und -stimmungen. Und die gibt es überall. Jede dieser Willensrichtungen (einer Minderheit!) wird aufgegriffen und verlängert. Subversion arbeitet also mit dem Erlebnis von "Befreiung", und vor allem mit den Machtträumen, die in den meisten Menschen - gerade einer Minderheit - recht leicht zu wecken sind. Denn so gut wie jeder träumt von irgendetwas, das sich in seinem Leben aber nicht erfüllt.










*010218*