Dieses Blog durchsuchen

Samstag, 7. September 2019

Glyphosat - Hatte Bayer einen Sonnenstich? (2)

Teil 2) Monsanto. Bayer war doch nicht blöd!



Als voriges Jahr der Bayer-Konzern die Firma Monsanto kaufte, waren die größten Klagen schon im Rollen, die die amerikanische Gerichtslandschaft je gesehen hatte. Roundup und Glyphosat waren nachweislich krebserregend. Mit einem Mal, das war das erstaunliche, denn zahllose Studien aus der Vergangenheit hatten das Gegenteil gezeigt. Mit einem Mal aber hörte nicht nur die Industrie auf, gegen die Behauptung (mit vorliegenden Studien, die bisher jede Klage entkräfteten: Glyphosat ist nachweislich nicht krebserregend) aufzutreten, sondern war mit erstaunlicher Leichtigkeit bereit, gewaltige Summen lockerzumachen, um Konsumentenklagen zu befriedigen.

Was war passiert? Etwas, das erst verständlich macht, warum Bayer dieses für jeden Normalbürger absurd unsinnig erscheinende Geschäft einging, das jedem Konzernboß seinen Job, und zahllosen Aktieninhabern ihre Renditen kosten würde. Und gewaltige 66 Milliarden Dollar für ein Produkt ausgab, das laut Medienberichten kurz vor dem endgültigen Todesstoß stand. Komischerweise aber dennoch ... nirgendwo verboten wurde und wird. 

Dieser Deal ist in der Geschichte der Öffentlichkeitstäuschung vermutlich der größte, den es bislang gab. Die Wahrheit ist, daß die Patente für Glyphosat und Roundup vor einigen Jahren ausgelaufen sind. Immer mehr kleinere und mittlere Hersteller von Insektenschutzmitteln begannen nun, ihre Version davon auf den Markt zu bringen. Dagegen mußte man vorgehen. Und die Strategie dazu ist alt und bewährt: Durch Überregulierung verdrängt man die Konkurrenz. Und dazu braucht es sogar gigantische Schadensklagen, die jeden Kleinen überfordern.

Denn eines ist klar: Die globale Lebensmittelproduktion BRAUCHT Glyphosat. Viele Samen funktionieren gar nicht mehr ohne dieses Wundermittel, sie sind durch Genmanipulation schon so geschwächt, daß sie gegen Schädlinge überhaupt keine Widerstandskraft mehr haben. Ganze Landwirtschaftsbereiche - wir erleben es gerade in Österreich, bei der Kartoffel ebenso wie bei der Zuckerrübe - stehen vor dem Ruin, sobald Glyphosat verboten wird. An Erklärungen, die man dafür präsentiert, sind ebenso hanebüchen wie herbeikonstruiert, und an Scheinargumenten und heuchlerischen Ratschlägen, wie man durch biologischeres Wirtschaften - also sind die Bauern schuld - das Problem in den Griff bekäme, mangelt es in Zeiten des "Klimawandels", der für alles bereits verantwortlich ist*, nicht.  

Gleichzeitig sorgen im Wochenabstand eintrudelnde Nachrichten über nächste Globalisierungspakte, die man abgeschlossen hat, dafür, daß man sich an den Gedanken gewöhnt, daß die Kartoffeln aus Ägypten, und der Zucker aus Südamerika (Abkommen EU-Mercosur, Abkommen EU-Afrika) stammt. Allesamt Bauernopfer für vermeintliche Absatzmärkte für ganz andere Produkte. Auch aus der Chemieindustrie. Schöne neue Welt, in der die nächsten Kleinstrukturen, die tausenden und hunderttausenden Menschen Brot und Arbeit gegeben haben, ausgelöscht werden. Geopfert, um die mathematisch aufgelösten Staatsbudgets durch rechnerische Großtaten internationaler Konzerne weiterhin rechtfertigen zu können. Aber Hauptsache, wir reden übers Wetter und glotzen Pornos.**

Dazu passen dann die schon zur Gewohnheit gewordenen Katastrophenmeldungen über eine angeblich nicht mehr in den Griff zu bekommende "Überbevölkerung" der Erde. Die natürlich einen Einsatz der Lebensmittelindustrie brauchen, den auch viele normale Landwirte niemals mehr zu leisten vermögen. Wen brauchen wir dazu? Richtig!

Die Überregulierung, die dem Einsatz und Gebrauch von Glyphosat nun folgen wird, darauf können wir (wirkliches) Gift nehmen, dient also nur einem: Bayer. Denn es wird den Markt "bereinigen", wie es in so vielen Branchen bereits geschehen ist. Nur Bayer wird als Anbieter von Glyphosat übrigbleiben, nur Bayer wird allfällige Klagen (die in Zukunft ohnehin weniger werden, denn gleichzeitig ist diese Regulierung die wirksamste Barriere für nächste Klagen in der Zukunft) als kleines Opfer für nunmehr garantierte, monopolartige und gesteigerte Gewinne bringen können. 

Bayer war nicht so blöd, für ein Produkt eine absurd große Geldmenge auszugeben, das angeblich überall tot ist. Glyphosat ist nicht tot. Es ist nur bald in der Hand einiger oder eines Großen. Der dann den Preis für ein weltweit unabkömmliches Produkt bestimmen kann. Den jeder Konsument mit Handkuß bezahlen wird. Denn dem ist ja längst eingebleut, daß sein (eingeredetes) Bedürfnis nach Schutz und Sicherheit auch etwas kosten wird. Und wer wollte schon böse sein?

(Dieser Artikel wurde angeregt durch einen Bericht auf den Seiten von Culture Wars.)

Aktueller Nachtrag, der obige Thesen bestätigt: In einem Artikel auf Tichys Einblick wird darüber berichtet, daß Mitte August 2019 die United States Environmental Protection Agency (EPA) dem Staat Kalifornien verboten hat, Glyphosat als "krebserregend" zu klassifizieren. Selbstverständlich wird Glyphosat also weiter verkauft und angewandt werden. Was machen nun all die kleine(re)n Hersteller ähnlicher Mittel, die nicht so viel Geld für solche Prozesse und aufwendige Studien (die oft lange brauchen) zur Unschädlichkeit ihrer Pflanzenschutzprodukte wie das Bayer-Monsanto-Produkt haben?



*Und dessen angeblich abnormale Form der Antwort auf menschliche Schädlichkeit immer noch niemand gesehen hat. Aber wie überall, kann man auch hier auf die Propaganda der Medien vertrauen. Die ausreichend dafür gesorgt haben und in einer Dichte, die seinesgleichen sucht, heute dafür sorgen, daß niemand den Mund aufzumachen wagt, der die von jedem zu tragenden finanziellen Folgen (Energiepreise waren nur die Vorreiter; nicht zuletzt über eine CO2-Steuer gibt es bald Preiserhöhungen auf sämtliche Produkte) kritisieren wollte. Immerhin geht es ja um die Rettung der Welt, und wer wollte die Welt zerstören?

**Es war keineswegs Zufall, als die Kronen Zeitung vor einigen Wochen ihre Berichte über den richtigen Kondomgebrauch oder nackte Dies und Dasse mit Schreckensmeldungen über nächste Klimakatastrophen in einer ungeheuren Dichte brachte. Da weiß jemand, was er macht. Besser sind die Menschen kaum noch zu steuern, und ihre Handlungsenergie von den wirklichen Fragen abzulenken.