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Donnerstag, 6. Dezember 2018

Weil nicht sein kann, was nicht sein darf

Auf zwei lesenswerte Artikel auf Achgut möchte der VdZ hinweisen. Denn sie bringen Themen ans Licht, die so nahe liegen, daß man staunt, die aber bislang völlig unter den Tisch fielen. Weil sich eine "andere" Sichtweise wie ein auferlegtes Joch herausstellt, welches Vorgehen man eigentlich nur als lieblos bezeichnen kann. Weil es viele, ja die meisten Menschen in unseren Ländern per Federstrich als irrelevant disqualifiziert und beleidigt.

Der Artikel von Wolfgang Meins geht der seltsamen Tatsache nach, warum es - weltweit! - keine Studien gibt, die sich mit den psychischen Folgen der (verhängten) Massenzuwanderung bei Einheimischen befassen. Zwar existieren tausende Studien, die sich mit solchen Folgen bei Migranten befassen (wie diese der Uni Erlangen), aber keine einzige befaßt sich mit den Bewohnern der Gastländer. Dazu gibt es lediglich soziologische Studien. 

Denn in den USA wurde das Phänomen soziologisch recht gut studiert. Wo man im Zuge des "social engineering" bzw. der "Urban Renewal" (als "Stadterneuerung" auch bei uns ein Begriff, auch bei uns erfolgt er keineswegs ohne ideologischen Hintergrund), wie es seit Anfang der 1950er Jahre in großem Umfang stattfand, viel Erfahrung mit dem Thema hat. Es gibt freilich weit mehr Studien, als Meins anführt, der VdZ hat selbst einige liegen, unter anderem eine Studie über ehemalige geschlossene jüdische Viertel. Aber die Folgen sind überall gleich beschrieben, Meins führt sie zusammenfassend auch an: 

Je größer der Einwanderer-Anteil in einer Gemeinde, desto geringer wird nicht nur das Vertrauen zwischen Einwanderern und Einheimischen, sondern bemerkenswerterweise auch innerhalb der beiden Gruppen. Dieses geringere Vertrauen spiegelt sich wider in vielerlei Formen reduzierter Kooperation. Die in einer Gemeinde mit hohem Einwanderer-Anteil lebenden Einheimischen ziehen sich zurück oder, wie Putnam es ausdrückt, ducken sich weg. 

Und schließt daraus völlig richtig, daß das mit Sicherheit auch Auswirkungen auf die Psyche der Beteiligten hat. Die aber niemanden zu interessieren scheinen. Dabei ist das Aufbrechen ehedem homogener Lebensräume durch Hinzusetzung fremder Menschen ein Akt der Entwurzelung, der sich gravierend auf den psychosozialen Haushalt auswirkt, weil er einen kulturellen Lebensraum vernichtet, von dem nur noch ein "irgendwie Zusammenleben" übrigbleibt, für den keine Kultur vorhanden ist. Nur verhängte, einverlangte, ja zugemutete Gebote. Das ist ja der entscheidende Moment dabei, sich als Fremder in der eigenen (ehemaligen) Heimat zu fühlen. Die ihr Recht auf Heimat quasi über Nacht verwirkt hat. 

Die einzige Möglichkeit, die bleibt ist noch, die eigene Lebensweise aufzugeben, zumindest einzuschränken, zu privatisieren in den meisten Fällen, um wenigstens so irgendwie einen "sozialen Frieden" zu bewahren. Wie aber lebt ein Mensch als soziales Wesen nun weiter, dem das Vertrauen in der Öffentlichkeit abhanden kommt? Der in einer Gesellschaft aufwacht, die ihn auch gar nicht mehr kennt, die an ihn auch keine Erinnerung hat, so daß sich seine Persönlichkeit defacto in Nichts auflöst, keinen Halt von außen mehr hat? Da verändert sich doch Entscheidendes!

Auch, weil es zu einem seltsamen Phänomen gekommen ist, wie ein anderer Achgut-Autor, Markus Vahlefeld, beschreibt. Es gibt "zwei Ängste". Die einen sind gut - die anderen schlecht. Und schlecht sind alle Ängste, die gegen die diktierte Zuwanderungsideologie stehen. Diese Ängste sind nicht ernstzunehmen, ja sie sind sogar Ausdruck von Bosheit. Gut sind nur Ängste, die ins Konzept der Massenzuwanderung und Bevölkerungsmischung passen. 

Das ist schwer lieblos, und das ist das Mindeste, was man dazu sagen muß. Es erklärt weite Teile der Bevölkerung für irrelevant und keiner Beachtung wert, eigentlich sind sie sogar therapiebedürftig, also krank. Diese Ängste sind per Verordnung nicht berechtigt, oder gleich gar nicht vorhanden, weil lediglich Auswüchse von abzulehnenden "Ideologien". Als die man diese Ängste teilweise selbst darstellt.

Wohingegen jene Ängste, die die eigene Sichtweise und Ideologie anzeigen - Angst vor "rechts", Atomangst etc. - legitim sind. Es sieht ganz so aus als hätten nur jene Ängste keine Pathologie, die die eigene Auffassung bestätigen oder sogar begründen. Alle anderen aber nicht.

Wenn man aber jemandem das Recht abspricht, so zu sein wie er eben ist, ihn also gar nicht ernst nimmt, sondern zum pathologischen Fall erklärt, wie soll sich dann eine Möglichkeit zur Kommunikation ergeben? Wie die Basis einer Gesellschaft bilden - Einheit, Konsens? Oder stehen wir wirklich in der Situation, daß sich die eine Seite die andere zu therapieren nicht nur im Recht sieht, sondern sogar die Pflicht dazu hat? Oder hat die eine Seite bereits auf die andere "verzichtet" weil sie abgeschrieben, so daß sie am besten verschwinden sollte, weil sie hier kein Recht hat und nur Belastung ist? Es sei denn, sie fügt sich ein und hält den Mund.


Nachtrag: Der Wert obiger Aussagen reduziert sich natürlich zur Symptomanalyse für das politische und gesellschaftliche Klima in dem Moment, in dem man über den Wert solcher psychologischen Studien an sich nachdenkt. Denn der Psychologie liegt seit 100 Jahren ein völlig unzutreffendes Menschenbild zugrunde. Psychologie in der heute betriebenen Form ist also fast zur Gänze wertlos, und bestenfalls Befindlichkeitsschau, als Therapie Befindlichkeitspfuscherei, mit praktisch immer verheerenden Auswirkungen auf den wesentlichen Aspekt des Menschen, sein Sein vor dem Sein selbst, also vor Gott. Denn der Mensch kann nur unter ontologischen Gesichtspunkten ernsthaft sein Seelenleben verstehen, und nur so kann es verstanden werden. Damit sind wir am einzig möglichen Grund eines Sprechens über Seele (Psychologie) angelangt. (Als Therapie erfüllt nur die Logotherapie diese Anforderungen.) Und der ist, daß man die metaphysische Situation des Menschen (und seiner Handlungen) und seine Position in der Seinsordnung betrachtet. Psychologie ist entweder Seinsphilosophie, oder sie ist wertloser Plunder. 

Die oben erwähnte Studie der Uni Erlangen fällt darunter. Denn sie sagt überhaupt nichts über die objektive Situation der syrischen Flüchtlinge aus. Erst daraus aber wäre deren seelische Zustände begreifbar. Nur als Befindlichkeiten erfaßt ist nichts ausgesagt. Solche Studien sind damit lediglich Werkzeug im Sinne einer bestimmten Gesamtaussage, auf die wir nicht näher eingehen wollen. Wir aber können uns die Frage stellen, welche Probleme schon alleine deshalb auf uns zukommen, weil sich Flüchtlinge in so einer desolaten seelischen Verfassung befinden. Die aber bei sachlicher, ontologischer Analyse ganz andere Ursache-Wirkungs-Verhältnisse ergeben könnte. Unter anderem zur Fragestellung kommen könnte, ob den Migranten selbst nicht ein Bärendienst erwiesen wird, sie überhaupt hier aufzunehmen. Denn sie kommen mit einer Vorstellung, die realitätsfern ist. Aber vorher über "empfohlene Maßnahmen" zu sprechen - vulgo: man muß ihnen hier alles erleichtern - ist geradezu lächerlich.





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